Mut zum Menschen (Dr. RAINER FUNK)

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Mut zum Menschen (Dr. RAINER FUNK)
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Mut zum Menschen


Erich Fromms Denken und Werk, seine humanistische Religion und Ethik
 

Autor: Dr. Rainer Funk

Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt (Stuttgart), 1978
Wiedergabe in der 2004 bibliographisch aktualisierten Fassung



Klappentext:

MUT ZUM MENSCHEN ist die Bekenntnisformel für Erich Fromms Denken, Leben und Werk. Mit Ihr kennzeichnet Rainer Funk die tiefste Überzeugung eines der profiliertesten Humanisten unseres Jahrhunderts. Erich Fromms bekenntnishafter Mut zum Menschen ist Schlüsselbegriff, der begreiflich macht, warum er Sozialist, Marxist, Psychoanalytiker, Sozialpsychologe, Nicht-Theist, Mystiker, Moralist, Gesellschaftskritiker und Sozialphilosoph zugleich ist.

MUT ZUM MENSCHEN ist das Ergebnis jahrelanger und intensiver Beschäftigung mit dem Werk Erich Fromms. Erstmals liegt mit diesem Buch im deutschen Sprachraum eine umfassende Darstellung seiner Sozialpsychologie und Charakterologie, seines Menschenbildes und seiner Geschichtstheorie sowie seiner Ansichten zur humanistischen Religion und Ethik vor. Die Berücksichtigung sämtlicher Schriften Erich Fromms und eines Großteils der (vor allem englisch-sprachigen) Literatur über ihn ermöglicht die längst fällige wissenschaftliche Beschäftigung mit seinen Erkenntnissen und Gedanken.

Das Werk will aber nicht nur den Fromm-Leser und den wissenschaftlich Interessierten informieren, sondern auch Erich Fromms Denken analysieren. Den darstellenden Teilen folgt der bisher einmalige Versuch, die geistigen Quellen seines wissenschaftlichen Denkens aufzuspüren. Die Verbundenheit mit der jüdischen Religionsphilosophie und mit dem Erbe von Marx führen zu der Erkenntnis, daß Erich Fromms Denken einer besonderen Vorstellung von Dialektik folgt, die für seine geistigen Beheimatungen typisch ist.

Das spezielle Erkenntnisinteresse der Arbeit gilt dem religiösen und ethischen Humanismusbegriff. Da sich beide Aspekte in der Alternative von „Haben oder Sein“ treffen, wird im Schlußteil eine kritische Würdigung dieser Alternative vorgelegt und der Zusammenhang mit den wichtigsten charakterologischen Einsichten Erich Fromms hergestellt.

Von besonderem Informationswert sind die Ausführungen zur Biographie Erich Fromms sowie ein umfassendes Literaturverzeichnis über Schriften, die sich mit Erich Fromm auseiandersetzen.


Inhaltsverzeichnis:
    
Vorwort (S. 13-16)
    
Einleitung: Erich Fromms Leben und Werk (S. 17-29)

Teil I: Die sozialpsychologischen Erkenntnisse und die philosophisch-anthropologischen Gedanken Erich Fromms

I
    
Die Sozialpsychologie (S. 29-49)

  • 1   Die Infragestellungen des Freudschen Menschenbildes
  • a)  Die Prägung des Menschen durch die sozio-ökonomischen Verhältnisse. Die sozialpsychologische Methode
  • b)  Die Prägung des Menschen durch die Beziehung zur Welt. Die Sicht der Charaktergenese
  • 2   Der „Gesellschafts-Charakter" als Medium zwischen der sozio-ökonomischen Struktur und den in einer Gesellschaft vorherrschenden Ideen und Idealen
  • 3   Zusammenfassung: Die Kritik am Freudschen Menschenbild

II
    
Die Charakterlehre (S. 50-81)

  • 1   Der dynamische Begriff des Charakters
  • 2   Die Charakter-Orientierungen
  • a)    Die Orientierungen im Prozess der Assimilierung
  • (1)  Die nicht-produktiven Orientierungen
  • (2) Die produktive Orientierung
  • b)    Die Orientierungen im Prozess der Sozialisation
  • (1)  Die nicht-produktiven Orientierungen
  • (2) Die produktive Orientierung
  • c)    Die Affinität und die Mischungen der verschiedenen Orientierungen
  • 3   Das Wachstums- und das Verfallssyndrom
  • a)   Biophilie und Nekrophilie und ihre Beziehung zu Sigmund Freuds Lebens- und Todestrieb
  • b)   Narzissmus und inzestuöse Symbiose
  • c)   Die Konvergenz innerhalb des Wachstums- und Verfallssyndroms und die Korrelation der Syndrome

III
    
Die Ansichten zur Natur und Geschichte des Menschen (S. 82-115)

  • 1   Die Natur des Menschen
  • a)  Das „Wesen" oder die „Natur des Menschen"
  • b)  Die Dichotomien im Menschen
  • c)   Die Bedürfnisse des Menschen als menschliche Bedürfnisse
  • 2   Die Geschichte des Menschen
  • a)  Die Geschichte der messianischen Idee als geschichtsphilosophische Theorie
  • b)  Erich Fromms Sicht der Geschichte in Anschluss an die Geschichtstheorie von Karl Marx
  • 3   Die Entfremdung des Menschen in der Geschichte
  • a)  Die geistesgeschichtlichen Wurzeln des Frommschen Begriffs der Entfremdung
  • b)  Das Wesen der Entfremdung als Idolatrie
  • c)   Die Möglichkeit der Überwindung der Entfremdung
  • d)  Zur Ambiguität des Entfremdungsbegriffs


Teil II: Der Humanismus Erich Fromms und seine Kritik

IV
    
Die humanistische Religion (S. 117-168)

  • 1   Autorität und Religion
  • a)   Rationale und irrationale Autorität
  • b)   Autoritärer und revolutionärer Charakter und ihre Dialektik
  • c)   Wesen und Funktion der Religion
  • d)   Der Gegensatz von autoritärer und humanistischer Religion
  • 2   Erich Fromms Interpretation der Geschichte des Gottesbegriffs
  • 3   Die humanistische Religion als Realisierung der X-Erfahrung
  • 4   Auf dem Wege zu humanistischer X-Erfahrung
  • 5   X-Erfahrung als Mystik des EINEN

V
    
Die humanistische Ethik (S. 169-227)

  • 1   Humanistische Ethik als angewandte Wiss. der Kunst des Lebens im Gegenüber zu anderen ethischen Systemen
  • 2   Der Gründungszusammenhang der humanistischen Ethik
  • a)  Die „Wissenschaft vom Menschen" und ihr Bezug zur „Natur des Menschen"
  • b)  Der Weg zur Erkenntnis von objektiv gültigen Werten und Normen
  • 3   Die Fähigkeit des Menschen zum Sittlichen
  • a)  Die Frage nach der potentiellen Gutheit des Menschen
  • b)  Die Determinanten für die Fähigkeit des Menschen zum Sittlichen
  • c)   Charakter oder Instinkt als Determinante für die Fähigkeiten des Menschen zum Sittlichen. Zur Auseinandersetzung mit Konrad Lorenz
  • d)  Die Fähigkeit des Menschen zur Wahl: Freiheit als Alternativismus
  • e)  Autoritäres und humanistisches Gewissen
  • 4   Die Bedeutung der humanistischen Ethik für die Normfindungsfrage in einer theologischen Ethik
  • a)  Zum gegenwärtigen Selbstverständnis theologischer Ethik
  • b)  Ansätze zu einer kritischen Würdigung der humanistischen Ethik Erich Fromms
  • (1)  Die Suche nach einer naturalen Unbeliebigkeit menschlicher Normativität
  • (2)  Der Charakter als Prinzip der methodischen Einheit von empirischen Daten, philosophisch-anthropologischer Reflexion und ethischer Normierung
  • (3)  Die empirischen Daten und ihre Bedeutung für eine ethische Betrachtungsweise
  • (4)  Die philosophisch-anthropologischen Reflexionen u. ihre Bedeutung für eine ethische Betrachtungsweise
  • (5)  Zusammenfassung: Die ethische Normierung aufgrund einer menschlich-naturalen Unbeliebigkeit


Teil III: Quellen und Formen des Denkens von Erich Fromm

VI
    
Quellen des Denkens von Erich Fromm (S. 231-278)

  • 1    Moses Maimonides: Die jüdische Tradition der negativen Gotteserkenntnis
  • 2   Hermann Cohen: Das Verhältnis von Ethik und Religion in der jüdischen Religionsphilosophie
  • 3   Schneur Salman: Die Ethos gewordene Mystik
  • 4   Karl Marx: Der Mensch als Urheber seiner Geschichte

VII
    
Formen des Denkens von Erich Fromm (S. 279-305)

  • 1   Das ekstatisch-kathartische Vorstellungsmodell und seine Denkformen bzw. Leerformeln
  • a)  Der Begriff und die Funktion von Leerformeln nach Ernst Topitsch und ihre Kritik
  • b)  Die Geschichte des ekstatisch-kathartischen Vorstellungsmodells und seiner Denkformen
  • c)  Der im ekstatisch-kathartischen Vorstellungsmodell wurzelnde Begriff der Dialektik als Denkform und Leerformel
  • 2   Die Denkform der Dialektik bei Erich Fromm
  • a)  Sein Denken in der Tradition des ekstatisch-kathartischen Vorstellungsmodells
  • b)  Die Dialektik als Denkform und Leerformel
  • c)  Der universale Anspruch dialektischen Denkens und seine Kritik


Teil IV: Humanismus als Wissenschaft und als religiöses Ethos bei Erich Fromm

VIII
    
Die Kunst des Lebens: Haben oder Sein? (S. 307-344)

  • 1   Die Modi des Habens und des Seins als charakterologische Begriffe
  • a)  Haben und Sein als letzte Wertungen menschlicher Wirklichkeit
  • b)  Bestimmung der beiden Modi
  • c)   Merkmale der beiden Modi
  • d)  Exemplifizierungen der Modi an menschlichen Vollzugsformen
  • e)  Haben und Sein als Grundorientierungen der Charakterstruktur
  • 2   Haben und Sein als religiöse Begriffe
  • a)  Vom charakterologischen zum religiösen Verständnis der Haben-Sein-Alternative
  • b)  Die Haben-Sein-Alternative als Inbegriff eines religiösen Ethos
  • c)  Die Funktion der humanistischen Religion für die Begründung des
  • humanistischen Menschenverständnisses

IX
    
Der Humanismus Erich Fromms als Herausforderung für eine christliche Theologie (S. 345-358)

  • 1    Überlegungen zu einem fruchtbaren Gespräch christlicher Theologen mit dem Humanisten Erich Fromm
  • 2    Fragen christlicher Theologen an den Humanisten Erich Fromm

    
Nachwort von Erich Fromm: Religion und Gesellschaft (S. 359-360)
    
Quellenverzeichnis (Gesamtverzeichnis der Schriften von Erich Fromm) (S. 361-386)
    
Literaturverzeichnis (S. 387-412)