► von Jo Menschenfreund
Donald Trump, der derzeit im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikanischen Partei [1] in den USA, in Umfragen und Vorwahlen führt, erklärte, dass die Bush-Regierung die USA in den Krieg gegen den Irak gelogen hätte. Nun weiß das in Europa wohl jeder, in den USA jedoch wird es als die Verletzung einer unausgesprochenen Regel angesehen: Vergangene Präsidenten der eigenen Partei zu kritisieren.
Trump nimmt aber in keiner Hinsicht Rücksicht auf politische Korrektheit, weil er, wie er sagt, keine Zeit dazu hat. Nun mag man seine anderen Äußerungen mit Kopfschütteln oder Abscheu verfolgen. In diesem einen Fall hat er nicht nur Recht, sondern streut Salz in eine Wunde und könnte eine Diskussion lostreten, die größer ist, als die meisten anderen Diskussionen, die aus dem derzeitigen Präsidentschafts-Wahlkampf resultieren.
Trump hat unzweifelhaft den Verdienst, darauf hinzuweisen, dass die Elite der USA jede Verantwortung dafür ablehnt, den Mittleren Osten in einen Dschungel von Blut und Tod verwandelt zu haben. Trump hat das Pflaster herunter gerissen, das über die Lügen des Irak-Krieges geklebt worden waren. Auf beiden Seiten der beiden großen Parteien heulen die Protagonisten auf.
Auf der Seite der rechten Neokonservativen [2] z.B., regt sich William "Bill" Kristol [3] auf, obwohl man sich fragt, wie er dazu kommt sich darüber zu echauffieren, dass niemand ihm oder den anderen Neokonservativen zur Hilfe kommen mag, betrachtet man die Lügen, mit denen die USA und ihre Verbündeten auf einen zerstörerischen Weg geführt worden waren. Einen Weg, den Lt. Gen. William E. Odom [4] (Ret.), das Schlimmste strategische Desaster in der Geschichte [der USA], nennt.
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