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Startseite > Warum sind Russland und China (und der Iran) vorrangige Feinde der herrschenden Elite der USA?

 

► von John V. Walsh


Ist es nicht merkwürdig, dass die vorrangigen Feinde der Vereinigten Staaten von Amerika noch immer Russland und China sind, obwohl der Kalte Krieg schon lange vorbei ist? Das ist eine gute Frage, über die man angesichts Vladimir Putins Besuch bei Xi Jinping [1]in Peking nachdenken sollte.


Es besteht kein Zweifel, dass Russland und China in den Augen der imperialen Elite der Vereinigten Staaten von Amerika diesen Paria-Status innehaben. In den letzten Monaten haben wir gesehen, wie die USA versucht haben, Russland nach Osten zu stoßen und auseinanderzureißen. Zur gleichen Zeit durchquerte Obama Ostasien und versuchte, eine antichinesische militärische und wirtschaftliche Allianz im Westpazifik mit Japan als Angelpunkt zusammenzuheften. Es fällt in der Tat ins Auge, dass sich die USA mit Neonazismus in der Ukraine und japanischem Militarismus am anderen Ende Asiens verbündet haben. Das geschieht trotz der beträchtlichen Änderungen, die sowohl in Russland als auch in China stattgefunden haben, wobei keiner von den beiden noch behaupten würde, an einem antikapitalistischen Kreuzzug interessiert zu sein. Das einzige Land, das ihnen bezüglich der Schmach nahekommt, mit der sie vom Westen überhäuft werden, ist der Iran. Warum bleiben diese Länder, besonders Russland und China, die Feinde des Westens? Da der Kampf gegen den Kommunismus sowjetischer Prägung lange vorbei ist, ist der Grund dafür sicher kein ideologischer.

Dieses Rätsel findet seine Antwort in einer Andeutung Jean Bricmonts in seinem Buch „Humanitarian Imperialism“ (Humanitärer Imperialismus). Er beobachtet, dass die Hauptströmung der politischen Entwicklung in den letzten 100 Jahren nicht die Niederlage des Faschismus oder der Fall des Kommunismus sowjetischer Prägung war, sondern der Kampf gegen den Kolonialismus des Westens. Und dieser Kampf ist bei weitem nicht vorbei, denn der größte Teil der Welt unterliegt nach wie vor der totalen oder teilweisen Beherrschung durch den Westen, ein Zustand, den Sartre [2] und Nkrumah [3] als Neokolonialismus [4] bezeichneten. Die kolonialisierten Völker der Welt, die überwältigende Mehrheit der Menschen leben noch immer unter den schlechtesten materiellen Bedingungen. Ursprünglich beschrieb Nkrumah den Neokolonialismus folgendermaßen:

 

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Links
[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Xi_Jinping
[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Sartre
[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Kwame_Nkrumah
[4] http://de.wikipedia.org/wiki/Neokolonialismus
[5] http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/warum-sind-russland-und-china-und-der-iran-vorrangige-feinde-der-herrschenden-elite-der-usa