Der Glaube an Illusionen

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Peter Weber
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Der Glaube an Illusionen
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Der Glaube an Illusionen:


das ist der Kitt, der das System zusammenhält und die Menschen den Schlaf der Gerechten träumen läßt


Der Mensch kann offensichtlich ohne Glauben an vorgegaukelte Illusionen – sei es nun im religiösen oder im politischen Bereich – nicht leben. Die Realität scheint ein zu hartes Brot und derart unverdaulich zu sein, daß sie geschönt werden muß. Dabei habe ich noch Verständnis dafür, daß man sich die selbst gewählten oder aufdiktierten Details des Alltags rationalisiert und von einer Hoffnung auf irrationale Glückszustände zehrt, um nicht zu verzweifeln und frustriert die Flinte ins Korn werfen zu müssen. Es gibt ein Gedicht mit der Überschrift „Das Schnitzel“ von Eugen Roth, das diesen Umstand mit einfachen Worten auf den Punkt bringt:


Ein Mensch, der sich ein Schnitzel briet,

Bemerkte, daß ihm das missriet.

Jedoch, da er es selbst gebraten,

Tut er, als wär es ihm geraten,  Und, um sich nicht zu strafen Lügen,

Isst er´s mit herzlichem Vergnügen.


Wofür ich allerdings überhaupt kein Verständnis aufbringen kann, ist die dümmliche Gläubigkeit an selbsternannte Propheten und Demagogen. Sie wiegen uns zum Zwecke der Ruhigstellung in Sicherheit mit den verschiedensten Versprechungen. Diese Sedierung und Einschläferung des Bürgers wird benötigt, damit die Sicherheitsverkäufer ungestört ihre Schäfchen ins Trockene bringen können, wenn sie die Interessen der Allgemeinheit verraten. Heute will ich einmal ausnahmsweise nicht den Glauben an religiöse Inhalte strapazieren und in den Vordergrund stellen, sondern die weltlichen Glaubenssujets aufs Korn nehmen, die im übrigen psychologisch nach dem gleichen Prinzip funktionieren:

 

  • Den Glauben an die Sicherheit von Versicherungen

Dieser Glaube wird von dem Motto getragen, daß man sich gegen Geld jegliche Sicherheit dieser Welt erkaufen kann. Dieser Irrglaube ist einfach nicht totzukriegen! Die vereinigten Sicherheitsfanatiker aller Länder  wollen einfach nicht kapieren, daß das einzig Sichere auf dieser Welt der Tod ist und jegliches Tun mit einem mehr oder minder großen Restrisiko behaftet ist. Gerade Nichtstun oder Unterlassen eines Tuns ist oft gefährlicher, als eine Aktivität zu wagen. Übertriebenes Sicherheitsdenken erstickt jede Kreativität im Menschen und veranlaßt ihn dazu, sich angepaßt und widerstandslos dem Schicksal zu ergeben. Dieses Schicksal ist jedoch nicht alternativlos oder von Gott vorgegeben, wie man es uns weismachen will, sondern es liegt in unseren Händen. Wer sich den eigenen Willen einengen oder sich künstliche Bedürfnisse von außen aufzwingen läßt und obendrein noch naiverweise annimmt, dies sei im eigenen Interesse, der ist nicht mehr sein eigener Herr und letztlich nur noch eine Marionette oder ein ferngesteuerter Roboter. Die wirklichen Profiteure von Versicherungen sind Versicherungsgesellschaften. Das erklärte Ziel all derer, die angeblich auf unser aller Wohl bedacht sind, ist es, uns in einen Zustand völliger Fremdbestimmung zu versetzen, ohne daß wir uns dessen bewußt sind.

 

Ein EGO outet sich oder Ein kleiner Weg in die Freiheit    -    Foto: sokaeiko  / pixelio.de


Die Ursache für die Pathologie der Unsicherheit ist in den vorhandenen Ängsten zu suchen, die entweder rational oder irrational begründet sind. Die irrationalen Ängste werden von den religiösen und säkularen Führern absichtlich geschürt, um die Menschen abhängig und anfällig für falsche Versprechungen zu machen. Irrational geschaffene Angstbilder wie die des Terrorismus oder Kommunismus dienen vortrefflich als Feindbilder und erlauben es, antidemokratische oder menschenrechtwidrige Handlungen wie Überwachung oder Angriffskriege zu rechtfertigen.

 

  • Den Glauben an die Sicherheit der Technologie

Die Technologiegläubigkeit ist zu einem Credo der Gegenwart ausgeartet. Allzu gerne lassen wir uns von den Heilsbotschaften der sog. Experten und Politiker einlullen, die uns zu kritiklosen Gläubigen des technischen Fortschritts werden lassen. Der technische Fortschritt verspricht uns Bequemlichkeit, Wohlstand und Seelenheil – also beten wir ihn wie einen Götzen an. Er ist gekoppelt an die Ideologie des quasidemokratischen Kapitalismus und  den Wachstumszwang, der mit dem Drang einhergeht, das alles, was technisch machbar ist, auch umgesetzt wird. Die meisten Menschen wollen es gar nicht wahrhaben, daß in der Grenzenlosigkeit Abgründe lauern und dafür ein Preis zu zahlen ist, der den Aufwand nicht rechtfertigt. Es ist so wie bei Faust, der seine Seele an Mephisto verkauft, um die Pestkranken zu retten.

Ob es sich um Atomenergie, Auto- bzw. Bahnfahren, Flugreisen, Lebensmittel, Medikamente, Medizintechnik, Grenzwerte oder die Rente handelt, wir lassen uns in Sicherheit wiegen. Die gebetsmühlenartig vorgetragenen Verheißungen, daß es für eine sichere und glückliche Zukunft keine andere Alternative gäbe, als den Technokraten zu vertrauen, sind für uns wohl so verlockend, daß wir ihnen nicht widerstehen können. Wohl auch deshalb, weil wir uns selbst oft nicht genug zutrauen, weil uns die Selbst-Sicherheit hinsichtlich unserer ureigenen Kraft fehlt und wir dieses Manko ausgleichen wollen, indem wir uns einen Ersatz dafür in nicht lebendigen Dingen schaffen: eben in Form von unbegrenzter Gläubigkeit in technische Entwicklungen und Produkte. Dazu kommt noch unsere oft erschreckende Vergeßlichkeit hinsichtlich des ständigen Scheiterns dieser Objekte. Das tägliche Versagen der Technik, in die wir unser Vertrauen setzen, scheint diese Zuversicht nicht erschüttern zu können. Man muß dieses Phänomen eigentlich als eine Unfähigkeit bezeichnen, aus Erfahrungen lernen zu können.

 

  • Den Glauben an den Erhalt der persönlichen Sicherheit, der körperlichen Unversehrtheit sowie der Absicherung des Eigentums durch Maßnahmen der staatlichen Gewalt (Polizei, Armee, Geheimdienste, Überwachung etc.)

Es scheint uns das Gefühl für die Verhältnismäßigkeit der beiden Gegenpole Sicherheit und Freiheit abhanden gekommen zu sein. Wie wäre es anders zu erklären, daß es die meisten von uns nicht stört, daß ausufernde staatliche Gewalt und Überwachung unsere bürgerlichen Freiheitsrechte empfindlich einschränkt? Die Freiheit und persönliche Unabhängigkeit ist ein hohes Gut, das man nicht leichtfertig gegen vage Sicherheitsversprechungen eintauschen sollte. Wo der Ruf nach Sicherheit und Ordnung allzu laut erschallt, da ist höchste Gefahr für demokratische Strukturen im Verzuge und ein neuer Totalitarismus steht vor der Tür.

Auch Maßnahmen der Selbstjustiz und die Ausstattung mit Privatwaffen, wie es im ewig gestrigen Ami-Wildwest-Land üblich ist, gehören zu dieser Kategorie. Wer meint, daß er dann, wenn er bis an die Zähne bewaffnet ist, mehr Sicherheit für sich und andere schafft, glaubt auch, daß man ein Feuer dadurch löschen kann, indem man Öl ins Feuer gießt. Gewaltanwendung generiert keine Sicherheit, sie sorgt durch Erzeugung von Gegengewalt für eine Eskalation.

 

  • Den Glauben an die Sicherheit der Gewohnheit

Diese Variante des Glaubens ist die wahrscheinlich am meisten verbreitete. Sie schleicht sich unbemerkt ins Leben ein und zeigt sich in der Überzeugung, daß das Nichtverlassen der Pfade der Gewohnheit die beste Lebensversicherung sei. Das vertraute Terrain bietet eine Verläßlichkeit, die unerfreuliche Überraschungen auszuschließen scheint. Aber das ist Selbstbetrug, denn beim unkritischen Akzeptieren des gewohnheitsmäßigen Handelns übersehen wir die Pathologie der Normalität. Das heißt, wir haben uns mit dem alltäglichen Irrsinn abgefunden, der uns präsentiert wird. Wir finden es normal, wie ständig gegen unser persönliches Wohl, gegen das Gemeinwohl und das Wohl der Natur verstoßen wird.

Wer der Ansicht ist, daß die Treue zur Gewohnheit keine Risiken enthält, nur weil bisher alles einigermaßen gut gelaufen ist, der läuft blind in sein Unglück. Wer nicht bereit ist, Neues auszuprobieren, weil er dieses Risiko für gefährlicher hält, als den alten Trott beizubehalten, der degeneriert und hat den Sinn des Lebens nicht verstanden. Und wer z. B. bei der Bundestagswahl weiterhin auf die alten tot gerittenen Pferde setzt, der kann auch gleich Selbstmord begehen – jedenfalls auf längere Sicht gesehen.

Mittlerweile bin ich fast zur Ansicht gekommen, daß man eher auf Nummer sicher geht, wenn man alles Gewohnte auf den Kopf stellt und genau das Gegenteil von dem praktiziert, was bisher üblich war.


MfG Peter A. Weber

 


 

Bildbeschreibung des Fotografen Sokaleiko:

Ein EGO outet sich..............

Das meiste was Euch zum Denken und Handeln anhält, entspricht nicht der Realität Eures Selbst in diesem Augenblick. Sondern ES sind Spiegelung oder besser, eines der von euch nicht erkannten, real erscheinenden, gelebten Drehbücher Eurer Festplatte der Vergangenheit. Diese wurde Euch als Kind mit dem Vertrauen an das Wahre, durch uns Egos mit den jetzt im Erwachsenenalter gespiegelten Trugschluss Sichtweisen, die durch zurückliegende leidbringende Lehren, die Euch durch ebenfalls Leidende vermittelt wurden programmiert oder beschrieben.

Unsere „Programme“ schaffen es Euch die Vergangenheit, welche routiniert eingefädelt nicht nur Zukunftsgesichter annehmen können, als Eure Wahrheit in diesem Moment zu suggerieren. Wir sind sehr achtsam und quittieren jeglichen Ansatz von Erkenntnis sofort mit illusionären, terrorisierenden Angstattacken oder sonstigen psychotischen Schauspielen. Wir schleichen uns als „Schuldig“ ein und stellen Euer Selbst in Frage. Wir reichen Euch scheinbar die Hände und streiten, kämpfen, krönen Euch. Wir bieten vorteilhafte Lösungen und wir zeigen Euch wie Ihr es Recht machen müßt, um an scheinbares Glück zu gelangen.

Aber wir beobachten Euch genau, und aufgepasst, bei diesem Satz mache ich meinem Schreiber einen zynischen arroganten Mund, wir sind jederzeit bereit und greifen sofort, wenn es nötig erscheint äußerst brutal ein. Und damit das klar wird, das wir hier nicht im Sandkasten spielen, wir lassen es Euch schlecht gehen, wenn wir nicht lenken dürfen und unsere illusionäre und einzige Macht enttarnt werden könnte. Denn nichts lässt uns mehr verblassen und nichts macht die Illusion und unsere Leere sichtbarer als ein humoriges, liebevolles Erkennen und die Vergebung unseres Wirtes. Denn werden wir mit einer erkennenden Vergebung aus Liebe konfrontiert, lösen wir uns Stück für Stück auf und verlieren unsere illusionäre Macht. Mitgekriegt?

In diesem Sinne ……. Aber nicht weitersagen.!

gez. eines von sokaeiko´s Egos

 

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Chris Wolker
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Beigetreten: 23.04.2012 - 18:03
Realität, Illusion und die Macht von Hoffnung und Drohung


Realität, Illusion und die Macht von Hoffnung und Drohung


Da wir niemals mit Bestimmtheit sagen können, ob es außerhalb unseres Bewusstseins überhaupt eine existente Welt gibt, ist die Trennung von Realität und Illusion schlechthin unmöglich. Wir haben einzig die Möglichkeit, uns auf Annahmen zu verlassen. Wir nehmen anhand unserer Sinne an, dass es außer unserem Bewusstsein noch etwas anderes gibt. Da sich jedoch alle Informationen letztendlich in unserem Gehirn als Empfindungen manifestieren, ist eine Gewissheit nicht möglich.

Dabei müssen wir uns zudem darüber im Klaren sein, dass wir jedwede Information, die wir nach unseren Empfinden in angenommener Weise von außen nach innen wahrnehmen, stets eine Wahrnehmung der Vergangenheit ist, da jede Information eine Strecke und somit Zeit zwischen dem Auslösungsimpuls bis hin zum Empfänger (uns) benötigt und somit empfangen wir stets nur bereits vergangene Informationen.

Kurz gesagt: Die Katze, die wir noch mit der Maus spielen sehen, kann die Maus bereits gefressen haben.

Ob eine Information eine Realität oder Illusion ist, oder ob gar das, was wir als Realität bezeichnen, selbst eine Illusion ist, wird sich uns nie gänzlich offenbaren können, da wir selbst der empfindende Teil von vielen Unbekannten sind, die wir zwar wahrnehmen, die wir jedoch niemals tatsächlich außerhalb von uns erfassen können. Wir empfinden es zwar so, dass es ein Außerhalb gibt, doch bei einer genauen Beweisführung dazu werden wir scheitern, da sich alles Wahrgenommene nur in uns abspielt. Niemand von uns hat jemals etwas gesehen, gehört oder verstanden, das sich nach unserem Empfinden außerhalb von uns befand, da jedwede Information einzig in uns durch die Übertragung von ungewandelten Signalen wahrgenommen und verarbeitet wird.

Somit ist bereits unser gesamter Empfangsapparat dazu verdammt, dass er Illusion und Realität nicht trennen kann und auch nicht behaupten kann, dass es Realität überhaupt gibt. Jedes Individuum hat somit einzig die Möglichkeit, die derzeitige Jetztsituation für sich selbst als Realität zu betiteln. Kein Individuum kann jedoch mit Gewissheit behaupten, dass die wahrgenommene Jetztsituation die EINE WAHRE UND FÜR ALLE GELTENDE REALITÄT ist. Kurz gesagt: Die EINE INDIVIDUELL WAHRGENOMMENE REALITÄT ist bereits eine Illusion und somit gilt auch der Kehrwert dieser Gleichung.

Da wir jedoch Informationen speichern, verarbeiten und darauf zurückgreifen können, machen sich einige Individuen diese Abläufe zu nutzen.

Wer es versteht, bei anderen Individuen Hoffnungen auf ersehnte Dinge / Situationen / Empfindungen... zu implantieren, kann diese Individuen innerhalb der angelegten Informationen im Rahmen gewisser vorhandener Parameter steuern.

Das selbe Prinzip gilt bei Drohungen und dadurch erzeugten Ängsten. Wer anderen Bestrafungen bezüglich gewisser Handlungsweisen auferlegt, kann ebenfalls im Rahmen der vorhandenen Informationen und Parameter eine Kontrollfunktion in einem gewissen Rahmen erlangen.

Wer Macht erhalten will, kann sich dieser Instrumente bedienen und Hoffnungen und Drohungen gezielt dazu einsetzen. Wenn wir verschiedene Glaubenssysteme betrachten, dann basiert deren Erfolg im Sinne der Machthabenden genau auf diesen zwei Prinzipien. Es werden Hoffnungen auf Belohnungen im "Dasein" nach dem Tode geschürt, wenn sich die Gläubigen so verhalten, wie es die Machthaber wollen. Wer sich nicht so verhält, wird mit Drohungen bezüglich Strafen zugeschüttet.

Das Erzeugen von Hoffnungen und Ängsten durch Drohungen sind somit Werkzeuge zur Machergreifung und Erhaltung dieser. Nur Individuen, die entsprechende nützliche Informationen zu einer effektiven inneren Gegenwehr oder Loslösung davon besitzen, können sich von solchen einprogrammierten Informationen befreien.

Dieses Grundprinzip gilt für alle Systeme, bei denen mit der Erzeugung von Hoffnung und dem auslösen von Ängsten gearbeitet wird. Seien es Versicherungen, Glaubenssysteme oder politische Machenschaften.

Da wir jedoch so funktionieren, wie wir funktionieren, sollten wir andere, die sich davon nicht loslösen können, nicht als dumm bezeichnen, sondern dafür sorgen, dass sie die notwendigen Informationen erhalten, damit sie diese miesen Tricks durchschauen und sich effektiv dagegen wehren können. So oder so: Letztendlich erleben wir nur in uns unsere eigene Realität und welche davon richtig oder falsch ist, kann nur individuell - jedoch nicht generell - beantwortet werden.

 

Die Physik lehrt uns: Je länger der Hebel, desto geringer der Kraftaufwand.

Jene, die Hebel mit verschiedener Länge herantragen, werden dies anders beurteilen.

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