Zur falschen Zeit am falschen Ort!

1 Beitrag / 0 neu
Bild des Benutzers Evelyn Hecht-Galinski
Evelyn Hecht-Ga...
Offline
Beigetreten: 18.06.2012 - 19:17
Zur falschen Zeit am falschen Ort!
DruckversionPDF version

Kommentar vom Hochblauen

Zur falschen Zeit am falschen Ort!


Von Evelyn Hecht-Galinski


Mehrmals schrieb ich schon über die diversen Nobelpreisträger, die für ihre schreckliche Scheinheiligkeit auch noch mit diesem dadurch völlig entwerteten Preis belohnt wurden. Wie recht ich hatte! Kann man mit gutem Gewissen morden lassen? Ja, man kann, wie wir sehen! Jeden Dienstag wird dem Friedensnobelpreisträger Obama die sogenannte "Kill List" vorgelegt. Ich schrieb schon mehrmals über diesen "Terror Dienstag" ("Terror Tuesday") an dem der Drohnenkönig gezieltes Morden anordnet.

 


Immerhin wurden in der Amtszeit der Obama Regierung mehr Menschen im Drohnenkrieg ermordet, als unter der Bush- Administration! Also liess Obama nach seiner voreiligen "Friedens"-Auszeichnung mehr geheime Drohnen-Morde ausführen, als George W. Bush in seiner achtjährigen Regierungszeit! Er geht hier in einer Art und Weise gegen unschuldige Menschen vor, die ihresgleichen sucht! Hier werden willkürlich vermeintlich Verdächtige vom Hindukusch bis nach Arabien, oder sonst wo, nach Belieben zum Abschuss freigegeben! Klar dass sich im Schatten dieses Vorgehens auch viele andere Freunde bemüßigt fühlen Ähnliches zu tun.

 
Lizenz zum Töten
 
Das israelische Regime nimmt sich diese Lizenz zum Töten bereits seit Jahrzehnten! Hört man sich aber die Rechtfertigung von US-Justizminister Eric Holder an, dann bekommt man einen Eindruck von der Denkweise dieser "Demokraten". Der Justizminister verteidigt das Recht des Präsidenten, auch amerikanische Staatsbürger gezielt weltweit ermorden zu lassen. Mit der Begründung, dass diese in ihrem Heimatland (der größten Demokratie der Welt) durch eine faktische Kriegserklärung an ihr Heimatland ihre Bürgerrechte (welche?) etwa auf ein ordentliches Gerichtsverfahren verspielt hätten. Ist das der versprochene Neuanfang? War das die so wichtige, wegweisende Rede von Obama? Nein, es ist ein bekannter Aufguss dieses verblassten Hoffnungsträgers und seiner vermeintlichen Befriedung, die er mit dieser Politik erzwingen will!

 
Immer neue Feindbilder
 
Hat dieser Drohnenkrieg die Welt sicherer gemacht, oder gar vom sogenannten Terrorismus befreit? Hat er nicht, ganz im Gegenteil, er hat dem Terrorismus und der Islamisierung überall neuen Anschub geleistet und beide sogar befördert. War das vielleicht sogar die Absicht, die dahinter steckte, um so alle Bedenken beiseite zu räumen, um dann ohne Hemmungen und schlechtes Gewissen zu morden, Länder zu unterwandern und in Aufruhr zu versetzen? Alles, im Namen der Ressourcen und Machtansprüche, um einen "Regime Change" einzuleiten und Kriege im Namen der Gerechtigkeit zu führen! Sogenannte Feinde präventiv zu ermorden und so Verbrechen großen Stils in aller Welt zu begehen! In diesem Sinn wird dann die Weltordnung wiederhergestellt, wie sie sich die USA und deren Satelliten-Staaten vorstellen? Alle Individuen, die in die Schubladen dieses Ordnungssystems nicht herein passen, können dann ohne Skrupel eliminiert werden, Kollateralschäden inbegriffen! So brauchen die USA und auch das Israelische Regime immer neue Feindbilder, um so als vermeintliche Verteidiger des Guten zu erscheinen, während die Gegner immer als das Böse, dass es zu bekämpfen gilt, dargestellt werden. So werden also weiter unschuldige US-Bürger oder Menschen anderer Nationalitäten sterben müssen, sollten sie das Pech haben, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein, wie es Holder so treffend formulierte!

 


Was sollen die 168 noch inhaftierten, sich zum Teil im Hungerstreik befindlichen Häftlinge in Guantanamo eigentlich von Obamas erneuten Ankündigungen halten, endlich dieses Folterlager / Gefängnis zu schließen? Nichts! Hatte er das doch 2009 schon einmal versprochen, es Lager innerhalb eines Jahres zu schließen! Merke: wer einmal lügt, dem glaubt man nicht... So ist diese Obama Rede eine weitere Hoffnung verkaufende "Show- Rede" eines unglaubwürdigen Friedensnobelpreisträgers! Ja schöne Reden halten kann er, das wissen wir schon aus seiner Chicagoer Zeit, aber wenn es um Erfolg und Ergebnisse seiner Forderungen ging, war es immer viel heiße Luft, die er verbreitete. Hätten wir gedacht, dass so viel Scheinheiligkeit ins Weiße Haus einziehen wird? Eigentlich hätten wir es wissen müssen! Ein "Demokrat", der weiter entscheiden will, wer als Freiwild zum Drohnenabschuss freigegeben wird, eben ein Mann der Tat! Das Morden mit gutem Gewissen legal und moralisch zu erklären, um jeden Angriff, jede Kritik, abzuwehren. Von den USA und Israel lernen, heißt illegale Handlungen, in legale und moralische zu verwandeln.

 
Mehr als 7.000 palästinensische Kinder verhaftet
 
Langsam aber sicher nähern wir uns diesen "Moralvorstellungen" unserer Freunde mit Riesenschritten. Letzte Woche besuchte Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die "Liberale", die in Deutschland so eilfertig über alle bestehenden Bedenken hinweg, das Beschneidungsgesetz ganz im Sinne der Jüdischen Lobby auf den Weg brachte, Israel / Ramallah. Sie traf ihre israelische Kollegin Tzipi Livni, die Frau, die den Gaza-Angriff mit ihrem damaligen Chef Ehud Olmert angezettelt hatte, und die jetzt im neuen israelischen Kabinett, für die Palästinenser und den Frieden zuständig ist. Frau Livni, zeigte Verständnis für die deutsche Kollegin und die Entscheidung der Bundesregierung, keinen eigenen Verbotsantrag für die NPD zu stellen. Aber sie forderte neue Gelder für die noch lebenden Holocaustopfer in Israel!

Zu gleicher Zeit fiel auch ein hervorragender Radio-Korrespondenten-Bericht von Christian Wagner aus Tel Aviv auf, der in eindringlicher Art über die palästinensischen Kinder und Jugendlichen in israelischer Haft berichtete. Als schreckliches Beispiel schilderte darin ein heute 16jähriger Palästinenser, der von der israelischen "Verteidigungsarmee" (IDF) mit 14 Jahren nachts willkürlich aus der Wohnung seiner Eltern verschleppt und verhaftet worden war. Bei dieser Aktion wurden zwei andere Jungen erschossen. Man verhörte ihn unter Folter mit Schlafentzug, nur das Verhör-Personal wurde ausgewechselt. Man verurteilte ihn dann ohne Anklage und Prozess zu eineinhalb Jahren Haft. Grund: er hatte sich angeblich einer Siedlung zu sehr genähert.

 


Dieser SWR-Bericht vom 21.Mai bezog sich auch auf einen UNICEF-Bericht, der anprangerte, wie das israelische Regime in brutaler Weise mit palästinensischen Kindern umgeht und in dieser systematisch und strukturierten Vorgehensweise handelt, wie es von keinem anderen Land der Welt mit Kindern praktiziert wird. Immerhin verhaftete das "jüdische Verteidigungs-Regime" auf diese Weise in den letzten zehn Jahren mehr als 7.000 palästinensische Kinder, also im Durchschnitt 700 Kinder pro Jahr, und zwar überwiegend nachts, während sie schliefen. Die jüdischen Soldaten durchstöbern die Häuser, dringen brutal in diese ein und nehmen sie aus ihren Betten, aus den Armen ihrer Familien. Das ist unvereinbar mit der Charta der Genfer Konvention, die Israel unterzeichnet hat.

Hier, zeigt sich, wie dieses zionistische Regime mit seinen brutalen Menschenrechtsverletzungen vor NICHTS und NIEMANDEM, auch vor Kindern nicht Halt macht. Ist das die Fratze des "Jüdischen Staates"? Interessanterweise konnte ich diesen Bericht von Christian Wagner nicht im Internet finden und hörte ihn auch nur um 6:20 Uhr im SWR2.

 
Leutheusser-Schnarrenbergers israelische Freunde
 
Zurück zu Ministerin Leutheusser-Schnarrenberger. Hörte man von ihr ein kritisches Wort über diese verbrecherischen Methoden der israelischen Freunde? Denen wir doch im Geiste verbunden sind, und mit denen wir laut Außenminister Westerwelle dieselben Werte teilen, wie er immer wieder betont. Nein, hörten wir nicht!

  • Warum besuchte sie nicht die radikalen jüdischen Siedler in Hebron, die dort mit Hilfe der IDF, die palästinensische Bevölkerung bedrohen und drangsalieren?
  • Warum reist sie nicht in den von Israel blockierten Gazastreifen?
  • Hatte die deutsche Justizministerin nicht die Pflicht, diese israelischen Methoden und Schandtaten gegen die Besetzten anzuprangern? Natürlich!
  • Warum besuchte sie nicht die palästinensischen Administrativhäftlinge im Hungerstreik?

Was für eine Farce und Schande für unser Justizsystem, wenn wir solche Werte teilen, anstelle sie zu kritisieren! Aber Leutheusser-Schnarrenberger traf auch den Präsidenten des Obersten Gerichts des Staates Israel, Asher Grunis. Da wäre es doch an der Zeit gewesen gegen diese Schandtaten zu protestieren! Was tat man stattdessen? Man unterhielt sich über den rechtsstaatlichen Umgang mit terroristischen Bedrohungen, "mit denen der Staat Israel in unvergleichlich höherem Ausmaß als Deutschland konfrontiert ist". Soviel verlogene kritiklose Ausgewogenheit muss uns eigentlich anwidern. So aber lief der Besuch wie ein typischer Freundschaftsbesuch im Rahmen der deutsch/israelischen Freundschaft und Partnerschaft ab: Yad Vashem, Besuch der Hebrew University of Jerusalem, Treffen mit dem Präsidenten der Knesset (Parlament) Juli-Joel Edelstein. Zum Schluss ging es noch nach Ramallah, zu den "moderaten" Palästinensern, um dieser PA ohne Mandat beim Aufbau eines palästinensischen Rechtsstaates behilflich zu sein.
 
Diese Farce hörte sich dann so an: "Die Autonomiebehörde (PA) hatte dazu im August 2009 ein Regierungsprogramm vorgelegt, das vorsah, innerhalb kurzer Frist in eigener Verantwortung funktionierende und rechtsstaatliche Institutionen, in den Palästinensischen Gebieten aufzubauen, um so die institutionellen Voraussetzungen für den künftigen Palästinensischen Staat zu schaffen"! Wo und wie dieser "Staat" aber dank der israelischen Besatzer-Freunde eigentlich entstehen kann, das war kein Thema für Leutheusser-Schnarrenberger! Passte es doch genau zu den US-Forderungen von US-Außenminister John Kerry, der abermals, ganz entsprechend der israelischen Vorgabe forderte, dass sich die Palästinenser ohne Vorbedingungen mit den israelischen Besatzern für Friedensverhandlungen an den Tisch setzen sollten. Netanjahu stehe SOFORT bereit - natürlich im Focus nur die "Friedensgespräche", Siedlungen sind nicht das Problem und Thema, sondern nur die israelischen Vorbedingungen, Jerusalem als ewig ungeteilte Hauptstadt Israels und dessen Anerkennung als "Jüdischer Staat". Soviel zu den Forderungen "ohne Vorbedingungen"!

 
Amnesty International Report 2013
 
Auch der Amnesty International Report 2013, Naher Osten und Nordafrika hat mich mehr als verwundert. Man prangerte zwar die israelischen Gräueltaten an, wie die Militärblockade des Gazastreifens, verfiel aber sofort in eine falsche Tatsachendarstellung. Die achttägige Militäraktion der IDf im Gazastreifen "Aktion Wolkensäule", wurde nicht durch "wahllos" abgeschossene Raketen aus Gaza ausgelöst, sondern durch eine vorangegangene Militäraktion und gezieltes Morden der "Israelischen Verteidigungsarmee"! Auch Amnesty setzte damit wieder einmal Besetzte und Besatzer gleich und berichtete somit fehlerhaft!

 

Broschur mit Länderkarten, ca. 480 Seiten, deutsche Ausgabe,

S. Fischer Verlag und Amnesty International Deutschland, ISBN-Nr.: 978-3-10-000837-4, EUR 14,99 €


Besonders ratlos machte mich folgender Satz in diesem Amnesty Bericht 2013: "Zwar waren 2012 einige Rückschläge zu verzeichnen, doch die Entschlossenheit und der Mut, den die Menschen bei ihrem nicht nachlassenden Einsatz für Gerechtigkeit und Würde und Menschenrechte bewiesen, bot auch Grund, optimistisch in die Zukunft zu blicken". Diese Sätze sind so dehnbar und ungenau, dass ich sogar in einem Hasbara (israelische Propaganda) -Blog las, dass die Israelis tatsächlich diese wunderbaren hoffnungsvollen Worte auf sich und ihre Bemühungen bezogen! In meinen Augen entwickeln sich immer mehr NGO`s (Nicht-Regierungs- Organisationen) zu Verwaltern des Unrechts!

 
Grüne als Anwälte des Friedens
 
Zum Schluss noch ein "Koitus interruptus" der Grünen! Die hatten am 26. April eine kleine Anfrage an die Bundesregierung gestellt: ("Made in Israel" als Warenkennzeichnung) "Von israelischer Seite wird als Herkunftsland pauschal Israel angegeben und nicht zwischen Produktionsstätten in Israel in den Grenzen von 1967 und israelischen Siedlungen aus besetzten Gebieten (Westbank) unterschieden". Diese normale Anfrage, die inzwischen europäischer Konsens ist, zeigte Wirkung. Die Grünen hätten durch ihre Anfrage, einen Versuch gestartet, durch den Aufruf wirtschaftlichen Boykott gegen Israel auszuüben und Israel negativ zu bewerten. Das gipfelte dann in dem ablenkenden und lächerlichen Satz: "Es sei sehr bedauerlich, dass sich Mitglieder der Fraktion, die sich als Anwälte des Friedens sehen, auf ein Thema konzentrierten, für das in einem endgültigen Abkommen zwischen Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde ohnehin ein Lösung gefunden werde. Die Grünen sollten lieber Druck auf die Palästinenser ausüben, zu direkten Verhandlungen ohne, Vorbedingungen zurückzukehren". Dadurch fühlten die Grünen sich falsch behandelt und missverstanden. Sie konterten, dass es infam sei, ihnen einen Boykottaufruf zu unterstellen. Es gehe ihnen ja schließlich nur um EU-Recht und Verbraucherschutz, niemals um Boykotte.

 

http://www.bds-kampagne.de


Schade, denn solche Boykotte sind wichtig und geboten. Die Grünen sollten sich doch besinnen und in dem Bericht mehrerer Menschenrechtsorganisationen unter dem Titel "Handel gegen Frieden" lesen, wie Europa zur Erhaltung illegaler Siedlungen beiträgt .Mehr als lesenswert! Ich wiederhole: in der Boykott-Kampagne gegenüber dem israelischen Regime, solange es weiter Menschen- und Völkerrechtsverbrechen begeht, ist das wichtigste und wirksamste Mittel, was uns bleibt: BDS (also Boykott, Desinvestition, Sanktionen)! Aber wahrscheinlich sind die Grünen momentan so im Steuererhöhungsrausch und in der Pädophilie-Debatte versunken, dass dadurch die Menschen- und Völkerrechte und deren Kritik immer mehr in den Hintergrund treten.
 
Mir wird das Wählen am 22. September immer schwerer gemacht. Keine Partei in Sicht, die endlich auch einmal mit den israelischen Freunden tacheles redet, anstatt U-Boote und andere Austauschgeschäfte mit der "einzigen Demokratie" im Nahen Osten zu fördern!
 



► Diesen Kommentar habe ich heute, 29.05.2013, erstmals bei  NRhZ-Online  veröffentlichtklick hier