Meinungsfreiheit ist nicht nur das Recht, zu Allem seinen Senf dazu zu geben wie an einer Würstelbude. Es ist das Recht, Behauptungen der Mächtigen in Frage zu stellen, Erklärungen und Fakten einzuklagen und Alternativen einzufordern. Das mag unbequem sein, lästig, nerven, bremsen. Aber es ist der Motor des Fortschritts. Ohne Nörgler, Zweifler und Besserwisser kein Fortschritt. Zweifel ist eine gesellschaftliche Produktivkraft. Seine Diffamierung durch angeblich alternativlose Politik ist Rückschritt in vormoderne Zeiten. Deutschland braucht wieder einen Grundkurs in Debatte und Wiederbelebung der Streitkultur.» (- Roland Tichy, Journalist und Publizist)
fowid - Forschungsgruppe Weltanschauungen
Boom von Erwachsenentaufen?
Fowid-Statistikbeobachter: Das Thema eines Booms von Erwachsenentaufen (vor allem in Frankreich) zieht seine medialen Kreise und gerät in Widerspruch: Einerseits bekräftigt der Vatikan diese Feststellung – anlässlich der PR-Vorbereitung der aktuellen Papstreise nach Frankreich -, andererseits stellt das Schweizerisches Pastoralsoziologische Institut (SPI) fest, dass diese Aussage, statistisch gesehen, keine große Bedeutung hat.
Die Ottawa-Erklärung 2026
Fowid-Dokument: Auf dem Weltkongress der „Humanist International“ (Internationale der Humanisten) in Ottawa wurde im August eine gemeinsame Stellungnahme verabschiedet: „Die Ottawa-Erklärung zum Humanismus als Widerstand“. Die Stellungnahme ist die Fortführung der Kopenhagen-Deklaration aus dem Jahr 2023: „Kopenhagener Erklärung zur Demokratie: ein humanistischer Wert“.
Weltanschauungen im Internet
Fowid-Statistikbeobachter: „Wer im Internet nicht gefunden wird, den gibt es nicht.“ Eine typische Übertreibung mit einem wahren Kern. Wie sieht es also aus mit dem Erfolg und der „Sichtbarkeit“ von kirchlich-religiösen bzw. säkularen Internetportalen? Ein erster Vergleich mit den Daten zur Anzahl der Seitenbesucher, der „traffic ranks“, „bounce rates“ und den Daten eines „Sichtbarkeitsindex“.
Gewerkschaften: Mitgliederzahlen 1951-2025
Die Gewerkschaften gehören – wie auch Parteien und Kirchen -, zu den großen weltanschaulichen Organisationen in Deutschland, die Mitglieder verlieren. Die Parteien haben gegenüber 1990 (2,4 Mio. Mitglieder) rund 46 Prozent ihrer Mitglieder verloren, die Kirchen seit 1990 (57,7 Mio. Mitglieder) rund 37 Prozent, die Gewerkschaften (1990: rund 9 Mio. Mitglieder) haben rund 24 Prozent weniger.
Kirchenmitglieder in Großstädten 2025
Von den 81 Großstädten in Deutschland haben Ende 2025 fünf eine Mehrheit an Kirchenmitgliedern der beiden großen christlichen Kirchen. Fünf weitere haben 2025 diese Marke unterschritten. Die fünf Städte mit der aktuellen Mehrheit an Kirchenmitgliedern werden sie voraussichtlich bis 2028 ebenfalls nicht mehr haben.