Hauptsache Konsum? Die 20 größten Konsumsünden

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Helmut S. - ADMIN
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Hauptsache Konsum? Die 20 größten Konsumsünden
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Hauptsache Konsum?

Die 20 größten Konsumsünden

Worauf wollen wir am wenigsten verzichten?

Film von Christopher Gerisch

Der TV-Sender 3sat gab in einer im April 2013 ausgestrahlten Sendung mit dem Titel "Hauptsache Konsum?" Einblicke ins und Gegenentwürfe zum Konsumverhalten der modernen Gesellschaft.

"10.000 Dinge besitzt ein Europäer im Durchschnitt - das meiste davon belastet ihn mehr als es ihm hilft: Autos, Nahrung, Kleider, Smartphones beladen uns mit Informationen, Lärm und mit Müll. Das macht krank, sagen die Soziologen. Tatsächlich ist der Mensch biologisch als Geschöpf des Mangels konzipiert. Das bedeutet: Er kann mit dem Wenigen, was Fauna und Flora zu bieten hat, optimal auskommen. Doch von "Mangel" kann in der westlichen Welt kaum die Rede sein. Steht die moderne Lebensweise damit im Konflikt zu unserer Natur? Oder ist der moderne Mensch den nächsten Schritt gegangen, und jetzt gepolt darauf, seine Gelüste ausleben? Ein Leben jenseits der 10.000 Dinge ist für die meisten Menschen jedenfalls kaum vorstellbar.

"Worauf wollen wir am wenigsten verzichten?"

Die Abstimmungsfrage der Wissenschaftsshow "Die 20 größten KonsumSünden" zielt mitten in das Konsumentenherz. Dabei geht es nicht darum, die schwerste Umweltbelastung zu benennen oder den moralisch verwerflichsten Konsum, sondern lediglich um das eigene subjektive Empfinden: Könnte ich eher auf Fleisch verzichten oder auf mein Auto? Ist mir Mode wichtiger als mein Mobiltelefon? Kommentare von Prominenten, Wissenschaftlern, Comedians und Querdenkern ergänzen die Show".
(Quelle 3sat.de)

Foto: Viktor Mildenberger - Quelle: pixelio.de

Ich habe die überaus interessante Filmdokumentation mehrere Male aufmerksam verfolgt und kann für die deutschlandweit praktizierte Gleichgültigkeit, Ignoranz, Dummheit und vor allem aber über die Inkonsequenz vieler Konsumenten nur verständnislos den Kopf schütteln. Die TOP-20 von den Zuschauern gewählten Konsumsünden habe ich hier mit Fleißarbeit aufgelistet, und dazu mit einer gehörigen Portion Zeitaufwand eine Auswahl der informativsten bzw. markantesten Aussagen des Films in die jeweilige Platzierungen transkripiert. So bleiben die Kernaussagen auch noch bestehen, sollte das Video zur Sendung mal irgendwann nicht mehr zur Verfügung stehen.



► Platz 20: Plastikspielzeug

  • Schrille Massenware aus Fernost, die Kinderherzen schneller schlagen lässt: bunt, abwaschbar aber leider auch gefährlich für die, die es dann bespielen
  • Statt Giftstoffe zu reduzieren, erlaubt die EU ab Mitte 2013 höhere Grenzwerte für Schadstoffe wie Arsen, Blei oder Quecksilber – ein Triumph der Spielzeuglobby
  • Produktion in Billiglohnländern mit niedrigen Qualitätsanforderungen, höherer Schadstoffbelastung und fehlenden Kontrollen. 


Platz 19: Kreuzfahrten

  • Titanic-Nervenkitzel, Suche nach Abenteuer und Romantik
  • Die Kehrseite der schwimmenden Hotels: tonnenweiser Verbrauch von Schweröl, ein Abfallprodukt aus den Raffinerien, das auch zur Herstellung von Teer und Asphalt genutzt wird.
  • Der Qualm dieser Dreckschleudern ist hochgiftig, deshalb wechseln sie den Kraftstoff wenn sie in einen Hafen einlaufen (aber längst nicht alle)
  • Hamburg ist die einzigste Stadt, die keine Feinstaubzone hat. Wenn da einmal gemessen werden würde, bei den Briketts die die aus ihren Schornsteinen husten, dann würde jeder sofort fragen: was denn, wie denn, hier wohnen noch Menschen?
  • Ein Kreuzfahrtschiff verbraucht auf einer Reise soviel wie 5 Mio. Pkw
  • Bis 2020 können die Rußschleudern die Umwelt noch mit ihrem billigen Treibstoff verpesten, erst dann müssen sie wesentlich strengere Emissionswerte einhalten


Platz 18: Schmuck

  • Gold –Objekt der Begierde
  • Goldabbau ist ein schmutziges Geschäft. Die Herstellung eines einzigen Goldrings verursacht rund 20 Tonnen Minenabfall
  • Zum Auswaschen des Goldes benötigt man hochgiftiges Cyanit, welches die Umwelt und die Gesundheit der Minenarbeiter gefährdet
  • Die Arbeitsbedingungen vor Ort sind meist katastrophal.
  • Im Gegensatz zu Rotwein oder Olivenöl gibt es bei bei Gold keinen Herkunftsnachweis.
  • Solange Hersteller nicht vepflichtet sind, den Ursprung von Gold oder Diamanten preiszugeben, haben wir jedoch kaum Einfluß. Es sei denn: wir kaufen nichts.


Platz 17: Dekoartikel

  • "Nicht gesucht, und trotzdem gefunden". Dieses Motto der Dekoartikelbranche charakterisiert unsere Konsumgesellschaft recht zutreffend.
  • Geschmack spielt dabei keine Rolle, erlaubt ist was gefällt.
  • Gebrauchswert spielt kaum noch eine Rolle, sondern eher der "Habenswert". Ich bin also nur dann voll funktionsfähig, wenn ich diesem scheinbarem Bedürfnis nachgebe und mich ausstatte mit jeglichem Plunder, der dort angeboten wird.
  • scheinbares Bedürfnis nach Plunder
  • Der Handel mit Geschenkartikel erweist sich als krisensicher. Nippes gibt es für jeden Geldbeutel und geht immer. Die Branche boomt
  • Produziert wird in Billiglohnländern – wenig menschenfreundlich, wenig ökologisch, wenig nachhaltig, dafür massenhaft und saisonal abgestimmt


Platz 16: Feuerwerk

  • Nirgendwo auf der Welt wird zum Jahreswechsel soviel Geld am Himmel verpulvert, wie in Deutschland.
  • Müllberge: der gesamte Dreck aus einer Sylvesternacht zusammengekehrt würde 500.000 Mülltonnen füllen - die Kehrseite von ein paar Minuten Spaß
  • Jahr für Jahr häufen sich die Unfälle mit Feuerwerkskörpern, doch selbst bei sachgemäßer Anwendung sind sie nicht ohne.
  • Es gilt: je bunter, desto giftiger die Gefahrenstoffe im Feuerwerk
  • Rund 110 Mio. EUR haben wir in diesem Jahr verfeuert und es gibt keine Anzeichen, daß es beim nächsten Jahreswechsel weniger werden.


Platz 15: Wassersport

  • Lärmbelästigung durch Jet-Skis streßt nicht nur Badegäste, sondern auch geräuschempfindliche Wasservögel.
  • Lärm als ökologischer Wahnsinn
  • Die Schweiz hat Jet-Skis auf ihren Gewässern kurzerhand verboten.


Platz 14: Haustierbedarf

  • Tierliebe oder verhätschelte Designer-Tölen?
  • In der Hundezucht werden Krankheiten aus ästhetischen Gründen in Kauf genommen.
  • Haustiere verkommen zum Konsumgut.
  • Ein großer Hund hat einen ökologischen Fingerabdruck wie ein großer Geländewagen
  • Spezielle Feinkostenläden offerieren Leckerlies die in punkto Qualität manche Schulküche alt aussehen lassen.
  • Allein in Deutschland geben wir jährlich rund 3,7 Mrd. Euro für Haustierbedarf aus.


Platz 13: Wintersport

  • Raus auf dem Büro, rauf auf die Piste.
  • Was nach naturverbundener Erholung klingt, ist in Wahrheit ein ökologisches Desaster.
  • Kein Schnee? Gibt es nicht. Dann wird Schnee angemacht. Schneekanonen sind die Garanten einer hemmungslosen Spaßindustrie.
  • Der Mensch will zwar auf den Berg, nur nicht zu Fuß – immer größere Skilifte müssen her.
  • Große Gebiete werden abgeholzt, Skipisten planiert, Gletscher notdürftig gesichert.
  • Um ausreichend Wasser für den Kunstschnell vorzuhalten, entstehen riesige Stauseen – auf Kosten der Berglandschaft.
  • Eventzentrum mit DJ-Ötzi, Event… Event… Apres-Ski ist oft schon wichtiger als das Skifahren an sich.
  • Der Wintersport hinterläßt einen mächtigen CO2-Fußabdruck in den Bergen.


Platz 12: Schnittblumen

  • Was im Bereich der Blumen passiert, ist ökologisch wirklich pervers.
  • Jede 3. Schnittblume, die in Europa verkauft wird, stammt aus Kenia. Die Rose, die Königin der Blumen, ist der wichtigste Exportartikel eines der ärmsten Länder der Welt.
  • Blumenimporte aus Afrika haben dort Wasserreglementierungen zur Folge, damit in den riesen Plantagen die Rosen gewässert werden können
  • Leidtragende sind Mensch und Tier. Sie leben in einer Region, in der Wasser ein besonders kostbares Gut ist. 
  • Die Produktion einer einzelnen Rose verbraucht allein 5 Liter.
  • Warum müssen wir Blumen / Rosen im Winter aus Afrika haben?
  • Was macht es mit meinem Leben, wenn ich diese Rosen nicht hätte?


Platz 11: Kosmetik

  • Wenn es ums Verführen geht, ist kaum eine Industrie so erfindungsreich wie die Kosmetikbranche.
  • Knapp 13 Mrd. Euro setzt die Branche jährlich allein in Deutschland um.
  • Nur mit ihren Produkten fühlen wir uns jung, attraktiv, vital.
  • Die wahren Opfer sind bisher die Tiere. Doch seit März 2013 hat das Leiden für die meisten von ihnen ein Ende. Laut einer neuen EU-Richtlinie sind in Europa Tierversuche für Kosmetika und ihre Inhaltsstoffe untersagt. Und endlich ist auch der Verkauf von Kosmetika veboten, die außerhalb der EU an Tieren getestet wurden.  


Platz 10: Mode

  • Mode fasziniert und wir definieren uns über unsere Kleidung. Nur wie und wo sie hergestellt wird, das wissen wir meistens nicht. Das Produkt löscht seine Geschichte. An der Kleidung erscheint nicht, wie sie produziert worden ist.
  • Gerade in der Billigtextilbranche lautet der Slogan: kauf mich, ich koste praktisch nichts. Das schürt die Ex- und Hopp-Mentalität vieler Kunden.
  • Angesicht der Schnäppchen ist es allerdings kein Wunder, daß die Arbeiter in China, Bangladesch oder Pakistan nicht fair bezahlt werden.
  • Doch Hungerlöhne und fehlende Umweltauflagen passen nicht ins Bild des modernen Großstädters, der sich gerne "hipp" kleidet.
  • Zu groß ist die weltweite Gier nach günstigen Klamotten.
  • Das die Arbeiter giftigen Dämpfen, Färbemitteln und Säuren ausgesetzt sind, wird dabei in Kauf genommen.  
  • Natürlich ist Sklavenarbeit der Preis unserer billigen Klamotten, weil anders wären diese billigen Preise gar nicht zu erzielen.


Platz 9: Flugreisen

  • Der Mensch ist im Grunde genommen ein Tourismusvieh.
  • Zum Schoppen nach New York, am Wochenende nach Venedig oder zum Kurzurlaub nach Mallorca. Es wird geflogen als gäbe es kein Morgen.
  • Flugbenzin wird ökologisch nicht besteuert, ist also viel viel billiger ist als das Benzin für Autos. Kerosin sollte so teuer besteuert werden wie es eigentlich seinen Umweltwirkungen entspricht.
  • Jeder Liter Sprit, den ein Flieger durch seine Düsen jagt, belastet das Klima ungefähr 2x so stark wie ein Liter Autokraftstoff. Für die meisten von uns kein Grund, nicht zu fliegen.
  • Die Welt hat sich zum globalen Feriendorf entwickelt.
  • Wir sind so unglaublich gierig und undiszipliniert. Es gibt eben kein Menschenrecht auf den Drittflug nach Mallorca. Wir wollen in unserer persönlichen Gier und Egomanie für uns von etwas profitieren wollen, und alles andere soll darunter leiden und kaputtgehen.


Platz 8: Alkohol

  • Ohne einen Tropfen Alkohol ist Entspannung und Spaß für viele von uns unvorstellbar.
  • Alkohol ist die einzigste Droge, die gesellschaftlich akzeptiert ist.
  • Pro Kopf und Jahr konsumieren wir rund 10 Liter reinen Alkohol.
  • Die gegenseitige Verführung ein festes Ritual.
  • Die Folge: Knapp 10 Mio. Deutsche haben Alkoholprobleme, etwa 1,3 Mio. Menschen sind abhängig. Damit ist Alkohol das bei uns am weitesten verbreitete Suchtmittel.
  • Es ist die Frage, wieviel an Betäubung eine Gesellschaft eigentlich braucht. Nicht ohne Grund ist es gesellschaftlich akzeptiert.


Platz 7: Smartphone

  • Die virtuelle Welt hat uns voll im Griff und ist ein echter Zeitfresser. Im Schnitt verbringt jeder Erwachsene in Deutschland rund 83 Minuten täglich im Netz.
  • Mit der Erfindung des Smartphones ist das Handy zu einem Lifestyle-Argument geworden.
  • Ziemlich sorglos ist der Umgang mit unseren ausrangierten Handys. Rund 80 Millionen horden wir davon.


Platz 6: Fleisch

  • Fleisch ist mein Gemüse. Das gilt für die allermeisten von uns.
  • Wir essen heute doppelt so viel Fleisch wie vor 100 Jahren, durchschnittlich 60 kg pro Kopf und Jahr.
  • Wen kümmert`s, daß das Fleisch aus Massentierhaltung mit tierischem Elend und gefährlichen Keimen kommt.
  • Unser eingefleischtes Konsumverhalten verlangt geradezu nach industrieller Wurst-, Schnitzel- oder Kotelettproduktion.
  • Die Massentierhaltung ist der Preis für unseren ungehemmten Fleischkonsum.
  • Nahezu 85% der Deutschen essen heute fast täglich Fleisch.
  • Rein statistisch gesehen verzehren wir im Laufe unseres Lebens 1094 Tiere. Das ist doppelt so viel wie die Menschen in Entwicklungsländern.
  • Die Meisten von uns scheint es nicht zu irritieren, daß gemischtes Hack günstiger ist, als Katzenfutter.
  • 70% der weltweiten Agrarfläche braucht allein die Fleischindustrie. Doch das reicht längst nicht aus. Jeden Tag werden tausende Hektar Regenwald gerodet, um Platz für mehr Tiere zu schaffen. Nur die Wenigsten davon werden artgerecht gehalten. Und das hat seinen Grund.
  • Wir Deutsche kaufen eben gerne billig, dafür bekommen wir regelmäßig die Quittung.
  • Auf dem knallhart kalkulierten Fleischmarkt vergeht kaum ein Jahr ohne Skandal. Motiv: Profitgier.


Platz 5: Fernsehen

  • Fernsehen ist einfach faul, bequem und es ist die widerlichste Art, sich Zeit rauben zu lassen. Und wir lieben es.
  • Durchschnittlich 4 Stunden und 2 Minuten gucken wir in die Röhre. Das sind 242 Minuten - jeden Tag.


Platz 4: Süßigkeiten

  • Zucker ist das einzigste Nahrungsmittel, das eine Sucht auslösen kann - eine psychische. Ich will immer mehr essen. Ich brauch eine höhere Dosis.
  • Mehr als die Hälfte aller industriell hergestellten Lebensmittel enthält Zucker.
  • Durchschnittlich verzehren wir Deutschen 36 kg im Jahr.


Platz 3: Auto

  • Auto bedeutet Freiheit – theoretisch. Praktisch besteht diese Freiheit immer häufiger darin, im Stau zu stehen.
  • Die Freiheit, mit 200 PS Brötchen zu holen, unsere Kinder vom Fußballtraining zum Klavierunterricht zu chauffieren, die ist uns Deutschen offensichtlich sehr viel wert. Lieber im Stau als im Bus.
  • Das Traumauto der Deutschen ist PS-stark, fabrikneu und liegt schwer auf der Straße.
  • SUVs (Sports Utility Vehicle): mittlerweile ist jedes 7. Auto so eine rollende Schrankwand.
  • Die SUVs feiern Zulassungsrekorde und bewahren eine schwächelnde Branche vor größeren Selbstzweifeln.
  • Es ist totaler Schwachsinn. Es ist der unvorstellbarste Schwachsinn, den man sich überhaupt ausdenken könnte, in einer Innenstadt einen sogenannten Geländewagen zu fahren mit 2,5 Tonnen Gewicht. Das ist in jeglicher Hinsicht vollkommen disfunktional, aber sie thronen über allem und haben anscheinend irgendwie ein Gefühl von Potenz, Macht oder sonst was.
  • Die PS-Sucht der Deutschen ist ungemindert. Im Schnitt wird jedes neu zugelassene Automobil von 138 Pferdestärken angetrieben.
  • Wir haben eine psychologische Entscheidung gegen das Elektroauto.
  • Wenn wir über Mobilität der Zukunft reden, dann geht es nicht darum, die Benzinautos durch Elektroautos auszuwechseln, sondern wirklich darüber nachzudenken, wie gestalten wir unsere Städte ganz neu, wie schaffen wir Infrastrukturen und Städte, in denen sehr viel weniger Verkehr möglich ist. Und wie schaffen wir insbesondere auch Vorrang für Fußgänger, für Fahrrad, für car-sharing Lösungen.
  • Unsere Nachbarn in Holland sind uns ein ganzes Stück voraus. Hier radelt man per e-Bike zur Arbeit. Und um den elektrifizierten Drahtesel noch attraktiver zu machen, gibt es Parkhäuser nur für Fahrräder. So sieht Zukunft aus.


Platz 2: Kaffee

  • Im Sitzen, im Stehen oder TO GO, mit rund 150 Litern ist Kaffee unser Lieblingsgetränk.
  • Angebaut in riesigen Monokulturen, zerstört die Kaffeepflanze ganze Ökosysteme.
  • Weltweit erhalten die Arbeiter Hungerlöhne, damit bei uns das Kilo Kaffee schön billig ist. Nur gerade mal 3% werden fair gehandelt.
  • Filtern war gestern. Im Trend liegen Pads und Kapseln.
  • Der Konsum stieg in den vergangenen Jahren um 30%.
  • Die Wenigsten denken darüber nach, daß das Material aus dem die Kapseln gemacht sind, total umweltschädlich ist.
  • Lifestyle als Gefühl der Zugehörigkeit zur Upper-Class der Kaffeetrinker.
  • In jedem 4. Haushalt steht mittlerweile ein Kaffeeautomat.
  • Ausgeklügelte Werbekampagnen haben dem Kapselkaffee das Image der großen weiten Welt eingehaucht.
  • Man hat es geschafft, daß eigentliche Produkt, was man konsumiert, in Relation zu Verpackung, zum Maschinenpark auf das äußerste Minimum zu reduzieren, und damit im Grunde genommen den Produktpreis gigantisch hochzutreiben.
  • Viele Millionen Euro wurden eingesetzt, um hierzulande Omas Filtertüte in Rente zu schicken.
  • Seitdem George Clooney Werbung macht, hoffen 8 Millionen Nespresso-Mitglieder, daß sie irgendwann so aussehen wie er, wenn sie nur lang genug diesen Kapselkaffee saufen.


Platz 1: Elektrogeräte

  • Die Nummer 1 sind die vielen kleinen Helferlein, ohne die man sich den Alltag gar nicht mehr vorstellen kann. Kaum ein Haushalt ohne Waschmaschine, Spülmaschine, Mikrowelle oder Pürierstab. Beinahe alles, was früher mal anstrengende Hausarbeit war, geht heute elektrisch.
  • Elektrische Pfeffermühlen sind wahnsinnig praktisch, wenn man einarmig ist. Alle anderen, die zwei funktionierende Arme haben, sollen doch bitte wieder mit ihren Händen arbeiten und etwas schaffen.
  • Den Verheißungen der Elektroindustrie zu widerstehen, ist fast unmöglich.  
  • In immer kürzeren Zyklen werden neue Produkte auf den Markt gebracht, um unsere Begehrlichkeit zu wecken.
  • Egal wie wenig Energie sie verbrauchen, unterm Strich sind sie alle Stromfresser.
  • Reparaturen werden absichtlich erschwert oder durch teure Ersatzteile unsinnig gemacht.
  • Studien weißen nach, daß die Hersteller einen künstlichen Alterungsprozess in ihre Geräte einbauen, damit diese schneller kaputt gehen. So wächst der Elektroschrottberg unaufhaltsam.
  • In Ghana schlachten Kinder unseren Wohlstandsschrott aus. Sie wissen nicht, wie man einen Laptop hochfährt oder wie man in einer Mikrowelle die Suppe warm macht. Aber sie wissen, wie man die Dinger schnell kaputtkriegt, um an die wertvollen Metalle zu gelangen.
  • Allein 750.000 Tonnen Elektroschrott sammeln sich jährlich in Deutschland. Wir sind dem Konsum scheinbar hoffungslos verfallen.

 
In der 3sat-Mediathek ist der Film (58:34min) leider nicht mehr zu sehen. Bitte schaut ihn Euch hier an: