Die Kunst des Krieges: Wer bedroht uns wirklich?

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Thierry Meyssan
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Die Kunst des Krieges: Wer bedroht uns wirklich?
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Die Kunst des Krieges: Wer bedroht uns wirklich?


von Manlio Dinucci / voltairenet.org


Die NATO ist nicht eine militärische Allianz souveräner Staaten, sondern ein Pakt, welcher die Beziehungen zwischen einem Lehnsherren uns seinen Vasallen festschreibt. Eine derartige Organisation verletzt somit, durch sich selbst, die Prinzipien der Charta der Vereinten Nationen, genauso wie dies die Konferenz von Bandung 1955 unterstrichen hat. Und da es keinen Gegner gibt, der in der Lage wäre diese Situation zu rechtfertigen, übernimmt die NATO die Aufgabe ihn zu erfinden...

Was tun um einen Krieg zu rechtfertigen, wenn es keinen Gegner gibt, der uns bedroht? Das ist ganz einfach, es genügt ihn zu erfinden oder selber herzustellen. So lehrt es uns General Philip Breedlove, europäischer Oberkommandierender der USA, der seinen Marschallstab des alliierten Oberkommandos in Europa an einen anderen US-General übergeben wird.

In seiner letzten Anhörung im Pentagon, kündigt er an, daß "im Osten, Europa ein aufstrebendes und aggressives Russland hat, welches langfristig eine wesentliche Bedrohung darstellt". Er verkehrt so die Wirklichkeit in ihr Gegenteil: Der neue Kalte Krieg in Europa, im Widerspruch zu den Interessen Russlands, wurde herbeigeführt durch den Putsch auf dem Maidan, geplant von USA und NATO, die fortfährt die Spannungen zu nähren, um die zunehmende Stationierung ihrer Streitkräfte in Ost-Europa zu rechtfertigen.

In der Ukraine wurde, zum Training, eine gemeinsame, multinationale Kommandostruktur, der regulären Truppen und der Neo-Nazi Batallione der Nationalgarde "bis zum Jahr 2020" eingerichtet, die von hunderten von Instrukteuren der 173sten US-Division, überstellt von Vicenza (Venetien) betreut werden, flankiert von Briten und Kanadiern. Das europäische Kommando der USA, unterstreicht Breedlove, arbeitet mit den Alliierten zusammen, um "Russland daran zu hindern, sich, wenn nötig, auf den Konflikt vorzubereiten".

Im Süden, kündigt der das alliierte Oberkommando in Europa an, "steht Europa der Herausforderung einer Massen-Migration gegenüber, verursacht von dem Zusammenbruch und der Unstabilität ganzer Staaten wie auch dem islamischen Staat, welcher sich ausdehnt wie ein Krebsgeschwür und die europäischen Nationen bedroht". Er behauptet anschließend, daß "die russische Intervention in Syrien die Probleme verkompliziert hat, denn sie habe wenig getan um sich Daesh entgegenzustellen und viel um das Regime Assad zu unterstützen".

Erneut verkehrt er die Wirklichkeit in ihr Gegenteil: Es sind die USA und die NATO, die den Krieg und den Zusammenbruch des Libyschen Staates und die Destabilisierung Syriens, wie auch die Massenmigration, die sich daran anschloss, hervorgerufen haben, indem sie die Bildung von Daesh nach der Funktionalität ihrer eigenen Strategie begünstigt haben, welche sie dann vorgaben zu bekämpfen, wohingegen erst die russische Intervention in Syrien, mit Unterstützung der Regierungsstreitkräfte Syriens, Daesh so hart zugesetzt hat, daß es sich zurückziehen musste.
 

 

Jetzt, nachdem Russland, nach Erreichen seines erstes Zieles, sein Engagement in Syrien angepasst hat, verstärkt die NATO unter US-Kommando ihre militärische Präsenz im Mittleren Osten.

Am 29. Februar hat Jens Stoltenberg, Generalsekretär der NATO, mit Kuwait einen Vertrag unterzeichnet, der es der NATO ermöglicht, den ersten Luftwaffenstützpunkt im Golf aufzubauen, gleichzeitig sowohl für den Krieg in Afghanistan wie auch für "die Kooperation der NATO mit Kuwait und anderen Partnern", vor allem Saudi-Arabien, unterstützt vom Pentagon in einem Krieg, der im Jemen zu Massakern unter der Zivilbevölkerung führt.

Am 2. März hat Stoltenberg in Abu Dhabi "um den gemeinsamen Herausforderungen an die Sicherheit entgegenzutreten, die Kooperation mit den arabischen Emiraten" verstärkt.

Am 17. März hat er in Brüssel König Abdullah II. empfangen, um "die Partnerschaft mit der NATO und Jordanien" zu verstärken.

Am 18. März hat er Al Zayani, Generalsekretär des Gulf Cooperation Council (GCC) [1] empfangen um "die Kooperation zwischen den beiden Organisationen zu vertiefen".

In Afrika - während die Operation vorbereitet wird, welche unter dem Prätext, dieses von Daesh zu befreien, darauf abzielt, die strategisch und wirtschaftlich wichtigsten Gebiete von Libyen zu besetzen - läuft gerade vom Senegal bis zum Golf von Guinea die Übung Obangame / Sahar Express, an welcher, in einer Funktion von "Antiterrorismus und Antipiraterie", die Seestreitkräfte von USA, Europa, Afrika und sogar Brasilien teilnehmen. Geleitet vom General-Hauptquartier der U.S. Naval Forces Europe-Africa (US-Seestreitkräfte Europa-Afrika) in Neapel, dessen Aufgabe es ist "die nationalen Interessen der USA, die Sicherheit und Stabilität in Europa und Afrika zu fördern".

Manlio Dinucci, Geograph und Geopolitiker

Übersetzung: Ralf Hesse
 



Quelle: Il Manifesto (Italien) > Voltaire Netzwerk | Rom (Italien) | 26. März 2016 > voltairenet.org/ > Artikel.

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[1] Anm. d. Übers.: Die GCC umfasst ausschließlich Monarchien. (Saudi-Arabien, Bahrein, Vereinigte Arabische Emirate, Kuweit, Oman, Katar) Die Mitglieder sind zu gegenseitigem Beistand im Verteidigungsfall verpflichtet. Der GCC unterhält eine gemeinsame Verteidigungstruppe, die 5.000 Mann umfasst. Der GCC kooperierte eng mit den Vereinigten Staaten, um gegen den Iran geschützt zu sein.


Bild- und Grafikquellen:

1. Philip Mark Breedlove (* 2. September 1955 in Forest Park, Georgia in den Vereinigten Staaten) ist ein US-amerikanischer Luftwaffengeneral. Er dient seit Mai 2013 als 17. Supreme Allied Commander Europe (SACEUR). Zuvor war er Kommandeur der United States Air Forces in Europe, der United States Air Forces Africa, des Air Component Command in Ramstein sowie Direktor des Joint Air Power Competence Center.

Foto-Urheber: NATO. Quelle: NATO SACEUR / Wikimedia Commons. Dieses Werk ist in den Vereinigten Staaten gemeinfrei, da es von Mitarbeitern der US-amerikanischen Bundesregierung oder einem seiner Organe in Ausübung seiner dienstlichen Pflichten erstellt wurde und deshalb nach Titel 17, Kapitel 1, Sektion 105 des US Code ein Werk der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika ist.

2. UNCLE SAM (Barack Obama) und THE RUSSIAN BEAR (Wladimir Putin). Karikatur von Carlos Latuff, einem "Politischen Karikaturist", geboren November 1968 in Rio de Janeiro, Brazil. Quelle: Wikimedia Commons. Dieses Werk wurde von seinem Urheber Carlos Latuff als gemeinfrei veröffentlicht. Dies gilt weltweit. Carlos Latuff (eigentlich Carlos Henrique Latuff de Souza) gewährt jedem das bedingungslose Recht, dieses Werk für jedweden Zweck zu nutzen, es sei denn, Bedingungen sind gesetzlich erforderlich. Sein Blog > latuffcartoons.wordpress.com

3. Jens Stoltenberg (* 16. März 1959 in Oslo) ist ein norwegischer Politiker der sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Er war zweimal norwegischer Ministerpräsident, von März 2000 bis Oktober 2001 (Regierung Stoltenberg I) und erneut von 2005 bis 2013 (Regierung Stoltenberg II). Am 28. März 2014 bestimmte der Nordatlantikrat Stoltenberg zum neuen NATO-Generalsekretär. Er übernahm am 1. Oktober 2014 das Amt als Nachfolger des Dänen Anders Fogh Rasmussen. Vom 11. bis 14. Juni 2015 nahm er an der 63. Bilderberg-Konferenz in Telfs-Buchen in Österreich teil.
„Die NATO ist bereit und in der Lage, alle Verbündeten, auch die Türkei, gegen jede Bedrohung zu verteidigen“, erklärte Generalsekretär Stoltenberg mehreren Reportern, als er zu dem Treffen der NATO-Verteidigungsminister am Donnerstag, 08.10.15, in Brüssel eintraf. Er fügte hinzu, die NATO sei bereit, Truppen in die Türkei zu entsenden, und habe schon Schritte unternommen, die „Fähigkeiten“ und die „Bereitschaft“ der Allianz zu erhöhen. Bildbearbeitung: Wilfried Kahrs (WiKa), QPress.

4. NO to NATO. We say NO to the North Atlantic Terrorist Organization. Grafik: CaptainVoda, Greece. Quelle: DEVIANT ART > NO to NATO. DEVIANT ART the largest online social network for artists and art enthusiasts, and a platform for emerging and established artists to exhibit, promote, and share their works with an enthusiastic, art-centric community.