► von Katerina Selin / wsws.org
Nachdem sich die Vertreter der Europäischen Union (EU) beim Gipfel in Brüssel am 7. März auf eine Abschottungspolitik gegen Flüchtlinge geeinigt haben, setzt Griechenland jetzt die EU-Linie im eigenen Land um. Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras [1] und seine Syriza [2]-Regierung spielen eine Schlüsselrolle dabei, die Festung Europa abzusichern.
Ein Tag nach dem Brüsseler Gipfel reiste Tsipras nach Izmir [3] und traf dort seinen türkischen Amtskollegen Ahmet Davutoğlu [4] zum „4. hochrangigen griechisch-türkischen Kooperationsrat“. Die drittgrößte türkische Stadt liegt an der Küste der Ägäis [5], wenige hundert Kilometer von den griechischen Inseln Chios [6] und Lesbos [7] entfernt und damit mitten im Zentrum der Flüchtlingsrouten.

Griechenland und die Türkei, die außenpolitisch in ständigem Konflikt stehen, übten in Izmir den Schulterschluss in Fragen der Flüchtlingspolitik und der wirtschaftlichen Kooperation. Tsipras und Davutoğlu lobten in hohen Tönen ihre gemeinsame Haltung in der Flüchtlingskrise, sprachen sich wie zwei alte Kumpanen mit „lieber Alexis“ und „mein Freund Ahmet“ an und verteilten anlässlich des Weltfrauentags mit strahlenden Gesichtern rote Rosen an Journalistinnen.
❖ [8]weiterlesen [9]