Für Deutschland sterben. Die Zukunft der Billiglöhner: Die deutsche Legion

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Ulrich Gellermann
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Beigetreten: 22.03.2013 - 15:43
Für Deutschland sterben. Die Zukunft der Billiglöhner: Die deutsche Legion
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Für Deutschland sterben

Die Zukunft der Billiglöhner: Die deutsche Legion

Nos anciens ont su mourir / Pour la gloire de la Légion“ heißt es im Lied der französischen Fremdenlegion, „Unsere Alten wussten zu sterben / Für den Ruhm der Legion“, lautet die deutsche Übersetzung. Das wird man umtexten müssen, wenn die geplante deutsche Legion ihre mörderische Arbeit aufnimmt. Das jüngste Weißbuch der Bundeswehr schafft zwar die Voraussetzung für eine deutsche Legion, aber Alte, die schon für deren Ruhm gestorben sind, hat die neue Fremdenlegion noch nicht aufzuweisen.

"Nicht zuletzt böte die Öffnung der Bundeswehr für Bürgerinnen und Bürger der EU nicht nur ein weitreichendes Integrations- und Regenerationspotenzial für die personelle Robustheit der Bundeswehr, sondern wäre auch ein starkes Signal für eine europäische Perspektive“, heißt es im schönsten von-der-Leyen-Deutsch des Weißbuches, dem wichtigsten Grundsatzdokument deutscher „Sicherheitspolitik“. Und das zitierte Kapitel trägt den unnachahmlichen Titel: "Zur künftigen Personalstrategie der Streitkräfte." (als unten angehängt)

Diese eklige Mischung aus Wehrmachts- und Unternehmensberater-Sprech meint übersetzt: Wir brauchen für Auslandseinsätze eine robuste Todesschwadron, die auch mal alle Fünfe gerade sein lässt. So geht blutige Integrationspolitik. Zur Zeit haben immer weniger junge Leute Lust auf den Dienst in der neuen deutschen Herausforderungs-Armee. Da rekrutieren wir eben das „Regenerationspotenzial“ im Ausland. Und vorläufig beschränken wir uns auf die Fremden in der Europäischen Union, so verstehen wir eine europäische Perspektive.

Den Ostländern laufen doch ohnehin die Bürger weg. Rund drei Millionen junge Polen sind schon ausgewandert. Aus den prekären Ländern Bulgarien, Rumänen und den jugoslawischen Nachfolgestaaten sind ähnliche Zahlen bekannt. Der billigste deutsche Soldat bekommt zur Zeit 2.000 Euro. Da kann sich aber ein Pole ohne Arbeit freuen, wenn er das Geld bekommt. Und wir sorgen auch noch für gesunde Konkurrenz: Das Einstiegsgehalt bei der französischen Fremdenlegion liegt bei 1.280 Euro, das toppen wir auf alle Fälle.

Allerdings ist die französische Legion nicht nur Konkurrenz sondern zugleich auch Vorbild. Wo die Legionäre schon überall waren!

„Wenn man nur einmal die Epoche seit Ende des 2. Weltkrieges betrachtet, ist Frankreich seitdem ständig an Militärinterventionen irgendwo auf der Welt mit Kampftruppen / Bodentruppen beteiligt, meist an mehreren Schauplätzen gleichzeitig. Durch diese Vielzahl von Einsätzen ist natürlich die Wahrscheinlichkeit eines "scharfen Einsatzes" für einen Angehörigen französischer Kampfeinheiten, somit natürlich auch der Fremdenlegion, weitaus höher als z.B. für einen Angehörigen der Bundeswehr.“

So steht es auf der Webseite der Légion Etrangère. Aber da kommen wir natürlich auch noch hin. Schließlich, sagt das Weißbuch, soll die Bundeswehr "Verantwortung für Stabilität und Sicherheit des internationalen Umfelds übernehmen“. Allerdings scheint der Kriegstourismus geografisch ein wenig eingeschränkt zu sein: „Ohne eine grundlegende Kursänderung wird Russland somit auf absehbare Zeit eine Herausforderung für die Sicherheitspolitik auf unserem Kontinent darstellen.

Und wo eine Herausforderung ist, da schlägt der Deutsche zu. Gern auch im Donezkbecken. Genauer: Er lässt demnächst zuschlagen, durch Billiglöhner aus Osteuropa. Die waren doch alle schon mal unterwegs: Die Bulgaren, Polen, Rumänen, Slowenen, Tschechen und Ungarn, alles Mitglieder der US-Koalition der Willigen im Irak-Krieg. Da kann doch die nächste Generation junger Leute aus diesen Ländern prima in der deutschen Legion der Billigen dienen. So geht die Einheit Europas. Ruck-Zuck.

"Ich halte das für ein gutes Signal", sagte der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hans-Peter Bartels (SPD) zur deutschen Femden-Legion. Es sei "durchaus vorstellbar, dass die Bundeswehr für manchen jungen Europäer eine attraktive Perspektive ist". „Trompetenfanfare“ nennen die französischen Legionäre den Refrain ihres Marschliedes, ein Signal, das auch die Toten aufwecken soll: „Ihr Helden von Camerone und vorbildlichen Kameraden / Ruhet in Frieden in euren Gräbern.“ Camerone wird der höchste Feiertag der Legion genannt, denn in der Nähe von Camarón de Tejeda in Mexiko, hatte eine französische Interventionsarmee 1861 versucht, die Auslandsschulden Mexikos einzutreiben. Die Legion wurde in dieser Schlacht nahezu komplett vernichtet.


Deshalb sollte die deutsche Legion eher den „Kundus-Tag“ als Feier-Datum einführen: Jenen glorreichen 4. September 2009, an dem die tapfere deutsche Armee mit Hilfe amerikanischer Bomber den Diebstahl von ein paar Litern Benzin mit dem Tod von rund 150 afghanischen Ziegenhirten bestrafte, unter ihnen auch Kinder. Auf der Seite der Bundeswehr waren keine Opfer zu beklagen. Na, wenn das keine europäische Perspektive ist! (siehe dazu zwei unten angehängt)
 

Geheimakte Kunduz - Protokoll eines tödlichen Fehlers (1)



Geheimakte Kunduz - Protokoll eines tödlichen Fehlers (2)

Vielleicht ist die französische Legion doch kein so gutes Beispiel. Eigentlich eignet sich die Nazi-Legion Condor noch besser als Vorbild. Diese angebliche Freiwilligen-Truppe der Hitler-Wehrmacht, die 1936 so unsäglich tapfer, aus der Sicherheit ihrer Luftüberlegenheit heraus, die spanische Zivilbevölkerung in Guernica und anderswo zu Tode bombardierte, um den Sieg der Faschisten um Diktator Francisco Franco über die spanische Republik zu sichern. Dann müsste auch kein französisches Lied umgetextet werden: „Wir sind deutsche Legionäre / die Bombenflieger der Legion / im Kampf um Freiheit und um Ehre / Soldaten der Nation“, hieß es im Lied der Legion Condor. Da ist schon alles drin: Die große Ehre aus großer Höhe Menschen umzubringen, gleich ob mit Drohnen oder Bombern. Und auch jene Freiheit, die in den NATO-Kriegen schon in Afghanistan, im Irak, in Libyen und wieder in Syrien so gründlich durchgesetzt wurde, dass tausende und abertausende Eingeborene, vom Leben befreit, nun im ewigen Frieden ruhen dürfen.

Ulrich Gellermann, Berlin (siehe  -Anhänge am Seitenende!)

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Afghanistan: Gesamtopferzahl der Koalition (USA, GB und Andere) nach Jahr und Monat: 3.520 Soldaten (inkl. 54 Deutscher)

 
Year Jan Feb Mar Apr May Jun Jul Aug Sep Oct Nov Dec Total
2001 0 0 0 0 0 0 0 0 0 3 5 4 12
2002 10 13 15 10 1 3 0 3 1 5 1 8 70
2003 4 7 12 2 3 7 2 4 2 6 8 1 58
2004 11 2 3 3 9 5 2 4 4 8 7 2 60
2005 2 3 6 19 4 29 2 33 12 10 7 4 131
2006 1 17 13 5 17 22 19 29 38 17 9 4 191
2007 2 18 10 20 25 24 29 34 24 15 22 9 232
2008 14 7 20 14 23 46 30 46 37 19 12 27 295
2009 25 25 28 14 27 38 76 77 70 74 32 35 521
2010 43 53 39 34 51 103 88 79 57 65 58 41 711
2011 32 38 39 51 56 66 53 82 53 42 27 27 566
2012 35 24 39 40 45 39 46 52 27 24 17 14 402
2013 8 1 16 16 26 27 14 13 13 10 4 13 161
2014 7 10 3 9 4 12 9 5 6 3 3 4 75
2015 0 1 0 1 1 2 0 3 3 10 0 6 27
2016 3 0 0 0 2 1 0 2 0       8

Quelle:  http://www.icasualties.org

 

Irak: Gesamtopferzahl der Koalition (USA, GB und Andere) nach Jahr und Monat: 4.822 Soldaten

 

Year Jan Feb Mar Apr May Jun Jul Aug Sep Oct Nov Dec Total
2003 0 0 92 80 42 36 49 43 33 47 110 48 580
2004 52 23 52 140 84 50 58 75 87 68 141 76 906
2005 127 60 39 52 88 83 58 85 52 99 86 68 897
2006 64 58 34 82 79 63 46 66 77 111 78 115 873
2007 86 85 82 117 131 108 89 88 70 40 40 25 961
2008 40 30 40 52 21 31 13 23 25 14 17 16 322
2009 16 18 9 19 25 15 8 7 10 9 11 3 150
2010 6 6 7 8 6 8 4 3 7 2 2 1 60
2011 6 3 2 11 2 15 5 0 4 4 2 0 54
2012 0 1 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 1
2013 - - - - - - - - - - - - -
2014 0 0 0 0 0 0 0 0 0 2 1 0 3
2015 0 0 1 1 1 1 0 0 2 1 1 0 8
2016 0 0 1 3 3               7

 

Quelle:  http://www.icasualties.org

In beiden Angriffskriegen bisher 8.342 getötete Soldaten. (aktualisiert am 06.10.2016!). Von den zehntausenden leicht und schwerst Verletzten, den vielen für ihr Leben lang psychisch traumatisierten Soldaten spricht keiner. Und von den hunderttausenden zivilen Opfern erst recht niemand. Für sie gibt es nicht mal eine Statistik. Kollateralschaden eben - who cares? (ADMIN Helmut S.)




Quelle: RATIONALGALERIE > Artikel vom 15.06.2016.

⇒ Forderung nach NATO-Austritt: „Unbedacht und abenteuerlich?“ von Sebastian Bahlo, Referent des Vorstandes des Deutschen Freidenker-Verbandes. - weiter.

"Nordatlantikvertrag: Acht Gründe für den Austritt Deutschlands aus der NATO" von Elias Davidsson - weiter.

"Sagt NEIN, ächtet Aggressionen, bannt die Weltkriegsgefahr!" > zum Aufruf.

"Die NATO – Ihre Kriege und der Terror" von Conrad Schuhler / Vorsitzender des Instituts für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung e.V. - weiter.


Bild- und Grafikquellen:

1. KEINE LAIEN BEI DER BUNDESWEHR. Grafikbearbeitung: Wilfried Kahrs (WiKa) / QPress.

2. Bundesadler mit Stahlhelm - Bundes Wer? . . . Grafik: Wilfried Kahrs (WiKa), QPress.

3. Das Gefecht von Camerone (spanischer Ortsname: Camarón de Tejeda), das im Rahmen der französischen Intervention in Mexiko am 30. April 1863 stattfand, gilt in der Geschichte der französischen Fremdenlegion als Symbol für Opfer- und Heldentum. Bei dem Gefecht kämpften 62 Legionäre und 3 Offiziere der Fremdenlegion unter dem Hauptmann Jean Danjou und den Offizieren Sous-Lieutenant (Unterleutnant) Clément Maudet und Sous-Lieutenant Napoleon Vilain gegen rund 2.000 Soldaten unter dem mexikanischen Oberst Francisco de Paula Milán, davon 1.200 Infanteristen und 800 Kavalleristen.

Am Ort des Gefechtes wurde 1892 ein Denkmal errichtet mit der Inschrift (Übersetzung): "Hier standen weniger als 60 Mann gegen eine ganze Armee. Deren Masse hat sie erdrückt. Bevor sie jedoch ihren Mut verloren, haben diese französischen Soldaten am 30. April 1863 ihr Leben gegeben. Zum Andenken an sie hat das Vaterland dieses Denkmal errichtet."

Heutzutage wird das Gefecht immer noch gefeiert und der offizielle Bericht zu diesem Anlass vorgetragen. Der 30. April ist der höchste Feiertag in der französischen Fremdenlegion. (Text: Wikipedia!) Das Foto zeigt eine Feierzeremonie im antiken Theater von Orange im April 2010. Foto: Jeanlouiszimmermann. Quelle: Wikimedia Commons. Diese Datei ist unter den Creative-Commons-Lizenzen „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“, „2.5 generisch“, „2.0 generisch“ und „1.0 generisch“ lizenziert.

4. NATO raus - raus aus der NATO. Grafik: Wilfried Kahrs (WiKa) / QPress.