Die Neugestaltung der Gesellschaft Pfade in eine ökologische Zukunft. (MURRAY BOOKCHIN)

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Die Neugestaltung der Gesellschaft Pfade in eine ökologische Zukunft. (MURRAY BOOKCHIN)
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Die Neugestaltung der Gesellschaft.  Pfade in eine ökologische Zukunft.


Autor: Murray Bookchin (Autor), Hans Richter (Übersetzer), Hans Oetzel (Übersetzer)

Verlag: Trotzdem-Verlag, Grafenau (1992) - bitte alle Weiterverlinkungen auf dieser Seite intensiv durchleuten !!


ISBN-10: 3-922209-35-1 …./…. ISBN-13: 978-3-922209-35-5

251 Seiten, 14,00 €

Was die Menschen zu 'Fremden' der Natur gegenüber gemacht hat, sind soziale Veränderungen, die viele Menschen zu Fremden in ihrer eigenen sozialen Umgebung werden ließen: die Herrschaft des Alters über die Jugend, der Männer über die Frauen sowie der Männer untereinander. Heute wie vor Jahrhunderten gibt es Menschen - Unterdrücker - die buchstäblich die Gesellschaft besitzen, und andere, von denen Besitz genommen wird.

Solange die Gesellschaft nicht von einer vereinten Menschheit zurückerobert wird, die ihre gesamte kollektive Weisheit, ihre kulturellen Errungenschaften, technologischen Innovationen, wissenschaftlichen Erkenntnisse und angeborene Kreativität zu ihrem eigenen Besten und zum Nutzen der natürlichen Welt einsetzt, erwachsen alle ökologischen Probleme aus sozialen Problemen.

Murray Bookchin gibt hier einen Überblick über die Theorien zur Sozialen Ökologie und einer kommunalistischen Umgestaltung des Gesellschaft. Ein konstruktiver Ansatz zur politischen Gesellschaftsveränderung und eine Verteidigung der Vernunft gegen Mythen.


Inhalt:

1. Gesellschaft und Ökologie

2. Hierarchien Klassen und Staaten

3. Wendepunkte der Geschichte

4. Freiheitsideale

5. Bestimmung des revolutionären Projekts

6. Vom Hier zum Dort


Rezension von Gerold Flock, Eichstätt:

Was uns die großen radikalen Denker, von Robert Owens, Charles Fourier, Michael Bakunin und viele andere bis in unsere Tage lehren wollen, ist die entscheidende Betonung des Glaubens, daß die Menschheit ein aktiver Teil in dieser Welt sein müsse. Wir verfügen heute über ein großartiges Repertoire neuer Idee, Pläne, technischer Entwürfe und Daten, die uns die bildliche Vorstellung einer ökologischen Gemeinschaft und einer partizipatorischen Demokratie vermitteln können. Wir sind nun endlich in der Lage, menschliche Gemeinschaften allein aus erneuerbaren Ressourcen zu unterhalten. Revolutionäres Engagement ist nicht nur eine Berufung, welche die Welt zu verändern sucht, es ist zugleich eine nach innen gerichtete Aufforderung, die eigene Identität und Individualität aus einer korrupten Gesellschaft zu retten, die mit billigen Genüssen lockt und Status in einer völlig sinnlos gewordenen Welt verheißt und damit geradezu den Kern der Persönlichkeit zerstört.

Eine neue Politik muß entwickelt werden, die die Fallstricke des Parlamentarismus und das schnelle Erfolgserlebnis einer sogenannten Medien-Öffentlichkeit vermeidet, die statt der sachlichen Information eher der Selbsterhöhung dient.

Neue Programme und eine neue Politik muß an der unmittelbaren Umwelt des Einzelnen ansetzen - an de Wohnsituation und den Problemen der Nachbarschaft, am öffentlichen Nahverkehr oder den wirtschaftlichen Bedingungen, an den Umweltverschmutzungen und der Situation am Arbeitsplatz. Die Macht muß allmählich in die Stadtteilzentren, Kooperativen, Werkstätten und schließlich Bürgerversammlungen.

Niemand hat das Recht, etwas zum Eigentum zu haben, von dem das Leben anderer -sei es moralisch, gesellschaftlich oder ökologisch - abhängig ist. Ebensowenig hat irgend jemand das Recht, privat betriebene technische Anlagen, die sowohl die menschliche Gesundheit als auch die des Planeten gefährden, zu entwickeln, anzuwenden oder der Gesellschaft aufzuzwingen. Nie hat die Staatsmacht sich widerspenstiger gezeigt, als wenn derartige Forderungen erhoben wurden.

Wir setzen also voraus, daß eine Bewegung existiert, die eine Gemeinde nach der anderen reformiert und zwischen ihnen ein System konföderaler Beziehungen etabliert. Kommunen, Kooperativen und Arbeitskollektive mögen eine ausgezeichnete Schule sein, wo Menschen lernen können, wie selbstverwaltete Unternehmungen organisiert werden können.

Das Volk sollte versuchen seine Macht über das Leben der Gesellschaft zurückzuerobern. An vielen Orten hat der Staat durch seine gravierenden Kürzungen der Sozialausgaben ein Vakuum geschaffen, das die Städte füllen müssen, wenn sie auch nur weiter funktionieren wollen. Aufwendungen für Wohnungsbau und Sozialhilfe sollten heute weitaus mehr als früher auf lokaler Ebene gedeckt werden.

Der Kapitalismus müßte durch eine ökologische Gesellschaft auf der Grundlage nichthierarchischer Beziehungen, dezentralisierter Gemeinschaften ersetzt werden. Direkte demokratische Siedlungsformen. Privatismus, Karrierismus und Selbstinteresse gewannen zunehmend die Oberhand über das Interesse für das öffentliche Leben, die Ethik der Fürsorge und über den Drang nach Veränderung.

Was heute als Revolutionismus, Radikalismus und Linke durchgeht, wäre vor ein oder zwei Generationen als Reformismus und politischer Opportunismus abgelehnt worden.


längere Leseprobe:   Auszug Kapitel 6 - Vom Hier zum Dort


weitere Leseproben: hier bitte weiterlesen