Nachhaltigkeit, Bildung und Zeit (FRITZ REHEIS)

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Nachhaltigkeit, Bildung und Zeit (FRITZ REHEIS)
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Nachhaltigkeit, Bildung und Zeit

 

 - Zur Bedeutung der Zeit im Kontext der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung in der Schule


Autor: Dr. Fritz Reheis

Verlag: Schneider Verlag Hohengehren (2005)

ISBN-13: 978-3-89676-964-0

kartoniert / broschiert, 390 Seiten mit 10 Schemata und 5 Tabellen


Klappentext:

Das Buch nimmt die Begriffe "Nachhaltigkeit" und "Bildung" beim Wort. Was sonst fast immer übersehen wird, steht hier im Zentrum: Sowohl für den Nachhaltigkeits- wie für den Bildungsbegriff ist die Zeitdimension konstitutiv. Denn ohne eine explizite Vorstellung über die Zeitlichkeit von Prozessen lässt sich weder eine wünschenswerte Entwicklung der ökologischen, ökonomischen und sozialen Außenverhältnisse (Nachhaltigkeit), noch der sowohl körperlichen als auch kognitiven, affektiven und moralisch-ethischen Innenverhältnisse des Individuums (Bildung) entwerfen.

Der Autor zeigt, wie mit Hilfe der "Ökologie der Zeit" - einem noch jungen, radikal interdisziplinären Ansatz - Bildung für eine nachhaltige Entwicklung aus einem Guss begriffen werden kann. Das Buch analysiert, wie in der kapitalistischen Moderne und Postmoderne durch einen unangemessenen Umgang mit Zeit sowohl die Eigenzeiten der Umwelt wie der Innenwelt des Menschen systematisch vergewaltigt werden.

Die Analyse rekonstruiert und präzisiert durch einen zielgerichteten Blick auf implizite Zeitlichkeiten in zentralen umweltpädagogisch relevanten Diskursen, wieviel Zeit wir uns im Umgang mit unserer natürlichen Umwelt, unserer sozialen Mitwelt und uns selbst lassen müssen. Daraus werden zum Schluss konkrete Handlungsempfehlungen für Unterricht und Schulentwicklung abgeleitet.

Das Buch zielt letztlich auf ein wissenschaftlich abgesichertes, engagiertes Plädoyer für  das Zeitlassen - auch in der Schule.


Inhaltsverzeichnis:


Einleitung: Auf der schwierigen Suche nach diskursiven Anschlüssen ……….9

I. Ausgangspunkt: Die pädagogischen Diskurse über Nachhaltigkeit und ihre Anschlussprobleme ……….13


A. Der engere pädagogische Nachhaltigkeitsdiskurs ……….13

1. Zum Erkenntnisstand über die Bildung für eine nachhaltige Entwicklung ……….13
2. Akzentsetzungen einzelner Autoren ……….21

a. Bildung für Nachhaltigkeit und Verhalten ……….21
b. Bildung für Nachhaltigkeit und Struktur- bzw. Prozessgestaltung ………27
c. Bildung für Nachhaltigkeit und kulturell-ethisches Selbstverständnis ……….31

3. Fazit: Anschlussprobleme und der Zeitbegriff als Brücke ……….35


B. Die pädagogischen Nachbardiskurse zu Umwelt und Zeit ……….39

1. Umwelt und Zeit als isolierte Themen ……….40

a. Umwelt als Thema ……….40
b. Zeit als Thema ……….44
c. Fazit: Erkenntnisse und Fragen ……….51

2. Verknüpfung von Umwelt und Zeit ……….53
3. Fazit: Anschlussprobleme und der Ressourcen- und Ökologiebegriff als Brücke ……….69


C. Fazit: Anforderungen an einen integrativen Ansatz ……….71



II. Neuansatz: Bildungstheoretische Herausforderung und die Antwort der Ökologie der Zeit ……….76


A. Bildungstheoretische Herausforderung ……….76

1. Bildung und Zukunft ……….77
2. Die Gefährdung von Zukunft und die Ziele von Bildung ……….81


B. Die Ökologie der Zeit ……….87

1. Raumdimension: Elemente und Anordnung ……….89
2. Bewegung: Austausch-  und Verarbeitungsprozesse ……….95
3. Zeitdimension ……….100

a. Systemzeit, Eigenzeit, Elastizität ……….101
b. Synchronisation/Resonanz von System-/Eigenzeiten ……….108
c. Evolution und die Genese von Ressourcen ……….112

4. Ökologie der Zeit und kapitalistische Moderne    ……….119

a. Beschleunigung und die Suche nach den kulturalen/sozialen Zeiten und Ressourcen ……….121
b. Der Produktionismus und die systematische Vernachlässigung derReproduktion ……….123

 

C. Fazit: Allgemeine Maßstäbe für eine zeitökologische Praxis - auch im Hinblick auf   Bildung ……….132



III. Zeitökologische Grundlagen der Umweltbildung I:

- Zeitmaße für den Umgang mit der  außermenschlichen Natur - die Objektseite von Bildung  ……….139


A. Der kulturale Aspekt und die Ökonomie  ……….140

1. Zur  Inhaltsdimension einer zeitökologisch orientierten Ökonomie ……….140

a. Das einfache Quellen-Senken-Konzept ……….140
b. Das Konzept der Naturproduktivität und die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsregeln ……….143
c. Das Konzept des Vorsorgenden Wirtschaftens ……….150

2. Zur Verfahrensdimension einer zeitökologisch orientierten Ökonomie ……….154


B. Der soziale Aspekt und die Politik ……….160

1. Zur Inhaltsdimension einer zeitökologisch orientierten Politik ……….160
2. Zur Verfahrensdimension einer zeitökologisch orientierten Politik ……….165


C.Fazit: Zur Nachhaltigkeit von Entwicklung ……….170



IV. Zeitökologische Grundlagen der Umweltbildung II:

- Zeitmaße für den Umgang mit dem menschlichen Individuum - die Subjektseite von  Bildung  ……….173


A. Das Individuum als naturales Wesen ……….174

1. Leben, Gesundheit und  Zeit ……….174
2. Körper und Zeit ……….185
3. Psyche und Zeit ……….190

a. Der pragmatische Aspekt    ……….191
b. Der affektive Aspekt ……….195
c. Der kognitive Aspekt ……….198

 

B. Das Individuum als kulturales und soziales Wesen ……….202

C. Das Individuum als personales Wesen ……….211

1. Die deskriptive Dimension ……….212

a. Person und Arbeit ……….212
b. Person und Integration ……….217
c. Person und Perspektivität  ……….222

2. Die präskriptive Dimension ……….225

a. Person, Sollen und Können ……….226
b. Person, Verantwortung und Diskurs ……….231
c. Person und Subjektivität    ……….237

 

D. Fazit: Zur Nachhaltigkeit von Bildung ……….244


V. Schulpädagogische Konsequenzen:

- Konturen einer zeitökologisch fundierten nachhaltigen Bildung für eine nachhaltige Entwicklung in der Schule  ……….248


A. Schule und Zeit ……….249

B. Unterricht ……….256

1. Verfahrensdimension ……….257
a. Synchronisation/Resonanz im Schüler ……….257
b. Synchronisation/Resonanz zwischen Schüler, Gruppe und Gegenstand ……….266
2. Inhaltsdimension: Zur Integration von Gesundheitsbildung, Umweltbildung und  sozialer/kulturaler Bildung ……….274


C. Schulentwicklung ……….285

1. Verfahrensdimension: Schulentwicklung und Zeitmanagement ……….286
2. Inhaltsdimension: Zur Integration von Gesundheits-, Umwelt- und Partizipationsförderung ……….293


D. Fazit: Zur Nachhaltigkeit von Schule und Entwicklung ……….303



Schluss: Zusammenfassung und Ausblick ……….306

Anmerkungen ……….314

Literatur ……….363

Verzeichnis der Schemata undTabellen ……….390




eine ausführliche Buchvorstellung von Prof. Dr. phil. Thomas Vogel, Heidelberg:

Dass die Nachhaltigkeitsentwicklung nicht so recht vorankommen will, ist offensichtlich. Immer wieder treffen uns Katastrophenmeldungen über Klimaveränderung, Artensterben, Nahrungsmittelskandale usw., die zeigen, dass die gegenwärtige Gesellschaftsform nicht zu einem Frieden mit der Natur in der Lage zu sein scheint. An unserem Umgang mit Zeit offenbart sich symptomatisch die Widersprüchlichkeit zwischen einer nachhaltigen Entwicklung und dem Streben kapitalistischer Marktökonomien nach immer schnellerer Kapitalakkumulation. Die Bemühungen um eine Veränderung dieser Situation, zu der auch Bildung für eine nachhaltige Entwicklung gehört, verlangen eine grundsätzlichere Herangehensweise an das Problem. In solche grundsätzlichen Betrachtungen gehört die Analyse unseres Umgangs mit Zeit. Fritz Reheis hat die Problematik in seinem Buch „Nachhaltigkeit, Bildung und Zeit“ aufgegriffen, in dem er die „Bedeutung der Zeit im Kontext der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung in der Schule“ (so der Untertitelt) untersucht.

In der Arbeit, mit der sich Reheis an der Universität Kassel habilitierte, will der Autor zeigen, „dass die konsequente theoretische Analyse der im Nachhaltigkeitsbegriff implizierten Zeitdimension“ für die pädagogisch relevanten Aspekte einer Umsetzung des Leitbildes der nachhaltigen Entwicklung fruchtbare Perspektiven eröffnen kann. Hierzu analysiert er zunächst die aktuellen pädagogischen Diskurse über Nachhaltigkeit. Reheis kommt dabei zum Ergebnis, dass die pädagogischen Nachhaltigkeitsdiskurse den Zeitfaktor nur unzureichend in ihre Betrachtungen einbeziehen. Solange jedoch der Zeitbezug, der bereits im Nachhaltigkeitsbegriff enthalten ist, nicht konsequent in Theorie und Praxis einer Bildung für eine nachhaltige Entwicklung Berücksichtigung findet, kann diese nicht als in sich konsistent zufrieden stellen. Reheis spricht hier von einer „Anschlusslücke“, die er mit Hilfe einer Integration zeitökologischer Gedanken in die Bildungstheorie für eine nachhaltige Entwicklung schließen möchte.

Zunächst rezipiert der Autor deshalb Überlegungen zur „Ökologie der Zeit“, einer relativ jungen Denkrichtung, in der es um den Umgang mit Ressourcen in der Dimension der Zeit geht. Er orientiert sich dabei an Vorarbeiten des Projekts „Zeitakademie“ der Evangelischen Akademie Tutzing (hier v.a. an Projektbeiträgen des Freiburger Umwelttoxikologen Klaus Kümmerer). Weil ihm allerdings die Ansätze dieser Projektgruppe sozialwissenschaftlich „merkwürdig unterbelichtet“ (S. 88) bleiben, bezieht er – aus der Perspektive des Rezensenten vollkommen zu recht - Arbeiten des „Wiener Teams Soziale Ökologie“, aus der Kulturanthropologie (v.a. Polany) sowie der Kritischen Theorie mit heran. Besonders der Blick auf die Produktionsverhältnisse, den Reheis mit dem Diskussionsvorschlag von Biesecker macht, zeigt hierbei den zentralen Widerspruch zwischen der Problemlage des gegenwärtigen gesellschaftlichen Naturverhältnisses einerseits sowie der Unfähigkeit kapitalistischer Marktökonomien zu problemadäquaten Lösungen auf. Die kapitalistisch orientierte „Ökonomie der Zeit“ prägt sowohl der natürlichen Mitwelt wie der sozialen Lebenswelt ihren Zeittakt auf. Kapitalistischen Marktökonomien reduzieren hierzu alle Zeiten auf Portionen einer einzigen Zeit: der gesellschaftlich-abstrakten Arbeitszeit. Dabei geht ihnen jedes natürliche und gesellschaftliche Maß verloren (S.152).Dies ist der Grund, warum kapitalistische Marktökonomien nicht zukunftsfähig sind und es fragt sich, ob das „Zeitproblem“ erst dann aufzulösen ist, wenn sich durch die Änderung der Produktionsverhältnisse auch die Verfügbarkeit der Menschen über ihre eigene Zeit ändert.

Die Widersprüchlichkeit der kapitalistische Produktionsweise ist die eine Seite des „Zeitproblems“. Der kapitalistische wie jeder andere Industrialismus geht jedoch einher mit dem Siegeszug von Naturwissenschaft und Technik. Darin ist eine Vorstellung von Fortschritt vorausgesetzt, die alles Vergangene als „überholt“ betrachtet. Zeit ist in diesem Fortschrittsmodell eine Einbahnstraße, auf der man mit immer höherem Tempo vorwärts fährt, ohne sich um die bereits zurückgelegte Strecke zu kümmern. Der Fortschritt von Naturwissenschaft und Technik, so hatte es Georg Picht einmal formuliert, sei der Motor des riesigen Schwungrades, das sämtliche industrialisierten Gesellschaften mit wachsender Geschwindigkeit aus ihrer Vergangenheit herausschleudere. Dieser Prozess sei identisch mit dem Prozess der Zerstörung der Natur. Solange wir uns also nicht auch von unserem gegenwärtigen Wissenschafts- und dem darin enthaltenen Fortschrittsverständnis verabschieden, wird sich auch an unserem Zeitverhältnis nichts ändern.

Die Ergebnisse aus der Analyse der „Ökologie der Zeit“ verknüpft Reheis mit seinen bildungstheoretischen Überlegungen. Hierbei differenziert er zwischen der Objektseite von Bildung, worunter er „Zeitmaße für den Umgang mit der außermenschlichen Natur“ fasst, und der Subjektseite, die sich auf „Zeitmaße für den Umgang mit dem menschlichen Individuum“ bezieht. Bei der Objektseite von Bildung geht es dem Autor wesentlich um die Integration zeitökologischer Zusammenhänge in den politischen Willensprozess und die Frage möglicher Unterstützung dieses Prozesses durch Bildungsmaßnahmen. Er stößt dabei u.a auf die gesellschaftliche Widersprüchlichkeit, dass ökonomisch bedingte Beschleunigungs- und Entrythmisierungszwänge die Qualität demokratischer Willensbildung zunehmend beeinträchtigen und leitet hieraus die Forderung nach einer umfassenden Politischen Ökonomie der Nachhaltigkeit ab, die im kultural/sozial vermittelten Austausch zwischen Mensch und Natur die jeweiligen System-/Eigenzeiten“ respektieren müsse (S.170). Durch die Fokussierung auf den Zeitaspekt vermittelt Reheis in diesem Teil seines Buches Perspektiven, die dem Leser die Widersprüchlichkeit unseres gegenwärtigen ökonomischen Systems in Fragen einer nachhaltigen Entwicklung deutlich vor Augen führen. Das System blendet bei der Frage einer nachhaltigen Entwicklung den Zeitaspekt systematisch aus. Dass dies nicht geht, hatte Reheis in einem seiner früheren Bücher (Entschleunigung: Abschied vom Turbokapitalismus) zum Ausdruck gebracht.

Einen ebenso breiten Raum, wie dem gesellschaftlichen Umgang mit Zeit, widmet Reheis der Analyse des individuellen Zeitverhältnisses. Bei der Betrachtung der „Subjektseite von Bildung“ orientiert er sich besonders an system- und evolutionstheoretische Überlegungen. Das Individuum könne als „System“ betrachtet werden, „das sich in einer Umwelt behaupten muss“ (S.244). Die Phase der „Behauptung“ scheint dem Rezensenten allerdings zu Ende zu gehen; in Zukunft wird sich die Menschheit entweder durch antizipative Einsicht/Vorsicht oder gewaltsam in den Naturprozess einfügen müssen. Ohne eine „solidarische Ökonomie“ (Altvater), in der die Enteignung der Lebenszeit aufgehoben wird, ist m.E. auch keine nachhaltige Entwicklung möglich. Die Zeitlichkeit des Subjekts ist mit der Zeitlichkeit des Systems untrennbar verknüpft. Insofern ist die vorgenommene Trennung der Subjekt- und Objektseite von Bildung und Zeitlichkeit analytischer Natur. Am Ende der Untersuchung führt der Autor beide Seiten wieder zusammen. Wir müssen in unseren Austausch- und Verarbeitungsprozessen mit der Natur nicht nur dieser, sondern auch uns selbst sowie den Mitmenschen, mit denen wir über die Arbeitsteilung und die Interaktion/Kommunikation verbunden sind, die notwendige Zeit lassen (S. 308). Das subjektive Zeitverhältnis der Menschen muss letztlich als Ergebnis eines unangemessenen Umgangs mit Zeit in der kapitalistischen Moderne betrachtet werden.

Welche Konsequenzen ergeben sich aus der Ökologie der Zeit für Schule und Unterricht? Pädagogen können nicht ohne Zuversicht und Idealismus arbeiten. Reheis ist sich durchaus bewusst, für welche Gesellschaft er bildungstheoretische Vorschläge zur Veränderung des gesellschaftlichen Natur- und Zeitverhältnisses liefert. Der Autor des „Abschieds vom Turbokapitalismus“ kennt und benennt die Widersprüche immer wieder. Aber er kann und will die Auflösung der gesellschaftlichen Widersprüche nicht abwarten und entwickelt deshalb Lösungen, die angesichts der Übermacht der Verhältnisse zwangsläufig wie der sprichwörtliche „Tropfen auf den heißen Stein“ erscheinen müssen. Zunächst müsse die Schule, so eine Forderung des Autors, zu einer „Zeitzone mit eigener Qualität innerhalb der Kultur/Gesellschaft modelliert werden“. Dabei ist er sich durchaus bewusst, dass die Institution Schule ganz andere Zeitmaße benötigen würde, als ihr von den Programmzeiten der kapitalistischen Moderne zugestanden bzw. aufgezwungen werden (S.250). Konkret didaktisch empfiehlt Reheis ein Curriculum der Horizonterweiterung, dass zunächst von der Gesundheitsbildung des Subjekts seinen Ausgangspunkt nimmt (z.B. mit dem Thema „Allergien“), anschließend über die Frage der historischen Herkunft solcher Problemlagen (hier: Nahrungsmittelproduktion) den antizipativen Blick auf die Zukunft wirft, um abschließend entsprechende Maßnahmen in der Gegenwart zu entwickeln. Mit der Gesundheitsbildung, so die Hoffnung des Autors, gewinne das Subjekt zunächst ein Gefühl für die eigene Lebenszeit. Er betrachtet diese Perspektive als einen sinnvollen Ausgangspunkt für einen kritischen Blick auf die Systemzeit.

Fritz Reheis geht den Zusammenhang von Nachhaltigkeit, Bildung und Zeit mit Ausführlichkeit und großer Akribie an. Mit der Frage der Zeitlichkeit unseres Systems beleuchtet er einen zentralen Aspekt der Widersprüchlichkeit des Kapitalismus und reflektiert ihn hinsichtlich bildungstheoretischer Konsequenzen für Unterricht und Schulentwicklung.

Erhard Eppler stellte in einer Rezension zu Reheis’ früherem „Entschleunigungs-Buch“ fest, bevor überhaupt Hoffnung in Sicht sei, müsse der „Turbokapitalismus“ sich wahrscheinlich erst totlaufen, indem er die moralischen Grundlagen und staatlichen Strukturen zerstört, ohne die er nicht gedeihen könne. Die von Reheis vorgelegten, an der Ökologie der Zeit orientierten bildungstheoretischen Überlegungen und praktischen Vorschläge könnten hilfreich wirken, diesen Prozess zu beschleunigen. (Thomas Vogel)


 




weitere empfehlenswerte Bücher von Dr. Fritz Reheis:


"Wo Marx Recht hat": klick


"Entschleunigung: Abschied vom Turbokapitalismus" und "Die Kreativität der Langsamkeit" klick


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