«Und während Sie über Ungarn mal dies hören und mal das, sollten Sie besser schleunigst nach Brüssel sehen, wo von der Leyen das Projekt der Zweckentfremdung der EU, der Vergewaltigung der europäischen Verträge und der finalen Entmachtung der Nationalstaaten vorantreibt, als gäb’s kein Morgen. Ein Projekt, das nie etwas anderes als Ihre eigene Entmachtung, werter Bürger, war, die unter dieser Kommissionspräsidentin natürlich verlässlich aufs Hässlichste verschleiert ist.» (– Martin Sonneborn)
Peds Ansichten
Inszenierung eines Rentenproblems
Eine kalkulierte Rentendiskussion und die Desinformation über unser Geldsystem
Die große gesellschaftliche Matrix, nach der wir denken und uns verhalten sollen, ist gewissermaßen ganzheitlich. Sie bedient sich grundlegender Prinzipien, die da zuallererst psychologischer und darauf aufbauend erzählerischer Natur sind. Was aber sind sie nicht? Sie sind nicht wissenschaftlich, sie beruhen nicht auf Naturgesetzen. Auf der hingenommenen Prämisse eines in irgendeiner Art wissenschaftlich zu charakterisierenden Finanzsystems basiert auch die Erzählung einer notwendigen Reform der gesetzlichen Rentenversicherung aufgrund ihrer angeblich in Zukunft gefährdeten finanziellen Ausstattung.
Vorab für die Einen zur Erleichterung und für die Anderen zur Ernüchterung: Eine Aufbereitung der Funktionsweise des unser Leben so beeinflussenden Finanzsystems wird es hier nicht (dafür aber in absehbarer Zeit) geben. Doch als Fingerzeig darauf, dass die uns übergeholfene Geschichte vom permanenten Mangel an Geld in unserer Gesellschaft irgendwie faul klingt, möge es sehr wohl taugen. Die seit einiger Zeit in den Informationsraum lancierte Diskussion über eine notwendige Neuausrichtung der gesetzlich verbrieften Altersvorsorge ist dafür bestens geeignet.
WählertäuschungFreilich: Es gibt ein Vor-dem-Wahlkampf und ein Nach-der-Wahl. Und populistische Parteien wie die CDU — ja, die CDU ist eine populistische, ich sage sogar eine rechtspopulistische Partei — achten darauf, wann sie etwas sagen, oder eben auch nicht. Noch im Sommer 2024 forderten CDU-Politiker, „das Eintrittsalter für den Ruhestand zu erhöhen“ (1).
Doch im Herbst 2024 hatte der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz versichert, dass es „mit ihm keine Rentenkürzung“ geben würde (2). Mit Start des Bundestagswahlkampfes 2025 stellte die CDU dann ihre sogenannte Agenda 2030 vor. Was Rentner und Renten betrifft, wurden diese genau einmal konkret thematisiert:
„Ergänzend werden wir weitere steuerliche Maßnahmen umsetzen, um freiwillige Mehrarbeit attraktiver zu machen. Dazu stellen wir Überstundenzuschläge steuerfrei. Für Rentner, die freiwillig weiterarbeiten möchten, führen wir die Aktivrente ein: Ein Verdienst bis 2.000 Euro im Monat bleibt dann steuerfrei.“ (3)
Stellen wir fest, dass da nicht die Rede davon war, „weiterarbeiten“ zu müssen. In der CDU-Agenda war also auch nirgends von einer direkten oder indirekten Erhöhung des Renteneintrittsalters die Rede. Und ebenso wenig las man in diesem Papier etwas von einer notwendigen Neugestaltung der gesetzlichen Altersvorsorge. Gerade im Wahlkampf fand das Thema schlicht nicht statt (4). Ganz offiziell und im Gegensatz zu den Monate zuvor losgelassenen Testballons tönte es nun aus der CDU-Zentrale: „Das Renteneintrittsalter bleibt stabil bei 67 Jahren“ und „wer unterstellt, die CDU wolle Rentenkürzungen, der lügt“ (5). Alles das kam erst zurück, nachdem die CDU als stärkste Partei aus dem Wahlkampf hervorgegangen war und die Regierung gebildet hatte. So geht Populismus und das Setzen auf die Einfalt der Wähler.
Kann man es Politikern zum Vorwurf machen, wenn sie stets aufs Neue dafür belohnt werden, die Wähler hinters Licht zu führen? Ist es nicht eher so, dass es für die Wähler offensichtlich bequemer ist, sich hinters Licht führen zu lassen? Oder anders ausgedrückt: Wie bestellt, so geliefert.
Aber wer liest schon vor einer Wahl das Grundsatzprogramm der CDU? Dort steht nämlich unmissverständlich:
„Gleichzeitig zeigt die langfristige Entwicklung aber auch, dass wir immer älter werden. Wenn wir unsere Rente stabil und finanzierbar halten wollen, spricht viel dafür, dass die Lebensarbeitszeit für diejenigen, die arbeiten können, steigen muss, und folglich die Regelaltersgrenze an die Lebenserwartung gekoppelt wird.“ (6)
„Spricht viel dafür“? Ist diese Logik stimmig? Wer fragt schon nach, was denn genau für diese These spricht? Ist Geld ein Naturstoff und nur begrenzt verfügbar? Wovon hängt ab, ob Renten stabil und finanzierbar gehalten werden? Greifen wir vor: Das hängt einzig von der Macht und dem existierenden politischen Willen ab.
Das fehlende Geld2025 wurden etwa 363 Milliarden Euro an Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung ausgezahlt. Dem gegenüber stehen Beiträge der Versicherten in Höhe von 321 Milliarden Euro. Die Differenz von 42 Milliarden Euro sowie Mittel zur Deckung weiterer Ausgaben wurden durch Zuschüsse des Bundes ausgeglichen (7).
An dieser Stelle ist festzuhalten, dass auch die gesetzliche Rentenversicherung eine Prämisse, die aus Sicht des Autors einen Sozialstaat auszeichnen sollte, in mehrfacher Hinsicht nicht erfüllt: das Solidarprinzip. So erhalten mehr als eine Million Menschen, die mindestens 45 Versicherungsjahre aufzuweisen haben, eine Rente von weniger als 1.200 Euro (8). Und auf der anderen Seite gibt es eine Beitragsbemessungsgrenze für Besserverdienende, eine Beitragsbefreiung ab Bruttoeinkommen von mehr als 5.800 Euro. Diese Deckelung gilt übrigens auch für Beiträge in die gesetzliche Krankenversicherung (9).
Liegt es an den Beamten?2024 gab es in Deutschland 1,7 Millionen Beamte (10). Der Betrag dürfte höher ausfallen (11), aber gehen wir einmal davon aus, das Durchschnittsgehalt eines Beamten würde bei 4.000 Euro Brutto im Monat liegen. Müssten diese nun 9,8 Prozent in die gesetzlichen Rentenkassen einzahlen, so wie „der ganz normale“ Arbeitnehmer, ergäbe das eine zusätzliche jährliche Beitragssumme von knapp acht Milliarden Euro. Aber der Betrag könnte auch noch höher liegen.
Denn durchschnittlich bekommt ein Beamter bei Eintritt in sein Rentendasein eine Pension von 71,75 Prozent des letzten Gehalts. Das sind 3.240 Euro im Monat. Bei derzeit 1,4 Millionen pensionierten Beamten kostet das die Staatskasse kapitale 90 Milliarden Euro jährlich (gerundet) (12). Und das, ohne dass ein Beamter zuvor auch nur einen müden Euro in die Kasse eingezahlt hat (10i). Wir können festhalten, dass ohne dieses Privileg von Beamtenpensionen das Budget der öffentlichen Haushalte um 90 Milliarden Euro jährlich erleichtert würde. Und zwar um fast den gleichen Betrag, der aus Steuermitteln der gesetzlichen Rentenversicherung zugeschossen wird (13).
Die durchschnittliche Rente eines Arbeitnehmers, der regelmäßig in die Rentenkasse eingezahlt hat, liegt dagegen grob gerechnet bei 1.500 Euro im Monat — wohlgemerkt vor Steuern und Sozialabgaben (14).
Das ist umso erstaunlicher, als das Gehalt jedes Beamten ja auch noch aus öffentlichen Mitteln stammt, also steuer- und schuldenfinanziert ist. Im Nullsummenspiel des Finanzkapitalismus wäre es sicher begrüßenswert, wenn alle volljährigen Mitglieder am Solidarsystem der staatlichen Rentenversicherung teilnehmen würden, also auch Beamte. Das Gleiche gilt damit auch für die Aufhebung von Beitragsbemessungsgrenzen und die einheitliche Berechnung der Renten auf Basis der eingezahlten Beträge. Von einer sozial tatsächlich absichernden gesetzlichen Mindestrente, die jedem betagten Menschen zustehen sollte, gar nicht zu reden.
Die sozial scheinbar so sicheren Perspektiven für Beamte fördern allerdings Konformitätsdenken und Opportunismus. Denn wer, im Gegensatz zu einem Großteil der arbeitenden Bevölkerung, weich gebettet ist, wird ungern darauf verzichten.
Doch um die Frage in der Überschrift zu beantworten: Nein, es liegt nicht an den Beamten. Aber das Geld fehlt doch — oder etwa nicht?
Wie an das fehlende Geld kommen?In einem Nullsummenspiel wird stets Umverteilung als Königsweg vorgeschlagen. Geld wird umgeschichtet. Bezeichnenderweise kommt das Thema Umschichtung immer dann zur Sprache, wenn es um die Umverteilung zu Lasten sozialer Leistungen geht.
Ein Lösungsansatz der Merz-CDU wurde bereits weiter oben erwähnt. Die Leute sollen einfach länger arbeiten. Damit zahlen sie mehr in die Rentenkasse ein und die Rentenzeit wird auf der anderen Seite wieder kürzer. Das ist ein Beispiel, wie Nullsummenspiele funktionieren. Und der Faktor Arbeit kommt nicht etwa ins Spiel, weil wir eine ungenügende Wertschöpfung und fehlende Arbeitskräfte im Land hätten — auch wenn hier natürlich zu differenzieren ist. Aber hier soll Arbeit das angeblich fehlende Geld „organisieren“ und auf der Ausgabenseite Renten „sparen“. Hier geht es um Geld, nicht etwa um gesellschaftliche Erfordernisse.
Nun, der CDU-Chef und amtierende deutsche Bundeskanzler und Millionär Friedrich Merz ist ja auch ein Geldmann durch und durch. Der Mann tickt in Banknoten und ist selbst von dem, was er da bewirbt, schließlich auch nicht betroffen. Außerdem ist Merz ja auch ein Lobbyist. Er bewirbt Produkte und das klingt erst einmal so (Hervorhebung durch Autor):
„Da die gesetzliche Rente allein eine auskömmliche Alterssicherung in vielen Fällen nicht garantieren kann, wollen wir für alle eine verpflichtende kapitalgedeckte Altersvorsorge einführen.“ (4i)
Die Absicht verschwindet hinter einer Lüge. Das decken wir auf und feilen dafür ein wenig an der obigen Aussage:
Da wir für alle eine verpflichtende kapitalgedeckte Altersvorsorge einführen wollen, garantieren wir nicht mehr die gesetzliche Rente allein als auskömmliche Alterssicherung.
Das Eine lässt sich als Alternative erst dann verkaufen, wenn das Andere zuvor als Bewährtes künstlich verknappt wurde. Denn selbstverständlich kann bei entsprechendem politischen Willen die auskömmliche Alterssicherung garantiert werden. Heutzutage werden ganz andere Dinge garantiert, die freilich nichts mit dem Wesen eines Sozialstaates zu tun haben. Weiß denn jeder, was das ist — eine kapitalgedeckte Altersvorsorge? Eines können wir dazu schon festhalten: Solidarisch ist so etwas auf keinen Fall.
Schon immer hat man den einfältigen Wähler an der Nase herumgeführt, wenn es darum ging, ihn zu schröpfen. Erst werden gesellschaftliche Gruppen gegeneinander ausgespielt, dann werden die Maßnahmen mit klangvollen, verführerischen Titeln belegt:
„Bis zum Ende des Jahres werden wir die ersten großen Sozialreformen umgesetzt haben, und die Rente haben wir dabei priorisiert.“ (15)
Das mag bei den Gläubigen so ankommen, als würde hier das Rentensystem „reformiert“, um gerettet zu werden. Doch es wird angegriffen! Es wird angegriffen, weil es schlicht und einfach ein Geschäftsmodell blockiert. Der Kapitalismus unserer Tage ist darauf aus, alles nur Denkbare zu finanzialisieren, zu kapitalisieren. Dafür gibt es die wohltönenden Begriffe globale Gesundheit, Klimaschutz, Verteidigung, Sozialreformen und weiteres. Außerdem werden die Menschen mit dieser Finanzialisierung in ein Boot geholt, das auf zutiefst unethischer Fahrt ist.
Bislang hat noch ein Jeder eine gewisse Wahlfreiheit, beim Spiel ums große Geld mitzutun, um auf Kosten Dritter Kasse zu machen — oder eben nicht. Als Kleinanleger bei BlackRock oder Vanguard kann man auch ohne intime Kenntnisse der Szene mit etwas Glück Geld verdienen — Geld verdienen in einem Nullsummenspiel wohlgemerkt. Die „Reformgedanken“ des Friedrich Merz aber verpflichten Sie und mich, in einem Fonds Geld anzulegen. Außerdem ist das alter Wein in neuen Schläuchen. Denn etwas in dieser Art gab es auch bereits früher und freiwillig, zum Beispiel kapitalbildende Lebensversicherungen.
Es geht um Altersvorsorge, um Sicherheit im Alter. Angelegtes Kapital kann dazu nicht taugen, denn es ist immer mit Risiken behaftet. Das gilt auch dann, wenn der Pflichtbeitrag in einem Staatsfonds angelegt würde (16). Wer hier mit den Hufen scharrt, das sind Kapitalgesellschaften mit ihren Investmentfonds und Verbriefungen aller Art. Was diese antreibt, ist die Rendite. Wie die Rendite erzeugt wird, ist sekundär. Primär ist, dass sie erzeugt wird. Aber wenn die Gesellschaft pleite geht, weil das Geschäftsfeld aus Gründen, die wir noch gar nicht kennen können, zusammenbricht, wird wer dafür haften? Damit sind wir bei ETFs (17). Was hier geschieht, lässt sich so herunterbrechen:
Der BlackRock-Kanzler Friedrich Merz (und nicht nur er) verkaufen dem Wähler an der Börse gehandelte Fonds (ETFs steht für Exchange-Traded-Funds), Pakete von Wertpapieren, mit denen ganz einfach spekuliert wird, als private Rentenvorsorge. Die Gier und der pure Kapitalismus lassen grüßen. In dieses Spielchen sollen Menschen hineingezogen werden, um für sich „eine auskömmliche Rente zu garantieren“ (siehe CDU-Papier weiter oben).
Ein Massenblatt schrieb im Februar des Jahres treffend wie jubilierend: „Merz will die Deutschen zu kleinen Kapitalisten machen“ (18). Hinzugefügt sei: Ob sie wollen oder nicht.
ETFs sind Kapitalanlagen und damit Risikoprodukte. Sie sichern keinen gesetzlichen Anspruch auf eine garantierte Rente für den Anleger. Man beachte, dass Merz in seiner Partei seit Jahrzehnten als Finanzexperte gehandelt wird. Er weiß um die Risiken des „Finanzprodukts“ (ein Produkt ist das nicht) und hat die Unvorhersehbarkeit des Marktes bereits 2008 in seinem Buch „Mehr Kapitalismus wagen“ beschrieben (19).
Es geht aber noch perverser. Mittels einer „Frühstartrente“ sollen bereits Kinder ab sechs Jahren in ein „kapitalgedecktes und privatwirtschaftlich organisiertes Altersvorsorgedepot“ einzahlen können. Ja, vorerst können. Natürlich zahlen dann die Eltern für die Kinder ein, die ja noch gar kein Einkommen haben — mal abgesehen vom Taschengeld, das sie von den Eltern bekommen. Aber für solch ein „Altersvorsorgedepot“ findet sich plötzlich wieder Geld in den öffentlichen Kassen (20). Auch hier zur Klarstellung: Das Depot, also der Fonds eines privaten Investmentunternehmens sammelt Geld aus öffentlichen Kassen, damit dieses Geld dann, wie man so schön sagt, im Markt arbeiten kann.
Was sind das für Fonds? Welche Vermögensverwalter und Banken betreuen die Fonds? Welche Konzerne arbeiten mit dem Kapital?
Was bleibt? Diejenigen, deren Realeinkommen sinken, sollen mehr für ihre Altersvorsorge investieren — und das in Produkte einer Geldmaschine.
Aber wo sind tatsächlich die Ursachen zu suchen, dass Befürchtungen geäußert werden, die Rentenkassen würden in Zukunft nicht mehr für die Auszahlung einer vernünftigen Rente für die Versicherten genügen?
Geld ist nicht für alle daFangen wir klein an und lassen das folgende Zitat wirken:
„Die EU-Kommission stellt 1,5 Milliarden Euro für die Stärkung der europäischen Verteidigungsindustrie zur Verfügung. Das Geld soll insbesondere dem Abwehrkampf der Ukraine gegen Russland sowie der Aufrüstung in der EU zugutekommen, wie die Brüsseler Behörde mitteilte. Die Zuschüsse für 2026 und 2027 werden demnach am Dienstag öffentlich ausgeschrieben.“ (21)
Nur, weil es ständig wiederholt wird, wird es nicht richtig. Der „Abwehrkampf der Ukraine“ ist als Erzählung nicht weniger desinformierend als der Begriff einer „europäischen Verteidigungsindustrie“. Es ist ein Muss, stets auf diese massiv verbreiteten Desinformationen hinzuweisen. Aber reden wir von anderen Beträgen.
42 Milliarden Euro aus Bundesmitteln waren 2025 erforderlich, um das Defizit von Einnahmen zu Ausgaben für die gesetzliche Rentenversicherung auszugleichen (siehe weiter oben). Im Jahre 2021 betrug der bundesdeutsche Militäretat 38,7 Milliarden Euro (22). Unter dem mit ausufernder Propaganda verbreiteten Vorwand, Deutschland müsste sich auf eine militärische Bedrohung durch Russland einstellen, hat man die Militärausgaben explodieren lassen. Im Jahre 2025 lagen sie mit 86 Milliarden Euro doppelt so hoch wie noch fünf Jahre zuvor. 2026 liegen sie nun bei gar 108 Milliarden Euro (23).
Der Militäretat soll bis zum Jahre 2029 auf geradezu unfassbare 152 Milliarden Euro steigen (24). Als in Deutschland das letzte Mal in solch einer Art und Weise, dazu schuldenbasiert hochgerüstet wurde, endete das ein einem verheerenden Krieg, der, man beachte, von Deutschland begonnen wurde.
Aber wo nur hat die Bundesregierung das viele Geld plötzlich her, was sie für die Rente nicht mehr zu haben vorgibt?
Allein für den Wehretat 2026 hat die Bundesregierung mindestens 39 Milliarden Euro neue Schulden aufgenommen (23i). „Der Russe“ wird Tag für Tag als vermeintliche Gefahr in die Wohnzimmer gezaubert, aber die Gefahr ist schlicht fiktiv. Die erforderliche Finanzierung einer solidarischen, gesetzlichen Rente ist dagegen sehr real. Aber warum ist die Finanzierung des Einen über Schulden gedeckelt und beim Anderen nicht akzeptabel? Wo kommt das Geld, das doch gar nicht da ist, plötzlich her?
Willkommen in der Matrix.
Die Matrix von Schulden und VermögenWir spielen in dieser Matrix mit, weil sie psychologische Seiten an uns „bedient“.
Und auch hierbei spielen die Medien brav mit. So wird auch die von der regierenden Politik vertretene Behauptung, wir hätten ein objektives Problem der Finanzierung von Renten, niemals kritisch hinterfragt. Genauso wie nicht hinterfragt wird, welche Folgen die diversen „Rettungspakete“, „Sondervermögen“ und ähnliches haben. Vor allem aber, wie diese überhaupt entstehen.
Unwissenheit wird ersetzt durch Glauben. Fehlende Achtsamkeit stärkt den Glauben. Gläubige lassen sich manipulieren.
„Wirtschaftsweise“ ist ein anderer Ausdruck für die berühmt-berüchtigten „Experten“. Was bei „Corona“ ein Christian Drosten, Alena Buyx und Karl Lauterbach, beim Thema Krieg ein Roderich Kiesewetter und Marcus Keupp und beim Thema Klima eine Claudia Kemfert, das sind beim Thema Renten die „Wirtschaftsweisen“, zum Beispiel Veronika Grimm:
„Es braucht Vorschläge, die die Ausgabenbelastung des Bundeshaushalts und auch der Länder und Kommunen senken.“ (15i)
Der nächste „Wirtschaftsweise“ auf der Matte ist Martin Werding. Wie zuletzt beim Management der PLandemie ist das Spalten gesellschaftlicher Gruppen das A und O:
„Was wir dringend brauchen, ist eine Ergänzung unserer umlagefinanzierten gesetzlichen Rente, wo eben die Jungen immer direkt für die Alten zahlen müssen. […] Was wir dringend brauchen, ist ergänzende Kapitaldeckung.“ (25, 26)
Nö, brauchen wir nicht. Werding spielt hier Generationen gegeneinander aus. So wie Gesunde in eine Krankenkasse einzahlen, welche die Behandlung Kranker finanziert, so zahlen die Jungen in eine Rentenkasse ein, welche das Leben der Betagten finanziert. Diese Versicherungen funktionieren nach dem Solidarprinzip, zumindest sollten sie das. Aber der „Wirtschaftsweise“ könnte ja auch vorschlagen, ganz wie bei der Rüstung, dass man Finanzlücken einfach durch Schuldenaufnahme schließt. Das tut er nicht. Weil hier das Schuldenmachen „nur“ den Versicherten (Einzahlern wie Rentnern), also der Sozialgemeinschaft zugute kommt?
Da ist er wieder und wieder: der Betrug mit dem angeblichen Nullsummenspiel. An eine „Klima-Agenda“ und deren künstlich erzeugte Kosten, die Hysterie um eine angebliche russische Bedrohung und deren künstlich erzeugter Kosten oder den „Krieg gegen das Virus“ und die damit künstlich erzeugten Kosten hat sich eine Veronika Grimm und ein Martin Werding nicht herangewagt. Ihr Job ist es, für BlackRock, hust, die CDU-Agenda des BlackRock-Lobbyisten Friedrich Merz zu trommeln.
Es geht nie um Schulden, es geht stets um Geschäftsmodelle. Kennt der geneigte Leser all die Sondervermögen, die gleichzeitig Schulden über hunderte Milliarden Euro darstellen und die Schuldenbremse des Bundes zur Makulatur machten? Hier sind die größten ihrer Art:
- Finanzmarktstabilisierungsfonds (FMS, Finanzkrise 2008),
- Investitions- und Tilgungsfonds (ITF),
- Wirtschaftsstabilisierungsfonds-Corona (WSF-Corona),
- Sondervermögen Bundeswehr (SV BW),
- Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK),
- Sondervermögen gesetzliche Rentenversicherung (SV GR) (27).
Schulden, Kredite und Vermögen drücken sämtlich das Gleiche aus: Bei Banken aus dem Nichts geschöpftes Giralgeld. Banken, die über dieses Geld zuvor gar nicht verfügten. Wer gehört nun wem? Die Banken den Regierungen oder eher die Regierungen den Banken? Warum haben souveräne Staaten eigentlich keine eigenen Banken und somit auch keine Souveränität über die Geldschöpfung? Belassen wir es an dieser Stelle bei den Fragen. Fragen, die neugierig machen sollten.
Motive und FazitFür die „private Seite“, die einflussreicher Konzerne und Banken, wird also Geld geschöpft. Auf der gesellschaftlichen Seite, bei den Sozialsystemen, wird dagegen das Intermediärsystem als Grundlage vorgegeben. Also, dass das Geld aus den Beiträgen der Menschen kommen muss, um das System am Leben zu erhalten. Geld müsste vorher existent sein, um verwendet werden zu können.
Der Mangel an Geld für Sozialsysteme ist ein scheinbarer. Er ist politisch gewollt. Genauso wie der offensichtliche Nichtmangel an Geld für die Militarisierung politischem Willen entspringt. Wenn Geld benötigt wird, kann es geschöpft werden. Und das wird getan.
Wenn man die Bevölkerung in soziale Nöte zwingt, macht man sie gleichzeitig dafür bereit, in die Kriegswirtschaft einzutreten. Das wird gesetzlich reguliert. Das Absenken von Sozialstandards ist genauso politischer Wille — und eben nicht „aus der Not geboren“ — wie die Herstellung einer objektiv überhaupt nicht notwendigen Kriegswirtschaft. Denn die Bedrohung ist eine Geschichte, aber die Geschichte spiegelt nicht die Realität. Die Erzählungen von diversen, alarmierenden Bedrohungen sind nicht etwa die Ursache für eine sehr spezielle Politik, sondern Instrumente zur Durchsetzung eben dieser Politik. Die Konzeption der Politik brauchte, um umgesetzt zu werden, eben diese Erzählungen. Erzählungen, die die Gesellschaft zum Mitmachen animiert und im Extremfall dazu zwingt.
Die angeblich dringende „Rentenreform“ ist genauso wenig dringend, wie es der „Kampf gegen das Virus“, der „Kampf gegen die Klimaerhitzung“, der „Kampf gegen die russische Bedrohung“, der „Kampf gegen den Terrorismus“ und alle weiteren ganz dringenden Kämpfe und Reformen waren und sind. Hinter all diesen Agenden stecken samt und sonders Geschäftsmodelle. Geschäftsmodelle, bei denen enorme Summen von Geld bewegt und noch mehr Geld geschöpft wird.
Und weil wir in diesem Text einen gewissen Friedrich Merz nicht nur als Bundeskanzler sondern auch als Millionär und BlackRock-Lobbyisten ausgemacht hatten, sei noch eine Notiz hintenangestellt. Weil ja schließlich dort, wo so enorm viel Geld geschöpft und bewegt wird, unweigerlich Profiteure warten. Einer der größten dieser Tage nennt sich Rheinmetall. Der größte institutionelle Anleger von Rheinmetall heißt BlackRock (28). Dort unter anderem endet der Weg eines der größten Sondervermögen (gleichbedeutend mit Kredit und Schulden) des Bundes.
Bitte bleiben Sie schön aufmerksam, liebe Leser.
Anmerkungen und Quellen(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung — Nicht kommerziell — Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden.
(1) 17.08.2024; Tagesspiegel; Sven Lemkemeyer; „An Lebenserwartung anpassen“ CDU will offenbar schnell höheres Rentenalter beschließen; https://www.tagesspiegel.de/politik/an-lebenserwartung-anpassen-cdu-will-offenbar-schnell-hoheres-rentenalter-beschliessen-12213263.html; Artikel hinter Werbebanner
(2) 26.10.2024; ARD-Tagesschau; „Es wird keine Rentenkürzung in Deutschland geben“; https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/merz-ju-rente-100.html
(3) 11.01.206; CDU; Agenda 2030 — Neuer Wohlstand für Deutschland; Beschluss des Bundesvorstandes der CDU Deutschlands; https://www.cdu.de/app/uploads/2025/01/Agenda-2030.pdf
(4) 10.01.2025; CDU; CDU beschließt Agenda 2030; https://www.cdu.de/aktuelles/funktionierender-staat/cdu-beschliesst-agenda-2030/
(5) 22.01.2025; CDU; Politikwechsel für sichere Renten; https://www.cdu.de/aktuelles/cdu-deutschlands/politikwechsel-fuer-sichere-renten/
(6, 6i) 2024; Grundsatzprogramm der CDU Deutschlands; https://www.cdu.de/grundsatzprogramm/; S. 58/59
(7) 22.12.2025; Deutsche Rentenversicherung; Statistiken und Berichte; Aktuelle Daten 2026; https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/Zahlen-und-Fakten/Statistiken-und-Berichte/statistiken_und_berichte.html
(8) 22.07.2024; ARD-Tagesschau; Weniger als 1.200 Euro Rente für jeden Fünften; https://www.tagesschau.de/wirtschaft/rente-deutschland-unter-1200-euro-jeder-fuenfte-100.html
(9) 01.01.2026; Die Bundesregierung; Rechengrößen in der Sozialversicherung; https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/beitragsgemessungsgrenzen-2386514
(10, 10i) 31.08.2025; ARD, WDR; Andreas Poulakos; Hohe Kosten: Brauchen wir so viele Beamte?; https://www1.wdr.de/nachrichten/beamte-linnemann-diskussion-faq-100.html
(11) 26.11.2025; Focus; Christoph Sackmann; Was Beamte verdienen – und warum Sie das als Angestellter kaum erreichen; https://www.focus.de/finanzen/karriere/was-beamte-verdienen-und-warum-das-fuer-angestellte-kaum-erreichbar-ist_1d8f35da-c82b-4953-8612-8add0466f0c6.html
(12) 30.01.2026; Focus; Christoph Sackmann; 1,4 Millionen Pensionäre kosten die Staatshaushalte fast so viel wie 20 Millionen Rentner; https://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/1-4-millionen-pensionaere-kosten-die-staatshaushalte-fast-so-viel-wie-20-millionen-rentner_b7016739-e79a-4734-9c54-2b92879fdc55.html
(13) Deutsche Rentenversicherung; Jahresbericht 2024; Beschäftigungshoch beschert hohe Beitragseinnahmen; https://jahresbericht.deutsche-rentenversicherung.de/artikel/beschaeftigungshoch-beschert-hohe-beitragseinnahmen-2024/; abgerufen: 31.03.2026
(14) Wirtschaftsradar; Durchschnittliche Rente in Deutschland 2026; https://wirtschaftsradar.com/durchschnittliche-rente-in-deutschland/; abgerufen: 25.03.2026
(15, 15i) 03.02.2026; ARD-Tagesschau; Merz will Rentenreform noch 2026 auf den Weg bringen; https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/rente-rentenreform-102.html
(16) 09.10.2025; Focus; Christoph Sackmann; Merz will „Pflichtbeitrag zur privaten Altersvorsorge“: Was das für Sie bedeutet; https://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/merz-will-pflichtbeitrag-zur-privaten-altersvorsorge-das-steckt-dahinter_db2e69ce-7a93-4c80-a51e-0324804450ed.html
(17) 21.07.2025; Verbraucherzentrale; Welche Vorteile und Nachteile haben ETFs?; https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/sparen-und-anlegen/welche-vorteile-und-nachteile-haben-etfs-16603
(18) 12.02.2026; Süddeutsche Zeitung; Hendrik Munsberg; Rente: Merz will die Deutschen zu kleinen Kapitalisten machen. Recht hat er!; https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/rente-sozialstaat-reformen-friedrich-merz-li.3386367?reduced=true
(19) 13.05.2025; NachDenkSeiten; Werner Rügemer; BlackRock im Kanzleramt?; https://www.nachdenkseiten.de/?p=128643: Primärquelle: Friedrich Merz: Mehr Kapitalismus wagen; München 2008
(20) 27.01.2026; Bundesministerium der Finanzen; Fragen und Antworten zur Frühstart-Rente; https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/FAQ/fruehstart-rente.html
(21) 30.03.2026; MarketScreener, dpa; EU-Kommission stellt 1,5 Milliarden Euro für Verteidigung bereit; https://de.marketscreener.com/boerse-nachrichten/eu-kommission-stellt-1-5-milliarden-euro-fuer-verteidigung-bereit-ce7e51d9db8df520
(22) 09.03.2022; Statistisches Bundesamt; Entwicklung der staatlichen Ausgaben für Verteidigung seit 1991; https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/03/PD22_104_813.html
(23, 23i) 2025; Deutscher Bundestag; Deutlicher Anstieg bei den Verteidigungsausgaben; https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2025/kw48-de-verteidigung-1126048; https://dserver.bundestag.de/btd/21/006/2100600.pdf
(24) 23.06.2025; zdf heute, AFP; Regierung hebt Wehretat bis 2029 massiv an; https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/wehretat-bundeswehr-verteidigung-haushalt-anstieg-100.html
(25) 16.11.2025; zdf heute; Rentenpolitik: „Uns stehen 10 bis 15 harte Jahre bevor“; https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/rente-streit-cdu-junge-union-wirtschaftsweise-martin-werding-interview-100.html
(26) 16.11.2025; zdf heute; Martin Feldhoff; Der Scherbenhaufen des Friedrich Merz; https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/merz-junge-union-deutschlandtag-rente-bilanz-100.html
(27) 23.03.2026; Statistisches Bundesamt; Verschuldung der bedeutendsten Sondervermögen des Bundes; https://www.dashboard-deutschland.de/indicator/tile_1650977632272
(28) Rheinmetall; Stimmrechtsmitteilungen; https://ir.rheinmetall.com/de/investor-relations/veroeffentlichungen/stimmrechtsmitteilungen; abgerufen: 16.03.2026
(Titelbild) Geld, Schein, Spende; Gerd Altmann (Pixabay); 13.04.2018; https://pixabay.com/de/photos/euro-geschenk-geldgeschenk-hand-3317432/; Lizenz: Pixabay License
Die Butscha-Lüge lebt weiter — auch durch die ARD
Über die ungebrochene Kriegspropaganda im Informationsraum
Vier Jahre nach der Inszenierung eines Massakers von Butscha beweisen die öffentlich-rechtlichen Sender, dass dort alles beim alten geblieben ist. Und es stellt sich die Frage, ob man dort weiß, was man tut und ob dessen die Scham verdrängt, in dem man einfach so weitermacht wie bisher. Oder ob es tatsächlich weniger die ethische als vielmehr die fachliche Kompetenz ist, die ARD und Co. verlassen haben. Wie üblich wird die Wahrheit irgendwo dazwischen liegen.
Vorab:
Solange es keine unvoreingenommene, seriöse wie transparente Untersuchung der Anfang April 2022 in Butscha stattgefundenen Ereignisse gegeben hat, ist es gerechtfertigt, ja notwendig, die Behauptung über ein dort von russischen Truppen begangenes Massaker an Zivilisten als Desinformation, Propaganda und vorsätzliche Lüge zu qualifizieren.
Schlussfolgernd handelt es sich bei der Erzählung über ein derartiges Massaker um Volksverhetzung und die mediale Vorbereitung eines Angriffskrieges. Denn nicht zuletzt auf dieser Lüge baut schließlich die Erzählung auf, Deutschland müsste sich auf einen Krieg gegen Russland vorbereiten. Und nicht zuletzt mittels psychologischer Operationen wie dieser wird die Wirtschaft und die Stimmung in der Bevölkerung wie nie zuvor seit dem Zweiten Weltkrieg auf eben Krieg getrimmt. Vergessen wir außerdem nicht, dass erst über diese Butscha-Erzählung sich Russland zu einer langwierigen militärischen Einmischung Russlands in den Ukraine-Konflikt gezwungen fühlte.
Dass das alles so kam, hat etwas mit der Berichterstattung etablierter Medien zu tun, präziser ausgedrückt mit der Berichterstattung der dort angestellten Journalisten. Journalisten? Was ist ein Journalist? Ist es eine Berufung, ein Beruf, eine Qualifikation oder taugt es nur noch als leere Hülle für parteiische, auftragsgetriebene, verstrickte Berichterstatter? Sind Leute, deren Aufgabe ganz offensichtlich darin besteht, Meinungen zu manipulieren und Haltungen, durch eigenes Vorleben gebückte Haltungen zu erzeugen, Journalisten?
Eine weitere wichtige Vorbemerkung:
„Die Moderatoren und Moderatorinnen der tagesthemen schreiben ihre Texte selbst. Dementsprechend sind diese persönlicher und pointierter als bei der tagesschau, deren Sprecher zur strikten Sachlichkeit verpflichtet sind.“ (1)
Das entnahm der Autor der Selbstbeschreibung des ARD-Formats tagesthemen. Krass, dort fühlt man sich also nicht zur „strikten Sachlichkeit“ verpflichtet? Man sieht sich im Sendeformat berufen, Meinung zu machen? Zu was und wem ist man eigentlich tatsächlich verpflichtet? Julia-Niharika Sen leitete am 31. März des Jahres zu einem Bericht von Ereignissen vier Jahre zuvor über, eben jenen von Butscha, und der Moderatorin wurde die Einleitung also nicht untergeschoben.
„In einem Vorort von Kiew wird für die Welt zum ersten Mal offen sichtbar, mit welcher Grausamkeit Russland gegen die Menschen in der Ukraine vorgeht. Von der Hölle auf Erden sprechen Überlebende. So sieht es in Butscha aus, nachdem ukrainische Truppen den Ort zurückerobern. Vor genau vier Jahren finden sie dort hunderte Leichen. Viele der Zivilisten wurden gefoltert und manche wahllos auf offener Straße erschossen. Und immer noch fragen sich viele: Werden die Täter jemals bestraft? Darüber spreche ich gleich mit Kaja Kallas, der EU-Außenbeauftragten, die heute dort war, in Butscha, nur 25 Kilometer vom Zentrum Kiews entfernt. Über das Erinnern grausamer Kriegsverbrechen inmitten des Krieges Susanne Petersohn.“ (2)
Das ist zweifellos ein „pointierter Text“ (siehe weiter oben), pointiert auf „den bösen Russen“ fokussiert. Nach dieser Einleitung folgte ein Vorortbericht von Susanne Petersohn aus Kiew. Ihre Art und Weise von Berichterstattung zum Ukraine-Konflikt ist dem Autor seit Jahren geläufig. Ende Februar und noch einmal im März 2024 fragte ich die Redaktion und Frau Petersohn:
„[…] können Sie, von der ARD, mir inzwischen die bereits mehrfach von Ihnen geforderten, sodann für Jedermann nachprüfbaren Beweise angeblicher russischer Kriegsverbrechen in Butscha vorlegen?“ (3)
Da lagen die besagten Ereignisse bereits zwei Jahre zurück. Doch weder zuvor noch danach konnte mir jemand aus dem Hause ARD, also auch nicht Frau Petersohn, darauf eine Antwort geben (4 bis 6).
Wann hat es durch wen eine unvoreingenommene, seriöse Untersuchung der Ereignisse in Butscha gegeben? Wann wurde durch wen etwas unternommen, was es der Redaktion und den Journalisten der ARD gestattet, Behauptungen über russische Kriegsverbrechen in Butscha aufzustellen? Es gab diese Untersuchungen nicht, und dass es die nicht gab, liegt nicht in der Verantwortung Russlands. Die ARD-Angestellten betrügen also ihr Publikum. Frau Julia-Niharika Sen und Frau Susanne Petersohn reißen journalistische Standards regelrecht nieder. Denn jede Propaganda geht weg von Journalismus, und dazu gehört auch die antirussische Propaganda der ARD.
Vielleicht aber hat ja Susanne Petersohn in gewisser Weise auch alles richtig gemacht. Richtig gemacht, wenn es ihr vor allem daran gelegen war, die sicher gut dotierte Stelle bei der ARD langfristig abzusichern. Das ist Spekulation aber was bleibt ist: Sie hat ihre Zuschauer vor vier Jahren desinformiert und macht das heute auch noch. Sie tut das offensichtlich, weil es so gewünscht ist, weil es den öffentlich verordneten Zeitgeist bedient, sie arbeitet auftragsbezogen. Welche andere Erklärung könnte sonst noch taugen?
Die wiederholte, ausgiebige Wiedergabe ganz bestimmter Stellungnahmen von ganz bestimmten Politikern integriert sich in die Pflege von Russland-Hetze im öffentlich-rechtlichen Sender:
„Auch die Außenbeauftragte der EU, Kaja Kallas, forderte, die Verantwortlichen zu bestrafen. Die Täter müssten ebenso zur Verantwortung gezogen werden wie diejenigen, die den Befehl zum Töten gegeben hätten, sagte Kallas.“ (7)
Kallas will „Täter zur Verantwortung ziehen“. Was absurd ist. Verantwortung kann man wahrnehmen. Man kann diese weder delegieren noch übertragen. Was die Russland-Hasserin Kaja Kallas erst gar nicht wissen möchte, ist die Antwort auf die Frage, wer die Täter tatsächlich sein könnten. Aber im Russenhass ist es bequem für sie, an eine russische Täterschaft zu glauben. Glauben die ARD-Verantwortlichen mit ihr? Oder singen sie nur und sozusagen gezwungenermaßen Kallas‘ psychotische Ausführungen mit — im Wissen, vielleicht auch nur der Ahnung, wer die wahren Täter sind? Was unterscheidet sie von den etablierten Politikern wie dem deutschen Außenminister Wadephul?
„Als Gründungsmitglied der Schadenersatzkommission und mit dem Einsatz für ein Sondertribunal setze sich Deutschland dafür ein, »dass Russlands Untaten nicht ungestraft bleiben«, erinnerte Wadephul. Er habe dem Generalsekretär des Europarats heute auch offiziell mitgeteilt, dass Deutschland Mitglied des Verwaltungsrats des Sondertribunals werden wolle. »Damit ist ein nächster wichtiger Schritt getan«, sagte Wadephul.“ (7i)
Was behaupten Politiker und Beschäftigte der Massenmedien aus „Glaubensgründen“ und was wider besseren Wissens? Ist es die ideologische Falle, in die sie getappt sind? Was für ein Menschenbild hat der deutsche Außenminister, dessen ultimative Aufgabe als höchster deutscher Diplomat doch darin bestehen muss, zu vermitteln und zu deeskalieren? Johann Wadephul bekleidet das Amt eines Außenministers, doch ausfüllen tut er dieses mitnichten. Wer solche Stellungnahmen abgibt, hat sich die dafür notwendige charakterliche Unfähigkeit selbst ausgestellt:
„Russland wird immer ein Feind für uns bleiben.“ (8)
Wie steht es um die charakterliche Eignung zum Journalismus? Wie ist es zu bewerten, wenn Täter und Opfer des blutigen militärischen Konflikts zur Desinformationspflege instrumentalisiert werden? Florian Kellermanns hier vorgestellter Auszug aus einem Beitrag über kriegsversehrte Sportler in Butscha ist mitsamt einer Verlinkung übernommen:
„Die Turnhalle in Butscha wirkt groß und modern. Sie war schon vor der russischen Großinvasion barrierefrei ausgebaut. Sie blieb unbeschädigt während der Besatzung der Stadt, bei der die russische Armee hier mehr als 400 Zivilisten brutal tötete und viele folterte.“ (9)
Der dargestellte Link ist ein wichtiger Hinweis, wie man Desinformation, Halbwahrheiten und Lügen in den Medien mit hoher Reichweite versieht, die Information vervielfacht, wiederholt und so mit Glaubwürdigkeit versieht. Inhaltlich als Beweis für die Erzählung von einem russischerseits begangenen Massaker taugt er schließlich in keiner Weise. Und Journalisten müssen das sehen. Sie müssen sehen, dass das keine sachliche, der Wahrheit verpflichtete Berichterstattung darstellt. Wenn sie es wissen, es aber trotzdem tun: Sind sie dann noch Journalisten?
Der Autor hat sich gründlich mit den Ereignissen von Butscha befasst — mit dem was bislang bekannt ist auf der einen und der Art und Weise wie darüber berichtet wird auf der anderen Seite:
Die Möglichkeit, sich mit diesem allgemein verfügbaren Wissen zu befassen, stand den ARD-Redaktionen seit vier Jahren offen. Eine vom Autor angestoßene sachliche Auseinandersetzung zum Thema lief stets ins Leere, war also augenscheinlich nicht gewollt. Warum das so ist, lassen uns die Verantwortlichen allenfalls erahnen, in dem man die Art und Weise der Berichterstattung auf der systemischen und psychologischen Ebene untersucht und die sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen zieht.
Die Erzählung von Butscha regelmäßig zu entlarven und das dem Publikum weiterzugeben, ist aus Sicht des Autors eine unbedingte Notwendigkeit. Denn sie ist eine der Schlüsselerzählungen zur Frage von Krieg und Frieden, insbesondere in Bezug auf Russland. Der Glaube an Erzählungen wie diese zieht die Menschen in den Krieg, deshalb gilt es auch weiterhin, Angebote zu schaffen, die diesen Glauben aufweichen und, noch besser, durch Wissen ersetzen.
Dieser Artikel wird, wie vorherige seiner Art auch, verschiedenen Gremien der ARD zur Kenntnis gebracht.
Bitte bleiben Sie sehr achtsam, liebe Leser.
Anmerkungen und Quellen
(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung — Nicht kommerziell — Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden.
(1) 02.03.2026; ARD-Tagesschau; tagesthemen; https://www.tagesschau.de/ueber-uns/moderatoren-sprecher/tagesthemen-4466.html
(2) 31.03.2026; ARD-Tagesschau, Tagesthemen; Julia-Niharika Sen, Susanne Petersohn; https://www.tagesschau.de/tagesthemen/video-1570888.html
(3) 24.04.2024; Peds Ansichten; Frage an die ARD-Tagesschau: Was geschah in Mariupol?; https://peds-ansichten.de/2024/02/ard-tagesschau-susanne-petersohn-mariupol-truth-hounds/
(4) 13.03.2024; Peds Ansichten; Frage an die ARD-Tagesschau: Was geschah in Mariupol? (2); https://peds-ansichten.de/2024/03/frage-an-die-ard-tagesschau-was-geschah-in-mariupol-2/
(5) 19.03.2026; Peds Ansichten; Frage an die ARD-Tagesschau: Was geschah in Mariupol (3); https://peds-ansichten.de/2024/03/frage-an-die-ard-tagesschau-was-geschah-in-mariupol-3/
(6) 24.04.2022; Peds Ansichten; Empörung und Sanktionen; https://peds-ansichten.de/2022/04/wdr-russland-ukraine-butscha-entsetzen-sanktionen-fake-news/
(7, 7i) 31.03.2026; ARD-Tagesschau; „Hölle auf Erden“; https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-gedenken-butscha-102.html
(8) 28.04.2025; Berliner Zeitung; Thomas Fasbender; Künftiger Außenminister Wadepuhl: „Russland wird immer ein Feind für uns bleiben“; https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/kuenftiger-aussenminister-wadephul-russland-wird-immer-ein-feind-fuer-uns-bleiben-li.2320148; Artikel hinter Bezahlschranke
(9) 03.04.2026; ARD-Tagesschau; Florian Kellermann; Zurück ins Leben; https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-versehrtensport-100.html
(Titelbild) 22.05.2020; Tastatur, Fake News; Autor: Gerd Altmann; https://pixabay.com/de/illustrations/fake-fake-news-corona-virus-medien-5205183/; Lizenz: Pixabay License
Die Inszenierung einer Energiekrise
Die Kraftstoffpreise nicht nur dieser Tage sind nicht etwa die Resultate imaginärer Marktbewegungen, sondern die einer konsequent vorangetriebenen politischen Agenda.
In sozialen Netzwerken, und logischerweise nicht nur dort, rumort es. So kursieren dort Gerüchte, EU-Kommissare würden angesichts der neuen „Energiekrise“ zum Beispiel vorschlagen, private Autofahrten zu reglementieren. Auf der anderen Seite hört man, dass deutsche Firmen meistbietend Diesel ins Ausland verkaufen. Sind das alles nur Gerüchte? Fakt ist Eines: Diese Energiekrise wurde künstlich herbeigeführt, und wie immer bei solchen Inszenierungen werden bestimmte Ereignisse als Vorwand genutzt. Doch schließen wir nicht aus, dass selbst der Krieg gegen den Iran einen Krieg gegen die europäischen Gesellschaften in sich trägt.
VorweggenommenDer Präzedenzfall für die berechtigte Annahme einer solchen globalen Inszenierung wurde spätestens mit der global ausgerufenen „Corona-Pandemie“, in Wirklichkeit einer globalen PLandemie geschaffen. Alles wiederholt sich: Eine Krise wird inszeniert, mittels politischer Maßnahmen plus aktiver Teilhabe der Medien wird Panik und Hysterie geschürt. So war es beim „neuartigen Virus“. Dann werden Ansagen gemacht, emotionale Aufrufe zusammenzurücken und solidarisch die inszenierte Krise zu bekämpfen:
„In einer Rede, die an die Anfänge der Corona-Pandemie erinnerte, warnte der EU-Kommissar Dan Jørgensen vor einer »sehr ernsten Lage«, deren Ende nicht absehbar sei. »Selbst wenn morgen Frieden herrscht, werden wir in absehbarer Zeit nicht zur Normalität zurückkehren«, sagte er nach einem außerordentlichen Treffen der 27 EU-Energieminister am Dienstag, bei dem die Krise diskutiert wurde.“ (1)
„Nicht zur Normalität zurückkehren“? Sie erinnern sich, liebe Leser? Sie erinnern sich, wie man mittels psychologischer Operationen ganze Gesellschaften zum Mitmachen zwang und zwingt — zu deren eigenen Schaden? Sie erinnern sich, wie man über das konzertierte Schüren von Ängsten den Nanny-Staat vorantrieb, der jeden Lebensbereich der Menschen sucht zu reglementieren und zu kontrollieren?
Tatsächlich hat Dan Jørgensen auch noch etwas sehr aufschlussreiches zum Besten gegeben — schön verpackt in allgemeine Aufrufe, als kleinen Testballon, sozusagen zur sanften Eingewöhnung auf die „neue Normalität“. Erinnern Sie, liebe Leser, sich noch an die „Empfehlungen“ der Weltgesundheitsorganisation WHO zur „Bekämpfung des Virus“? „Empfehlungen“, welche Grundrechte einschränkten, Gesundheit und Leben gefährdeten? Die dann überaus eifrig ausgerechnet von den angeblichen Vorzeigedemokratien praktisch umgesetzt wurden? Jørgensen forderte die EU-Mitgliedsstaaten auf, die Ratschläge der Internationalen Energieagentur zu befolgen, wie etwa:
„wenn möglich von zu Hause aus zu arbeiten, die Geschwindigkeitsbegrenzungen auf den Autobahnen um zehn Kilometer (pro Stunde) zu reduzieren, öffentliche Verkehrsmittel zu fördern, das Nutzen von Privatfahrzeugen einzuschränken, Carsharing zu verstärken und effiziente Fahrpraktiken anzuwenden.“ (1i)
Die Systemmedien sind, wie man es inzwischen von ihnen gewohnt ist, erneut aktiv beteiligt, die gesellschaftliche Stimmung auf Hysterie zu trimmen. Mit „Corona“ und dem „unprovozierten russischen Angriffskrieg“ kann man nicht mehr so richtig hausieren gehen, also muss eine neue Krise her. Der Spin ist so verblüffend offensichtlich, wie er uns zur Achtsamkeit mahnt:
„Die Befürchtungen nehmen zu, dass die Welt vor einer großen Energiekrise steht, die sogar den Ölschock der 1970er Jahre übertreffen und weltwirtschaftliche Auswirkungen haben könnte, die mit denen der Coronavirus-Pandemie vergleichbar sind.“ (1ii)
Wem das zu dick aufgetragen erscheint, der möge beachten, wie sich die Wortwahl gleicht. Teilweise betteln Medien regelrecht nach dem Instrumentenkasten (2) aus der Corona-Fake-Pandemie:
„Folgen des Irankriegs: Fahrverbote sind nur der Anfang — dann droht der Energie-Lockdown“ (3)
Eine vorgeschobene Ursache taugt erneut zur Rechtfertigung von „Maßnahmen“ zur „Bekämpfung“ der Folgen. Wir sollten diese Zeichen ernst nehmen.
ZahlenspieleDie derzeit propagierte Energiekrise kann nur deshalb bei den Menschen verfangen, weil diese sich kaum die Mühe machen zu verstehen, dass es einen gewaltigen Unterschied zwischen Rohstoffpreisen und Verbraucherpreisen gibt. Ursache und Wirkung sind definiert, andere Aspekte mögen uns doch bitte nicht interessieren. Es ist mehr als auffällig, wie jetzt der Blick der Bevölkerung permanent auf den Iran-Konflikt und die Rohstoffpreise gezwungen wird. Die Frage muss erlaubt sein: Wurde dieser Konflikt möglicherweise auch deshalb entfacht, damit eine zweite Operation zur „Transformation“ von Gesellschaften neue Fahrt aufnehmen kann?
Schauen wir einmal auf die Preisentwicklung für das Rohöl der OPEC-Staaten seit 1960:
Quelle: Statista, 2026 (b1)Wir reden hier nicht von Förderpreisen, sondern von Marktangeboten für gefördertes oder noch zu förderndes Öl. Es ist in diesem Zusammenhang gerechtfertigt, die weltweit variierenden Ölpreise „über einen Kamm zu scheren“, was der Autor kurz erläutert. Dafür ziehen wir eine Ölsorte hinzu, die nicht von den OPEC-Staaten gefördert wird.
Der Ölpreis für die in der Nordsee geförderte Sorte Brent schwankte seit 2006 bis heute (8. April 2026) zwischen 60 und 120 US-Dollar pro Barrel (4). Ein Barrel (Fass) entspricht 159 Litern. Das ergibt heruntergerechnet auf einen Liter Öl einen Preis zwischen 0,66 und 1,33 US-Dollar, umgerechnet 0,57 bis 1,13 Euro. Egal, ob man das Maximum oder das Minimum heranzieht, wird offensichtlich, dass die Schwankungen der Rohölpreise nicht den dominanten Anteil an der Preisentwicklung ausfüllen, jenen also, den der Verbraucher an der Zapfsäule abliest. Und wie wir sehen, ist es bei Betrachtung dieses Aspektes unerheblich, woher das Öl kommt. Ob es aus Russland, den USA, der Nordsee, Venezuela oder dem Nahen Osten kommt.
Wir können es drehen und wenden wie wir wollen: Der Ölpreis pro Liter schwankte in den vergangenen zwei Jahrzehnten im Cent-Bereich. Die Amplitude zwischen Minimum und Maximum beträgt 50 Cent. Freilich sind das 50 Cent, auf die die Regierung noch einige Steuern drauflegt.
Im Jahre 2008 kostete ein Liter Superbenzin an deutschen Tankstellen bis zu 1,39 Euro, bei Diesel waren es 1,32 Euro (5). Das waren Rekordpreise. Damals handelte die OPEC ihr Öl mit bis zu 94 US-Dollar pro Barrel (59 US-Cent, rund 51 Euro-Cent) (6). Das Rohöl ging also mit etwa 39 Prozent im Verkaufspreis ein. Anfang April 2026 wurde Rohöl mit bis zu 115 US-Dollar pro Barrel, also 0,72 US-Dollar (0,62 Euro) angeboten. Das ist ein Maximalwert, allgemein lag der Preis zwischen 95 und 110 US-Dollar pro Barrel (7). Und was erfährt man an den Zapfsäulen? Superbenzin kostet(e) in Deutschland zur gleichen Zeit 2,23 Euro, Diesel 2,50 Euro (8). Der Rohölpreis ist damit auf einen (wohlgemerkt) maximalen Anteil von 25 bis 28 Prozent vom Kraftstoffpreis gesunken. Läge sein Anteil, so wie im damaligen rekordteuren Jahr 2008, bei 39 Prozent, müssten sich die Verbraucher mit Spritpreisen von 1,60 Euro pro Liter anfreunden. Was lernen wir daraus?
Der mit dem Iran heraufbeschworene Konflikt ist also nicht die Ursache für die horrenden Spritpreise an Deutschlands Tankstellen. Das fordert natürlich regelrecht die Frage heraus: Was ist dann die Ursache?
PreismacherIm Internet erfährt man, dass deutsche Händler Diesel ins Ausland verkaufen, kann man das glauben (9)? Dazu ist es unerlässlich, sich über die Preisbildung von Kraftstoffen kundig zu machen. Wie setzt sich der von Super-Plus zusammen? Die derzeitigen 2,23 für den Liter dieses Kraftstoffes (Stand: 7. April 2026) mögen als Grundlage gelten.
Für den Endverbraucher fällt in der Regel die Mehrwertsteuer von 19 Prozent an. Das ergibt in unserem Fall 36 Euro-Cent. Als Super-Plus noch 1,80 Euro kostete, brachte das dem Fiskus noch 29 Euro-Cent ein. Sprich: Ohne die Dynamisierung der Steuer läge der Preis jetzt bei 2,16 Euro. Als nächstes gibt es die klassische Mineralölsteuer, heute nennt man sie Energiesteuer. Der Betrag liegt bei fixen 65,4 Euro-Cents. Nun kommen wir zu einer weiteren Steuer, zum „Klimawandel“ und der hahnebüchenen CO2-Abgabe. Einer Abgabe, die keine Umwelt schützt, keinen nachgewiesenen Stopp oder Verlangsamung von „Klimaerhitzung“ oder „Klimaabkühlung“ bewirkt. Auch diese Steuer hat einen fixen Wert, der 15,7 Euro-Cent beträgt. 1,17 Euro von 2,23 Euro bestehen also aus Steuern und haben mit der „Energiekrise“ nichts zu tun (10).
Die Höhe der CO2-Abgabe ist übrigens ein völlig willkürlicher, von der Regierung festgelegter Betrag und fließt in den Staatshaushalt. Der sogenannte Emissionshandel mit Emissionszertifikaten zur Erreichung eines angeblichen Ziels von „Klimaneutralität“ (was soll das sein?) setzt dem ganzen die pseudowissenschaftliche (a1) und verordnungswütige Krone auf (11). An wen die Bundesregierung dann das Geld für „klimafreundliche Projekte“ ausreicht, wen sie subventioniert oder ob sie es einfach in „klimafremde“ Ausgabentöpfe steckt, ist intransparent (12). Aber wirksam ist die Abgabe sehr wohl. Die Konsequenzen für das Transportgewerbe und die eh schon gegängelten landwirtschaftlichen Betriebe, vor allem die kleinen Wirtschaften, sind schwerwiegend und existenziell bedrohlich (13).
Der gegenwärtige „Kampf gegen den Klimawandel“ ist kein solcher. Ein Krieg ist es trotzdem. Ein Krieg, der Geschäftsfelder bewirbt. Das ist übrigens in jedem Krieg so. Um die jeweiligen Geschäftsfelder attraktiv zu gestalten, muss Politik die Bedingungen dafür erschaffen, dazu gehört die passende gesellschaftliche Stimmung, Aktivismus, Hysterie und kollektive Angst. Im speziellen Fall kann uns dann als vermeintliche Lösung vor dem allgemeinen Hungertod und dem „Klimakollaps“ zum Beispiel „grüne Gentechnik“ einfallen. Genom-Editing sollte uns dann erst recht aufmerken lassen (14), denn mit so etwas spielt(e) man auch beim Kampf gegen „neuartige Viren“ herum. Um so etwas großflächig und profitabel zu vermarkten, ist traditionelle Landwirtschaft eher hinderlich.
Die Agenda der Globalisten ist nicht totWir sollten nicht so naiv sein zu glauben, mit dem Abtritt der Partei Bündnis 90/Die Grünen aus der Regierungsverantwortung wäre der Wahnsinn der sogenannten Klimarettung begraben worden. Das können wir allein schon deshalb vergessen, weil die derzeit regierende CDU bereits lange zuvor maßgeblich an der Entwicklung und Realisierung dieses Projekts beteiligt war und ist. Die Menschen sind doch erstaunlich vergesslich. Die CDU-geführten Regierungen unter Angela Merkel haben nicht nur eine Fake-Pandemie namens Corona (und diverse weitere Pandemien bei Mensch und Tier) vorbereitet und losgetreten. Sie waren es auch, welche im Sinne „nachhaltiger Entwicklung“ den „Kampf gegen den Klimawandel„, „Gendergerechtigkeit“, „saubere Energie“ und „globale Gesundheit“ initiierten (15, 16).
Kurz vor dem Start der großen Transformation, der Verkündung einer „Corona-Pandemie“, verbunden mit dem Start des „Great Reset”, trat Angela Merkel im Januar 2020 beim alljährlich stattfindenden Treffen der politisch einflussreichsten Milliardäre, beim Weltwirtschaftsforum von Davos auf und sagte unter anderem: „Die gesamte Art des Wirtschaftens und des Lebens, wie wir es uns angewöhnt haben, werden wir in den nächsten 30 Jahren verlassen“ (17). In jenen Tagen schwurbelte die Kanzlerin noch nicht über Nachweismethoden zum „neuartigen Virus“. Aber ganz im Stile von systemdienlichen „Experten“ schwadronierte sie, der Klimawandel sei eine
„Frage der völlig klaren Evidenz wissenschaftlicher Fakten — aber wir leben in einer Zeit in der Fakten mit Emotionen konkurrieren. Wir müssen Emotionen mit Fakten versöhnen.“ (17i)
Die selbstzerstörerische Energie- und Sanktionspolitik innerhalb der EU; das systematische Schleifen von Grundrechten sowie sozialen Errungenschaften und die stetig fortschreitende Implementierung eines alles und jeden reglementierenden Überwachungsstaates; das auffällige Desinteresse deutscher Behörden an einer Aufklärung über den nun bereits über drei Jahre zurückliegenden Terroranschlag auf die Gaspipeline Nordstream in der Ostsee; parallel dazu das Abschneiden Deutschlands von der Versorgung mit preiswertem, zuverlässig bereitgestelltem russischem Öl und nicht zuletzt umweltfreundlichen Gas: All das zeugt keineswegs von Inkompetenz. Vielmehr weist es auf Abhängigkeiten hin — und auf eine Agenda. In dieser stellt die derzeitige, hausgemachte Energiekrise nur ein Puzzleteilchen unter vielen anderen dar.
FazitEingangs des Artikels stellte der Autor die Behauptung auf, dass selbst der Krieg gegen den Iran einen Krieg gegen die europäischen Gesellschaften in sich trägt.
Eine ganze Reihe unserer „Eliten“ wurde zu nichts anderem getrimmt, als die Funktion von Zöglingen des Weltwirtschaftsforums von Davos (WEF), den Konzepten der dortigen Gestalter folgend, auszufüllen. Für dieses Funktionieren wurden sie gründlich auf ihre politischen Ämter vorbereitet. Das WEF ist ein Netzwerk der Superreichen — nennen wir sie einfach Globalisten —, das mit unzähligen Tentakeln Dutzende Regierungen erfolgreich unterwandert hat, um dort seinen Einfluss geltend zu machen.
Der „Great Reset“, der Neuanfang, schließt ein „Zurücksetzen der globalen Wirtschaft“ ein. Es ist ein Projekt der WEF-Clique, vormals prominent vertreten durch den Transhumanisten Klaus Schwab (18). Geben wir uns keinen Illusionen hin: Der „Great Reset“ ist ein Krieg. Der Sinn des Krieges besteht im Finanzkapitalismus darin, durch Vernichtung Potenziale zu schaffen. Kreative Zerstörung erlaubt nachfolgend neue profitable Investitionen, die man sich durch private Kreditinstitute und Vermögensverwalter finanzieren lässt. In diesem Sinne kommen gerade die Kriege in der Ukraine/Russland sowie die im Nahen Osten, aber auch die Ruinierung der europäischen Volkswirtschaften den Globalisten sehr recht (19, 20). Wir können sogar die These wagen, dass sie von ihnen lanciert wurden.
Bitte bleiben Sie schön achtsam, liebe Leser.
Anmerkungen und Quellen(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung — Nicht kommerziell — Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden.
(a1) Die Behauptung „Das vom Menschen in die Atmosphäre emittierte Kohlendioxid (CO2) trägt erheblich zum Klimawandel bei“ (11i) ist bis zum heutigen Tage wissenschaftlich nicht bewiesen und somit also Desinformation.
(1 bis 1ii) 01.04.2026; Welt; Ben Makuch, Elena Giordano und weitere; EU-Energiekommissar warnt vor „sehr ernster Lage“ — Europäer sollen von zu Hause arbeiten; https://www.welt.de/politik/ausland/article69ccbabaa1f688284ddfb51f/eu-energiechef-jrgensen-warnt-vor-sehr-ernster-lage-europaeer-sollen-von-zu-hause-arbeiten.html
(2) 30.01.2023; Merkur; Der Corona-Instrumentenkasten leert sich; http://web.archive.org/web/20230130052011/https://www.merkur.de/politik/der-corona-instrumentenkasten-leert-sich-zr-92056559.html
(3) 01.04.2026; Berliner Zeitung; Matthias Hochstätter; Folgen des Irankriegs […]; https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/krise-verschaerft-sich-kommt-jetzt-der-energie-lockdown-li.10028098; Artikel hinter Bezahlschranke
(4) boerse.de; Brent Rohöl; Brent Rohöl Jahres-Schlusskurse; https://www.boerse.de/historische-kurse/Brent-Rohoelpreis/XC0009677409; abgerufen: 08.04.2026
(5) 2022; ADAC; Spritpreise 2000 bis 2010; https://www.adac.de/verkehr/tanken-kraftstoff-antrieb/deutschland/kraftstoffpreisentwicklung/#spritpreise-2000-bis-2010
(6) Statista; Preisentwicklung augewählter OPEC-Rohöle in den Jahren 1960 bis 2026; https://de.statista.com/statistik/daten/studie/810/umfrage/rohoelpreisentwicklung-opec-seit-1960/
(7) Trading Economics; Rohöl; https://de.tradingeconomics.com/commodity/crude-oil#stats; abgerufen: 08.04.2026
(8) 07.04.2026; ARD-Tagesschau; Dieselpreis springt auf mehr als 2,50 Euro; https://www.tagesschau.de/wirtschaft/diesel-rekordhoch-benzin-spritpreise-europa-100.html
(9) 05.04.2026; Kontrafunk; Einige Menschen ahnen durchaus, dass bei dieser Energiekrise nicht alles mit rechten Dingen zugeht; https://x.com/kontrafunk/status/2040682181966868553
(10) 31.03.2026; ADAC; André Gieße; Benzinpreis und Dieselpreis: So entstehen die Spritpreise aktuell; https://www.adac.de/verkehr/tanken-kraftstoff-antrieb/tipps-zum-tanken/7-fragen-zum-benzinpreis/
(11, 11i) 05.03.2026; Umweltbundesamt; Nationalen Emissionshandel verstehen; https://www.dehst.de/DE/Themen/nEHS/nEHS-verstehen/nehs-verstehen_node.html
(12) 10.11.2024; mufy.de; Josef Maier; CO2-Steuer: Wohin fließt das Geld für den Klimaschutz?; https://www.mufy.de/co2-steuer-deutschland/
(13) 08.04.2026; agrarheute; Olaf Zinke; Tabu-Thema: Selbstmorde bei Landwirten — Warum erschreckend viele Landwirte Suizid begehen; https://www.agrarheute.com/land-leben/verzweiflung-landwirten-gross-gerade-landwirte-suizidgefaehrdet-640097
(14) 08.02.2025; ARD-Tagesschau; Sharin Santhirararja; Warum Gentechnik unsere Ernährung sichern könnte; https://www.tagesschau.de/wissen/klima/klimakonferenz/gentechnik-ernaehrungssicherheit-klima-100.html
(15) 08.06.2021; Bundesregierung; Rede von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel; https://www.bundesregierung.de/breg-de/service/newsletter-und-abos/bulletin/rede-von-bundeskanzlerin-dr-angela-merkel-1926094
(16) United Nations; Department of Economic and Social Affairs; Sustainable Development; https://sdgs.un.org/goals; abgerufen: 09.04.2026
(17, 17i) 23.01.2020; Welt; Jean Mikhail; „Unsere gesamte Art des Lebens werden wir in den nächsten 30 Jahren verlassen“; https://www.welt.de/politik/article205283507/Merkel-in-Davos-Gesamte-Art-des-Lebens-in-naechsten-30-Jahren-verlassen.html
(18) 28.04.2022; Report24; “Geisteskrank!”: Schwabs neues Buch “Das große Narrativ” wird in der Luft zerrissen; https://report24.news/geisteskrank-schwabs-neues-buch-das-grosse-narrativ-wird-in-der-luft-zerrissen/
(19) Michael A. Ledeen; Creative Destruction; 20.9.2001; National Review Onoline; abgerufen bei: http://www.aei.org/publication/creative-destruction-2/; 3.8.2019
(20) 03.06.2020; WEF; Now is the time for a ‚great reset‘; https://web.archive.org/web/20200603154144/https://www.weforum.org/; Artikel nicht mehr zugänglich; https://web.archive.org/web/20200605141038/https://www.weforum.org/great-reset/
(b1) Preisentwicklung augewählter OPEC-Rohöle in den Jahren 1960 bis 2026; Statista 2026; https://de.statista.com/statistik/daten/studie/810/umfrage/rohoelpreisentwicklung-opec-seit-1960/
(Titelbild) Benzin, Tankstelle, Zapfsäule, Öl; Autor: Warren Griffiths (Pixabay); 11.04.2023; https://pixabay.com/de/photos/alt-benzin-pumpe-automobil-7908694/; Lizenz: Pixabay License
Kriegsspiele der neuesten Generation
Spielen oder gespielt werden: Westliche Spionagenetzwerke in Videospielen
Seit Jahrzehnten werden Videospiele als reine Unterhaltung abgetan — als Zeitvertreib für Jugendliche, der auf Realitätsflucht beruht, aber auf einer milliardenschweren Industrie basiert. Hinter farbenfrohen Grafiken und fesselndem Gameplay verbirgt sich eine weitaus komplexere Realität. Dieselben Spiele, die heute Millionen westlicher Haushalte beschäftigen, sind zum integralen Bestandteil eines ausgeklügelten Nachrichtendienstapparats geworden.
Was als Investition der Central Intelligence Agency (CIA), [des US-amerikanischen Auslandsgeheimdienstes], zur Jahrtausendwende begann, hat sich zu einem weitverzweigten System entwickelt, das gewöhnliche Spieler in unwissende Datensammler verwandelt, militärische Ressourcen über Spiele-Gemeinschaften rekrutiert und die Art und Weise, wie Soldaten den Kampf wahrnehmen, grundlegend verändert (a1).
Die langfristige Strategie der CIADie Geschichte beginnt im Jahr 1999, als die Central Intelligence Agency (CIA) In-Q-Tel gründete, [ein Investmentunternehmen mit] Risikokapitalfonds, die einem bestimmten Zweck dienten: zivile Technologien zu identifizieren und in solche zu investieren, die für nachrichtendienstliche Operationen umfunktioniert werden könnten. Dies war keine geheime Initiative. In-Q-Tel wurde mit dem ausdrücklichen Auftrag gegründet, die Lücke zwischen den Innovationen des Silicon Valley und den operativen Anforderungen in Langley zu schließen.
Im Jahre 2001 investierte In-Q-Tel Startkapital in Keyhole, einem kleinem Unternehmen, das von dem an der Stanford University ausgebildeten Ingenieur John Hanke gegründet worden war. Keyhole entwickelte eine Technologie, die im Nachhinein betrachtet selbstverständlich erscheint: einen interaktiven Globus aus Satellitenbildern, der es den Nutzern ermöglichte, das Gelände aus jedem beliebigen Blickwinkel zu betrachten.
Für die CIA, die sich 2003 auf die Invasion des Irak vorbereitete, war diese Technologie damals jedoch revolutionär. Während Satellitenbilder nur Aufnahmen aus der Vogelperspektive lieferten, bot Keyhole etwas weitaus Wertvolleres: die Möglichkeit, Gebäude aus der Bodenperspektive zu analysieren, Zugangspunkte und Fluchtwege zu erkennen und städtisches Gelände dreidimensional abzubilden. Die Technologie wurde umgehend für die Einsatzplanung in Bagdad eingesetzt.
Als Google im Jahr 2004 Keyhole übernahm, wurde dessen Technologie zu Google Earth. Hanke blieb bei Google und wurde mit einem noch ehrgeizigeren Projekt betraut: Google Street View. Ab 2007 durchquerte eine Flotte von Fahrzeugen, die mit 360-Grad-Kameras ausgestattet waren, 60 Länder und fotografierte Straßen, Stadtviertel und ganze Städte.
Was die Öffentlichkeit bis 2010 nicht wusste, war, dass diese Fahrzeuge weit mehr taten, als nur Fotos zu machen. Sie sammelten heimlich WLAN-Datenpakete – darunter Passwörter, E-Mails, Krankenakten und den Inhalt von Webseiten – aus ungesicherten Netzwerken in Millionen von Haushalten und Unternehmen in Europa, Nordamerika und darüber hinaus.
Google bezeichnete diese Aktivität als „technischen Fehler“, der von einem abtrünnigen Ingenieur begangen worden sei. Natürlich gäbe es keinerlei Verbindungen zu westlichen Geheimdiensten. Obwohl Aufsichtsbehörden in mehreren Ländern Geldstrafen verhängten, war das grundlegende Modell etabliert: zivile Infrastruktur, die unter Vorspiegelung der Schaffung verbesserter Benutzerfreundlichkeit eingesetzt und für die massenhafte Datenerfassung umfunktioniert wurde.
Hanke verließ Google im Jahr 2015 um Niantic zu gründen, und 2016 brachte das Unternehmen „Pokémon Go“ auf den Markt. Innerhalb von 60 Tagen wurde das Spiel 500 Millionen Mal heruntergeladen. Allein in den USA übertraf die Zahl der täglich aktiven Nutzer die von Google Maps. Die Spielmechanik war verblüffend einfach: Die Spieler bewegten sich durch Orte der realen Welt, um virtuelle Kreaturen zu fangen, wobei sie mithilfe von Augmented-Reality-Kameras Pokémon in ihre Umgebung einblendeten.
Was ist Augmented Reality?Im Grunde gibt es Augmented Reality bereits lange. Wenn wir mit einer digitalen Kamera fotografieren, haben wir bereits seit Jahrzehnten die Möglichkeit, im aufzunehmenden Bild technische Parameter wie Belichtungszeiten, Vergrößerung, Fokussierung, Weißabgleich und Bildschärfe auf dem Display einzublenden. Wir reichern also die Anzeige des Bildes aus der realen Welt mit digitalen Informationen an. Und das geschieht in Echtzeit und interaktiv.
Das, was heutzutage mit Augmented Reality (AR) (zu deutsch erweiterte Realität) gemeint ist, geht weit über die Anreicherung eines (bewegten) Bildes durch technische Parameter hinaus. Inzwischen reichen die eingefügten Daten von simplen Bildern, hin zu komplexen dreidimensionalen Modellen bis zu immer präziseren, von der Realität zunehmend schwer zu unterscheidenden Animationen. Es bedarf keiner futuristischen AR-Brille, um die Technologie anzuwenden, auch wenn dort die psychische Entkopplung von der wirklichen, der nicht virtuell „angereicherten“ Realität stärker wirkt. Wenn auch noch über Kopfhörer Tonsignale eingespeist werden, die der Entkopplung Vorschub leisten, könnte das in dem einen oder anderen Skeptiker möglicherweise weniger Begeisterung als vielmehr Bedenken auslösen (1).
Es ist leicht einzusehen, dass diese Technologie nicht auf die Welt der Spiele eingeschränkt ist. Es ergeben sich reichhaltige Anwendungsmöglichkeiten in Bildung, Industrie und Handel. Leider ist es jedoch so, dass viele technologische Innovationen in der Vergangenheit primär militärischen Zwecken dienten. Und es gibt gute Gründe anzunehmen, dass gerade die AR-Technologie als militär-geheimdienstliches Projekt zur Marktreife gebracht wurde (a2).
Aber nun zurück zu John Hanke und seiner neuen Firma Niantic und dem Spiel „Pokémon Go“ — gespielt in der realen Welt:
NianticJeder Fingertipp auf den Bildschirm übermittelte Daten an die Server von Niantic. Jedes im AR-Modus aufgenommene Foto, jede GPS-Koordinate sowie jede Neigung und jeder Ausrichtungswinkel des Smartphones flossen in eine riesige georäumliche Datenbank ein. Niantic nannte diese Infrastruktur die „Real World Platform“ — einen dreidimensionalen Atlas des Planeten, der nicht etwa von Satelliten oder staatlichen Vermessungsteams, sondern von Millionen von Freiwilligen zusammengestellt wurde, die für dieses Privileg mit ihrer Zeit und ihren persönlichen Daten bezahlten.
Bis 2025 war der Zweck dieser Bemühungen klar geworden. Niantic begann, die gesammelten Geodaten zum Trainieren von Algorithmen für künstliche Intelligenz zu nutzen, darunter auch solche, die für militärische Anwendungen bestimmt waren. Autonome Drohnen und Bodenroboter, die für das US-Verteidigungsministerium entwickelt wurden, navigieren nun durch städtische Umgebungen mithilfe von Modellen, die auf Informationen basieren, die von Menschen gesammelt wurden, die glaubten, sie würden nur ein Spiel spielen.
Das soziale Netzwerk hinter dem SpielDa traditionelle Plattformen der [sogenannten] sozialen Medien zunehmend überwacht und reguliert werden, haben sich die Schwerpunkte der Internet-Gemeinschaften (im Englischen online communities) verlagert. Discord, Twitch und die internen Chat-Systeme von Plattformen wie Steam beherbergen mittlerweile täglich Millionen von Unterhaltungen, die persönlicher, vertrauensvoller und für die Aufsicht unzugänglicher sind als alles auf Facebook oder X [ehemals Twitter].
Innerhalb dieser Spiele-Gemeinschaften ist nun eine neue Klasse von Meinungsführern entstanden. Top-Spieler, beliebte Streamer und prominente Mod-Entwickler (a3) haben ein Publikum, das mit dem traditioneller Medien mithalten kann – und sie haben einen entscheidenden Vorteil: Die Besucher, die regelmäßig die Aktivitäten der Plattform verfolgen und sich beteiligen (Follower), sehen sie als authentische Gleichgesinnte, nicht als Journalisten oder Regierungssprecher. Wenn ein vertrauenswürdiger Anbieter von Video-Inhalten (Streamer) eine politische Meinung äußert, Informationen teilt oder einen Seitenwechsel signalisiert, hat dies unmittelbare und tiefgreifende Auswirkungen auf sein Publikum.
Westliche Geheimdienste haben diese Entwicklung nicht übersehen. Spiele-Gemeinschaften (gaming communities) rund um „Milsim“-Spiele (Militärsimulationen) wie „Arma 3“ sind dabei besonders in den Fokus gerückt. Diese Spiele ziehen Personen an, die bereits ein Interesse an militärischen Angelegenheiten haben, darunter aktive Soldaten, Veteranen und Zivilisten mit taktischer Ausbildung. Sie organisieren sich auf privaten, in der Regel virtuellen Servern im Internet (discord server), kommunizieren dort über verschlüsselte Kanäle und bauen durch Hunderte von Stunden gemeinsamer Spielzeit Vertrauensbeziehungen auf. Das Ausmaß des Schlachtfelds ist möglicherweise so groß und die politischen Auseinandersetzungen so intensiv, dass sie den aktuellen Konflikt in der Ukraine in den Schatten stellen könnten.
Bildschirmschnappschuss aus Arma 3 (b1)Die Vorgehensweise, Personen mit militärischem Interesse zu identifizieren, durch gemeinsame virtuelle Erfahrungen Vertrauen aufzubauen und den Übergang zu realen Aktivitäten zu vollziehen, ist ein Muster, das von zahlreichen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren genutzt wird. In ihren eigenen Bedrohungsanalysen haben westliche Geheimdienste anerkannt, dass „Milsim“-Spiele-Gemeinschaften eine Schwachstelle darstellen, da sie Personen mit wertvollen Fähigkeiten und Zugangsmöglichkeiten zusammenbringen und dabei in Umgebungen agieren, die bekanntermaßen schwer zu überwachen sind. Spielt es eine Rolle, ob sie dieselben Taktiken anwenden?
InformationslecksDie Verschmelzung von Spiele- und Militärkultur hat ein Phänomen hervorgebracht, das westliche Geheimdienste nur schwer eindämmen können, obwohl sie es in verschiedenen Ländern selbst nutzen: die routinemäßige Offenlegung geheimer Informationen über Spiele-Plattformen. „War Thunder“, ein von einem europäischen Studio entwickelter Kampfsimulator für Militärfahrzeuge, in dem Spieler zu Piloten werden können (keine Werbung), ist für seine Foren berüchtigt geworden. Spieler veröffentlichen regelmäßig echte technische Dokumente in diesen Foren, um die Entwickler davon zu überzeugen, die Genauigkeit des Spiels anzupassen. Zu diesen
Dokumenten gehörten geheime Baupläne westlicher und russischer Militärausrüstung.
Aktive Soldaten und Mitarbeiter der Rüstungsindustrie reichten diese Dokumente ein und betrachteten die Foren als Erweiterung des Spiels selbst. Ihre Beweggründe sind klar: Die Spieler sehen sich nicht als Whistleblower oder Spione, sondern als Enthusiasten, die nach Authentizität in ihrer virtuellen Erfahrung streben. Es wäre schade, eine solche Gelegenheit zu verschwenden. Die unaufhaltsamste Kraft im Universum ist der Wunsch des durchschnittlichen Forum-Nutzers, einem zufälligen Menschen im Internet seinen Standpunkt zu beweisen. Selbst wenn sein Beweis verdammt GEHEIM ist.
Das Problem ist so gravierend, dass die Entwickler die Spieler inständig bitten, ihnen keine geheimen Informationen zu senden.
Moderator eines abgesicherten Chats warnt vor Offenlegung geheimer militärischer Informationen (b2)Man denke an den Fall von Jack Teixeira, einem 21-jährigen Angehörigen der Air National Guard, der im Jahr 2023 Hunderte von geheimen Pentagon-Dokumenten über einen Discord-Server veröffentlichte, der einer kleinen Spiele-Gemeinschaft zugeordnet war. Teixeira war weder ein Ideologe noch ein ausländischer Agent. Er war ein junger Soldat, der sich daran gewöhnt hatte, sein tägliches Leben, einschließlich seines Zugangs zu geheimen Informationen, innerhalb der geschlossenen Welt seines Spiele-Chats zu besprechen. Die Servermitglieder waren seine Freunde, und der Server fühlte sich wie ein sicherer Ort an. Die Grenzen zwischen Gaming-Gesprächen und der Weitergabe von Geheimdienstinformationen verschwammen.
Dieser Fall wurde öffentlich, aber wie viele weitere bleiben unentdeckt, weil die CIA nicht bereit ist, die von ihr genutzten Exploits offenzulegen, wenn sie keine amerikanischen Geheimnisse betreffen? Diese Vorfälle offenbaren eine grundlegende Schwäche in den Protokollen zur Informationssicherheit. Militärangehörige
leben ihr soziales Leben mittlerweile in Spiele-Räumen, auf die ihre Kommandanten keinen Zugriff haben, die sie nicht überwachen können und die sie oft nicht vollständig verstehen. Dieselben Plattformen, die gegnerischen Geheimdiensten Rekrutierungsmöglichkeiten bieten, dienen auch als Kanäle, über die regelmäßig sensible Informationen aus sicheren Umgebungen nach außen gelangen.
Die bedeutendste Entwicklung in der Beziehung zwischen Spielen und militärischer Macht ist nicht der Einsatz bestehender Spiele, sondern vielmehr die gezielte Einbindung von Spielmechanismen in die militärische Ausbildung und in militärische Operationen.
Im September 2023 führte die US-Luftwaffe auf der Shaw Air Force Base in South Carolina eine Übung namens „GameX“ durch. GameX wurde in Zusammenarbeit mit der MITRE Corporation, einer staatlich finanzierten Forschungsorganisation, entwickelt und als E-Sport-Turnier präsentiert, bei dem Soldaten in einem Spiel gegeneinander antraten, in dem sie eine Basis gegen Angriffe aus verschiedenen Bereichen verteidigen und gleichzeitig Flugzeugstarts koordinieren mussten.
Wie jedoch ein Teilnehmer, Major Cameron Hickey, später einräumte, war die Übung mehr als das. „Obwohl wir dachten, wir würden nur ein Spiel spielen, steckte dahinter eine riesige Menge an Daten, die der Luftwaffe dabei helfen sollten, zu entscheiden, wie der vielseitig einsetzbare Soldat der Zukunft aussehen wird.“ Es handelte sich um ein „Human-in-the-Loop“-Experiment — eine systematische Datenerhebung darüber, wie Militärangehörige unter Stress Entscheidungen treffen, Ressourcen zuweisen und in simulierten Kampfsituationen kommunizieren.
Die Auswirkungen von „GameX“ reichen weit über die Datenerhebung hinaus. Westliche Streitkräfte nutzen Gamification (2) als Trainingsinstrument und als Mittel, um die Einstellung der Soldaten zu ihren Aufgaben neu zu gestalten. In der militärischen Ausbildung und bei Einsätzen werden Punkte, Level, Abzeichen und Ranglisten integriert, wodurch Kampfeinsätze moralisch gesehen dem Absolvieren einer (Spiele-)Mission gleichkommen.
In westlichen Militär- und Fachzeitschriften veröffentlichte Forschungsergebnisse bestätigen die Wirksamkeit dieser Methoden. Gamifiziertes Training steigert die Motivation und verbessert die Leistungskennzahlen. Es bewirkt jedoch auch etwas Subtileres und Tiefgreifenderes: Es ersetzt die traditionelle Militärethik — Ehre, Pflicht und die Schwere des Tötens von Menschen — durch ein digitales moralisches Rahmenwerk, in dem Handlungen anhand ihres Beitrags zu einer Punktzahl bewertet werden und Gegner zu Zielen statt zu Menschen werden.
Ein Soldat, der mithilfe gamifizierter Systeme ausgebildet wurde, hinterfragt nicht die Rechtmäßigkeit eines Befehls. Er fragt sich, wie er das nächste Level erreichen kann.
Wenn Spieler zu Sensoren werdenDie Integration von Spielen in die westliche Militärinfrastruktur zeigt sich am deutlichsten in der Nutzung kommerzieller Spiele-Plattformen zur Informationsgewinnung. Die „Real World Platform“, entwickelt von „Niantic“, dem Unternehmen hinter „Pokémon Go“, stellt ein neues Paradigma in der georäumlichen Nachrichtendienstarbeit dar.
Während die traditionelle Satellitenüberwachung hochauflösende Bilder liefert, kann sie nicht die dynamischen Details auf Bodenniveau erfassen, die für die moderne städtische Kriegsführung erforderlich sind. Was eine Drohne von oben sieht, unterscheidet sich von dem, was ein Soldat auf Straßenebene sieht. Um autonome Systeme darauf zu trainieren, sich in Städten zurechtzufinden, Ein- und Ausstiegswinkel zu verstehen und vorherzusagen, wie sich Menschen durch öffentliche Räume bewegen, müssen Algorithmen auf Basis (sogenannter) künstlicher Intelligenz (KI) Millionen von Beispielen verarbeiten. Genau diese Art von Daten sammelt Niantic seit fast einem Jahrzehnt von seinen Spielern (indem sie Pikachu fangen, siehe wie bereits oben).
Jedes von einem „Pokémon Go“-Spieler aufgenommene Foto, jeder wiederholt besuchte, mit Geotags versehene Ort und jeder mit einem Smartphone erfasste Blickwinkel und jede Ausrichtung werden zu Trainingsdaten für militärische Algorithmen. Das US-Militär verfügt nun über dreidimensionale Modelle von Städten auf der ganzen Welt, die es mit seinen eigenen Aufklärungsmitteln niemals hätte erstellen können – Modelle, die von Zivilisten erstellt wurden, die nie ahnten, dass sie dazu beitrugen.
Diese Methode der Datenerhebung erfolgt außerhalb der rechtlichen Rahmenbedingungen, die für traditionelle Nachrichtendienstaktivitäten gelten.
Menschen in Europa, Asien, Afrika und Südamerika klicken auf „Zustimmen“ bei Nutzungsbedingungen, die sie nicht gelesen haben, und übermitteln damit ihre Daten an amerikanische Unternehmen, die dann mit amerikanischen Verteidigungsbehörden zusammenarbeiten. Keine ausländische Regierung stimmt zu, dass ihre Bürger ihre Nachbarschaften zum Nutzen des US-Verteidigungsministeriums kartografieren.
Es gibt keinen internationalen Vertrag, der die Nutzung kommerzieller Spieledaten für das Training militärischer künstlicher Intelligenz regelt.
FazitDie Zusammenarbeit zwischen westlichen Geheimdiensten und der Spiele-Branche ist eine der bedeutendsten und zugleich am wenigsten verstandenen Entwicklungen in der modernen Informationskriegsführung. Was als Risikokapitalfonds der CIA begann, der in Satellitenbilder investierte, hat sich zu einem umfassenden System entwickelt, das georäumliche Daten umfasst, die über Augmented-Reality-Spiele gesammelt werden. Rekrutierungs- und Einflussoperationen, die über Gaming-Communities durchgeführt werden. Geheime Informationen, die über Spiele-Chat-Plattformen zirkulieren sowie Militärangehörige, die durch spielerisch gestaltete Systeme ausgebildet werden, welche ihre moralische Einstellung zum Kampf verändern.
Diese Realität bleibt dem westlichen Videospielkonsumenten verborgen — den Eltern, deren Kind „Pokémon Go“ spielt, dem jungen Erwachsenen, der seine Abende auf Discord verbringt, und dem Militärfan, der in „War Thunder“-Foren über technische Spezifikationen diskutiert. Das Spiel erscheint als Spiel — und nur als das. Der Chat erscheint als Unterhaltung. Das Hochladen von Daten (auf intransparente Server im Internet) erscheint als notwendiger Teil des Erlebnisses.
Die Infrastruktur, die durch diese Aktivitäten aufgebaut wird, ist jedoch nicht neutral. Sie dient spezifischen strategischen Zwecken bestimmter staatlicher Akteure. Während sich die Grenzen zwischen virtuellen Erlebnissen und physischer Realität weiter auflösen, werden die Millionen von Menschen, die an Spiele-Gemeinschaften im Internet teilnehmen, sich in Rollen wiederfinden, die sie nie gewählt haben, in Konflikten, die sie vielleicht nicht verstehen, auf einem Schlachtfeld, das sich von ihren Smartphones bis in die Straßen ferner Städte erstreckt.
Anmerkungen und Quellen(Allgemein) Dieser Artikel ist eine ins Deutsche übersetzte Übernahme aus der Online-Plattform Southfront. Er erschien dort am 28. März 2026 unter dem Titel Play Or Be Played: Western Spy Networks Inside Video Games (zu deutsch: Spielen oder gespielt werden: Westliche Spionagenetzwerke in Videospielen); https://southfront.press/play-or-be-played-western-spy-networks-inside-video-games/. Es wurden einige wenige, marginale redaktionelle Anpassungen zur Verständlichkeit vorgenommen.
(a1) Die Übersetzung erfolgte unter Zuhilfenahme von DeepL.com.
(a2) Der Absatz Augmented Reality wurde vom Blogautor zum Zwecke der besseren Verständlichkeit des Artikels in diesen eingefügt.
(a3) Mod-Entwickler entwickeln Modifikationen und Erweiterungen (Plug-Ins, Addons) für Internet-Spiele. Sie kommen in der Regel selbst aus der Spieleszene und arbeiten oft auf nicht- oder halbkommerzieller Basis.
(1) Impulsphase; Augmented Reality Deutsch; https://www.impulsphase.de/wiki/augmented-reality-deutsch; abgerufen: 30.03.2026
(2) 04.11.2020; Landesmedienzentrum Baden-Württemberg; Gamification und Game-Based Learning: Eine Begriffsdefinition; https://www.lmz-bw.de/medienbildung/themen-von-f-bis-z/game-based-learning/gamification-und-game-based-learning-eine-begriffsdefinition
(b1) Spiel, Internet, Arma 3; Bildschirmschnappschuss; 2026; Quelle: https://southfront.press/play-or-be-played-western-spy-networks-inside-video-games/ (Southfront)
(b2) Militär, Spiele, Online, discord server; 2026; Quelle: https://southfront.press/play-or-be-played-western-spy-networks-inside-video-games/ (Southfront)
(Titelbild) Krieg, Spiel, AR-Brille, Virtualisierung; Autor: Asad Ali (Pixabay); 15.12.2023; https://pixabay.com/illustrations/ai-generated-virtual-reality-8447374/; Lizenz: Pixabay License
Krieg und ein strategischer Rohstoff
Krieg wohnt inne der Drang zum unbeschränktem Zugriff auf Ressourcen und der Ausschaltung von Konkurrenten.
Im Nullsummenspiel des finanzialisierten Kapitalismus sind schließlich die Kosten der Einen die Gewinne der Anderen. Und Mehrung von Kapital funktioniert in diesem System stets über Geldschöpfung aus dem Nichts, über die Generierung von Krediten. Kredite werden benötigt, um diese als vermehrungswürdiges Kapital zu investieren. Dafür bedarf es in der realen Produktion — weniger der von Finanzprodukten — eines unbedingt: Rohstoffe. Und so wie man sich diese Rohstoffe zu eigen macht, kann man sie anderen auch entziehen. Letztlich kann man damit sogar Politik gestalten und Konkurrenten aus dem Markt drängen.
VorwortDauerhaft reale Macht oder auch dauerhaft reale Souveränität — jene, die sich der Macht zu entziehen vermag also — bedürfen einer stabilen Basis. Das ist zum Ersten politische Stabilität, innerer gesellschaftlicher Frieden und robuste Widerstandsfähigkeit gegenüber äußeren Einflüssen. Das wiederum erfordert eine vernünftig aufgestellte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und eine gesunde Autarkie. Und der Schmier- wie Treibstoff, um das alles beständig zu erhalten, sind Rohstoffe. Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, dann ist auch die finanzielle Ausbeutung einer solchen Gesellschaft durch Dritte nicht mehr machbar. Das gilt für große Gesellschaften genauso wie für kleine.
Wir können es auch umdrehen. Beim Anstreben von Machtansprüchen im Äußeren zielt man primär immer auf eine Spaltung der angegriffenen Gesellschaft. Alles andere folgt danach. Das von außen umgesetzte Konzept setzt auf Sollbruchstellen der angegriffenen Gesellschaft, auf ihre inhärenten Widersprüche und versucht diese zu verstärken. Gleichzeitig mit der provozierten Schwächung durch inneren Zwist wird der Druck von Außen erhöht. Im Grunde ist das bereits Krieg. Aber hinter all dem steckt die Sehnsucht nach der Aneignung fremder Ressourcen und der Ausschaltung von unliebsamer Konkurrenz.
Kriege werden in erster Linie immer angefacht, um Zugriff auf fremde Ressourcen zu erlangen, beginnend mit den Köpfen. Und als zweites geht es um die Niederschlagung, Ausschaltung oder Inbesitznahme von Konkurrenten. Jedes Lamentieren, dass man Demokratie und Menschenrechte verteidigen, humanitäre Katastrophen verhindern, oder einem aggressiven, unberechenbaren Diktator zuvorkommen müsste, ist vorgeschoben. Die Ideologie, welche auch immer es sein möge, ist vorgeschoben, aber sie ist nicht der wahre Antreiber. Das ist es immer!
Wer hat ein Interesse am Krieg im Nahen Osten?Strategische Konzepte erfordern Werkzeuge: politische, militärische und wirtschaftliche Werkzeuge. Und letztere bauen auf Technologien und bedürfen der Rohstoffe, womit diese selbst eine strategische Bedeutung und politische Relevanz erlangen. Strategische Rohstoffe beginnen bei Energieträgern, enden aber nicht bei diesen. Der militärisch eskalierte Nahost-Konflikt stellt die Abhängigkeiten von strategischen Rohstoffen in ein gleißendes Licht. Wobei es keineswegs nur um Öl und Gas geht.
Helium zum Beispiel ist ebenfalls ein strategischer Rohstoff. Doch die Gewinnung von Helium mit akzeptablem Aufwand ist nur durch dessen Extraktion aus Erdgas möglich. Bis zu 12 Prozent des geförderten Erdgases enthält Helium. Helium wiederum ist derzeit unersetzbar bei der Produktion von Halbleitern. Ohne Halbleiter keine Informationstechnik, keine schöne neue Smartphone-Welt, keine „künstliche Intelligenz“ („KI“) (1).
„Taiwan und Südkorea haben Helium-Vorräte für rund drei Monate. Danach müssen sie die Produktion einstellen, weil Helium bei der Kühlung der Maschinen nicht ersetzt werden kann.“ (2)
Vor allem ist es schwierig, Helium aufgrund seiner chemischen Eigenschaften länger als drei Monate in großen Mengen vorzuhalten. Es existieren weltweit nur zwei große Speicher (Kavernen) — einer in den USA, der zweite in Deutschland — die bislang für die Speicherung großer Mengen von Helium genutzt werden (3).
Wer hat ein Interesse am Krieg im Nahen Osten? Wem nützt es, wenn die komplexen Infrastrukturen und Prozesse zur Produktion von Halbleitern aus dem Takt geraten? Über diese kritischen Abhängigkeiten waren sich die Akteure stets im Klaren — also auch bereits bevor der Krieg gegen den Iran losgetreten wurde.
Aber reden wir doch über viel existenziellere Dinge, reden wir über Nahrungsmittel und das, was es für deren Produktion bedarf:
„Mineralischer Stickstoffdünger ist der wichtigste Hebel, um Ertrag und Proteingehalt von Getreide zu steigern — und er wird aus Erdgas hergestellt. Das macht den Großteil der Produktionskosten aus. Aus dem Gas entsteht Ammoniak, daraus Harnstoff.“ (4)
Wem nützt es zu schaden? Gibt es möglicherweise jemanden, der ein Interesse daran hat, dass Katar keine zusätzlichen Einnnahmen aus dem Verkauf von Harnstoff generieren kann? Was einen künstlich kreierten Mangel an Düngemitteln und deren Vorprodukten erzeugt. Wie gesagt: Der Mangel ist ein künstlicher, es gibt genug Düngemittelproduzenten auf dem Weltmarkt. Doch zielt der Krieg im Nahen Osten nicht nur auf den Iran und die arabischen Staaten, es ist alles viel komplexer.
Der Krieg gegen die LandwirtschaftDer Krieg im Nahen Osten bedient nämlich auch den Krieg gegen die europäische Landwirtschaft. Es gibt den Krieg als Begrifflichkeit für die gewaltsame Austragung von Feindseligkeiten. Und es gibt stets eine Reihe von Kriegen, die zeitlich parallel, aber nicht gleichermaßen spektakulär verlaufen. An dieser Stelle präsentiert der Autor dem Leser eine ARD-Nachricht, die geradezu vorbildlich den Sachverhalt einer verkürzten Darstellung erfüllt:
„Der Krieg im Iran lässt die Preise für Düngemittel immer weiter steigen. Das könnte sich auch auf die Versorgung mit Lebensmitteln auswirken, die Welthungerhilfe warnt sogar vor verschärften Ernährungskrisen.“ (5)
Beim ZDF manipuliert man auf der gleichen Schiene:
„Viele Landwirte in Deutschland kämpfen mit den Folgen des Iran-Krieges. Nicht nur die hohen Spritpreise bereiten ihnen Problem, sondern auch gestiegene Kosten bei Düngemitteln.“ (6)
Das ist eine Desinformation. Denn allein der Krieg im Iran lässt die Preise für Düngemittel eben nicht steigen. Und das gilt ganz besonders für Düngemittelpreise in Deutschland. Zehn Prozent der weltweiten Produktion von Harnstoff kamen in der jüngeren Vergangenheit aus Katar — nun nicht mehr (7). Aber ist denn das auch für Deutschland existenziell? Eigentlich nicht, es sei denn, das Problem wurde künstlich erschaffen.
Im Juni 2025 hat die Europäische Union (EU) neue Zölle für Düngemittel aus Russland erhoben. Für Zynismus waren die Technokraten in Brüssel schon immer empfänglich:
„Die Anwendung dieser Zölle wird genau überwacht, um sicherzustellen, dass die Düngemittelindustrie und die Landwirte in der EU geschützt werden. Die Zollerhöhungen für Düngemittel [aus Russland] werden schrittweise über einen Übergangszeitraum von drei Jahren erfolgen.“ (8)
Welchen Zweck gab der Europäische Rat gleich vor, als er diese Sanktionen in Kraft setzte?
„Neben der Schwächung der russischen Kriegswirtschaft werden die neuen Zölle dazu beitragen, die Abhängigkeit der EU von Russland und Belarus [Weißrussland] zu verringern, und werden die Diversifizierung und die Inlandsproduktion fördern. Dies wird die Diversifizierung der Versorgung ermöglichen, eine stabile Düngemittelversorgung gewährleisten und vor allem die Erschwinglichkeit für die Landwirte in der EU gewährleisten.“ (8i)
Öffentlich-Rechtliche Medien schießen bei ungezügelter Propaganda nicht selten den Vogel ab, zum Beispiel hier:
„Die Notlage der Landwirtschaft in Europa macht sich Kreml-Chef Wladimir Putin zunutze und drängt mit russischen Kunstdüngern in den europäischen Markt. Gleichzeitig kann er so das europäische Gasembargo unterlaufen, indem Russland veredeltes Gas in Form von Stickstoffdünger nach Europa bringt.“ (9)
Das ist Hetze, es ist Blödsinn und es ist kalkuliert. Es lenkt den Scheinwerfer gezielt auf ein Scheinproblem, um das echte Problem gar nicht erst zur Diskussion zu bringen. Der Widersinn lässt sich aus ein und derselben Nachricht extrahieren:
„Doch Kunstdünger ist inzwischen teuer — zu teuer. Bauern, die Weizen anbauen, stehen besonders ökonomisch unter Druck, weil die Weizenpreise im vergangenen Jahr an den Terminbörsen noch weiter eingebrochen sind. Landwirt Bernhard von Weichs macht klar, welche konkreten Folgen das schwierige Preisgefüge für seinen Betrieb hat: »Aktuell sind die Düngerpreise um circa 30 Prozent gestiegen, alleine das verursacht auf meinem Hof Mehrkosten von etwa 30.000 Euro«.“ (9i)
Was sollen die Krokodilstränen, dass Bauern unter immer höheren Kosten ächzen? So man doch gerade die niedrigen Preise für Düngemittel bedauert hat? Dieser hier sichtbar werdende Widerspruch ist ein künstlicher, er ist nicht real. Er ist Teil der erzählten Geschichte, mit der die Menschen an der Nase herumgeführt werden und der Krieg gegen sie vertuscht werden soll. Deshalb auch ist das für den ganzen Widersinn grundlegende Narrativ vom „unprovozierten russischen Angriffskrieg“ so ungeheuerlich. Ungeheuerlich und wichtig für die Protagonisten gleichermaßen. Würde das Bild des „unberechenbaren aggressiven Putin (Russen)“ nicht mehr geglaubt, wäre der ganze Unsinn, der darauf aufbaut, auch nicht mehr verkaufbar. Aber der Unsinn, beachten wir das, ist kalkuliert. Er verkörpert nicht die wahren Ziele. Er ist vielmehr Mittel zum Zweck.
Doch gehen wir weiter im ARD-Tagesschau-Beitrag.
Mehr als ein Krieg gegen die LandwirtschaftZwei, drei Absätze später mäkelt man dort doch tatsächlich, dass Mineraldünger zu billig wäre:
„Auch weil Erdgas in Russland die Mineraldünger-Produzenten scheinbar fast nichts kostet, könnten sie mit Dumpingpreisen die deutschen Hersteller leicht in den Ruin treiben […].“ (9ii)
Um schließlich das selbstverursachte, das gewollte (!) Problem auf den „Lieblingsgegner“ abzuwälzen. Aber hier geht es primär gar nicht um den Krieg gegen Russland, sondern um den gegen die eigene Bevölkerung. Grundlegende nationale Interessen werden mit Füßen getreten:
„Mit dem Dumpingdünger können europäische Produzenten kaum konkurrieren. Wenn dieser Trend sich so fortsetzt, besteht die Gefahr, dass die Ammoniakproduktion in Europa bald am Ende ist und Deutschland vom russischen Dünger abhängig ist.“ (9iii)
Wir erfahren hier nämlich durch die Blume, dass nicht nur Krieg gegen die europäische Landwirtschaft sondern auch gegen wichtige Grundstoffindustrien geführt wird, zum Beispiel die chemische Industrie. Die preiswerte Rohstoffbasis für die Ammoniakproduktion in Deutschland wurde nachhaltig geschwächt, als man unter Zuhilfenahme des lügenden Narrativs vom „unprovozierten russischen Angriffskrieg“, die Zufuhr russischen Gases kappte.
„[Der größte deutsche Düngemittelhersteller] SKW-Piesteritz aus Sachsen-Anhalt leidet neben den teuren Gaspreisen darunter, dass der Markt mit billigem Dünger geflutet wird, so der Geschäftsführer Carsten Franzke: „Seit dem Ukraine-Krieg haben wir eine Auslastung von 50 bis zu 60 Prozent im Vergleich zu der Situation vor dem Ukraine-Krieg. Der Wettbewerber aus Russland kann zu einem weitaus geringeren Preis Dünger herstellen. Wir vermuten, dass es teilweise das Erdgas dort für die Produzenten fast zum Nulltarif gibt“, so Franzke.“ (9iv)
„Seit dem Ukraine-Krieg“ weist auf einen nicht stimmigen Zusammenhang. Nein, das Problem besteht, seit dem das EU-Sanktionsregime gegen Russland völlig außer Rand und Band gelaufen ist. Das hat überhaupt nichts mit der russischen Intervention in der Ukraine, dafür eher mit dem Krieg der EU gegen Russland zu tun. Doch ist es mehr als das: Es ist ein Krieg gegen die eigenen Volkswirtschaften. Das scheint absurd, jedoch nur so lange, bis wir wagen die Frage zu stellen, wer von solch einer Politik profitieren könnte.
Das oben erwähnte SKW-Piesteritz ist übrigens eine Tochter des tschechischen Konzerns Agrofert (10). Die in ihm zusammengeschlossenen Betriebe haben eine noch aus sozialistischen Zeiten stammende traditionelle Bindung nach Osten, welche hier gezielt administrativ zerschlagen werden soll.
Wem nützt es, wenn es gelingt, Russland aus dem Rennen der Düngemittelproduzenten, respektive Düngemittelexporteure zu nehmen? Was aktuell mit eine Schwächung europäischer Düngemittelproduzenten (siehe gerade oben) einhergeht. Russland ist bis heute der größte Düngemittelexporteur der Welt. Danach folgen China, Kanada, Marokko, die USA und Saudi-Arabien (11). Kriege werden geführt, um an Ressourcen zu gelangen oder/und Konkurrenten auszuschalten — noch besser: diese zu übernehmen. Und wenn man mittels Kriegen Ressourcen künstlich verknappt, dann werden sie was? Natürlich, sie werden teurer.
Wer profitiert also in diesem Falle von den Kriegen gegen Russland und den Iran?
Globalistische MarktbereinigungEs ist kein Jahr vergangen, seitdem die EU dynamisch steigende Zölle auf russische Düngemittel erhoben hat. Und trotzdem wird heute doch tatsächlich gebarmt, dass Düngemittel in Deutschland teurer und knapper würden. Erinnert sich der geneigte Leser noch an das Schlagwort Diversifizierung? Zum Beispiel die von Energiequellen und Düngemitteln? Jetzt erleben wir die Früchte dieser sehr speziellen Art von Diversifizierung in Reinkultur (12). Und wir erleben, dass Diversifizierung nur als Schlagwort, als ein vorgeschobenes Argument taugen sollte. Denn das Gegenteil ist der Fall und so auch angestrebt.
Wenn der ideologische Ansatz für hohe Zölle auf Düngemittel nur vorgeschoben ist — in diesem Falle, dass „die Fähigkeit des Landes [Russlands], seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu finanzieren, eingeschränkt wird“ (8ii) —, dann muss man sich doch die Frage stellen, wem es praktisch nützt. Nützt es den hiesigen Produzenten von Grundstoffen, den Bauern, den Händlern, den Verbrauchern? Das sind die relevanten Teilnehmer der Wertschöpfungskette — und keinem nützt eine Verknappung von Düngemitteln und keinem nützt eine Verknappung von Energieträgern. Wissen das die Regierenden nicht? Oh doch, sie wissen es. Sie dürften auch wissen, wem das Ganze tatsächlich nützt. Wem nützt es also, wenn Rohstoffe künstlich verknappt werden?
Erweitern wir die Fragestellung: Wem nützt es, wenn landwirtschaftliche Betriebe — sowohl die in der Pflanzen- als auch die in der Tierproduktion — absichtsvoll (!) in existenzielle Nöte gebracht werden?
Wenn wir glauben, in der hohen Politik wäre es vor allem Inkompetenz, welche gestalten würde, sind wir möglicherweise auf dem Holzweg. Die Politiker setzen genau das um, für was sie ins Amt gebracht wurden. Das bedeutet, dass die Politiker durch vielfältige politische Maßnahmen die Landwirtschaft auch in Deutschland gezielt ruinieren.
Was hier vor unseren Augen seit Jahren geschieht, ist eine gründliche Marktbereinigung der traditionellen europäischen Landwirtschaft. Eine neue Art von Nahrungsmittelindustrie auf Basis von Genen und Synthese wartet auf ihre hochprofitable Implementierung. Eine Implementierung, die genau das Gegenteil mit sich bringen wird als die uns vorgegaukelten Ziele: Mehr Abhängigkeit, weniger Diversifizierung, höhere Kosten und dazu Risiken, die überhaupt noch nicht auf den Prüfstand gestellt wurden. Gänge es tatsächlich um all das, dann wäre dies ein vernünftiger Ansatz:
„Regenerative Landwirtschaft ist damit nicht nur ein ökologischer Ansatz — sie ist auch eine strategische Antwort auf die Krisen einer energieabhängigen Welt.“ (13)
Und trotzdem vernebelt es die Wahrheit, kehrt Ursache und Wirkung um. Denn die Krisen dieser Welt sind strategische Antworten auf Hindernisse, die sich Konzepten gesellschaftlicher Neuordnung in den Weg stellen. Zu denen ganz eindeutig die kleinteilige, regenerative Landwirtschaft gehört.
Man kann und muss es immer wiederholen: Alles im Mantel der Corona-Lüge in jüngster Vergangenheit Dargebotene erscheint wie eine Blaupause für andere Projekte im Rahmen der Umgestaltung von Gesellschaften hin zu einer „schönen neuen Welt“.
Scheinbar grüne AgendenErdgas aus dem Nahen Osten erreicht Europa in einer speziellen Form — als verflüssigtes Gas (LNG). Wer hatte ein Interesse daran, dass Europa übermäßige Abhängigkeiten von Erdgas aus dieser Region eingeht und dabei auch noch in Kauf nimmt, dass es in seiner flüssigen Konsistenz umweltschädlicher und teurer daherkommt (14)?
Wie war das noch mit der Diversifizierung? Hat das EU-Europa nun eine stärker diversifizierte Energiebasis als vor sechs Jahren? Das Gegenteil ist eingetreten und noch einmal: Das war den Entscheidern von Beginn an klar.
Wenn etwas teurer wird, heißt das logischerweise, dass man mehr bezahlen muss. Bezahlt wird mit Geld, aber woher nehmen, wenn nicht stehlen? Denn Geld ist immer knapp. Es sei denn, man schöpft es aus dem Nichts. Und wer darf das? Lange Rede, kurzer Sinn: Jede auch noch globale Teuerung erfordert mehr Geld. Geld ist Kredit. Ergo: Man nimmt neue Kredite bei Banken auf. Welche Banken sind das? Oder sind es gar Banken, welche Kriege überhaupt erst lancieren?
Wir haben bereits drei strategische Rohstoffe beziehungsweise Vorprodukte erwähnt, die derzeit einer globalen Teuerung unterworfen sind: Erdgas, Helium und Düngemittel. Jeder Krieg macht die Dinge teurer. Kann es sein, dass Banken gerne jeden Krieg mitnehmen, und zwar ganz egal, um was für eine Art Krieg es sich handelt?
„In Europa werden Düngemittel zusätzlich verteuert, weil seit 1. Januar das sogenannte CO2-Grenzausgleichssystem gilt, auf Englisch Carbon Border Adjustment Mechanism oder CBAM. Vereinfacht gesagt müssen Importeure von Stickstoffdünger eine Gebühr bezahlen, welche den Preis der CO₂-Emissionen bei deren Herstellung berücksichtigt.“ (7i)
Man kann es auch anders betreiben. Man verbietet oder reglementiert einfach den Einsatz von Dünger, wie das zum Beispiel in den Niederlanden bereits massiv vorangetrieben wird:
„Die [niederländische] Regierung hat angekündigt, die Stickstoffemissionen bis 2030 um 50 Prozent zu senken. Dies sei unvermeidbar, um die Qualität von Luft, Boden und Gewässern zu verbessern, betonten Kabinettsmitglieder, auch wenn dies bedeute, dass nicht alle Bauern ihren Beruf weiter ausüben könnten. Die geplante Reduzierung des Stickstoff-Ausstoßes könnte für viele Bauern im Land das Aus bedeuten.“ (15)
Oder man reglementiert einfach die landwirtschaftlichen Betriebe ganz allgemein, erstickt sie in einem Wust von Verordnungen, über welche Kosten und Zeitaufwände nach oben getrieben werden (a1). Deutsche Landwirte sind nicht blauäugig, sie wissen, dass der Wahn der EU-Technokraten auch vor Deutschland nicht haltmachen wird:
„Es sei egal, ob es um Wasserproben oder Flächen gehe, die nachweislich in Ordnung seien. Die landwirtschaftlich benutzen Flächen würden in Sippenhaft genommen und als Rote Gebiete erklärt. Die Einmischung bei der Tierhaltung, der Freiheit in der Düngung oder beim Antasten des Eigentums — das alles gehe fast in Richtung Berufsverbot. Diese vielen Regeln würden Landwirte in Existenznot bringen.“ (16)
Wer hat das allergrößte Interesse an Teuerungen jeder Art, auch solcher sinnfreien wie einer auch noch dynamischen Besteuerung von Kohlendioxid? Der Krieg gegen den angeblich durch CO2 verursachten Klimawandel ist nicht etwa der Grund, es ist vielmehr ein weiteres operatives Instrument, um den Markt neu zu gestalten und gleichzeitig zu monopolisieren. Außerdem ist er einer von diversen Hebeln im Geldschöpfungsprozess. Wobei der aufmerksame Leser sicher längst kritisch durchleuchtet hat, das dies alles nicht etwa durch die Banken vollzogen wird, sondern durch Menschen. Es ist immer wieder frappierend, ja verstörend, wie Menschen sich mit Hingabe einem System unterordnen — samt ihres vorhandenen empathischen Potenzials.
SchmarotzerIn Zeiten instabiler politischer Verhältnisse — Kriege sind deren ultimative, krasseste Verkörperung — schmarotzen Spekulanten. Nutzen sie doch die starken Preisschwankungen bei strategischen Rohstoffen, gekoppelt mit Zugang zu internen Informationsräumen, um Kasse zu machen. Das ist im aktuellen Krieg gegen den Iran nicht anders. Ja, politische Entscheidungen, gar die Steuerung von Kriegen können sogar auf spekulative Geschäfte zugeschnitten sein (17).
Kaum, dass die EU die Sanktionen gegen russische Düngemittel erlassen hatte, kam das:
„Einige amerikanische Düngemittelunternehmen zeigen sich seit einigen Wochen von ihrer ganz starken Seite und haben vor den US-Indizes bereits neue Allzeithochs beziehungsweise 52 Wochenhochs markiert.“ (18)
Es geht hier um nichts anderes als um Spekulation. Anleger haben erhöhtes Interesse an Aktien von US-Düngemittelherstellern gezeigt, um von den laufenden Marktbereinigungen zu profitieren und sie damit gleichzeitig voranzutreiben. Und welcher Kleinanleger hierzulande weiß schon, wo sein Investment in einem ETF (19) herumschwirrt um „zu hecken“? Wobei er seinen ganz eigenen kleinen Anteil dafür leistet, sich genau damit selbst das Wasser abzugraben. Eben davon leben billionenschwere Vermögensverwalter wie BlackRock, Vanguard und State Street. Sie leben auch von den 50 Prozent Kleinanlegern mitsamt derer achtsamkeitsfernen Gier nach etwas mehr.
Wenn zwei das Gleiche tunZwei Monate bevor die EU weitreichende und in der Zukunft anwachsende Zölle auf russische Düngemittel beschloss, geschah ähnliches in den USA.
„Im Stickstoffsektor haben die USA Zölle auf wichtige Harnstofflieferanten aus Übersee erhoben, was die Importkosten erheblich in die Höhe treibt. Der Nahe Osten (zum Beispiel Saudi-Arabien, Ägypten) ist seit langem eine wichtige Quelle für US-Harnstoff, aber diese Länder haben keine speziellen Zollbefreiungen erhalten, und die meisten unterliegen jetzt dem Standardzollsatz von 10 Prozent.“ (20)
Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht Dasselbe. Der Zweck der Zollmaßnahmen in den USA ist schließlich auch ein völlig anderer als jener von der EU beschlossenen. Denn im Gegensatz zum EU-Raum haben die USA nicht nur eine solide industrielle Basis für die Herstellung von Düngemitteln. Sie verfügen auch in großen Mengen über den strategischen Rohstoff Gas als Grundlage für Stickstoffdünger, um den es im aktuellen Artikel vorrangig ging.
„Für einige Länder gelten sogar noch höhere Zölle — so werden beispielsweise die Harnstoffexporte aus Algerien in die USA jetzt mit 30 Prozent besteuert. Diese Zölle haben zusammen mit den Frachtkosten dazu geführt, dass die Anlandungskosten für Harnstoff aus dem Nahen Osten über das hinausgehen, was die Käufer in den USA verkraften können.“ (20i)
Das ist ein völlig anderer Ansatz als der in Brüssel. Die USA nutzen Zölle, um ihre Industrie wieder zurück ins Land zu holen. Das tun sie aus strategischen Gründen. Sie tun es, um eine gesunde wirtschaftliche Autarkie wiederherzustellen, die industrielle Basis des Landes zu sanieren. Sie setzen, und das scheint dem Autor sehr vernünftig, nicht mehr auf eine ewige Dominanz des US-Dollars. Es gibt keinen ideologischen Grund für diese Zölle, es wird auch kein ideologischer Grund vorgeschoben. Es handelt sich um rationale, volkswirtschaftliche Kalkulationen im Interesse einer zukünftigen Souveränität der Vereinigten Staaten von Amerika.
Im Gegensatz zu ihrer Umsetzung im EU-Europa bewegen sich die wahnhaften Projekte der Globalisten in den USA auf einem anderen Weg: dem des Scheiterns.
Bitte bleiben Sie schön achtsam, liebe Leser.
Anmerkungen und Quellen(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung — Nicht kommerziell — Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden.
(a1) Ein Auswuchs im pseudogrünen Verordnungswahn war die sogenannte Stoffstrombilanzverordnung, welche landwirtschaftliche Betriebe seit 2018 dazu zwang, „extrem detailliert zu dokumentieren, was sie wann und wo auf ihren Feldern ausbringen“. Auf Druck der Bundesländer schaffte die Merz-Regierung 2025 diese Verordnung wieder ab. Eine CDU-geführte Regierung war es allerdings auch, welche die Verordnung 2018 verabschiedet hatte (21).
(1) Thomas Seilnacht; Helium; https://www.seilnacht.com/Lexikon/2Helium.htm; abgerufen: 23.03.2026
(2) 23.03.2026; ARD-Tagesschau; Heidi Radvilas; Iran-Krieg gefährdet Chip-Produktion; https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/chipindustrie-iran-krieg-100.html
(3) 30.05.2025; Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe; Helium – Rohstoffwirtschaftlicher Steckbrief (2025); https://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Rohstoffe/Downloads/Downloads-MR/rohstoffsteckbrief_he.pdf
(4) 16.03.2026; rbb24; Sebastian Schneider; Iran-Krieg und Düngemittelpreise; https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2026/03/iran-krieg-usa-israel-landwirtschaft-brandenburg-duengemittel-duengerpreise.html
(5) 19.03.2026; ARD-Tagesschau; Iran-Krieg lässt auch die Düngerpreise steigen; https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/thema-des-tages-duenger-100.html
(6) 20.03.2026; zdf heute; Wie der Krieg in Nahost deutsche Landwirte belastet; https://www.zdfheute.de/politik/iran-krieg-inflation-preise-oel-lebensmittel-teurer-100.html
(7, 7i) 22.03.2026; agrarheute; Simon Michel-Berger; Landwirtschaft im Golfkrieg: Kommt die große Düngerkrise?; https://www.agrarheute.com/markt/duengemittel/landwirtschaft-golfkrieg-kommt-grosse-duengerkrise-639777
(8 bis 8ii) 12.06.2025; Europäischer Rat; Handel: EU verabschiedet neue Zölle auf russische und belarussische landwirtschaftliche Erzeugnisse und Düngemittel; https://www.consilium.europa.eu/de/press/press-releases/2025/06/12/trade-eu-adopts-new-tariffs-on-russian-and-belarusian-agricultural-goods-and-fertilisers/
(9 bis 9iv) 28.04.2025; ARD-Tagesschau; Peter Kreysler; Wie Putin mit Dünger seine Kriegskasse füllt; https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/russland-duenger-exporte-krieg-100.html
(10) skw.PIESTERITZ; Unsere Muttergesellschaft; Holding; https://www.skwp.de/unternehmen/unternehmensprofil/unsere-muttergesellschaft/; abgerufen: 25.03.2026
(11) 11.03.2026; agrarheute; Welche Länder sind die größten Düngemittelproduzenten der Welt — und wer springt jetzt ein?; https://www.agrarheute.com/markt/duengemittel/welche-laender-groessten-duengerproduzenten-welt-springt-639618
(12) 30.01.2025; Bundesministerium für Wirtschaft und Energie; Energieversorgungssicherheit gewährleisten — Resilienz stärken; https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Schlaglichter-der-Wirtschaftspolitik/2025/02/05-energieversorgungssicherheit
(13) Aufbauende Landwirtschaft; Die Welt vor der Düngerkrise. Warum regenerative Landwirtschaft Ernährungssicherheit stärkt; https://aufbauende-landwirtschaft.de/die-welt-steht-vor-der-duengerkrise-warum-regenerative-landwirtschaft-ernaehrungssicherheit-staerkt/; abgerufen: 23.03.2026
(14) 22.03.2026; RT deutsch; Rainer Rupp; Zerstörungen in Katar bescheren USA globale LNG-Dominanz; https://freedert.online/meinung/274341-zerstoerungen-in-katar-bescheren-usa/
(15) 11.03.2023; ARD-Tagesschau; Bauern protestieren gegen Umweltauflagen; https://www.tagesschau.de/ausland/europa/niederlande-den-haag-bauernproteste-101.html
(16) 11.07.2022; agrarheute; Viktoria Hoffmann; Bauernproteste: Nach den Niederlanden jetzt auch in Deutschland; https://www.agrarheute.com/land-leben/bauernproteste-niederlanden-deutschland-595561
(17) 24.03.2026; ARD-Tagesschau; Detlev Landmesser; Spekulationen um Insiderhandel vor Trump-Post; https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/dax-trump-oel-spekulation-100.html
(18) 12.06.2025; aktien MAGAZIN; M. Müllerhoff; US-Aktien aus dem Düngemittelmarkt zeigen Stärke.; https://aktienmagazin.de/blog/aktienanalysen/us-aktien-aus-dem-dungemittelmarkt-zeigen-starke-was-steckt-dahinter-w-145956.html
(19) 09.09.2025; Finanztip; Nadine Graf; Exchange Traded Funds einfach erklärt; https://www.finanztip.de/indexfonds-etf/was-sind-etfs/
(20, 20i) 14.04.2025; Kelewell; Fernando Chen; Globaler Düngemittelmarkt in Aufruhr; https://www.kelewell.de/post/globaler-d%C3%BCngemittelmarkt-in-aufruhr-umstrukturierung-und-ausblick-aufgrund-von-us-z%C3%B6llen
(21) 24.06.2025; Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat; Stoffstrombilanzverordnung wird abgeschafft; https://www.bmleh.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2025/052-stoffstrombilanzverordnung.html
(Titelbild) Landwirtschaft, Getreide, Ähre; Autor: Mark Plötz (Pexels); 10.06.2019; https://www.pexels.com/de-de/foto/braunweizenpflanze-2506831/; Lizenz: Pexels
Probleme mit Nummer sieben
Sechs Operationen kreativer Zerstörung sind inzwischen abgehakt, doch Nummer sieben ist ein anderes Kaliber.
Reden wir an dieser Stelle nicht über die Doppelmoral westlicher Gesellschaften, die „unprovozierte Angriffskriege“ nach eigenem Gutdünken ausleben. Das ist Theater, Theater für ein sediertes oder auch ideologisch eingefangenes Publikum, um es kriegstauglich zu machen oder zu halten. Der Krieg gegen den Iran ist in verschiedenen Zusammenhängen bemerkenswert. Man könnte fast sagen, er sei der letzte seiner Art, denn der Iran ist das „Problem Nummer sieben“.
2007 verriet General Wesley Clark in einem Fernsehinterview, dass die USA nach den Anschlägen in New York 2001 geplant hatten, im Nahen Osten sieben Kriege innerhalb von fünf Jahren durchzuführen. Das Pentagon würde mit dem Irak beginnen, dann würde es sich mit Syrien, Libanon, Libyen, Somalia sowie dem Sudan befassen und schließlich wäre der Iran an der Reihe (1, v1):
Nun, es hat etwas länger gedauert als fünf Jahre. Aber schauen wir uns sechs der Staaten an: Irak, Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan. Allesamt zerstörte Gesellschaften, gespalten, ausgezehrt von ewigen Kriegen, besetzt und gegängelt von Großmächten. Nur der Iran hat bis heute sein Staatswesen zusammenhalten können, seine nationale Identität bewahrt. Aus vielen Gründen ist der Iran ein Brocken, der den kreativen Zerstörern in Washington und London im Hals stecken bleiben könnte. Aber das soll an dieser Stelle nicht das Thema sein.
Der Leser möge das Nachfolgende eher nicht als tiefgreifende Analyse verstehen. Der Autor hat „lediglich“ Nachrichten zu den diesbezüglichen Ereignissen gesammelt und versucht, diese in einem größeren Zusammenhang zu bringen und damit auch „richtig“ zu verstehen. Weil es sich nur um Splitter, um Teilmengen handelt, ist auch keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit gegeben.
Warum?Die Entscheidung für den Angriff auf den Iran fällten Netanjahu und Trump fünf Tage zuvor, am 23. Februar, in einem Telefongespräch. Ausschlaggebend war die Möglichkeit, den iranischen Führer Ali Khemenei zu töten. Der Mossad hatte Kameras in der Gegend gehackt und einen hochrangigen Beamten der IRGC (Islamic Revolutionary Guard Corps) für Agententätigkeiten korrumpiert (2, 3).
Kurz nach Kriegsbeginn wurde auf X (vormals Twitter) der offene Brief eines der einflussreichsten Unternehmer in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) an US-Präsident Donald Trump veröffentlicht. Sein Name lautet Khalaf Ahmad Al Habtoor und er fragte Trump:
„Wer hat Ihnen die Befugnis gegeben, unsere Region in einen Krieg mit dem Iran hineinzuziehen? Und auf welcher Grundlage haben Sie diese gefährliche Entscheidung getroffen?“ (4)
So wie Al Habtoor nach der Grundlage fragte, werden wir hintergründig darüber informiert, dass die von Israel und den USA propagierten Gründe — Iran stehe vor dem Besitz von Atomwaffen, Iran wolle seine Nachbarn angreifen — von den Arabern nicht als glaubwürdig abgenommen werden. Vielmehr ist ihnen der israelische Hintergrund bewusst. Ihnen ist bewusst, wer unter anderen diesen Krieg wirklich wollte und auch brauchte. Dieser Krieg sollte auch nur vordergründig einen raschen Sieg bringen, nein, der Zweck liegt im Krieg selbst und der dabei stetig weitergetriebenen Eskalation.
Das israelische Regime wusste nach dem 12-Tage-Krieg im Juni 2025, was ihm blühen könnte, sollte es erneut ein kriegerisches Abenteuer mit dem Iran suchen. Und Israel ging das Risiko ein, weil es wusste, dass es das (Noch-)Imperium in den Krieg hineinziehen konnte. Zerstörungen israelischer Infrastruktur, Verluste, Opfer, auch in der eigenen Bevölkerung, waren von Beginn an einkalkuliert und sollten den Krieg verstetigen. In Bezug auf Eskalationsstrategien zwingen sich uns Parallelen zum Ukraine-Konflikt geradezu auf. Und so wie die Ukraine sich ruiniert, ruiniert sich nun auch Israel. Gibt es da jemandem im Hintergrund mit einem imaginären, bösartig benutzten Zauberstab?
EinkalkuliertVideos zeigen: Die iranische Luftabwehr schoss von Beginn an US-amerikanische sowie israelische Angriffs- und Aufklärungsdrohnen ab (5). Und bereits in den ersten Tagen nach Beginn der Aggression wurden mehrere US-Soldaten getötet (6). Das iranische Militär macht außerdem gezielt Jagd auf CIA-Agenten. In den ersten Tagen des neuerlichen Angriffs auf den Iran wurden sechs hochrangige CIA-Offiziere getötet, als iranische Drohnen deren Filiale in der US-Botschaft in Riad (Saudi-Arabien) angegriffen und teilweise zerstört hatten (7).
Angriffe auf kritische Infrastruktur sind nur dann der Empörung wert, wenn sie von den ausgemachten Feinden begangen werden, zum Beispiel, wenn Russland kritische Infrastruktur in der Ukraine angreift. Wenn aber gezielt zivile Infrastruktur attackiert wird, dann ist das wohlkalkuliert. Es dient der Eskalation. Nichts wäre für Netanjahu und die Seinen schlimmer, als ein rasches Ende der Kampfhandlungen (Hervorhebung durch Autor):
„Laut einem anonymen US-Beamten kam das Pentagon vom Ausmaß der israelischen Angriffe überrascht. »Wir halten das nicht für eine gute Idee«, berichtete die von Axios zitierte Quelle. Ein israelischer Beamter bestätigte, dass die Reaktion aus Washington nach den Angriffen im Wesentlichen Ungläubigkeit ausdrückte. Die US-Behörden befürchten, dass Angriffe auf Infrastruktur für die iranische Zivilbevölkerung — wie sie in den letzten Tagen immer häufiger vorkommen — die Unterstützung für die Regierung im Inland stärken und neue Spannungen auf den Energiemärkten schüren könnten. Ein Berater von US-Präsident Donald Trump erklärte, der Präsident »missbillige diese Art von Angriff: Er will Öl sparen, nicht verbrauchen, weil das die Wähler an die steigenden Benzinpreise erinnert.«“ (8)
Kritische Infrastruktur ist kriegsrelevante Infrastruktur. Interessanterweise hat sie den Begriff zivile Infrastruktur im Informationsraum ersetzt. Dieser kleine, feine Unterschied wird von den Menschen in seiner Bedeutung nicht vollständig wahrgenommen. Denn kritische Infrastruktur gibt uns einen verdeckten Hinweis auf deren doppelten Verwendungszweck: den zivilen und militärischen Verwendungszweck.
Die israelische Aggression setzt auf die massive Unterstützung der USA. Ansonsten wäre dieses Abenteuer reiner Selbstmord. Um weiter mit dem Hund zu wedeln, sind Israels Bemühungen in einer Weise konfiguriert, dass möglichst die ganze Region mit ins Verderben gezogen wird. Aber wedelt hier möglicherweise noch jemand mit dem Hund und ist dabei Israel gar nicht der Schwanz? Auf jeden Fall kann es keine Zweifel geben, dass ohne das militärische Engagement der USA im Iran-Krieg selbiger ohne siegreiche Perspektive für Israel ist. Aber mit den USA möglicherweise auch nicht!
Als der Ukraine-Krieg bereits nach einem Monat zu enden drohte — ja, für bestimmte westliche Eliten erschien das Szenario eines raschen Friedens wie ein Damoklesschwert —, sorgte man für eine ungeheuerliche und gleichermaßen sauber abgestimmte Provokation. Und das war das sogenannte Massaker von Butscha. Das Skript dafür ist eines von Geheimdiensten, abgestimmt mit Politik und Medien. Boris Johnson höchstselbst eilte nach Kiew, um die Weiterführung des Krieges sicherzustellen. Eskalation ist der Garant für unendliche Kriege. Die Psychopathen an der Seitenlinie haben damit keine Probleme.
Sollte die US-Administration ernsthaft signalisieren, aus dem Iran-Krieg auszusteigen, können wir Wetten abschließen, dass es eine ähnlich geartete Provokation im Nahen Osten geben wird, wie Anfang April 2022 im Kiewer Vorort Butscha.
Verlust des Eskalations-Managements?Am 7. März griff Israels Luftwaffe die nationale Ölreserve des Iran südlich von Teheran an. Was Russland in der Ukraine nicht recht sein darf, ist Israel im Iran billig. Danach wären die Tanks für militärische Zwecke genutzt worden. Was nicht belegt ist (9). Die Botschaft des Iran nach dem Angriff auf seine Ölanlagen ist so unmissverständlich, wie sie glaubhaft ist (10).
Die Praxis ist das Kriterium der Wahrheit. Der Iran setzte um, was er androhte. Damit werden Drohungen plausibel und zukünftig ernster genommen. Umgehend nahm der Iran die Energieinfrastruktur der Golfregion aufs Korn. Korrekter ausgedrückt, griff er Energieinfrastruktur von US-Bündnispartnern an. Das sind all jene Golfstaaten, die Stützpunkte der US-Armee beherbergen und die notwendige Infrastruktur bereitstellen. Die Golfstaaten mögen den Krieg gegen den Iran nicht gewollt haben, beteiligen sich aber trotzdem an diesem. Womit sie folgerichtig Partner der Aggressoren und damit legitime Angriffsziele für die iranischen Streitkräfte darstellen (11).
Was der Iran tut, untergräbt auch britisch-israelische Strategien, großangelegte Provokationen durchzuführen und auszuschlachten. Das wäre zum Beispiel der fingierte Angriff des Iran auf eine israelische Atomanlage gewesen. Aber die Ereignisse eilen den Strategen ständig voraus. Nachdem Israel die iranische Urananreicherungsanlage in Natans angegriffen hatte (12), reagierte der Iran noch am selben Tag und Raketen schlugen ganz in der Nähe der israelischen Atomanlagen von Negev ein. Wir können davon ausgehen, dass diese Raketen gezielt in der Nähe und nicht direkt in den Anlagen einschlugen. Der Iran hat sich auf diesen Krieg sorgfältig vorbereitet — auch auf die Eskalationsstrategie der Gegner (13).
Der Iran ist absolut ernstzunehmen, und der US-Präsident tut das übrigens, wenn er (der Iran) ankündigt die Energieinfrastruktur auf der arabischen Halbinsel, einschließlich der Israels, lahmzulegen, sollte es zu Angriffen auf die eigenen Kraftwerke kommen. Das wäre in mehrfacher Hinsicht kritisch, da doch ein Großteil des dortigen Trinkwassers aus Entsalzungsanlagen entnommen wird und diese ohne Stromversorgung schlicht kollabieren (14).
DrohnenkriegZehn Tage nach Kriegsbeginn haben die US-Streitkräfte elf MQ-9 Reaper Drohnen zum Stückpreis von 30 Millionen US-Dollar verloren (15). Nicht billiger sind die israelischen Drohnen vom Typ Hermes 900. Acht davon wurden inzwischen von der iranischen Luftverteidigung abgeschossen, dazu noch drei Drohnen vom Typ IAI Eitan und vier weitere vom Typ Heron-1. Monetär entspricht das einem Verlust von 415 Millionen US-Dollar (16).
Andererseits hat der Iran offensichtlich sogar einen technologischen Vorsprung bei der Entwicklung und dem Einsatz von Angriffsdrohnen. So sind koordinierte Angriffe des IRGC mit der Hisbollah im Libanon auf Israel dokumentiert (17). Kombinierte Drohnen- und Raketenangriffe aus Israel erfahren teilweise kaum noch Gegenwehr von der israelischen Luftverteidigung (18).
Bündnisse unterhalb des RadarsDie chinesische Kriegsmarine verfügt über ein sehr spezielles Schiff, die Liaowang-1. Begleitet von Zerstörern des Typs 055 und 052D, verfügt die Liaowang-1 über mindestens fünf Radarkuppeln und Hochleistungsantennen, mit denen sie mithilfe von neuronalen Netzwerk-Algorithmen mindestens 1.200 Luft- und Raketenziele gleichzeitig präzise verfolgen kann. Dabei beträgt die Reichweite ihrer Sensoren bis zu 6.000 Kilometer. Dieses mit elektronischer Aufklärung vollgepackte Schiff kann problemlos die Bewegungen der US-amerikanischen Kampfgruppen mit deren Flugzeugträgern verfolgen (19).
Was bedeutet das? China und der Iran betreiben aus naheliegenden Gründen eine strategische Partnerschaft. In diesem Falle unterstützt China den bedrängten Iran, ohne einen einzigen Schuss abzufeuern, indem es einfach eine Überwachungsplattform mit neuronaler Netzwerkverarbeitung in internationalen Gewässern betreibt. Anders ausgedrückt zeichnet China den Krieg praktisch rund um die Uhr auf. Ergänzend zur Liaowang-1 zeichnen über 300 Jilin-1-Satelliten buchstäblich alles auf, was ihnen vor die Linse kommt und befüllen damit eine riesige Datenbank über die Operationen der israelischen und US-Militärs (19i).
China ist nicht dafür bekannt, solche Wahrheiten lauthals im Informationsraum zu verbreiten, und der Iran hat daran auch kein Interesse. „Aber die chinesischen Echtzeit-Informationen, die über Beidou, das Pendant zum US-amerikanischen GPS, weitergeleitet werden, waren und sind sicherlich entscheidend dafür, dass Teheran die Infrastruktur der 5. US-Flotte in Bahrain — ein umfassendes Radar-, Informations- und Datenbankzentrum und das Rückgrat der US-Hegemonie in Westasien — vollständig zerstören konnte“ (19ii).
Die Augen und Ohren der israelisch-US-amerikanischen Luftabwehr plus Offensivkräfte werden zunehmend blind und taub, weil der Iran — insbesondere durch die chinesische und russische (?) Bereitstellung von Echtzeitdaten plus seiner eigenen Potenziale — in der Lage ist, punktgenau Radaranlagen und Kontrollzentren der Streitkräfte des Gegners zu zerstören (20). Zudem könnte es mehr als ein Zufall sein, dass im vergangenen Jahr mehrere iranische Satelliten in die Erdumlaufbahn gebracht wurden (21, 22).
Diplomaten im VisierKriege wie der gegen den Iran sind umfassend und wirken sich auf alle Bereiche der Gesellschaften aus. Nicht zuletzt betrifft das den Informationsraum. So es den eigenen Ambitionen im Krieg schadet, darf Gewesenes nicht stattfinden, nicht im Informationsraum. Dann gilt: Wir berichten nicht davon, ja, wir verbieten davon zu berichten, also ist es auch nicht geschehen. Nicht nur in Israel, auch in den Golfstaaten wird mit drakonischen Strafen für jene gedroht, die Bilder und Filme von Erfolgen des Gegners veröffentlichen (23).
Brennende US-Botschaft in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad, Mitte März 2026 (b1)Ganz wie seine Ziehväter aus dem britischen Empire hat sich Israel die „Lizenz zum Töten“ erteilt, beziehungsweise ihm wurde vermittelt, dass es dabei prinzipiell straffrei davonkommt. So wie James Bond als guter MI6-Agent für London töten durfte und so wie prinzipiell wertewestlich für „das Gute“ getötet und Krieg geführt werden darf. Und solange der gute Uncle Sam (sprich die USA) für das neblige Albion (sprich Großbritannien) Israels Hybris mit Wohlwollen begleitet hat, hat das mit der Straffreiheit auch gut funktioniert (24).
Aber nun hält sich der Iran nicht mehr an die Regeln. Die Regeln, an die sich alle Opfer westlicher Aggressionen zu halten hatten. Wonach man die Wange hinhält und still oder weniger still leidet. Der Iran lässt leiden.
In Tel Aviv hat es in den vergangenen Nächten weitere Raketen- und Drohneneinschläge gegeben. Dabei ist das israelische Kriegsministerium (auch) von Raketen der Hisbollah getroffen worden und in Brand geraten. Der Luftalarm für die Stadt wurde erst zwei Minuten vor den Einschlägen ausgelöst. Das lässt entweder auf modernere, schnellere Raketen oder auf ausgeklügelte Koordination mit dem Iran oder auf eine zunehmend versagende Luftabwehr schließen — oder auf alles zusammen (25).
Bemerkenswert ist, dass es sich hier um ein Ministerium handelt. Israels abgehobene, insbesondere die regierende Kaste kann sich im eigenen Land nicht mehr sicher fühlen, und das ist neu und ungewohnt. Es könnte dem zionistischen Überlegenheitsgefühl einen kräftigen Dämpfer versetzen. Israelische Eliten bekommen nun hautnah zu spüren, was sie über Jahrzehnte hinweg skrupellos und eben auch straflos Menschen, unter ihnen viele Diplomaten, angetan haben (26), vom jüngsten Genozid an den Palästinensern in Gaza ganz zu schweigen.
Der Iran verfolgt eine Eskalationsstrategie. Er vergilt nicht Gleiches mit Gleichem, sondern Gleiches mit Mehr. So hat Israel am 18. März den iranischen Hafen Bandar Anzali am Kaspischen Meer angegriffen und dort große Schäden verursacht (27). Damit ist es für den Iran legitim, massiv israelische Infrastruktur aufs Korn zu nehmen — und er wird es tun.
Eskalation von der Seitenlinie und der Blick in den SpiegelDie Briten stehen traditionell an der Seitenlinie und schüren das Feuer für einen langen, und für alle Seiten verlustreichen Krieg (28). Entgegen den Beteuerungen zu Beginn der Aggression erlaubt Großbritannien den USA inzwischen auch die Nutzung britischer Militärstützpunkte (29).
Entscheidend ist jedoch, dass London sich nicht an den Kosten des Krieges beteiligen möchte. Schon gar nicht, wenn der Ausgang und die Kosten unberechenbar sind. Großbritannien ist kein militärisches und kein wirtschaftliches Schwergewicht mehr, aber der politische, auch der finanzpolitische Einfluss ist nach wie vor erheblich. Also versuchen sie mit ihrem politischen Einfluss den Konflikt zu hebeln (30, 31). Dabei ist ihnen bewusst und es ist auch von ihnen gewollt, dass dieser Krieg der Reputation der Trump-Regierung enorm schadet. Unter anderem hier überschneiden sich die Interessen Londons mit denen der globalistischen Eliten in WEF, EU, Soros- und Gates-Netzwerken usw.
Drei Wochen nach Beginn der Aggression gegen den Iran hat sich Israels Premier Benjamin Netanjahu öffentlich zu Wort gemeldet. Was seine Argumentation so bemerkenswert macht, ist die fanatische Diabolisierung des Gegners, ganz so wie es im Irak, in Libyen und in Syrien geschah, bevor diese Staaten verheert wurden. Es ist ein Blick in den Spiegel. Es ist der Blick eines Menschen, der bereit ist, alles aufs Spiel zu setzen, nur um sich selbst zu retten. Es ist der Blick eines Politikers, der nicht mehr gewinnen kann:
„Wir müssen stark sein. Wir müssen bewaffnet sein. Wir müssen stärker sein als die Barbaren, sonst werden sie nicht bloß an unseren Toren stehen. Sie werden unsere Tore einreißen und unsere Gesellschaften zerstören.“ (32)
Der Effekt von SanktionenDas folgende, aufschlussreiche Zitat erklärt eindrucksvoll den Effekt der über Jahrzehnte betriebenen Sanktionspolitik gegen den Iran. Eines gilt es aber hinzuzufügen. Nämlich, dass diese Effekte auch erwünscht waren und sind. Es ist genau das System, was die westliche Politik des Teile-und-herrsche dauerhaft und profitabel macht:
„Das Embargo gegen den Iran ist vor allem ein Ballett der Heuchelei und ein zynisches Spiel. Die USA haben sich über Scheinfirmen Ausnahmeregelungen gewährt, während sie anderen Ländern (in Europa oder Asien) den Handel mit dem Iran verbieten. Die ungesunde Wirkung des Embargos trifft zudem die Bevölkerung und nicht die Regierung oder die Eliten, die weiterhin Zugang zu Öl-, Gas- oder Zollressourcen haben. Es schafft auch eine perverse Form der Solidarität zwischen den Isolationisten innerhalb des iranischen Staates, die alle Beziehungen zum Westen abbrechen wollen, und den westlichen Lobbys oder Politikern, die den Iran auf internationaler Ebene isolieren wollen.“ (33)
Fügen wir zu den Profiteuren neben den USA unbedingt noch das Bankengeflecht der City of London (CoL) hinzu. Dies behalten wir im Hinterkopf, weil es eben auch die britische Außenpolitik verständlicher macht. Weiter im Zitat:
„Es festigt auch eine interessengeleitete Komplizenschaft zwischen staatlichen oder halbstaatlichen Organisationen , die dank des Embargos den Schwarzmarkt und eine Schattenwirtschaft kontrollieren, und vor allem US-amerikanischen Geschäftskreisen [plus CoL], die dank paralleler Kanäle und von Sanktionen ausgenommener Unternehmen, die mit dem Iran Handel treiben, diskret Vermögen anhäufen. Schließlich hat das Embargo bei den Iranern eine Mentalität geschaffen, die sie dazu zwingt, zu umgehen, zu lügen oder zu betrügen, um Zugang zu Dienstleistungen zu erhalten, die ihnen verweigert werden, und zwar sowohl auf individueller als auch auf staatlicher Ebene.“ (33i)
Bitte bleiben Sie schön aufmerksam, liebe Leser.
Anmerkungen und Quellen(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung — Nicht kommerziell — Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden.
(1) 02.03.2007; Genius; Amy Goodman (Democracy Now) im Interview mit General Wesley Clark; Seven Countries in Five Years; https://genius.com/General-wesley-clark-seven-countries-in-five-years-annotated; abgerufen: 26.03.2026; bei Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=fAnNJW9_KYA
(2) 04.03.2026; Topwar, Axios; Oleg Myndar; Fatal Call: Details of Trump-Netanyahu Talks on Attacking Iran Revealed; https://en.topwar.ru/278822-rokovoj-zvonok-raskryty-detali-peregovorov-trampa-i-netanjahu-po-atake-na-iran.html
(3) 04.03.2026; Reporter; Andrey Elistratov; The IRGC has identified an Israeli mole in the entourage of Iran’s former spiritual leader Khamenei.; https://en.topcor.ru/69216-ksir-vychisli-izrailskogo-krota-v-okruzhenii-byvshego-duhovnogo-lidera-irana-hamenei.html
(4) 06.03.2026; RT deutsch; Emirate-Milliardär kritisiert Trump: Wer hat Ihnen die Befugnis zu dem Krieg gegeben?; https://freedert.online/international/272280-vae-milliardaer-kritisiert-trump-wegen/; Primärquelle (nicht mehr verfügbar): https://x.com/KhalafAlHabtoor/status/2029442279170293996
(5) 03.03.2026; Southfront; Iranian Air Defenses Are Shooting Down One Drone After Another; https://southfront.press/iranian-air-defenses-are-shooting-down-one-drone-after-another-videos/
(6) 03.03.2026; Reporter, CNN, CENTCOM; Bodies of killed US soldiers continue to be found in the Middle East.; https://en.topcor.ru/69175-na-blizhnem-vostoke-prodolzhajut-nahodit-tela-ubityh-soldat-vs-ssha.html
(7) 04.03.2026; Reporter; Andrey Elistratov; Day 5 of Middle East War: CIA Hides from Iranian Missiles; https://en.topcor.ru/69209-pjatyj-den-vojny-na-blizhnem-vostoke-cru-prjachetsja-ot-iranskih-raket.html
(8) 09.03.2026; NOVA.news; Axios: USA verärgert über Israels Entscheidung, Öllagerstätten im Iran anzugreifen; https://www.agenzianova.com/de/news/Axios-USA-ist-ver%C3%A4rgert-%C3%BCber-Israels-Entscheidung–iranische-%C3%96llagerst%C3%A4tten-anzugreifen./
(9) 08.03.2026; zdf heute; Schwarzer Himmel über Teheran nach Angriff auf Ölreserven; https://www.zdfheute.de/politik/ausland/iran-krieg-angriffe-teheran-israel-usa-100.html
(10) 08.03.2026; ARD-Tagesschau; Iran droht mit Angriffen auf Ölanlagen im Golf; https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-iran-krieg-110.html#Iran-droht-mit-Angriffen-auf-Oelanlagen-am-Golf
(11) 12.03.2026; ARD-Tagesschau; Iran attackiert Energiesektor am Golf; https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-krieg-oelsektor-golfstaaten-100.html
(12) 21.03.2026; ARD-Tagesschau; Iran meldet Angriff auf Atomanlage Natans; https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-luftangriffe-atomanlage-natans-100.html
(13) 22.03.2026; Deutsche Welle, afp, dpa, AP; Iranischer Angriff: Mehr als 100 Verletzte in Israel; https://www.dw.com/de/iran-krieg-israel-atomanlage-dimona-negev-arad-natans-benjamin-netanjahu-iaea/a-76471928
(14) 23.03.2026; Berliner Zeitung; Lea Brüggemann; Warnung an Golfstaaten: Iran droht Trinkwasser- und Energieversorgung zu zerstören; https://www.berliner-zeitung.de/news/eskalation-im-nahen-osten-iran-droht-trinkwasser-und-energieversorgung-zu-zerstoeren-li.10026132
(15) 11.03.2026; Defence Security Asia, CBS News, Fox News; $330 Million Blow to U.S. Drone Power: 11 MQ-9 Reapers Downed as Iran’s Air Defences Challenge American Air Dominance in Operation Epic Fury; https://defencesecurityasia.com/en/us-mq9-reaper-drones-shot-down-iran-air-defense-operation-epic-fury/
(16) 10.03.2026; Southfront; U.S. Lost Drones Worth $330 Million Over Iran, Israel’s Losses Are Even More Costly; https://southfront.press/u-s-lost-drones-worth-330-million-over-iran-israels-losses-are-even-more-costly-videos-photos/
(17) 12.03.2026; Southfront; Hezbollah Targets Israel With Over 150 Rockets In First Joint Operation With Iran’s IRGC; https://southfront.press/hezbollah-targets-israel-with-over-150-rockets-in-first-joint-operation-with-irans-irgc-videos/
(18) 22.03.2026; Military Review; Following the strike on Arad, Israel announced a change in Iranian attack tactics.; https://en.topwar.ru/279725-posle-udara-po-aradu-v-izraile-zajavili-o-smene-taktiki-iranskih-atak.html
(19 bis 19ii) 10.03.2026; Strategic Culture; Pepe Escobar; China: Watching the missile flow; https://strategic-culture.su/news/2026/03/10/china-watching-the-missiles-flow/
(20) 13.03.2026; Southfront; Iran Struck Globaleye AWACS Aircraft, MQ-4C Drones, And Typhoon Jet At UAE And Kuwait; https://southfront.press/iran-struck-globaleye-aewc-aircraft-mq-4c-drones-and-typhoon-jet-at-uae-and-kuwait-photos/
(21) 26.07.2025; Euronews; Jeremiah Fisayo-Bambi; Iran schickt Telekommunikationssatelliten mit einer russischen Rakete in Umlaufbahn; https://de.euronews.com/2025/07/26/iran-schickt-telekommunikationssatelliten-mit-einer-russischen-rakete-in-umlaufbahn
(22) 28.12.2025; Deutschlandfunk; Iran schießt mit russischer Hilfe drei Satelliten ins All; https://www.deutschlandfunk.de/iran-schiesst-mit-russischer-hilfe-drei-satelliten-ins-all-102.html
(23) 14.03.2026; Military Review; Mass arrests are underway in Gulf monarchies for filming Iranian attacks.; https://en.topwar.ru/279335-v-monarhijah-persidskogo-zaliva-prohodjat-massovye-aresty-za-semku-iranskih-atak.html
(24) 10.08.2026; euronews; „100 Namen auf Israels Todesliste“: Wo sind Irans Atomwissenschaftler?; https://de.euronews.com/2025/08/10/israel-iran-atom-wissenschaftler-angriff
(25) 02.04.2024; ARD-Tagesschau; Angriff auf Botschaft — was bislang bekannt ist; https://www.tagesschau.de/ausland/asien/angriff-botschaft-iran-israel-100.html
(26) 03.04.2024; Deutschlandfunk; EU verurteilt Angriff auf iranische Botschaft in Damaskus; https://www.deutschlandfunk.de/eu-verurteilt-angriff-auf-iranische-botschaft-in-damaskus-100.html
(27) 25.03.2026; Reporter, Wall Street Journal; Nikolay Gritsay; WSJ: Israel is attacking the Russian-Iranian military corridor in the Caspian Sea.; https://en.topcor.ru/69811-wsj-izrail-atakuet-marshrut-rossijsko-iranskogo-voennogo-koridora-na-kaspii.html
(28) 25.03.2026; Reporter, The Times; Britain has presented arguments in favor of the complete destruction of Iran.; https://en.topcor.ru/69800-v-britanii-priveli-argumenty-v-polzu-polnogo-unichtozhenija-irana.html
(29) 20.03.2026; BBC; Kate Whannel; Iran warns UK letting US use base is ‚participation in aggression‘; https://www.bbc.com/news/articles/cvgkd3lqe2no
(30) 26.03.2026; Top War; Hezbollah: Missile attack in Tel Aviv hits Israeli Defense Ministry; https://en.topwar.ru/279939-hizballa-raketnyj-udar-v-tel-avive-prishelsja-po-izrailskomu-minoborony.html
(31) 03.03.2026; ARD-Tagesschau; Christoph Prössl; Warum sich Großbritannien im Iran-Krieg zurückhält; https://www.tagesschau.de/ausland/europa/grossbritannien-debatte-unterhaus-iran-trump-100.html
(32) 20.03.2026; haOlam.de; Netanyahu: „Wir müssen stärker sein als die Barbaren, sonst zerstören sie unsere Gesellschaften; https://haolam.de/artikel/Israel-Nahost/64571/Netanyahu-Wir-mssen-strker-sein-als-die-Barbaren-sonst-zerstren-sie-unsere-Gesellschaften.html
(33, 33i) 08.03.2026; Globalbridge; Patrick Ringgenberg; Warum der Iran den Krieg bereits gewonnen hat; https://globalbridge.ch/warum-der-iran-den-krieg-bereits-gewonnen-hat/
(b1) Saudia-Arabien, Rijad, US-Botschaft brennt nach iranischem Angriff; 11. oder 12. März 2026; Quelle: Military Review, https://topwar.ru/uploads/posts/2026-03/afd3d16b26_posolstvo-ssha-jer-rijad.webp
(Titelbild) F-22 Raptor; Kampfflugzeug; Autor: Tech. Sgt. Ben Bloker, United States Air Force; Datum: 1.12.2008; Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:F-22_flares.jpg; Lizenz: Public Domain
Ist Friedrich Merz ein Agent?
Im Grunde ist diese augenscheinlich provokative Frage überflüssig. Natürlich ist Merz ein Agent.
Die Frage müsste vielmehr lauten: Für wen arbeitet Friedrich Merz? Dafür gibt es reichlich Indizien. Umso erstaunlicher — oder auch nicht —, stellt sich die Befassung mit diesen Indizien dar. Deutlicher gesagt, findet eine solche Befassung im öffentlichen Informationsraum kaum statt. Warum ist das so? Noch wichtiger scheint dem Autor aber etwas anderes. Wenn ein Mensch befangen und in Abhängigkeiten gefangen Deutscher Bundeskanzler wird, und dies bekannt ist: Warum wird sein Tun im Amt gerade unter diesem Aspekt nicht angemessen kritisch verfolgt?
Das Wort Agent hat etwas anrüchiges, deshalb auch wirkt es in der Überschrift provokativ. Allerdings beschreibt es in seiner nüchternen Bedeutung nichts weiter als einen zur Wahrung und Vertretung von Interessen Beauftragten. So sollte der deutsche Agent Friedrich Merz die Interessen der Bundesrepublik Deutschland vertreten wie das der russische Agent Wladimir Putin für die der Russischen Föderation tun sollte. Dabei sollte uns die Tätigkeit des deutschen Agenten naturgemäß mehr umtreiben als die des russischen.
Ein gängiges wie lebensnahes Sprichwort lautet: An ihren Taten sollt ihr sie erkennen. Der Lebensweg eines jeden Menschen, seine Entscheidungen, sein Handeln, liefern die Indizien für seine Motive. Als soziale Wesen sind wir geneigt Abhängigkeiten einzugehen. Unser Opportunismus, ein natürlicher, menschlicher Hang Herausforderungen bequem und mit minimalen Energieaufwand zu bewältigen, ist eine starke wie eher unauffällige Kraft auf dem Weg in Abhängigkeiten. Opportunismus hat nichts von der Dramatik bei Ängsten. Allerdings kann uns die Angst einholen, wenn wir uns über unseren Opportunismus dermaßen in Abhängigkeiten manövriert haben, dass wir uns der negativen Begleitumstände dieser Abhängigkeiten bewusst werden. Dann kann Angst eine starke Waffe sein, um den Ausstieg zu verhindern.
Was es für den Aufstieg brauchtOpportunismus lebt nicht nur von Bequemlichkeit sondern auch von Oberflächlichkeit, von einem Mangel an Achtsamkeit. Menschen mit überzogenem Ego fehlt es in der Regel an Achtsamkeit. Ihre vermeintlich erfolgreiche Karriere steht für sie im Mittelpunkt, und ebenso sehen sie über die möglichen Folgen ihres Handelns hinweg. Mit einem Übermaß an Ego ausgestattete Menschen sind bereit einen hohen Preis zu zahlen, sowohl für sich selbst als auch für ihre Mitmenschen.
Nehmen wir als Drittes noch den Narzissmus, das gezielt öffentlichkeitswirksame Auftreten, das selbstverliebte Sonnen in der Menge, die Präsentation simpler Lösungsmodelle für komplexe Probleme, um beim Publikum zu punkten, von diesem gefeiert zu werden. Opportunismus, Egoismus und Narzissmus: Sind das hervorragende Charaktermerkmale eines Friedrich Merz?
Das narzisstische Gen ist bei Merz bei weitem nicht so ausgeprägt wie bei einer Reihe von Mitbewerbern in der jüngeren deutschen Politiklandschaft (mehr dazu siehe weiter unten). Doch ohne Egoismus kein Streben nach Macht. Das Machtgen impliziert ein Mindestmaß an Rücksichtslosigkeit um Gegner ausstechen zu können. Als vor einem Vierteljahrhundert, nach dem Ende der Ära des Helmut Kohl, der Machtkampf um die Führung der CDU entbrannte, musste es ein Friedrich Merz sehr persönlich genommen haben, von einer Angela Merkel ausgestochen zu werden. Merkel schrieb später:
„Es gab ein Problem, und zwar von Beginn an: Wir wollten beide Chef werden.“ (1)
Und so lange man sein eigenes Wesen nicht kritisch hinterfragt, wird man auch sein Leben lang versuchen auf der Karriereleiter nach oben zu klettern. Mit der Rolle eines Juniorchefs unter Merkel mochte sich Merz 2007 nicht mehr abgeben. Er zog sich aus der Spitzenpolitik zurück. Doch in der Folgezeit würde er über den Drehtüreffekt für seine zweite politische Karriere fit gemacht werden. Und dessen war sich Friedrich Merz auch jederzeit im Klaren. Es begann schließlich lange bevor er überhaupt seine erste Politkarriere unterbrach. Merz war beizeiten ein Mann der Unternehmen, und zwar nicht etwa der kleinen sondern der großen, der ganz großen. Im Berliner Tagesspiegel war 2007 zu lesen:
„In der Wirtschaft war Merz immer wieder hoch gehandelt worden. »Wird Merz neuer Bahn-Chef?« titelte die ‚Bild‘-Zeitung im April 2006. Zwar wurde der Bericht umgehend dementiert, doch Merz war wieder einmal im Gespräch. Viel wurde seither über seine Ambitionen spekuliert. Seit Mitte 2005 gehört er dem Aufsichtsrat der Deutschen Börse an. Außerdem berät er als Anwalt den Energiekonzern RAG beim Börsengang — was parteiintern von vielen kritisch gesehen wird.“ (2)
Schon damals gab es also eine bedenkliche, konfliktträchtige Vermischung der Interessenvertretung durch Friedrich Merz. Merz ist gelernter Jurist. Doch beizeiten wurde er von seiner Partei als Finanzexperte verkauft. Das passte insofern, als der spätere Bundeskanzler bereits vor über zwei Jahrzehnten zu einer wichtigen Schnittstelle zwischen Politik auf der einen und Banken- wie Konzernwirtschaft auf der anderen Seite aufgebaut worden war.
Merz steht hier als Politiker exemplarisch, jedoch beileibe nicht exklusiv! Merz steht für Normalität im hohen Politikbetrieb. Wenn in diesem Politikbetrieb so getan wird, als vertrete man die Interessen der Wähler, man sein Geschäft jedoch in Wirklichkeit für Partikularinteressen betreibt, wie nennt man das? Passt vielleicht Politzirkus?
Friedrich Merz und sein ehrlich verdientes GeldDurch ihre fehlgeschlagene Beteiligung an riskanten Spekulationsgeschäften mit verbrieften Wertpapieren war die Landesbank von Nordrhein-Westfalen, auch als WestLB bekannt, seit 2007 in Schwierigkeiten geraten. Nach dem üblichen Prinzip des too-big-too-fail, im Deutschen in etwa als zu-groß-zum-Pleitegehen zu verstehen, „rettete“ der Staat das Institut und seine Idee bestand darin, selbiges an einen privaten Investor zu verkaufen (3).
Im Zuge dessen bestellte der Bankenrettungsfonds SoFFin den gerade aus dem Deutschen Bundestag ausgeschiedenen Friedrich Merz zum sogenannten Veräußerungsbeauftragten. Für diese Tätigkeit erhielt Merz pro Kalendertag 5.000 Euro „ehrlich verdientes Geld“. Eine öffentliche Behörde schanzte Merz also innerhalb eines Jahres 1,5 Millionen Euro aus Steuermitteln für „Veräußerungsbemühungen“ zu — die übrigens scheiterten. Der Autor grübelt noch immer angestrengt darüber nach, wie man an solch einen durch Steuern finanzierten Beratervertrag kommt. Eine ausgebildete Pflegekraft kann für solch ein Salär mindestens 50 Jahre stricken. Womit sie an die Lebensarbeitszeit herankommen dürfte, die der Merz dieser Tage dem arbeitenden Volk zuzumuten gedenkt (4).
Wie aus dem Bericht des parlamentarischen Untersuchungsausschusses des NRW-Landtags zu den Vorgängen rund um die WestLB hervorgeht, sei das „nicht gerade billige Angebot“ (so der frühere NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans) für Merz selbst ein Honorar gewesen, das „Standardstundensätzen“ entsprochen hätte (3i).
Bereits seit 2005, noch als aktiver Bundestagsabgeordneter, hatte der Transatlantiker Merz einen Beratervertrag bei der deutschen Tochter der US-amerikanischen Antwaltskanzlei Mayer Brown erhalten (5). Und er erhielt den SoFFin-Auftrag als Mayer-Brown Partner:
„Eine zentrale Rolle spielte dabei Beobachtern zufolge die Erfahrung der Kanzlei mit notleidenden Krediten […]. Mayer Brown genießt in diesem Bereich seit Jahren einiges Renommee. 2007 war die Kanzlei an der ersten Verbriefung von notleidenden Krediten in Deutschland beteiligt.“ (6)
Kam die Bundesbehörde SoFFin 2010 rein zufällig auf Friedrich Merz, um dem gerade ausgeschiedenen Bundestagsabgeordneten Hilfe zu leisten, damit er nicht in prekären Verhältnissen versank? Wie kam es, dass Mayer Brown bereits die drei vorherigen Jahre für gutes Geld bei der Sanierung oder Abwicklung notleidender Kreditinstitute öffentlichen Behörden beratend zur Seite stehen durfte? Kann es sein, dass ein netter Onkel von Mayer Brown wiederum drei Jahre zuvor auf den Noch-CDU-Vizevorsitzenden zugekommen war, um eine beiderseitig nützliche Kooperation anzubieten?
Oder war das alles reiner Zufall?
An Mayer Brown flossen schließlich zwei Millionen Euro und Mayer Brown hatte letztlich auch den Tagessatz von 5.000 Euro für seinen Partner Merz aufgerufen — kein Problem für den Ex-Politiker und zukünftigen Politiker, den späteren Bundeskanzler. Es war ja nur Steuergeld, dessen Ausgabenkürzung er mit spitzer Feder bei den unteren Einkommen ansetzt, aber, Gott bewahre, nicht bei sich. Übrigens durfte sich auch die US-Kanzlei Morgan Stanley mit 3,6 Millionen Euro bei der SoFFin bedienen (7).
Pikanterweise bekam Friedrich Merz sein „ehrlich verdientes Geld“ bald auch von einem Geldwäscheverein. Tatsächlich war er sogar im deutschen Ableger Mitglied dessen Verwaltungsrates und später dem Aufsichtsrat angehörig. Dabei handelt es sich um die renommierte britische Großbank HSBC (in Deutschland HSBC Trinkaus & Burkhardt). Tatsächlich fanden US-Ermittler heraus, dass HSBC kurz vor dem Engagement von Merz bis zu sieben Milliarden US-Dollar von Geldwäschegeschäften aus dem Drogenhandel in die USA transferiert hatten. Außerdem wurden Verbindungen zu saudischen Banken aufgedeckt, die an der Finanzierung von al-Qaida beteiligt waren (8). HSBC zahlte eine Rekordstrafe von 1,9 Milliarden US-Dollar um eine Strafverfolgung zu vermeiden (9).
2010/11 war Merz parallel als „Veräußerungsbeauftragter“ respektive Mayer Brown-Partner für die SoFFin einerseits und für HSBC Trinkaus & Burkhard andererseits tätig. Und wie es der Teufel will, gab es doch in genau dieser Zeit Verhandlungen über einen Teilverkauf der WestLB an HSBC. Dass Merz in gewisser Weise wenigstens indirekt an beiden Seiten des Verhandlungstisches saß, war selbstverständlich auch einfach lediglich ein dummer Zufall (8i, 10). Wenn der Autor dem geneigten Publikum nun noch erzählt, dass einer der Premium-Klienten von Mayer Brown eben HSBC war (11) und das HSBC auch noch in die sogenannten CumEx-Geschäfte zur illegalen Steuervermeidung verstrickt war (12)…
Kaum, dass Friedrich Merz so richtig in seine fürstlich bezahlten Nebentätigkeiten als Mayer Brown-Partner eingestiegen war, klagte er 2006 gegen die Offenlegung seiner Nebentätigkeiten (13). Nebentätigkeiten deshalb, weil seine primäre Aufgabe eigentlich in der Wahrnehmung seiner vom Wähler übertragenen und großzügig vergüteten Rolle als Bundestagsabgeordneter bestand. Dort scheint er sich nicht gerade Einen abgebrochen zu haben. Bereits ein Jahr später saß Merz ganz nebenbei in sieben Aufsichts-, Verwaltungs- und Beiräten deutscher Unternehmen (14). Und dieser Merz erklärt seinen an der Nase herumgeführten Wählern heute, dass sie gefälligst den Gürtel enger schnallen müssten.
Dabei haben wir noch nicht einmal von BlackRock geredet, aber das kommt nun gleich.
Wie deutsch sind deutsche Unternehmen?Im Februar 2026 reiste Merz nach China — mit ihm 30 hochrangige Wirtschaftsvertreter der deutschen Autobauer Volkswagen, Daimler und BMW, dazu solche von Siemens, Adidas und mehrerer mittelständischer Unternehmen (15). Damit kann man rasch zur Auffassung gelangen, dass der Bundeskanzler deutsche Interessen vertrat. Nun gibt es da ein Aber: Wie deutsch sind eigentlich heutzutage deutsche Großkonzerne?
Der US-amerikanische Vermögensverwalter BlackRock hält derzeit rund 6,2 Prozent der Anteile an der Mercedes-Benz Gruppe (16) und etwa 3,5 Prozent bei Daimler Truck (17). Der Tochterkonzern Daimler Truck setzt derzeit übrigens voll auf „Wachstum im Defence-Bereich“ (18). BlackRock hält außerdem 3,8 Prozent der Anteile der BMW Group (19). Etwa 20 Prozent der Aktien finden sich als Streubesitz in den Händen institutioneller Anleger in den USA (20), neben BlackRock solche wie Vanguard und JPMorgan (21).
Mindestens zehn Prozent der stimmberechtigten Stammaktien am Volkswagen-Konzern hält die in den USA eingetragene katarische Investmentgesellschaft Qatar Holding LLC (22). Wer in die Fonds der Gesellschaft investiert, war nicht ermittelbar (23, 24) — und damit auch nicht, inwieweit BlackRock und Seinesgleichen involviert sind. Etwa 6,6 Prozent der Anteile am Siemens Konzern hält erneut BlackRock (25). Weitere Anteile halten unter anderen HSBC und „die üblichen Verdächtigen“ aus den USA wie BNP Paribas, Vanguard, JPMorgan und State Street (26).
Und wie sieht es mit Adidas aus? BlackRock hält etwa 7,7 Prozent der Anteile am Sportartikelhersteller (27), weitere fünf Prozent liegen bei Goldman Sachs und drei Prozent bei The Capital Group, beides US-Investoren (28). Die hier kurz recherchierten Daten erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Aber unübersehbar ist die allgegenwärtige Präsenz von BlackRock.
Nun die heikle Frage: Vertritt Friedrich Merz die Interessen der deutschen Industrie oder die derer Investoren?
BlackRock ist der Größte unter den Großen der weltweit agierenden Finanzkonzerne. Das betriebene Konzept von BlackRock ist eines von Globalisten. Es richtet sein Augenmerk nicht auf nationale Interessen sondern auf die zu erzielenden Renditen. Der heutige Bundeskanzler Friedrich Merz hat vier Jahre lang in führender Position bei BlackRock Deutschland gewirkt. Sein dort opulent vergüteter Job hatte einen klaren Zweck. Merz war und ist ein Lobbyist, egal ob Bundeskanzler oder nicht.
Der BlackRock-KanzlerVon 2016 bis 2020 wurde Merz fürstlich bezahlt für die Leitung der deutschen Tochter des BlackRock-Imperiums. Seinen Aufsichtsratsposten honorierte man mit jährlich 150.000 Euro, ein zusätzlicher Beratervertrag dürfte ihm jährlich mindestens die gleiche Summe eingebracht haben. Merz arrangierte Treffen von BlackRock-Chef Larry Fink mit deutschen Bundesministern wie Wolfgang Schäuble, Peter Altmaier und Olaf Scholz und weiteren hochrangigen Politikern wie Kanzleramtschef Helge Braun und Vizekanzler Sigmar Gabriel — und dies unter Ausschluss der Öffentlichkeit (29). Das lässt sich als vorbildliche Kungelei von gewählten Politikern mit der Finanzwirtschaft charakterisieren — und zwar der Finanzwirtschaft eines fremden Staates.
BlackRock, dessen Geschäft darin besteht, das Vermögen schwerreicher wie politisch einflussreicher institutioneller Investoren aber auch privater Anleger (Menschen wie Sie und ich) zu mehren, berät die US-amerikanische Fed (Federal Reserve, US-Zentralbank), die EZB (Europäische Zentralbank) und die Europäische Kommission. Es berät sie im Sinne seines Geschäfts, darüber sollte es keinerlei Zweifel geben. So stellt sich die direkte Einflussnahme eines Finanzkonzerns auf nationale und supranationale Politik dar (30).
BlackRock und die Seinen vertreten ihre Investoren in den lukrativsten Sparten der Gegenwart. Lukrativ vor allem deshalb, weil in diesen kräftig unter dem werbenden Begriff Public Private Partnership (PPP, zu deutsch Öffentlich Private Partnerschaft) großzügig aus nationalen Haushalten zugeschossen wird. Das ist die Pharmabranche („Corona“ lässt grüßen), Ölindustrie (Fracking), Landwirtschaft (Gentechnologien), Digitalkonzerne und nicht zuletzt der Rüstungssektor. Die verschlungenen Pfade der unzähligen Investments, die BlackRock in Unternehmensbeteiligungen möglichst gewinnbringend platziert, führen zu „alten Bekannten“ wie Microsoft, Google, Apple, Amazon und weiteren.
BlackRock ist übrigens auch der offizielle Koordinator für den Wiederaufbau der Ukraine. Die maximale Ruinierung der Ukraine verspricht für die Zukunft glänzende Geschäfte (31). Da kommt die bundesdeutsche Politik — mit Friedrich Merz an der Spitze —, die auf einen Kampf bis zum letzten Ukrainer setzt, gerade recht.
Friedrich Merz hätte als vorbildlicher Demokrat und Politiker einer Vorzeigedemokratie nie und nimmer das Amt des Bundeskanzlers übernehmen dürfen. Im Wissen um die bestehenden Interessenkonflikte hätte er ganz von sich aus, aufgrund von Gewissensgründen, das Mandat ablehnen müssen. Das hat er nicht getan. So, wie es andere auch nicht tun und taten. Eben weil diese Demokratie sich stets aufs Neue als eine Fassadendemokratie entpuppt.
Fazit mit PersonalvergleichDer Autor erkennt, dass Friedrich Merz beides ist: ein abgehobener Egomane und ausgeprägter Opportunist. Was die große Masse der Bevölkerung in diesem Land wirklich bewegt, ist nicht sein Problem. Dafür wurde er auch nicht zum Bundeskanzler gekürt. Damit steht Merz nicht allein. Trotzdem unterscheidet er sich von anderen hochrangigen deutschen Politikern unserer Tage. Denn eines ist Merz nicht: politisch dumm und ideologisch verstrahlt. Er wird nie solche Dummheiten von sich geben wie eine Annalena Baerbock.
Von Doppelmoral und diplomatischer Inkompetenz getränkt, tönte die damalige deutsche Außenministerin im Jahre 2024 bei ihrem Besuch in China:
„Gerade für den Schutz deutscher und europäischer Werte und Interessen müssen wir am Intensivsten mit Jenen sprechen, mit denen wir in etlichen Dingen anderer Meinung sind oder die andere Rollen wahrnehmen als wir. […] Drohnen aus chinesischen Fabriken und nordkoreanische Truppen, die den Frieden mitten in Europa angreifen, verletzen unsere europäischen Sicherheitsinteressen.” (32)
In der Berliner Zeitung kommentierte das treffend Frank Sieren:
„Konfrontativ, weithin der Welt entrückt und mit heißer Luft aufgepumpt nimmt die Außenministerin China aufs Korn. Doch die Welt steht nicht hinter ihr.“ (32i)
Im Jahre zuvor hatte Baerbock, wohlgemerkt als amtierende Außenministerin, Chinas Präsidenten Xi Jinping zum Diktator abgestempelt (33). Mehr selbstüberhebender Narzissmus geht kaum. Und es war nicht der einzige Tritt ins Fettnäpfchen, welcher dem „Lehrmeister aus dem Westen“ (34) unterlief. Pragmatismus, welcher die konsequente Vertretung von Interessen — für wen auch immer — natürlich nicht ausschließt, war der sich in infantiler Weise gebärdenden Baerbock stets fremd. Bei Friedrich Merz sieht das anders aus. Zu seinem China-Besuch im Februar 2026 führte er aus:
„Wir wollen unsere umfassende strategische Partnerschaft stärken. Eine wichtige Rolle hat heute die Frage gespielt, wie wir unseren Wettbewerb gestalten. Das ist nicht nur wirtschaftlich von Bedeutung, sondern das sagt auch etwas über die Qualität unserer Partnerschaft aus. Chinesen und Deutschen ist bewusst: Unser wirtschaftlicher Austausch trägt ganz maßgeblich zum Wohlstand beider Länder bei. Dass hier zwei der drei größten Volkswirtschaften der Welt miteinander Handel treiben, entfaltet eine große Kraft, und zwar sowohl für uns als auch darüber hinaus.“ (35)
Anders ausgedrückt: Unter vier Augen wird mir Friedrich Merz vermitteln, dass seine öffentlichen Äußerungen nicht persönlich aufzufassen seien. Politik sei nun einmal ein schmutziges Geschäft. Annalena Baerbock dagegen glaubt ganz fest an das, was sie in der Öffentlichkeit von sich gibt.
Das bedeutet allerdings nicht, dass die regelmäßig getätigten Behauptungen des Multimillionärs Merz (36) weniger dreist und skrupellos wären als die von Baerbock. Sie sind vielmehr wohlkalkuliert und bedienen Erwartungen. Kleiner Gedankenanreiz: Eine Neuausrichtung des Rentensystems in Richtung privater Fürsorge wäre voll und ganz im Sinne von BlackRock (37). Denn was Merz aus gutem Grund nicht an die große Glocke hängt: Es geht um ein Geschäftsmodell, aus dem sich viel Profit saugen lässt.
Merz ist also kein gläubiger Eiferer. Dafür ist er ein Zyniker, was typisch für kalkulierende Machtmenschen ist. Als sich der mit „ehrlicher Arbeit“ zum abgehobenen Multimillionär hochgediente Politiker — der sich sich als Teil der „gehobenen Mittelschicht“ betrachtet (38, a1) — über mangelnde Arbeitsmoral der Deutschen echauffiert hatte:
„Mit Vier-Tage-Woche und Work-Life-Balance können wir den Wohlstand nicht erhalten.“ (39),
wehte ihm der Wind ins Gesicht. Es war kein Problem, kurz darauf einen Schwenk zu machen:
„Aber wir haben in Deutschland Gruppen, vor allen Dingen unter den Jüngeren, die sehr, sehr viel arbeiten.“ (39i),
um damit gleich wieder die Jungen gegen die Alten auszustechen. Zynismus beschreibt eben auch einen Selbstbetrug, einen permanenten Selbstbetrug gegenüber noch immer im Selbst vorhandene, tiefsitzende ethische Überzeugungen.
Aber Beide, Baerbock und Merz, sind Spiegel unserer Gesellschaft. Sie sitzen in ihren Positionen, weil ein Teil der Gesellschaft solche Menschen hofiert. Sie sitzen aber vor allem deshalb dort, weil es die Mehrheit der Menschen auch überhaupt nicht interessiert, inwieweit Abhängigkeiten von Merz und Co die praktische Arbeit innerhalb ihres Mandats als Politiker bestimmen, was sich doch dann wiederum auf die Gesellschaft als Ganzes auswirkt.
Bitte bleiben Sie achtsam, liebe Leser.
Anmerkungen und Quellen(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung — Nicht kommerziell — Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden.
(a1) Der Multimillionär Friedrich Merz hat keine Probleme mit sich und der Welt, als Bundeskanzler 36.000 Euro im Jahr, die an Kosten für die Pflege seiner Haut und Haarpracht anfallen, der Bundeskasse in Rechnung zu stellen. Das ist ein Betrag, den die Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung in diesem Land (der Autor eingeschlossen) gern und mit Kusshand als Jahresbruttoeinkommen (wohlgemerkt Brutto und vor Steuern) einstreichen würde (40).
(1) 01.12.2025; Merkur; Christian Deutschländer; Parteifreunde und Erzfeinde: Warum sich Merz und Merkel zutiefst misstrauen; https://www.merkur.de/politik/misstrauen-cdu-groessen-im-clinch-warum-sich-merz-und-merkel-zutiefst-93546710.html
(2) 06.02.2007; Tagesspiegel; Merz-Rückzug: Grübeln in der Union; https://www.tagesspiegel.de/politik/grubeln-in-der-union-1445821.html
(3, 3i) 11.01.2021; news.de; Franziska Kais; Friedrich Merz Vermögen: Seine Millionengeschäfte als Lobbyist, Aufsichtsrat und Berater; https://www.news.de/politik/855727990/friedrich-merz-vermoegen-einkommen-in-politik-und-privatwirtschaft-millionaer-als-lobbyist-aufsichtsrat-cdu-politiker-und-berater/1/
(4) 14.07.2025; Deutschlandfunk; Thuy-An Nguyen; Wohlstand durch mehr Arbeit: ein leeres Versprechen; https://www.deutschlandfunkkultur.de/wohlstand-wachstum-arbeit-ungleichheit-mittelschicht-arbeitszeit-debatte-merz-100.html
(5) Mayer Brown; Früherer Partner Friedrich Merz; https://www.mayerbrown.com/de/people/m/merz-friedrich; abgerufen: 18.03.2026
(6) 17.06.2010; juve; Norbert Parzinger; WestLB: Mayer Brown-Partner Friedrich Merz leitet Verkauf; https://www.juve.de/markt-und-management/nl102403/
(7) 06.06.2011; Welt, dpa; Sebastian Jost; Berater der WestLB kassierten Millionenhonorare; https://www.welt.de/wirtschaft/article13415366/Anwaelte-Berater-der-WestLB-kassierten-Millionenhonorare.html
(8) 17.07.2012; NBC News; Alastair Jamieson; Report: HSBC allowed money laundering that likely funded terror, drugs; https://www.nbcnews.com/businessmain/report-hsbc-allowed-money-laundering-likely-funded-terror-drugs-889170
(9) 25.05.2025; LabNews; Geldwäscheskandale bei HSBC in Europa: Ein Schatten über Friedrich Merz; https://labnews.io/geldwaescheskandale-bei-hsbc-in-europa-ein-schatten-ueber-friedrich-merz/
(10) 15.08.2011; Tagesspiegel; Trinkaus hat Interesse an der WestLB, HSBC will zur Konkurrenz aufschließen; https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/trinkaus-hat-interesse-an-der-westlb-hsbc-will-zur-konkurrenz-aufschliessen-1940383.html
(11) 06.08.2018; Mayer Brown; Mayer Brown advises HSBC on commercialising ‚Know Your Client‘ software solution; https://web.archive.org/web/20190719202729/https://www.mayerbrown.com/en/news/2018/08/mayer-brown-advises-hsbc-on-commercialising-know-y, sowie 30.09.2022; Mayer Brown Secures High-Profile Appellate Victory For HSBC; https://web.archive.org/web/20251006043808/https://www.mayerbrown.com/en/news/2022/10/mayer-brown-secures-high-profile-appellate-victory-for-hsbc
(12) 07.11.2018; Finanzwende; Offener Brief an Friedrich Merz; https://www.finanzwende.de/themen/cumex/offener-brief-an-friedrich-merz/
(13) 22.11.2024; Lobbycontrol; Christina Deckwirth; Friedrich Merz: Kanzlerkandidat mit Lobbykontakten; https://www.lobbycontrol.de/aus-der-lobbywelt/friedrich-merz-kanzlerkandidat-mit-lobbykontakten-118722/
(14) 11.07.2007; Manager Magazin; Christian Buchholz; Die Nebeneinkünfte des Friedrich Merz; https://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/a-493053.html
(15) 18.03.2026; RT deutsch; Ladislav Zemánek; Wenn Ideologie der Realität nicht standhält: Warum Deutschland sich wieder China zuwendet; https://freedert.online/asien/273691-wenn-ideologie-realitaet-nicht-standhaelt/
(16) 17.03.2026; Ad Hoc News; Mercedes-Benz Group Aktie: BlackRock passt Beteiligung an — Signal für Stabilität?; https://www.ad-hoc-news.de/boerse/news/ueberblick/mercedes-benz-group-aktie-blackrock-passt-beteiligung-an-signal-fuer/68699003
(17) 02.05.2025; Daimler Truck Aktie: BlackRock rührt sich!; Stock World; https://www.stock-world.de/daimler-truck-aktie-blackrock-ruehrt-sich/
(18) 28.01.2025; Daimler Truck; Zetros; Daimler Truck setzt auf Wachstum im Defence-Bereich; https://www.daimlertruck.com/newsroom/pressemitteilung/daimler-truck-setzt-auf-wachstum-im-defence-bereich-52960581
(19) 15.07.2025; Market Screener; BMW: Stimmrechtsmitteilung BlackRock; https://www.marketscreener.com/quote/stock/BMW-AG-56358353/news/BMW-Stimmrechtsmitteilung-BlackRock-15-07-2025-50521415/
(20) 31.12.2025; BMW Group; Aktionärsstruktur; https://www.bmwgroup.com/de/investor-relations/aktie.html#aktionaersstruktur
(21) 17.03.2026; Fintel; Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft; https://fintel.io/so/de/bmw
(22) 12.11.2024; Finanzen, Immobilien und Vermögen von VIPS & Promis; Wem gehört Volkswagen — Aktuelle Eigentumsverhältnisse; https://www.uamr.de/wem-gehoert-volkswagen/#Qatar_Investment_Authority_als_Grossinvestor
(23) Zawya; Qatar Holding LLC; https://www.zawya.com/company/5035487758/qatar-holding-llc; abgerufen: 18.03.2026
(24) QIA; Funds; https://www.qia.qa/en/portfolio/Pages/Funds.aspx; abgerufen: 18.03.2026
(25) 12.06.2025; Stock World; Siemens Aktie: Analysten-Jubel und BlackRock-Manöver!; https://www.stock-world.de/siemens-aktie-analysten-jubel-und-blackrock-manoever/
(26) Trading View; Siemens Aktiengesellschaft; Funds holding the stock; https://www.tradingview.com/symbols/XETR-SIE/etfs/; abgerufen: 18.03.2026
(27) F18.08.2025; boerse-express; Felix Baarz; Adidas Aktie: BlackRock schlägt zu!; https://www.boerse-express.com/news/articles/adidas-aktie-blackrock-schlaegt-zu-818286
(28) adidas; Geschäftsbericht 2025; https://report.adidas-group.com/2025/de/konzernabschluss/konzernanhang/erlaeuterungen-zur-konzernbilanz/auf-anteilseigner-entfallendes-kapital.html; abgerufen: 18.03.2026
(29) 21.01.2019; Deutscher Bundestag, 19. Wahlperiode; Drucksache 19/7190; https://dserver.bundestag.de/btd/19/071/1907190.pdf
(30) 13.02.2025; NachDenkSeiten; Werner Rügemer; BlackRock im Kanzleramt?; https://www.nachdenkseiten.de/?p=128643
(31) 11.12.2025; Berliner Zeitung; Nicolas Butylin; Kein Merz, kein Macron, kein Tusk: Übernimmt jetzt Blackrock die Ukraine-Verhandlungen?; https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/europa-isoliert-uebernimmt-jetzt-blackrock-die-ukraine-verhandlungen-li.10009765
(32, 32i) 03.12.2024; Berliner Zeitung; Frank Sieren; Annalena Baerbock in Peking: Auch bei ihrem letzten Besuch keine Harmonie; https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/annalena-baerbock-in-peking-auch-bei-ihrem-letzten-besuch-keine-harmonie-li.2277766
(33) 18.09.2023; ARD-Tagesschau; Benjamin Eyssel; Empörung in China über „Diktator“-Aussage; https://www.tagesschau.de/ausland/asien/baerbock-china-118.html
(34) 14.12.2024; Merkur; Baerbock mit heiklem China-Besuch — in der deutschen Wirtschaft schrillen die Alarmglocken; https://www.merkur.de/wirtschaft/baerbock-mit-heiklem-china-besuch-in-der-deutschen-wirtschaft-schrillen-die-alarmglocken-zr-93455646.html
(35) 25.02.2026; Der Bundeskanzler; Merz in Peking: Partnerschaft in eine gute Zukunft führen; https://www.bundeskanzler.de/bk-de/aktuelles/statement-kanzler-peking-2408662
(36) 26.02.2025; HL Journal; Janette Reims; Friedrich Merz Privatvermögen; https://hl-journal.de/friedrich-merz-privatvermoegen/
(37) 03.02.2026; ARD-Tagesschau; Merz will Rentenreform noch 2026 auf den Weg bringen; https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/rente-rentenreform-102.html
(38) 03.02.2025; taz; Jost Maurin; Gutverdiener unter sich; https://taz.de/Merz-Soeder-und-Reichtum/!6063163/
(39, 39i) 25.05.2025; Merkur; Simone Schröder; Polarisierende Arbeitsmoral-Aussagen: Merz muss zurückrudern; https://www.merkur.de/politik/polarisierende-arbeitsmoral-aussagen-merz-muss-zurueckrudern-93747254.html
(40) 22.11.2025; Merkur; Nail Akkoyun; Hohe Friseurkosten? Linke stichelt gegen „abgehobenen Merz“; https://www.merkur.de/politik/hohe-friseurkosten-linke-stichelt-gegen-abgehobenen-merz-zr-94049875.html
(Titelbild) Geld, Vertrag, Glauben; Autor: Gerd Altmann (Pixabay); 11.04.2016; https://pixabay.com/de/illustrations/h%C3%A4nde-sch%C3%BCtteln-h%C3%A4ndesch%C3%BCtteln-euro-1319624/; Lizenz: Pixabay License
Peds Gedankensplitter (8)
AfD mit Ansage und die Veränderung des Sagbaren
Der Konservatismus und Rechtsextremismus erleben eine Interpretation im Wandel der Zeiten — mit dem Blick durch das Overton-Fenster. Das Overton-Fenster hat etwas mit den Grenzen des Sagbaren, ja sogar Denkbaren zu tun. Es ist ein Instrument um Dinge für die Konsumenten in eine veränderte Wahrnehmung zu überführen. Und wer den öffentlichen Informationsraum beherrscht, kann auch die Grenzen des Overton-Fensters verschieben.
Das Overton-Fenster modelliert die Struktur eines Systems von Gut und Böse, des Gewünschten und des Verbotenen, des Lichts und des Dunkels. Was im Dunkel, außerhalb der Rahmen des Fensters liegt, möge uns Abschrecken, nur das im Licht ist akzeptabel und mehr noch gewünscht. Das gewissermaßen diabolische in der politischen Verwendung des Overton-Fensters findet sich in seiner Eigenschaft der Verschiebbarkeit. Einer sanften, geradezu unmerklichen Verschiebung, welche Unsagbares plötzlich denkbar und schließlich sagbar macht. So wie es umgekehrt traditionell akzeptiertes und damit denk- wie sagbares in etwas mehr oder weniger verbotenes überführt.
Damit wird deutlich, dass das Overton-Fenster nicht nur ein politisches sondern auch und vor allem ein psychologisches Prinzip darstellt — ein Prinzip der Manipulation. Das Overton-Fenster und dessen Eigenschaften beschreiben einen psychologisches, ein moralisch aufgeladenes Prinzip zur Durchsetzung politischer Ziele. Dabei wird dem damit konfrontierten Objekt selten klar, dass viele politische Entscheidungen nicht infolge einer moralisch wertenden Diskussion getroffen wurden. Nein, der Diskurs wurde überhaupt erst ins Leben gerufen um die von Beginn an gewollte Entscheidung akzeptabel werden zu lassen (1).
Damit kommen wir zur AfD. Im Jahre 2007 warnten hohe CDU-Politiker:
„Es könnte eine Situation eintreten, in der jemand eine rechtskonservative und wirtschaftsliberale Partei gründet, die jene anspricht, die sich von der CDU nicht mehr vertreten fühlen.“ (2)
Fast genau sechs Jahre später war es dann so weit. Aber der Name der Partei geht unter anderem auf eine Episode im Jahre 2010 zurück. Damals hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel einem ersten „Rettungspaket“ für Griechenland zugestimmt und ihre Entscheidung als alternativlos gerechtfertigt (3, 4).
Die Merkel-Regierung war damals in ihrem Kurs Stück für Stück in Richtung der globalistischen Agenda umgeschwenkt. Diese neue Richtung ging weg von souveränen Nationalstaaten, hin zu supranationalen Gebilden, die von technokratischen, nicht dem Wählerwillen unterworfenen Institutionen abhängig sind. Egal, welche Parteien später mit der Regierungsbildung „beauftragt“ waren, blieb dieser Kurs bis heute unverändert. Und das also parteienübergreifend — mit Ausnahme der AfD.
Die AfD wird deshalb als rechtsextremistisch verteufelt, weil sie den Einheitsparteienkurs nicht mitträgt, der auf die globalistische Agenda setzt. Das Overton-Fenster ist so klein geworden, dass eine Abweichung von dieser Agenda nicht hingenommen wird. Das und einzig das ist der Grund für die Ausgrenzungsstrategie der praktisch Herrschenden über die AfD. Der propagierte Rechtsextremismus dieser Tage galt vor zwei Jahrzehnten noch als rechtskonservativ und wirtschaftsliberal (siehe Zitat ganz oben).
Die AfD ist zu einem ernsthaftes Hindernis bei der praktischen Umsetzung eines moralisch aufgeladenen, „regelbasierten“, totalitären und grenzenlosen Superstaates, der auf komplette Überwachung und Kontrolle setzt, geworden.
Die AfD kann somit durchaus als die „alte CDU“ begriffen werden, als eine erzkapitalistische Unternehmerpartei. Gleichzeitig ist sie derzeit das sozusagen kleinere Übel im Vergleich zu dem wahnhafte Konzepte vertretenden Einheitsparteiensumpf aus CDU/CSU, SPD, FDP und DieLinke. Im Informationsraum, dem Overton-Fenster, wurde aus der altbekannten traditionellen und allgemein akzeptierten Programmatik der früheren CDU durch die Verschiebung ein moralisch unakzeptabler angeblicher Rechtsextremismus in den Farben der AfD.
All das begann bereits vor Jahrzehnten. Woran wir erkennen: Großangelegte Agenden benötigen einen langen Vorlauf. Achtsame Zeitgenossen können diesen Vorlauf erkennen und gegensteuern. In Bezug auf diesen Kurzartikel können wir auf eine spannende Frage stoßen: Wer hat warum ein Interesse daran gehabt, in der oben beschriebenen Art und Weise am Overton-Fenster herzumzuwerkeln, und was sind seine Motive?
Bitte bleiben Sie schön aufmerksam, liebe Leser.
Anmerkungen und Quellen
(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung — Nicht kommerziell — Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden.
(1) 18.11.2025; ISGATEC; Evert Smit; Was ist das „Overton-Fenster“ – und warum müssen wir es verschieben?; https://www.isgatec.com/artikel/was-ist-das-overton-fenster-und-warum-mussen-wir-es-verschieben/41054
(2) 12.02.2007; Welt, Spiegel; Friedrich Merz‘ Vater verlässt die CDU im Groll; https://www.welt.de/politik/article698654/Parteien-Friedrich-Merz-Vater-verlaesst-die-CDU-im-Groll.html
(3) AfD, Landesverband Sachsen; Kleine Parteigeschichte der AfD; https://afdsachsen.de/kleine-parteigeschichte-der-afd/; abgerufen: 17.03.2026
(4) 19.05.2021; ARD-Tagesschau; David Rose; So viel Geld floss nach Griechenland; https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/rettungspakete-101.html
(Titelbild) Lupe, Fenster, Licht; Autor: Gerd Altmann (Pixabay); 02.03.2016; https://pixabay.com/de/illustrations/fenster-hand-lupe-suchen-kontrolle-1231893/; Lizenz: Pixabay License
Zur Erinnerung (11)
Man hat die Alten per Dekret durchgespritzt, aber der Albtraum von Isolation und exzessiven „Hygiene-Maßnahmen“ nahm für diese noch lange kein Ende.
Eines der bevorzugten Argumente der Antreiber strikter sogenannter Corona-Maßnahmen, hinter denen nichts anderes steht als die aus Denkfabriken der USA importierten Maßnahmen der Nichtpharmazeutischen Intervention (NPI), lautete, man sorge sich um das Wohl der „Risikogruppen“, die man schützen müsse. Für dieses, in Wirklichkeit offensichtlich scheinheilige Argument nahm man ganze Gesellschaften in Sippenhaft. Der fortwährende Rückblick auf die PLandemie ist eine dringende Notwendigkeit.
Die Notwendigkeit ergibt sich aus der Tatsache, dass sich Geschichte in ähnlicher Art und Weise als Vision, mehr noch als ziemlich reales Szenario der Zukunft erweisen kann. Und zwar genau dann, wenn wir aus der Geschichte nicht lernen, schlimmer noch, Geschichte vergessen. Dann sind wir dazu verdammt, die gleichen Fehler wieder zu begehen, und die bitteren Konsequenzen zu ertragen. Dazu gehört die systematische, regierungsseitig vorangetriebene, aber eben auch von der Gesellschaft mitgetragene Verletzung von Grundrechten, viel schlimmer aber noch das Verletzen der Menschenwürde. Da wurde nämlich ab 2020 zwei Jahre lang ein Hygiene-Faschismus durchexerziert, und was die Spielarten totalitärer Systeme betrifft, gelten Brechts mahnende Worte nach wie vor:
„Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“ (1)
Der Faschismus bohrt dünne Bretter, und er baut darauf, dass Jene, deren gedankliche Welt sich einfachen Lösungen empfänglich zeigt, dies nicht bemerken. Der Faschismus spielt gesellschaftliche Gruppen gegeneinander aus. Die Jüngsten lassen sich genauso wie Alte, Schwache und Gebrechliche hervorragend in ein Täter-Opfer-Schema hineinpressen. Diese Menschen waren auch die ersten Opfer einer regierungsseitig aufgezäumten PLandemie.
Den Alten wurde ganz offiziell von Politikern, Behörden und „Experten“ Angst gemacht, sie würden die Kinder „anstecken“. Und den Kindern bleute man ein, sie wären am Tod ihrer Großeltern schuld, wenn sie sich auf Spielplätzen träfen. Zu Gefängnissen mit Lockdown-Mechanismen (eine Stunde Ausgang am Tag) umfunktionierte Pflegeheimen gesellten sich für Kinder gesperrte Kinderspielplätze — ein Anachronismus, gelebter Faschismus.
Noch schlimmer aber stellt sich die Tatsache dar, dass das damals ein Martyrium von Einsperren und Drangsalierung für jene, für die man uns Solidarität vorheuchelte, nach einer durchgepeitschten „Impfung“ keineswegs endete. Ja, ein Martyrium war es zweifellos — warum? Impfzwang kann auch sehr subtil durchgesetzt werden. Hatte man doch diese betagten Menschen mit der Perspektive einer halbwegs zurückkehrenden Normalität an die Spritze gelockt. Es darf dabei einfach nicht unerwähnt bleiben, dass im Zuge der zweimonatigen „Impfkampagne“ seit Ende 2020 eine drastisch erhöhte Zunahme von Sterbefällen in Pflegeheimen auftrat (2).
Nunmehr erfuhren sie, dass sie schlicht betrogen worden waren. In Pflegeheimen Deutschlands wurde das seit dem Frühjahr des Jahres 2020 existierende Corona-Regime einfach weiter fortgeführt. Die Begründungen dafür waren nicht weniger absurd, als jene, mittels derer man diese eingeführt hatte. Nicht nur den betagten Menschen dieses Landes wurde eine „neue Normalität“ (3) in Aussicht gestellt, in der sie ständiges Testen, Kontrollieren, „Hygiene-Maßnahmen“ — die mit Hygiene wenig zu tun hatten — und natürlich auch regelmäßiges Spritzen gegen „gefährliche Viren“ als Teil ihres Alltags zu begreifen haben.
Die Alten und Gebrechlichen, die Schwachen dieser Gesellschaft, hatte man zuerst entmündigt und systematisch ihrer Würde beraubt. Man hatte sie auch ihres Menschenrechtes beraubt, selbst über ihre Gegenwart und Zukunft entscheiden zu dürfen. Dem aufmerksamen, nicht in Angst gefangenen Betrachter, konnte bereits damals nicht entgehen, dass dieses Schicksal der gesamten Gesellschaft zugedacht war!
Lieber Mensch,
was nützte es den angeblich durch eine „Schutzimpfung geschützten“ Risikogruppen in unserem Land, vor allem den Betagten, als Sie, ja Sie, lieber Mitmensch, täglich Ihre eigene Gesundheit durch das Tragen von Masken und den Gebrauch von Desinfektionsmitteln gefährdeten? Vorausgesetzt, dass es Ihnen überhaupt erlaubt wurde, Ihre Eltern oder Großeltern in die Arme zu schließen? Wer eigentlich hatte das Recht, Ihnen und Ihren betagten Verwandten das Miteinander zu verbieten?
„Eigentlich sollten nach den Impfungen wieder mehr Freiheiten auf die Bewohner von Altenheimen warten. Doch Johanna darf weiter kaum Besuch empfangen und nicht mit Anderen im Speisesaal essen. »Was bringt mir die Impfung eigentlich?«, fragt die 91-Jährige. »Ich freute mich vor allem sehr darauf, bald mein jüngstes Urenkelchen in den Armen halten zu können«, sagt Johanna der ‚Welt‘. Doch die Vergangenheitsform deutet an, dass diese Freude weg ist — sie ist Ernüchterung gewichen. Verändert hat sich für die 91-Jährige, die in einem Altenheim in Stendal lebt, nach ihrer zweiten Impfung vor vier Wochen kaum etwas.” (4)
Glauben Sie, lieber Mitmensch, tatsächlich, dass Sie mit der Einhaltung von durch Politik und Medien durchgepeitschten und medizinisch völlig sinnlosen Abstandsregeln einem solidarischen Miteinander dienten, für das Ihnen die Alten und Schwachen dieser Gesellschaft dankbar sein können? Und welche Perspektive hatte man den betagten Menschen da vorgezeichnet? Eine „Impfung“, deren Nutzen nie bewiesen wurde, ein angebliches Elixier für ein erbärmliches Leben in der Angst vor dem Tode:
„»Wir dürfen nicht im Speisesaal essen, wir dürfen nur von einer Person Besuch bekommen. Das alles ist sehr niederschmetternd für mich«, sagt Johanna und schiebt die entscheidende Frage hinterher. »Ich frage mich, was mir die Impfung nun eigentlich bringt.«” (4i)
Sind Sie wirklich der Meinung, lieber Mitmensch, dass Ihr Befolgen „der Regeln“ einen solidarischen Akt gegenüber den Hilfebedürftigen in unserem Land darstellte?
„[…] obwohl mittlerweile die Mehrzahl von Heimbewohnern geimpft ist, gibt es kaum eine Perspektive für die alten und pflegebedürftigen Menschen. Wolfram Uhl, Geschäftsführer des Seniorenheims Mühlehof in Steinen im Südschwarzwald, klagt in der ‚Welt‘ das Leid der Heimbewohner. »Unsere Mitbewohner sind seit einem halben Jahr isoliert«, sagt er. Das hat schlimme Folgen. »Die Isolation führt zu mentalem Abbau, die Einsamkeit befördert die Demenz.« Ein Bewohner, der immer ordentlich zum Essen gekleidet erschien, verwahrlose zusehends, berichtet Uhl. »Wozu auch? Es sieht ihn ja niemand.«” (4ii)
So einfach wollte es der Geschäftsführer des Seniorenheims damit nicht bewenden lassen. Er reichte Klage beim Verwaltungsgericht ein. Sein Ziel: Geimpfte Bewohner sollten im Speisesaal des Heims wieder zusammen essen und sich unterhalten dürfen, bewirtet von ebenfalls geimpften Mitarbeitern. So brav er auch im System mitspielte, weil er eben auch von der Rechtschaffenheit dieses Systems überzeugt war, so wenig nützte das seinem Anliegen (Hervorhebung durch Autor):
„Doch das Gericht wies die Klage ab, weil wissenschaftlich nicht bewiesen sei, dass Geimpfte das Coronavirus nicht mehr übertragen können. »Das Restrisiko ist aber hinnehmbar und gilt somit als sozialadäquat«, sagt Patrick Heinemann, der den Mühlehof als Rechtsanwalt vertritt. Eine Beschwerde im Eilverfahren läuft derzeit vor dem Verwaltungsgerichtshof in Mannheim. Bringt das keinen Erfolg, könnte die Klage sogar vor des Bundesverfassungsgericht gehen.“ (4iii)
So geht Faschismus. Alte Menschen wurden auf das Härteste genötigt, sich gegen etwas „impfen“ zu lassen, und galten dann weiter als „infektiös“, sprich als Gefahr für die Gesundheit ihrer Mitmenschen. Freilich interessierte sich das Gericht nicht für die auf der Hand liegende Frage, ob wissenschaftlich bewiesen worden wäre, dass „Geimpfte“ (oder „Ungeimpfte“) das Corona-Virus überhaupt übertragen könnten. Man kann das auch als klassische Beweislastumkehr ansehen. Die Betreffenden mussten ihre Unschuld nachweisen. Was sie nie konnten. Also blieben sie den Maßnahmen des Corona-Regimes unterworfen.
Eine wichtige Lehre aus jenen Jahren sollte unbedingt beherzigt werden, so man einer Wiederholung entgehen möchte:
Bei jeder PLandemie der Zukunft wird man mit den grundsätzlich gleichen Mechanismen der Corona-PLandemie hantieren. Man wird einen Generalverdacht über alle Mitglieder der Gesellschaft verhängen, nach dem Jeder Jeden „anstecken“, ja krank machen, gar töten könnte. Wird das akzeptiert — und während der Akutzeiten der Corona-PLandemie war es so —, dann wird die Beweislastumkehr genau der Hebel fungieren, um den Faschismus verstärkt wieder in den Alltag zu implementieren.
Es ist wichtig, zu verstehen, dass mit dem Begraben der Unschuldsvermutung — das ist mit der Beweislastumkehr gegeben — und der einhergehenden öffentlichen Akzeptanz der demokratische Rechtsstaat nicht mehr funktionieren kann.
Das ist übrigens auch der Grund, warum das Infektionsschutzgesetz in seiner heutigen Form kein Gesetz eines demokratischen Rechtsstaates darstellt. Denn sein Inhalt wischt die Unschuldsvermutung beiseite. Das gilt darüber hinaus erst recht, als das jenes Gesetz nicht zu „Corona-Zeiten“ hätte angewendet werden dürfen. Schließlich wurden die Bedingungen, infolge deren Eintretens es greift, nie nachgewiesen. Das aber ist bereits wieder ein neues Thema.
Was taugt nun als Fazit? Die Infektionstheorie, auf die sich das Infektionsschutzgesetz stützt, scheint weniger eine wissenschaftliche Erkenntnis als vielmehr ein politisches Werkzeug zu sein, um gesellschaftliche Prozesse zu steuern. Diese Theorie ist der Unterbau, der unterschwellig von der Gesellschaft kritiklos mitgetragen wird. Wozu das praktisch führen kann, haben wir exemplarisch an den Schicksalen alter Menschen in den Pflegeheimen (siehe oben) erfahren dürfen.
Sie erinnern sich an das regelmäßige Feststellen eines „Fortbestehens epidemischer Lage nationaler Tragweite“ (5)? Die Ausnahme wurde zur „neuen Normalität“ — auch für die Bewohner von Pflegeheimen. Einer „neuen Normalität“, die nach Belieben und über deren Köpfe hinweg angepasst werden konnte. Als Grundlage dafür wurde Paragraph 5 des Infektionsschutzgesetzes vorgegeben. Ein Paragraph, in dem neunmal Ableitungen des Wortes ermächtigen aufzufinden sind (6), und der damit nicht allein steht (7). Weil es das auch ist: ein Ermächtigungsgesetz.
Sollte das nächste PLandemie-Szenario in die Praxis umgesetzt werden, denken wir immer daran, dass wir als Menschen soziale Wesen sind, die durch Nähe und Gemeinsamkeit leben, nicht durch Isolation. Isolation tötet. Isolation resultiert aus Spaltung, aus Angst, aus Unterwerfung. Es gibt keinen, aber auch gar keinen Grund, sich auch nur ausnahmsweise und einer Verordnung folgend einsperren oder isolieren zu lassen. Lassen wir das für uns nicht zu.
Bitte bleiben Sie schön achtsam, liebe Leser.
Anmerkungen und Quellen
(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung — Nicht kommerziell — Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden.
(1) Bertold Brecht; Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui.; Suhrkamp, Frankfurt am Main, 1957; eISBN 978-3-518-73995-2; https://dn721601.ca.archive.org/0/items/brecht-der-aufhaltsame-aufstieg-des-a-9783518739952-1/Brecht_Der-aufhaltsame-Aufstieg-des-A_9783518739952-_1_.pdf
(2) 02.03.2021; Corona-Blog; Dramatischer Anstieg der Todesfälle unter Senioren seit Beginn der „Corona-Schutzimpfungen“; https://corona-blog.net/2021/03/02/dramatischer-anstieg-der-todesfaelle-unter-senioren-seit-beginn-der-corona-schutzimpfungen/
(3) 03.05.2020; RND; „Neue Normalität“ — aber was soll das eigentlich sein?; https://www.rnd.de/gesellschaft/neue-normalitat-aber-was-soll-das-eigentlich-sein-RIFLFXEBMNASZGLUZUCA5OOEOU.html
(4 bis 4iii) 17.03.2021; Focus; Seit vier Wochen geimpftJohanna (91) sitzt weiter im Altenheim fest: „Was bringt mir die Impfung eigentlich?“; https://www.focus.de/regional/sachsen-anhalt/sie-ist-laengst-geimpft-johanna-91-sitzt-weiter-im-altenheim-fest-was-bringt-mir-die-impfung-eigentlich_id_13092909.html; Artikel hinter Werbeschranke, Sicherung im Internet-Archiv: https://web.archive.org/web/20210317131852/https://www.focus.de/regional/sachsen-anhalt/sie-ist-laengst-geimpft-johanna-91-sitzt-weiter-im-altenheim-fest-was-bringt-mir-die-impfung-eigentlich_id_13092909.html
(5) 11.06.2021; Deutscher Bundestag; Bundestag stellt Fortbestehen epidemischer Lage von nationaler Tragweite fest; https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2021/kw23-de-epidemische-lage-845692
(6) dejure.org; § 5, Epidemische Lage von nationaler Tragweite; https://dejure.org/gesetze/IfSG/5.html; abgerufen: 11.03.2026
(7) Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz; Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz – IfSG) § 17 Besondere Maßnahmen zur Verhütung übertragbarer Krankheiten, Verordnungsermächtigung; https://www.gesetze-im-internet.de/ifsg/__17.html; abgerufen: 11.03.2026
(Titelbild) Glas, Glocke, Virus, Narrativ, Blase; Vinzenz Lorenz M (Pixabay); 12.02.2022; https://pixabay.com/de/photos/covid-19-coronavirus-7005466/; Lizenz: Pixabay License
Wenn man mit dem Teufel tanzt
Wer stellt wem welche Fallen im aktuellen Krieg gegen den Iran?
Kürzlich schrieb der Autor zum jüngsten Krieg gegen den Iran. Ein Krieg der formell von Israel und den USA geführt wird. Dieser Krieg ist eine Projektion von Machtkämpfen. Machtkämpfe, die im Westen seit geraumer Zeit staatenübergreifend voll entbrannt sind. Erbitterte Machtkämpfe zwischen ideologisch aufgeladenen Globalisten und nüchterner denkenden, die Realität berücksichtigenden Nationalisten. Ein Machtkampf, der auf die Außenpolitik der westlichen Staaten projiziert wird. Wem Kriege, wie der gegen den Iran geführte, schaden, ist offensichtlich. Wem sie nützen, das ist es nicht.
Im erwähnten Beitrag wies ich auf eine eventuelle atomare Erpressung hin, mit der die Trump-Regierung zum Kriegseintritt genötigt worden sein könnte. Und ich wies auf den großen Einfluss der israelischen Zionisten und ihrer Lobby in der US-amerikanischen Politik hin. Die zugrunde liegenden Verflechtungen sind dermaßen eng, dass man sich oft nicht sicher sein kann, wer wen benutzt. Keinesfalls gibt es eine ausschließliche, vielmehr eine beiderseitige Beeinflussung.
Doch halte ich es für fahrlässig zu vergessen, dass Israel nicht etwa als Projekt der USA, sondern als eines des siechenden britischen Weltreiches ins Leben gerufen wurde. Ein Projekt, durch das sich britische Eliten sozusagen als Gen in der neuen Weltmacht USA verewigt haben. Noch spannender wird das Ganze, wenn uns bewusst wird, dass auch der heutige Iran in den letzten beiden Jahrhunderten ein britisches Projekt war — bis zum heutigen Tag!
Was will damit ausgedrückt werden? Das globale Spiel um Macht ist ohne Kenntnis der britischen Rolle schlicht nicht zu verstehen. Nur über das britische Selbstverständnis eines globalen Machtanspruchs ist der Ukraine-Konflikt zu verstehen. Und das Gleiche gilt auch und erst recht für die diversen Konflikte im Nahen Osten und die Rolle, die Israel, die USA und der Iran dabei spielen.
Auf der Webseite von Strategic Culture wurde vor kurzem eine aufschlussreiche Analyse des Politologen Joaquin Flores veröffentlicht, in der er versucht, die Interaktionen zu verstehen, die dazu führten, dass es nun zum neuerlichen Krieg gegen den Iran gekommen ist. Meine Gedanken aus dem jüngst hier veröffentlichten Artikel werden faktisch weitergeführt. So wertvoll ich diese Analyse halte — sonst würde diese schließlich nicht hier veröffentlicht —, so fehlt ihr doch der britische Aspekt. Daher erscheint mir dessen gerade skizzierte Hinzufügung wichtig. Dieses fehlende Teil im Puzzle des Analysten mögen die geneigten Leser im Hinterkopf behalten, wenn sie die folgende Abhandlung studieren.
Hat Netanjahu Trump besiegt? Der unehrenhafte Krieg gegen den Iran und die Frage der nuklearen Erpressung durch IsraelWenn du mit dem Teufel tanzt, ist der Tanz so lange nicht vorbei, wie du ihn tanzt.
von Joaquin Flores; veröffentlicht am 10. März 2026 auf Strategic Culture
Wenn man mit dem Teufel tanzt, ist der Tanz erst vorbei, wenn man fertig ist. US-Präsident Trump mag geglaubt haben, er könne die wahnsinnigen Ambitionen des israelischen Premierministers Netanjahu kontrollieren und einen Machtkampf gewinnen, der mal versteckt, mal offen ausgetragen wurde. Bis zum 27. Februar schien Trump angesichts des Endes des 12-tägigen Krieges im letzten Sommer und auch der Resolution 2803 des UN-Sicherheitsrates zu Gaza die Oberhand zu haben. Aber am 28. Februar sollte sich das Blatt wenden und zu einem unehrenhaften Krieg gegen den Iran führen, nicht nur gegen die iranische Regierung, das Militär und die staatlichen Institutionen, sondern auch gegen das iranische Volk selbst.
Die Opfer sind in erster Linie die Menschen im Iran, angefangen mit etwa 165 iranischen Schülerinnen der Minab-Schule im Süden des Landes, die durch israelische Angriffe getötet wurden, obwohl der Iran nicht Opfer bleiben wird, da er darauf drängt, zum Sieger zu werden. Doch dieser Konflikt hat auch andere Opfer. Trump, MAGA und alle Bemühungen, die Glaubwürdigkeit Amerikas wiederherzustellen, scheinen in den Trümmern des Angriffs der USA und Israels auf die souveräne Nation Iran und der verabscheuungswürdigen Ermordung ihres Oberhaupts, Ayatollah Ali Hosseini Khamenei, untergegangen zu sein. Es scheint, als hätten die USA den Punkt erreicht, an dem es kein Zurück mehr gibt.
Vor einiger Zeit stürzten die USA die Welt im Bereich des Völkerrechts in das Chaos. Seit dem Ende des Kalten Krieges im 20. Jahrhundert hatten die westlichen Mächte begonnen, sich von einer formellen Anerkennung des Völkerrechts abzuwenden und verfolgten die Rhetorik und Praxis einer sogenannten „regelbasierten Ordnung“, in der die Regeln einseitig durch den Washingtoner Konsens geschaffen wurden und fließend waren, sich ständig veränderten und bequem und heuchlerisch den Bedürfnissen der amerikanischen Imperialmaschinerie entsprachen. Trump hatte vom amerikanischen Volk den Auftrag erhalten, das Völkerrecht und die Glaubwürdigkeit wiederherzustellen.
Doch in der 47. Regierung gab es schon früh einige beunruhigende Anzeichen dafür, dass dies nicht der Fall sein würde, auch wenn es etwas komisch anmutete. Die Drohungen gegen Grönland und Kanada waren damals eher komisch als beunruhigend. Die seltsamen (wenn auch für beide Seiten akzeptablen) Ergebnisse mit Venezuela schienen für beide Länder ein Gewinn zu sein. Nationalisten lachten, Globalisten weinten; aber es ist alles Spaß und Spiel, bis es das nicht mehr ist.
Wenn man heute den Angriff der USA und Israels auf den Iran als „Verstöße gegen das Völkerrecht“ oder „Kriegsverbrechen“ bezeichnet, so trifft dies zwar zweifellos zu, wirkt aber wie bedeutungslose Fachausdrücke aus einer längst vergangenen Zeit. In der heutigen Zeit ist es daher klarer und treffender, diese Handlungen einfach als mörderisch und wertlos zu bezeichnen. Es handelt sich um Massenmord, denn zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels sind mehr als tausend Iraner bei diesen mutwilligen Angriffen getötet worden, und das ist einfach schändlich, denn der Iran stellte keine unmittelbare Bedrohung dar und die USA standen mit dem Iran in Verhandlungen über eine friedliche Beilegung ihrer Differenzen. Es war richtig, als die USA und der Iran sich so gut wie vorläufig geeinigt hatten, dass Israel die USA darüber informierte, dass es im Begriff war zuzuschlagen, und es ist wichtig, über die zutiefst unehrenhafte und diskreditierende Natur der USA nachzudenken, die den Angriff durchführten, anstatt darauf zu drängen, ihn zu stoppen (1).
Trump hat offenbar den schwerwiegenden Fehler begangen, sich diesen Angriffen anzuschließen, was möglicherweise weltverändernde Ausmaße haben könnte, anders als seine Regierung im vergangenen Sommer mit den Angriffen Israels umgegangen ist. Wir sind an einem katastrophalen Wendepunkt für das MAGA-Projekt und die Glaubwürdigkeit Amerikas angelangt. Es ist unmöglich, den außerordentlichen Schaden genug zu betonen, der den Bemühungen der USA zugefügt wurde, ihr Ansehen unter Trump zu verbessern, nach Jahrzehnten neokonservativer und neoliberaler imperialistischer Abenteuerlust in der Zeit nach dem Kalten Krieg, die das Trump-Projekt angeblich rückgängig machen wollte.
Nukleare Erpressung?Der ehemalige CIA-Beamte John Kiriakou behauptete im November 2025, dass Netanjahu Trump mit israelischen Nuklearschlägen gegen den Iran gedroht habe, falls Trump sich damals nicht auf einen konventionellen Angriff einlassen würde. Kiriakou sagt, dass er diese Information aus einer vertrauenswürdigen Quelle habe, und Kiriakous eigene Referenzen, Geschichte und Glaubwürdigkeit als Whistleblower, der aufgrund seines Engagements für die Wahrheit eine Haftstrafe in einem US-Gefängnis verbüßt hat, in Verbindung mit seinem einzigartigen Zugang zu Insiderinformationen, veranlassen uns, seiner Aussage hohe Glaubwürdigkeit zu schenken.
Laut Kiriakou:
„Der Grund, warum Donald Trump sich entschlossen hat, den Iran zu bombardieren, war, wie mir gesagt wurde, dass die Israelis zum ersten Mal gesagt haben: »Wenn Sie den Iran nicht bombardieren, um diese tiefen Bunker zu zerstören, werden wir Atomwaffen einsetzen.« Und das haben sie noch nie zuvor angedroht. Also sagte Trump, dass ein Bombardement des Iran uns tatsächlich vor dem Ausbruch des Dritten Weltkriegs bewahren könnte, wenn es die Israelis davon abhält, Atomwaffen einzusetzen.“ (2)
Darüber hinaus müssen wir die Schlussfolgerungen des ehemaligen saudischen Geheimdienstchefs Prinz Turki al-Faisal berücksichtigen, der erklärt, dass Netanjahu Trump am 28. Februar „überzeugt” habe, ihn zu unterstützen, und zu dem Schluss kommt, dass „dies Netanjahus Krieg” sei (3).
Trump wurde offenbar vom zionistischen Establishment ausmanövriert, auch wenn dies das Ergebnis nuklearer Erpressung war, und hat MAGA direkt gegen eine zionistische Mauer gefahren, wobei wir darauf hinweisen sollten, dass dies sich noch entwickelnde Ereignisse sind und dies nur die heutige Sicht der Dinge ist.
Trump wurde von Netanjahu und dem israelischen Establishment in die Falle gelockt, kompromittiert und ausgespielt, was dazu führte, dass sich die USA an einem Krieg gegen den Iran beteiligten, der ihnen schrecklichen Rufschaden zufügte und strategisch kontraproduktiv war. Trump mag zwar versuchen, die Situation zu retten, doch wird es vor allem auf die diplomatische und strategische Intervention von BRICS-Führern wie Russland, China und sogar Indien ankommen, um diese Krise zu deeskalieren.
Die Beseitigung von Khamenei war selbst im engsten und unmittelbarsten Sinne strategisch selbstzerstörerisch, da der Ayatollah wohl eine mäßigende Kraft in der Atomfrage war und das technokratische System des Iran unabhängig von einem Führungswechsel institutionelle Kontinuität gewährleistet. Es wäre verständlich, ja sogar zu erwarten, wenn der Iran nun tatsächlich nach Atomwaffen streben würde, was zum Teil zweifellos darauf zurückzuführen ist, dass er derzeit offenbar keine besitzt. Das soll nicht heißen, dass er dies tun sollte, aber wer könnte ihm heute einen Vorwurf machen, wenn er es täte?
Die Behauptung von Kiriakou über israelische nukleare Erpressung wäre, wenn sie wahr wäre, per Definition nuklearer Terrorismus, aber die Logik der Nachgiebigkeit weist einen grundlegenden Fehler auf: Wenn Trump im letzten Sommer den Iran bombardiert hätte, um einen israelischen Nuklearschlag zu verhindern, hindert nichts Israel daran, erneut dieselbe Drohung mit eskalierenden Forderungen auszusprechen. Das Problem der Einflussnahme wird nicht durch Nachgiebigkeit gelöst, was vielleicht genau das ist, was wir am 28. Februar erneut gesehen haben.
Rubios Leugnung des Attentats auf Khamenei ist ein weiterer seltsamer Faktor in dieser Angelegenheit (4). Handelt es sich um plausible Leugnung oder spiegelt dies wider, dass das Team Trump die Kontrolle über die Situation verloren hat? Kiriakous Behauptung, Israel habe Trump mit Atomwaffen bedroht, saudische Beschwerden über die mangelnde Verteidigung der US-Stützpunkte in der Region, Prinz Turki al-Faisals Schlussfolgerung, dass Netanjahu Trump in den der Region, Prinz Turki al-Faisals Schlussfolgerung, dass Netanjahu Trump in den Krieg gedrängt habe, und Berichte über iranische Vergeltungsschläge gegen US-Stützpunkte, auf die die Amerikaner nicht vorbereitet waren, lassen alle den Schluss zu, dass die USA die Kontrolle über die Situation verloren haben und keine Konfrontation suchten, bei der zunehmend erfolgreiche Verhandlungen lediglich ein Vorwand waren.
Die Ermordung von Chamenei: Strategische SinnlosigkeitDie Ermordung von Ayatollah Khamenei war in sich selbst kontraproduktiv. Der Ayatollah war alt, körperlich geschwächt und hatte vielleicht noch ein paar Jahre zu leben. Wenn das Ziel darin bestand, die Nuklearisierung des Iran zu verhindern, diente Khameneis fortgesetzte Führung diesem Zweck besser als seine Beseitigung.
Der Iran funktioniert als „meritokratische Technokratie“, die sich um Expertenorganisationen herum organisiert, in denen Einzelpersonen unterhalb ihres Kompetenzniveaus befördert werden: Die nächste Führungsebene wird ständig vorbereitet. Es handelt sich um ein System, das von Institutionen und nicht von Menschen regiert wird, mit der einzigen Ausnahme der Auslegungshoheit des Obersten Ayatollahs. Enthauptungsschläge gegen ein solches System sind strukturell sinnlos und tragen in Bezug auf die Moral innerhalb des Iran nicht zu deren Schwächung bei, sondern stärken vielmehr die Entschlossenheit und Einheit der Bevölkerung.
Trumps bisheriges Verhalten steht im Widerspruch zu der Interpretation, dass er einfach nur einen Krieg mit dem Iran wollte. Die historischen Spannungen mit Pompeo und Bolton, die Spannungen mit Netanjahu, die Tatsache, dass die militärischen Bedingungen 2017–2018 einen Angriff weitaus günstiger machten, und die Ereignisse des 12-tägigen Krieges, in dem Trump israelische Jets zur Umkehr zwang, als diese versuchten, den gerade vereinbarten Waffenstillstand zu brechen, sodass die USA in genau die Lage geraten wären, wie wir sie jetzt sehen. All dies deutet darauf hin, dass Trump zu Zeiten, als die militärischen Bedingungen und ein kohärenterer Kriegsgrund günstiger waren als heute, nicht-militärische Lösungen bevorzugte. Wir erinnern uns vielleicht daran, dass Trump ziemlich wütend auf Israel war, weil es versuchte, den Waffenstillstand zu brechen:
„Äh, sie [die Iraner] haben gegen das Abkommen verstoßen, aber Israel hat das auch getan. Sobald wir das Abkommen geschlossen hatten, kam Israel und warf eine Menge Bomben ab, wie ich sie noch nie zuvor gesehen habe. Die größte Menge, die wir je gesehen haben. Ich bin nicht glücklich mit Israel. Wissen Sie, wenn ich sage: »Okay, Sie haben jetzt 12 Stunden Zeit«, dann geht man nicht in der ersten Stunde los und wirft einfach alles, was man hat, auf sie. Deshalb bin ich nicht glücklich mit ihnen. Ich bin auch nicht glücklich mit dem Iran. Aber ich bin wirklich unzufrieden, wenn Israel heute Morgen wegen einer Rakete ausrückt, die vielleicht versehentlich abgeschossen wurde und nicht gelandet ist. Damit bin ich nicht zufrieden. Wissen Sie, was wir haben? Wir haben im Grunde zwei Länder, die so lange und so hart gekämpft haben, dass sie nicht mehr wissen, was sie eigentlich tun. Verstehen Sie das?„ (5)
Zusammenfassend bestätigen die Aussagen von US-Außenminister Marco Rubio gegenüber der Presse mehr oder weniger, dass Israel den Konflikt ausgelöst hat und die USA sich daran beteiligt haben, mit der Begründung, dass der Iran gegen beide Parteien Vergeltungsmaßnahmen ergreifen würde, selbst wenn Israel der Hauptprovokateur wäre. Aus Sicht des Völkerrechts hatten die USA zwar gar kein Recht, den Iran zu bedrohen, aber innerhalb dieses Mikrokosmos der Realität hat dies eine gewisse Logik. Schließlich lässt sich der Iran nicht von irgendwelchen „Guter Polizist/Böser Polizist”-Spielchen täuschen und würde die USA auch nicht mit einer Art „plausibler Abstreitbarkeit” davonkommen lassen.
Darüber hinaus hatte der Iran die USA bereits gewarnt, dass jeder Angriff einer der beiden Parteien eine entschlossene militärische Reaktion auf zahlreiche US-Militärstützpunkte und -Einrichtungen in der Region nach sich ziehen würde. Rubio berichtet, dass das Pentagon zu dem Schluss gekommen sei, dass die USA sich besser an dem ersten Angriff beteiligen sollten, um ihre eigenen Verluste zu mindern, da der Iran die USA ohnehin angreifen würde, auch wenn Israel der Aggressor sei.
Rubios Antwort weist jedoch auf eine umfassendere Realität hin. Rubio hatte im Namen der Regierung die Schuld effektiv auf Israel und das Pentagon abgeschoben und damit versucht, die Verantwortung abzuwälzen und zu vermitteln, dass „uns aufgrund der Logik des Konflikts die Hände gebunden waren“. Das ist ein berechtigter Einwand, allerdings sollten wir dabei berücksichtigen, dass die USA sich diese problematische Situation selbst zuzuschreiben haben.
Letztendlich ist es sehr wahrscheinlich, dass Israel bald beginnen wird, Druck auf die USA auszuüben, damit diese Waffenstillstandsverhandlungen mit den Iranern aufnehmen. Laut Israels Ynet haben die Amerikaner offenbar selbst versucht, den Konflikt sofort nach seinem Ausbruch zu beenden, aber weil die Israelis (wenn man Rubio Glauben schenken darf) Khamenei ermordet hatten, waren die Iraner dazu nicht bereit (6). Schließlich haben die USA oder Israel den Iran bereits dreimal ohne jegliche Provokation angegriffen.
Der Iran hat sich auf einen mehrjährigen Krieg vorbereitet, und Khameneis strategisches Vermächtnis bestand darin, den Iran auf einen solchen Konflikt vorzubereiten, mit einer Siegesstrategie, die von der Dezentralisierung ihrer Streitkräfte innerhalb des Iran, der Abwehr anhaltender und schwerer Angriffe auf Gebäude, die mit der traditionellen Kommando- und Kontrollstruktur in Teheran in Verbindung stehen, den daraus resultierenden Verwüstungen für die Weltwirtschaft, die ein solcher Krieg mit sich bringen würde, einschließlich der Straße von Hormuz, sowie der relativen Unfähigkeit Israels, Schläge zu lange einzustecken, abhängig war — derselbe Maßstab, der Israel am Ende des 12-tägigen Krieges im vergangenen Sommer dazu zwang, die USA zu einem Waffenstillstand zu drängen.
Die Angriffe auf US-Stützpunkte in der Region sollen die Fähigkeit der Angreifer unterbrechen, Israel zu versorgen und zu unterstützen, und damit den Weg für immer effektivere Angriffe auf israelische Militärziele ebnen, wie wir sie bereits gesehen haben.
Trump steht zweifellos eine sehr schmerzhafte Lektion bevor, aufgrund seiner ehrlosen Kriegslust im Dienste von Netanjahus wahnsinniger Kriegstreiberei. Hat er noch einen Trumpf im Ärmel? Wird er wieder einmal ein Kaninchen aus dem Hut zaubern? Er hat die Welt schon oft überrascht, also wird die Zeit es zeigen. Aber so wie es aussieht, scheint sein Projekt gescheitert zu sein, und unter großen Teilen seiner ehemaligen Anhänger gibt es wenig Sympathie für sein politisches Überleben. Kann er sie zurückgewinnen? Können tote Schulkinder wieder zum Leben erweckt werden? Was geschehen ist, kann nicht rückgängig gemacht werden. Gleichzeitig wäre es für die Welt besser, wenn es dem Iran gelänge, die USA und Israel hart zu treffen, und Trump diesen Konflikt eher früher als später beenden könnte. Was die angebliche nukleare Erpressung Israels angeht, so ist das ein Geschenk, das immer wieder gegeben wird und dem man sich stellen muss (7).
So weit die Betrachtung von Joaquin Flores.
Noch einmal zur Rolle der Briten. Britische Medien und Politiker gießen auch jetzt, an der Seitenlinie stehend, Öl in das Feuer der Brände des Nahen Ostens — ganz so wie im Ukraine-Konflikt. So wurde Trump in den vergangenen Tagen angestachelt, Bodenoperationen auf iranischem Territorium einzuleiten (8, 9). Man sieht hier sehr gut, wie die britischen Eliten systematisch an der militärischen Macht des (Noch-)Weltpolizisten USA zu schmarotzen versuchen. Wie sie Trump, den sie im Grunde hassen, trotzdem benutzen.
Bitte bleiben Sie schön aufmerksam, liebe Leser.
Anmerkungen und Quellen(Allgemein) Der Artikel von Joaquin Flores wurde, ins Deutsche übersetzt, von Strategic Culture übernommen: (7) 10.03.2026; Strategic Culture; Joaquin Flores; Has Netanyahu defeated Trump? The honorless war on Iran and the question of Israeli nuclear blackmail; https://strategic-culture.su/news/2026/03/10/has-netanyahu-defeated-trump-the-honorless-war-on-iran-and-the-question-of-israeli-nuclear-blackmail/; Das Titelbild, Quellenverzeichnis und einige Verlinkungen wurden vom hiesigen Blog-Autor hinzugefügt.
(1) 28.02.2026; Peter Girnus (X); https://x.com/gothburz/status/2027852172923154714; Girnus über sich: “ I am a diplomatic aide in the Sultanate of Oman’s Ministry of Foreign Affairs.“
(2) Dezember 2025; Julian Dorey (Youtube); CIA John Kiriakou on Nuclear War, Vault 7 Tech, Mossad in Iran & Death Rituals; https://www.youtube.com/watch?v=F3MFGJFh4Ps
(3) 05.03.2026; Amanpour and Company, CNN (Youtube); Fmr. Saudi Intelligence Chief Discusses Gulf States‘ Reaction to Iran Attacks; https://www.youtube.com/watch?v=LfGcX4XuZ5A
(4) 01.03.2026; CBS News; Olivia Gazis, Lucia I Suarez Sang; CIA intelligence led to strike that killed Khamenei in Iran, source says; https://www.cbsnews.com/news/cia-intelligence-us-israel-strike-ayatollah-ali-khamenei-iran/
(5) 24.06.2025; Guardian News (Youtube); Donald Trump: Iran and Israel ‚don’t know what the fuck they’re doing‘; https://www.youtube.com/watch?v=DQR6FzduRO8
(6) 01.03.2026; ynet Global; Nahum Barnea; Trump seeks swift end to Iran operation; https://www.ynetnews.com/opinions-analysis/article/hylyslbfzx
(8) 09.03.2026; The Telegraph; Colin Freeman; The tiny island of Kharg that could let Trump beat Iran without sending a single soldier; https://www.telegraph.co.uk/world-news/2026/03/09/kharg-island-iran-war-oil-trump/
(9) 09.03.2026; The Times; William Hague; Next stage of Iran war looks perilous for US; https://www.thetimes.com/comment/columnists/article/next-stage-iran-war-perilous-trump-jw82969f2; siehe auch: https://freedert.online/der-nahe-osten/272952-iran-wartet-auf-us-marine/
(Titelbild) Israel, Flagge; Autor: Pix-Off (Pixabay); 17.10.2022; https://pixabay.com/de/photos/flagge-israel-j%C3%BCdisch-fahnenmast-7527081/; Lizenz: Pixabay License
Mehr Poker als Schach — Spiele mit dem Iran in Variationen
Der Nahe Osten brennt — und wo Kriege, da auch Nutznießer.
Israel und die USA haben den nächsten Krieg gegen den Iran gestartet. Präziser: Israel hat diesen Krieg gestartet und die zionistische Lobby hat die USA ein weiteres Mal in ein Abenteuer dieser Art hineingezogen. Israel soll gegenüber den USA gedroht haben, bei Nichtbeteiligung seine Atomwaffen gegen den Iran einzusetzen.
Stunden vor dem Angriff hatten Vertreter des Oman verkündet, dass es einen Durchbruch bei den iranisch-US-amerikanischen Verhandlungen gegeben hätte. Danach erklärte sich der Iran bereit, komplett auf seine Anreicherung von nuklearem Material zu verzichten und bereits vorhandene Bestände abzubauen (1).
Neun Monate zuvor hatte im Ergebnis des 12-Tage-Krieges US-Präsident Trump verkündet, dass im Zuge der US-Luftangriffe die nuklearen Kapazitäten des Iran dauerhaft zerstört worden wären (2). Nach diesen neun Monaten wurde nun deutlich, dass das damals ein Finte war. Denn eben derselbe Grund wird nun wieder vorgebracht, um die neuerliche Aggression gegen den Iran zu rechtfertigen.
Wenn es sich aber um eine Finte handelte — und das war sie nun einmal —, dann stellt sich die Frage des tatsächlichen Warum. Die Antwort kann für den Konsumenten von Systemmedien kaum naheliegend sein. Und sie liegt eben nicht im Nuklearprogramm des Iran. Gäbe es dieses nicht, hätte sich ein anderer Vorwand gefunden. Doch Trump brauchte damals, im Juni 2025, einen schwerwiegenden Grund, um aus dem israelischen Abenteuer aussteigen zu können. Und es musste als Erfolg verkaufbar sein.
Weshalb diese Finten? Um hinter den Sinn dieser Täuschungen zu kommen, sind wir einmal mehr herausgefordert, die ausschließliche Fokussierung auf Trump aufzugeben.
Nachvollziehbarerweise ist ein US-Präsident in einer imperialen Oligarchie-Plutokratie Produkt und Gefangener dieser Struktur und ihrer diversen Machtfraktionen statt eigenständiger Akteur. Psychologisierungen über Donald Trumps Persönlichkeit erklären nicht die strukturelle Bedingtheit seines Handelns. Seine Persönlichkeit ist selbst Ausdruck der strukturellen Bedingungen, die sie geprägt haben (3).
Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Trump lehnt Kriege nicht grundsätzlich ab. Kriege, vor allem selbst kontrollierte Kriege, projizieren Macht. Und Trump denkt in Macht. Es ist wenig hilfreich, sich darüber zu empören. Aber ist der Krieg gegen den Iran tatsächlich Trumps Krieg? Wenn nicht, wessen Krieg ist das wirklich?
Trump hat mit seiner Politik vor allem den öffentlichen Informationsraum immer wieder erfolgreich getäuscht. Jenen Informationsraum, den er ohne direkten Zugriff darauf zu haben, durch geeignete Propaganda manipulieren konnte. Denn das ist schließlich nicht sein Informationsraum, es ist jener seiner Opponenten. Aber kann es sein, dass Trump im jüngsten Krieg gegen Iran über die eigenen Tricks gestolpert ist? Glaubte der US-Präsident an ein ähnlich erfolgreiches Szenario wie im 12-Tage-Krieg, einen ähnlich öffentlichkeitswirksamen Schlusspunkt nach einer kurzen Eskalation?
Was Trump und seine Regierung ganz und gar nicht gebrauchen können, ist ein langwieriger, verlustreicher Krieg im Nahen und Mittleren Osten. Wenn das geschieht sollte, dann ist ihm die Kontrolle über die allgegenwärtige ziokonservative Fraktion auf der Informationsebene und damit aber auch praktisch entglitten. Wenn einem Dompteur die Kontrolle über die Objekte entgleitet, kann es schnell gefährlich für ihn selbst werden. Allerdings gilt es auch für das Tier. Sind Israels Entscheider berechenbar? Ja, das sind sie.
Tucker Carlson war im Februar dreimal bei Donald Trump im Oval Office zu Gast (4). Laut Tucker Carlson hätten Trump wie auch sein Außenminister Rubio indirekt eingeräumt, dass Netanjahu und die zionistische Lobby in den USA, die US-Regierung in diesen wie den vorherigen Krieg getrieben hätte. Carlson zitierte Rubio:
„Israel sagte, dass sie angreifen würden. Und an diesem Punkt hat man wirklich nur zwei Möglichkeiten: Man kann sich anschließen und versuchen zu helfen, oder man kann versuchen, Israels Krieg einzuschränken.“ (5)
Ein „normaler“ Angriff Israels auf den Iran ohne Unterstützung der US-Streitkräfte hätte nie und nimmer Aussicht auf Erfolg. Es sei denn, man schwingt die nukleare Keule… Hat das die US-Regierung bewogen, das neueste Abenteuer Israels mitzuspielen?
Gesellschaften, die extrem von Ideologie durchdrungen sind, werden von solcher auch zerfressen. Solche Gesellschaften sind selbstmörderisch. In ihrer ideologisch aufgeladenen Aggressivität werden sie zu einer ganz realen Gefahr für Andere. So legitim sie selbst auch ihr „Recht auf Selbstverteidigung“ wahrnehmen. Wie geht man mit solch einer Gesellschaft um, wenn deren Arme bis in die Exekutive und Legislative der USA reichen?
Israels Premier war am Vorabend des israelischen Angriffs im vergangenen Jahr — primär war schließlich auch dieser ein israelischer Angriff gewesen — zur Klagemauer von Jerusalem gewandelt und hatte dort eine handschriftliche Notiz mit dem folgenden Wortlaut hinterlassen: „Das Volk wird sich erheben wie eine Löwin.“ (6).
Und die israelische Gesellschaft als Ganzes vertrat erneut den Standpunkt, dass es sich um einen Präventivangriff gehandelt hätte, so wie auch heute. Ideologisierte Gesellschaften nehmen für sich das Recht auf Exklusivität in Anspruch. Sie maßen sich Sonderrechte an, wie sie gleichzeitig ihren Gegnern — und davon gibt es für sie beliebig viele — legitime Rechte aberkennen. Für den Iran hat Israel kein Recht auf Selbstverteidigung vorgesehen.
So legitimiert man Präventivkriege. So rechtfertigt man Kriege, die angeblich geführt würden, um noch schlimmere Kriege zu vermeiden. Von den Kriegen Hitler-Deutschlands bis hin zu allen „humanitären Interventionen“ des Westens war es das Argument. Man hätte vorbeugend angegriffen. Für so etwas hat man in den letzten Jahrzehnten nur Russland beziehungsweise die Sowjetunion an den Pranger gestellt.
Israels herrschende Kreise pokern. Sie spielen ein Alles-oder-nichts. Dagegen ist Trumps derzeitige Riege eine von begnadeten Schachspielern. Das gilt wohlgemerkt nur im Vergleich zur israelischen Politik, aber der Unterschied ist deutlich sichtbar. Bei Trump werden verschiedene Züge geprüft und man ist flexibel. Netanjahu dagegen hat sich selbst mit dem Rücken zur Wand gestellt und alles auf eine alternativlose Option minimiert. Und die lautet schlicht und einfach Krieg.
Außerdem erscheinen die israelischen Absichten zynisch. Denn man kalkulierte selbstverständlich ein, dass dieser israelische Krieg gegen den Iran nicht nur US-Stützpunkte zum Ziel iranischer Attacken machen (7), sondern alle arabischen Staaten in der Region ins Mark treffen würde. Das zionistische Regime strebt Hegemonie auf der arabischen Halbinsel an und das korreliert nur zu gut mit der grassierenden Hybris in diesem Land.
Trumps Fraktion wird alles tun, um so rasch wie möglich wieder aus diesen Konflikt auszusteigen — gesichtswahrend, versteht sich (8). Womit das erste Problem schon angezeigt ist. Haben Trump und die Seinen überhaupt so viel Einfluss, das noch zu gestalten? Ist der Trump-Clan nicht doch viel zu eng mit dem ziokonservativen Netzwerk und auch den israelischen Eliten verstrickt? Netanjahu sucht ja genau das Gegenteil zu erreichen: einen langwierigen Konflikt, in den es die militärischen Kapazitäten der USA immer weiter hineinzieht. Denn allein wird Israel diesen Krieg rasch verlieren. Der selbst entfachte Krieg könnte sogar die Existenz des Staates bedrohen.
Das Spiel aus dem Juni 2025, ähnlich dem in Syrien 2017 und noch einmal 2018 wird so allerdings nicht mehr funktionieren. Der Iran hat diesen Handlungsspielraum nicht mehr, weil er nunmehr maximal in die Enge getrieben wurde. Der offiziell höchste politische Repräsentant eines UN-Mitgliedsstaates, Ayatollah Ali Khamenei, wurde ganz offiziell ermordet, und mit ihm weitere hochrangige Vertreter des iranischen Staatsapparates. Das ist der seit vielen Jahrzehnten betriebene westliche Staatsterrorismus in Reinkultur. Aber das iranische Staatswesen ist nicht zusammengebrochen, die Kommandostrukturen sind intakt und die Streitkräfte wirksam.
Jeder Krieg zeichnet sich durch eine Fassade aus. Eine Fassade angeblicher Kriegsgründe, welche die wahren Kriegsgründe verschleiert. Und während wir im Trüben fischen, was wohl der Grund des einen oder anderen kriegerischen Konflikts der Gegenwart und jüngsten Vergangenheit sein möge, übersehen wir das Offensichtliche. Es ist der Krieg an sich. Er stützt Macht und die Hauptnutznießer müssen sich nicht einmal offiziell als Kriegsbeteiligte zu erkennen geben. Sie tun es trotzdem, weil sie es sind, die, an der Seitenlinie stehend, immerfort neues Öl ins Feuer gießen.
Jüngst ließ den Autor eine Episode aufhorchen. In den ersten Märztagen trafen mehrere Angriffsdrohnen, unter anderem vom Typ Shahed, zypriotisches Staatsgebiet. Falsch: Die Drohnen schlug zwar (abgewehrt oder nicht) auf dem Boden der Insel Zypern auf, aber das Staatsgebiet ist britisch. Ziel war der britische Stützpunkt Akrotiri (9). Tatsächlich gilt das Territorium dieses und eines weiteren Stützpunktes als Sovereign Base Areas, zu deutsch Souveräne Stützpunktgebiete (10). Lassen wir das einmal so im Raum stehen. Nur so viel: die Briten haben mit der über Jahrzehnte gestalteten Konfiguration im Nahen und Mittleren Osten, insbesondere in Bezug auf den Iran und Israel, mehr zu tun, als der Großteil der hiesigen Bevölkerung auch nur zu träumen vermag.
Noch ein wenig Spekulation gefällig? Nun, es möge als Inspiration taugen, das Undenkbare zu denken. Wagen wir also diese Frage: Könnte es einen Zusammenhang von Epstein und seinen Schweinereien mit der Politik der britischen und US-Regierungen geben — und zwar durchweg aller Regierungen der letzten zwei Jahrzehnte (a1)? Und den Gedanken noch weiter entwickelt: Könnte der Fall Epstein ein israelisches Projekt sein? Wurden über das Projekt Epstein möglicherweise hohe Politiker in totale Abhängigkeit gebracht und so auch in gewünschter Weise kriegsbereit und für zionistische Interessen manipulierbar gemacht?
Und dann ist da ja noch das vulgäre wie obszöne Geschäft mit dem Krieg:
„Die Trump-Regierung plant, sich am Freitag im Weißen Haus mit Führungskräften der größten US-Rüstungsunternehmen [so zum Beispiel Lockheed Martin und Raytheon] zu treffen, um über eine Beschleunigung der Waffenproduktion zu sprechen, da das Pentagon nach den Angriffen auf den Iran und mehreren anderen jüngsten Militäraktionen daran arbeitet, die Vorräte wieder aufzufüllen, wie fünf mit dem Plan vertraute Personen gegenüber Reuters angaben.“ (11)
Von wem und wie viel an Spenden wurden Trump wohl für seine Kampagnen um die US-Präsidentschaft aus dem Militärisch-Industriellen Komplex (MIK) zuteil (12)? Diesbezüglich steht Trump nämlich voll und ganz in der Tradition seiner Vorgänger.
Was in den kommenden Wochen geschehen wird, steht in den Sternen. Eine Übernahme, gar Invasion wie im Falle des Irak 2003 ist schwer vorstellbar. Die iranische Gesellschaft mit ihrer Jahrtausende alten Tradition wird nicht einfach untergehen. Aber eine indirekte Neuordnung des iranischen Staatswesens wäre nicht neu. Das beweist die Geschichte. Aber das ist bereits wieder ein neues Thema.
Bitte bleiben Sie schön aufmerksam, liebe Leser.
Anmerkungen und Quellen
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(a1) In früheren (nur früheren?) Zeiten gab es eine Vereinigung Skull and Bones (13), über welche die zu züchtenden Eliten auf ähnliche Art und Weise fest mit dem Machtsystem verbunden wurden, wie in jüngerer Vergangenheit durch Epsteins Netzwerk.
(1) 28.02.2026; ARD-Tagesschau, CBS News; Iran verzichtet laut Oman auf Atombomben-Material; https://www.tagesschau.de/ausland/asien/oman-iran-uran-100.html; https://www.cbsnews.com/news/us-iran-deal-within-our-reach-oman-mediator-says/
(2) 22.06.2025; ARD-Tagesschau; Was über den US-Angriff bekannt ist; https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-angriff-usa-details-100.html
(3) 05.03.2026; RT Deutsch; Em Eli; Krieg gegen Iran — Trumps Flucht nach vorn; https://freedert.online/meinung/272464-us-krieg-gegen-iran-trumps-flucht-nach-vorn/
(4) 02.03.2026; The Hill; Max Rego; Tucker Carlson sought to talk Trump out of Iran war: Report; https://thehill.com/homenews/media/5763289-tucker-carlson-trump-iran-war-report/
(5) 04.03.2026; The Nordic Times; Tucker Carlson: „This is Israel’s war — not America’s; https://nordictimes.com/analysis/tucker-carlson-this-is-israels-war-not-americas/
(6) 27.06.2025; Jüdische Allgemeine; Raphael Evers; Eine Löwin erhebt sich; https://www.juedische-allgemeine.de/religion/eine-loewin-erhebt-sich/
(7) 03.03.2026; ARD-Tagesschau; Carsten Kühntopp; Wer traf die Entscheidung zum Iran-Angriff?; https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/usa-gruende-iran-angriff-100.html
(8) 02.03.2026; Sonar21; Larry C. Johnson; Is Donald Trump Looking for an Exit Ramp?; https://sonar21.com/is-donald-trump-looking-for-an-exit-ramp/; deutsche Übersetzung: https://uncutnews.ch/sucht-donald-trump-nach-einem-ausweg/
(9) 03.03.2026; Southfront; Hezbollah Blamed For Attack On British Base In Cyprus As Israel Invades Lebanon; https://southfront.press/hezbollah-blamed-for-attack-on-british-base-in-cyprus-as-israel-invade-lebanon-videos/
(10) 02.03.2026; taz; Ferry Batzoglou; Griechenland schickt Kampfjets; https://taz.de/Folgen-des-Iran-Krieges-auf-Zypern/!6159033/
(11) 04.03.2026; Reuters; Mike Stone; Exclusive: Defense executives plan to meet at White House as strikes on Iran diminish stockpiles; https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/defense-executives-plan-meet-white-house-strikes-iran-diminish-stockpiles-2026-03-04/
(12) 04.02.2026; yahoo!finance, Reuters; Raytheon secures deal to build thousands of missiles for the US, including Tomahawks; https://finance.yahoo.com/news/raytheon-secures-deal-build-thousands-113636146.html
(13) Cicero; Die USA regiert der Knochen-Kult; https://www.cicero.de/weltbuhne/die-usa-regiert-der-knochen-kult/36393; abgerufen: 05.03.2026
(Titelbild) Flugzeugträger, Krieg, Marine; 06.12.2010; Autor: Defence-Imagery (Pixabay); https://pixabay.com/photos/aircraft-carrier-ships-combat-ships-1016/; Lizenz: Pixabay License
Hitlers Kampf und sein Weg zur Macht (10) — der Propagandist
Adolf Hitler hatte als Agent seine Loyalität gegenüber der Reichswehr bewiesen — und wurde nun aktiver gefördert.
Dass Hitler für die Reichswehr über Monate hinweg Spitzeldienste erbrachte, wurde in den vergangenen Kapiteln umfassend hergeleitet. Mit Organisation der neuen Reichswehr auch in Bayern sollte sich sein Aufgabengebiet jedoch bald erweitern. Man war auf den Einzelgänger, der, wenn man ihn ließ, gern ausschweifende Monologe führte, aufmerksam geworden. Und rasch bekam Hitler Gelegenheit, dieses Talent zunehmend auszuleben. Hitler begann „aufzuklären“ — aber nicht mehr nur im Sinne des Agenten, sondern nun auch in dem eines Missionars.
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Der Weg vom ‚Aufzuklärenden‘ zum missionierenden ‚Aufklärer‘ sollte bei Hitler recht kurz ausfallen. Es gab nicht viel ‚aufzuklären‘. Sein Weltbild verfügte bereits über ein festes Fundament und verlangte lediglich noch einen gewissen Feinschliff. Was darüber hinaus der Entdeckung harrte und gefördert werden wollte, das war sein rednerisches Talent, seine suggestive Rhetorik und schließlich auch sein Machtinstinkt. Ein weitläufiges Netzwerk der Reichswehr nahm in dafür unter seine Fittiche. Es war schließlich die Rolle des ‚Aufklärers‘, des Propagandisten, in der Hitler im Laufe des Jahres 1919 aufgehen würde.
Das informelle Netzwerk um Karl MayrDas Thema Aufklärungskommandos der Reichswehr wurde bereits im vorherigen Teil 9 angerissen. Dabei fielen Namen, die wir im Kopf behalten sollten und zu denen sich nun weitere Personalien gesellen. Zu groß ist deren Bedeutung bei der Erschaffung der nationalsozialistischen Bewegung mit Adolf Hitler an der Spitze.
Leiter des Aufklärungskommandos Ib/P im Reichswehrgruppenkommando 4 (RWGrKdo 4) mit Sitz in München war Hauptmann Karl Mayr. Er sichtete Kandidaten und bei ihm liefen die Fäden sowohl in der Ressourcen- als auch in der Nachrichtenbeschaffung und ebenso der Propagandaarbeit zusammen (1). Seiner Abteilung flossen zudem beträchtliche finanzielle Mittel zu (2). Karl Mayr war zudem Mitglied einer im Sommer 1919 gegründeten informellen Vereinigung von Reichswehroffizieren namens Eiserne Faust. Deren Mitglieder waren Anhänger eines extremen ethnisch-reinen (völkischen) Nationalismus (3). Mayrs Pressereferent war Herrmann Esser, der spätere Redakteur des Völkischen Beobachter.
Es sei noch einmal darauf hingewiesen, dass auch Ernst Röhm Mitglied der Eisernen Faust war. In der Reichswehr fungierte er als Chef des Stabs des Stadtkommandanten von München und Offizier für die Abwehr und für politische Angelegenheiten im Stab der Münchner Reichswehr für die Brigade Epp (4). Die Brigade Epp setzte sich aus ehemaligen Freikorpskämpfern des Obersten Franz Xaver Ritter von Epp zusammen. Der ‚Bluthund‘ Gustav Noske persönlich hatte Epp die Bildung dieses Kampfverbandes angetragen, um unter anderem die Räterepublik(en) niederzuschlagen (5). Bis zum Frühjahr 1920 würde Mayr über seine Verbindungen zu Röhm diesen mit Hitler bekannt machen.
Innerhalb der Reichswehr sollte Röhm bis 1921 zum Generalstabsoffizier aufsteigen (6). In dieser Position hatte er Zugang zu Waffen, was er unter anderem dazu nutzte, geheime Waffenlager für paramilitärische Verbände anzulegen. Womit wir zum nächsten zukünftigen Mitglied der nationalsozialistischen Eliten kommen. Denn in einem Parallelressort Röhms, der Pensions- und Versorgungsabteilung der Reichswehrbefehlsstelle Bayern in München war Max Amann tätig. Im Kriege war Amann zeitweise der direkte Vorgesetzte von Adolf Hitler gewesen. Max Amman würde später als Direktor des Zentralverlags der NSDAP mit für Hitlers politischen Aufstieg sorgen (7).
Zu diesem Kreis gesellt sich Rudolf Heß, der später zeitweilig und zumindest formell, zweitmächtigster Mann in Hitlers Regime sein würde. Nach Genesung von einer schweren Verletzung im Ersten Weltkrieg wurde Heß 1917 zum Leutnant befördert und übernahm zwischenzeitlich auch eine Kompanie im Regiment List — eben jenem Regiment, in dem Hitler seit Kriegsbeginn diente (8). 1919 war Heß im Freikorps Epp (siehe oben) an der Niederschlagung der Bairischen Räterepublik beteiligt (9). Beachten wir, dass das Freikorps anschließend in die Reichswehr, auch Übergangsheer genannt, integriert wurde. Und wir erinnern uns, dass auch Rudolf Heß Mitglied der Thule-Gesellschaft war (10).
In Mayrs informellem Netzwerk schälen sich drei Ankerpunkte heraus: die Reichswehr, die Thule-Gesellschaft und die Eiserne Faust. Die Reichswehr pflegte darüber hinaus eine enge Verbindung zur Universität München. In dieses Netzwerk würde Hitler im Jahre 1919 integriert und aus diesem Netzwerk stammen auch seine Weggefährten in den Anfangsjahren seiner politischen Karriere.
Führen wir die bisher zusammengetragenen Personalien noch einmal auf: Karl Mayr, Ernst Röhm, Rudolf Heß und Herrmann Esser. Lediglich und ausgerechnet Karl Mayr — sozusagen die Spinne im Netz — würde bald dieses Netzwerk verlassen. Dafür traten bereits zuvor weitere, für Hitlers Karriereeinstieg wichtige Personen ins Rampenlicht: Gottfried Feder, Dietrich Eckart und nicht zuletzt Erich Ludendorff.
Talenteauswahl an der Universität MünchenHitler war im Mai 1919 in den Listen des RWGrKdo 4 als V-Mann erfasst worden. Als die Abteilung Ib/P von Hauptmann Karl Mayr den ersten ‚Aufklärungskurs‘ organisierte, wurde auch der V-Mann Hitler eingeladen. Der Kurs fand vom 5. bis 12. Juni 1919 in der Universität München statt. Intern wurden diese Kurse „antibolschewistische Lehrgänge“ genannt (2i). In „Mein Kampf“ bestätigt Hitler die Kursteilnahme:
„Schon wenige Wochen darauf erhielt ich den Befehl, an einem ‚Kurs‘ teilzunehmen, der für Angehörige der Wehrmacht abgehalten wurde. In ihm sollte der Soldat bestimmte Grundlagen zu staatsbürgerlichem Denken erhalten.“ (11)
Am ersten Kurs nahm auch Herrmann Esser (Mitglied der Thule-Gesellschaft und Referent Mayrs) teil. Dieser Kurs machte Eindruck. Er machte Eindruck auf Hitler und Hitler machte Eindruck auf Andere. Einer der Redner dieses ‚Aufklärungskurses‘ war der Historiker Karl Alexander von Müller. Der 1964 verstorbene von Müller erinnerte sich später an seine erste Begegnung mit Adolf Hitler:
„Nach dem Schluss meines Vortrags und der folgenden lebhaften Erörterung stieß ich in dem sich leerenden Saal auf eine kleine Gruppe, die mich aufhielt. Sie schien festgebannt um einen Mann in ihrer Mitte, der mit einer seltsam gutturalen Stimme unaufhaltsam und mit wachsender Leidenschaft auf sie einsprach […].“ (12)
Der Historiker „sah ein bleiches, mageres Gesicht unter einer unsoldatisch hereinhängenden Haarsträhne, mit kurzgeschnittenem Schnurrbart und auffällig großen, hellblauen, fanatisch kalt glänzenden Augen“ (12i). Mayr und von Müller waren in ihrer Jugend Schulkameraden gewesen. Durch von Müller erhielt Mayr den Tipp, Hitlers Förderung voranzutreiben (13).
Ein weiterer Dozent dieses und weiterer ‚Aufklärungskurse‘ war Gottfried Feder. Feder wurde später von Hitler in „Mein Kampf“ ausführlich gewürdigt. Noch im Jahre 1924 war er fasziniert von Feders Ausführungen zum zinsbasierten Finanzsystem (14) und dessen notwendiger Veränderung, welche jener in seinem „Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft“ veröffentlicht hatte (15). Die Thesen des Antisemiten Gottfried Feder vom „schaffenden Kapital“, dem ‚guten‘ Kapital auf der einen und dem zinsbasierten, dem „schlechten Leihkapital“ auf der anderen Seite fügten sich gut in Hitlers nationalsozialistisches Weltbild ein, erweiterten und verfeinerten es, gaben diesem einen intellektuellen Anstrich. Sein Antisemitismus schien faktisch bestätigt, so doch „der Jude“ im antisemitisch durchdrungenen Deutschland ganz allgemein als Wucherer und Parasit, als herausragender Repräsentant des „Börsen- und Leihkapitals“ angeprangert wurde. Hitler dazu in „Mein Kampf“:
„Als ich den ersten Vortrag Gottfried Feders über die »Brechung der Zinsknechtschaft« anhörte, wusste ich sofort, dass es sich hier um eine theoretische Wahrheit handelt, die von immenser Bedeutung für die Zukunft des deutschen Volkes werden müsste. Die scharfe Scheidung des Börsenkapitals von der nationalen Wirtschaft bot die Möglichkeit, der Verinternationalisierung der deutschen Wirtschaft entgegenzutreten, ohne zugleich mit dem Kampf gegen das Kapital überhaupt die Grundlage einer unabhängigen völkischen Selbsterhaltung zu bedrohen.“ (11i)
Tatsächlich würde kaum mehr als ein halbes Jahr später im ersten Parteiprogramm der gerade gegründeten Nationsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) unter Punkt 11 stehen:
„Abschaffung des Arbeits- und mühelosen Einkommens, Brechung der Zinsknechtschaft.“ (16)
Das wäre übrigens mit einer Zerschlagung des von England ausgegangenen Privatbankensystems gleichzusetzen gewesen, ein tatsächlich revolutionärer Akt! Als Hitler diesbezügliche Gedanken zu Papier brachte, eben 1924, war übrigens — nachdem man erfolgreich mittels einer Hyperinflation die Souveränität Deutschlands über seine Währung zerstört hatte — die „Verinternationalisierung der deutschen Wirtschaft“ in vollem Gange.
Infolge solcher Gedanken Hitlers aufgekommene eventuelle Befürchtungen der Vertreter von Großindustrie und Finanzkapital im In- und Ausland verflogen allerdings rasch, und das bereits, bevor Hitler an die Macht kam. Andernfalls wäre Hitler schließlich auch gar nicht erst an die Macht gekommen.
Es darf trotzdem angemerkt werden, dass Feders Thesen einen wahren Kern enthalten. So wahr, wie sich die Finanzialisierung des kapitalistischen Systems, das zunehmend auf Kapitalisierung durch Zinsen setzt, seit mehreren Jahrzehnten immer weiter beschleunigt hat. Freilich darf speziell Feders richtige Erkenntnis über die paradoxe wie zerstörerische Funktion des Zinses und vor allem Zinseszinses im Finanzsystem innerhalb des zu veröffentlichenden Informationsraumes nicht laut diskutiert werden. Schließlich war Feder ja Antisemit — das Totschlagargument schlechthin.
Gottfried Feder stand direkt in Diensten der Reichswehr-Abteilung Ib/P, für die er als Referent und Übungsleiter wirkte (16). Und tatsächlich pflegte auch Feder Verbindungen zur Thule-Gesellschaft (17).
Die Universität München hat nicht nur das Talent des zukünftigen ‚Führers‘, sondern auch das seines zukünftigen Stellvertreters gefördert, was Hitlers Karriere ab dem 1920 erheblich beeinflussen würde. Damit kommen wir ein weiteres Mal zu dem bereits mehrfach erwähnten Rudolf Heß zurück.
Tatsächlich wird nämlich nach Auffassung des Autors der persönliche, ideologische und organisatorische Einfluss von Heß auf Hitler und die NSDAP bis heute unterschätzt. Als Heß nach dem Krieg in München wieder Fuß zu fassen suchte, fuhr er zweigleisig. Einmal nahm er eine Arbeit bei einen Firma für Innendekoration auf. Deren heute unbekannter Inhaber hatte Verbindungen zur Thule-Gesellschaft, und brachte Heß mit dieser in Kontakt. Heß war fasziniert von deren extrem nationalen, antisemitischen und antibolschewistischen Vorstellungen (18).
Parallel dazu begann Heß ein Studium an der Universität München, und die nächste wichtige Personalie taucht auf: Karl Haushofer. Haushofer war zuvor ein hoher General und Theoretiker der Kaiserlichen Armee gewesen. Er war einer der Ersten, der den Begriff der Geopolitik einführte — auch wenn geopolitische Thesen bereits zuvor entwickelt worden waren (a1). Und Karl Haushofer brachte in diesem Rahmen einen weiteren Terminus ein: den vom Lebensraum. 1919 habilitierte sich Haushofer an der Universität München im Fach Geographie (19), und in seine Vorlesungen schrieb sich ein gewisser Rudolf Heß ein. Heß war von Haushofer wie auch dessen Thesen nicht weniger beeindruckt als von dem, was er bei der Thule-Gesellschaft aufnahm. Aber warum ist das so wichtig?
Wir können davon ausgehen, dass Gottfried Feder ab 1919 zum Einen sowie Karl Haushofer über und mit Rudolf Heß ab 1920 zum Anderen sich ganz beträchtlich um die Verfeinerung, ja quasi Perfektionierung von Hitlers Weltbild verdient gemacht haben. So man will, trugen sie entscheidend zum Feinschliff des propagandistischen Rohdiamanten Hitler bei.
Allein die Tatsache, dass der Buchtitel „Mein Kampf“ dem Kopf von Rudolf Heß, nicht etwa dem von Adolf Hitler, entsprang, kann als Fingerzeig gewertet werden. Heß würde Hitler 1920 mit Haushofer bekannt machen. Während Hitlers Haftzeit in der Festung Landsberg 1924 erfuhr dieser mindestens achtmal Besuch von Karl Haushofer (20). Dabei waren sowohl Haushofer als auch Feder (siehe weiter oben) in dem Sinne sicher keine lupenreinen Faschisten, aber Ideologen wie sie trugen wesentlich dazu bei, dass Leute wie Heß und Hitler „echte“ Nationalsozialisten werden konnten.
Die Geschichte vom ‚Bildungsoffizier‘Beachten wir den zeitlichen Zusammenhang: Die Ambitionen der Reichswehr wurden in jenen Monaten durch die am 28. Juni 1919 erfolgte Unterzeichnung des „Friedensvertrages von Versailles“ nur noch bestärkt. Dieser Vertrag — der im Grunde kein Vertrag war, sondern eine Kapitulation besiegelte — förderte einfach zu gut die gesellschaftliche Stimmung in einem Land, das sich als Opfer sah und dies ja auch war (21). Dabei jedoch die eigene Verantwortung für das Blutvergießen im Ersten Weltkrieg beiseite schob (22, 23). Leute wie ein Adolf Hitler traten damals offene Türen ein.
Bislang haben wir Hitler als Teilnehmer, als zu Unterrichtenden, innerhalb von Propagandaveranstaltungen der Reichswehr kennengelernt.
Nach dem, was wir an dieser Stelle von Hitler wissen — auch über seine emotionalen Befindlichkeiten wissen — hatte sich der heimgekehrte Weltkriegsgefreite auf ein ‚Geschäft‘ mit der Reichswehr eingelassen, um dort bleiben zu können. Dort, wo er eine Heimat für sich gefunden hatte. Das war das Militär. Der zu zahlende Preis, um der Demobilisierung zu entgehen, war die Ausspionierung seiner Kameraden — der beim Militär aber auch der im politischen Umfeld. Wohlgemerkt ein Umfeld, in das er entsandt wurde (24, 25).
Doch plötzlich öffneten sich für den unscheinbaren Gefreiten, sehr wahrscheinlich sogar unverhofft, eine Menge Türen. Nachvollziehbar fürchtete Adolf Hitler jedoch bald, dass seine schmierige Tätigkeit eines Spitzels seine so überraschend gut in Fahrt gekommen Karriere gefährden könnte, falls dies allzu öffentlich geriete. Erst recht, als er von seiner Umgebung schnell auf den Sockel eines von Gott Gesandten gehoben würde.
Das ist wichtig, um zu verstehen, warum Hitler später den ‚Bildungsoffizier‘ in seine Biographie ‚einbaute‘. Die Biographie musste im Sinne der Legendenbildung gewissermaßen makellos ausfallen. Es ist sicher nicht weit hergeholt, anzunehmen, dass gerade Rudolf Heß Hitler auch in dieser Richtung beraten hat. Hitler kam dabei zugute, dass es den Begriff des Bildungsoffiziers in der Münchner Reichswehr tatsächlich gab. Nur traf er eben nicht auf Hitler zu.
Etwas anderes stellt sich dagegen heraus, nämlich dass Hitler im Sommer 1919 ein Förderprogramm durchlief. Die ‚Aufklärungskurse‘ der Reichswehr wurden gewissermaßen von Talentespähern durchgeführt. Aus den Kursen sollten Talente herausgefiltert werden, welche fähig erschienen, die empfangene Propaganda als Multiplikatoren weiterzugeben (26).
Davon liest man in „Mein Kampf“ nichts. Obwohl Hitler sich dessen ohne Zweifel bewusst war, gab er sich fälschlich selbst als ‚Bildungsoffizier‘ aus. Dabei öffnete er weniger Türen, als dass diese ihm geöffnet wurden.
Die Reichswehrführung suchte gezielt nach „Hitlers“! Sie suchte nach Leuten mit antisemitischer, antikommunistischer, antidemokratischer Ausrichtung. Mehr noch suchte sie nach Demagogen. Schon an diesem Punkt lässt sich daher sagen, dass der politische Aufstieg des Adolf Hitler kein unglücklicher Zufall war.
Noch einmal zu Hitlers Rolle als V-Mann und dem ‚Bildungsoffiziers‘ in „Mein Kampf“, der er nicht war (11ii). Obwohl auch der frühe Förderer und später ermordete SA-Führer Ernst Röhm den ‚Bildungsoffizier‘ im Munde führte, so ließ er doch gleichzeitig anklingen, warum Hitler das nicht war:
„Hitler war Bildungsoffizier im Stabe des Gruppenkommandos und unterstand ebenso wie Hermann Esser als Pressereferent der politischen Abteilung, die Hauptmann Mayr leitete.“ (27)
Das bedeutet nichts anderes, als dass Hitler zu jener Zeit nicht führte, sondern geführt wurde. ‚Bildungsoffizier‘ vernebelt diese Tatsache und ‚veredelte‘ sozusagen die Biographie „des Führers“ gerade zu Zeiten seines Karrierebeginns. Aber damit verschwand auch das für seine Vita unangenehme Thema des V-Manns, der Hitler tatsächlich gewesen war:
„Hitler wurde nicht als ‚Bildungsoffizier‘, als welchen er sich selbst ausgibt, sondern als ‚V-Mann‘ geführt. Wenn auch die Bezeichnung ‚Bildungsoffizier‘ nicht auf Offiziere beschränkt blieb, so wird doch selbst in den ersten Listen, die in Eile und unter Verzicht auf büromäßige Sorgfalt entstanden, zwischen ‚Bildungsoffizieren‘, die ausnahmslos Offiziere waren, und ‚V-Männern‘, die dem Unteroffizier- und Mannschaftsstande angehörten, unterschieden. […] Aus ‚Bildungsoffizieren‘ und ‚V-Männern‘ rekrutierten sich die Teilnehmer jener Aufklärungskurse, mit deren Vorbereitung Mayr noch im Mai 1919 begann.“ (28)
Noch einmal: Anfangs war Hitler lediglich Kursteilnehmer, nicht aber Dozent oder Redner. Vom 10. bis 19. Juli 1919 nahm Hitler auch am dritten der sechs ‚Aufklärungskurse‘ der Reichswehr teil (29). Als jedoch sein rednerisches Talent in Diskussionen zur Veranstaltung erkannt worden war, änderte sich das.
„Die Propagandaabteilung verlegte sich darauf, mit engagierten Absolventen der einzelnen Kurse engen persönlichen Kontakt zu halten und sie für Vorträge in ihren eigenen und in anderen Truppenteilen zu motivieren, sie großzügig mit Propagandamaterial für die Soldaten zu versorgen und den Aufbau und die Ausstattung von Lesezimmern zu forcieren. Insgesamt wurden so rund 70 Personen als Propagandisten durch das Gruppenkommando 4 betreut.“ (29i)
Einer der engagierten Absolventen dürfte mit Sicherheit Adolf Hitler gewesen sein, was er in seinem Buch auch bestätigt. Beim ‚Bildungsoffizier‘ allerdings flunkert er, dichtet sich eine Rolle an, die seine Biographie verklärte und den V-Mann vergessen lassen sollte. Jedenfalls durfte Hitler im August 1919 zum ersten Male „ganz offiziell“, nennen wir es einmal so, ‚unterrichten‘:
„Zunächst sollten die aus den Kursen hervorgegangenen Propagandisten in Gruppen von rund 25 Personen als mobile ‚Aufklärungskommandos‘ eingesetzt werden. Aufgrund der Anordnung des Gruppenkommandos 4 vom 22. Juli 1919 wurde ein erster Versuch dieser Art vom 20. bis 25. August 1919 im Kriegsheimkehrerlager Lechfeld durchgeführt, das als besonders unruhig und »bolschewistisch verseucht« galt. Das Unternehmen wurde jedoch ein Fehlschlag, da sich […] nur wenige Kommando-Mitglieder als tatsächlich geeignet erwiesen (eine der Ausnahmen war Adolf Hitler, der sich als Redner hervor tat) […].“ (29ii, 31)
Von der neuen, ihm übertragenen Aufgabe war Hitler zweifellos begeistert:
„Ich begann mit aller Lust und Liebe. Bot sich mir doch jetzt mit einem Male die Gelegenheit, vor einer größeren Zuhörerschaft zu sprechen; und was ich früher immer, ohne es zu wissen, aus dem reinen Gefühl heraus einfach angenommen hatte, traf nun ein: ich konnte ‚reden‘. Auch die Stimme war schon so viel besser geworden, dass ich wenigstens in kleinen Mannschaftszimmern überall genügend verständlich blieb.“ (11iii)
Gerade die Befassung mit seiner eigenen Stimmtechnik zeigt uns, wie ernsthaft Hitler von Beginn an die neue Aufgabe wahrnahm. Aus dem Kursteilnehmer Adolf Hitler war nun der Teilnehmer eines ‚Aufklärungskommandos‘ erwachsen (30). Nach Hitlers sehr erfolgreich bewerteter Propagandatätigkeit innerhalb des „mobilen ‚Aufklärungskommandos“ im Lager Lechfeld (siehe oben) band Hauptmann Mayr, der Chef der Propagandaabteilung (Ib/P), Hitler noch intensiver in die eigene Arbeit ein und verschaffte diesem neue Aufgabenfelder.
In eben jener Zeit, in der Hitler als V-Mann im Spätsommer 1919 begann, Veranstaltungen von Parteien zu besuchen und Ambitionen zeigte, in einer dieser Parteien aktiv zu werden (siehe weiter unten), wurde er von Mayr beauftragt, für diesen schriftliche Einschätzungen zur politischen Lage zu verfassen. Aus der grauen Maus des Weltkriegsgefreiten schälte sich mit aktiver Förderung durch die Reichswehr ein begnadeter Propagandist heraus.
Doch können wir an dieser Stelle festhalten: Während die biographischen Auslassungen Hitlers in „Mein Kampf“ bis einschließlich Kriegsende durchaus authentisch wirken, trifft das für die Angaben zu seiner Reichswehr-Zeit ab dem Frühjahr 1919 nicht mehr zu.
Denn sie wussten, was sie tatenAdolf Hitler verfügte im Sommer 1919 über ein in sich geschlossenes Weltbild, eines, das aus Sicht Hitlers nicht mehr grundlegend weiterentwickelt werden musste. Hitler hatte sich dieses Weltbild als durchaus intelligenter, wissensbegieriger, doch ideologisch frühzeitig vereinnahmter junger Mann über Jahre hinweg erarbeitet. Neue Erkenntnisse nahm er in dieses Weltbild nur dann noch auf, wenn diese auch hineinpassten, sprich, zu keinen kognitiven Verwerfungen führten. Hitler lebte also in ausgeprägter Art und Weise das Prinzip des Bestätigungsfehlers (confirmation bias). In dem, was er dachte, war er ohne jeden Zweifel.
Die intensive Befassung mit dem, an was er glaubte, war überhaupt die Voraussetzung, so sicher und redegewandt zu artikulieren, wie er es tat. Hitler musste, was seine rhetorischen Fähigkeiten betrifft, nach 1919 nicht aufgebaut, sondern lediglich ’nachgeschliffen‘ werden.
Das möchte der Autor anhand einiger Aussagen belegen, die Hitler im Frühherbst 1919 äußerte. Die erste nachgewiesenermaßen von Adolf Hitler stammende Niederschrift entstammt einer internen Korrespondenz im Reichswehr-Gruppenkommando 4 (RWGrKdo 4) und ist auf den 16. September 1919 datiert. Daraus sei repräsentativ zitiert (die Hervorhebung „[sic]“ stammt von Hitler selbst):
„Der Antisemitismus aus rein gefühlsmäßigen Gründen wird seinen letzten Ausdruck finden in der Form von Progromen [sic]. Der Antisemitismus der Vernunft jedoch muss führen zur planmäßigen gesetzlichen Bekämpfung und Beseitigung der Vorrechte des Juden, die er nur zum Unterschied zwischen uns lebenden Fremden besitzt (Fremdengesetzgebung). Sein letztes Ziel aber muss unverrückbar die Entfernung der Juden überhaupt sein.“ (32)
Hauptman Mayr hatte Hitler, einleitend mit „Sehr verehrter Herr Hitler!“, um eine entsprechende Stellungnahme gebeten (32i). Das zeigt deutlich die veränderte Wertschätzung gegenüber dem Untergebenen (!), doch dabei längst entpuppten, ausgemachten Antisemiten. Begründet hatte Hitler sein Ziel „der Entfernung der Juden überhaupt“ folgendermaßen:
„Wenn die Gefahr, die das Judentum für unser Volk heute bildet, seinen Ausdruck findet in einer nicht wegzuleugnenden Abneigung großer Teile unseres Volkes, so ist die Ursache dieser Abneigung meist nicht zu suchen in der klaren Erkenntnis des bewusst oder unbewusst planmäßig verderblichen Wirkens der Juden als Gesamtheit auf unsere Nation, sondern sie entsteht meist durch den persönlichen Verkehr, unter dem Eindruck, den der Jude als einzelner zurücklässt und der fast stets ein ungünstiger ist.“ (32ii)
Bei der Reichswehr war man sich damals ohne wenn und aber völlig im Klaren darüber, wen man da für höhere politische Weihen ins Spiel brachte!
Die in der Reichswehr umfänglich akzeptierte Hitlersche Ausgrenzungsstrategie von gesellschaftlichen Gruppen, begründet durch deren angeblich „planmäßig verderbliches Wirken“, kommt dem Autor seltsam bekannt vor. „Verderblich“ in ihrem Wirken wurden ein Jahrhundert später zum Beispiel Menschen als ‚Coronaleugner‘ und ‚Impfgegner‘, ‚Putin-Versteher‘ und ‚Nazis‘ stigmatisiert, um sie so zur sozialen Ächtung freizugeben. Und viele, zu viele, machten und machen mit. Vom Grundsatz her ist da aber kein Unterschied zu Hitlers Betrachtung der Juden als gesellschaftlicher Gruppe feststellbar.
Im September 1919 hatte Adolf Hitler längst unmissverständlich klargestellt, dass er ein ‚Judenproblem‘ erkennt und ebenso unmissverständlich vermittelte er, wie er das ‚Problem‘ zu lösen gedachte. Er durfte diese Gedanken nicht etwa deshalb widerspruchslos äußern, obwohl er damals noch Angehöriger der Reichswehr war, sondern gerade weil er das war. Die angeblich neutrale Reichswehr verkörperte ein Sammelbecken des radikalsten Antisemitismus, den man sich nur vorstellen kann.
Wie man eine Partei instrumentalisiertUm auf die Überschrift zu reflektieren: Am einfachsten funktioniert das, wenn die Partei bereits als Instrument ins Leben gerufen wurde. Wenn ihre Gründung und Vernetzung von Beginn an Kontrolle und Optionen zur passenden Weiterentwicklung offen halten. Darüber hinaus lässt sich jede Organisation infiltrieren. Wir reden da nicht nur von einem Phänomen der Vergangenheit.
Die Thule-Gesellschaft hielt enge Verbindungen zu zwei jungen Parteien. Eine dieser beiden war sogar auf Initiative der Thule-Gesellschaft gegründet worden: die Deutschsozialistische Partei (DSP) (33). Bei der anderen handelte es sich um die Deutsche Arbeiterpartei (DAP).
Im September 1919 wurde Hitler — wohlgemerkt noch immer aktiv in der Vorläufigen Reichswehr dienend — politisch auch nach außen hin aktiv. Er wurde Mitglied der DAP. Am 12. September hatte er eine Versammlung der Partei besucht. Wie war er da hingekommen?
Ebenfalls im September 1919 hatte Hitler Kontakt zum Vorsitzenden einer weiteren Splitterpartei, der Deutschsozialistischen Partei (DSP) aufgenommen. Die DSP wurde damals unter anderem von Georg Grassinger geführt. Ebenfalls zu den Gründern gehörte der mit Thule vernetzte und später im nationalsozialistischen Regime aufsteigende Julius Streicher, ein fanatischer Judenhasser und Herausgeber der wöchentlich erscheinenden Hetzschrift „Der Stürmer“. Dazu kam Gregor Strasser, der später in der SA-Karriere machte, bevor er wegen ideologischer Konflikte mit der NSDAP-Führung in Ungnade fiel (33i, 34).
Die Kontakte Hitlers zu beiden Parteien sind jeweils eine Geschichte wert. Beginnen wir mit der DAP sozusagen der Keimzelle der im Folgejahr gegründeten NSDAP.
Adolf Hitler suchte nicht etwa aus eigenem Entschluss den bescheidenen Vereinsraum der DAP auf, sondern wurde als V-Mann („Verbindungsmann“) von der Reichswehr dorthin entsandt (31i). Dies dürfte nicht der einzige ‚Parteibesuch‘ gewesen sein, wie die Episode seines angeblichen Eintrittsgesuchs bei der DSP, ebenfalls im September 1919 geschehen (siehe weiter unten), nahelegt. Bei der Reichswehr war man misstrauisch, wenn in politischen Organisationen Begriffe wie zum Beispiel ’sozialistisch‘ oder ‚Arbeiter‘ vorkamen. Daher sollte Hitler vorfühlen, wie es wirklich um die DAP und die DSP stand. Zumal an jenem Abend dort auch Feder, der sowohl bei Thule als für die Reichswehr tätig war (siehe weiter oben), als Redner auftrat (35).
So besuchte Hitler am 12. September 1919 im Auftrag von Hauptmann Mayr eine Versammlung der DAP (35i). Um der Partei nur wenige Tage später mit der Mitgliedsnummer 555 beizutreten. Die DAP hatte ihre Zählung bei 500 begonnen, um eine größere Mitgliederschaft vorzutäuschen (31ii). Im Januar 1919 gegründet, gehörten der DAP am 12. September tatsächlich 41 Mitglieder an (28i). Zum Vergleich: Die DSP zählte damals 350 Mitglieder (36). Die DSP war also, wenn man so will, deutlich attraktiver und wahrscheinlich auch professioneller geführt als die DAP. So Hitler mit beiden Parteien kokettierte: Mit welcher konnte er sich leichter anfreunden?
Als Hitler Tage an jenem 12. September bei der DAP-Versammlung als Redner auftrat, polemisierte er gegen den Vortrag eines Professor Baumann (11iv). Das geschah, möglicherweise sogar geplant, im Rahmen seiner Rolle als V-Mann im Auftrage der Reichswehr. Auf das Planvolle der Angelegenheit weisen die folgenden Details.
Hauptredner bei dieser Versammlung war Gottfried Feder, der zu seinem Standardthema „Zinsknechtschaft des Geldes“ sprach. Dieser vertrat den eigentlich angekündigten Dietrich Eckart, ein weiteres Mitglied der Thule-Gesellschaft, der wegen Krankheit abgesagt hatte (37). Hitler zur Seite gestellt wurde von Hauptmann Mayr der Arzt Wilhelm Gutberlet, und auch dieser gehörte zu Thule. Gutberlet würde für Mayr einen ausführlichen Bericht zur Vorstellung Hitlers bei dieser Veranstaltung erstellen (38, 39).
Was macht das mit einem Menschen, wenn seine Rhetorik vom Publikum so offen aufgenommen wird, wenn er spürt, wie stark er damit andere Menschen in seinen Bann ziehen kann? Für einen Adolf Hitler muss der Besuch der Parteisitzung der DAP einer Offenbarung gleichgekommen sein, als im Gewahr wurde, wie seine Zuschauer ihm an Augen und Ohren hingen. Schließlich war sein offizieller Auftrag als V-Mann der eines Beobachters, nicht der eines Agitators. Doch mischte er sich in die parteiinterne Diskussion ein, wovon der damalige Parteivorsitzende Anton Drexler nicht etwa frustriert, sondern tief beeindruckt war. So beeindruckt, dass er Hitler umgehend darum bat, in die DAP einzutreten (40).
Damit kommen wir zum offenbar früher stattgefundenen Kontakt Hitlers mit der Deutschsozialistischen Partei (DSP). Dazu gibt es eine Erzählung Karl Grassingers, des Mitbegründers und Vorsitzenden dieser Partei:
„Etwa im September erschien im Büro des Verlages bei Grassinger Adolf Hitler und erbot sich, an der Zeitung und der Deutsch-Sozialistischen Partei mitzuarbeiten. Er war mittellos und hat sich von Herrn Grassinger Geld geliehen. Man hatte in der Zeitung aber keine Verwendung für ihn; in der Partei wollte man ihn ebenfalls nicht haben.“ (33ii)
Beim Verlag handelte es sich um den Eigentümer des Münchner Beobachter (später Völkischer Beobachter), die Franz Eher Nachfolger GmbH. Dort als Redakteur arbeitete einer der Gründer der Thule-Gesellschaft, der Journalist Karl Harrer (41). Karl Harrer wiederum war es gewesen, der am 5. Januar 1919 gemeinsam mit dem Eisenbahnschlosser Anton Drexler, Gottfried Feder und Dietrich Eckart die Deutsche Arbeiterpartei, die bereits oben thematisierte DAP gegründet hatte.
Der Verlag Franz Eher würde später auch „Mein Kampf“ herausgeben. Aber wurde Hitler tatsächlich bei der DSP als Bittsteller abgewiesen und bei der DAP mit offenen Armen empfangen?
Spätestens im Sommer 1919 wurde sich Adolf Hitler seiner rhetorischen Gaben bewusst. Aber verfügte er auch schon über den später so ausgeprägten Machtwillen, als er sich entschied, der DAP beizutreten? Einmal ganz abgesehen davon, dass sein Mentor, Hauptmann Mayr, ihn dazu bewegte. Unabhängig davon, ob Grassingers Erzählung zu Hitler tatsächlich der Wahrheit entspricht (33iii, 42), hätte Hitler bei der DSP einen deutlich schwereren Stand gehabt, wenn es darum gegangen wäre, Macht auszuüben. Denn dort wäre er auf Julius Streicher getroffen – ein gleichwertiger Demagoge, der sich durch ein erprobtes, starkes Ego auszeichnete.
Es bleiben Fragezeichen. Denn Hitler hatte im Jahre 1919 sehr wahrscheinlich noch gar nicht dieses Machtbewusstsein bei sich entdeckt und gelebt — eher das des Sendboten der „reinen Lehre“. Er entdeckte sich als Propagandist.
Innig verbunden: Das Kaiserreich und die nationalsozialistische BewegungEs ist also höchst zweifelhaft, dass Hitler bis einschließlich Herbst 1919 mit dem Charisma eines „Führers“ aufgetreten wäre. In „Mein Kampf“ möchte er den Eindruck erwecken, es wäre seine, und nur seine Entscheidung gewesen, der DAP beizutreten (11v), aber dem ist nicht so, und das lässt sich recht simpel begründen.
War er doch nach wie vor als Angehöriger der Reichswehr seinen Vorgesetzten gegenüber zu Gehorsam verpflichtet. Seine in Gang kommenden politischen Tätigkeiten mussten samt und sonders von Hauptmann Mayr und übergeordneten Instanzen der Reichswehr genehmigt, wenn nicht gar angewiesen werden. Dafür bekam Hitler einen, wenn auch kargen Sold. Hitler hatte befehlsmäßig eine definierte Rolle in einem sorgfältig geknüpften Netzwerk übertragen bekommen, die hatte er auszufüllen. Der Wechsel seiner Rolle vom Informanten hin zum politischen Agitator verlief höchst geschmeidig. Erkämpfen musste er sich die neue Rolle nicht.
„Er [Hitler] hatte seine Beobachtungen [zur DAP] schon an Hauptmann Mayr übermittelt, der sie an eine Gruppe hoher Offiziere und Finanziers weiterleitete, die sich einmal wöchentlich im Hotel «Vier Jahreszeiten» trafen, um über die Voraussetzungen für eine Wiedererrichtung der deutschen Militärmacht zu diskutieren. Dieser Kreis war zu dem Schluss gekommen, das könne nur mit Unterstützung der Arbeiterschaft erreicht werden.“ (43)
Damit bekam der Name Deutsche Arbeiterpartei einen Wert als Honigtopf für zu verführende Arbeiter und gleichzeitiger Fassade zur Verhüllung gewaltsamer Umsturzpläne. Wir erinnern uns, dass das Hotel Vier Jahreszeiten praktisch Sitz der extrem nationalistischen, antisemitischen, faschistoiden Thule-Gesellschaft war.
Der Faschismus wurde nun einmal nicht erst von Hitler erfunden. Hitler würde allerdings zu dessem Repräsentanten gekürt. Und wir wissen bereits, dass eine Reihe von Thule-Mitgliedern beziehungsweise Sympathisanten aus dem Offizierskorps der Reichswehr (respektive der kaiserlichen Armee) stammte.
„Die kleine Deutsche Arbeiterpartei konnte dafür als Werkzeug benutzt werden. So erschien eines Tages General Ludendorff höchstpersönlich in Mayrs Büro und ersuchte darum, Hitler in diese Partei eintreten und sie aufbauen zu lassen.“ (43i)
Diese Episode ist von allergrößter Bedeutung. Denn, wie ebenfalls bereits früher ausgeführt, stand Erich von Ludendorff gemeinsam mit Paul von Hindenburg seit 1916 an der Spitze der militärischen und politischen Machtpyramide im deutschen Kaiserreich (43ii, 44). Und jener General würde am 9. November 1923 gemeinsam mit Hitler einen Putsch gegen die deutsche Republik anzetteln (46). Die von Beginn an bestehende unheilige Lisaon von Nationalsozialisten und Militärs konnte kaum besser zum Ausdruck gebracht werden.
So man Strukturen der Gegenwart als Begrifflichkeit auf das Jahr 1919 übertragen möchte, war Ludendorff ein exponierter Vertreter des damaligen Tiefen Staates in Deutschland. Über den Sichtungsprozess innerhalb der ‚Aufklärungskurse‘ (siehe weiter oben), die von einem einflussreichen Netzwerk der Reichswehr administriert wurden, gelangte Hitler in bemerkenswert kurzer Zeit in das Sichtfeld der Machtspitzen.
Hitler beschrieb in „Mein Kampf“ blumig seinen inneren Kampf, ob er in die DAP eintreten wollte oder nicht. Das ist sehr leicht als Prosa entlarvbar. Denn er hatte das gar nicht zu entscheiden. Es wurde ihm befohlen. Hitler war in jener Zeit zwar als Redner aufgefallen. Aber deshalb war er noch lange kein Führer und erst recht nicht „der Führer“. Er war ein gehorsamer Soldat, und das nicht nur formell sondern auch in seinem Wesen.
„Es war Angehörigen der neuen Reichswehr nicht gestattet, in politischen Parteien mitzuarbeiten, doch um Ludendorff zufriedenzustellen, dessen Wünsche im Heer noch immer respektiert wurden, befahl Mayr dem Gefreiten Hitler, der Arbeiterpartei beizutreten und ihre Entwicklung festigen zu helfen. Zu diesem Zweck wurde ihm zunächst ein wöchentlicher Betrag an Inflationsgeld zur Verfügung gestellt, der dem Wert von 20 Goldmark entsprach.“ (43iii)
Ernst Deuderlein hat es auf den Punkt gebracht:
„Nicht Hitler kam zur Politik — die Politik kam zu Hitler.“ (12ii)
Herbst 1919 — ZwischenfazitDie Reichswehr war die Brutstätte und machtpolitischer Hintergrund für die nationalsozialistische Bewegung. Sie wurde es erst recht, als Parteien wie die DAP und ihr Nachfolger, die NSDAP, systematisch aufgebaut sowie in ihren Führern die Sehnsucht nach Größerem entfacht worden war. Wobei ja gerade die DAP als Kind von Reichswehr und Thule-Gesellschaft einzuordnen ist.
Das Offizierskorps der Reichswehr konstituierte sich gleichzeitig als eine quasi informelle Vereinigung, ein politisch-ideologisches Netzwerk. Diese Netzwerk ebnete Wege und half später bei der finanziellen Ausstattung der nationalsozialistischen Bewegung. Ernst Röhm — dem Reichswehr-Offizier und späteren SA-Führer — kam eine Schlüsselrolle zu:
„Hitler wurde sofort in den Parteivorstand [der DAP] berufen und später zum Propagandaleiter der Partei ernannt. In den folgenden Wochen holte Hitler mehrere Angehörige seiner Armee in die Partei, darunter einen seiner kommandierenden Offiziere, Hauptmann Ernst Röhm. Die Ankunft von Röhm war eine wichtige Entwicklung, da er Zugang zum politischen Fonds des Heeres besaß und in der Lage war, einen Teil der Gelder an die DAP zu überweisen.“ (40i)
Es sollte deutlich geworden sein, dass sich hier mitnichten ein „Führer“ gleich einem einsamen Wolf nach oben gekämpft hatte. Hier griff ein Rädchen ins andere. Das System, das vor allem durch eine konservative, antidemokratische, antikommunistische sowie rassistische und antisemitische Denkweise zusammengehalten wurde, „gebar den Führer“. Es hegte und pflegte ihn, weil dieser perfekt deren Ansprüche als Demagoge nach außen hin abbildete. Er war ihr Werkzeug — nur das ihre?
Fortsetzung folgt.
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(Allgemein) Die Artikelreihe „Hitlers Kampf und sein Weg zur Macht“ fußt auf der vor Jahren veröffentlichten Reihe „Lesungen aus einem verbotenen Buch“. Die ursprünglichen Texte, bestehend aus acht Artikeln, wurden umfassend überarbeitet; sowohl inhaltlich als auch redaktionell. Außerdem fanden sie ihre Fortsetzung in weiteren Artikeln, die letztlich in eine Buchedition (online) münden sollen.
(a1) Geopolitik, so wie Haushofer den Begriff verstanden wissen wollte, ist eine Beschreibung von Politik im Abhängigkeit von geographischen Räumen, in denen Gesellschaften zwischeneinander und im Innern interagieren. So verstandene geopolitische Ideen wurden allerdings schon zuvor durch zum Beispiel britische Politiker und Theoretiker wie Halford Mackinder (Stichwort Herzland-Theorie) entwickelt.
(1) Deutsche Biographie; Franz Menges; Mayr, Karl; https://www.deutsche-biographie.de/gnd129409979.html#ndbcontent; abgerufen: 11.02.2026; aus: Neue Deutsche Biographie 16, 1990
(2, 2i) 10.03.2015; Historisches Lexikon Bayerns; Othmar Plöckinger; Aufklärungskommando und Propaganda der Reichswehr in Bayern; https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Aufkl%C3%A4rungskommando_und_Propaganda_der_Reichswehr_in_Bayern
(3, 43) 11.05.2006 (16.08.2024); Historisches Lexikon Bayerns; Christoph Hübner; Eiserne Faust, 1919-1934; https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Eiserne_Faust,_1919-1934
(4, 45i) 20.02.2018 (19.12.2018); ati; Gina Dimuro; Why Anton Drexler Was More Responsible For The Nazi Party Than Adolf Hitler; https://allthatsinteresting.com/anton-drexler
(5) 16.01.2025; nsdoku.lexikon; Joachim Schröder; Franz Xaver Ritter von Epp (16.10.1868 München — 31.1.1947 München); https://www.nsdoku.de/lexikon/artikel/epp-franz-ritter-von-193
(6) 14.09.2025; Lemo; Ernst Röhm 1887-1934; https://www.dhm.de/lemo/biografie/ernst-roehm
(7) 01.10.2022; Deutsche Biographie; Paul Hoser; Amann, Max; https://www.deutsche-biographie.de/dbo003217.html#dbocontent
(8) 19.01.2025; Traces Of War; Wesley Dankers; Rudolf Hess; https://www.tracesofwar.com/articles/4503/Rudolf-Hess.htm
(9) Was War Wann?; Rudolf Heß Lebenslauf; https://www.was-war-wann.de/personen/rudolf-hess.html; abgerufen: 11.02.2026
(10) 08.08.2025; NS-Dokumentationszentrum München; Sabine Schalm; Thule-Gesellschaft; https://www.nsdoku.de/lexikon/artikel/thule-gesellschaft-835
(11 bis 11v) 1925; Mein Kampf, Erster Band — Eine Abrechnung; Adolf Hitler; Zwei Bände in einem Band; ungekürzte Ausgabe; Zentralverlag der NSDAP., Frz. Eher Nachf., G.m.b.H., München; 851.–855. Auflage 1943; S. 227, 232/233, 235, 238 bis 240
(12 bis 12ii) 1969; Ernst Deuderlein; Hitler, Eine politische Biographie; Paul List Verlag; S. 40 bis 44; https://ulis-buecherecke.ch/pdf_der_krieg/hitlers_financiers.pdf
(13) 1959; Rudolf von Albertini, Ernst Deuerlein und weitere; Hitlers Eintritt in die Politik und die Reichswehr; IfZ München, Vierteljahreshefte; https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1959_2_4_deuerlein.pdf; S. 182
(14) 1919; BayHStA /Abt.IV, RWGrKdo 4; Nr. 326; Feder; Finanzfragen; https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/images/f/fd/Artikel_44412_bilder_value_2_aufklaerungskommando2.pdf
(15) 1919; Gottfried Feder; Das Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft des Geldes; Verlag Jos. C. Huber, Diessen vor München; https://dn721808.ca.archive.org/0/items/gottfriedfederdasmanifestzurbrechungderzinsknechtschaftdesgeldes191962s.text/Gottfried%20Feder%20-%20Das%20Manifest%20zur%20Brechung%20der%20Zinsknechtschaft%20des%20Geldes%20%281919%2C%2062%20S.%2C%20Text%29.pdf
(16) Deutsche Friedensgesellschaft, Darmstadt; 25-Punkte-Programm der NSDAP; https://dfg-vk-darmstadt.de/Lexikon_Auflage_2/NSDAP_25_Punkte_Programm.pdf; übernommen von: https://www.dhm.de/lemo/html/dokumente/nsdap25/index.html (Quelle nicht mehr erreichbar); siehe auch: http://www.kurt-bauer-geschichte.at/PDF_Lehrveranstaltung%202008_2009/04_25-Punkte-Programm.pdf
(16) 1989; Albrecht Tyrell; Gottfried Feder — Der gescheiterte Programmatiker. In: Ronald Smelser, Rainer Zitelmann (Hrsg.): Die braune Elite. 22 biographische Skizzen; WBG, Darmstadt; S. 32 bis 34.; sowie: 1978; Peter D. Stachura; The Shaping of the Nazi State; S. 81.
(17) 29.07.2022; Lemo; Daniel Wosnitzka; Die Thule-Gesellschaft; https://www.dhm.de/lemo/kapitel/weimarer-republik/antisemitismus/thule-gesellschaft.html
(18) 26.02.2024; Jüdische Allgemeine; Julian Reitzenstein; Rudolf Heß, die Schlüsselfigur der NSDAP; https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/rudolf-hess-die-schluesselfigur-der-nsdap/
(19) 1969; Neue Deutsche Biographie 8; Josef März; S. 121; Haushofer, Karl Ernst; https://www.deutsche-biographie.de/sfz70029.html#ndbcontent
(20) 06.03.2000; Deutschlandfunk; Otto Köhler; Rudolf Heß — Der Mann an Hitlers Seite; https://www.deutschlandfunk.de/rudolf-hess-der-mann-an-hitlers-seite-100.html
(21) „Die wirtschaftlichen Vereinbarungen [des Vertrages von Versailles] waren in einem derartigen Grade bösartig und dumm, dass sie den ganzen Vertrag ad absurdum stellten.“; Winston S. Churchill; Der Zweite Weltkrieg; Band 1, S. 21; S.Fischer-Verlage; ISBN: 978-3-596-16113-3; https://www.fischerverlage.de/buch/winston-s-churchill-der-zweite-weltkrieg-9783596161133
(22) 05.04.2019; Bundeszentrale für politische Bildung; Peter Hoeres; Versailler Vertrag — Ein Frieden, der kein Frieden war; https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/288788/versailler-vertrag-ein-frieden-der-kein-frieden-war/
(23) 2023; 100 Jahre Weimarer Republik; 100 Jahre Versailler Vertrag; https://weimar.bundesarchiv.de/WEIMAR/DE/Content/Virtuelle-Ausstellungen/Die-besiegte-Nation/versaillervertrag.html
(24, 38 bis 38iii) 12.10.1998; Lemo; Daniel Wosnitzka; Adolf Hitler 1889 — 1945; https://www.dhm.de/lemo/biografie/adolf-hitler
(25, 39 bis 39iii) Bundeszentrale für politische Bildung; Ernst Deuerlein; Hitlers Eintritt in die Politik und die Reichswehr; https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/archiv/525824/hitlers-eintritt-in-die-politik-und-die-reichswehr/
(26) 2010; Frühe biografische Texte zu Hitler; Othmar Plöckinger; IfZ München, Vierteljahreshefte; https://web.archive.org/web/20201029170705/https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/2010_1_4_pl%C3%B6ckinger.pdf; S. 94
(27) 1928; Ernst Röhm; Die Geschichte eines Hochverräters; https://ia802702.us.archive.org/8/items/die-geschichte-eines-hochverraters/Die%20Geschichte%20eines%20Hochverr%C3%A4ters.pdf; S. 100f;
(28, 28i) 1959; Rudolf von Albertini, Ernst Deuerlein und weitere; Hitlers Eintritt in die Politik und die Reichswehr; IfZ München, Vierteljahreshefte; https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1959_2_4_deuerlein.pdf; S. 182; S. 203/204; siehe auch https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/archiv/525824/hitlers-eintritt-in-die-politik-und-die-reichswehr/
(29 bis 29ii, 31, 31ii) 10.03.2015; Historisches Lexikon Bayerns; Othmar Plöckinger; Aufklärungskommando und Propaganda der Reichswehr in Bayern; https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Aufkl%C3%A4rungskommando_und_Propaganda_der_Reichswehr_in_Bayern
(30, 41) 22.07.1919; Bayr. Reichswehr Gruppen Kdo. 4 Abteilung I b/P Nr. 365; Aufklärungskommandos; https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/images/6/6f/Artikel_44412_bilder_value_1_aufklaerungskommando1.pdf
(31 bis 31ii, 37, 37iv) 1919; HStA. München, Abt. II, Gruppen Kdo 4, Bd. 50/4; Beschriftung: „Rw Gruppen Kdo 4. Abt. Ib. Listen der Propaganda- und Vertrauensleute“; entnommen bei: 1959; Institut für Zeitgeschichte München; Jahrgang 7, Heft 2; Rudolf von Albertini, Wilhelm Deist, Waldemar Besson, Ernst Deuerlein; Hitlers Eintritt in die Politik und die Reichswehr; https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1959_2_4_deuerlein.pdf; S. 179, 182, 191, 198 bis 200
(32) 1959; APuZ 28/1959; Ernst Deuderlein; Hitlers Eintritt in die Politik, Dokument 64; https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/archiv/525824/hitlers-eintritt-in-die-politik-und-die-reichswehr/#footnote-reference-64
(33 bis 33iii) 1961; Institut für Zeitgeschichte München; ZS-50; https://www.ifz-muenchen.de/archiv/zs/zs-0050.pdf; S. 1 bis 3, 16, 23
(34) 11.01.2015; Zukunft braucht Erinnerung; Stefan Loubichi; Thule-Gesellschaft — Ein Ideengeber der NS-Ideologie; https://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/thule-gesellschaft-ein-ideengeber-der-ns-ideologie/
(35, 35i) 11.05.2006 (31.07.2024); Historisches Lexikon Bayerns; Benedict Weyerer; Sterneckerbräu, München; https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Sterneckerbr%C3%A4u,_M%C3%BCnchen
(36) 28.08.2006 (01.08.2024); Historisches Lexikon Bayerns; Siegfried Zelnhefer; Deutschsozialistische Partei (DSP), 1920 — 1922; https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Deutschsozialistische_Partei_(DSP),_1920-1922
(37) 1919; Gottfried Feder; Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft des Geldes; Verlag Jos. C. Huber, Diessen vor München; https://de.wikisource.org/wiki/Das_Manifest_zur_Brechung_der_Zinsknechtschaft
(38) 1998; Ian Kershaw; Hitler — 1889-1936 Hubris; Penguin, London; S. 126; https://archive.org/details/hitler18891936hu0000kers/page/126/mode/2up?q=126&view=theater
(39) 1974; André Brissaud; Hitler et l’Ordre noir; S. 67; entnommen bei: Georges van Vrekhem; When Hitler become the Führer; https://motherandsriaurobindo.in/disciples/georges-van-vrekhem/books/hitler-and-his-god/
(40, 40i) September 1997; Spartacus Educational; John Simkin; Herrman Esser; https://spartacus-educational.com/Hermann_Esser.htm#source; entnommen bei: 1964; William L. Shirer; The Rise and Fall of the Third Reich
(41) 11.05.2006 (30.07.2024); Historisches Lexikon Bayerns; Paul Hoser; Münchener Beobachter; https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/M%C3%BCnchener_Beobachter
(42) 30.10.2017; The Guardian; Dalya Alberge; Hitler joined Nazis only after another far-right group shunned him; https://www.theguardian.com/world/2017/oct/30/hitler-joined-nazis-only-after-another-far-right-group-shunned-him
(43 bis 43iii) John Toland; Adolf Hitler; Gustav Lubbe Verlag; Originalverlag: Doubleday, Garden City, New York, 1976; ISBN 3-7857-0207-8; S. 120
(44) Lemo; Erich von Ludendorff 1865-1937; https://www.dhm.de/lemo/biografie/erich-ludendorff; abgerufen: 01.10.2025
(45) geschichte-lexikon; Hitler-Ludendorff-Putsch; http://www.geschichte-lexikon.de/hitler-ludendorff-putsch.php; abgerufen: 24.02.2026
(Titelbild) Volksempfänger, Mein Kampf; Spengler Museum Sangerhausen; 06.08.2007; Autor: Giorno2 (Wikimedia); https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Spengler_Museum_Sangerhausen_4.jpg; Lizenz: Creative Commons 4.0
Der ARD-Desinformant Siggelkow bleibt hartnäckig
ARD-„Journalisten“ seiner Couleur müssen schließlich auch nicht mit Nachstellungen wegen ihrer systematischen Desinformation rechnen.
Also wird weiter munter russische Desinformation herbeigelogen, wenn es darum geht, mehrere nicht weniger verlogene Narrative zu verbinden und zu stärken. Die Plumpheit des Ganzen kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass all das wirksam ist. Pascal Siggelkow hat sich dabei im Laufe der Jahre einen zweifelhaften Ruf erworben.
Wer Desinformation betreibt, das entscheidet das Wahrheitsministerium — oder die EU. Desinformation kann beliebig ausgelegt werden und für Desinformation, die ein Wahrheitsministerium, zum Beispiel die EU, mittels fadenscheiniger Indizien herbeizaubert, kann man in der besten Demokratie, die das EU-Europa je hatte, bestraft werden. Steht man jedoch auf der „richtigen“ Seite, nämlich auf der der herrschenden Macht, dann darf man Desinformation betreiben, bis sich die Balken biegen. Die ARD steht auf der „richtigen“ Seite. Und Pascal Siggelkow ist ein „alter Vertrauter“, wenn es um Frontberichterstattung von Seiten der ARD geht. Er glänzte neulich mit einem Beitrag zu „russischer Desinformation“ — russische Desinformation? Außer heißer Luft war da nichts.
An: publikumsservice’at’tagesschau.de, gremienbuero-beschwerden’at’ndr.de
Betr. Desinformation zu angeblicher russischer Desinformation — Weiterleitung an Herrn Siggelkow
Guten Tag, Herr Siggelkow,
spätestens seit ich mich intensiv mit der Berichterstattung Ihres Senders, und ja, auch ganz persönlich mit Ihrer, also der des Herrn Siggelkow, befasse, ist mir Desinformation geläufig. Die Desinformation der ARD ist mir inzwischen so geläufig, wie sie gewöhnlich geworden ist. Besonderen Schmackes haben natürlich Formate wie der Faktenfinder. Dass ich diesen offenen Brief an Sie verfasse, hat nichts mit irgendwelchen Erwartungshaltungen Ihnen gegenüber zu tun. Tatsächlich halte ich persönlich Sie inzwischen für unfähig zur kritischen Reflexion des eigenen beruflichen Tuns. Wie sonst auch hätten sie über solch eine lange Zeit den Job des Faktenfinders betreiben können? Sie hatten sich ja bereits in Ihrer vorherigen Tätigkeit bei Report Mainz für höhere Weihen empfohlen.
Wessen Geistes Kindes Sie sind, haben Sie ja in der Vergangenheit bereits eindrucksvoll bewiesen, als sie sich als PLandemie-Propagandist verdingten. Noch bedeutsamer aber erscheint mir, wie Sie im Nachhinein mit dieser von Ihnen gelebten Rolle umgegangen sind. Zwei Beispiele für Sie und die Leser zur Erinnerung mögen dabei genügen:
- 02.12.2022; ARD-Tagesschau; Pascal Siggelkow; Was passiert, wenn die Zahlen wieder steigen?; https://www.tagesschau.de/faktenfinder/corona-schulen-massnahmen-105.html
- 19.10.2022; ARD-Tagesschau; Pascal Siggelkow; Fremdschutz durch Impfung war gegeben; https://www.tagesschau.de/faktenfinder/coronavirus-ansteckung-101.html
Man beachte die Zeitstempel. Im Spätherbst 2022, als die Akutzeit der PLandemie bereits Monate zurücklag, wäre Gelegenheit zur Besinnung, zur Reflexion gewesen. Sie haben diese Gelegenheit bis heute nicht wahrgenommen. Dafür machen Sie nun munter beim Russland-Bashing mit. Vergessen wir bei all dem nicht, dass Sie außerdem ein Denunziant und darauf anscheinend auch noch stolz sind:
„Dabei recherchierte er [Pascal Siggelkow] beispielsweise verdeckt zu Ärzten, die Corona verharmlosten und ohne medizinischen Grund Atteste gegen das Tragen von Schutzmasken ausstellten.“ (1)
Sie, Herr Siggelkow, wissen, was man unter einem „medizinischen Grund“ zu verstehen hat? Sie wissen, was „Corona“ ist? Sie kennen sich mit „Schutzmasken“ aus? Sie sind ausgebildeter Journalist — tatsächlich? Sie wissen nichts zum Thema, hier dem „Corona“-Thema. Sie wissen auch nicht, was ein „medizinischer Grund“ aussagt. Und der Sinn diverser Schutzmasken ist Ihnen auch nicht geläufig. All das wissen Sie nicht, aber zur Gesinnungsschnüffelei hat es noch allemal gereicht. Ein Journalist, der seinen Beruf auch als Berufung versteht, gibt sich für so etwas nicht her.
Dass heute Menschen — Menschen, die mutig und ihren Mitmenschen verpflichtet sind, die ihr ärztliches Gelöbnis tatsächlich in den Mittelpunkt ihres Wirkens stellen — einem demokratischen Rechtsstaat hohnsprechend im Gefängnis sitzen, das haben diese Menschen auch Leuten wie Ihnen, Herr Siggelkow, zu ‚verdanken‘. Sie sind ein Täter.
Das an dieser Stelle offensichtlich werdende Problem findet sich auch nicht in „der Pandemie“ oder „dem russischen Angriffskrieg“ oder „der gesichert rechtsextremistischen AfD“ oder auch, Sie erinnern sich?, „der Giftgasangriffe in Syrien“. Das Problem liegt darin, dass Sie, Herr Siggelkow, für sich entschieden haben, zu dienen, der Macht zu dienen. Sie werden im Faktenfinder beauftragt, Munition zu finden, die im Medienkrieg brauchbar ist. Sie sind nicht frei in ihrer Arbeit. Sie sind ergebnisorientiert beauftragt — und setzen das auch wie gewünscht um. So stellt sich bodenloser Opportunismus und Konformismus dar. Und über Ihnen sitzt natürlich eine Redaktion, die sich in ihrem Tun innerhalb der Machtpyramide prinzipiell nicht von dem Ihren unterscheidet.
Kommen wir zu Ihrem jüngsten Meisterwerk — sicher kein Meisterwerk des Journalismus, weil nämlich gar kein Journalismus. „Russische Desinformation bleibt hartnäckig“ titeln Sie da. Mir scheint die von Ihnen verbreitete Desinformation deutlich hartnäckiger und leider auch präsenter. Russische Desinformation nachzuweisen, gelingt Ihnen natürlich nicht (2). Dafür gelingt Ihnen mit Ihrer Schattenfechterei und Strohmannargumenten etwas anderes: die (wohlgemerkt!) emotionale Aufrechterhaltung eines fiktiven Bildes vom „gefährlichen Russen“ — und noch gefährlicherem „Kreml-Herrscher“. Womit sie der Spaltung nach außen und innen, der Aufrechterhaltung einer auf Krieg gebürsteten gesellschaftlichen Stimmung Vorschub leisten.
Sie betätigen sich ja auch als Redakteur. Ist da auch das Titelbild des Beitrags auf Ihrem Mist gewachsen (b1)?
Bilder machen Stimmung, mehr noch als Worte. Das Titelbild ist das Tor zu Ihrer emotionalen Argumentationskette. Es steht über allem und nimmt den Leser von Beginn an ein. Blöd ist nur, dass Ihr gesamter Artikel, Herr Siggelkow, rein gar nichts mit Wladimir Putin zu tun hat. So wie da auch kein Nachweis russischer Desinformation auffindbar ist.
Stattdessen wird man auf Schritt und Tritt mit Regierungspropaganda konfrontiert. Die in Ihrem Beitrag dargestellten Projektionen von herrschaftsaffinen „Experten“ wie Julia Smirnova, die zu PLandemie-Zeiten ein Feindbild von angeblich sich radikalisierenden, gewaltbereiten „Verschwörungsideologen“ und „Impfskeptikerinnen“ an die Wand malten, sind dabei besonders aufschlussreich. Erst recht, da Leute wie Smirnova und wie Sie, Herr Siggelkow, frank und frei auch Jahre später die Konsumenten desinformieren dürfen. Dabei atmet gerade die am Londoner ISD und bei CeMAS beschäftigte Smirnova den Stallgeruch sogenannter Nichtregierungsorganisationen wie der Gates- und Soros-Stiftungen und vieler anderer aus (3 bis 5). Man fühlt sich halt wohl in der Corona-Lügner-Blase, nicht wahr, Herr Siggelkow? Sehen Sie:
Als es um „das neuartige Virus“ ging, haben Sie und Ihre Experten alle Hüllen fallen lassen. Sie haben sich als notorische Corona-Lügner entpuppt. Warum sollen die Menschen solchen Leuten deren „Expertisen zu russischer Propaganda“ abnehmen? Sie sind rundweg unglaubwürdig. Skepsis gegenüber jeder Ihrer Behauptungen ist grundsätzlich angebracht.
Um nicht falsch verstanden zu werden: Sie als Corona-Lügner zu titulieren, ist eine Sachaussage, die ich Ihnen bei Interesse gern ausführlich begründe. Das hat nichts mit den ausschweifend von Ihrem Haus verwendeten, emotional aufgeladenen Terminus „Hass und Hetze“ zu tun.
Ihre im Beitrag angebotene Schattenfechterei mach ich also nicht (mehr) mit. Kommen wir besser gleich zu den Kernaussagen, die Sie versuchen unter das Volk zu bringen. Folgende Behauptung, so unterstellen Sie in Ihrem jüngsten Artikel (2i), wäre russische Desinformation:
- Die Ukraine ist korrupt.
Wollen Sie, Herr Siggelkow, damit also ausdrücken, dass es in der Ukraine kein tiefgreifendes, äußerst schwerwiegendes Problem mit Korruption gäbe? Oder etwas rhetorisch aufgeladen: Gehen Sie davon aus, dass all Ihre Konsumenten mit dem Klammersack gepudert sind? Natürlich ist die Ukraine, sind die Regierung und diverse Behörden der Ukraine, von Korruption zerfressen. Das können Sie sogar bei Ihrem eigenen Sender erfahren. Wer desinformiert hier also?
Auch unterstellen Sie, dass die folgende Behauptung russische Desinformation wäre:
- Es gibt weltweite Verbindungen aus der Ukraine zu terroristischen Organisationen.
Es gibt diese Verbindungen nicht, Herr Siggelkow? Gibt es die nicht, weil Sie keine gefunden haben? Oder gibt es die vielleicht nicht, weil Sie gar nicht danach gesucht haben? Die ukrainischen Behörden sind korrupt. Das bringt es nun einmal mit sich, dass Geld in dunklen Kanälen versickert. Was für Geschäfte lassen sich wohl derzeit in der Ukraine am Besten betreiben?
„Viele der Kanäle, die diese Behauptung verbreiteten, sind auch in der Vergangenheit bereits damit aufgefallen, prorussische Narrative mit Blick auf den Angriffskrieg in der Ukraine zu teilen. Mit solchen Postings soll suggeriert werden, dass die Ukraine die Waffen, die sie von ihren Unterstützern erhält, einfach an dritte Parteien weiterverkauft.“ (2ii)
Tja, Herr Siggelkow: Soll ich das jetzt für Sie prüfen, weil Sie zu imkompetent sind, herauszufinden, ob ukrainische Waffen diverser Ausprägung in anderen Ecken der Welt, zum Beispiel in Afrika, im Nahen Osten und Lateinamerika landen? Wie gut werden Sie bezahlt, diese Eigenrecherche zu unterlassen? Oder kommt Ihnen das nicht einmal mehr in den Sinn?
Und schließlich unterstellen Sie, dass auch diese Behauptung russische Desinformation wäre:
- Es gibt starke neofaschistische Tendenzen in der Ukraine.
Oder gibt es die doch und ich habe Sie nur falsch verstanden? Kann man Sie in irgendeiner Weise unterstützen, weil Sie auf der Journalistenschule alles Mögliche, nur nicht das ehrliche Handwerk eines Journalisten erlernt haben? Oder haben Sie es erlernt und wenden es nur nicht an?
Wissen Sie, es ist mir inzwischen tatsächlich zu blöd, Sie und Ihre ARD-Kollegen mit relevanten Quellen zu versorgen. Sie befassen sich eh nicht ehrlich damit, so Sie diese überhaupt in Augenschein nehmen. Innerhalb Ihrer diversen Desinformationskriege würden solche Quellen nur stören. Diesbezüglich bin ich nach zehn Jahren offener Briefe tatsächlich entzaubert.
Aber eben das ist auch der Grund, warum dieser Brief nicht ungelesen in irgendeinem ARD-Papierkorb verschwindet. Es ist ein offener Brief, der tausendfach gelesen wird. Und diesen tausenden Lesern biete ich Quellen und eigene Analysen an, auf dass sie sich dann ihr Bild selbst machen können.
Einer Sachdiskussion mit Jedermann stehe ich ungeachtet all dessen nach wie vor offen gegenüber.
Freundliche Grüße,
Peter Frey
Anhang
Einige Informationen zur grassierenden Korruption in der Ukraine:
- https://peds-ansichten.de/2025/07/ukraine-korruption-nabu-selenskyj-agenten-globalisten/
- https://peds-ansichten.de/2025/01/ukraine-konflikt-hunter-joe-biden-burisma-metabiota-pentagon/
- https://peds-ansichten.de/2022/08/joe-hunter-biden-ukraine-usa-burisma-notebook/
Einige Informationen zur mexikanischen Verbindung der Ukraine:
- https://peds-ansichten.de/2025/11/ukraine-konflikt-drogen-kartelle-mexiko-brasilien-kolumbien/
Einige Informationen zum Faschismus in der Ukraine:
- https://peds-ansichten.de/2022/10/die-ukraine-eine-diktatur/
- https://peds-ansichten.de/2022/09/ukraine-selenskyj-ss-totenkopf-hakenkreuz-sbu-asow-kraken/
Weitere Medienkritiken auf diesem Blog speziell zu Pascal Siggelkow:
- https://peds-ansichten.de/2022/11/ard-faktenfinder-zwangsimpfung-infektion-corona-luegen-pfizer/
- https://peds-ansichten.de/2024/07/ukraine-konflikt-raketenangriff-kiew-krankenhaus-zivile-infrastruktur-ard-tagesschau/
- https://peds-ansichten.de/2025/02/bundestagswahl-2025-krieg-und-frieden-demokratie/
- https://peds-ansichten.de/2024/10/donald-trump-kamila-harris-pascal-siggelkow-springfield-us-wahlkampf/
Externe Medienkritiken zu Pascal Siggelkow:
- 28.03.2023; Norbert Häring; Pascal Siggelkow, ARD-Experte für Nichtexpertentum entlarvt Ganser und Guérot als Scharlatane; https://norberthaering.de/propaganda-zensur/ganser-guerot-krone/
- 23.09.2024; Overton Magazin; Roberto De Lapuente; Regierungssprecher auf Beitragszahlerkosten; https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/regierungssprecher-von-beruf/
- 30.01.2025; Ständige Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien e.V.; Mirko Jähnert; „Fuck den Checker“; https://publikumskonferenz.de/blog/fuck-den-checker/
Bitte bleiben Sie achtsam, liebe Leser.
Anmerkungen und Quellen
(Allgemein) Dieser Artikel von Peds Ansichten ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung — Nicht kommerziell — Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kann er gern weiterverbreitet und vervielfältigt werden. Bei Verlinkungen auf weitere Artikel von Peds Ansichten finden Sie dort auch die externen Quellen, mit denen die Aussagen im aktuellen Text belegt werden.
(1) 08.09.2022; ARD, SWR; Pascal Siggelkow; https://www.swr.de/swrkultur/wissen/pascal-siggelkow-100.html
(2 bis 2ii) 24.02.2026; ARD-Tagesschau; Pascal Siggelkow; Russische Desinformation bleibt hartnäckig; https://www.tagesschau.de/faktenfinder/russland-ukraine-desinformation-102.html
(3) 09.01.2022; Deutschlandfunk; Julia Smirnova, Mehr Verschwörungsgläubige und Aufrufe zur Gewalt bei Telegram; https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/radikalisierung-auf-telegram-mehr-verschwoerungsglaeubige-und-aufrufe-zu-gewalt
(4) 03.04.2021; ZDF, Julia Klaus; Was ein Frühwarnsystem gegen Hass bringt; https://web.archive.org/web/20210515115755/https://www.zdf.de/nachrichten/digitales/corona-querdenken-cemas-verschwoerung-100.html
(5) ISD; Partnerships And Funders; https://www.isdglobal.org/partnerships-and-funders/; abgerufen: 27.02.2026
(b1) ARD, Faktenfinder, Pascal Siggelkow, Wladimir Putin, Titelbild, Bildschirmschnappschuss; 24.02.2026; https://www.tagesschau.de/faktenfinder/russland-ukraine-desinformation-102.html
(Titelbild) ARD, öffentlich-rechtliche Medien, Schreibmaschine; Autor: Markus Winkler (Pixabay); 13.06.2020; https://pixabay.com/de/photos/mockup-schreibmaschine-deutsch-5282000/; Lizenz: Pixabay License
Brief aus dem Gefängnis
Die Ärztin Sabine Witzschel wurde eingesperrt — sie ist schmerzbeladene Zeugin eines sich etablierenden Unrechtsregimes.
Nun schreibt Frau Witzschel aus dem Gefängnis. Das ist gut. Die sich so ausladend ob der Vorhaltungen des derzeitigen US-Gesundheitsministers echauffierende deutsche Amtskollegin Nina Warken sollte sich später nicht hinter der Begründung verstecken können, dass sie von nichts gewusst hätte. Sie zeigte sich mit ihrer cholerischen Reaktion als korrekt mitspielender Teil des PLandemie-Apparates.
Von Dr. Bianca Witzschel
— Offener Brief an —
An Frau
Nina Warken, MdB
Deutscher Bundestag
Platz der Republik 1
Persönliche Übergabe 02.02.2026
— in Kopie an —
Bundesministerium für Gesundheit
11055 Berlin
Fax: 49 30 18441-4900
Meine Sicht Ihrer Antwort an Robert Kennedy jr.
Sehr geehrte Frau Gesundheitsministerin Warken,
ich darf mich kurz vorstellen: Ich bin Dr.med. Bianca Sabine Witzschel, Fachärztin für Pharmakologie und Toxikologie und Fachärztin für Allgemeinmedizin und ich habe zum Thema Nachweis von Primidon in Blut und Speichel promoviert. Ich muss diese Woche für 1 Jahr und 4,5 Monate (meine Strafe: 2 Jahre und 8 Monate, wovon ich bereits 476 Tage in U-Haft war) in die JVA Chemnitz.
Mit Interesse, da es mich ja persönlich betrifft, habe ich sowohl das Schreiben des amerikanischen Gesundheitsministers Robert Kennedy jr. als auch Ihr Antwortschreiben darauf gelesen.
Vielleicht wissen Sie es nicht und deswegen ist es mir ein Bedürfnis, Sie davon in Kenntnis zu setzen, aus welchen Gründen ich verurteilt wurde.
Ich habe in den Jahren 2020 und 2021 Maskenatteste, PCR-Test-Unfähigkeitsbescheinigungen und Impfunfähigkeitsbescheinigungen für Menschen ausgestellt, die alle — jeder persönlich — bei mir waren. Jeder hat einen kompletten Anamnesebogen ausgefüllt (für Kinder deren Eltern) und unterschrieben, ich habe diesen im persönlichen Gespräch zum Teil noch ergänzt und die Patienten beraten. Danach erfolgte für/von jedem eine umfangreiche Bioresonanz-Analyse und im weiteren Gespräch kam es zur Klärung des AttestInhaltes und dessen/deren Übergabe.
Zum 1. Februar 2022 wurde meine Approbation ruhend gestellt und ein Jahr später, am 28. Februar 2023 früh 6.00 Uhr — zum 5. Mal in der Corona-Zeit — erfolgte ein sehr unsanftes Wecken durch viele Bedienstete mit erneuter (die 5.) Haus-/Grundstücks-Durchsuchung. Am 28.02.2023 wurde ich sofort verhaftet, einem Haftrichter zugeführt und später in die JVA Chemnitz gefahren. Im November 2023 begannen geplante 40 Verhandlungen im Hochsicherheitstrakt in Dresden. Auf den Fahrten zwischen der JVA Chemnitz und dem Hochsicherheits-Gerichtsgebäude in Dresden, Hammerweg wurden mir Hand- und Fußfesseln angelegt. Im Hochsicherheitstrakt wurde ich mit Handschellen und gekettet an einen mich führenden Bediensteten von A nach B bewegt und erst an meinem Stuhl im Gerichtssaal zwischen meinen beiden Verteidigern von den Handschellen befreit. Ich saß 476 Tage in Untersuchungshaft. Nach dem Urteilsspruch am 17.06.2024 durfte ich zunächst — mit massiven Auflagen — nach Hause.
Meine Revision vor dem Bundesverfassungsgericht wurde im August 2025 abgelehnt. Am 22.01.2026 erhielt ich von der Staatsanwaltschaft Dresden die Aufforderung zum Haftantritt in der JVA Chemnitz innerhalb von 2 Wochen nach Posteingang, sodass ich nun in dieser Woche meine Haftstrafe antreten muss. Mir drohen auch weitere Verurteilungen, da noch Gerichtsverfahren mit gleichen Vorwürfen anhängig sind.
Neben der Tatsache, dass ich die oben genannten Bescheinigungen ausgestellt habe, wurde mir unterstellt, rechtsradikal zu sein und nachdem bei einer Hausdurchsuchung noch eine (lt. Gutachten nicht funktionstüchtige) Taschenlampe gefunden wurde, die man in Notfällen auch als Teaser benutzen könnte, wurde mir sogar unerlaubter Waffenbesitz vorgeworfen.
Insbesondere das Framing, anders kann ich es nicht nennen, ich sei rechtsradikaler Reichsbürger, zog sich durch die gesamte Verhandlung und diente scheinbar nur dazu, mich zu diskreditieren. Aber dies schreibe ich Ihnen nur informationshalber.
Ich möchte auf die Atteste, die ich ausgestellt habe, zurückkommen.
In meiner beruflichen Tätigkeit konnte ich mir Wissen aneignen, welches mich dazu befähigt, selbstbestimmt zu denken.
FFP2 Masken sind nicht geeignet, — und dafür können Sie sehr gern jedes x-beliebige Datenblatt, welches auch schon vor Corona erstellt wurde, zurate ziehen — Viren abzuwehren und bieten auch keinen Schutz vor gegenseitiger Ansteckung. Im Gegenteil, da sie als Staubschutz gedacht sind, sind sie sehr luftundurchlässig. FFP2 Masken sind keine medizinischen Produkte und unterlagen auch keinen entsprechenden Prüfungen. Es handelt sich um sogenannte Staubmasken, deren Tragen nur unter bestimmten Bedingungen möglich ist:
90 min ohne Pause
30 min Pause….danach Maskenwechsel
Das Tragen der Maske führt zu:
Rückatmung, dadurch erhöhten Co₂-Gehalt im Blut, was bei jedem Menschen, ob krank, gesund, jung oder alt, zu einer Azidose führt, die sich in erster Linie im Gehirn bemerkbar macht.
Durch die Feuchtigkeit und das warme Milieu unter den Masken sind die Mundschleimhäute extrem gefährdet, was zu Infektionen der Atemwege und zu Dermatosen führt.
Für Brillenträger besteht eine zusätzliche Gefahr durch das Beschlagen der Brillengläser, wodurch neben den o.g. Konzentrationsschwierigkeiten zusätzliche Unfallgefahren eintreten.
Auch psychische Belastungen sind nicht außer Acht zu lassen, weil viele Menschen gegen ihren Willen gezwungen wurden, Masken zu tragen.
Bei Kleinkindern entstand durch die Tatsache, dass sie, wenn die Mutter eine Maske trug, nicht mehr die Möglichkeit hatten, sich an der Mimik der Mutter zu orientieren. Das war für Mutter und Kind zusätzlich belastend und der Gesamtentwicklung des Kindes keinesfalls dienlich.
Jeder dieser oben genannten Punkte ist, meiner Meinung als Ärztin nach, eine Indikation für das Erstellen eines Masken-Attestes, auch bei vermeintlich gesunden Personen, um gesundheitliche Beeinträchtigungen bzw. Schäden zu vermeiden.
Die Bescheinigungen, die SarsCov 2-Testungen nur über Speichel zu erlauben, sind genauso rechtmäßig, da eine Testung von Speichel die gleichen Ergebnisse bringt und damit auch verhindert wird, dass Verletzungen durch die Teststäbchen entstehen können.
Zu guter Letzt, die Impfunfähigkeitsbescheinigungen, die ich ausstellte, haben sicher sehr viele Menschen vor den inzwischen bereits nachgewiesenen Nebenwirkungen der nicht ausreichend getesteten Injektionen („Impfungen“) bewahrt. Auch dies galt gleichermaßen für kranke und gesunde Menschen.
Mir wurde auch vorgeworfen, dass ich mir durch diese Bescheinigungen Geld erschlichen hätte; Patienten, die zu mir kamen, in Massen abgefertigt hätte; ja sogar die Bescheinigungen vorher zu Hause ausgestellt zu haben.
Neben der Tatsache, dass ich diese behaupteten überhöhten Honorare nicht angenommen habe, kann ich nicht verstehen, was daran ungesetzlich ist, wenn ich in Ermangelung einer Sprechstundenhilfe Bescheinigungen selbst und zuvor in meiner Praxis am Computer ausdrucke. Mir lagen ja entsprechende Anmeldungen vor und ich habe diese Schriftstücke erst nach dem o.g. Procedere dem Patienten persönlich übergeben.
Dass ich die Patienten mit einem Bio-Resonanzgerät getestet habe, ist ebenfalls schwer zu bemängeln, da für derartige Atteste gar keine Untersuchungen, geschweige bestimmte Methoden vorgeschrieben/verlangt werden. Ich habe keine Gesundheitszeugnisse ausgestellt. Bio-Resonanzgeräte sind bei Alternativen Ärzten eine gängige und gut geeignete Untersuchungsmethode und sicher viel aussagefähiger, als die — wenn überhaupt erfolgt — sogenannten Untersuchungen (um Gefahren vorzubeugen), die Ärzte in den Impfzentren durchgeführt haben.
Ich habe als Ärztin immer im Sinne meiner Patienten gehandelt und entschieden, denn ich habe einen Eid geleistet, an den ich mich halte. Zur Sicherheit hier der Wortlaut:
Genfer Ärztegelöbnis
Als Mitglied der ärztlichen Profession gelobe ich feierlich:
Mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen;
die Gesundheit und das Wohlergehen meiner Patienten zu meinem obersten Anliegen zu machen;
die Autonomie und die Würde meiner Patienten zu respektieren;
die Geheimnisse, die mir anvertraut werden, auch über den Tod des Patienten hinaus zu wahren;
mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln die Ehre und die edlen Traditionen des ärztlichen Berufes aufrechtzuerhalten;
meinen Lehrern, Kollegen und Schülern die ihnen gebührende Achtung und Dankbarkeit zu erweisen;
medizinisches Wissen zum Wohle des Patienten und zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung einzusetzen;
nicht zuzulassen, dass Erwägungen von Alter, Krankheit oder Behinderung, Glauben, ethnischer Herkunft, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, politischer Zugehörigkeit, Rasse, sexueller Orientierung, sozialer Stellung oder jeglicher anderer Faktoren zwischen meine Pflichten und meinen Patienten treten;
größtmöglichen Respekt vor menschlichem Leben zu wahren;
meine ärztliche Tätigkeit nicht zur Verletzung der Menschenrechte und bürgerlichen Freiheiten zu missbrauchen, auch nicht unter Bedrohung;
Dies gelobe ich feierlich, frei und auf meine Ehre.
Der zentrale Grundsatz der medizinischen Ethik lautet:
Primum non nocere — zuerst einmal nicht schaden!
Sehr geehrte Frau Warken,
ich bin in der DDR aufgewachsen und habe ein Unrechtsregime kennengelernt. Es schmerzt mich unendlich, dass ich mich im Augenblick so fühle, als würde die Bundesrepublik Deutschland den gleichen Weg gehen, wie die DDR. Eines möchte ich Ihnen jedoch sagen, wir Ossis haben nicht vergessen, wie wichtig es ist, zu seiner Meinung zu stehen und diese auch zu vertreten.
Mit freundlichen Grüßen
Dr.med. Bianca Sabine Witzschel
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Anmerkungen und Quellen
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(Titelbild) Stetoskop, Arzt, Behandlung; Gerd Altmann (Pixabay); 06.11.2012; https://pixabay.com/de/illustrations/stestoskop-herz-kurve-verlauf-64276/; Lizenz: Pixabay License
Wie die nächste „Pandemie“ vorbereitet wird
Von der Aufdeckung mehrerer Inszenierungen und dem diese verbindenden Skript
Die Botschaft der Überschrift dieses Artikels ist eindeutig. Es geht hier nicht um Mutmaßungen, dass etwas eintreten könnte. Nein, die Dinge geschehen. Sie geschehen Tag für Tag und sie beeinflussen unseren Alltag. Der Autor hat immer wieder betont, dass die PLandemie, die inszenierte Pandemie, im Grunde nie beendet wurde. Sie wird weitergeführt. Doch ist der Rahmen dieser Aussage trotzdem zu eng gefasst. Denn selbst die PLandemie ist doch nur eine von mehreren Inszenierungen zur Transformation von Gesellschaften. Felix Feistel ist es gelungen, Dinge zusammenzuführen, die selbst durchaus bereits aufgeklärten Zeitgenossen noch einmal einen ganz anderen Blick auf die gesellschaftlichen Phänomene der Gegenwart ermöglicht.
Eine große Herausforderung gesellschaftspolitischer journalistischer und redaktioneller Arbeit besteht einerseits darin, das komplexe Wesen von Gesellschaften und deren Mitgliedern, also vor allem der Menschen mit ihrem oft widersprüchlichen Charakter ausreichend präzise zu erfassen. Andererseits kommen wir nicht umhin, zu abstrahieren, wesentliches aus dem komplexen Bild herauszuschälen, um es erklärbar und verständlich zu machen. Beide Herausforderungen ausgewogen miteinander zu verbinden und umzusetzen, ist mitnichten banal. Es ist sogar eine hohe Kunst.
Dafür müssen wir natürlich erst einmal in der Lage sein, die unterschiedlichen Ebenen von Strukturen und Prozessen zu erfassen, vor allem auch, wie diese miteinander in Verbindung stehen. Doch genügt auch dieses universelle Prinzip allein nicht. Wir benötigen zusätzlich und unbedingt hinreichend gesichertes Wissen, immer wieder geprüfte Fakten. Erst das versetzt uns in die Lage, halbwegs gesicherte Annahmen aufzustellen. Das Talent der kognitiven Erfassung verkümmert ohne den Fleiß der Wissensaneignung. Dieser Prämissen war sich Felix Feistel offenbar bewusst, als er sein Buch
CORONA – NEXT LEVEL
Wie die nächste »Pandemie« vorbereitet wird
verfasste. Dieses Buch ist ein gutes Beispiel für den Versuch, komplexe Themen miteinander zu verbinden und dabei trotzdem ausreichend zu abstrahieren, die Dinge angemessen simpel und verständlich für den Leser aufzuarbeiten. Und außerdem bezeugt dieses Buch eine Fleißarbeit.
Der Titel des Buches könnte zur irrigen Annahme verleiten, dass es hier um eine reine Projektion der „Corona-Zeit“ und deren Wiederauflage geht. So viel vorweg: Es ist mehr, viel, viel mehr als das. Wer sich an das Werk wagt, dem öffnen sich eine ganze Reihe neuer Türen, welche das sind, dazu gleich mehr. Was dieses Buch nicht leistet, es auch gar nicht zu leisten vorhat, ist die Klärung der Frage, ob es sich 2020 um eine Pandemie oder um eine Pandemie-Inszenierung handelt. Letzteres steht für den Buchautor unzweifelhaft fest. Der Untertitel weist uns darauf hin. Die nächste „Pandemie“ bricht nicht etwa aus, sie wird vorbereitet und schließlich umgesetzt. Was möchte man da auch bestreiten, so doch die Faktenlage überwältigend ist?
Fakten müssen prüfbar sein, dem wird das Buch gerecht. 447 Quellenangaben sprechen eine deutliche Sprache. Nicht nur wegen der puren Zahl, sondern auch deshalb, weil sie in hohem Maße auch auf jene Institutionen verweisen, die aktiv an der Pandemie-Inszenierung beteiligt sind. Wir erfahren von Quellen, die uns darauf hinweisen, dass die PLandemie eine von mehreren Operationen beschreibt, um ein übergeordnetes strategisches Ziel zu erreichen. Wessen und welches Ziel das ist? Eben, das sollte uns interessieren und genau dort setzt das Buch auch an.
Einleitend nimmt es uns mit in die Akutphase der letzten PLandemie. Es fasst die Maßnahmen der Legislative (politische Führung), Judikative (Gerichte) und Exekutive (Behörden) zusammen, letztlich allesamt Maßnahmen der Nichtpharmazeutischen Intervention (NPI), entstammend einer Konzeption zur Bekämpfung angeblicher Pandemien, die mehr als ein Jahrzehnt zuvor in den USA erarbeitet worden war (1 bis 3). Diese Konzeption beschreibt das, was man gemeinhin als „Lockdown“, Masken- und Impfzwang, „Abstandsregeln“, Schulschließungen, Versammlungsverbote, Quarantäne, ausuferndes Testen und exzessive Öffentlichkeitsarbeit zur Herstellung und Aufrechterhaltung von Hysterie in der Bevölkerung zusammenfassen kann. Nichtpharmazeutisch ist im doppelten Sinne des Wortes zu verstehen. Denn das ist es sowohl im direkten Sinne — es entbehrt jedweder seriösen medizinischen Betreuung — als auch indirekt, weil weit weg von einem gesundheitlichen Nutzen entfernt. Durch die Bank weg handelte es sich um politische Maßnahmen, deren eigentlicher Zweck den Menschen bewusst vorenthalten wurde.
Kulminieren tat das Ganze im Masken- und Impfzwang. Felix Feistel nimmt sich dabei dem Thema Impfzwang (nicht etwa „Impfpflicht“) ausführlicher an, weil er uns damit die Tür zu den weiteren Aspekten, jenen außerhalb der eigentlichen PLandemie, zu öffnen vermag. Dazu gehört die grundsätzliche Infragestellung von Dogmen, wie dem von Pandemien:
„Der Staat und seine Institutionen spielten sich zum Wächter über die Gesundheit des ganzen Volkes auf und stellten dabei paradoxerweise die Gesundheit jedes Einzelnen hintenan. Und das auf einer Grundlage, die bei genauerer Betrachtung nicht haltbar war. Denn eine Pandemie in der Form, dass eine tödliche Krankheit über die Welt rollte, hat es nie gegeben.“ (4)
Wollte man dennoch eine Pandemie inszenieren, dann musste getrickst werden. Das tat man „bei Corona“ reichlich. Man trickste bei der Auslastung der Krankenhäuser, der Erfassung der Tests, bei den statistischen Erhebungen, der symptomatischen Spezifizierung von Covid-19, der „Entdeckung des Virus“, seinen Übertragungsmöglichkeiten und seiner Gefährlichkeit, den Testmethoden, dem Nutzen der „Impfung“, dem Nutzen von Grundrechteeinschränkungen usw. usf. Und diese ganze Trickserei wurde wie bei einem Flächenbombardement von Politik und Systemmedien auf die Menschen abgeladen. Kurz und knapp geht Felix Feistel dieses Thema durch. Nicht ohne schon hier die nächste Tür einen Spalt breit zu öffnen, indem er die Weltgesundheitsorganisation (WHO), respektive die Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) ins Spiel bringt.
Formal war „die Pandemie“ 2020 schließlich von der WHO verkündet worden. Deren Wort wurde Gesetz für die Staaten. Die WHO, die kein demokratisch gewähltes Gebilde darstellt, die privaten Interessen unterliegt, „empfahl Maßnahmen“, die in einem funktionierenden demokratischen Rechtsstaat schier undenkbar sein sollten. Eine tatsächliche Legitimation, in die Rechte von Staaten einzugreifen, hatte sie nie. Auffällig ist nun, dass das oben genannte Portfolio an Tricksereien zur Vortäuschung einer Pandemie von der WHO genauso genutzt wurde, wie von den Regierungen. Jedenfalls setzten weltweit, wenn auch nicht durchweg, Regierungen die WHO-Empfehlungen um. Warum taten die Regierungen das? Wer spielte hier wem die Bälle zu und welchen Einfluss darauf hatten die Bürger?
Feistel greift in diesem Zusammenhang die Tests auf. Regierungen, Experten und WHO-Offizielle haben eine im Grundsatz völlig neue Strategie der (wohlgemerkt) angeblichen Bekämpfung von Krankheiten auf den Markt des Denkbaren geworfen: Bekämpfung durch Testen, durch immer mehr (quantitativ) und auf immer mehr Testen. Tests, die keiner wirklichen Kontrolle unterliegen und deren Fähigkeiten zur Erkennung von Erregern wie Viren, erst recht Krankheiten, willkürlich gleichgestellt mit Infektionen, schlicht nicht gegeben sind. Diese Tests kennzeichnen einen Betrug, der geradezu monströs ist. Und diese technisch und medizinisch nichtssagenden Tests werden bis zum heutigen Tag stetig ausgeweitet.
Diese Tests haben weder einen epidemiologischen noch überhaupt einen medizinischen Nutzen. Aber sie haben einen politischen Nutzen. Freilich nur dann, wenn die Menschen glauben, dass es doch einen epidemiologischen Nutzen gäbe. Die Menschen werden also systematisch belogen. Sie werden belogen, damit sie politische Maßnahmen der Regierenden ertragen oder gar unterstützen. Die Tests sind kein Werkzeug einer Pandemie-Bekämpfung, sie sind eine politische Waffe, um die Bürger zur Umsetzung von „Maßnahmen“ zu zwingen. Es geht also gar nicht um Gesundheit, es geht um Politik. Aber wessen Politik soll das sein?
Nach den Tests und den erzielten Erfolgszahlen, ja, politisch waren die erzielten Inzidenzen tatsächlich Erfolgszahlen, kam das „Impfen“. „Impfen“ mit einer neuen genbasierten Technologie, die das Herstellen von „Impfstoffen“ um Größenordnungen billiger machte und dafür die Gewinne von Pharmakonzernen in schwindelerregende Höhen trieb. Feistel weist nach, dass die weltweit größten Hersteller von „Impf“-Produkten aufgrund der politischen Maßnahmen der Regierenden Rekordgewinne einfuhren. Sie gehörten zu unzweifelhaften Gewinnern der PLandemie, nicht etwa die Getesteten, Gespritzten und anderweitig entrechteten Bürger. Politik in wessen Interesse wurde also betrieben?
Tests und „Impfungen“, die lediglich politisch sinnvoll sind, richten sich aber nicht nur auf die Disziplinierung von Menschen. Und so öffnet Felix Feistel die nächste Tür. Wiederholt richtet er den Blick auf die Landwirtschaft und er beginnt, weil man da über keine große Brücke zu gehen hat, mit der Tierhaltung. Denn auch Tiere werden mit medizinischen Sinnlostests auf immer mehr und das auch noch immer öfter getestet. Wenn hunderttausende Hühner gekeult werden, das vermittelt uns Feistel, dann ist das keine Abwehrmaßnahme gegen eine seuchenhaft verbreitete Tierkrankenheit. Genau das Gleiche gilt für das „Impfen“ von Tieren, was man immer mehr auszuweiten versucht. Das sind keine epidemiologischen Maßnahmen, es sind erzwungene politische Maßnahmen. Was sind die Ziele solcher politischen Maßnahmen?
Ab hier werden die zu gehenden Schritte im Buch größer. Feistel weist uns darauf hin, dass die Landwirtschaft ein riesiger Markt ist. Ein Markt, der gern neu aufgeteilt werden möchte — vom wem? Was geschieht eigentlich, wenn ein Bauer seine wirtschaftliche Existenz aufgeben muss? Aufgeben muss, weil er aufgrund politischer Maßnahmen — die unter anderem und fälschlich dem Gesundheitsschutz angedichtet werden — nicht mehr in der Lage ist, seinen Hof zu führen. Wer übernimmt da im Wesentlichen solche aufgegebenen Ländereien?
Womit die nächste Tür zur „Klimaerhitzung“ führt, zum angeblichen Kampf gegen die Klimaerhitzung. Wegen des Kohlendioxids und überhaupt der Treibhausgase. Das wurde wissenschaftlich nie bewiesen. Ganz so, wie der Nutzen von „Corona-Tests“ und „Corona-Impfungen“ nie bewiesen wurde. Die Maßnahmen gegen die „Klimaerhitzung“ sind also gar keine technisch sinnvollen Maßnahmen. Sie bewirken klimatechnisch nichts, was man je hätte nachweisen können. Sinnvoll sind diese Maßnahmen auf der politischen Ebene. Dort erfüllen sie ihren Zweck.
Der Buchautor öffnet eine weitere Tür, sie führt in den Raum der Profiteure von Krisen. Und Bill Gates und dessen Stiftung, auf die Felix Feistel immer wieder im Buch zurückkommt, ist ein herausragender Vertreter dieser Profiteure. Feistel fasst sorgfältig verschiedene Agenden in eine Klammer. Zu den inszenierten Pandemien bei Mensch und Tier fügt er nun die „Klimakrise“ hinzu. Alles dient einer Strategie von Macht- und Profitgewinn. Verlassen wir kurz das Buch von Felix Feistel:
Zu den „wissenschaftlichen Fakten“ gehört die These von Bill Gates, man müsste zur „Klimarettung“ von tierischer Nahrung zu „synthetischem Fleisch“ übergehen. Denn das würde den Ausstoß von Kohlendioxid reduzieren. Und dass Kohlendioxid der Verursacher einer „Klimaerhitzung“ ist, darf „wissenschaftlich“ ebenso wenig in Zweifel gezogen werden wie die „Klimaerhitzung“ selbst. Inwieweit sorgt sich Gates tatsächlich, dass wir alle mehr schwitzen und durch die „Klimaerhitzung“ (5) in „PLandemien“ ausgelöscht werden?
Bill Gates sagt uns auch, dass naturnahe Landwirtschaft schlecht für das Klima sei, weil mit ihr keine ausreichende Reduktion von Kohlendioxid umzusetzen wäre, und außerdem zu viel Land benötigt würde. Apropos Land: Kennen Sie die Investment-Gesellschaft Cascade Investment LLC?
Cascade Investment LLC ist — wie es der Name schon sagt — ein Investment-Unternehmen (6). Grundsätzlich bietet solch ein Unternehmen Anlegern Fonds zur Kapitalanlage mit Renditeversprechen an. Die Rendite erhofft man sich aus dem in der realen oder Finanzwirtschaft angelegten Kapital. Cascade Investment gehört Bill Gates (7). Er hat es höchstselbst im Jahre 1995 gegründet (8). Und eben Bill Gates hat einen Großteil seines privaten Kapitals in den Fonds von Cascade Investment angelegt: mindestens 40 Milliarden US-Dollar, das ist mehr als seine Microsoft-Anteile (8i, 9). Renditen sind Gates sicher, denn er hat politischen Einfluss. Mit den erzielten Gewinnen kauft sich Gates in Firmen ein — und er kauft Land, sehr viel Land, oft weit über den üblichen regionalen Marktpreisen (10, 11). Seine Fonds scheinen so einiges abzuwerfen.
Der „Philanthrop“ Bill Gates ist inzwischen der größte Landbesitzer der Vereinigten Staaten von Amerika (10i). Ist er das, weil er die Welt retten will? Ganz bestimmt nicht. Gates profitiert von PLandemien (angebliche Gesundheitskrisen), von der angeblichen Klimakrise und dann auch noch von der angeblichen Versorgungskrise bei Nahrungsmitteln. Und alle diese Krisen sind inszeniert und schaffen erst die wahren Krisen: in der allgemeinen Gesundheit, der Bewahrung einer lebenswerten Umwelt und der ausreichenden Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln.
Doch wenden wir uns wieder Felix Feistel und seinem Werk zu. Ihm zufolge steht Bill Gates exemplarisch für weitere geldschwere und politisch einflussreiche Vertreter einer umfassend „neuen Welt“. Feistel weist auf die Aktivitäten der Rockefeller-Familie und Peter Thiels hin.
Und so berichtet uns Felix Feistel in seinem Buch, dass den Landwirten nicht nur hohe „Gesundheitskosten“ sondern auch immer mehr „Klimakosten“ auferlegt werden. Dabei tun nicht nur die Regierungen sondern auch supranationale undemokratische Behörden wie die EU kräftig mit. Wem diese Politik zugute kommt, ist offensichtlich. Und plötzlich sind wir gar nicht mehr bei „Corona“, sondern mittendrin im täglichen Wahnsinn. Und Feistel öffnet uns die nächste Tür.
Weil er uns darauf hinweist, dass all diese inszenierten Krisen unseren Alltag zunehmend, in der Zeit kleinteilig aber insgesamt fundamental, ändern könnten. Denn bei all dem werden wir in unseren Freiheiten zunehmend eingeschränkt. Dafür werden Abhängigkeiten ganz neuer Art geschaffen. Das im Auge geht Feistel ausführlich auf die Ideologie der One-Health — übersetzbar mit ganzheitlicher, umfassender Gesundheit — ein. Mit Gesundheit hat das Ganze allerdings ziemlich wenig gemein. Was diese Ideologie im Wesentlichen prägt, ist bereits mehrfach angedeutet worden: Steuern und Regeln, Überwachen und Monitoren. Es ist eine Top-Down-Methode, eine der Überwachung von oben nach unten. Eines derer Werkzeuge haben wir hier bereits besprochen: Es ist der PCR-Test (und seine eventuellen Nachfolger).
Das wahre Wesen des Tests ist der Ansatz zur umfassenden, lückenlosen Überwachung eines jeden von uns. Institutionen wie die WHO, die WOAH, das World Economic Forum (WEF) und die EU unterstützen voll und ganz diesen zutiefst undemokratischen und freiheitsgefährdenden Ansatz. Und arbeiten dabei intensiv mit Pharmakonzernen, anderen Unternehmen im Gesundheitswesen und natürlich mit jenen in der Informationstechnik (IT) zusammen. Schließlich müssen die Daten ja auch technisch erfasst, abgelegt und verarbeitet werden. Dieses ganze Management des Herbeitestens einer Krise und deren Überwachung hat bereits ihre Feuerprobe „bei Corona“ bestanden. Die Konsequenzen des One-Health-Ansatzes sind alarmierend und werden von Feistel im Buch umfassend gewürdigt.
Der Buchautor reißt zudem in angemessener Weise weitere Aspekte an, die sämtlich in den One-Health-Ansatz hineinspielen und welche da sind: digitale Währung, elektronische ID (respektive elektronischer Impfpass und „Klimaguthaben“), immer strengere Vorschriften bis hin zum Verbot privater Tierhaltung und Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln (insbesondere Obst und Gemüse), Herstellung von Nahrungsmittelabhängigkeit.
Schließlich geht Feistel noch ausführlich auf die „Mutter aller Pandemien“ ein, die Spanische Grippe. Er erläutert die widersprüchlichen Informationen zu diesem Ereignis und weist auf andere Möglichkeiten der nicht zu bestreitenden, millionenfachen Todesfälle hin. Ganz vorsichtig, möglicherweise sogar unbewusst, kratzt er dabei auch ein klein wenig am Narrativ der Infektionstheorie. Deutlicher wird er bei den sogenannten Zoonosen als Ursache von Pandemien sowie den Pandemien selbst. In seinem Fazit führt er aus:
„Die ganze Erzählung zoonotischer Pandemien beruht auf einer fehlgeleiteten Wissenschaft, die jedoch finanzkräftig vorangetrieben wird und sich in reinem Materialismus erschöpft. Das Konzept der Biosicherheit fördert einen materialistischen Wahn, im Außen beständig nach Feinden zu suchen, die vermeintlich bekämpft werden müssen — ein Wahn, der sich auch in anderen Feldern zeigt. Dieser »Krieg« gegen Krankheitserreger erfordert ein immer breiteres Arsenal von Detektionsmöglichkeiten und Waffen — in Form von PCR-Tests, Impfungen und Medikamenten. Mensch und Tier werden — Corona hat es gezeigt — in die Sterilität gezwungen und damit von allem Natürlichen abgeschirmt.“ (4i)
Er weist auf eine „Pandemie-Industrie“ hin, eine Industrie, die solche Krisen benötigt, um hochprofitabel zu arbeiten, unter anderem, um mit diesen Profiten weiteren Einfluss auf gesellschaftliche Prozesse nehmen zu können. Jede dieser Krisen beschreibt, ihrer Fassade entledigt, als Krieg gegen die Bevölkerung, so wie die „klassischen“ Kriege es auch sind. Die Schlussfolgerungen sind gleichzeitig Mahnung:
„Um Gesundheit oder Schutz von Mensch, Tier und Umwelt geht es dabei nicht. Es handelt sich nur um vorgeschobene ideologische Schablonen, die austauschbar sind und immer nur dann zur Anwendung kommen, wenn sie den herrschenden Interessen nutzen. Ginge es um Gesundheit, würden, statt immer mehr Impfungen und Medikamente zu vermarkten und zu verabreichen, Mensch und Tier in ihrer natürlichen Immunität gestärkt – durch würdige Lebensumstände, gesunde Ernährung und Hygiene.“ (4ii)
Was bleibt?
„Dieser Agenda entgegenzutreten, ist nur möglich, wenn sich die Menschen mehrheitlich nicht in Angst versetzen lassen, nicht jeder Erzählung von vermeintlichen Bedrohungen Glauben schenken und sich den angeordneten Maßnahmen nicht blind unterwerfen.“ (4iii)
Der Sinn eines Buches liegt selbstredend in der Selbstverwirklichung des Autors und außerdem darin, dass seine Inhalte andere Menschen erreichen. Wo liegen diesbezüglich die Grenzen des hier vorgestellten Werkes? Wahrscheinlich liegen sie im Wesen des Menschen. Sie liegen im individuellen Umgang mit kognitiver Dissonanz, in der jeweiligen Ausprägung unseres Egos. Ja, es reicht noch tiefer. Es läuft auf die Frage hinaus, wie wir die Welt und unsere Präsenz in dieser Welt grundsätzlich begreifen. Genügt es uns, geführt zu werden? Wählen wir prinzipiell den Weg des geringsten Widerstands, des geringsten Energieaufwands? Genügt uns der schöne Schein, dass gute Regierungen und Weltverbesserer doch nur das Beste für uns wollen, wir diesen Gottvertrauen entgegenbringen dürfen? Haben wir Angst vor unbequemen Wahrheiten?
Oder treibt uns die Neugier doch mehr als die Angst und wir versuchen, den Dingen auf den Grund zu gehen? Sind wir fähig, in uns Manifestiertes aufzugeben, ohne dabei einer Angst um unser Selbst zu unterliegen? Gibt es Situationen, die uns Türen öffnen, die uns über unseren Schatten, unsere eingefahrenen Denkmuster springen lassen? Ja, die gibt es, die Akutphase der PLandemie war beispielsweise eine solche, eine traumatische Phase für unzählige Menschen auch in unserem Land. Wer dieses Trauma auch als Chance wahrgenommen hat, wird sich Felix Feistels Buch ohne Frage annähern können und zu bereichernden Erkenntnissen gelangen.
Der Autor ist daher der nüchternen Ansicht, dass die große Mehrheit der Bürger dieses Landes, dieses Buch nicht verstehen, ja sogar ablehnen wird. Nicht etwa, weil diese Menschen über mangelnde Intelligenz verfügten, sondern weil sie es nicht wollen. Sie werden sich gegen die Erkenntnis unbequemer Tatsachen vehement wehren. Ihnen ist die blaue Pille auch weiterhin gut genug (12). Ansonsten werden sie, ganz wie beim Konsum unserer Leitmedien verinnerlicht, immer Gründe finden, die Inhalte des Buches rundweg in Frage zu stellen. Freilich nicht auf der Sachebene, denn dafür ist das Werk einfach viel zu sorgfältig erstellt worden.
Für mich ganz persönlich ist dieses Werk vor allem deshalb wertvoll, weil es in kompakter Weise nüchtern Dinge zusammenführt, auf Kontexte aufmerksam macht, eine reichhaltige Quellensammlung mitbringt und meine Achtsamkeit fördert.
Bitte bleiben Sie schön aufmerksam, liebe Leser.
Anmerkungen und Quellen
(1) 14.02.2007; Richard J. Hatchett, Carter E. Mecher, Marc Lipsitch; Public health interventions and epidemic intensity during the 1918 influenza pandemic; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1849867/; siehe auch: National Academy of Scienses of the United States, https://www.pnas.org/content/104/18/7582
(2) CDC; Nonpharmaceutical Interventions (NPIs); https://www.cdc.gov/nonpharmaceutical-interventions/; zuletzt abgerufen: 26.06.2020
(3) 2006; US Library of Medicine; Nonpharmaceutical Interventions for Pandemic Influenza, International Measures; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3291414/
(4 bis 4iii) Felix Feistel; CORONA – NEXT LEVEL, Wie die nächste »Pandemie« vorbereitet wird; 120 Seiten; ISBN 978-3-910568-28-0; © Hintergrund GmbH, Berlin, 2026; 1. Auflage, 2026; www.hintergrund.de
(5) 16.06.2023; tkp; Stephan Sander-Faes; Klima-Panikmache: Daten-Schindluder und Propaganda; https://tkp.at/2023/06/16/klima-panikmache-daten-schindluder-und-propaganda/
(6) Cascade Asset Management Company; FAQs; https://cascadeassetmanagement.com/faqs/; abgerufen: 24.09.2024
(7) top1000funds; Cascade Investments LLC; https://www.top1000funds.com/asset_owner/cascade-investments-llc/; abgerufen: 24.09.2024
(8, 8i) Simple.; How Bill Gates uses Cascade Investment to manage his wealth; https://andsimple.co/cases/cascade-investment-bill-gates/; abgerufen: 24.09.2024
(9) 16.10.2021; yahoo!finance; John Csiszar; What Companies Has Bill Gates Invested In?; https://finance.yahoo.com/news/companies-bill-gates-invested-120020250.html
(10, 10i) 18.01.2021; agrarheute; Olaf Zinke; Bill Gates: Der größte Eigentümer von Farmland in den USA; https://www.agrarheute.com/management/finanzen/bill-gates-groesste-eigentuemer-farmland-usa-577223
(11) 09.04.2021; Deutsche Welle; Jo Harper; Why is Bill Gates buying up US farmland?; https://www.dw.com/en/bill-gates-buys-big-on-a-farmland-shopping-spree/a-57134690
(12) Ingrid Gerstbach; Würden Sie die rote oder die blaue Pille wählen?; https://ingridgerstbach.com/blog/wuerden-sie-die-rote-oder-die-blaue-pille-waehlen; abgerufen: 18.02.2026
(Titelbild) Pandemie, PLandemie, Corona, Kunst, Ausstellung; Blaue Fabrik; Ausschnitt aus Gemälde von Frank J. Schäpel; aufgenommen am 17.01.2025; https://blauefabrik.de/event/ausstellung-ist-das-alles-schon-vergessen/