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Startseite > Politik der #Armut: Der Skandal wird zum Normalzustand.

 

► von Georg Rammer / Zweiwochenschrift Ossietzky


Bundesarbeitsministerin Nahles [1] (SPD) meint, der Armutsbegriff führe in die Irre. Wenn nämlich der Wohlstand in Deutschland plötzlich explodieren würde, bliebe das Ausmaß der relativen Armut immer noch gleich. Sie hat – in einem anderen Sinn als beabsichtigt – recht: Denn von wachsendem Wohlstand haben in den letzten zwanzig Jahren Reiche weit überproportional profitiert, während die Armut sogar zunimmt und die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird – da helfen auch keine statistischen Tricks.

Allerdings schaffen es Meldungen über das Heer benachteiligter Kinder und ihrer Eltern, die soziale Spaltung der Länder oder die Mahnungen von Sozialverbänden, daß mit »Hartz IV« kein menschenwürdiges Leben zu führen ist, kaum auf die Titelseite der Zeitungen. Der Skandal wird zum Normalzustand.

Arm sein in einem reichen Land: Das bedeutet nicht Verhungern, aber Ausschluß und Demütigung. Nach der statistischen Festlegung gilt ein Mensch als »relativ arm«, wenn er oder sie weniger als 60 Prozent des Median-Einkommens zum Leben hat. Median bedeutet: Die Hälfte der einbezogenen Personen liegt mit dem Einkommen unterhalb des Medians, die Hälfte darüber. Wie hoch das Einkommen aber tatsächlich ist, fließt nicht in die Berechnung ein. In der Tat führt der Median in die Irre, aber ganz anders als Frau Nahles suggerieren will.

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Links
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Andrea_Nahles
[2] http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/klage-gegen-israels-regierungschef-netanjahu-chile-eingereicht
[3] http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/politik-der-armut