Erich-Fromm-Spezial

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Erich Fromm - eine Würdigung seines Wirkens

Erich Fromm (* 23. März 1900 in Frankfurt / M.- † 18. März 1980 in Muralto, Tessin) ist als einer der bedeutendsten Humanisten und Analytiker des 20. Jahrhunderts bekannt. Als Psychoanalytiker, Sozialpsychologe und Gesellschaftskritiker schrieb er mit großer Leidenschaft beeindruckende Werke, welche bis heute absolut nichts an Aktualität eingebüßt haben – ganz im Gegenteil!

Fromm war ein weiser Vordenker und Visionär mit geradezu verblüffenden Fähigkeiten, die Entwicklung der Gesellschaft so genau vorhersagen zu können, daß man sich heute – Jahrzehnte nach den Veröffentlichungen – geradezu ertappt fühlt und in einen vorgehaltenen Spiegel blickt.

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Erich Fromm 1974

Photograph: Müller-May. © Deutsche Verlags-Anstalt

Seine Beschreibung eines »neuen Menschen und einer neuen Gesellschaft« ist eine durchdringende Vision eines humanistischen Sozialismus, der sich an die Antwort auf die einfachste aber auch paradoxeste aller menschlichen Fragen hält – die Bedeutung des Seins.

Fromms Theorie ist eine einzigartige Verbindung von Freud und Marx. Freud betonte die Steuerung des Menschen durch das Unbewußte, biologische Triebe, Repression etc., während Marx die Abhängigkeit von der Gesellschaft und speziell vom jeweiligen Wirtschaftssystem in den Vordergrund stellte. Fromm als Humanist baute zwischen diesen beiden Extremen eine Brücke – den Gedanken der Freiheit. Durch die Willensfreiheit des Menschen wird es möglich, die Determinismen von Freud und Marx zu transzendieren.

Erich Fromm erhebt die Freiheit zum zentralen Kriterium der menschlichen Natur. Er greift die grundlegenden Thesen von Marx und Engels auf und erklärt auch den Dogmatismus und den naiven Optimismus der beiden zum Irrtum. Fromm zieht korrekte Schlüsse aus den kommunistischen Thesen und verweist auch auf ihre Fehler. Drauf aufbauend, erschafft er ein Modell für die zukünftige Gesellschaft, was sich nur wenige trauen. Wir haben versucht, den Geist Erich Fromms in einem Überblick zusammen zu fassen, was aufgrund seiner Vielschichtigkeit nicht einfach ist:

Sich selbst kategorisiert Fromm als „Nichttheisten“ mit Neigung zur Mystik sowie als evolutionären und sozialistischen Humanisten, was den Schwerpunkt ausmacht. Er entstammt einem orthodoxen jüdischen Elternhaus, wovon er sich später distanziert hat - wie auch von anderen dogmatischen Religionen. Im Verlaufe seines Lebens hat er eine starke Hilfestellung aus Meditation sowie dem Zen-Buddhismus bezogen.

Seine humanistische Grundeinstellung kann man in seinem „Credo eines Humanisten“ von 1965 nachverfolgen. Deshalb kann im Zusammenhang mit Erich Fromm nicht genug betont werden, daß sein Ideal sich als der  konkret erlebte Glaube an den Menschen im Sinne des Humanismus präsentiert.

Um Fromm zu verstehen, ist es auch von grundlegender Wichtigkeit, daß man seine Orientierung an Meister Eckardt zum einen und Spinoza sowie Karl Marx auf der anderen Seite analysiert. Seine Ideen und Definitionen zu „Haben“ und „Sein“ haben hier ihren Ursprung. Auch ein Albert Schweitzer muß an dieser Stelle genannt werden, der ein Geistesbruder von Erich Fromm hinsichtlich der Bejahung des Lebens, des Menschen und der Liebe ist. „Als Kinder der Evolution sind auch wir bloß Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will“ (Zitat Albert Schweitzer),

Grundsätzlich ist das Wirken Fromms als eine feldübergreifende Arbeit in den Bereichen Individualpsychologie-/Psychiatrie und Sozialpsychologie zu bezeichnen, die Fromm als unzertrennliche Einheit ansieht und wobei unausweichliche Interpendenzen bestehen. Wer den Menschen in seiner Ganzheit erklären will, darf sich nicht vor den gesellschaftlichen Realitäten drücken. Diese gleichwertige Bedeutung gesellschaftlicher Komponenten im Vergleich zur Individualbiografie des Menschen ist eine Komponente, die sich wie ein roter Faden durch sämtliche Werke Fromms hindurch zieht. Dabei steht stets die Befreiung des Menschen von seinen Abhängigkeiten und Fremdbestimmungen im Vordergrund. Eine Parallele dazu stellen auch die symbiotisch-destruktiven menschlichen Beziehungen und Verstrickungen dar, zu deren wissenschaftlicher Aufarbeitung er ebenfalls einen wesentlichen Beitrag geleistet hat.

Das heißt, daß Fromm davon überzeugt ist – wie auch Karl Marx, den er sehr schätzt – daß die Gesellschaft mit ihren Normen einschließlich des Wirtschaftssystems für eine entscheidende Mitprägung bei der Ausbildung des menschlichen Charakters sowie der Verhaltensweisen verantwortlich gemacht werden muß. Genau wie Marx stellt er die Befreiung des Menschen von seinen inneren Zwängen sowie die Entfremdungstendenzen der Arbeit im kapitalistischen Wirtschaftssystem in den Vordergrund. Der Mensch als Individuum ist ergo niemals alleine haftbar zu machen für seine Handlungen.

Insofern hat Fromm bereits in den 40er Jahren den sogenannten „Gesellschaftscharakter“ neben den individuellen Charakter gestellt und heraus gearbeitet. Besondere Aufmerksamkeit hat er dabei dem von ihm geprägten Begriff „Marketingcharakter“ gewidmet, der nach seiner und meiner Meinung ein Wesenszug der kapitalistischen Wirtschaftsgesellschaft ist. Auch der Terminus „homo oeconomicus“ stammt von Fromm bzw. ist er von ihm erst einer größeren Öffentlichkeit publik gemacht worden. Damit kritisiert er in schärfster Form den Materialismus, die mechanistische Lebenseinstellung, die einseitige Konsumorientierung sowie die  Ökonomisierung des Menschen incl. existenzieller öffentlicher Einrichtungen.

Bei Fromm spielen die Begriffe „Nekrophilie“ (Neigung zum Toten bzw. zum nicht Lebendigen) und „Destruktivität“ einer übergeordnete Rolle bei der Charakterbildung – und zwar bei der individuellen sowie der gesellschaftlichen, die Hand in Hand gehen und sich gegenseitig bedingen. Diese negativen menschlichen Antriebe ordnet Fromm eindeutig dem kapitalistischen Wirtschaftssystem zu, wodurch der Mensch in seiner biophilen (Biophilie = Liebe zum Leben - bei Fromm das Gegenteil der Nekrophilie) Entfaltung gehindert wird und seine ihm innwohnenden Potenziale nicht verwirklichen kann. Die Begriffsbildung des „Habens“ integriert Fromm ebenfalls dem aus dem Kapitalismus resultierenden materialistischen Wertekanon.

In diesem Zusammenhang taucht bei Fromm auch schon sehr früh (ebenfalls in den 40er Jahren) die Begrifflichkeit der „Pathologie der Normalität“ auf. Ein Buch Fromms heißt dann auch passend „Wege aus einer kranken Gesellschaft“ (1955 !!!) – und als Ursache für die pathologischen Befunde macht Fromm eindeutig die kapitalistische Konsumgesellschaft mit ihrem Wachstumswahn aus. Fromm war also einer der frühesten und vehementesten Kapitalismuskritiker!

Der Sündenfall bzw. die Vertreibung aus dem Paradies steht für Fromm symbolisch für die Weckung des Bewußtseins des Menschen und seine Befreiung aus der Abhängigkeit Gottes bzw. der Urmutter und nicht als Erbsünde. Die Freiheit, die der Mensch seitdem genießt, hat jedoch einen hohen Preis: die Wahl- und Willensfreiheit zwischen Gut und Böse. Daraus ergibt sich für den Menschen ein ewiger Zwiespalt, der sich in einem ständigen Kampf zwischen den beiden Seelen in seiner Brust äußert, sowie eine tägliche Gratwanderung und Gewissensabwägung erfordert.

Ein Motiv, das für Fromm an hervorragender Stelle steht, ist der menschliche Antrieb zur konstruktiven Aktivität. Dieser ist gemäß seiner festen Überzeugung dem Menschen immanent und bedarf grundsätzlich keiner Motivation von außen, falls das soziale Umfeld stimmig ist. Aus diesem Grunde sind auch nur anerkennende und aufmunternde Gesten hilfreich, um einen Menschen anzuregen, Positives zu schaffen -  Sanktionen und Strafen sind total kontraproduktiv!

Die natürliche Motivation des Menschen, etwas zu bewirken, hat ihre logische Konsequenz darin, auch Veränderungen zu suchen und nicht still zu stehen. Zu diesem Zweck ist nach Fromm guter Wille und Vernunft eingefordert, wobei die beiden zugrunde liegenden Stufen durchlaufen werden müssen:

-Deutung der Welt

-Wunsch zur Veränderung und zum Finden des Weges

Bei Punkt eins zu verharren wäre dabei nutzlos – und Punkt 2 anzugehen, ohne die Deutung zu berücksichtigen, wäre gleichbedeutend mit Blindheit!

Eine übergeordnete Stellung in Fromms Ansichten und Leben nahm der Begriff der Liebe ein, der einmal als den „Hauptschlüssel“ für ein selbstbestimmtes und kreatives Leben bezeichnete. Liebe verstand er als eine produktive (Produktivität hat in Fromms Terminologie nichts mit der ökonomischen Variante dazu zu tun) Orientierung. Die Liebe in ihren verschiedenen Formen und Ausprägungen ist die Reflexion unserer selbst auf andere und umgekehrt. Nur durch die Liebe kann der Mensch seinen Fall in das Bewußtsein und damit seine Abgetrenntheit von der Natur überwinden. Die Liebe ist – wie es in einem französischen Lied heißt: „das Kind der Freiheit – niemals das der Beherrschung“.

Der freie Wille ist nach Fromm nur bedingt frei, weil er beeinträchtigt und abhängig ist von seinem Milieu, in dem er lebt – von der näheren Umgebung wie der Familie sowie dem gesellschaftlichen Kontext. Deshalb kann der Mensch den Kampf für ein erfülltes, verantwortliches und sinnvolles Leben, das seinem eigenen und dem Wohle der Allgemeinheit dient, nicht immer gewinnen. Das wiederum hat zur Folge, daß es moralisch nicht opportun ist, Menschen vorzuverurteilen, weil sie von anderen vorformulierte Ziele nicht erreicht haben.

Fromm interessiert sich in erster Linie für das, was den Menschen antreibt und auf der anderen Seite für das Wesen des Menschen, also das, was den Menschen als immanente Motivation in die Wiege gelegt wurde. Erich Fromm ist kein Behaviorist – das Verhalten des Menschen ist für ihn nur eine Folge dieser Ausgangsfaktoren.

Eines der Reizworte, die untrennbar mit Begriffen wie Chancengleichheit / Chancengerechtigkeit verbunden sind, ist die Mitverantwortung. Es besteht nämlich ein großer Unterschied, ob ein Gesellschaftssystem nur eine theoretische Chancengleichheit anbietet, oder ob eine praktische Chancengerechtigkeit gewährleistet wird. Aus Fromms Arbeiten resultiert zwangsläufig, daß es eine insbesondere gesellschaftliche Gleichheit in der Realität nicht gibt, da die Ausgangsbedingungen junger Menschen je nach Geburtsfamilie und sozialem Umfeld enorm differieren. Wenn der Staat hier nicht regulierend eingreift, um diese Ungleichgewicht zumindest zu teilweise auszugleichen, wird sich niemals nur eine Annäherung an chancengerechte Verhältnisse ergeben.

Im Mittelpunkt seines Erkenntnisprozesses steht für Fromm die conditio humana. „Jeder einzelne Mensch trägt die Menschheit in sich. Die conditio humana ist eine und dieselbe für alle Menschen …“ so drückt es Fromm selbst aus. Aus dieser Einsicht erwächst die conditio sine qua non, woraus die Einsicht wächst, daß eine Chancengerechtigkeit nicht verwehrt werden darf.

Erich Fromm muß man auch als einen radikalen Pazifisten einordnen, der sich immer gegen  Atomwaffen aussprach und in Kauf genommen hat, daß man ihn in der Zeit des Kalten Krieges und der Mc Carthy-Ära, als er in den USA und Mexiko zu Hause war, als kommunistischen Umtriebler anfeindete.

In einem seiner maßgeblichen Werke „Anatomie der menschlichen Destruktivität“ beschäftigt Fromm sich eingehend mit der Aggression. Dabei präzisiert er Krieg als „instrumentelle Aggression“, was nichts Anderes bedeutet, daß diese Aggressionsform keine angeborene Neigung zu destruktiven Instinkten impliziert. Sie beruht ganz einfach nur auf materiellen, charakterlichen und gesellschaftlichen Auslösern, weshalb kriegerische Auseinandersetzungen auch – unter Einsatz von Vernunft und gutem Willen - zu vermeiden sind. Diese Beweisführung gelingt ihm auch im o. a. Werk, das mit einem Epilog mit dem Titel „Über die Zwiespältigkeit der Hoffnung“ abgeschlossen wird.

Ich glaube, daß dieser Epilog, der sich mit Begrifflichkeiten wie

-Utopie und Realismus

-Optimismus und Pessimismus

-rationalem und irrationalem Glauben auseinander setzt

sehr stark zum Eindruck des Gesamtbildes und der Denkweise von Erich Fromm beitragen kann. Im übrigen zieht Fromm darin das Fazit, daß man weder mit Optimismus oder Pessimismus zum Gelingen seiner selbst und der Welt beitragen kann, sondern nur mit rationalem Glauben und radikalem Denken und Handeln.

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Erich Fromm 1970

Photographin: Liss Goldring. © Erich Fromm Estate.

Fromm verbindet Eigentum zwangsläufig mit seinen sozialen Verpflichtungen (siehe Grundgesetz) und betrachtet speziell das „tote“ nicht-funktionale Eigentum kritisch und im Zusammenhang mit seiner nekrophilen Definition. Hier ein Originalzitat Fromms in diesem Kontext: „Funktionales Eigentum ist ein existenzielles und aktuelles Bedürfnis des Menschen; institutionalisiertes Eigentum hingegen befriedigt ein pathologisches Bedürfnis, das durch bestimmte sozio-ökonomische Umstände bedingt wird.“ (aus „Vom Haben zum Sein“).

Daraus folgert für Fromm, daß der Mensch aufgrund seiner Menschenwürde mittels seiner Geburt einen Anspruch darauf besitzt, daß die Gesellschaft / Gemeinschaft ihm eine Existenzbasis zubilligt, die ihm eine Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht. Voraussetzung dabei ist lt. Fromm, daß er darum nicht betteln muß und auch keinerlei Vorbedingungen verlangt werden – z. B. in Form der Ableistung irgendwelcher (Zwangs-) Arbeit.

Was  große Relevanz besitzt, das ist die Frommsche Auslegung des Freiheitsbegriffs. An mehreren Stellen – so auch im bekannten „Haben oder Sein“ und natürlich in „Die Furcht vor der Freiheit“ unterscheidet er


-Freiheit von:  inneren Bindungen und Abhängigkeiten

-Freiheit zu:   Kreativität und Verantwortungsbewußtsein


„Der Kampf für die Freiheit“ wird also in erster Linie nicht gegen äußere Feinde und Autoritäten sondern gegen die innere Autorität geführt, der wir uns sozusagen „freiwillig“ unterworfen haben.

In „Die Furcht vor der Freiheit“ erläutert Fromm den im Zusammenhang mit der phylogenetischen Bewußtwerdung des Menschen (nachzuvollziehen auch an der Individualentwicklung des Kindes) den dialektischen Prozeß der Loslösung von primären Bindungen, der zu einem Gefühl von Ohnmacht und Angst führt. Wenn die automatisch erfolgende Individuation des Menschen nicht mit einem adäquaten Wachstums des Selbst harmoniert (was meist aufgrund der soziopsychologischen Bedingungen der Umwelt nicht der Fall ist), ist der Mensch mit seiner Freiheit des Handelns überfordert und sucht nach Fluchreaktionen. Diese bieten sich ihm in zweierlei Hinsicht in einer selbst auferlegten Unterwerfung: zum einem unter die gesellschaftlich vorgegebenen Normen als Konformität und/oder unter autoritäre Strukturen bzw. Führungspersonen.

Das neben der „Die Kunst des Liebens“ wohl meistgelesene Werk Fromms ist „Haben oder Sein“. Teil des Gesamtmanuskripts beinhaltete ursprünglich auch „Vom Haben zum Sein“, wurde aber von Fromm vor der Drucklegung aus Kürzungsgründen herausgenommen und von Dr. Rainer Funk 1989 erstmals als Band 1 der nachgelassenen Schriften von Fromm veröffentlicht. Diese Büchlein bilden zwar im Vergleich zum Gesamtwerk Fromms lediglich einen geringen Anteil davon, aber trotzdem beinhalten sie einen Querschnitt und eine Essenz des Gesamtwerks. Für denjenigen, der nicht tiefer in die Materie eindringen möchte, bilden sie daher eine guten und ausreichenden Fundus.

Wir haben es also bei Fromm sowohl um einen genialen Vordenker als auch um einen Mittler und Integrator zu tun, der uns für unseren individuellen Lebensweg Anregungen und Hilfestellung geben kann.




Fromms Werke sind geprägt von:

  • tiefsinnigsten und treffendsten Gesellschaftsanalysen
  • bestechenden wie kritischen Psychogramme der Menschen
  • tiefen Einblicke in die Seele des Menschen
  • scharfer Kritik an der Oberflächlichkeit des modernen Menschen und dem Wertesystem des Kapitalismus, in dem er eine eklatante Gefahr für die Freiheit des Individuums und den wesentlichen Werten des Lebens sieht
  • analytischer Stringenz und Substanz inhaltlicher Argumentation
  • dem schriftstellerischen Geschick, seine Einsichten in das Alltagsleben des Menschen in praktische Weisungen umzusetzen
  • thematischer Breite, welche die Vielseitigkeit des Frommschen Denkens spiegelt


Dieser erfahrene Analytiker und gedankenreiche Beobachter der Menschenwelt lässt seine fünfzig jährige Erfahrung der analytischen Soziologie und Charaktertheorie einfließen und ist dabei leidenschaftlich engagiert. Er wendet sich an Leser, die sich engagieren lassen. Seine Schriften sind für denkende Leser eine Quelle immens aktueller Inspiration und Horizonterweiterung.

 

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Erich Fromm 1975

Photograph: Müller-May. © Deutsche Verlagsanstalt.

Fromm versteht es, hoch differenzierte Theorien, komplizierte Sachverhalte und fundamentale Erkenntnisse in verständliche Sprache zu kleiden und sehr anschaulich zu beschreiben. Er verzichtet auf komplizierte wissenschaftliche Ausdrucksweisen und auf Freud'sche Diktion, was das Verständnis ungemein erleichtert. Er ist kein reiner Theoretiker und als Menschfreund emotional und emphatisch am Wohlergehen des Menschen interessiert. Es gelingt ihm immer wieder, daß man sich durch seine Ausführungen selbst erkennt und sein innerstes – bisher unerkanntes – Wesen endeckt. Deshalb stellen seine Bücher für den Veränderungswilligen auch ein echtes Medium zur Selbsthilfe dar und heben sich eindeutig von der kommerziellen Lebenshilfe-Literatur ab.

Es wäre ein großes Versäumnis unsererseits, wenn wir in diesem Rahmen nicht die Person von Dr. Rainer Funk, (Foto unten) Tübingen, erwähnten und würdigten, der zum einen der letzte persönliche Mitarbeiter Erich Fromms war und sein Nachlaßverwalter geworden ist, und der zum anderen auch aktiv als Autor die Gedankengänge Fromms weiterentwickelt, auf die heutige Zeit überträgt und – nicht zuletzt – auch eigenständige Theoreme einbringt. Wir durften Dr. Funk während eines Vortrages an der Uni Trier persönlich kennenlernen und schätzen ihn sehr als liebenswerten, kompetenten und engagierten Mensch.

All das ringt uns - den Initiatoren des KRITISCHEN NETZWERKS Helmut Schnug und Peter A. Weber - großen Respekt und demütige Wertschätzung ab. Wir bitten daher die Besucher dieser Seite eindringlich, sich mit Erich Fromm und seiner Literatur auseinanderzusetzen. 

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Literaturempfehlungen - ausgewählte Werke v. Erich Fromm (►) und Dr. Rainer Funk ()

Haben oder Sein - Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft klick hier

Vom Haben zum Sein - Wege und Irrwege der Selbsterfahrung klick hier

Die Kunst des Liebens klick hier

Die Seele des Menschen: Ihre Fähigkeit zum Guten und Bösen klick hier

Anatomie der menschlichen Destruktivität klick hier

Wege aus einer kranken Gesellschaft - Eine sozialpsychologische Untersuchung klick hier

Den Menschen verstehen: Psychoanalyse und Ethik klick hier

Die Furcht vor der Freiheit klick hier

Jenseits der Illusionen: Die Bedeutung von Marx und Freud klick hier

Humanismus als reale Utopie - der Glaube an den Menschen klick hier

Über den Ungehorsam klick hier

Die Pathologie der Normalität: Zur Wissenschaft von Menschen klick hier

Was den Menschen antreibt klick hier 

Schriften über Sigmund Freud klick hier

Sigmund Freuds Psychoanalyse. Größe und Grenzen  klick hier

Ihr werdet sein wie Gott. Eine radikale Interpretation des Alten Testaments und seiner Tradition klick hier

Das Menschenbild bei Marx. Mit den wichtigsten Frühschriften von Karl Marx klick hier

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Mut zum Menschen - Erich Fromms Denken und Werk, seine humanistische Religion und Ethik klick hier

Ich und Wir. Psychoanalyse des postmodernen Menschen  klick hier

Erich Fromm - Liebe zum Leben. Eine Bildbiografie klick hier

Erich Fromms kleine Lebensschule klick hier

Der entgrenzte Mensch. Warum ein Leben ohne Grenzen nicht frei, sondern abhängig macht  klick hier

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Die "Erich Fromm Gesamtausgabe" als deutsche E-Book-Ausgabe, erschienen 9/2016. Herausgegeben von Rainer Funk, Fromms Nachlass- und Rechteverwalter, der bereits 1980 und 1999 die gedruckte Gesamtausgabe herausgegeben hat. ISBN: eBook 978-3959122078, Format: ePUB. eBook für nur 119,99 €. Die digitale Gesamtausgabe der Werke Fromms bietet eine ganze Reihe von Neuerungen und Besonderheiten:

erich_fromm_digitale_gesamtausgabe_rainer_funk_kunst_des_liebens_vom_haben_zum_oder_sein_kritisches_netzwerk_psychoanalyse_ungehorsam_seele_humanismus_destruktivitaet_pathologie.jpgdie digitale Ausgabe ist noch umfassender als die 12-bändige Printversion der Erich Fromm Gesamtausgabe aus dem Jahr 1999;

insgesamt sind 80 Titel neu hinzugekommen. Darunter sind eine Reihe von wichtigen Schriften, die Rainer Funk, der Herausgeber der „Erich Fromm Edition“, erst in den letzten Jahren entdeckt hat; auch werden nun sämtliche kurzen und kleinen Beiträge (wie Buchbesprechungen oder Vorworte von Fromm) zugänglich gemacht;

die „Edition Erich Fromm“ enthält alle Monographien Erich Fromms (wie etwa Die Kunst des Liebens oder Vom Haben zum Sein) sowie alle Artikel, Interviews & sonstigen Beiträge, die auch in der gedruckten Gesamtausgabe enthalten sind;

zusätzlich werden aber auch die von Erich Fromm selbst oder posthum veröffentlichten Sammelbände als E-Books angeboten (etwa Das Christusdogma und andere Essays oder Über den Ungehorsam und andere Essays);

wie die gedruckte Gesamtausgabe so enthalten auch die digitalen Ausgaben editorische Anmerkungen, die über die Entstehung eines Titels Auskunft geben, Erläuterungen bieten, konkrete Hintergründe benennen und Hinweise auf andere Schriften Fromms oder auf wichtige Sekundärliteratur geben. Die Anmerkungen des Herausgebers wurden für die digitale Ausgabe aktualisiert und ergänzt;

die digitale Ausgabe nutzt die technischen Möglichkeiten der Digitalisierung und der elektronischen Medien: Die Bücher und Artikel sind auf den unterschiedlichsten Readern und Medien lesbar;

mit Suchroutinen lassen sich Personen, Begriffe und Textpassagen finden;

Querverweise innerhalb der Schriften, zu den Literaturangaben und zu den Anmerkungen des Herausgebers können direkt genutzt werden;

die digitale Ausgabe ist (auch für wissenschaftliche Publikationen) zitierfähig, weil jeweils gekennzeichnet ist, auf welcher Seite, in welchem Band der gedruckten Erich Fromm Gesamtausgabe in zwölf Bänden von 1999 der Text des E-Books steht. Hierfür werden im E-Book die Seitenwechsel der gedruckten Ausgabe angezeigt. So bedeutet etwa der im fortlaufenden Text eingestreute Klammerinhalt [XI-367], dass an dieser Stelle die Seite 366 von Band XI der gedruckten Gesamtausgabe auf die S. 367 wechselt. (Da die E-Book-Ausgabe auch Texte enthält, die nicht in der gedruckten 12-bändigen Gesamtausgabe stehen, wurde für diese Texte ein virtueller Band 10 geschaffen; in der physischen Ausgabe ist Band 10 ein Registerband).

Die großen Möglichkeiten einer digitalen Ausgabe kommen mit der Erich Fromm-Gesamtausgabe als ein E-Book erst richtig zum Vorschein:

in ihr können alle editorischen Hinweise genutzt werden;

man kann per Link von einer Schrift zu einer anderen Stelle in einem anderen Werk springen (wobei auch der Weg zurück gewährleistet ist);

man kann im gesamten Werk nach Titeln, Autoren, Namen, Begriffen und Textstellen suchen und so sofort herausfinden, ob sich Fromm zum Beispiel mit Viktor Frankl befasst hat und, wenn ja, in welcher Ausführlichkeit; oder man kann Zitate suchen, ihren Kontext sichtbar machen oder die Fundstelle für den Zitatnachweis ermitteln;

Die Preise der E-Books sind bewusst moderat gehalten. Kleinere Veröffentlichungen sind in Miszellenbänden zusammengefasst, und können nur als Sammlung erworben werden. So kosten die 35 Buchbesprechungen, die Erich Fromm verfasst hat, gerade mal 3,99 Euro als E-Book.

Einige Artikel, die für das Werk und das Verständnis von Fromm besonders wichtig sind, können als E-Book gratis erworben werden. Im einzelnen sind dies die Artikel: Der Mensch ist kein Ding (1957a), Psychologische Aspekte zur Frage eines garantierten Einkommens für alle (1966c), Über meinen psychoanalytischen Ansatz (1990d), Credo eines Humanisten (1992q), Die Faszination der Gewalt und die Liebe zum Leben (1967e), Das Wesen der Träume (1949a) und Der kreative Mensch (1959c).

Viele Nutzer des Internets haben inzwischen Vorbehalte gegen Amazon und Co. wegen deren marktbeherrschender Position sowie den Ausbeutungspraktiken gegenüber den Autoren und den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Um dem entgegenzuwirken, hat der Herausgeber der „Erich Fromm Edition“, Rainer Funk, entschieden, dass sämtliche E-Books direkt beim Hersteller erworben und bezahlt werden können. Der Weg dorthin ist ganz einfach. Auf der offiziellen Fromm-Website sind sämtliche Titel aufgezählt und direkt mit OPEN PUBLISHING verlinkt. Und hier der direkte Weg zur Erich Fromm-Gesamtausgabe - weiter.


 

Empfehlenswerte Seiten:

  • Die offizielle Erich-Fromm.de-Seite. Im Menü *Leben und Werk* findet man u.a. Schriftenverzeichnisse mit PDF-downloads, eine tabellarische Biografie etc. hier bitte klicken
  • Die Seite der Erich-Fromm-Gesellschaft ist hochinteressant. Neben Information zur Gesellschaft selbst und der Möglichkeit, sich in Arbeitskreisen aktiv einzubringen, gibt es Hinweise zu Veranstaltungen Vor allem der Bereich Publikationen/Downloads möchten wir explizit empfehlen. In einer Übersicht über die seit 1997 jährlich erscheinenden Magazine „Fromm Forum“ kann man durch Anklicken der einzelnen Ausgaben deren Inhalte am PC lesen oder sie sich via PDF-Download auf seinen Rechner laden und ggf. ausdrucken. hier bitte klicken