Die wehrlose Gesellschaft (VANCE PACKARD)

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Helmut S. - ADMIN
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Beigetreten: 21.09.2010 - 20:20
Die wehrlose Gesellschaft (VANCE PACKARD)
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Vance Packard - ein Soziologe und wohl Amerikas populärster Sittenforscher mehrerer Jahrzehnte - war für viele seiner Zeitgenossen ein Spinner und Populist, für Andere aber ein ernstzunehmender und respektierter Gesellschaftskritiker und Autor.  

Liest man heutzutage seine Bücher und folgt seinen Aussagen und seiner Kritik an Politik, Industrie und Gesellschaft, ist man geneigt anzunehmen, Vance Packard habe die Bücher erst vor ein paar Monaten geschrieben.

Vance genießt meinen höchsten Respekt. Er nennt wie kaum kein Anderer seiner frühen aktiven Schaffensphase der 50er, 60er und 70er eklatante Mißstände und Personen beim Namen und ist dabei schonungslos offen. Seine ins Mark treffenden Analysen gepaart mit visionärem Blick in die Zukunft machen ihn für mich aus zeitlicher Rückbetrachtung zum absoluten Lieblingsbuchautor.

Ihr bekommt seine Bücher in gebundener Form für 5 -10 € über ZVAB.de, Antikbuch24, diverse Amazon-Verkäufer oder die üblichen Internetauktionsplattformen. Natürlich gibt es auch Taschenbuchausgaben, doch sind diese kaum preiswerter, weisen neben der unvorteilhaft kleineren Schrift auch meist deutlichere Gebrauchsspuren auf.

Infos über den Autor bei Wiki (engl.) klick

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The Naked Society (1964) – Die wehrlose Gesellschaft

Packards großes Buch über die Freiheit des Privatlebens und seine Bedrohung durch Bespitzelung und Überwachung. Die Freiheit des Einzelnen ist bedroht

Anhand einer Fülle von Beispielen aus Schulen, Universitäten, der Wirtschaft und den Unternehmen, aus der Regierung und den privaten Lebensbereichen des Menschen schildert Packard, welchen Bespitzelungen und geheimen Überwachungen der einzelne Mensch heute schon ausgesetzt ist. Auf Tonbändern, Filmen und in den Speichern der Elektronenrechner werden Informationen über Arbeitsuchende, Angestellte oder Kreditbewerber, über Männer, Frauen und Kinder gesammelt. Mikrophone in Toiletten der Betriebe, Fernsehgeräte, Tonbandgeräte und versteckte Kameras in Banken, Warenhäusern; Abhörgeräte, Lügendetektoren und Fragebogen: sie alle registrieren Zuverlässigkeit, Leumund, private Gepflogenheiten und sogar intime Einzelheiten des Liebeslebens. Sie kontrollieren und werten. Manche dieser Überwachungs- und Testmaßnahmen mögen notwendig sein. Aber wo liegt die Grenze? Und wer vor allem ist berechtigt, eine solche Grenze zu ziehen? Wie steht es um den Schutz des einzelnen durch die Gerichte?

Packard deckt die unzähligen Formen der Überwachung und Kontrolle auf. Er bringt erschreckende Zahlen und nüchterne Tatsachen über das Heer der sogenannten »Ermittlungsbeamten" und die z. T. unseriösen Detektivinstitute, deren Zweigstellen sich nicht nur über ganz Amerika erstrecken, sondern auch bereits über Europa.

Packard schildert amerikanische Verrhältnisse, aber der Leser wird immer wieder Parallelen zu ähnlichen Zuständen in Europa finden. Die Freiheit des Einzelnen ist bedroht. Deshalb geht dieses Buch jeden an. Denn das, was einst George Orwell in seinem Roman 1984 als utopische Vision darstellte, der „Große Bruder", der diktatorische Staat, der seine Bürger auf Schritt und Tritt überwacht, das alles - so Vance Packard - ist heute in den USA keine Vision mehr.

Vance Packards Buch, 1964 erstmals in Deutschland erschienen, stellte damals ausschließlich amerikanische Verhältnisse dar. Diese Publikation beeinflusste in den späten 1960er-Jahren erheblich auch die Studentenbewegung in Deutschland: Es forcierte deren Kritik am so genannten Konsumterror. Die aktuellen Schlaggzeilen, die Enthüllungen über Wanzen und Bespitzelungen geben Vance Packard eine neue, beklemmende Aktualität. (Quelle: booklooker.de)