Das Tier – unser Freund?

1 Beitrag / 0 neu
Bild des Benutzers Rudolf Kuhr
Rudolf Kuhr
Offline
Beigetreten: 20.04.2014 - 22:03
Das Tier – unser Freund?
DruckversionPDF version

Das Tier - unser Freund?

Fragen zur Rückbesinnung  

Tierrechte-TierethikSind Tiere wirklich unsere Freunde?  Wenn ja, ist es dann vertretbar, unsere Freunde

  • von ihrer natürlichen Umwelt fernzuhalten?
  • von ihren Artgenossen zu isolieren?
  • wie eine Sache zu behandeln, zu kaufen, zu verkaufen?
  • zu züchten und gefangen zu halten?
  • verstümmeln zu lassen (kastrieren¹, sterilisieren¹, kupieren)?
  • zu essen?

Mit welchem Recht züchten wir Tiere, halten sie in Abhängigkeit von uns und dressieren sie zu unserer Unterhaltung?

Ist es nicht in höchstem Maße egoistisch und ungerecht, wenn wir beispielsweise Vögel, die von Natur aus hunderte von Metern oder gar Kilometern fliegen, in einen Käfig sperren, und unterliegen wir nicht einer mitgefühlslosen Selbsttäuschung, wenn wir das Zwitschern der ihrer Freiheit Beraubten als Zeichen ihres Wohlbefindens interpretieren?

Begeben wir uns nicht auf das Niveau eines Steinzeitmenschen, wenn wir beispielsweise das Argument gebrauchen, daß der Hund schon immer ein Begleiter des Menschen war?

Ist artgerechte Tierhaltung nicht ein Widerspruch in sich, bedeutet Tier-Haltung nicht immer Gefangenschaft?

Können wir heute noch guten Gewissens bereits Kinder daran gewöhnen, Tiere als Spielzeug zu benutzen?

Beginnt die Entwürdigung der Tiere nicht bereits mit der Beobachtung zur Unterhaltung, der Mißbrauch nicht mit der Tierhaltung als Ersatz für menschliche Nähe, die Tierquälerei nicht überhaupt mit der Tier-Haltung, und der Sadismus nicht mit dem lustvollen Jagen?

Warum können wir uns nicht mit der Beobachtung und dem Schutz frei in der Natur lebender Tiere begnügen?

Wäre es nicht an der Zeit, sich gegen die Aufzucht von Tieren zu wenden, die nur in der Abhängigkeit von Menschen leben können, und statt dessen die Tiere in der Natur zu schützen? Wäre das nicht besser für unsere Freunde und auch für uns selbst?

Nutzen wir unseren Verstand ausreichend, um unsere Freundschaft mit den Tieren glaubwürdig und überzeugend zu bekunden?

Diese kritischen Gedanken über unser Verhältnis zum Tier müssen wir als verantwortungsbewußte Menschen und Tierfreunde uns hin und wieder machen, auch und gerade wenn wir selber nicht immer strikte Vegetarier sind und vielleicht auch noch Tiere halten.

Rudolf Kuhr

___________

Kulturvölker oder Barbaren

»Grausamkeit gegen Tiere kann weder bei wahrer Bildung noch wahrer Gelehrsamkeit bestehen. Sie ist eines der kennzeichnendsten Laster eines niederen und unedlen Volkes. Dem Tier gegenüber sind heute alle Völker mehr oder weniger Barbaren. Es ist unwahr und grotesk, wenn sie ihre vermeintliche hohe Kultur bei jeder Gelegenheit betonen und dabei tagtäglich die scheußlichsten Grausamkeiten an Millionen von wehrlosen Geschöpfen begehen oder doch gleichgültig zulassen.

Können wir uns wundern, dass diese sogenannten Kulturvölker immer mehr einem furchtbaren Weg des Abstieges entgegengehen? Dieselbe Strecke Landes, welche als Wiese, d. h. als Viehfutter, zehn Menschen durch das Fleisch der darauf gemästeten Tiere aus zweiter Hand ernährt, vermag, mit Hirse, Erbsen, Linsen und Gerste bebaut, hundert Menschen zu erhalten und zu ernähren.«

Alexander von Humboldt

[1] Kastrationen / Sterilisationen bei der privaten Haustierhaltung, aus gesundheitlichen Gründen eines Tieres oder im Rahmen notwendiger Tierschutzaktionen zwecks Eindämmung unkontrollierter Vermehrung und die sich daraus ergebenden Folgen sind vertretbare Kompromisse.


► Quelle: Humanistische AKTION für verantwortliche Menschlichkeit > Webseite > Artikel

► Buchtitel: "Wachstum an Menschlichkeit. Humanismus als Grundlage" > zur Vorstellung meines Buches

Bildquellen:

1. Kater Pacha - ein lebensfroher Zeitgenosse. Foto: Pierre M. Coquet, Baubigny / F.

2. Kängurus zählen zu den bekanntesten Beuteltieren und als typische Vertreter der Fauna Australiens, leben aber auch auf Neuguinea. Kängurus sind durch die meist deutlich verlängerten Hinterbeine charakterisiert und sind Pflanzenfresser, die vorwiegend dämmerungs- oder nachtaktiv sind. Die Familie umfasst rund 65 rezente Arten, von denen vier bereits ausgestorben sind. Foto: S. Thomas. Quelle: Pixelio.de