► von Eric S. Margolis
Die Präsidenten Barack Obama und Vladimir Putin waren wie Schiffe, die einander nächtens passieren, während sie sich beim G7-Gipfel in Paris aufhielten. Laut Berichten weigerte sich der amerikanische Präsident mit Putin zu dinieren, der von Frankreichs Präsident François Hollande im Rahmen der D-Day-Gedenkfeiern bewirtet wurde.
So musste also Hollande, der zur Zeit auf Diät ist, nachdem er von seinem Vorgänger Nicholas Sarkozy als „kleiner fetter Mann” bezeichnet worden war, zwei Rücken-an-Rücken-Diners geben: das erste für Obama, und das zweite, auf französisch delikat als „Souper“ oder kleineres Abendessen bezeichnet, für Vlad Putin, der ohnehin kein starker Esser oder Trinker ist.
Wie auffallend kindisch und dumm das alles doch war. Obama und Amerikas europäische Alliierte zeigen Putin die kalte Schulter wegen der Wiedereingliederung der Krim nach Russland, wozu sie 300 Jahre lang gehört hatte, und wegen Unruhestiftens in der östlichen Ukraine. Gleichzeitig sind militärische Kräfte der Vereinigten Staaten von Amerika aktiv oder stationiert in Afghanistan, Pakistan, Dschibuti, auf den Philippinen, im Jemen, in Somalia, Uganda, in der Zentralafrikanischen Republik, in Kolumbien, Kenia, Europa, Südkorea, Japan – in der Tat rund um den Erdball.
In Paris trafen sich die führenden europäischen NATO-Mitglieder einzeln mit Präsident Putin, während Washington sein großes Schmollen fortsetzte. Die Wirtschaft der Europäischen Union ist mit Russland zu verflochten, als dass sie sich ein politisches Theater leisten könnte.
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