AfD befiehl, wir folgen Dir: Wie die von der Leyen die Petry macht

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Ulrich Gellermann
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AfD befiehl, wir folgen Dir: Wie die von der Leyen die Petry macht
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AfD befiehl, wir folgen Dir


Wie die von der Leyen die Petry macht


Stillgestanden! Rechts um! In den nächsten Krieg: Marsch! Diese Kurzfassung des AfD-Programms in seinem Militärteil hat sich die Kriegsministerin von der Leyen – in ihrer jüngsten Erklärung zur „Verstärkung für die Truppe“ – diensteifrig zu eigen gemacht: „Im Ergebnis benötigt Deutschland Streitkräfte, deren Führung, Stärke und Ausrüstung an den Herausforderungen künftiger Konflikte orientiert ist und höchsten internationalen Standards entspricht.“ So liest es sich bei der CDU-Nachgeburt unter dem Namen AfD.

Das kann die blutrünstige Ursula natürlich viel eleganter: „Ein Vierteljahrhundert des Schrumpfens der Bundeswehr ist vorbei", verkündete von der Leyen am Dienstag im Bendlerblock. "Es ist Zeit für die Bundeswehr wieder zu wachsen." Und: Sie will hin zu hin „zu einem atmenden Personalkörper“.

Ja, röchelt sie denn die Bundeswehr? Na klar: sie pfeift aus dem letzten Loch. Denn sie ist mit ein paar Tausend Soldaten in vielen Ländern unterwegs, um dem deutschen Export zu neuen Höhen zu verhelfen: Die Feldgrauen treiben sich inzwischen in Syrien herum, in Afghanistan, im Kosovo, im Irak, in Mali und auf allerlei Weltmeeren. Sogar dem Waffenbruder Türkei muss die überforderte Bundeswehr aushelfen. Wie soll man da zum Atmen kommen? Die stolze deutsche Armee jappst nur noch. Da kann es nicht ausbleiben, dass mehr als 100 deutsche Tote auf der Verlustliste der Auslandseinsätze stehen. Ziegenhirten werden nicht mitgezählt. Seit 2002 sinkt die Zahl der verletzten Soldaten nicht mehr unter 5.000 noch atmende Körper jährlich.

Macht nix. Haben doch die westlichen Armeen dieser Welt die wunderbaren Militärkrüppel-Spiele: Schon im März 2014 hatte Prinz Harry, der kaputte britische Prinz der gerne mal Nazi-Uniformen anzieht, die „Invictus Games for Our Wounded Warriors“ ins Leben gerufen.( Stiftungsseite). Klar: wer nicht auf den Schlachtfeldern der westlichen Wertegemeinschaft sterbend liegen geblieben ist, der kann in das fröhliche Soldaten-Leben zurückgerufen werden. Ein guter Soldat kann auch ohne Beine schießen. Und wer keine Arme mehr hat, der zieht die Handgranate eben mit den Zähnen ab. Gerade erst fanden sie wieder statt, die Krüppel-Spiele, in Orlando/Florida. „Ihm imponiere . .wie die Menschen Ihr Schicksal annehmen und nach vorne blicken. . . Sie machen es mit Freude und es tut Ihnen gut.“ Das wagt der parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin der Verteidigung, Ralf Brauksiepe, über die Kriegsversehrten zu schwafeln.

Warum ist der gestörte britische Prinz nicht bei seinen zwei Afghanistan-Einsätzen verblutet? Weil er als Co-Pilot eines "Apache"-Kampfhubschraubers außer jeder Gefahr war. Warum wurde der Staatssekretär Brauksiepe nicht längst im "Wald der Erinnerung“, dem Auslandseinsatz-Friedhof der Bundeswehr bei Potsdam, verbuddelt? Weil das Jüngelchen von der Jungen Union und Stipendiat in der Begabtenförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) einfach zu wichtig für die CDU war und den Krieg für die Ministerin nur vom Schreibtisch erledigen durfte. Deshalb kann er auch diesen Bürokratensatz absondern: „Unsere Sportler, die nicht die selben Rahmenbedingungen haben wie beispielsweise unsere amerikanischen Gastgeber.Richtig: Die USA sind in noch mehr Kriegen unterwegs, zählen noch mehr Tote und ihre Krüppelmannschaft ist viel größer als die Deutsche. Das sind viel schönere Rahmenbedingungen.

Um das zu ändern schreibt die AfD in ihr Programm: „Sicherheit und Freiheit Deutschlands und seiner Verbündeten sind im Finanzhaushalt mehr als heute angemessen zu berücksichtigen. Umfang und Ausrüstung der Streitkräfte müssen sich nach deren Aufgaben und den außen‐ und sicherheitspolitischen Erfordernissen richten.Diese Aufrüstungsfanfare der Petry-Partei muss die von der Leyen gehört haben: Da fordert sie doch gleich 14.300 Soldaten und 4400 Zivilisten mehr für die Armee. Die Aufstockung ist "nach heutiger Lage notwendig", kann man von der Kriegsministerin hören und die AfD liefert die offen brutale Erklärung dazu: „Wir sind für die Freiheit der Handelswege, der internationalen Kommunikation . . . und für die gleichberechtigte faire Nutzung der globalen Ressourcen“ schreibt sie in ihrem NATO-Programmabschnitt.

Na klar: Ganz fair will man sich die globalen Rohstoffe aneignen, die anderen Völkern gehören. Das geht nicht ohne Waffengewalt. Und bin ich nicht gleichberechtigt, dann brauch ich Gewalt: Das sollte an den Zäune rund um die NATO-Kasernen plakatiert sein. Eben weil die Bundeswehr ja eine Verteidigungsarmee ist, will die blutige Ursula auch eine weitere Boarding-Kompanie im Seebataillon aufgestellt sehen. Gestärkt werden sollen auch die Spezialkräfte des Heeres und der Marine. Das Kommando Spezialkräfte (KSK) in Calw soll rund 160 zusätzliche „Unterstützungskräfte“ erhalten. Wer jetzt bei der Boarding-Kompanie an Waterboarding denkt, liegt so völlig falsch nicht: Wie soll die tapfere Marine sonst beim Aufbringen von „Piraten“ an Feind-Informationen kommen? Und die Aufstockung der „Spezialkräfte" – der Killerkommandos der Bundeswehr – dient natürlich nur der Verteidigung. Wenn zum Beispiel der Russe mit seinen Panzerarmeen die deutsche Grenze überschreitet, dann werfen sich unseres KSK-Elitesoldaten aber vor die Ketten!
 

       

 

Deutschland ist ein reiches Land. Das kann sich jetzt eine weitere Partei zur Ganz-weit-vorne-Vereidigung leisten: „Wir setzen uns dafür ein, den europäischen Teil der atlantischen Allianz deutlich zu stärken“, schreibt die AfD in ihr Programm. Und langsam weiß man nicht mehr: Führt die von der Leyen der Petry die Feder oder die Petry der von der Leyen?

Lasst uns eine Wahnsinns-Show in Gedenken an all unsere gefallenen Kameraden, die es nicht zurück geschafft haben, auf die Beine stellen! Wir sind Invictus!“ brüllte der irre Prinz Harry zur Eröffnung der Krüppel-Spiele in Orlando. Und Recht hatte er: Der Wahnsinn der Kriege hört nicht auf, wenn man Grenzschutzmaschinen wie der Petry und bürokratischen Killer-Apparaten wie der von der Leyen und ihren Hintermännern weiter das Steuern der Armeen überlässt.

Ulrich Gellermann, Berlin ( bitte um Beachtung der 15 angehängten -Dokumente am Ende dieser Seite)



► Quelle:  RATIONALGALERIE > Artikel vom 12.05.2016.



Bild- und Grafikquellen:

1. KEINE LAIEN BEI DER BUNDESWEHR. Grafikbearbeitung: Wilfried Kahrs (WiKa) / QPress.

2. Bundesadler mit Stahlhelm - Bundes Wer? . . . Grafik: Wilfried Kahrs (WiKa), QPress.

3. "Die Nazi-Petry. Das Monster kroch aus der CDU" und weiter "Die CDU, das ist jene Gebärmutter, aus der die AfD gekrochen ist, auch wenn sich Mutti heute in eine gespielte Empörung flüchtet." (-Zitat: Ulrich Gellermann, Berlin). Bildidee: Helmut Schnug. Techn. verändert: Wilfried Kahrs (WiKa) / QPress. Quelle des Originalgrafik: Wikimedia Commons. Dieses Werk ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. (originally published in 1918 and therefore lapsed into the public domain.)

4. Ursula von der Leyen: Geheimwaffe der Bundesregierung aktiviert: "Ursel holt das Stoppschild raus." Grafikbearbeitung: Jan Müller / Borgdrone.de. Dieses Werk von borgdrone ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.

5. Angela Merkel - "Wir kommen in Frieden". Grafikbearbeitung: Jan Müller / Borgdrone.de. Dieses Werk von borgdrone ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.

6. THE WAR LOVER - Verliebt in den Krieg. Grafikbearbeitung: Jan Müller / Borgdrone.de. Dieses Werk von borgdrone ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.

7. Kriegerdenkmal - "KRIEGER DENK MAL ... NACH" Grafikbearbeitung: Wilfried Kahrs / QPress.de.

8. Texttafel HÄNDLER DES TODES - Rüstungsexporteure und Waffenlieferanten: DIEHL, EADS (EADS heißt seit 2014 Airbus Group und hat eine neue Struktur. Im neuen Teilkonzern Airbus Defence and Space (ADS) sind jetzt die bisherigen EADS-Teilkonzerne Airbus Military, Astrium und Cassidian zusammengefasst.), HECKLER & KOCH,  KRAUSS MAFFEI-WEGMANN, MAN, RHEINMETALL, SIEMENS, THYSSEN KRUPP. Grafik: Wolfgang Blaschka (WOB), München.

9. Cover: »Kriege im 21. Jahrhundert. Neue Herausforderungen der Friedensbewegung.« Friedenspolitische Reihe. Band 01. Herausgeber: Rudolph Bauer.  Sonnenberg Verlag - Barbarossastr. 17 - 76855 Annweiler am Trifels. Sammelband zur Antikriegskonferenz in Berlin, mit Beiträgen von:

Prof. Dr. Rudolph Bauer (Bremen), Volker Eick (Berlin), Julian Firges (Kassel), Dr. Rolf Gössner (Bremen), Prof. Dr. Franz Hamburger (Mainz), Prof. Dr. Peter Herrmann (Rom), Claudia Holzner (Kassel), Prof. Dr. Sönke Hundt (Bremen), RA Otto Jäckel (Berlin), MdB Ulla Jelpke (Berlin), Dr. Matthias Jochheim (Frankfurt/Main), Prof. Dr. Hans-Jörg Kreowski (Bremen), Dr. Günter Rexilius (Mönch.gladbach), Helmuth Riewe (Ganderkesee), Michael Schulze von Glaßer (Kassel), Prof. Dr. Jörg Wollenberg (Bremen).

Die Friedensbewegung in der Bundesrepublik steht vor riesigen Heraus-forderungen. Militärisches Denken erobert Schulen, Forschungseinrichtungen und Redaktionen. Die kriegerische Mobilmachung Europas beginnt innerhalb der Mitgliedsstaaten, wenn jugendliche Massen arbeitslos sind, und nach Außen hin bei der Abschottung gegen Flüchtlinge. Sie stützt sich geopolitisch auf das transatlantische "Bündnis" mit den USA, auf neue Waffen- und Überwachungssysteme, auf Destabilisierung, Sanktionen und den so genannten Freihandel. Waffen und Kriegsmaterial werden bedenkenlos in Krisengebiete exportiert. Deutsches Militär, wieder auf fremdem Boden, stellt sich angeblich der "Verantwortung" für Menschenrechte.

Die Friedensbewegung stellt sich dieser Entwicklung in den Weg durch Berufung auf das Völkerrecht; durch das Erkennen des Zusammenhangs von Katastrophen, Kriegen und Kapital; durch Kritik, Protest und praktischen Widerstand.

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PDF Icon Neue Macht - Neue Verantwortung - Elemente einer deutschen Außen- und Sicherheitspolitik für eine Welt im Umbruch - Ein Papier der Stiftung Wissenschaft und Politik SWP und des German Marshall Fund of the United States258.55 KB
PDF Icon Norman Paech - Einsatz bewaffneter deutscher Streitkräfte in Syrien - Eine verfassungs- und völkerrechtliche Analyse151.85 KB
PDF Icon Aussenwirtschaftsrecht - Grundsätze - Rüstungsexportpolitik - Politische Grundsätze der Bundesregierung für den Export von Kriegswaffen und sonstigen Rüstungsgütern90.12 KB
PDF Icon BMVg - Die Neuausrichtung der Bundeswehr - Nationale Interessen wahren – Internationale Verantwortung übernehmen – Sicherheit gemeinsam gestalten - Berlin, im März 2013 - 75 Seiten4.57 MB
PDF Icon GKKE Rüstungsexportbericht 20151008.84 KB
PDF Icon Rüstungsexportbericht 2015 - Zwischenbericht erstes Halbjahr der Bundesregierung über ihre Exportpolitik für konventionelle Rüstungsgüter - BMWI - Stand Oktober 2015271.72 KB
PDF Icon GKKE Rüstungsexportbericht 2014980.86 KB
PDF Icon Rüstungsexportbericht 2014 - Bericht der Bundesregierung über ihre Exportpolitik für konventionelle Rüstungsgüter - BMWI - Stand Mai 2015890.3 KB
PDF Icon GKKE Rüstungsexportbericht 2013926.69 KB
PDF Icon Rüstungsexportbericht 2013 - Bericht der Bundesregierung über ihre Exportpolitik für konventionelle Rüstungsgüter - BMWI - Stand Mai 20142.27 MB
PDF Icon Rüstungsexportbericht der Bundesregierung für 2013 - Kurzauswertung - wichtigste Fakten und Tabellen - Jan van Aken - MdB DIE LINKE. - 11_06_14332.99 KB
PDF Icon Munich Security Report 2016 - Boundless Crises, Reckless Spoilers, Helpless Guardians - Published on the Occasion of the MSC 2016 - 80 pages7.74 MB
PDF Icon Afrikapolitische Leitlinien der Bundesregierung - Auswärtiges Amt - Berlin 2014 - 17 Seiten345.42 KB
PDF Icon Herfried Münkler - DIE NEUEN KRIEGE. KRIEGE HABEN IHRE GESTALT FUNDAMENTAL VERÄNDERT - 7-seitiger Artikel in DER BÜRGER IM STAAT - 54. Jahrgang Heft 4 2004213.72 KB
PDF Icon Herfried Münkler - DIE NEUEN KRIEGE. PRIVATISIERUNG UND KOMMERZIALISIERUNG KRIEGERISCHER GEWALT UND IHRE FOLGEN - 6 Seiten Kurzfassung - Vortrag bei Berliner SPD am 26.03.200378.67 KB