Kollektiver Selbstmord durch Hasardeure u. Psychopathen
Carl von Clausewitz' Hauptwerk Werk „Vom Kriege“
Hegemoniestreben wandelt sich schnell in einen heißen Krieg.
Von Dr. Gerhard Mersmann | Forum-M7.com
Zumindest bei Menschen, die auf so etwas wie einen klassischen Bildungskanon blicken können, ist mit dem Namen des preußischen Generalmajors, Heeresreformers und Militärwissenschaftlers Carl von Clausewitz ein Satz aus seinem bis heute aktuellen Werk „Vom Kriege“ hängen geblieben. Da heißt es lakonisch: "Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln". [Vom Kriege, Buch I, Kapitel 1, Unterkapitel 24, Überschrift].
Die Aussage ist deshalb so treffend wie aktuell, weil sich bei allen Kriegen, über die wir aktuell und in den letzten Jahren zu sprechen haben, nichts präziser die Ursachen beschreiben könnte als dieser Satz von Clausewitz (* 1. Juli 1780 in Burg; † 16. November 1831 in Breslau).
Hegemoniestreben, das sich nicht mit wirtschaftlichen oder diplomatischen Mitteln befriedigen lässt, wandelt sich ganz schnell und plötzlich in einen heißen Krieg. Die Begründungen, die die späten Demokratien dafür liefern, erklären vieles, zum Beispiel worauf es den Menschen ankommt, die eigentlich gar kein Interesse an einem Krieg haben können.
Da ist von Freiheit und Werten die Rede, aber nie von Ressourcen, Passagen oder Geopolitik. Die psychologische Wandlung von Machtinteressen in Glauben und Werte ist nichts anderes als eine Rückkehr zu den brachialen Phantasien der Kreuzzüge. Nur haben es die saturierten Leser der feuilletonistischen Propagandaorgane noch nicht gemerkt. Kriege, die sich aktuell ereignen, waren bereits vorher in der noch zivil daherkommenden Politik angelegt.
► Doch zurück zu Clausewitzens unvollendeter Schrift „Vom Kriege“:
Was im Diskurs der Wissenden oft gar nicht mehr so präsent ist, muss als Clausewitzens Beschreibung dreier Wirkfelder genannt werden. Dabei handelt es sich um das Individuum, die konkreten Umstände und das Kollektiv. Im Krieg, und über dessen Ausgang entscheidet das, was sich in diesen drei Komplexen ereignet.
Was sind die Motive der beteiligten Individuen, wie sind sie psychisch disponiert und mit welcher Vehemenz ziehen sie zu Felde?
Die Umstände können, wie bei den historischen Russlandfeldzügen, heftige Winter sein, aber auch Hitzewellen oder andere Konflikte, die Kräfte beteiligter Kriegsparteien binden. Mit dem Kollektiv ist der materielle, soziale und psychische Zustand der jeweiligen Bevölkerung der Kriegsparteien gemeint. Sind sie überzeugt, sind sie bereit, Opfer zu bringen? Wo sind die Grenzen der Belastbarkeit in Bezug auf die Ziele wie die Entsagungen?
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Aufgrund einer aktuell nicht abreißenden politischen Vorbereitung auf einen bevorstehenden heißen Krieg empfiehlt es sich, die klugen, von Generalmajor Clausewitz beschriebenen Wirkungsfelder genauer unter die Lupe zu nehmen. In Bezug auf die eigenen Voraussetzungen wie hinsichtlich der Zustände im Land dessen, der als Feind beschrieben wird. Und da stehen sich Verhältnisse gegenüber, die nichts Gutes vermuten lassen.
• Seien Sie ermuntert, den Abgleich selbst durchzuführen.
• Sehen Sie sich die Individuen auf beiden Seiten an!
• Beschreiben Sie die Umstände, unter denen ein solcher Waffengang zu erwarten ist!
• Und betrachten Sie den jeweiligen Zustand des Kollektivs!
Ich bin mir sicher, dass Sie zu dem Schluss kommen, man sollte besser die Finger von einem solchen Plan lassen! Außerdem sei noch erwähnt, dass auch die – und das sei betont – qualitative Überlegenheit in Bezug auf das konventionelle Kriegsmaterial noch keinen Krieg entschieden hat. Das war nicht nur bei den Beispielen so, die Clausewitz vor Augen hatte - das war auch im II. Weltkrieg so, das war so in Vietnam und auch in Afghanistan.
Bei kühler Betrachtung reibt man sich nur noch die Augen und ist nur von einem fasziniert: Wie kann eine Gesellschaft, die von sich behauptet, eine entwickelte Zivilisation darzustellen, sich derartig von Hasardeuren und Psychopathen zum kollektiven Selbstmord anstacheln lassen?
Dr. Gerhard Mersmann
»Der ganze Krieg setzt menschliche Schwäche voraus,
und gegen sie ist er gerichtet.«
(Carl von Clausewitz, Vom Kriege, 4. Buch, 10. Kapitel)
»Die politische Absicht ist der Zweck, der Krieg ist das Mittel,
und niemals kann das Mittel ohne Zweck gedacht werden.«
(-Vom Kriege, 1. Buch, 1. Kapitel, Unterkapitel 24)
»Ein starkes Gemüt ist nicht ein solches,
welches bloß starker Regungen fähig ist, sondern dasjenige,
welches bei den stärksten Regungen im Gleichgewicht bleibt,
sodass trotz den Stürmen in der Brust der Einsicht und Überzeugung
wie der Nadel des Kompasses auf dem sturmbewegten Schiff
das feinste Spiel gestattet ist.«
(-Vom Kriege, 1. Buch, 3. Kapitel)
»Der Krieg ist nichts als eine Fortsetzung des politischen Verkehrs
mit Einmischung anderer Mittel, um damit zugleich zu behaupten,
daß dieser politische Verkehr durch den Krieg selbst nicht aufhört,
nicht in etwas anderes verwandelt wird,
sondern daß er in seinem Wesen fortbesteht,
wie auch die Mittel gestaltet sein mögen, deren er sich bedient.«
(-Vom Kriege, Skizzen zum 8. Buch, 6. Kapitel, B.
Hier, 1. Buch, 1. Kapitel, Unterkapitel 24, Wortlaut)
»Blutige Hände: Die 'Journalisten' sog. Leitmedien sind Teile des Rädchens
der Kriegsmaschine und spielen daher eine aktive und den Krieg direkt
fördernde und unterstützende Rolle. Damit sind sie (Mit-)Täter und tragen
die Verantwortung für Leid und Tod mit. Sie schmieren das Blut, das an
ihren Händen klebt, über ihre Tastaturen und reiben es uns unter die Nase.«
(-Tom J. Wellbrock)
Vom Kriege (Komplettes Hörbuch) - Carl von Clausewitz / Thomas Gehringer (Dauer 5:15:57 Std.)
Das bedeutendste Werk, das jemals über die Kriegsführung verfasst wurde, reicht weit über den militärischen Bereich hinaus. Seinen Rang verdankt es insbesondere den Thesen vom politischen Charakter des Krieges, von seiner Doppelnatur als traditionellem und revolutionärem Krieg und seiner Bestimmung als Gewaltakt, der der Erfüllung des eigenen Willens dient. Seine Theorien werden bis heute an Militärakademien gelehrt und finden auch im Bereich der Unternehmensführung sowie im Marketing Anwendung.
Gerhard Mersmann, Dr. phil., (Jahrgang 1956), gebürtiger Westfale, ist studierter Politologe und Literaturwissenschaftler. Er arbeitete in leitender Funktion über Jahrzehnte in der Personal- und Organisationsentwicklung. In Indonesien beriet er die Regierung nach dem Sturz Soehartos bei ihrem Projekt der Dezentralisierung. In Deutschland versuchte er nach dem PISA-Schock die Schulen autonomer und administrativ selbständiger zu machen. Er leitete ein umfangreiches Change-Projekt in einer großstädtischen Kommunalverwaltung und lernte dabei das gesamte Spektrum politischer Widerstände bei Veränderungsprozessen kennen.
Die jahrzehntelange Wahrnehmung von Direktionsrechten hielt ihn nicht davon ab, die geübte Perspektive von unten beizubehalten. Publizistische Aktivitäten durchziehen seine gesamte Biographie. Seine Erkenntnisse gibt er in Form von universitären Lehraufträgen weiter. Sein Blick auf aktuelle gesellschaftliche, kulturelle wie politische Ereignisse sind auf seinem persönlichen Blog M7 regelmäßig nachzulesen. >> https://form-7.com/ .
► Quelle: Dieser Beitrag wurde am 17. September 2026 erstveröffentlicht auf https://form-7.com/ >> Artikel. Eigentümer, Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich ist Gerhard Mersmann.
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► Bild- und Grafikquellen:
1. Gemälde: Carl von Clausewitz - Künstler: Karl Wilhelm Wach (* 11. September 1787 in Berlin; † 24. November 1845 ebenda), zu seiner Zeit meist Wilhelm Wach genannt, war ein deutscher Maler und ein Vertreter des Klassizismus. Das Bild im Artikel zeigt eine originalgetreue fotografische Reproduktion des zweidimensionalen Kunstwerks. Quelle: Wikimedia Commons. Dieses Werk ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für das Herkunftsland des Werks und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 100 oder weniger Jahren nach dem Tod des Urhebers.
2. Karikatur: Kriegskosten: "Deine Politiker entschließen sich, Krieg zu führen. Du knechtest und zahlst für die Kriegskosten. Deine Meinung dazu interessiert niemanden. Deine Politiker verlieren diesen Krieg. Du knechtest und zahlst für die Reparationen. Deine Meinung dazu interessiert niemanden."
Karikatur: Copyright ©️ Götz Wiedenroth. Zur Person: Götz Wiedenroth wird 1965 in Bremen geboren, beginnt seine berufliche Laufbahn als Industrie- und Diplomkaufmann. Kaufmännische Ausbildung bei der Daimler-Benz AG, Niederlassung Hamburg. Studium der Wirtschaftswissenschaften/ Betriebswirtschaftslehre an der Nordischen Universität Flensburg und der Universität Kiel, Abschluß dortselbst 1995. Beschäftigt sich während des Studiums als Kleinunternehmer mit der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Kunst, organisiert Seminare, Ausstellungen und Kongresse zum Thema Kulturmanagement auf Schloß Glücksburg in Glücksburg. Arbeitet in Flensburg seit 1995 als freier Karikaturist, Cartoonist, Illustrator und Zeichner.
Seine ersten Karikaturveröffentlichungen erscheinen 1989 in der Flensburger Tagespresse. Von 1995 bis 2001 zeichnet er täglich für den Karikaturendienst von news aktuell, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Hamburg. Von 1996 bis 2016 erscheinen landes- und lokalpolitische Karikaturen aus seiner Feder in den Tageszeitungen des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags, Flensburg.
Der von Kindheit an passionierte Zeichner erhält 1997, 2001 und 2008 Auszeichnungsurkunden des "Deutschen Preises für die politische Karikatur", verliehen durch die Akademie für Kommunikation in Baden-Württemberg, Stuttgart. >> weiterlesen. Herzlichen Dank für die Freigabe zur Veröffentlichung Ihrer Arbeiten im Kritischen Netzwerk. Quelle: Flickr und HIER.
⇒ Götz Wiedenroth (Karikaturist, Cartoonist, Illustrator und Zeichner): wiedenroth-karikatur.de/.
