Gott hat hohe Nebenkosten: Wer wirklich für die Kirche zahlt (EVA MUELLER)

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Gott hat hohe Nebenkosten: Wer wirklich für die Kirche zahlt (EVA MUELLER)
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Gott hat hohe Nebenkosten:  Wer wirklich für die Kirche zahlt


Autorin:  Eva Müller

Verlag: Kiepenheuer & Witsch – zur Verlagsseite 

ISBN-13:  978-3-462-04485-0


208 Seiten, Klappenbroschur, Euro (D) 14,99 | sFr 21,40 | Euro (A) 15,50


auch als eBook: ISBN-13: 978-3-462-30633-0, Euro (D) 12,99

auch als Hörbuch, 260 Minuten Spielzeit, Sprecher: Sofia Brandt, ISBN: 978-3-86484-037-1zur Verlagsseite

 


Klappentext:

Warum wir alle für die Kirche zahlen, aber nichts zu sagen haben

Seit neun Jahren leitet Bernadette Knecht einen katholischen Kindergarten bei Bonn. Sie ist kompetent, engagiert und beliebt. Aber als ihre Ehe zerbricht und sie sich neu verliebt, wird sie entlassen. Sie hat gegen die Moralvorstellungen der katholischen Kirche verstoßen. Die Eltern sind entsetzt – und wütend. Sie wollen ihre Kindergärtnerin behalten und gehen auf die Barrikaden. Dabei machen sie eine erstaunliche Entdeckung. Die Kirche bestimmt, aber sie zahlt gar nicht – der Kindergarten wird von ihnen selbst, vom Staat finanziert.

Eva Müller erzählt die Geschichte einer Auseinandersetzung, die sinnbildlich für die Konflikte zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern in konfessionellen Einrichtungen steht. Anhand von weiteren Beispielen aus dem ganzen Land beleuchtet sie Arbeitsbedingungen von Ärzten, Pflegern und Lehrern. Dabei stellt sie fest, dass die Zahl von katholischen und evangelischen Einrichtungen immer weiter steigt, während die Zahl der Kirchenmitglieder immer weiter sinkt.

Eva Müller blickt in diesem Buch hinter die Kulissen des zweitgrößten deutschen Arbeitgebers; sie schildert, wie die Kirchen immer mehr Einfluss gewinnen, was das für Arbeitnehmer bedeutet und wer den Preis dafür zahlt. Anschaulich, informativ und kritisch: „Gott hat hohe Nebenkosten“ fragt danach, welchen Einfluss die Kirchen heute haben – und welchen sie haben sollen.



Rezension von Chris Popp, Niedenstein - Redakteur und Gründer des Online-Magazins booknerds.de

Es sorgte in der Presse für nicht wenig Aufruhr: Die äußerst beliebte und engagierte Erzieherin Bernadette Knecht leitete fast eine Dekade lang einen katholischen Kindergarten in Rauschendorf bei Bonn und wurde nicht zuletzt aufgrund ihrer Kompetenz in den höchsten Tönen gelobt. Doch sie hätte ihr Privatleben besser verschweigen sollen, denn die Tatsache, dass ihre Ehe in die Brüche ging und sie nach einiger Zeit mit einem anderen Mann liiert war, stieß in der Kirche auf Unverständnis, denn sie habe damit gegen die moralischen Grundsätze der katholischen Kirche verstoßen. Sie wurde unmittelbar entlassen. Die Eltern der Kinder sind fassungslos und entrüstet. Spontan und sukzessiv immer besser organisiert verkünden sie ihren Unmut über diese Entscheidung und setzen sich für Bernadette Knecht ein – denn sie möchten, dass ihre Kinder weiterhin von Frau Knecht erzogen werden.

Während sich aus den anfänglichen Beschwerden nachgerade Strategien entwickeln, stoßen die Eltern auf ungeheuerliche Fakten. Fakten wie jene, dass zahlreiche kirchliche Einrichtungen nur zu einem verschwindend geringen, einstelligen Prozentsatz von der Kirche selbst finanziert werden und stattdessen der Staat als Geldgeber fungiert. Ein großer Teil jener Institutionen wird unglaublicherweise gar komplett vom Staat finanziert. Jeder Bundesbürger bezahlt demnach, ganz gleich, ob er Kirchenmitglied ist, kirchliche Einrichtungen aus seiner Tasche. Die Crux dabei: Zu melden, was in jenen Einrichtungen geschieht, hat weder der Bürger noch der Staat etwas – das bleibt einzig und allein den jeweiligen Kirchen vorbehalten.

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Rezension von M. Lehmann-Pape, Leverkusen:

Die „Nebenwelt“ der Kirche

Wer ob des Titels ein weiteres Buch erwartet, welches sich ausschließlich um Kirchensteuern, Grundbesitz und Pfründe der großen Kirchen bewegt, sieht sich schon zu Beginn der Lektüre und bei den ersten Blicken ins Buch angenehm enttäuscht.

Unter „hohen Nebenkosten“ ist, im Sinne der Autorin, nicht nur zu verstehen, dass die großen Kirchen als zweitgrößter Arbeitgeber in Deutschland fungieren und nicht nur, dass die großen, verfassten Kirchen in diesem Zusammenhang auch mehr und mehr Einnahmen durch Refinanzierungen generieren (was sicherlich eine Rolle spielt und im Buch von Eva Müller aus fundiert und sorgfältig recherchiert dargelegt wird). Unter „Nebenkosten“ ist vor allem auch „zu verbuchen“, wie sehr und wie viele Menschen von leicht bis bitter enttäuscht sich wiederfinden, so sie mit den „Formalia“ der Kirchen aneinandergeraten. Und eben auch in Form solcher zermürbender Erfahrungen „zahlen“.

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Empfehlung: eine TV-Filmdoku zum Themaweiter