PEAK OIL (Junkie Business)

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Beigetreten: 18.11.2011 - 13:41
PEAK OIL (Junkie Business)
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PEAK OIL (Junkie Business II)


Wir sind Junkies. Laut BP lag der tägliche Öl-Verbrauch in Deutschland im Jahr 2007 bei etwa 2,4 Millionen Barrel Öl pro Tag. Ein Barrel, das sind 159 Liter. 2,4 Millionen Barrel sind 382 Millionen Liter Erdöl. Das sprichwörtliche Fußballfeld müßte also auf eine Höhe von etwa 40 Metern geflutet werden, um die tagtägliche Menge an Öl zu fassen, die allein die knapp 82 Millionen Bundesbürger täglich verarbeiten und verbrennen. Die jährliche Menge ist 365 mal so hoch: 14,6 Kilometer. Von 2004 bis 2008 stieg der tägliche weltweite Ölverbrauch von 82,5 auf 86,8 Millionen Barrel2. Unser Problem: Dies läßt sich nicht wesentlich steigern.

Wir nutzen Öl, um Düngemittel, Plastikspielzeug und Einkaufstüten herzustellen, für Medikamente, Farben und Lacke, für Isolierungen von Elektrokabeln und natürlich, um unsere Fahrzeuge mit Hilfe kleiner Explosionen von Luft-Ölprodukt-Mischungen anzutreiben sowie um mit Ölheizungen den Winter zu überstehen. Wir Junkies brauchen Öl für fast alle Aktivitäten unseres durchindustrialisierten Lebens: Mobilität braucht offensichtlich Öl, Essen braucht Öl, um es erst per Düngemittel und Pestiziden aufzuziehen und später, um es zum Supermarkt zu karren, die meisten Konsumprodukte kommen kaum ohne Plastik aus und sei es nur für die obligatorische Verpackung. Öl ist - in mehrfacher Hinsicht - das (technische) Schmiermittel unserer Ökonomie. Ohne Öl dreht sich kein Rad, zumindest kein großes.

Die USA verbrauchen 25% des täglich geförderten Öls bei einem Bevölkerungsanteil von 5%, China hat 22% der Weltbevölkerung und verbraucht 6%3. 6 Milliarden Menschen wollen es haben und ihr Ziel ist es, einen Lebensstandard nach US-amerikanischem oder wenigstens nach europäischem Vorbild zu erreichen. 40% der vom Menschen genutzten Energie werden aus dem fossilen Energieträger gewonnen4. Doch Öl geht aus. Der Wendepunkt der ölgetriebenen Ökonomie wird als Peak Oil in die Geschichte der Menschheit eingehen. Einerseits, weil nach ca. 150 Jahren Industrialisierung, die auf diesem Rohstoff aufbaute, eine erneute Änderung der Wirtschaftsweise bevorsteht, andererseits, weil wir mit den Nachwirkungen der Ölnutzung noch Jahrhunderte lang klarkommen müssen. Die 900 Milliarden Barrel Öl, die in der Geschichte der Ölindustrie bislang gefördert wurden5, haben sich in Luft aufgelöst: Waren es zu Beginn der Industrialisierung noch 280 Kohlendioxid-Teilchen pro 1 Million Teile in der Luft, so hat sich der CO2-Anteil innerhalb von 150 Jahren auf über 380 CO2-Teilchen erhöht6. Kohlendioxid absorbiert Wärmestrahlung, die wir von unserem Zentralgestirn geschickt bekommen und dies heizt die Atmosphäre des gesamten Planeten auf. Was es langfristig bedeutet, wenn die steigenden Durchschnittstemperaturen die schützenden Eis-Schilde an den Polen abschmelzen, den Permafrostboden aufweichen und die Meere durch Ausdehnung des Wasservolumens ansteigen lassen wissen wir noch nicht wirklich. Was wir aber wissen ist, daß wir unsere Ökonomie nicht nur aufgrund klimatischer Änderungen umstellen sollten, sondern auch, um gewappnet zu sein für die Zeit nach Peak Oil.

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Dipl. Wirt.-Inf Norbert Rost