Meinungsfreiheit ist nicht nur das Recht, zu Allem seinen Senf dazu zu geben wie an einer Würstelbude. Es ist das Recht, Behauptungen der Mächtigen in Frage zu stellen, Erklärungen und Fakten einzuklagen und Alternativen einzufordern. Das mag unbequem sein, lästig, nerven, bremsen. Aber es ist der Motor des Fortschritts. Ohne Nörgler, Zweifler und Besserwisser kein Fortschritt. Zweifel ist eine gesellschaftliche Produktivkraft. Seine Diffamierung durch angeblich alternativlose Politik ist Rückschritt in vormoderne Zeiten. Deutschland braucht wieder einen Grundkurs in Debatte und Wiederbelebung der Streitkultur.» (- Roland Tichy, Journalist und Publizist)
Sammlung von Newsfeeds
Gewalt und Klima: Mexiko verzeichnet zwei Millionen intern Vertriebene
Jahrestag im Ayotzinapa-Fall: Mexikos Regierung verschiebt Bericht
Himmel über Europa – Bilder sagen mehr als tausend Worte (Teil 4)
Vor einem Monat habe ich meine Fotoserie «Himmel über Europa – Bilder sagen mehr als tausend Worte» gestartet, um aufzuzeigen, dass über unseren Köpfen Dinge passieren, über die unsere Regierungen schweigen. Leser aus unterschiedlichen europäischen Ländern haben mir Fotos und Videos zugeschickt, die sie mit Wetter- und Klimamanipulationen (Geoengineering) in Verbindung bringen.
Das bisher bei mir eingegangene Material legt eines nahe: Es kann sich nicht um vereinzelte nationale Operationen handeln, vielmehr macht es den Eindruck, als hätten unsere Regierungen ein europaweites Programm gestartet. Denn die seltsamen Phänomene am Himmel manifestieren sich in diversen Ländern auf dieselbe Art und Weise.
Auch andere Beobachtungen häufen sich: Man kann sich zum Beispiel nicht mehr auf die Wettervorhersagen verlassen. Eine Leserin aus Deutschland merkte an: «Die Wettervorhersage kriegen sie nicht mehr hin, dafür sagen sie lieber auf Jahrzehnte das Klima voraus.» Eine Leserin aus der Schweiz bestätigte diese Einschätzung, sie teilte mit:
«Was auch negativ auffällt, sind ungenaue Wetterprognosen. Bei Wetterapps kann man sich nicht mehr auf Aussagen verlassen, die für 24 Stunden gelten sollen, da diese immer wieder geändert werden. Unfähig, verlässliche Wettervorhersagen zu machen, aber dann behaupten, dass wir bis 2050 aufgrund des veränderten Klimas verglühen werden oder ähnliches.»
Ein Leser aus Deutschland wies darauf hin, dass die angekündigten Niederschlagsmengen nicht mehr stimmen. Diesen Umstand kann ich auch aus Spanien bestätigen: Hier straucheln die «Wetterfrösche» seit etwa zwei Jahren extrem. Aktuellstes Beispiel: Für Donnerstag, 10. September, wurden in meiner Gegend zum Beispiel von 10 bis 17 Uhr Niederschlagsmengen zwischen 0,1 bis 0,8 mm orakelt, bei einer Regenwahrscheinlichkeit von bis zu 90 %. Übrigens fast eine Woche im Voraus, nur für diesen Tag und mitten im Hochdruckgebiet. Im Vorfeld des angesagten «Regens» hatte es intensive Flugzeugeinsätze gegeben – maximal vier Tropfen fielen.
Vermehrt rücken unsere Leser ein noch brisanteres Thema in den Fokus: Sie vermuten, dass die gespenstischen Aktivitäten am Himmel für extreme Wetterereignisse verantwortlich sein könnten. Eine Leserin, die in einer Gemeinde im Berner Seeland lebt, schrieb dazu:
«Ich bin der Meinung, dass die Unwetter und die Hagelschäden vom 28. August 2026 auf Geoengineering zurückzuführen sind. (...) Auch die Unwetterwarnungen stimmen nicht mehr: Am 28. August bekam ich eine für die Stadt Bern. Dort war aber nichts. Dafür bekam ich die Warnung für meine Gemeinde erst, als das Schlimmste bereits vorbei war. Wir werden hier für dumm verkauft und belogen. Der Schweizer Staatspropaganda-Wetterdienst bezeichnet diese ‹lustigen› Wolkengebilde als CUMULUS HUMANUS. Sie sagen es uns sogar ins Gesicht.»
Mehrere Leser betonten, dass die Operationen am Himmel fühlbare Auswirkungen haben. Ein Leser aus der deutschen Ostheide stellte fest:
«Die meiner Meinung nach offensichtlichen Wettermanipulationen beobachte ich bereits seit mehreren Jahren. Sie sind mehr oder weniger täglich nicht nur zu sehen, sondern auch zu spüren, durch ungewöhnliche Hitze, verschlierte Sonneneinstrahlung und böenartige, kurzfristige Winde (...).»
Eine Leserin, die seit 2022 in Budapest lebt, wo die Eingriffe ins Wetter erst 2025 und 2026 extrem zunahmen, schilderte die Lage in Ungarn so:
«Einmal habe ich über dem Ostbahnhof Budapest-Keleti 14 Streifen gezählt. Sie fingen circa um 11.30 Uhr an zu sprühen und flogen fast eine halbe Stunde kreuz und quer. Das war sehr deutlich, so fliegt kein Verkehrsflugzeug, zumal in Budapest die Einflugschneise zum Flughafen immer dieselbe ist. (...)
Ungarn hat in diesem Jahr ein sehr große Dürre erlebt, circa 30 Prozent Minderernte bzw. Ausfall. Manche halten das für natürlich, was es meines Erachtens nicht ist. Die Mikrowellen, die in die Luft gejagt wurden, sieht ja keiner, wenn er sich nicht mit dem Thema auseinandersetzt. In der Regel ist es hier im Juli und August zwar sehr heiß, etwa 32 bis 35 Grad, aber in diesem Jahr waren es über 40 Grad – und das permanent über Tage hinweg. In der Nacht keine Abkühlung, das heißt, die natürliche Abkühlung in der Nacht fand während dieser Extremhitze nicht statt.
Plötzlich ein paar Tage später ein Temperaturabfall auf 29 Grad, ohne jeglichen natürlichen Grund. Darüber wird nicht berichtet. Wegen des Ernteausfalls diskutieren nun die Bauern. Die Regierung will helfen, aber Ungarn hatte den Wettermanipulationen unter Orbán zugestimmt und Magyar wird diese wohl nicht abstellen. Es ist kein Thema in der Öffentlichkeit.»
Mehrfach bestätigten mir Leser, was ich auch in Spanien erlebe: Die Flieger, die den Himmel verschmieren und seltsame Wolken- und Wetterphänomene auslösen, sind mittlerweile nicht nur tagsüber, sondern auch nachts unterwegs. Oft in großer Höhe, so dass sie nicht mehr sichtbar sind. Einige Leser sind der Meinung, dass sich die Masse an auffälligen «Kondensstreifen» in einigen Gebieten nur so erklären lässt, dass nicht nur Militär- sondern auch Zivilflugzeuge beteiligt sind. Zudem betonen sie, dass diese mysteriösen Vorgänge am Himmel seit der inszenierten COVID-«Pandemie» zugenommen haben.
Abgesehen davon fragen sich viele, was da eigentlich versprüht wird. Sie gehen davon aus, dass es sich um «giftige Stoffe» handelt, die auch auf den Boden und «unser Gemüse herunterfallen». In meinem Archiv befinden sich bereits etliche Fotos und Videos von merkwürdigen Phänomenen, die sich auf der Erde manifestieren, und die unsere Leser mit Wetter- und Klimamanipulationen in Verbindung bringen. Darüber werde ich in einem der nächsten Teile meiner Serie berichten.
Diesbezüglich möchte ich darauf hinweisen, dass unsere Leser keinen wissenschaftlichen Anspruch erheben; sie beobachten einfach nur aufmerksam – und sie vergleichen den Himmel mit dem, der ihnen über Jahrzehnte hinweg vertraut war. Ein Leser aus der Schweiz kommentierte das so:
«Ich bin 63 Jahre alt. Lebe also schon ein bisschen länger. Viele sagen, das sind normale Kondensstreifen. Aber ich fotografiere seit 1976, ich habe abertausende Fotos, die ich letzthin alle gesichtet habe. Fakt ist, bis 2004 habe ich kein einziges gefunden, wo Kondensstreifen zu sehen sind, die einfach stehen bleiben. Nicht eins. Von 2004 habe ich ein erstes gefunden, aber auch da nur mit einem relativ kurzen Streifen. Dann hat es sich ein wenig gesteigert, aber noch nicht dramatisch.
Ganz schlimm wurde es so ab Herbst 2020, also direkt nach der Corona-Lüge. Mittlerweile ist es ganz extrem! Habe hunderte solcher Bilder wie oben beschrieben. Bei fast allen neuen Bildern muss ich die mit Adobe Lightroom entfernen, weil es einfach so hässlich ist. Ich rege mich endlos über dieses Verbrechen auf. Reines Gift, das auf uns niederregnet. Man könnte es ganz leicht nachweisen, indem Regenwasser untersucht würde. Es ist ein Verbrechen von unglaublicher Abscheulichkeit. Es richtet sich nicht nur gegen die Menschheit, sondern die ganze Natur und alle Tiere, die auf diesem Planeten leben (...).»
In diesem Teil meiner Serie werde ich nicht nur Fotos von höchst ungewöhnlichen «Kondensstreifen», sondern auch von mysteriösen Wolkengebilden veröffentlichen. Mein Tipp: Lassen Sie diese Bilder einfach auf sich wirken – und schauen Sie in Zukunft häufiger mal selbst in den Himmel.
BulgarienAlle Fotos wurden in der Hauptstadt Sofia aufgenommen. In der Entwicklung zeigt sich deutlich, wie sich die einzelnen «Kondensstreifen» am strahlendblauen nicht auflösen, sondern sich im Laufe der Zeit ausbreiten, den Himmel verschmieren, die Sonne verschleiern, Wolkengebilde entstehen lassen – und plötzlich ist der Himmel dicht.
SchweizIn der Region Linthebene in der Ostschweiz hat sich einer unserer Leser bei seinen Aufnahmen speziell auf die elektromagnetischen Wellen fokussiert, die in vielen europäischen Ländern immer häufiger beobachtet werden. Zweifler mögen sagen, solche ungewöhnlichen Wolkenformationen habe es schon immer gegeben, aber unsere Leser, die diese Phänomene am Himmel seit Jahren beobachten, erkennen einen klaren Zusammenhang mit Wetter- und Klimamanipulationen. Wenn Sie genau hinschauen, werden Sie auf vielen der folgenden Fotos seltsame Wellen und ähnliche Wolkengebilde entdecken.
Region Linthebene, Skalarwellen, 6. Juli 2026. Mit Flugzeug, das einen langen «Kondensstreifen» hinter sich herzieht
Region Linthebene, Skalarwellen, 24. Juli 2026
Region Linthebene, Skalarwellen, 28. März 2023
Region Linthebene, Skalarwellen, 8. August 2023
Region Linthebene, Skalarwellen, 28. Oktober 2023
Walchwill, Kanton Zug, 2026
Walchwill, Kanton Zug, 2023
Alpstein, 1. November 2024
Goms, Wallis
Niederglatt, Kanton Zürich, 14. Juni 2026
Grossaffoltern, Kanton Bern
Kanton Zug, 28. April 2026
Kanton Zug
Schweiz, 2025
Romoos, Kanton Luzern, Juni/Juli 2026
Diepoldsau, Kanton St. Gallen, 15. September 2026
Lyss, Kanton Bern, 22. Februar 2026
Lyss, Kanton Bern, 5. August 2025
Lyss, Kanton Bern, 31. August 2025
Lyss, Kanton Bern, 31. August 2025
Biel, Kanton Bern
Biel, Kanton Bern
Biel, Kanton Bern
Biel, Kanton Bern
Biel, Kanton Bern
Schönebeck, an der Elbe
Schönebeck, an der Elbe
Schönebeck, an der Elbe
Bünde, 14. September 2026
Ostheide, Lüneburger Heide, 18. Juni 2026
Ostheide, Lüneburger Heide
Frankfurt am Main
Nähe Korbach, Nordhessen, 25. März 2025
Düren, Nordrhein-Westfalen
Düren, Nordrhein-Westfalen
Düren, Nordrhein-Westfalen
Düren, Nordrhein-Westfalen, 2. Oktober 2025
Bad Essen, Landkreis Osnabrück, August 2025
Lunow-Stolzenhagen, Brandenburg
Lunow-Stolzenhagen, Brandenburg
Lunow-Stolzenhagen, Brandenburg
Nordrhein-Westfalen
Nordrhein-Westfalen
Nordrhein-Westfalen
Nordrhein-Westfalen
Schweigen-Rechtenbach, Bad Bergzabern, Südpfalz, 12. April 2022
Schweigen-Rechtenbach, Bad Bergzabern, Südpfalz, 12. April 2022
Neuenburg am Rhein, 14. Januar 2025; mit normalem Kondensstreifen
Neuenburg am Rhein, 14. Januar 2025
Beelitz, Brandenburg, 6. September 2026
Oberbayern, 19. September 2026
Oberbayern, 19. September 2026. Die Leserin schreibt: «In diesem unscheinbaren Bild zeigen sich bei genauem Hinschauen mindestens vier unterschiedliche Frequenzen, dargestellt durch das Zebramuster – oft in unterschiedlicher Dichte, unterschiedlicher Ausrichtung und Größe.»
Oberbayern, 31. Dezember 2025
Oberbayern
Oberbayern
Oberbayern, 24. Oktober 2025
Buschholz bei Manderscheid (Eifel), 18. September 2026
Berlin, 16. September 2026
Wallmow, Uckermark, 15. September 2026
Ein besonderes Geschenk hat mir «Böhm Film» gemacht. Unter dem Titel «Phänomen» hat der Leser oder die Leserin ein Video von den elektromagnetischen Wellen an unserem Himmel produziert, mit Musik unterlegt und den ersten Teil meiner Serie «Himmel über Europa – Bilder sagen mehr als tausend Worte» verlinkt. Zum Abspielen des Videos auf das Bild klicken.
Dänemark
Dänemark, Lillebelt, 7. September 2026
Das deutsche Umweltbundesamt spricht sich übrigens gegen Geoengineering aus. Detailliert werden in diversen Veröffentlichungen die unterschiedlichen Möglichkeiten der Manipulationen beschrieben. Dabei werden Geoengineering-Aktivitäten, die zum Ziel haben, das Klima zu verändern, ausdrücklich von Wettermanipulationen (Chemtrails) unterschieden.
Tatsächlich fragt sich die Behörde, ob Geoengineering dem Klimaschutz dienen könnte, oder ob es sich nur «um Größenwahn» handelt. Bezüglich des Solar Radiation Modification (SRM), das die auf die Erde eintreffende Sonnenstrahlung vermindern und damit angeblich die globale Durchschnittstemperatur reduzieren soll, warnt das Umweltbundesamt vor erheblichen Risiken und tut kund:
«Große Freilandexperimente könnten bereits ähnliche Risiken wie ein tatsächlicher Einsatz haben. Aufgrund der komplexen Wechselwirkungen innerhalb des Klimasystems sowie mit den Ökosystemen bestehen viele Unsicherheiten, wobei die meisten auch weiterhin im Ungewissen bleiben werden. Die Auswirkungen von SRM ließen sich wohl nur in Gänze verstehen, wenn man es ausprobieren würde. Nur eines ist schon jetzt sicher: Das ursprüngliche Klima ließe sich nicht wiederherstellen. Es würde ein völlig neues und unvorhersehbares Klima entstehen.»
Das Umweltbundesamt behauptet, «dass bisher keine Geoengineering-Maßnahmen ergriffen wurden». Es räumt nur ein, dass viele Wissenschaftler «theoretisch an solchen Ansätzen – z.B. durch Modellierung oder Laborforschung» – arbeiten und erklärt: «Einige CDR-Technologien werden bereits kleinflächig getestet, z.B. DACCS und BECCS. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler planen erste Feldforschung zu SRM-Maßnahmen in Nordamerika». So der Stand der Dinge beim deutschen Umweltbundesamt am 9. Oktober 2025.
Zur Erläuterung: Bei den erwähnten CDR-Technologien (Carbon Dioxide Removal) handelt es sich um Experimente, der Atmosphäre Kohlendioxid zu entziehen. Ziel ist es nach offiziellen Angaben, die Konzentration des Treibhausgases CO₂ in der Atmosphäre zu verringern. Dies soll dadurch erreicht werden, dass das ausgestoßene CO₂ «zurückgeholt und dem Kohlenstoffkreislauf möglichst dauerhaft, zum Beispiel durch unterirdische Speicherung entzogen wird».
Klimamanipulationen: ein RiesengeschäftSolche Projekte werden zum Beispiel von Bill Gates forciert. Der vermeintliche «Philanthrop» investierte schon Ende 2024 in der kanadischen Provinz Alberta 40 Millionen Dollar in eine Start-up-Firma, die CO₂ im industriellen Maßstab aus der Luft entfernen sollte. Dabei wird «CO₂ aus der Luft gesaugt, durch diverse Prozesse komprimiert und in drei Kilometer tiefen Bohrlöchern gespeichert». Damals wurde mitgeteilt, dass überall in Kanada solche kommerziellen Anlagen entstehen würden, es handele sich um «eine enorme Industrie (wir berichteten).
Auch in Europa laufen solche Projekte bereits. In den Niederlanden wurde gerade im September eine Anlage eröffnet, die über die nächsten 15 Jahre zwölf Millionen Tonnen CO₂ entfernen soll. Diese will man anschließend in 2,6 km Tiefe unter dem norwegischen Meeresboden speichern (wir berichteten).
Geoengineering findet statt, obwohl es ein Moratorium gibtÜbrigens gibt es ein De-facto-Moratorium für Geoengineering, wie das Umweltbundesamt auf einer gesonderten Seite mitteilt. Dieses wurde schon 2010 von 193 Vertragsstaaten der Biodiversitätskonvention (CBD 1) unterzeichnet. Darin wurde vereinbart, «sicherzustellen, dass vorerst keine großflächigen Geoengineering-Maßnahmen durchgeführt werden». Und angeblich soll es «zumindest so lange gelten, bis es eine geeignete wissenschaftliche Grundlage gibt, auf deren Basis die Risiken für Umwelt und Biodiversität sowie die sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Folgen ausreichend berücksichtigt und geprüft werden können». Als vorläufige Arbeitsdefinition von Geoengineering wurde formuliert:
«Jeglicher Einsatz von Technologien mit dem Ziel großskalig die Sonneneinstrahlung zu reduzieren oder den Kohlenstoff aus der Atmosphäre zu speichern, die die Biodiversität beeinflussen können, sollen als Formen von Geoengineering angesehen werden.»
«Kleinste Experimente» sind laut Umweltbundesamt damit in der Regel nicht erfasst. Die Entscheidung nehme außerdem «ausdrücklich bestimmte CCS-Technologien (Carbon Capture and Storage) aus dem Anwendungsbereich des Moratoriums aus». Kein Wunder also, dass in diesem Bereich bereits ganz offen am Klima herumgeschraubt wird.
Grundsätzlich wird erklärt, dass die 193 Staaten mit dieser Vereinbarung, die 2016 bestätigt wurde, «ein umfassendes Bekenntnis zur Anwendung des Vorsorgeprinzips abgelegt» hätten. Und es heißt: «Das Moratorium enthält einen Auftrag an die Staatengemeinschaft, einen globalen, transparenten und effektiven Kontroll- und Regulierungsmechanismen zu entwickeln.» Angemerkt wird: «Auch über mögliche Durchführungen kleinskaliger Experimente soll berichtet werden. Einige Staaten haben bislang Bericht erstattet.»
Was «kleinskalige» Projekte genau sind, erschließt sich dem Leser auf den ersten Blick nicht. Genauso wenig wird erklärt, wie sichergestellt wird, dass die 193 Staaten engmaschig kontrolliert werden, ob sie solche Experimente kontrollieren. Alles scheint also im Ermessensspielraum der Akteure zu liegen, die im Sinne ihrer eigenen Interessen Gott spielen.
Schläft das Umweltbundesamt?Insgesamt scheint das deutsche Umweltbundesamt bezüglich Geoengineering nicht auf dem aktuellen Stand der Dinge zu sein. Denn Tatsache ist, dass in den USA bereits im Februar 2024 der Startschuss für diverse risikoreiche Geoengineering-Projekte gegeben wurde. Nach Informationen des Wall Street Journal und anderer Medien wollten Wissenschaftler im Laufe des Jahres in mehreren Ländern rund um den Globus – in den USA, Australien und Israel – Chemikalien in den Himmel sprühen oder ins Meer gießen, um der vermeintlich menschengemachten Erderwärmung entgegenzuwirken (wir berichteten).
Im Juni 2024 legte die MIT Technology Review nach und teilte mit, dass eine in London ansässige gemeinnützige Organisation auf dem besten Weg sei, «zu einem der weltweit größten Geldgeber für die Forschung im Bereich des solaren Geoengineerings zu werden». Und sie sei nur eine von einer wachsenden Zahl von Stiftungen, die Wissenschaftler dabei unterstützen wollten, zu untersuchen, ob sich der Klimawandel durch die Reflexion von mehr Sonnenlicht abmildern ließe.
Im April 2025 wurde zudem bekannt, dass die britische Regierung 50 Millionen Pfund an Steuergeldern (über 58,5 Millionen Euro) für Geoengineering-Experimente zur Verdunkelung der Sonne spendierte. Zuvor hatte London bereits Projekte finanziert, um Kohlenstoff aus dem Meer abzusaugen (wir berichteten).
Im Mai 2025 informierte dann das Springer-Blatt Politico über Proteste gegen solche größenwahnsinnigen Projekte. So hatte der Stadtrat der nordkalifornischen Stadt Alameda dafür gestimmt, das «landesweit erste Freiluftexperiment zur Begrenzung der globalen Erwärmung durch Veränderung des Wolkenverhaltens» abzubrechen. Allerdings erst zwei Monate nachdem es begonnen hatte.
Noch ein weiteres Beispiel: Schon im Juni 2024 informierte The Guardian darüber, dass Geoengineering-Projekte vor der US-Küste Hitzewellen in Europa verstärken könnten (wir berichteten). Das zeigt, welche Auswirkungen diese zwielichtigen Operationen nicht nur regional oder national, sondern auch global haben können. Und es führt das offizielle Narrativ ad absurdum, dass Geoengineering-Projekte, bei denen ins Klima eingegriffen wird, nichts mit Wettermanipulationen zu tun haben.
Und eines ist glasklar: Wenn das Umweltbundesamt im Oktober 2025 behauptete, Geoengineering würde noch nicht stattfinden – und Wissenschaftler würden «erste Feldforschung zu SRM-Maßnahmen in Nordamerika planen», dann lässt das nur einen Schluss zu: Entweder die Behörde arbeitet sehr schlampig oder sie betreibt Volksverdummung. Was nicht überraschend wäre; man erinnere sich nur an die Lügen-Geschichten, die den Bürgern von Bundesbehörden während der angeblichen «Pandemie» aufgetischt wurden.
Screenshot: Umweltbundesamt, Oktober 2025
Die dubiose UN oder das Weltwirtschaftsforum (WEF) unterstützen Geoengineering-Projekte natürlich auch, ebenso wie Milliardäre wie Bill Gates, Jeff Bezos, George Soros, Richard Branson oder auch Facebook-Mitbegründer Dustin Moskovitz (hier, hier, hier und hier). Dass sie dies zum Besten der Menschen tun, muss bezweifelt werden.
Auffällig ist, dass es trotz der Tatsache, dass diese gefährlichen Experimente bereits stattfinden, keine Regulierungen gibt – weder auf globaler noch auf EU-Ebene. Was auch das Umweltbundesamt bestätigt. Dass Ursula von der Leyens EU-Kommission bereits große Summen in solche Projekte fließen ließ, erwähnt die Behörde übrigens nicht. Zwischen 2021 und 2027 wurden 95 Milliarden Euro investiert, von 2028 bis 2034 sollen es 175 Milliarden werden, ohne dass die Bürger wüssten, was genau damit geschieht.
Zur Erinnerung: Schon während der «Pandemie» haben von der Leyen und ihre «Elite»-Truppe unter Beweis gestellt, dass sie als verlängerter Arm einer macht- und geldgierigen globalen Interessengruppe fungieren – und sich nicht für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Bürger interessieren.
Und was hält das Umweltbundesamt eigentlich von Chemtrails? Es erklärt, dass «Behauptungen zu der Existenz sogenannter Chemtrails nicht zutreffend und nicht glaubwürdig sind».
Warum sieht der Himmel außerhalb Europas anders aus?Eine unserer Leserinnen aus Ostbelgien hat übrigens eine interessante Entdeckung gemacht. Sie schrieb mir, dass sie fast täglich Chemtrails am Himmel beobachte, diese würden optisch genauso aussehen, wie die auf den von mir veröffentlichen Fotos. Zudem ließ sie mich wissen:
«Was mir immer wieder auffällt, wenn ich im Urlaub in der Türkei bin (in der Region Antalya), dass es dort diese Art von Kondensstreifen nicht gibt. Dort ist der Himmel davon nicht überzogen, obwohl es in dieser Region regen Flugverkehr gibt.
2024 und 2025 war ich jeweils für drei Wochen im Iran in Thereran bzw. kurz in Isfahan. Auch dort gibt es große Flughäfen, so dass es sehr verwunderlich ist, dass es auch dort keine permanenten Kondensstreifen gibt, die nach einiger Zeit den Himmel verschleiern, so wie es bei uns in Europa fast täglich zu beobachten ist.
Diese Art von Kondensstreifen, die wir in Europa sehen, gibt es anscheinend nicht in allen Regionen dieser Welt, obwohl es in der ganzen Welt Flugverkehr gibt. Irgendetwas stimmt also nicht mit den Aussagen unserer Politiker bzw. der Mainstream-Presse.»
Das war's für heute, liebe Leserinnen und Leser, ich hoffe, ich konnte zu Ihrem Erkenntnisgewinn beitragen. Und schicken Sie mir gerne weiteres Foto- und Videomaterial, denn für den heutigen Beitrag habe ich das Archiv ziemlich geleert, es ist also wieder Platz für Neues. Die Fotos sollten eine Auflösung von 72 dpi haben, bei einer maximalen Höhe und Breite von 40 cm. Wenn Sie mir die Fotos schon in der richtigen Größe schicken, helfen Sie mir. E-Mails bitte an: ws@corona-transition.org oder info@transition-news.org
Und noch eine Nachlese: Im dritten Teil meiner Serie «Himmel über Europa – Bilder sagen mehr als tausend Worte» hatte ich diverse runde «Kondensstreifen» präsentiert und viele unserer Leser hatten sich gefragt, was das ist. Ein Leser hatte eine Antwort darauf; er schrieb:
«Chemtrails sind nur ein kleiner und sichtbarer Teil der Wettermanipulation. Alle ‹Schmierflieger› haben das Überflugrecht, weil wahrscheinlich alle Verkehrsflieger involviert sind. Die schönen Kurven machen NATO-Kampfflieger, die wollen auch ihren Spaß und sich etwas nützlich machen.»
Weitere informationen zum Thema Wetter- und Klimamanipulationen finden Sie in meinen vorherigen Beiträgen (hier, hier, hier und hier).
Corona-Enquete-Kommission: Sachverständige streiten Diffamierung kritischer Wissenschaftler ab
Am 21. September 2026 tagte im Deutschen Bundestag die Corona-Enquete-Kommission. Die Sitzung stand unter dem Obertitel «Gesellschaftlicher Zusammenhalt, soziale Ungleichheit und vulnerable Gruppen». Die ständige Enquete-Sachverständige, Rechtswissenschaftlerin Dr. Beate Pfeil, nahm bei dieser Gelegenheit die kürzlich veröffentlichten Akten des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zum Anlass, um auf eine oft übersehene Form der sozialen Ungleichheit hinzuweisen, die während der «Pandemie» Spaltung statt Zusammenhalt erzeugte: Den Umgang mit kritischen Wissenschaftlern und kritischen Bürgern.
Die Dokumente vom BfArM mussten aufgrund einer Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz von Dr. Sabine Stebel freigegeben werden. Und sie belegen erneut, dass staatliche Fachbehörden – neben dem BfArM zum Beispiel auch das Robert Koch-Institut (RKI) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) – über eklatante Mängel des Corona-Narrativs Bescheid wussten, kritische Wissenschaftler und Mediziner aber trotzdem von Politik und Leitmedien aufgrund ihrer gerechtfertigten Warnungen diffamiert, stigmatisiert, teilweise auch zensiert und juristisch verfolgt wurden.
Die Gesellschaft der «Mediziner und Wissenschaftler für Gesundheit, Freiheit und Demokratie» (MWGFD), die auf diese Sitzung aufmerksam gemacht hat, schreibt dazu:
«Es darf als einer der größten Skandale in der Geschichte dieser Bundesrepublik gelten, dass die Politik wider besseren Wissens gehandelt hat – und dass all die gravierenden sozialen, gesundheitlichen und anderen Folgen, all das durch die Corona-Maßnahmen erzeugte Leid, weitestgehend vermeidbar waren!»
Pfeil stellte in der Sitzung klar, dass ein wissenschaftlicher Diskurs systematisch verhindert wurde und die veröffentlichten BfArM-Akten die Tatsachengrundlage und damit die Rechtmäßigkeit fast aller Grundrechtseingriffe während der «Pandemie» infrage stellen.
In der Sitzung im Bundestag richtete Pfeil ihre Fragen vor allem an die Sachverständigen der Regierungsparteien, Prof. Dr. Claudia Neu, Inhaberin des Lehrstuhls für die Soziologie ländlicher Räume an den Universitäten Göttingen und Kassel, sowie Prof. Berthold Vogel vom Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen.
Am Beispiel von MWGFD-Mitglied Prof. Ulrike Kämmerer, die gemeinsam mit Fachkollegen früh wissenschaftlich fundierte Kritik am PCR-Test für Corona geübt hatte und deren Aussagen dem «Verschwörungsmilieu» zugeordnet wurden, zeigte Pfeil auf, wie Wissenschaftler und Mediziner diskreditiert und verfolgt wurden, obwohl das BfArM und andere Behörden weitgehend wussten, dass ihre Warnungen berechtigt waren.
In Bezug auf die Verunglimpfung kritischer Bürger verwies die Juristin auf bekannte Umfrageergebnisse, die belegen, dass über 50 Prozent der Bürger speziell seit 2020 nicht mehr glauben, ihre Meinung in Deutschland folgenlos frei äußern zu können.
Von Neu wollte Pfeil deshalb wissen: «Wie verhindern wir künftig, dass man kritische Wissenschaftler und Bürger pauschal diffamiert und ihre Argumente einfach als Verschwörungsmythen abtut?» Diese antwortete:
«Wer genau tut das denn? (...) Das kann ich so nicht sehen. Wir leben in einer Gesellschaft, die eine große Vielfalt hat an Meinungen (...) und ich kann hier in diesem Land nicht sehen, dass Wissenschaftler per se als Verschwörungstheoretiker diffamiert werden.»
Aufgrund dieser offensichtlichen Realitätsverweigerung bot Pfeil Neu an, ihr eine umfassende Liste an Beispielen nachzuliefern. MWGFD hat diese Idee aufgegriffen und auf ihrer Website eine Auswahl von Wissenschaftlern, Medizinern und anderen bekannten Kritikern der Corona-Maßnahmen präsentiert, die während der «Pandemie» übelsten Diffamierungen und Diskreditierungen ausgesetzt waren. Die Auflistung stellt lediglich einen kleinen Ausschnitt der Betroffenen dar und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
- Sucharit Bhakdi – Tagesschau/Faktenfinder: «Unwissenschaftlicher Unsinn»: https://www.tagesschau.de/faktenfinder/bhakdi-impfungen-corona-101.html
- Wolfgang Wodarg – WDR Monitor: «Alternative Fakten zu Corona: Das Netzwerk der Verharmloser und Verschwörer»: https://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/corona-fake-news-106.html
- Andreas Sönnichsen – Überblick: https://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_S%C3%B6nnichsen
- Stefan Hockertz – Überblick: https://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Hockertz
- Martin Haditsch – Universität Siegen: Untersuchung zu Expertise und Titeln: https://sfb1472.uni-siegen.de/en/publications/expertise-und-ihre-titel
- Clemens Arvay – Überblick: https://de.wikipedia.org/wiki/Clemens_Arvay
- Clemens Arvay – ORF zu seinem Tod: https://orf.at/stories/3306496/
- Klaus Püschel – NDR: «Coronavirus: Die breite Front der Verharmloser»: https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/Coronavirus-Die-breite-Front-der-Verharmloser%2Ccorona2936.html
- Harald Walach – ScienceBlogs: «Harald Walach, der Verschwörungstheoretiker»: https://scienceblogs.de/gesundheits-check/2022/03/12/harald-walach-der-verschwoerungstheoretiker/
- Martin Kulldorff – Columbia Academic Freedom Council: https://www.columbia-academic-freedom.org/martin-kulldorff
- Jay Bhattacharya / NIH – Reuters: https://www.reuters.com/legal/government/scientists-challenge-us-nih-grant-screening-unconstitutional-2026-09-16/
- Scott Atlas – Stanford News zu den Konflikten um die COVID-19-Strategie: https://news.stanford.edu/stories/2020/10/academic-freedom-questions-arise-campus-covid-19-strategy-conflicts
- Robert Malone – Überblick: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_W._Malone
- Karina Reiß / BMI-Papier – Tagesspiegel: https://www.tagesspiegel.de/politik/wie-der-angebliche-corona-geheimreport-im-innenministerium-entstand-6593623.html
- Stefan Homburg / MWGFD – Tagesschau/Faktenfinder: https://www.tagesschau.de/faktenfinder/mwgfd-101.html
- Wolfgang Wodarg – WELT: «Virologe Drosten enttarnt Verschwörungstheoretiker Wodarg»: https://www.youtube.com/watch?v=xcirqmhBCvk
- Alexander Kekulé über den Umgang mit Bhakdi und die Aussage «Wir wollen einem Schwurbler keine Bühne geben»: https://www.focus.de/politik/meinung/alexander-kekule-im-focus-online-interview-teil-2-wir-muessen-andersdenkende-auch-schwurbler-aus-ihrer-ecke-holen_id_259708526.html
Den Videoausschnitt von der Sitzung der Enquete-Kommission hat Roger Bittel von bittel.tv der MWGFD freundlicherweise zur Verfügung gestellt.
Bildquelle: https://www.bundestag.de/mediathek/video?videoid=7657018; Gesamtbild erstellt mit KI-Unterstützung
Auch Dänemark heizt Kriegsangst an
Die Kriegstrommeln dröhnen allerorts. Wie das Portal Lost in Europe mitteilt, beteiligt sich nun auch Dänemark an der Propaganda gegen Russland und schürt Angst bei der Bevölkerung – rund eine Woche nach Frankreich und Polen. So habe der bisher noch nie öffentlich in Erscheinung getretene dänische Militärgeheimdienst gewarnt, es sei mit einer Zunahme russischer Hybridangriffe auf westliche Staaten und die NATO zu rechnen.
Dazu könnten zerstörerische Cyberangriffe gehören sowie Sabotageakte mit hoher Gefahr für Leib und Leben, hieß es in einer aktuellen Risikobewertung. Denn Russland sei inzwischen eher bereit, Risiken einzugehen.
Die Warnung verbreitete sich in Windeseile in den sozialen Medien und machte laut Lost in Europe so großen Wirbel, dass sich NATO-Generalsekretär Rutte zu einer Entwarnung genötigt sah. Dieser ließ von New York aus verlauten, das Militärbündnis könne mit Sabotageakten und Drohnenvorfällen umgehen. Er fügte hinzu:
«Alle Reaktionsmöglichkeiten sind vorhanden, und wir werden alles einsetzen, was wir brauchen.»
Doch Ruttes Beschwichtigungen würden nicht mehr durchdringen, konstatiert Lost in Europe. Auch, dass Estland fast zeitgleich mit Dänemark zu dem Schluss gekommen sei, dass in den nächsten zwölf Monaten mit keinem russischen Angriff auf die NATO zu rechnen sei, gehe völlig unter. Das Portal resümiert:
«Die Hysterie wird systematisch angeheizt. Fast hat man den Eindruck, dass Politik und Medien in der EU alles daran setzen, die NATO zu übertönen und einen Krieg regelrecht herbeizureden.»
Genau zum gleichen Ergebnis kam übrigens die unabhängige italienische Zeitung L'Indipendente, nachdem sie einen Propaganda-Artikel der spanischen Zeitung El Mundo unter die Lupe genommen und ihn als pure Propaganda geoutet hatte. Sie wies darauf hin, dass diese Fake News bereits in der Bevölkerung Angst verbreitet habe, selbst wenn dann ein Dementi erfolge.
El Mundo hatte am 24. September verkündet, dass Russland laut geheimen CIA-Informationen Drohnenangriffe auf Spanien, Frankreich und Italien plane. Mit dieser Nachricht hatte das Blatt die gesamte Flotte der europäischen «Qualitätsmedien» in Schwung gebracht, allerdings handelte es sich offensichtlich um Fake News (wir berichteten).
Auffällig war die Angstmache von El Mundo vor allem, weil sich spanische Medien bisher über die Kriegstreiberei in der EU und Deutschland eher ausgeschwiegen haben. Allerdings änderte sich dies vor etwa zwei Wochen, als das spanische Portal El Economista wissen ließ, Finnland, Norwegen und Schweden würden sich auf unbekannte Katastrophen-Ereignisse vorbereiten. Bestattungsunternehmen würden Land für die Erweiterung von Friedhöfen kaufen, Behörden Getreide in großen Silos einlagern, Zivilschutzübungen zunehmen (wir berichteten).
Das alles legt nahe, dass derzeit eine internationale Propaganda-Kampagne läuft, an der sich wie immer die Leitmedien beteiligen – grenzüberschreitend. Zu vermuten ist, dass diese Angstmaschinerie eingesetzt wird, um die Massen an Steuergeldern zu rechtfertigen, die von der EU und anderen europäischen Ländern an die im Korruptionssumpf versinkende Ukraine überwiesen werden. Gerade vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass sich die Haushaltskrise in der Ukraine verschärft – und Ursula von der Leyens EU-Kommission deshalb die Zahlung von Kreditgeldern vorziehen will, «um dringenden ukrainischen Bedarf zu decken» (wir berichteten).
Digitale Identität: Grundlage für die Teilhabe an der «Neuen Weltordnung»
Ziel einer digitalen Identität ist es längst nicht mehr nur festzustellen, wer jemand ist. Wie The Sociable berichtet, wurde am Rande der 81. Generalversammlung der Vereinten Nationen ein Panel mit dem Titel «Das digitale öffentliche Ökosystem: Identität, Vertrauen und inklusiver Zugang in der digitalen Wirtschaft» einberufen. Dort wurde hervorgehoben, wie Nigerias verpflichtendes Digitale-Identität-System als Rückgrat für sämtliche Interaktionen mit dem öffentlichen und privaten Sektor dient. Im Namen des nigerianischen Vizepräsidenten erklärte der stellvertretende Stabschef Ibrahim Hadejia:
«In der Neuen Weltordnung geht es bei der digitalen Identität nicht mehr einfach nur darum festzustellen, wer wir sind. Sie ist zunehmend zum Fundament geworden, über das die Bürger auf öffentliche Dienstleistungen zugreifen, an der digitalen Wirtschaft teilnehmen, von finanzieller Inklusion profitieren und sinnvoll mit Regierungen und Institutionen interagieren.»
Seit Juni 2026 ist die digitale Identität in Nigeria laut dem Portal durch das Inkrafttreten des «NIMC Act» gesetzlich vorgeschrieben. NIMC steht für die National Identity Management Commission. Das Gesetz legt fest, dass eine nationale Identifikationsnummer (NIN) für jeden Nigerianer obligatorisch ist, der auf ein breites Spektrum öffentlicher und privater Dienstleistungen zugreifen möchte.
Bei derselben UN-Sitzung führte die Generaldirektorin der NIMC, Bisoye Coker-Odusote, aus, wie die mobile digitale Wallet-App NINAuth als einheitlicher Universalschlüssel konzipiert wurde:
«Technisch gesehen ist NINAuth Ihre digitale Wallet-App für Nachweise, die so entwickelt wurde, dass sie irgendwann als Single-Sign-On für den Zugriff auf jeden Dienst des privaten Sektors oder der Regierung im Land dient. Sie soll auch die Plattform sein, die eine grenzüberschreitende Interoperabilität ermöglicht.»
Öffentlich-private Partnerschaften – «die Verschmelzung von Konzernen und Staat, auch bekannt als Korporatismus oder Faschismus» – sind The Sociable zufolge essenziell, damit die digitale ID in der «Neuen Weltordnung» funktioniert. Und genau dieselben staatlichen Stellen, die eigentlich den privaten Sektor regulieren sollten, seien diejenigen, die sich am liebsten mit ihm verbünden und kuscheln. So teilte Coker-Odusote mit:
«Aus der Sicht der NIMC (...) schauen wir auf den privaten Sektor: Ja, wir regulieren ihn zwar, aber gleichzeitig wollen wir sicherstellen, dass wir diese Partnerschaft weiter stärken. Denn es ist ihre Aufgabe, die Umsetzung draußen voranzutreiben, und wir wollen ihnen das Leben so einfach wie möglich machen. Wir wollen sicherstellen, dass wir ihre Aufträge durch verifizierbare Identitätsnachweise voranbringen.»
Laut den nigerianischen Vertretern ist die digitale Identität verpflichtend – ohne Ausstiegsklauseln, ohne Wahlfreiheit, ohne Widerspruch. Und das Modell soll laut dem Software-Ingenieur und Unternehmer Olugbenga Agboola, Mitbegründer und CEO von Afrikas größtem Fintech-Unternehmen Flutterwave, in die ganze Welt exportiert werden. Er erklärte:
«Ich möchte die Arbeit, die die NIMC geleistet hat, in die ganze Welt exportieren. (...) Dadurch wird KYC [Know Your Customer] natürlich für alle einfacher. (...) Wenn Sie mit einem Nigerianer zusammenarbeiten, geben wir Ihnen all seine Daten – wo er wohnt, woher er kommt, seine Postleitzahl, seine Adresse, bei welcher Bank er ist. (...) Das wäre die Zukunft, die ich gerne sehen würde.»
Wie The Sociable weiter informiert, arbeitet Nigeria hinter all den obligatorischen, grenzüberschreitenden KYC-Daten seit Jahren an einem DPI-System zur Erfassung der Bürger von der Wiege bis ins Grab, um alle «wichtigen Lebensereignisse» jedes Einzelnen zu katalogisieren. Die digitale öffentliche Infrastruktur DPI sei ein ziviler Technologie-Stack – manchmal auch als «India Stack» bezeichnet –, der aus drei grundlegenden Säulen bestehe: digitalen Identitätssystemen, programmierbaren Schnellzahlungssystemen und massivem Datenaustausch zwischen öffentlichen und privaten Stellen.
Im März 2025 berichtete The Sociable, dass Nigerias Bundesministerium für Kommunikation, Innovation und digitale Wirtschaft ein Dokument mit dem Titel «Unterstützung von Lebensereignissen: Das Framework für Nigerias digitale öffentliche Infrastruktur» veröffentlicht hatte, das die Agenda zur Installation dieser Infrastruktur umriss. Darin ist zu lesen:
«Im Laufe des Lebens eines Bürgers, von der Geburt bis ins hohe Alter, gibt es prägende Momente bedeutender Lebensereignisse, die Unterstützung oder Dienstleistungen des Staates erfordern. Zu diesen Dienstleistungen gehören die Geburtenregistrierung, die vorgeburtliche Gesundheitsversorgung, Impfungen, die Schuleinschreibung, Stipendien, die Krankenversicherung für Gewerbeanmeldungen, die Steuererklärung usw.»
Diese «Lebensereignisse» setzen voraus, dass jeder Bürger über eine digitale ID verfügt – was mit dem Verabschieden des NIMC-Gesetzes vor wenigen Monaten nun vollständig in die Tat umgesetzt wurde. Weiter steht in dem Dokument:
«Die Bundesregierung von Nigeria hat es sich zur Aufgabe gemacht, digitale Technologie angemessen einzusetzen, um Nigerianer in diesen bedeutenden und tiefgreifenden Momenten zu unterstützen, damit sie sich in den Staat integrieren und die Vorteile der Staatsbürgerschaft von der Wiege bis ins hohe Alter genießen können.
Die nigerianische DPI wird bedeutende Meilensteine wie die Registrierung von Geburten, die primäre Gesundheitsversorgung, Impfungen, Schülerstipendien, Eheschließungen, Hypotheken, Renten, den Ruhestand und so weiter unterstützen.»
Im Oktober 2021 führte Nigeria zudem eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) namens eNaira ein. Diese war so unpopulär, dass ein Jahr später nicht einmal 0,5 Prozent der Bevölkerung sie nutzten. Im Dezember 2022 wies die nigerianische Zentralbank die Banken und Finanzinstitute des Landes an, die Bargeldmenge, die Einzelpersonen und Organisationen täglich und wöchentlich abheben konnten, drastisch zu begrenzen. Gleichzeitig wurden digitale Kanäle wie die eNaira «gefördert» – für die allerdings ebenfalls tägliche Transaktionslimits galten (wir berichteten).
The Sociable weist darauf hin, dass das UN-Nachhaltigkeitsziel 16.9 «eine rechtliche Identität für alle, einschließlich der Geburtenregistrierung, bis 2030» verlangt, und feststellt: «Jeder Mensch hat das Recht, überall als Rechtsperson anerkannt zu werden.» Von einer digitalen ID stehe zwar in der hochgestochenen UN-Diplomatensprache kein einziges Wort – und dennoch sei die digitale Identität zum De-facto-Standard erhoben worden, so das Portal. Es schließt:
«Versuchen Sie einmal, sich gegen diese ungewählte globalistische Agenda auszusprechen: Sie werden umgehend als Verbreiter von Fehlinformationen, Desinformation, Falschinformationen oder Hassrede gebrandmarkt, der den Fortschritt der Agenda 2030 behindert.
Wenn diese machtgierigen Exzentriker mit ihrem Wahn, jeden Aspekt der Gesellschaft bis ins kleinste Detail mikromanagen zu wollen, ihren Willen bekommen, wird jedes einzelne Ereignis, jede Interaktion und jede Transaktion in Ihrem Leben – vom Moment Ihrer Geburt bis zu Ihrem Todestag – verfolgt, zurückverfolgt, katalogisiert und jedem zur Verfügung gestellt, der danach fragt.
Alles, was von Ihnen verlangt wird, ist Ihr stummes, erzwungenes und gehorsames Einverständnis.»
Schweizer Studie: Deutlicher Anstieg von Myokarditis-Hospitalisierungen während der «Pandemie»
In einer neuen Studie wurden die Hospitalisierungen mit einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) zwischen 2012 und 2019 – also vor der «Pandemie» – und in den Jahren 2020 bis 2022 in der Schweiz untersucht. Anlass der Arbeit sind laut den Autoren Vermutungen, dass «COVID-19» oder die entsprechenden «Impfstoffe» zu dem Anstieg beigetragen haben könnten, der in den letzten Jahren beobachtet wurde. Die Zunahme begann allerdings schon vor etwa zehn Jahren, was die Forscher auf die verbesserte Verfügbarkeit und häufigere Nutzung der kardialen Magnetresonanztomografie (Kardio-MRT) zurückführen.
In der Arbeit wurde ein Anstieg von etwa 27 Fällen von Myokarditis pro 100.000 Spitalaufenthalte im Jahr 2012 auf rund 74 Fälle pro 100.000 Spitalaufenthalte im Jahr 2022 festgestellt – also fast dreimal mehr. Der stetige Anstieg der Fälle beschleunigte sich während der «Pandemie» nochmals signifikant. Besonders betroffen waren junge Männer und solche im mittleren Alter.
Auf die gesamte Schweizer Bevölkerung bezogen zeigt sich dasselbe Bild: Die Zahl der wegen Herzmuskelentzündung im Spital behandelten Personen stieg zwischen 2012 und 2022 von 1,0 auf 2,6 Fälle pro 100.000 Einwohner pro Quartal an.
Auch wurden bei Patientinnen und Patienten, die während der «Pandemie» wegen einer Herzmuskelentzündung im Spital behandelt wurden, mehr Begleiterkrankungen festgestellt als bei jenen vor der Corona-Zeit.
Die Autoren schlussfolgern:
«Diese landesweite Kohortenstudie ergab einen deutlichen Anstieg der Inzidenz von Myokarditis-Hospitalisierungen während der COVID-19-Pandemie. Dies legt einen kausalen Zusammenhang zwischen der COVID-19-Infektion und/oder der entsprechenden Impfung und der erhöhten Myokarditis-Inzidenz nahe.»
«Ohne Neutralität wird die Schweiz verschwinden»
Am 27. September stimmt die Schweiz über die Initiative «Für eine starke Schweizer Neutralität» ab. Für Suzette Sandoz ist die Frage von grundsätzlicher Bedeutung. Die emeritierte Lausanner Rechtsprofessorin und ehemalige liberale Nationalrätin (heute FDP) unterstützt das Volksbegehren ausdrücklich. Sie sieht darin eine notwendige Rückbesinnung auf einen Grundsatz, der ihrer Auffassung nach in den vergangenen Jahren zunehmend aufgeweicht worden ist.
Sandoz betrachtet die Neutralität nicht bloß als juristische Regel für den Umgang mit bewaffneten Konflikten. In ihren Augen ist sie ein wesentlicher Bestandteil dessen, was die Schweiz politisch und gesellschaftlich zusammenhält. Sie gehört für sie zur historischen und politischen «DNA» des Landes. Gerade für einen kleinen Staat im Zentrum Europas sei die Fähigkeit, sich keinem Machtblock anzuschließen und mit unterschiedlichen Staaten im Gespräch zu bleiben, von besonderem Wert.
Mit Sorge beobachtet Sandoz deshalb die zunehmende sicherheitspolitische Annäherung der Schweiz an die NATO, die Europäische Union und die Vereinigten Staaten. Sie sieht darin die Gefahr, dass die Schweiz schrittweise von einer eigenständigen, nicht ausgerichteten Außenpolitik abrückt. Ihre Überzeugung lautet: Die Glaubwürdigkeit der Schweizer Neutralität beruht gerade darauf, dass sie auch dann gilt, wenn internationale Konflikte und politische Bündnisse erheblichen Druck erzeugen.
Die Initiative will diese Vorstellung stärker in der Bundesverfassung verankern. Vorgesehen wären eine immerwährende und bewaffnete Neutralität, ein Verbot des Beitritts zu militärischen oder defensiven Bündnissen sowie eine stark eingeschränkte Zusammenarbeit mit solchen Bündnissen. Ausnahmen wären insbesondere für den Fall eines direkten militärischen Angriffs auf die Schweiz oder entsprechender Vorbereitungshandlungen vorgesehen. Auch bei Sanktionen gegen kriegführende Staaten würde der Spielraum des Bundes deutlich enger.
Für Sandoz liegt gerade darin die Stärke des Textes. Sie liest ihn nicht als Aufforderung zur Isolation, sondern als Versuch, die Voraussetzungen für eine glaubwürdige Vermittlerrolle der Schweiz zu bewahren. Ein neutraler Staat könne mit unterschiedlichen Mächten sprechen, ohne von vornherein einem Lager zugerechnet zu werden. Diese Möglichkeit hält sie gerade in einer zunehmend polarisierten internationalen Ordnung für wertvoll.
Dabei verbindet Sandoz Neutralität ausdrücklich mit militärischer Eigenständigkeit. Eine glaubwürdige Neutralität müsse, so ihre Argumentation, auch verteidigungsfähig sein. Wer sich im Ernstfall vollständig auf den Schutz anderer Staaten verlasse, gebe einen Teil jener Unabhängigkeit preis, die durch die Neutralität eigentlich gesichert werden solle.
Besonders kritisch äußert sie sich zum politischen Umgang mit der Initiative. In ihren Augen wird die Sachfrage zu stark durch parteipolitische Auseinandersetzungen und persönliche Angriffe überlagert. Anstelle einer ernsthaften Diskussion darüber, welche Neutralität die Schweiz künftig praktizieren wolle, werde teilweise über die Urheber und Unterstützer des Volksbegehrens gestritten. Sandoz hält dies für dem Gewicht der Vorlage nicht angemessen.
Sie plädiert deshalb für eine nüchterne Auseinandersetzung mit dem Verfassungstext selbst. Es gehe letztlich um eine Grundsatzfrage: Soll die Schweiz ihre Neutralität weiterhin flexibel auslegen können? Oder soll sie bestimmte Prinzipien verbindlich in der Verfassung festschreiben?
Die Position des Bundesrates ist eine andere. Er argumentiert, die heutige Verfassungsordnung lasse genügend Spielraum, um die Schweizer Interessen in einer sich wandelnden internationalen Lage zu schützen. Die Initiative würde diese außen- und sicherheitspolitische Bewegungsfreiheit einschränken.
Sandoz setzt dem eine andere Priorität entgegen: Für sie ist gerade die langfristige Bindung an die Neutralität eine Voraussetzung dafür, dass die Schweiz ihre Eigenständigkeit und ihre besondere internationale Rolle bewahren kann. In ihrer Sicht ist Neutralität deshalb nicht ein Relikt vergangener Zeiten, sondern ein Instrument, das seine Bedeutung gerade in einer konfliktreichen Welt behalten habe.
Ihre zugespitzte Schlussfolgerung lautet entsprechend: Wenn die Schweiz ihre Neutralität aufgibt, riskiert sie nach ihrer Auffassung nicht weniger als einen Teil dessen, was ihre politische Existenz und ihre internationale Glaubwürdigkeit ausmacht.
Tacheles #222 ist online
Historiker Simms: «Die Schweiz muss ihre Verteidigung wiederherstellen»
Der Historiker Brendan Simms hat Tamedia ein Interview zur Rückkehr der Großmachtpolitik und den Folgen für Europa und die Schweiz gegeben. Seine zentrale Botschaft an die Schweiz ist deutlich: Das Land sollte seine Neutralität nicht aufgeben, sondern seine Fähigkeit stärken, sie aus eigener Kraft zu schützen.
Simms, Historiker an der Universität Cambridge und Leiter des dortigen Zentrums für Geopolitik, beobachtet eine grundlegende Veränderung der internationalen Ordnung. Die Phase nach dem Ende des Kalten Kriegs, in der die USA als nahezu unangefochtene Supermacht auftraten, sei vorbei. Russland, China und weitere Staaten verfolgten wieder stärker eigene Machtinteressen.
Für kleinere Staaten wie die Schweiz bedeute diese Entwicklung vor allem, die eigene Handlungsfähigkeit nicht von anderen abhängig zu machen. Gerade die Bündnisfreiheit könne dabei ein Vorteil sein. Neutralität allein reiche allerdings nicht aus, wenn sie nicht durch glaubwürdige eigene Fähigkeiten abgesichert werde.
Simms plädiert deshalb ausdrücklich dafür, die schweizerische Verteidigung wieder zu stärken. Dazu gehöre nicht nur die militärische, sondern auch die zivile Vorsorge. Für die Schweiz sei dies wichtiger als der Beitritt zu einem Bündnis. Zwar seien Bündnisse grundsätzlich sinnvoll, doch würden sie seiner Ansicht nach zu häufig als Lösung für sämtliche Sicherheitsprobleme betrachtet. Die Fähigkeit, das eigene Land selbst zu schützen, passe dagegen besonders gut zur politischen Identität der Schweiz.
Dabei verbindet Simms Neutralität mit Souveränität: Die Schweiz solle sich auf ihre eigenen Stärken besinnen und ihre Unabhängigkeit bewahren. Sein Bild dafür ist jenes einer «Nuss, die hart zu knacken ist». Ein Staat müsse nicht selbst zur Großmacht werden, um seine Interessen zu schützen. Er müsse aber glaubhaft in der Lage sein, seine eigene Souveränität zu verteidigen.
Die geopolitische Lage macht diese Frage aus Sicht des Historikers dringlicher. Wirtschaftliche Abhängigkeiten, Lieferketten und der Zugang zu wichtigen Rohstoffen würden zunehmend als Instrumente geopolitischer Macht eingesetzt. Was vor zwei Jahrzehnten noch als normale internationale Arbeitsteilung gegolten habe, könne heute zu einer strategischen Verwundbarkeit werden.
Auch Europa stehe vor schwierigen Entscheidungen. Die Europäische Union sei zwar wirtschaftlich und regulatorisch ein bedeutender Akteur, verfüge aber nicht über alle Merkmale einer klassischen Großmacht. Simms sieht Europa deshalb weiterhin als verletzlich.
Für die Schweiz ergibt sich daraus ein anderer Ansatz als für die EU: Sie muss nach Simms' Einschätzung nicht Teil einer europäischen Großmacht werden, um ihre Interessen zu wahren. Entscheidend sei vielmehr, dass sie ihre Eigenständigkeit mit konkreten Fähigkeiten unterlege. Neutralität wäre damit nicht als Passivität zu verstehen, sondern als politische Position, die durch Eigenverantwortung abgesichert werden muss.
Simms beschreibt die kommende internationale Ordnung insgesamt als multipolarer und konfliktreicher. China und Russland strebten eine Welt an, in der mehrere Machtzentren nebeneinander bestehen. Gleichzeitig zeichne sich eine neue Konkurrenz zwischen unterschiedlichen politischen Ordnungen ab.
Die Folgen dieser Entwicklung sind nach Einschätzung des Historikers auch für Staaten außerhalb der großen Machtblöcke relevant. Die Welt werde gefährlicher, weil das bisherige Gleichgewicht verloren gegangen sei und sich eine neue Ordnung noch nicht herausgebildet habe. Gerade deshalb gewinnt für die Schweiz aus seiner Sicht die Fähigkeit an Bedeutung, unabhängig zu handeln und die eigene Souveränität zu bewahren.
Seine Botschaft an die Schweiz lässt sich damit auf einen einfachen Grundsatz verdichten: Neutral bleiben – aber vorbereitet sein.
Umfrage: Fast drei von vier US-Demokraten sind einem Militärputsch gegen Trump nicht abgeneigt
Zahlreiche US-Demokraten halten offenbar nicht viel von der Demokratie. So zeigt eine neue US-Umfrage, über die der Daily Caller berichtet, dass 72 Prozent der befragten Demokraten einen Militärputsch gegen Donald Trump zur «Wahrung der Verfassung» entweder unterstützen würden oder dazu keine Meinung hätten. Ein ähnlich großer Anteil ist hingegen der Meinung, dass der US-Präsident strafrechtlich verfolgt werden sollte.
In der vom Center for Strategic Politics in Zusammenarbeit mit Liberal Currents durchgeführten Umfrage ging es unter anderem darum, wie Demokraten reagieren würden, wenn sie morgens mit der Nachricht von einem von mehreren Szenarien aufwachen würden, in denen Trump nicht mehr im Amt ist.
Von den Befragten gaben 86 Prozent an, dass sie positive Gefühle hätten, wenn Trump vom Kongress angeklagt, für schuldig befunden und seines Amtes enthoben würde. Weitere 84 Prozent sagten, sie würden sich positiv fühlen, wenn sie hörten, dass Trumps Kabinett den 25. Verfassungszusatz angewandt hätte, um den Präsidenten für amtsunfähig zu erklären und ihn seines Amtes zu entheben.
Weitere 56 Prozent gaben an, dass sie positiv reagieren würden, wenn sie erfahren würden, dass Trump über Nacht im Schlaf verstorben sei, und weitere 31 Prozent sagten, dass sie die Nachricht, dass Trump während einer Rede bei einer Kundgebung ermordet wurde, positiv aufnehmen würden, wenn sie es erfahren würden.
Zudem erklärten 59 Prozent der Demokraten, dass sie positiv reagieren würden, wenn eine Gruppe von US-Militärführern Trump vor der Übernahme der Macht in den USA «zum Schutz der Verfassung» aus dem Amt entfernen würde. Weitere 13 Prozent sagten, sie hätten weder eine positive noch eine negative Meinung dazu. Nur 28 Prozent gaben an, dass sie es als negativ empfinden würden, wenn Trump vom Militär aus dem Amt entfernt würde. Das Center for Strategic Politics fasst zusammen:
«Wir haben fünf Szenarien abgefragt, wie Trump vor dem Ende seiner Amtszeit ausscheiden könnte. Eine relative Mehrheit der Demokraten unterstützt vier davon – darunter einen Militärputsch und einen natürlichen Tod. Das einzige Szenario, das mehrheitlich abgelehnt wird – ein Attentat –, wird dennoch von 29 Prozent befürwortet.»
Von den Befragten gaben 77 Prozent an, dass Mitglieder der Trump-Regierung für Maßnahmen im Bereich Einwanderung und Grenzschutz strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden sollten. 73 Prozent sagten, der Berater für innere Sicherheit im Weißen Haus, Stephen Miller, sollte wegen seiner Handlungen im Zusammenhang mit solchen Maßnahmen strafrechtlich verfolgt werden.
Weitere 72 Prozent fanden, die Regierung solle wegen ihrer tödlichen Angriffe auf Boote strafrechtlich verfolgt werden, die in Südamerika Drogen in die USA schmuggelten. Und 57 Prozent erklärten, dass Mitglieder sowohl der Trump- als auch der Biden-Regierung wegen «Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Völkermord Israels im Gazastreifen» juristisch zur Rechenschaft gezogen werden sollten.
Was Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Krieg gegen den Iran betrifft, sprachen sich 66 Prozent der Demokraten dafür aus, die Regierung strafrechtlich zu verfolgen, während 69 Prozent der Meinung waren, dass Kriegsminister Pete Hegseth wegen «seiner Rolle bei der Anweisung an das US-Militär, gegen nationales und internationales Recht zu verstoßen», strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden sollte.
Wen hätten die Demokraten also heute lieber im Amt? Auf die Frage, wie positiv sie linke Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens einschätzen, gaben 70 Prozent an, dass sie Vizepräsidentin Kamala Harris positiv sehen. 66 Prozent zeigten sich positiv gegenüber dem kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom eingestellt und 70 Prozent Sprache gegenüber dem ehemaligen Verkehrsminister Pete Buttigieg.
Zudem sprach sich eine Mehrheit der Demokraten dafür aus, den Obersten Gerichtshof zu erweitern, mehr Einwanderer aufzunehmen und die Filibuster-Regelung – die Hürde im US-Senat, durch die Gesetze 60 von 100 Stimmen benötigen – abzuschaffen.
Derweil bezifferte die New York Times Trumps jüngste allgemeine Zustimmungsrate auf lediglich 37 Prozent.
Taxpayer-Funded Trump Ad Violates the Hatch Act
A television ad boosting the image of President Donald Trump, which was paid for by government funds, violates laws prohibiting the use of government resources for propaganda, the Hatch Act, and other related laws, according to a complaint filed today by Public Citizen.
The complaint, sent to the U.S. Government Accountability Office (GAO) and the U.S. Office of Special Counsel, takes issue with ads airing in two media markets that include a disclaimer: “Paid for by the U.S. government.” Both markets airing the ad contain key districts in the upcoming midterm elections.
“For anyone with a modicum of ethics, common sense or respect for the law, it’s the most basic thing: Taxpayer funds cannot pay for partisan political propaganda,” said Lisa Gilbert, co-president of Public Citizen. “These ads should immediately be pulled from the air, and the White House’s many apparent violations of the law should be investigated.”
“This administration’s repeated and flagrant violations of the law, including the Hatch Act, are an affront to taxpayers and our democracy,” said Craig Holman, Ph.D., a government ethics expert with Public Citizen. “Public Citizen has filed a dozen Hatch Act complaints with OSC over the past year and, to our knowledge, all have been ignored by the agency. That negligence is dangerous, and creates conditions that allow for the situation we are responding to today.”
The full complaint is available to read here.
Following SCOTUS Ruling, Common Cause Vows Immediate Legal Action Against Any Attempts to Disenfranchise Voters Using Flawed System
Common Cause condemned the Supreme Court’s ruling today allowing the federal government to continue using the flawed SAVE system.
Statement from Common Cause President & CEO Virginia Kase Solomón:
“The Supreme Court’s decision to allow DHS and states to use an error-ridden system is completely unacceptable and didn’t need to happen this close to the election. This DHS system, which the federal government itself admits is flawed, has always been part of the Trump administration’s campaign to interfere in our elections and sow distrust — and it will fail.
“As the Court noted in its decision, it is flatly illegal for states to conduct mass removals of voters from the rolls within 90 days of an election. If any state official attempts to disenfranchise eligible voters using this flawed database, we will take them to court immediately, just like Common Cause is already doing in Texas.
“Our elections remain safe and secure, and nothing will stop voters from making their voices heard.”
Last year, Texas officials removed multiple eligible voters from the voter rolls based on this same flawed DHS system, without any investigation or further checks into even the state’s own records that could confirm these voters’ citizenship. Common Cause filed a lawsuit to stop this illegal voter purge, and we are ready to do so again.
Common Cause will continue leading the charge to safeguard the right to vote for every American. We urge all voters to check their registration status today and reach out to 866-OUR-VOTE by call or text for accurate, nonpartisan assistance.
Common Cause’s nonpartisan Election Protection volunteers will also be on the ground and staffing hotlines nationwide throughout early voting and on Election Day.
The ‘gray arm’ of Israeli annexation
A settler-led wing of the army is driving Palestinian displacement on the state's behalf. But as Yagil Levy explains, this devil's bargain comes not without costs.
The post The ‘gray arm’ of Israeli annexation appeared first on +972 Magazine.
Die große Vergesellschaftung gegen den Wähler
Manchmal benötigt eine politische Epoche nur einen Satz, um ihre Eigentümlichkeit offenzulegen. Der Mannheimer Ökonom Tom Krebs hat jetzt einen solchen Satz geschrieben. Nach den jüngsten Wahlergebnissen stellt er Deutschland vor die Alternative: „Vergesellschaftung oder AfD?“ Man muss diese Formel einen Augenblick stehen lassen. Ein Ökonom stellt hier nicht etwa die Frage, welche politischen, sozialen […]
<p>The post Die große Vergesellschaftung gegen den Wähler first appeared on ANSAGE.</p>
SCOTUS Greenlights the Misuse of Social Security Data
The following is a statement from Nancy Altman, President of Social Security Works, in response to today’s Supreme Court decision greenlighting the use of Social Security data for determining voter eligibility:
“In the name of non-existent voter fraud, the Supreme Court has given the Trump administration the power to misuse Social Security data to deprive American citizens of their right to vote. This is an obvious effort to undermine free and fair elections.
The personal data that Americans provide to the Social Security Administration is intended for one purpose only: To get people the benefits they’ve earned. Only those who are lawfully present in this country are eligible for benefits.
Because Social Security data was never intended for verifying voter eligibility, SSA has no reason to keep people’s immigration status up to date in cases where it isn’t relevant for their benefits. Indeed, it would be a misuse of trust fund monies for SSA to spend resources updating that information.
That means that some of the data is inaccurate or outdated. As a result, U.S. citizens could wrongfully lose their right to vote.
Today’s Supreme Court decision is a violation of the trust that the American people place in Social Security.”
Rente 2027: Maximal 1,9868 Entgeltpunkte für ein Arbeitsjahr
Auch ein Spitzengehalt bringt nicht unbegrenzt gesetzliche Rente: Für 2027 ergibt sich nach dem vorliegenden Verordnungsentwurf ein Höchstwert von 1,9868 Entgeltpunkten aus einem voll beitragspflichtigen Arbeitsjahr in der allgemeinen Rentenversicherung.
Dafür wären 106.200 Euro beitragspflichtiger Jahresverdienst erforderlich. Doch die Zahl ist weder bereits abschließend beschlossen noch für jeden späteren Rentenbeginn unveränderlich.
Die Rechnung stimmt – die Werte sind noch nicht beschlossenDas Bundesarbeitsministerium sieht im Referentenentwurf für 2027 eine Beitragsbemessungsgrenze von monatlich 8.850 Euro und ein vorläufiges Durchschnittsentgelt von jährlich 53.452 Euro vor.
Aus den vorgesehenen Jahreswerten folgt die Rechnung: 106.200 Euro geteilt durch 53.452 Euro ergeben gerundet 1,9868 Entgeltpunkte. Gemeint ist der rechnerische Höchstwert aus dem versicherten Arbeitsverdienst, keine pauschale Gutschrift für jedes Beschäftigungsjahr.
Ein Jahr Arbeit bedeutet nicht automatisch einen RentenpunktEntgeltpunkte bilden das Verhältnis zwischen dem eigenen versicherten Verdienst und dem Durchschnittsentgelt des jeweiligen Jahres ab. Wer genau dieses Durchschnittsentgelt erreicht, erhält einen Punkt; bei der Hälfte sind es 0,5 Punkte. Deshalb können zwei Beschäftigte nach gleich vielen Arbeitsjahren sehr unterschiedliche Rentenansprüche haben.
Entscheidend ist damit auch, wie hoch der Lohn während dieser Jahre war. Lange Beschäftigungszeiten gleichen niedrige Einkommen nicht automatisch aus. Wer über Jahrzehnte wenig verdient, sammelt aus seinem Arbeitsentgelt entsprechend weniger Punkte.
Was unterschiedliche Gehälter 2027 bringen würdenDie folgende Rentenrechnung verwendet die Entwurfswerte und unterstellt eine gleichmäßig bezahlte, ganzjährig rentenversicherungspflichtige Beschäftigung. Andere rentenrechtliche Zeiten und Sonderfälle bleiben unberücksichtigt.
Jahresbrutto Berücksichtigter Verdienst Entgeltpunkte 2027 36.000 Euro 36.000 Euro 0,6735 48.000 Euro 48.000 Euro 0,8980 53.452 Euro 53.452 Euro 1,0000 60.000 Euro 60.000 Euro 1,1225 80.000 Euro 80.000 Euro 1,4967 106.200 Euro 106.200 Euro 1,9868 120.000 Euro 106.200 Euro 1,9868 Oberhalb der Beitragsgrenze endet der zusätzliche RentenaufbauDie Beitragsbemessungsgrenze begrenzt das Einkommen, auf das Rentenversicherungsbeiträge anfallen. Der darüberliegende Gehaltsanteil bringt deshalb auch keine weiteren Entgeltpunkte aus dieser Beschäftigung. Mehr Gehalt erhöht die gesetzliche Rente somit nur innerhalb des versicherten Einkommensbereichs.
Diese Begrenzung besteht schon heute: Für 2026 nennt die Deutsche Rentenversicherung auf Grundlage des vorläufigen Durchschnittsentgelts maximal 1,9521 Entgeltpunkte. Der geplante Vergleichswert für 2027 liegt etwas höher. Eine allgemeine Rentenerhöhung lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Warum 1,9868 Punkte nicht für alle endgültig sindDas Wort „vorläufig“ ist bei dieser Berechnung entscheidend. Nach § 70 Absatz 1 SGB VI werden für das Kalenderjahr des Rentenbeginns und das unmittelbar davorliegende Kalenderjahr die vorläufig bestimmten Durchschnittsentgelte verwendet. Für weiter zurückliegende Jahre kommt grundsätzlich das endgültige Durchschnittsentgelt zum Einsatz.
Wer erst später in Rente geht, kann deshalb für denselben Verdienst des Jahres 2027 eine andere Punktzahl erhalten als die heute errechnete. Die Angabe 1,9868 beschreibt also eine Berechnung auf dem derzeit vorgesehenen Stand. Sie ist kein lebenslang festgeschriebener Höchstwert für jede spätere Rentenberechnung.
Rentenpunkte sind noch kein AuszahlungsbetragWie viel monatliche Rente aus den Punkten entsteht, hängt unter anderem vom aktuellen Rentenwert und möglichen Abschlägen ab. Bei einer Altersrente ohne Zu- oder Abschläge werden die Entgeltpunkte mit dem dann geltenden Rentenwert multipliziert. Das Ergebnis ist eine Bruttorente.
Zur Einordnung der Berechnung bietet gegen-hartz.de einen Rentenrechner für 2026 mit Erläuterungen zu brutto und netto. Seine Jahreswerte dürfen allerdings nicht ungeprüft als Werte für 2027 übernommen werden.
Was Beschäftigte aus der Zahl mitnehmen solltenFür die persönliche Planung hilft der Blick auf den eigenen Versicherungsverlauf mehr als die Orientierung am theoretischen Höchstwert. Fehlen Beschäftigungszeiten oder wurden Verdienste falsch erfasst, sollte das frühzeitig geklärt werden. Welche Nachweise dafür hilfreich sein können, erläutert der Beitrag Diese Dokumente nicht wegwerfen – es droht weniger Rente.
Praxisbeispiel: Zwei Gehälter, derselbe HöchstwertDie fiktive Arbeitnehmerin Claudia verdient 2027 durchgehend 8.850 Euro brutto im Monat, ihr Kollege Thomas 10.000 Euro. Nach den vorgesehenen Werten erreichen beide aus ihrer Beschäftigung jeweils 1,9868 Entgeltpunkte. Thomas verdient mehr, baut mit dem Gehaltsanteil oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze aber keine zusätzlichen gesetzlichen Rentenansprüche auf.
Vier Fragen und Antworten zur Rentenberechnung 2027 Sind die maximal 1,9868 Entgeltpunkte bereits verbindlich?Nein, die Rechnung beruht auf dem Referentenentwurf und dem vorgesehenen vorläufigen Durchschnittsentgelt. Außerdem kann bei einem späteren Rentenbeginn das endgültige Durchschnittsentgelt zu einer anderen Punktzahl führen.
Bekommt jeder für ein vollständiges Arbeitsjahr einen Rentenpunkt?Nein, ein Punkt setzt grundsätzlich einen versicherten Jahresverdienst in Höhe des jeweiligen Durchschnittsentgelts voraus. Ein niedrigerer Verdienst bringt entsprechend weniger Punkte.
Bringt Gehalt oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze mehr gesetzliche Rente?Aus dem übersteigenden Gehaltsanteil entstehen keine zusätzlichen Entgeltpunkte. Auf diesen Anteil werden auch keine Beiträge zur allgemeinen Rentenversicherung erhoben.
Gilt der genannte Höchstwert für sämtliche Rentenansprüche?Nein, er beschreibt hier die Punkte aus dem Arbeitsverdienst in der allgemeinen Rentenversicherung. Für die knappschaftliche Rentenversicherung gelten andere Beitragsgrenzen; weitere rentenrechtliche Sachverhalte müssen gesondert geprüft werden.
Der Beitrag Rente 2027: Maximal 1,9868 Entgeltpunkte für ein Arbeitsjahr erschien zuerst auf Gegen-Hartz.de – Sozialrecht, Rente, Pflege und Grundsicherung.
Rıza Altun: Der letzte Samurai
Ob uns das Leben noch einmal die Gelegenheit geben wird, über Rıza Altun zu schreiben, wissen wir nicht. Vielleicht ist dies der letzte Text, den wir seinem Andenken widmen.
Manchmal glaubt man, nach dem Tod eines Menschen sei alles gesagt. Doch manche Abwesenheiten werden mit den Jahren nicht kleiner. Im Gegenteil: Mit der Zeit lassen sie uns immer deutlicher erkennen, was fehlt. Denn manche Menschen sind nicht nur Zeug:innen ihrer Epoche – sie prägen den Charakter ihrer Zeit und tragen ihn in sich.
Die Distanz zwischen den Worten eines Menschen und seinem Leben bemisst sich nicht allein danach, woran er glaubte, sondern danach, was er bereit war, für diesen Glauben auf sich zu nehmen. Rıza Altun gehörte zu einer solchen Generation.
Er war einer der letzten großen Vertreter eines revolutionären Charakters, dem wir immer seltener begegnen: einer jener Menschen, die den Preis ihrer Überzeugungen zuerst im eigenen Leben zahlten, deren Autorität nicht aus einem Amt, sondern aus ihrer Lebensführung erwuchs und die einer ganzen Generation Orientierung geben konnten.
Was ihn auszeichnete, war nicht allein die Dauer seines Kampfes. Es war seine Fähigkeit, sich den Veränderungen zu stellen, die das Leben ihm abverlangte, ohne die Verbindung zu den Gründen zu verlieren, aus denen er seinen Weg einst begonnen hatte.
Vielleicht liegt genau darin die Bedeutung des Bildes vom „letzten Samurai“.
Der Film Der letzte Samurai aus dem Jahr 2003 erzählt vom Aufeinandertreffen des sich modernisierenden Japans mit der untergehenden Welt der Samurai. Seine zentrale Figur, Katsumoto, verkörpert Loyalität, Ehre und die Verbundenheit mit der eigenen Geschichte. In der letzten Schlacht gegen die mit modernen Waffen ausgerüstete neue japanische Armee unterliegt er der überwältigenden militärischen Übermacht und fällt auf dem Schlachtfeld.
Doch das eigentliche Gewicht des Films zeigt sich nicht in Katsumotos Tod, sondern in dem, was er hinterlässt.
Nathan Algren bringt Katsumotos Schwert zum Kaiser. Mit diesem Schwert wird nicht mehr gekämpft werden, und auch Japan wird nicht in die alte Ordnung zurückkehren. Die Bedeutung des Schwertes hat sich verändert: Aus einer Waffe ist Erinnerung geworden, aus Erinnerung ein Maßstab. Es steht nicht dafür, die Vergangenheit wiederherzustellen, sondern dafür, auf dem Weg in die Zukunft nicht zu vergessen, woher man kommt.
Der Kaiser bittet Algren, ihm zu erzählen, wie Katsumoto gestorben sei. Algren entgegnet, er werde ihm nicht erzählen, wie er gestorben sei, sondern wie er gelebt habe. Denn manchmal sagt die Art, wie ein Mensch stirbt, nur etwas über die Geschichte aus. Wer er war, erzählt erst die Art, wie er gelebt hat.
Auch unsere Verbindung zu Rıza Altun gründet in dieser Erinnerung.
Er begann sein Leben als eines der armen kizilbasch-kurdischen Kinder von Tuzluçayır und beendete es als einer der bedeutendsten politischen Denker, die sein Volk hervorgebracht hat.
Als er Jahre später von seinen Anfängen erzählte, erinnerte er sich an eine Szene auf einer Kundgebung, die den Geist jener Zeit eindrucksvoll einfängt. Aus Tuzluçayır waren sie mit einer großen Gruppe angereist – ältere Frauen, Frauen mit Kopftüchern, Jugendliche und Kinder. Vor ihnen wurde ein Transparent mit der Aufschrift „Nieder mit dem Kolonialismus“ getragen. Die Umstehenden staunten, besonders über die Frauen, als wollten sie fragen: „Wo kommen die denn plötzlich her?“ Die Antwort lautete: aus Tuzluçayır. Denn die Bewegung erfasste nicht nur einige junge Menschen. Mit ihnen hielt sie Einzug in die Häuser, in die Familien und in das ganze Viertel.
Dann kam das Gefängnis von Diyarbakır. Er durchlebte jene Hölle, die geschaffen worden war, um den Willen von Menschen zu brechen. Er wurde gefoltert, trat in Hungerstreiks und Todesfasten und erlebte den Tod seiner Mitgefangenen. Als er 1992 das Gefängnis verließ, hatte sich nicht nur er verändert. Auch die Bewegung, die er zurückgelassen hatte, war gewachsen, hatte sich gewandelt und befand sich inzwischen in einer weitaus härteren und radikaleren Phase ihres Kampfes.
Die Bewegung, der er in Syrien im Wirkungsfeld Abdullah Öcalans wieder begegnete, hatte mit den engen Kaderstrukturen ihrer Anfangsjahre kaum noch etwas gemein. Jahre später beschrieb er diesen Moment mit einfachen Worten: „Ich war überrascht. Über alles.“
Er las, hörte zu und lernte mit großer Intensität. Dass er der Gründergeneration angehörte, gab ihm nie das Gefühl, bereits alles zu wissen. Er wurde noch einmal Lehrling.
Gerade darin lag eine seiner größten Stärken: die Fähigkeit, immer wieder von Neuem Lehrling zu werden und das, was er zu wissen glaubte, erneut auf den Prüfstand zu stellen. Sein Leben folgte einem bemerkenswerten Muster: Jede Rückkehr war zugleich ein neuer Anfang. Auf die Jahre des intensiven Krieges in den Bergen Kurdistans folgte Europa; politische und persönliche Brüche, schmerzhafte Selbstbefragungen und Phasen der Enge. Obwohl er in Europa hätte bleiben können, kehrte er zu seinen Weggefährt:innen in die Berge zurück – ohne für sich irgendein Vorrecht aus seiner Vergangenheit abzuleiten.
Seine Stärke lag nicht darin, niemals zu fallen. Sie lag darin, nach jedem Fall nicht als derselbe Mensch wieder aufzustehen. Denn manchmal muss ein Mensch sich verändern, um dem treu bleiben zu können, weshalb er einst aufgebrochen ist.
Auch das Wesen seiner Führung erschließt sich von hier aus. Sein Einfluss beruhte weniger auf einer Position als auf seiner Erfahrung, seinem Urteilsvermögen und dem Vertrauen, das er ausstrahlte. Nicht ohne Grund nannten ihn seine Weggefährt:innen „eine Schule“.
Wir haben ihn einmal mit einem Leuchtturm verglichen. Ein Leuchtturm übernimmt nicht das Steuer eines Schiffes, er entscheidet nicht anstelle des Kapitäns. Er hilft den Menschen lediglich, in der Dunkelheit ihren Standort zu bestimmen und ihren Kurs zu finden. Vielleicht ist das wahre Führung: Menschen nicht unablässig zu sagen, was sie tun sollen, sondern sie auch in der eigenen Abwesenheit dazu zu befähigen, die richtigen Fragen zu stellen.
Doch Rıza Altuns Persönlichkeit allein aus seinem eigenen Lebensweg erklären zu wollen, würde zu kurz greifen. Hinter ihm stand das Gedächtnis und die jahrzehntelange Hingabe einer kizilbasch-kurdischen Familie, deren Wurzeln von Dersim über Sarız bis nach Tuzluçayır reichen.
Schon in den frühen Jahren stand die Tür dieses Hauses jungen Revolutionär:innen offen. Rıza Altun erzählte später, wie er als Kind die politischen Gespräche seiner Mutter heimlich hinter der Tür belauschte. Hatice Ana war nicht nur eine Mutter, die die Freund:innen ihres Sohnes im Haus willkommen hieß. Mit der Zeit wurde sie selbst zu einer derjenigen, die die materiellen und seelischen Lasten dieses Lebens mittrugen.
Und da war noch Onkel Aziz, über den weit seltener gesprochen wird: der Vater, der die politischen und radikal-revolutionären Aktivitäten im eigenen Haus zunächst mit einer gewissen Distanz beobachtete. Doch das Leben ließ nichts zurück, was diese Distanz hätte bewahren können. Mit dem Verlust seiner Kinder und seiner Enkel Salih und Sinan fanden Mutter Hatice und Onkel Aziz schließlich im selben Schmerz zusammen.
Von den vier Söhnen und drei Töchtern dieser Familie war nahezu jedes Familienmitglied entweder selbst Teil der Bewegung oder trug den Preis dieses Weges durch ein eigenes Kind mit. Gefängnisse, Folter, Trennungen und der Tod zogen sich über Generationen hinweg durch ein und dasselbe Haus. Deshalb erzählt die Geschichte der Familie Altun nicht nur von Verlusten, sondern ebenso von einer Hingabe und einem jahrzehntelangen Einsatz, die eine ganze Epoche prägten.
In solchen Familien wird Geschichte nicht allein durch große Ereignisse erinnert. Manchmal bleibt von ihr nur etwas scheinbar Unbedeutendes zurück – etwas Unvollendetes.
Bevor Rıza Altuns Neffe Sinan in Xinêre fiel, wollte er noch Lieder von Emre Saltık hören. Man beschloss, sie am nächsten Morgen gemeinsam anzuhören. Doch am nächsten Morgen kam nicht die Musik, sondern der Tod.
Jahre später trug einer seiner Weggefährten, als er von Sinan erzählte, noch immer zwei unvollendete Erinnerungen in seinem Herzen: den letzten Kuss, den er ihm wegen seiner schwer verwundeten Wange nicht mehr geben konnte, und die Lieder, die sie nie mehr gemeinsam hören würden.
Die Geschichte verzeichnet den Tod meist nüchtern – mit einem Datum, einem Ort und einer Ursache. Familien erinnern anders. Sie erinnern sich an das Warten einer Mutter, an das Schweigen eines Vaters, an den Abschied, der einem Geschwisterkind für immer im Herzen geblieben ist. Manchmal erinnern sie sich auch an ein Lied, das nie mehr gehört wurde, oder an einen letzten Kuss, der nie gegeben werden konnte.
Alles, was die große Geschichte nicht festhält, bewahrt das Gedächtnis der Familie.
Ein großer Teil dieser Last wurde in jenem Haus von den Frauen getragen. Von Hatice Ana bis zu Rıza Altuns Schwestern widmeten sie dieser Bewegung ihre Jahre, ihre Kraft und ihre Möglichkeiten. Sie trugen die Last der Gefängnisse, der Verluste und dreier auseinandergerissener Familienleben.
Doch diese Geschichte gehört nicht der Vergangenheit an. In dieser Familie und in Tuzluçayır gibt es bis heute Menschen, die den Weg, den sie schon als Kinder begonnen haben, mit großer Stille und Bescheidenheit weitergehen – ohne dass ihre Namen überhaupt genannt werden sollen. Manche Opfer werden erst durch den Tod sichtbar. Andere werden ein Leben lang schweigend auf den Schultern der Überlebenden getragen.
Als Rıza Altun gegen Ende seines Lebens gefragt wurde, was er nach all dem noch tun wolle, nannte er keine große politische Aufgabe. Er sagte, er wolle die Gräber besuchen – die Gräber seines Bruders, seiner Neffen und der Angehörigen, die seine Familie verloren hatte. Er wollte sich mit ihnen „unterhalten“. Er wisse nicht, worüber. „Der Anfang lag bei mir“, sagte er. Das war kein Anspruch auf besondere Verdienste, sondern ein Satz voller Verantwortung.
Dass so viele, die nach ihm denselben Weg gegangen waren, ihr Leben verloren hatten, während er selbst noch lebte, erfüllte ihn nicht mit dem Gefühl einer besonderen Stellung, sondern mit dem Bewusstsein einer Last, die es zu tragen galt. Er hatte gelernt, mit dem Tod zu leben. An den Tod der anderen hatte er sich nie gewöhnt.
Hier begann auch die große Bilanz, die er ziehen wollte. Er sagte, sie hätten drei oder vier Jahrzehnte eines außerordentlich harten revolutionären Prozesses durchlebt und jeder Mensch müsse sich – im Guten wie im Schlechten, im Richtigen wie im Falschen – seiner eigenen Vergangenheit stellen. Darüber wollte er ein mehrbändiges Buch schreiben.
Doch er wollte nichts überstürzen. Solange der Kampf noch nicht zu einem Ergebnis gekommen sei, könnten vorschnelle Urteile in die Irre führen. Erst nach einer dauerhaften Lösung, so meinte er, könne die Vergangenheit neu bewertet und daraus eine neue Orientierung für die Zukunft gewonnen werden.
Wir wissen nicht, was in diesem Buch gestanden hätte. Und wir dürfen es auch nicht an seiner Stelle schreiben. Doch es liegt nahe anzunehmen, dass eine solche Bilanz nicht nur nach Strategien, Erfolgen und Niederlagen gefragt hätte, sondern auch danach, was aus den Opfern geworden ist, die dieser Weg gefordert hat.
Es wäre einfacher gewesen, die eigene Vergangenheit zu verklären. Er aber wollte sie befragen – und in eine Erfahrung verwandeln, die der Zukunft den Weg weist.
Dann kam der 21. März 2019.
Newroz ist im politischen Gedächtnis der Kurd:innen eines der stärksten Symbole für Widerstand und den immer neuen Aufbruch. Ausgerechnet an diesem Tag wurde Rıza Altun zum Ziel eines Angriffs. Alle Weggefährten an seiner Seite fielen, er selbst wurde schwer verletzt. Nach seiner Behandlung setzte er seinen Kampf fort. Der Tod war für ihn keine theoretische Möglichkeit mehr. Er hatte seinen Körper berührt und die Menschen an seiner Seite das Leben gekostet.
Nach allem, was er erlebt hatte, hätte wohl niemand es ihm verdenken können, wenn er gesagt hätte: „Ich habe meinen Teil getan.“ Doch das tat er nicht. Er kehrte zurück. Und begann noch einmal von vorn.
Weder das Gefängnis von Diyarbakır noch politische Brüche, weder die Verluste in seiner Familie und unter seinen Freund:innen noch der Tod selbst, der ihm am 21. März so nahe gekommen war, konnten ihn aufhalten.
Am 25. September wurde er erneut Ziel eines Angriffs.
Warum lässt ein Staat selbst von einem Menschen nicht ab, den er bereits schwer verwundet hat? Dafür gibt es selbstverständlich militärische und politische Erklärungen. Die politische Schlussfolgerung, die wir daraus ziehen, lautet jedoch: Dies lässt sich nicht losgelöst von der langen Geschichte der rachsüchtigen Auseinandersetzung lesen, die die Tradition des türkischen Staates mit einem kurdischen Willen führt, der sich nicht beugt. Ein Staat will seinen Gegner mitunter nicht nur besiegen. Er will auch erleben, wie dessen Wille gebrochen wird. Was er bei Rıza Altun nie zu sehen bekam, war Kapitulation.
Hier kehren wir zu Katsumoto zurück.
In seiner letzten Schlacht unterlag nicht nur eine Gruppe von Kriegern. Es ging die historische Epoche einer bestimmten Form des Kampfes zu Ende. Der Mut blieb. Doch angesichts einer sich wandelnden Welt reichten die alten Mittel nicht mehr aus, um diesen Kampf auf Dauer fortzuführen.
Genau zu derselben Frage führt auch die Bilanz, die Rıza Altun ziehen wollte: Die historische Lebensdauer eines Mittels des Kampfes kann zu Ende gehen. Methoden und Strategien können sich verändern. Doch wenn ein Mittel aufgegeben wird, verschwinden die Geschichte und die Gründe, aus denen es einst hervorgegangen ist, nicht von selbst.
Man kann das Schwert niederlegen. Doch man darf niemals vergessen, warum es einst gezogen wurde. Die eigentliche Frage lautet nicht, ob das Schwert aus der Hand gelegt werden kann, sondern ob wir, ohne den Grund seines Ziehens zu vergessen, den Mut haben zu fragen, ob wir es heute überhaupt noch brauchen.
Vielleicht ist dies eine der schwierigsten Fragen, vor denen die Kurd:innen heute stehen: Was können wir verändern – und was dürfen wir nicht verändern, ohne dabei aufzuhören, wir selbst zu sein?
Wo hätte Rıza Altun heute diese Grenze gezogen? Wer ihn kennenlernen durfte, hat sich diese Frage wohl unweigerlich gestellt. Welche politischen und rechtlichen Voraussetzungen hätte er für einen wirklichen Frieden eingefordert? Wir wissen es nicht – und wir wollen auch nicht an seiner Stelle antworten. Im Namen der Toten zu sprechen, ist leicht; sie können nicht widersprechen. Vielleicht hätte er manches infrage gestellt, dessen wir uns heute sicher glauben. Vielleicht hätte er dort Gefahren erkannt, wo andere Hoffnung sehen, und neue Möglichkeiten entdeckt, wo wir nur Risiken erkennen. Gerade das machte sein Wort so wertvoll: Er sagte nicht das, was andere hören wollten, sondern das, was er selbst als richtig erkannt hatte.
Vielleicht ist es genau das, was wir heute an ihm so schmerzlich vermissen: den Maßstab eines Menschen, der mit seinem eigenen Leben für seine Worte einstand.
Katsumotos Schwert gelangte zum Kaiser. Das Buch, das Rıza Altun schreiben wollte, hat uns nie erreicht. Doch sein Leben ist geblieben: ein Leben, das in Tuzluçayır begann, durch das Gefängnis von Diyarbakır führte, nach jeder Rückkehr einen neuen Anfang fand, die Verluste der eigenen Familie nicht zu einer bloßen Statistik werden ließ, sondern zu einer Verantwortung, die er auf seinen Schultern trug; ein Leben, das seinen Weg fortsetzte, selbst nachdem der Tod seinen Körper berührt hatte, und das nie davor zurückschreckte, die eigene Vergangenheit zu hinterfragen.
Der 25. September erzählt uns, wie Rıza Altun gestorben ist. Wer ihn verstehen will, muss darauf schauen, wie er gelebt hat.
Am Ende bleibt etwas Wichtigeres, als an seiner Stelle Antworten zu formulieren: den Maßstab zu begreifen, den sein Leben hinterlassen hat; seiner Vergangenheit treu zu bleiben, ohne sie zu verklären, und den Mut zu haben, sich zu verändern, ohne sich selbst zu verlieren.
Vielleicht ist es das, was von den letzten Samurai bleibt.
Nicht ein Schwert.
Sondern ein Maßstab.
https://deutsch.anf-news.com/kurdistan/-52857 https://deutsch.anf-news.com/aktuelles/die-berge-waren-sein-kompass-nachruf-auf-riza-altun-46254 https://deutsch.anf-news.com/kurdistan/-48118
Für den Feiertag zahlen Arbeitnehmer über 200 Euro extra
Ein freier Mittwoch im November – dafür zahlen viele Beschäftigte in Sachsen das ganze Jahr über höhere Beiträge. Wer monatlich 3.500 Euro brutto verdient, trägt wegen der Sonderregelung zum Buß- und Bettag jährlich 210 Euro mehr zur Pflegeversicherung bei als vergleichbare Arbeitnehmer in anderen Bundesländern.
Die Mehrbelastung wird jeden Monat vom Gehalt einbehalten. Allerdings zahlt nicht jeder Beschäftigte über 200 Euro: Wie teuer die Regelung tatsächlich ist, hängt vom beitragspflichtigen Einkommen ab.
Warum ausgerechnet Sachsen mehr zahltAls 1995 die Pflegeversicherung eingeführt wurde, strichen die anderen Bundesländer den Buß- und Bettag als gesetzlichen Feiertag. Der zusätzliche Arbeitstag sollte die Arbeitgeber für ihre Beteiligung an der neuen Sozialversicherung entschädigen.
Sachsen behielt den Feiertag bei, dafür wurde die Beitragslast anders verteilt. Beschäftigte übernehmen dort einen größeren Anteil an der Pflegeversicherung, während Arbeitgeber entsprechend weniger zahlen.
2026 fällt der Buß- und Bettag auf Mittwoch, den 18. November. Die höhere Beitragsbelastung beschränkt sich aber keineswegs auf den Feiertagsmonat.
Beschäftigte zahlen mehr, Arbeitgeber wenigerBeim allgemeinen Pflegeversicherungsbeitrag von 3,6 Prozent entfallen außerhalb Sachsens grundsätzlich jeweils 1,8 Prozent auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber. In Sachsen übernehmen Beschäftigte dagegen 2,3 Prozent, Arbeitgeber lediglich 1,3 Prozent.
Der Unterschied für Arbeitnehmer beträgt damit 0,5 Prozentpunkte des beitragspflichtigen Bruttolohns. Um genau diesen Anteil werden Arbeitgeber gegenüber der üblichen Aufteilung entlastet.
Kinderlose Beschäftigte, für die der Kinderlosenzuschlag gilt, zahlen in Sachsen insgesamt 2,9 Prozent statt 2,4 Prozent Arbeitnehmeranteil. Abschläge für mehrere berücksichtigungsfähige Kinder können den persönlichen Beitrag senken, beseitigen aber nicht die sächsische Mehrbelastung.
Wann der Feiertag mehr als 200 Euro kostetBei zwölf gleich hohen Monatsgehältern und einer regulären sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung lässt sich die jährliche Beitragsdifferenz leicht berechnen: Monatsbrutto mal zwölf mal 0,005. Sonderzahlungen können die Berechnung verändern.
Monatliches Bruttogehalt Zusätzlicher Arbeitnehmerbeitrag monatlich Zusätzlicher Arbeitnehmerbeitrag jährlich 2.500 Euro 12,50 Euro 150 Euro 3.000 Euro 15 Euro 180 Euro 3.450 Euro 17,25 Euro 207 Euro 3.500 Euro 17,50 Euro 210 Euro 4.000 Euro 20 Euro 240 Euro 5.000 Euro 25 Euro 300 EuroEigene Berechnungen für zwölf volle Beitragsmonate, ohne Sonderzahlungen und vor steuerlichen Auswirkungen.
Die häufig genannte Summe von 207 Euro ist somit kein gesetzlich festgelegter Jahresbetrag. Sie ergibt sich beispielsweise bei einem gleichbleibenden Monatsbrutto von 3.450 Euro.
Nach oben ist die Berechnungsgrundlage begrenzt: Die Beitragsbemessungsgrenze der Kranken- und Pflegeversicherung liegt 2026 bei 5.812,50 Euro monatlich beziehungsweise 69.750 Euro jährlich. Einkommen oberhalb dieser Grenze erhöht den Pflegeversicherungsbeitrag nicht weiter.
Entscheidend ist der BeschäftigungsortDie Sonderregelung trifft nicht automatisch jeden Menschen, der in Sachsen wohnt. Das Gesetz knüpft an den Beschäftigungsort an – ein Unterschied, der insbesondere für Pendler wichtig ist.
Wer in Sachsen lebt, aber einen Beschäftigungsort in einem anderen Bundesland hat, fällt deshalb nicht allein wegen seiner Wohnadresse unter die höhere Arbeitnehmerbelastung. Umgekehrt kann sie Beschäftigte treffen, die außerhalb Sachsens wohnen und in Sachsen arbeiten.
Auch die Aussage, alle sächsischen Bürger bezahlten diesen Aufschlag, wäre falsch. Die hier beschriebene Regel betrifft die Aufteilung der Pflegeversicherungsbeiträge bei Beschäftigten; sie ist keine allgemeine Abgabe für sämtliche Einwohner.
Höhere Beiträge bedeuten keine besseren PflegeleistungenDie andere Beitragsaufteilung verschafft Beschäftigten in Sachsen keinen besonderen Leistungsbonus. Wer später Pflege benötigt, erhält Leistungen nach den gesetzlichen Voraussetzungen und dem festgestellten Pflegegrad.
Welche Ansprüche bestehen, erläutert die Übersicht zu den Pflegeleistungen 2026 und häufig übersehenen Hilfen. Weitere Entwicklungen beschreibt der Beitrag zu den Verbesserungen und Verschlechterungen bei Rente und Pflege 2026.
Gewerkschaften wollen den Feiertag erhalten und die Belastung ändernDer DGB Sachsen fordert, den Sonderweg bei den Pflegeversicherungsbeiträgen zu beenden. Beschäftigte und Arbeitgeber sollen bei der Beitragsaufteilung genauso behandelt werden wie in den anderen Bundesländern, ohne den Buß- und Bettag als Feiertag zu streichen.
Die Kritik richtet sich damit gegen die ungleiche Finanzierung. Während Beschäftigte den höheren Anteil auf jeder Lohnabrechnung tragen, profitieren Arbeitgeber dauerhaft von ihrem niedrigeren Beitragssatz.
Ein freier Tag hat für Arbeitnehmer zweifellos einen Wert. Die politische Frage bleibt dennoch, warum ausgerechnet dieser Feiertag über eine besondere Belastung der Beschäftigten finanziert werden muss.
Beispiel aus der Praxis: 210 Euro mehr bei gleichem BruttolohnEin fiktives Beispiel: Jana arbeitet in Dresden, hat ein Kind und verdient ganzjährig 3.500 Euro brutto im Monat. Ihr Arbeitnehmeranteil zur Pflegeversicherung beträgt bei 2,3 Prozent monatlich 80,50 Euro.
Bei einer entsprechenden Beschäftigung außerhalb Sachsens wären es bei 1,8 Prozent nur 63 Euro. Jana zahlt damit monatlich 17,50 Euro und jährlich 210 Euro mehr Pflegeversicherungsbeitrag; steuerliche Auswirkungen sind in diesem Vergleich nicht berücksichtigt.
Vier Fragen und Antworten zum Feiertagsaufschlag Müssen alle Arbeitnehmer in Sachsen über 200 Euro zusätzlich zahlen?Nein, die Höhe hängt vom beitragspflichtigen Einkommen ab. Bei zwölf gleich hohen Monatsgehältern ergeben sich beispielsweise bei 3.000 Euro brutto 180 Euro und bei 3.500 Euro brutto 210 Euro zusätzliche Beiträge im Jahr.
Wird der Betrag nur im November abgezogen?Nein, die abweichende Beitragsaufteilung gilt laufend. Der höhere Arbeitnehmeranteil wird deshalb grundsätzlich mit jeder beitragspflichtigen Gehaltszahlung berücksichtigt.
Muss ich den höheren Anteil auch zahlen, wenn ich den Feiertag nicht religiös begehe?Ja, die Regelung hängt nicht von der Religionszugehörigkeit oder der persönlichen Nutzung des Feiertags ab. Entscheidend sind die gesetzlichen Voraussetzungen der Beschäftigung.
Entsteht durch den höheren Beitrag ein zusätzlicher Pflegeanspruch?Nein, aus der sächsischen Beitragsaufteilung folgt kein Anspruch auf mehr Pflegegeld oder andere zusätzliche Pflegeleistungen. Sie verändert, welchen Anteil Beschäftigte und Arbeitgeber an der Finanzierung übernehmen.
Der Beitrag Für den Feiertag zahlen Arbeitnehmer über 200 Euro extra erschien zuerst auf Gegen-Hartz.de – Sozialrecht, Rente, Pflege und Grundsicherung.
30.000 deutsche Windräder schonen das Klima nicht
https://app.electricitymaps.com/map/zone/DE/monthly?lang=de
https://app.electricitymaps.com/map/zone/DE/monthly?lang=de
Der Beitrag 30.000 deutsche Windräder schonen das Klima nicht erschien zuerst auf EIKE - Europäisches Institut für Klima & Energie.