► von Ulrich Gellermann / RATIONALGALERIE
Die gute alte MiG 29 [1], Stückpreis 30 Millionen Dollar, fliegt in der Ukraine immer noch. Aber weil das Land schon die letzte Gasrechnung nicht bezahlen konnte [Anm. Admin: die Ukraine hat einen Teilbetrag überwiesen [2], dies wurde von Russland bestätigt] und auch die nächste nicht wird bezahlen können, verkauft der ukrainische Staat in diesen Tagen drei der bewährten Jets an den Tschad. "Vor kurzem", schreibt die österreichische Zeitung DIE PRESSE [3], "sahen Planespotter (deren Hobby es ist Flugzeuge zu fotografieren) das erste dieser Flugzeuge von einem Flugfeld nahe Lemberg in der West-Ukraine abheben, neulackiert und mit den Hoheitsabzeichen der tschadischen Luftwaffe in Rot/Gelb/Blau." Im Tschad hungern die Menschen. In der Ukraine, wenn der Internationale Währungsfonds mit dem Land fertig ist, bald auch. Aber wen kümmert das, außer die Hungernden?
Die viel größere Sorge hat der Drohnen-Präsident Obama soeben entdeckt: Weil die Ukraine ihre MIGs verschleudern muss, will der US-Präsident jetzt eine Milliarde Dollar spenden. Für eine "Initiative zur Rückversicherung Europas". (⇒ Quelle: SPIEGEL ONLINE [4]) Natürlich erwartet der Friedensnobelpreisträger, dass die Europäer auch diese oder jene Milliarde locker machen. Denn ohne ein paar Kampfjets mehr, diese oder jene neue Korvette oder jede Menge prima Panzer könnten die Ost-Europäer einem Überfall durch Russland nicht standhalten. Und nachdem die "Obamacare" [5] (nach dem Präsidenten benanntes Gesetz zum Zugang zu einer Krankenversicherung) eher schlecht als recht läuft, steigt der Mann jetzt ins Waffengeschäft ein. Davon versteht er was. Immerhin hat er schon in seinem ersten Wahlkampf den Afghanistankrieg als "seinen" Krieg bezeichnet, war in Libyen an 50.000 Toten beteiligt, im syrischen Bürgerkrieg mischt er verdeckt mit, und wer in Pakistan oder Somalia mit den falschen Leuten vor der Moschee steht, kann jederzeit mit einer erstklassigen Drohne versorgt werden.
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