Wissen steuert Macht

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Roland Forberger
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Beigetreten: 23.03.2014 - 13:36
Wissen steuert Macht
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Wissen steuert Macht

Wir sind stets umfassend informiert. Am Puls der Zeit sozusagen. Schauen nicht nur was die Mainstreampresse zu verkünden hat, sondern haben auch die alternativen Medien längst auf dem Schirm. Sind auf der Höhe der Zeit im globalisierten Dorf und kennen nicht nur die Hintergründe sondern erahnen weit im Voraus, wer die machtvollen Spieler dahinter sind, die die Zukunft unserer Spezies steuern.

Es ist nur noch ein kleiner Schritt unseres umfassenden Wissens, dahin zu gelangen, dass es uns möglich wird, die Mächtigen in die Schranken zu verweisen, denn Wissen steuert die Macht, so das Kalkül.

Bevor sich jedoch die Mächtigen in die Schranken verweisen lassen, sich wieder auf ihren Schwur auf die Demokratie besinnen – und damit die Ziele verfolgen, die der Masse der Bevölkerung dienlich sind – braucht es noch eines: die Bevölkerung muss teilhaben an dem Wissen und den Schlussfolgerungen!

So setzt man sich frohen Mutes an die Tastatur und gibt sein Wissen und seine Erkenntnisse dem weltweiten Netz preis, damit sich die Zukunft zum Guten entwickelt. Hier und auf meinem Blog finden sich unzählige Beispiele dafür. Um etwas konkreter zu werden nehmen wir uns die Konsumgesellschaft vor. Treibt uns innerhalb derer der manische Konsum schnurstracks ins Verderben. Immer mehr von unser Lebenszeit müssen wir dem Gelderwerb opfern, um uns weiterhin dem Konsumrausch hingeben zu können. Die Lösung ist ganz einfach: Konsumverzicht üben.

Dieser Lösungsansatz ist leichter gesagt als getan. An welchen Stellen will ich verzichten? Und reicht es aus, wenn sich jeder etwas herauspickt, auf das er zukünftig verzichten will? Bei dem Einen ist es vielleicht das jährliche neue Auto, bei einem Anderen sind es die Dinge des täglichen Gebrauchs, die lieber etwas länger genutzt werden oder gar repariert werden. Wieder ein Anderer stellt alles auf den Kopf, beginnt sogar bei der Nahrung Verzicht zu üben bzw. wählt nur noch nachhaltige Produkte.
 

Die konkrete Ausprägung könnte nicht variantenreicher sein. Ein Rezept für alle wird es auch nicht geben können, zu unterschiedlich die jeweiligen Lebenskonzepte und Lebenssituationen. So verharrt die Initiative nach einem kraftvollen Start schon bald im nahen Stillstand. Das Ziel der Initiative rückt wieder in weite Ferne und damit der Wunsch, die Welt ein bisschen besser zu machen.

Man legt nochmal nach, rührt ordentlich die Werbetrommel und hofft auf „den hundertsten Affen“, der imstande ist, das Ruder herumzureißen. Schaut verärgert auf die Mainstreampresse, die die Fakten verkennt und wider besseren Wissens ein Trugbild zeichnet. Gleichwohl wünscht man sich, eine ähnliche Reichweite wie die etablierten Medien zu haben, um ausreichend viele Menschen auf den Weg der Erkenntnis führen zu können. 

Alles bleibt, wie sie ist.

Oftmals kommt zum klaren Bild, welches man meint von der Welt zu haben, auch der eine oder andere Widerspruch hinzu. Ob begründet oder unbegründet, kratzt der jetzt an den eigenen, bisherigen Grundsätzen, lenkt vom Kurs ab. Auch wenn es nur um Details geht, so zählt doch jede Kleinigkeit für den Sieg. Man begibt sich wieder in den Kampf. Neben dem großen, machtvollen Gegner kommen nun kleinere hinzu. Kleine Nebenkriegsschauplätze werden wieder mal zum Tagesgeschäft, drohen gar das eigentliche Ziel zu verwässern.

Gefrustet schaut man irgendwann zurück. Vergleicht das Erreichte mit dem mühevoll aufgebauten Wunschbild und sucht unweigerlich den Schuldigen. Waren es die Andersdenkenden, denen man mit Argumenten nicht beikommen konnte? Waren es die Trolle, die jede sachliche Diskussion zu stören wissen? Waren es die üblichen „Schlafschafe“, die man nicht erreicht hat? Oder waren es Kräfte der Gegenseite, die die Initiative zu torpedieren wussten? Oder war man es gar selbst? Ist möglicherweise die Grundannahme, die Welt verbessern zu wollen, die Falsche? Oder hat man einfach nur zu große Erwartungen gehegt?

Schaut man sich einige der letzten Kriege und der dazu führenden Argumente genauer an, so stellt man fest, dass eine Vielzahl der Gründe auf Lügen basierten. Nach dem Öffnen der CIA-Akten kennen wir nicht nur die „Brutkastenlüge“ für den Kriegseintritt Überfall der USA auf den Irak, sondern unzählige FALSE-Flag-Operationen mehr („Demagnetize“, „Operation Mockingbird“, „Gladio“, „Operation Artischocke“, „MKULTRA“, „Operation Ajax“, „Operation Fortune“, „Operation Washtub“, „Invasion in der Schweinebucht – Operation Zapata“ …).

Hat das Wissen um die tatsächlichen Kriegsgründe je einen weiteren Krieg verhindert? Wir wissen es nicht, es scheint aber kein großes Gewicht bei der Entscheidungsfindung zu besitzen. Was wäre die heutige Konsequenz, wenn auch 9/11 als FALSE-Flag-Operation öffentlich gemacht werden würde? Diejenigen, die sich seit Jahren öffentlich genau dafür einsetzten bekämen jetzt Recht, ansonsten wären die Konsequenzen nach 15 Jahren überschaubar, ist man doch längst wieder in den Regelbetrieb übergegangen. Das aufgebaute Feindbild würde bleiben, sind die Gräben doch in den Jahren so tief gezogen, dass die einzelnen Ereignisse keine Rolle mehr spielen.


Wozu dann all der Kampf mit der Aufklärung?

Was bringt es, außer dem eigenen Gefühl, etwas Gutes gemacht zu haben, in der Sache selbst? Lohnt sich der Aufwand, wenn sich nach der Aufklärung doch nichts wesentliches ändert? Eine Frage, auf die es nicht DIE Antwort gibt. Nachdem ich selbst einige dieser Kämpfe gefochten habe, bleibt bei mir die Frage zurück, ob der Ausgangspunkt der Richtige ist.

Dass das Ziel, die Welt zu verbessern, ein Irrlicht ist, war in einem anderen Artikel auf meinem Blog schon einmal Thema. Auch die fragliche Wirkung von Petitionen hatte ich bereits erörtert und habe dennoch aktuell eine ans Laufen gebracht. Dies nur als Beispiel dafür, wie schwer es für mich ist, umfassende Klarheit zu erlangen. Bei allem eigenen Tun (aber auch bei der Beobachtung der Tätigkeiten Anderer) fällt mir immer wieder auf, dass die Wahl der „Waffen“ nicht zum gewünschten Erfolg führt. Zu sehr ist unser Denken und Handeln vom Gedanken des Kampfes durchzogen. Zu sehr die eingeprägten Muster verfestigt, zu schwer, diesen Automatismus aufzubrechen. Dabei gibt es doch längst einen Gegenentwurf zum Kampf, den der bedingungslosen Liebe.

Wie schwer es jedoch fällt, konsequent den Weg der Liebe zu gehen, wird im Alltag mehr als deutlich. Entweder scheitert man daran, dass man eben nicht bedingungslos war, sondern in die Liebe Hoffnungen, Wünsche und Absichten begründete, oder aber die Hingabe wurde missbraucht. Missbraucht kann jedoch nur etwas werden, was wiederum einer Absicht folgte.

Es ist gewiss ein steiniger Weg, sich statt dem (bewährten) Modell des Kampfes, dem der bedingungslosen Liebe hinzugeben. Es dauert auch sicher einige Generationen, bis dieses Lebensmodell zum globalen Modell wird. Dennoch erscheint es mir heute schon gewinnbringender, seine Zeit mit dem Gedanken der bedingungslosen Liebe zu füllen, statt weiterhin jegliche Krisenszenarien zum Tagesinhalt zu machen. Statt mit der Gedankenenergie die Kriegstrolle zu füttern, ist es besser den Tag einfach grundlos glücklich zu beginnen. Diese Haltung lässt den Tag über bereits viel positivere Energien auf einen selbst zukommen.

Wie bei jedem Drogenentzug ist ein fester Wille nötig, diesen Schritt zu tun. Nicht anders verhält es sich bei der Transformation von Kampf zu Liebe. Rückfälle inbegriffen.

Roland Forberger

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… weil’s so schön passt:

Im Verhör bei Roland Düringer: Professor Dr. Gerald Hüther. Der deutsche Hirnforscher und Autor ist Ende der 70er Jahre aus der DDR geflohen. Heute - so sagt er es selbst - lässt er sich nicht mehr so leicht von jemandem einsperren. Dennoch hat es Roland Düringer geschafft, Hüther in seinen Verhörraum zu laden. Jetzt steht Hüther Roland Düringer Rede und Antwort zu den Fragen:

  • Wie geht es, daß ein menschliches Gehirm ein Anderes menschliches Gehirn untersucht?
  • Was ist ein gutes Leben?
  • Und alles was ich eigentlich denke ist ein Produkt des gemeinsamen Denkens?
  • Wie geht NEU denken? Wie kann ich etwas Neues denken wo mein Denken eigentlich immer beruht auf dem was schon gedacht wurde?
  • Was läuft denn heutztage aus Sicht eines Neurobiologen falsch?
  • Ist es ein prinzipieller Denkfehler den wir zur Zeit haben, daß wir mehr auf Konkurrenz ausgerichtet werden als auf Kooperation?
  • Wie kann man ein Konsenz für ein besseres Leben finden ohne Kompromisse eingehen zu müssen? Was braucht es zum guten Leben?
  • Wie wird man zu einer gültigen Stimme?
  • Woher kann ich wissen, daß das was ich denke wirklich das ist was ich denke?
  • Wie kann ich selbst prüfen das ich das will und nicht das ist was ich wollen soll?



► Quelle:  Erstveröffentlicht auf meinem Blog SchnappfischKapitalismus.de > Artikel.

► Bild- und Grafikquellen:

1. Zitat: "Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart". Curt Goetz; eigentlich Kurt Walter Götz (* 17. November 1888 in Mainz; † 12. September 1960 in Grabs, Kanton St. Gallen, Schweiz) war ein deutsch-schweizerischer Schriftsteller und Schauspieler. Grafikbearbeitung: Wilfried Kahrs (WiKa) / QPress.de.

2. Wandgraffito: "Wir machen Jobs die wir hassen und kaufen dann Scheisse, die wir nicht brauchen." Foto: Flickr-user redhope. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung-Nicht kommerziell 2.0 Generic (CC BY-NC 2.0).

3. "March of Evolution - March of Progress". Foto: Carla Nspg. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Generic (CC BY-NC-SA 2.0).

4. Evolution become Revolution! Urheber: Ricardo Pires Machado. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 2.0 Generic (CC BY-NC-ND 2.0). Ricardo Machado is an Independent designer, Art director and Illustrator, living and working in Portugal. Ricardo published Illustrations in Visão magazine, TimeOut, Maxmen, DIF mag and newspaper Expresso. He is available for talks and workshops in design and illustration. http://www.ricardomachado.pt/.

5. "DER SCHMERZ UM DIE LIEBE WIE DIE LIEBE bleibt unheilbar und unendlich." Grafik/Foto: Natalie Scheid / pixelio.de .

6. Buchcover "Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft" von Erich Fromm. Überarbeitet von Rainer Funk. Verlag dtv. 42. Auflage 2015, 272 Seiten, ISBN 978-3-423-34234-6. Klappentext: 1976, vier Jahre vor seinem Tod, erschien mit ›Haben oder Sein‹ das neben der ›Kunst des Liebens‹ berühmteste und bedeutendste Buch Erich Fromms, in dem er Gedankengänge früherer Werke bewusst anschaulich und prägnant resümiert.

In seiner Darstellung steht die Existenzweise des Habens für die Übel der gegenwärtigen Zivilisation, die des Seins aber für die Möglichkeit eines erfüllten, nicht entfremdeten Lebens. Der Mensch, der nicht mehr vom Haben, sondern vom Sein bestimmt wird, kommt zu sich selbst, entfaltet eine innere Aktivität, die nicht mit purer Geschäftigkeit zu verwechseln ist, und kann seine menschlichen Fähigkeiten produktiv einsetzen. > zur Buchvorstellung.