Cola-Kommentar von André Schürrle entlarvt „Doppelmoral“ des DFB

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Marie-Luise Volk
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Cola-Kommentar von André Schürrle entlarvt „Doppelmoral“ des DFB
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Cola-Kommentar von André Schürrle entlarvt „Doppelmoral“ des DFB


Nationalspieler müssen für Produkte werben, die sie selber nicht empfehlen



Berlin, 14. Juni 2016. Die Verbraucherorganisation foodwatch wirft dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) eine Doppelmoral bei seinen Werbeverträgen mit Coca-Cola, Ferrero und McDonald's zur Fußball Europameisterschaft vor. Weder eigene Spieler noch der Koch der Nationalmannschaft empfehlen den Verzehr jener Produkte, für die das Team Kindermarketing betreiben muss.

Nationalspieler André Schürrle erklärte kürzlich auf einer Pressekonferenz im französischen Évian, es gebe „keine Chips und keine Cola“ für die Mannschaft, sondern „eher gesunde Sachen“. Schürrle ziert ein EM-Werbeplakat von Coca-Cola, dem Weltmarktführer für Zuckergetränke. Der Team-Koch Holger Stromberg machte gegenüber foodwatch deutlich, dass er überwiegend stilles Wasser und Tee serviere – und nur gelegentlich eine „selbst gemachte Limonade“.
 

 

Dem DFB ist der Profit wichtiger als das Gemeinwohl. Die deutschen Nationalspieler müssen für zuckrige Cola werben, obwohl sie selbst von dem Verzehr abraten“, erklärte Oliver Huizinga, foodwatch-Experte für Lebensmittelmarketing.

Der DFB unterhält während der EM 2016 Werbeverträge mit Coca-Cola, Ferrero und McDonald’s. Seit mehreren Wochen druckt Coca-Cola die Gesichter der deutschen Nationalspieler auf ihre Cola-Dosen unter dem Motto: „Hol Dir das Team auf 24 Sammeldosen“. foodwatch kritisierte die Kampagne als verantwortungsloses Kindermarketing für ungesunde Lebensmittel. [Kritik M.-L. Volk: Solche Produkte als Lebensmittel zu bezeichnen, ist irreführend und falsch! Foodwatch sollte den Unterschied zwischen Lebensmitteln und Nahrungsmittel kennen!]. Der DFB mache sich zum „Diabetes Förder-Bund“. Der Sportverband torpediere die Bemühungen zahlreicher Eltern und Lehrer, Kinder für eine gesunde Ernährung zu begeistern.
 

 

Sowohl foodwatch als auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) haben den DFB in der vergangenen Woche aufgefordert, die Werbeverträge mit den Junkfood-Konzernen zu kündigen. Man wisse, dass ein Übermaß an süßen und fettigen Lebensmitteln und Getränken für die Zunahme von Übergewicht bei Kindern verantwortlich sei, erklärte der der Präsident des BVKJ, Thomas Fischbach. Das sei „keine Nachwuchsförderung, sondern Nachwuchsschädigung“. DDG-Präsident Professor Baptist Gallwitz forderte den DFB auf, sein Sponsoring-Konzept zu überdenken, um seiner Vorbildfunktion und gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden.

In einem Schreiben an foodwatch rechtfertigte der DFB die Partnerschaft mit Coca-Cola: Für die Zunahme des Übergewichts bei Kindern sei „nicht die Bevorzugung von süßen oder salzigen Lebensmitteln und Getränken“ verantwortlich, obwohl zahlreiche einschlägige Studien belegen, dass Zuckergetränke Übergewicht, Fettleibigkeit und Diabetes Typ II fördern. Experten sprechen von einer „Adipositas-Epidemie“ – gerade auch wegen des übermäßigen Zucker-Konsums von jungen Menschen.
 

     

 

Kinder und Jugendliche zwischen drei und 17 Jahren trinken durchschnittlich mehr als zwei Gläser zuckerhaltige Getränke pro Tag. Unter den 14- bis 17-Jährigen sind es sogar drei bis vier Gläser. Diesen alarmierenden Fakten zum Trotz lässt der DFB seit rund einem Monat die Gesichter der 24 Nationalspieler auf Cola-Dosen drucken. In 24 Dosen stecken insgesamt 280 Zuckerwürfel (oder 840 Gramm Zucker).

Ihr foodwatch Team



Cola, Fanta und Co. sind keine „soften“ Drinks, sondern flüssige Krankmacher. Sie können zu weit ernsteren Krankheiten führen, als häufig angenommen – neben Zahnschäden und Fettleibigkeit drohen zum Beispiel Diabetes und Potenzstörungen. Sehen Sie selbst: (Dauer 3:44 Min)


       

 



Lebensmittel statt Nahrungsmittel!
 


Lesetipp:  Nahrungsmittel = Lebensmittel ? - weiter

► Quelle: Pressemitteilung foodwatch vom 14. Juni 2016 - weiter.

 


 

► Links:


E-Mail-Protestaktion von foodwatch „Kein Kindermarketing für Ungesundes mit Neuer, Schweinsteiger & Co.“ - weiter.

Cola-Fakten - weiter.

foodwatch: DFB ist „Diabetes Förderer-Bund“ - weiter.


Blogeintrag von Coca-Cola über finanzierte Gesundheitspartnerschaften - weiter.

Liste für Deutschland - weiter.

Liste für Frankreich - weiter.

Liste für Großbritannien - weiter.

Coca-Cola-Initiative „Hör auf dein Herz“ - weiter.

Harvard School of Public Health zu Soft Drinks und Krankheiten - weiter.


► Kontakt zu foodwatch e.V. für Mitglieder und Verbraucherweiter

Juristische Auseinandersetzungen mit Behörden und Unternehmen kosten viel Geld. foodwatch ist dabei auf Ihre Unterstützung angewiesen – nur gemeinsam können wir uns zur Wehr setzen. Daher unsere große Bitte: Helfen Sie uns und werden Sie jetzt Fördermitglied: www.foodwatch.de/mitglied-werden

 

Literatur:


"Idealgewicht ohne Hungerkur", Dr. med. Max Otto Bruker, emu-Verlag Lahnstein b. Koblenz

"Übergewicht – Der Kampf mit dem eigenen Körper", Mathias Jung, emu-Verlag

"Unsere Nahrung – Unser Schicksal", Dr. med. Max Otto Bruker, emu-Verlag

"Diäten. Wunderdiäten genauer betrachtet", Dr. med. Max Otto Bruker und Ilse Gutjahr, emu-Verlag

Kleinschrift "Schlank werden ohne Hungerkur“ Dr. Max Otto Bruker, emu-Verlag

Kollath-Tabelle "Die Ordnung unserer Nahrung“, emu-Verlag, in der Bearbeitung von Andrea Dornisch, Gesundheitsberaterin (GGB)


Bild- und Grafikquellen:


1. Der Inhalt einer Coca-Cola Sammeldose  entspricht 11,5 Zuckerwürfel. Foto/Quelle: Pressefoto von foodwatch. Foto wurde vom KN-Betreiber digital nachbearbeitet.

2. Coca-Cola Sammeldosen: Der Zuckergehalt aller 24 Sammeldosen entspricht 280 Zuckerwürfel. Foto/Quelle: Pressefoto von foodwatch.

3. Schöne Aussichten! Foto: Dani Vázquez. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Generic (CC BY-SA 2.0).

4. Die Menschen häufen die Fehler ihres Lebens an und erschaffen daraus das Ungeheuer das sie Schicksal nennen. Falsche Ernährung und der (zweifelhafte) Genuss von Softdrinks können nicht nur die Gesundheit massiv beeinträchtigen, sondern auch das Aussehen. Originalfoto: Dani Vázquez. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Generic (CC BY-SA 2.0). Bild wurde digital bearbeitet von Willfried Kahrs (WiKa) / QPress. Lizenz bleibt wie beim Original.

5. Buchcover: "Zucker, Zucker ... krank durch Fabrikzucker. Von süssen Gewohnheiten, dunklen Machenschaften und bösen Folgen für unsere Gesundheit." von Max Otto Bruker und Ilse Gutjahr. 9. Auflage 2011, 345 Seiten, gebunden, emu-Verlags- und Vertriebsgesellschaft Ernährung-Medizin-Umwelt, Lahnstein bei Koblenz. http://emu-verlag.de/

Dr. Bruker konstatiert: „Zucker ist nicht nur süß, sondern gefährlich. Zucker zaubert – sagt die Industrie. Ich belege: Zucker zaubert Krankheiten herbei. Denn längst hängen die Industrienationen am Zucker wie Fixer an der Nadel. Das ist eine gesundheitspolitische Tragödie von kriminell anmutenden Ausmaßen.“ Aus dem Inhalt: Unzureichende Ausbildung der Ärzte – Zucker und Zucker ist nicht identische – Der große Irrtum: Fruchtzucker für den Diabetiker – Der Zucker als Vitamin- und Kalkräuber – Zucker und Sucht – Zucker und Leberschäden – Zucker und Übergewicht – Zucker und Magengeschwüre – Zucker und Kinderlähmung – Krankheitsfälle aus der Praxis – Womit darf man süßen?

6. Kollath-Tabelle. Grafik: © emu-Verlag, Lahnstein. Prof. Werner Kollath (1892 – 1970) („Die Ordnung unserer Nahrung“),  Dr. Max Bircher-Benner („Vom Werden des neuen Arztes“) und Dr. Max Otto Bruker („Unsere Nahrung – unser Schicksal“) u.a. waren die Pioniere, die durch Forschungsergebnisse den Unterschied zwischen Lebensmittel und Nahrungsmittel  auf den Tisch legten. Doch bis heute bleibt dieser Unterschied der breiten Masse verborgen.

7. Buchcover: "Zucker – der süße Verführer.  Alles Wissenswerte und praktische Gesundheitstipps", von Franz Binder /Josef Wahler - zur Buchvorstellung.

8. Buchcover: "Unsere Nahrung unser Schicksal“ von Dr. Max Otto Bruker, emu-Verlag TOP-TIPP!

9. Buchcover: "Die Ordnung unserer Nahrung“ von Prof. Werner Kollath (1892 – 1970).

10. Max Otto Bruker (* 16. November 1909 in Reutlingen; † 6. Januar 2001 in Lahnstein) war ein deutscher Sachbuchautor, Arzt und Politiker. Er war ein Verfechter der Vollwerternährung, für die er einen eigenen Ansatz erarbeitete („vitalstoffreiche Vollwertkost“). Bruker leitete von 1974 bis 1977 als Chefarzt die psychosomatische Abteilung der Klinik am Burggraben in Bad Salzuflen. Von 1977 bis 1991 war er ärztlicher Leiter der Klinik Lahnhöhe in Lahnstein. In seiner Ausbildung zum Röntgenarzt hat er gelernt, dass zwei Mammographien die Krebsrate um das Doppelte erhöhen.

Bruker hielt 20 Jahre lang monatlich in seinem Gesundheitszentrum Lahnhöhe eine für die Öffentlichkeit zugängliche Sprechstunde mit dem Namen „Ärztlicher Rat aus ganzheitlicher Sicht“ ab. Bruker starb 91-jährig, erst ein Jahr zuvor hatte er sich in den Ruhestand begeben. Seine Bücher erreichten eine Auflage von über vier Millionen. Foto: © GGB e.V., Lahnstein