Effizienzrevolution – Gedanken zur Zeit nach Peak Oil

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Beigetreten: 18.11.2011 - 13:41
Effizienzrevolution – Gedanken zur Zeit nach Peak Oil
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Effizienzrevolution – Gedanken zur Zeit nach Peak Oil


Effizienz am Bau


Die seit einigen Jahren im Einsatz befindlichen Passivhäuser und Niedrigenergiehäuser zeigen uns: Wir sind in der Lage Häuser so zu bauen, daß sie ohne größeren Energieaufwand beheiz- und bewohnbar sind. Sie machen uns aber auch deutlich, wie verschwenderisch wir bislang mit Energie umgegangen sind. Wieviel Energie könnten wir einsparen, wenn wir die Prinzipien von Niedrigenergiehäusern konsequent auf alle menschlichen Bauten anwenden? Obwohl Peak Oil eine enorme Bedrohung ist zeigt sich hier einer der wichtigen Wege heraus aus diesem Problem: Energiesparen durch größere Effizienz.

Das Bauwesen ist ein Bereich, in welchem neue Herangehensweisen zu viel besseren Ergebnissen führen können. Die Dämmung der Häuser ist da nur ein Teil der Lösung, weitere Energieeinsparungen werden durch andere Lüftungskonzepte erreicht. Im Zusammenspiel mit neuer Bauweise, ordentlicher Dämmung und sparsamer Lüftung lassen sich die imposanten Ergebnisse von Passivhäusern erreichen.


Effizienz im Verkehr/beim Transport


Die Effizienzrevolution betrifft nicht nur das Bauwesen. In vielen, wenn nicht gar in allen Bereichen der Wirtschaft finden sich Prozesse, die verschwenderisch mit Energie umgehen. Das Transportwesen ist ein weiterer betroffener Bereich. Allein das Automobil, angeblich des Deutschen liebstes Kind, ist ein Beispiel für Ineffizienz. Um 150 Kilogramm zu transportieren müssen eine bis 1,5 Tonnen Gesamtgewicht in Bewegung gebracht und in Bewegung gehalten werden. Obwohl ein PKW meist für 4 Personen konzipiert ist, findet der Großteil aller Autofahrten mit einer "1-Mann-Besatzung" statt. Darüber hinaus stehen die meisten privaten PKWs mehr als 22 Stunden täglich ungenutzt herum. Energieeffizienz im Transportwesen herzustellen bedeutet deshalb nicht nur, sparsamere Autos herzustellen. Allein die Sparsamkeit im Verbrauch kann niemals so viel Ressourcen einsparen, wie eine intelligente Organisation des Verkehrs. Würden Produkte dort konsumiert, wo sie hergestellt werden, verkürzen sich die Transportwege. Würden Menschen dort arbeiten, wo sie wohnen, verkürzen sich die Arbeitswege. Würden Menschen sich Fahrzeuge teilen, verbessert sich der Nutzungsgrad. Dieses Teilen kann durch Fahrgemeinschaften, CarSharing oder altbekannten Öffentlichen Verkehr erfolgen. Die Kosten pro Person sinken, wenn nicht jeder sein eigenes Auto nutzt, sondern sich Gruppen von Reisenden zusammentun.


Eine regional orientierte Wirtschaftsweise reorganisiert den Verkehr grundlegend. Produktherstellung und Produktverbrauch rücken näher zueinander, wenn Menschen und professionelle Einkäufer bewußter einkaufen - also regionale Güter bevorzugen. Als Anreizsystem können regionale Währungen eingesetzt werden, die regionale Wirtschaftskreisläufe stimulieren und Wertschöpfungsketten regional organisieren. Natürlich lassen sich längst nicht alle Güter lokal herstellen, aber es ist enorm verschwenderisch, den Joghurt, die Äpfel oder die Jeans teilweise tausende Kilometer zu transportieren, obwohl sie regional herstellbar sind und ihr Transport dann ganz anders und effizienter organisiert werden könnte. Wenn Dezentralisierung und Regionalisierung den Prozess der Globalisierung ergänzen, verringern sich Abhängigkeiten, wie sie die Öl-Wirtschaft erst hervorgebracht hat.

Dies sind enorme Herausforderungen für die Stadtplanung und Regionalentwicklung, für die sich Kommunen künftig öffnen müssen. Ihr Resultat könnte jedoch lebenswertere Städte in sich selbstversorgenden und selbstorganisierenden Regionen sein, die sich an den Bedürfnissen der Menschen und weniger an den "Sachzwängen" orientieren.


Effizienz in der Produktion


Effizienz ist das Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen. Je weniger Aufwand betrieben werden muß um ein möglichst hohes Ergebnis zu erzielen, umso effizienter laufen Prozesse ab. Es mag dem profitorientierten Streben widersprechen, Produkte möglichst so zu gestalten, daß sie eine lange Lebensdauer haben, der gesellschaftlichen Effizienz sind lang haltbare Güter aber enorm zuträglich.[....]

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Dipl. Wirt.-Inf Norbert Rost