Berlin: Die wilden 20er und ein knappes Jahrhundert später

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Berlin: Die wilden 20er und ein knappes Jahrhundert später
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Berlin:

Die wilden 20er und ein knappes Jahrhundert später

von Egon W. Kreutzer, Elsendorf

Goldene-Zwanziger-Jahre-Roaring-Twenties-Art-Deco-Wirtschaftsaufschwung-20er-Kritisches-Netzwerk-Kuenstlerische-Avantgarde-Berlin-Claire-Waldoff-Clara-WortmannDa heißt es immer, Geschichte wiederholt sich nicht.

Nun, das stimmt auch. Es gab zwar, wie heute wieder, Wohnungnot, Armut, Suppenküchen, so wie es auch riesige Villen, Reichtum und Nobelrestaurants gab, doch wenn es in Berlin in den 1920er Jahren wild und verrückt zuging, dann waren Verrücktheiten in den Bars, Kabaretts und Nachtclubs zu Hause.

Der Schriftsteller Klaus Mann, ältester Sohn von Thomas Mann, schrieb 1920 über das Berliner Nachtleben: „Junge-Junge, so was hat die Welt noch nicht gesehen. Früher hatten wir eine Armee; jetzt haben wir prima Perversitäten!

Die Volkssängerin und Chansonistin Claire Waldoff, geboren als Clara Wortmann, fragte sich: „Wer schmeißt denn da mit Lehm?“ (Lied), „Warum liebt der Wladimir g’rade mir?“ (Lied), „Wat braucht der Berliner um glücklich zu sein“ (Lied) und forderte „Rrrrraus mit den Männern ausm Reichstag“ (Lied).

Ein quirliger Mix aus Berliner Luft, Koks, Zille-Verehrung [sehenswertes Film-Künstlerportrait von Heinrich Zille weiter unten; H.S.], wirtschaftlicher Blüte, Arbeitslosigkeit und Geldentwertung, das war die Aura der damals drittgrößten Stadt der Welt mit fast vier Millionen Einwohnern. Die Verrücktheit dieser Zeit war eine fröhliche, gewollte, eher karnevalistische Verrücktheit, ein schnell drehendes Riesenrad der Höhen und Tiefen.

► Ein knappes Jahrhundert später

. . . im Jahre 2019, hat es dem Berliner Senat gefallen, vermutlich nicht zuletzt auch wegen der überhand nehmenden Fälle von Selbstentzündungen von Automobilen und Mülltonnen, für die inzwischen wieder Hauptstadt gewordene Kommune den Klimanotstand auszurufen. Der Senat hat sich damit selbst verpflichtet, alle seine Beschlüsse darauf auszurichten, Berlin schnellstmöglich klimaneutral zu machen.

CO2-Steuer-neutral-Neutralitaet-Klimawandel-Klimaveraenderung-Tabaksteuer-Lungenkrebs-Kritisches-Netzwerk-Klimaparanoia-Klimapsychose-Zero-Emission-Zone-KlimaterrorWo aber alle Beschlüsse auf die Klimaneutralität abzielen, müssen zwangsläufig alle anderen Beschlüsse, und seien sie im Interesse der Hauptstadt, ihrer Wirtschaft und ihrer Bürger noch so wichtig und dringlich, so lange zurückgestellt werden, bis das hehre Ziel erreicht ist.

Leider ist es schwierig, im Senat zu sitzen, und sich immer neue Beschlüsse zur Klimaneutralität auszudenken, wenn „das Mögliche“ längst beschlossen ist, und die Scheu, „das Unmögliche“ zu beschließen, die Beschlussfähigkeit lähmt.

So hat man nach zwei Jahren des Hängens und Würgens, Zweifelns und Glaubens, jüngst im Berliner Senat den Beschluss gefasst, diese Scheu abzulegen, zumal sich der Sinnspruch: „Ist der Ruf erst runiniert, lebt sich’s völlig ungeniert“, spätestens seit Beginn der rot-rot-grünen Senatskoalition als lebendige Wahrheit erwiesen hat, was dann auch die letzten Bedenkenträger überzeugte, beim Fassen unmöglicher Beschlüsse emsig mitzutun.

So soll, nach dem Willen des Senats, Berlin bis Ende dieses Jahrzehnts zur „Zero-Emission-Zone“ (ZEZ) werden. Wer denkt von uns Älteren da nicht gleich an die Aussage „Ich bin ein Berliner“ von John F. Kennedy am 26. Juni 1963 vor dem Rathaus Schöneberg in West-Berlin und die erste bemannte Mondlandung am 20. Juli 1969?!

Ein zentrales Element dieses Beschlusses ist die Erhöhung der Parkgebühren, weil es sich dabei noch um eine Maßnahme aus dem Bereich des Möglichen handelt und damit die Kosten für die Benutzung von Automobilen so in die Höhe getrieben werden können, dass der Individualverkehr zu Gunsten des 'Öffentlichen Personennahverkehrs' (ÖPNV) schon einmal massiv zurückgedrängt werden kann.

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Allerdings hat auch dieser Beschluss eine Unmöglichkeitskomponente, die dann sichtbar wird, wenn der bereits jetzt kollabierende Berliner ÖPNV betrachtet wird. Tagsüber, vor allem zu den Stoßzeiten hart an der Kapazitätsgrenze operierend, wird die Verkehrsverlagerung nur möglich sein, wenn die Nutzung auf alle 8760 Stunden des Jahres gleichmäßig verteilt wird.

Angeblich wird bereits an Plänen gearbeitet, jedem Berliner, analog zum digitalen Impfpass einen digitalen Fahrberechtigungspass auszustellen, mit welchem seine Berechtigung zur Nutzung des ÖPNV auf exakt festgelegte Uhrzeiten für die von ihm beantragten Strecken erklärt wird.

Die Möglichkeiten der Digitalisierung (Home-Office, Online-Shopping, Distanz-Unterricht, etc.), so hörten wir aus gemeinhin gut informierten Kreisen, würden es durchaus ermöglichen, Fahrerlaubniszeiten, Arbeitszeiten, Ladenöffnungzeiten, Unterrichtszeiten, usw. so zu koordinieren, dass jeder mit seiner ihm zugebilligten Fahrerlaubnis voll und im gewohnten Umfang am Leben der Hauptstadt teilnehmen könne.

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Mit dieser Maßnahme, die für viele Berliner die Trennung vom eigenen Verbrenner so weit erleichtern wird, dass ihnen gar nichts anderes übrig bleibt, ist der zweite Schritt, nämlich das Verbot der Nutzung von Verbrennern innerhalb des S-Bahn-Rings praktisch bereits erreicht – und die von den Gegnern der Maßnahme ins Feld geführte Kostenbelastung durch die Notwendigkeit, sich ein E-Auto anzuschaffen, praktisch ad absurdum geführt. Niemand, der einmal den Komfort, die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit des ÖPNV entdeckt hat, wird überhaupt noch in Erwägung ziehen, sich ein E-Auto anzuschaffen.

Wenn aber, und da scheint die Vision des Möglichen durch den Beschluss des Unmöglichen durch, wenn aber niemand ein E-Auto kauft, dann entfällt auch die Notwendigkeit, mit Milliardenaufwand eine Lade-Infrastuktur aufzubauen, womit Berlin vor allem all jenen Bundesländern entgegenkommt, die diese sonst über den Länderfinanzausgleich hätten finanzieren müssen.

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Ab 2025 soll dann der Bereich des Verbrennerverbotes über den S-Bahn-Ring hinaus auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet werden. Das wird in der Bevölkerung keine Widerstände mehr auslösen, denn die anfängliche Festlegung auf den S-Bahn-Ring hat ja sowieso schon alle Berliner, so sie nicht in Pflegeheimen ans Bett gefesselt sind, gleichermaßen betroffen.

Manche mögen noch ihr Heil in der Flucht gesucht haben, und statt in die Stadt zu fahren, um zu arbeiten, einzukaufen oder ihre Freizeit zu genießen, versucht haben, dies alles im Umland zu finden. Doch spätestens 2025 wird auch der Letzte bemerkt haben, dass das Berlin eben doch nicht die pulsierende Hauptstadt ist, in der man gut und gerne lebt, sondern einfach nur tiefste Provinz, fast so schlimm wie der Bayerische Wald, wo die Großeltern noch zur Sommerfrische hinfuhren.

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Wer in die Stadt will, oder muss, der hat keine Automobil mehr, denn Verbrenner sind verboten und die E-Mobile sind zu teuer und helfen auch nicht weiter, zumal die City-Maut zu den Parkgebühren hinzukommen wird und die meisten Straßen schlicht und einfach zu Radwegen umgewidmet werden.

Es ist einfach wohltuend zu erkennen, dass aus dem anfänglich belächelten Klimanotstand nun ein ernsthafter Mobilitätsstillstand gemacht wird, der auch die Nutzung des Hauptstadtflughafens einbezieht, indem er für die meisten Fluggesellschaften aufgrund der Anhebung der Start- und Landegebühren nicht länger attraktiv ist, zumal auch die Passagiere die dadurch verteuerten Tickets nur noch dann erwerben würden, wenn es gar nicht mehr anders geht.

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► Berliner Senat: Wahnsinn mit Methode

Doch mit der Herrschaft über die Mobilität ist der Berliner Senat noch nicht an den Grenzen seiner Beschlüsse angekommen. Um die Entstehung bezahlbaren Mietraums zu fördern, ist das Solardach für praktisch alle Neubauten Vorschrift geworden und bei Gebäudesanierungen sind die KfW-Effizienzhaus Standards einzuhalten. Mit diesen Beschlüssen erhofft sich der Senat den Stopp der Bautätigkeit und das Ende von Sanierungen, den entsprechend beschleunigten Verfall der Bestandsimmobilien und den damit verbundenen Wegzug von Mietern, was im Endeffekt darauf hinausläuft, dass massenhafter Leerstand als Einladung zur Hausbesetzung wahrgenommen und vollständige Mietfreiheit möglich wird.

Sollte es Ihnen irgendwie möglich sein, empfehle ich Ihnen, sich jetzt, vor dem Lesen des letzten Absatzes, zum Lachen in den Keller zu begeben.

Ziel aller dieser Maßnahmen ist es,
die Stadt robuster gegen Klimawandelfolgen
wie Trockenheit und Starkregen zu machen.

Hätte man da nicht lieber die Kanalisation in Ordnung bringen sollen und sich den Zugriff auf die Wassermassen sichern sollen, die Tesla in Oberschönheide tagtäglich verschwenden wird?

Egon W. Kreutzer [Bitte Lesetipps und die beiden Fimdokus weiter unten beachten; H.S.]
__________

Anmerkung von Helmut Schnug: Nach derzeitiger Rechtslage können Fahrverbote nicht unmittelbar mit der Senkung von CO2-Emissionen begründet werden, da CO2 keinen Luftschadstoff im Sinne der Immissionsgrenzwerte nach § 48a Absatz 1, 1a BImSchG darstellt“, heißt es in einem Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags zur rechtlichen Möglichkeit der Einrichtung von sogenannten Nullemissionszonen im Straßenverkehr. Soll heißen: Die für Berlin geplante Zero-Emission-Zone wäre nach dem aktuellen Gesetzesrahmen gar nicht möglich.

>> zum Gutachten.

Lesetipps:

»Zwanziger Jahre in Berlin: Wo die Zukunft erfunden wurde.

Berlins wildes Jahrzehnt zwischen Kaiserzeit und Diktatur fasziniert uns bis heute. Sozial blieb es zerrissen. Eine Zeitreise in Bildern. Raus mit den Verbrennern aus den Städten - das ist heute eine populäre Forderung. Aus Sorge um Klima und Gesundheit der Bewohner werden Fahrverbote erteilt. Da mag es etwas überraschen, dass die angestrebte Elektromobilität im alten Berlin der Zwanziger Jahre ein großes Experimentierfeld war.« Artikel von Henning Onken, tagesspiegel.de, 24.04.2020 >> weiter.

»Verbot von Verbrennungsmotoren: Die „Zero-Emission-Zone“ in Berlin soll kommen – nur wann?

Rot-Rot-Grün hat sich auf Maßnahmen gegen die „Klimanotlage“ geeinigt: City-Fahrverbote, Neubau-Solarpflicht und E-Ladesäulen. Gelöst sind die Konflikte nicht. Die rot-rot-grüne Koalition hat sich in zentralen Punkten auf einen Maßnahmenplan zur Klimanotlage geeinigt. Bei einer Sitzung am Montag stimmten SPD, Grüne und Linke überein, den „Stadtentwicklungsplan Mobilität und Verkehr“ (Step MoVe) aus dem Haus von Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) nun doch beschließen zu wollen.« Artikel von Julius Betschka und Margarethe Gallersdörfer, tagesspiegel.de, 24.02.2021 >> weiter.

»Steuermilliarden für TESLA: Ist das noch Wirtschaftspolitik oder schon Hochverrat?

Vor zwanzig Jahren hätte ich noch geschrieben: Manche Entscheidungen der deutschen Politik erscheinen mir unverständlich. Heute sehe ich mich nicht mehr in der Lage, noch irgendwo überhaupt Entscheidungen zu erkennen, die mir verständlich erscheinen.

Ich weiß, manchen Lesern sind diese Formulierungen immer noch zu zahm und gedämpft, doch will ich bewusst ganz und gar emotionslos beschreiben, mit welcher Unverfrorenheit das deutsche Volk von seiner eigenen Regierung zu Gunsten ausländischer Milliardäre ausgeplündert wird.« Artikel von Egon W. Kreutzer, im KN am 19. Februar 2021 >> weiter.

»Datenschutz-Negativpreis BigBrotherAward 2020 für TESLA

Den BigBrotherAward 2020 in der Kategorie „Mobilität“ erhält die Firma Tesla Inc., vertreten durch die Tesla Germany GmbH in München. Nein, nicht für das Abholzen eines Forstes in Brandenburg, um eine neue Fabrik zu bauen, und auch nicht für die Unfälle wegen unaufmerksamer Fahrerinnen und Fahrer, die zu sehr auf die Tesla-Assistenzsysteme vertrauten.« Laudatio von Dr. Thilo Weichert, im KN 16. Oktober 2020 >> weiter.

»TESLA ins brandenburgische Grünheide?

Tesla will eine einstellige Milliardensumme investieren. Immerhin lässt er Raketen in den Orbit fliegen und wiederverwendbar wieder sicher landen: Elon Musk, der Alpha-Teslaner. Seine Rohrpostanlagen für den fast schallschnellen Transport von Mensch und Material sind weit gediehen. Ein paar batterieelektrisch betriebene Pkws (mit angeblich ziemlich schlechter Verarbeitung) hat er auch schon verkauft – und ein eigenes Netz von Ladepunkten dafür errichtet.« von Egon W. Kreutzer / Elsendorf, im KN am 7. Dezember 2019 >> weiter.

»TESLA gründet für Großfabrik offenbar eine Aktiengesellschaft in Brandenburg/Havel.

Das Projekt des E-Autobauers nimmt Fahrt auf. Inzwischen soll Tesla sogar eine europäische Aktiengesellschaft gegründet haben. Der Verkauf des Fabrikgeländes könnte bis zum Jahresende stehen, teilte indes Finanzministerin Lange im Haushaltsausschuss des Landtags mit.« >> Märkische Allgemeine, 05.12.2019 >> weiter.

»TESLA-Chef Elon Musk gründet Firma in Brandenburg — 112 Kilometer vom Gigafactory-Bauort entfernt.

Die Pläne für die Tesla-Gigafactory im brandenburgischen Grünheide bei Berlin werden konkreter: Tesla hat eine Aktiengesellschaft nach europäischem Recht gegründet, berichtet die „Welt“. Laut einer Veröffentlichung im Bundesanzeiger trägt die Firma den Namen Tesla Manufacturing Brandenburg SE. Sie gehört dem Tochterunternehmen Tesla International B.V. mit Sitz in den Niederlanden an.«, businessinsider.de, 06.12.2019 >> weiter.

»Berliner Nachtleben - Nachdenken über Hedonismus und Gemeinschaft.

In Berlin-Friedrichshain(Link ist extern) lebt mein Freund Peter. Alle paar Jahre besuche ich ihn. Der Bezirk mit seinen in der Gründerzeit gebauten Bürger-Häusern ist sehr schön. Die Straßen sind nicht breit, aber die Bürgersteige. Auf denen wachsen große Bäume. Die Häuser haben gemauerte Balkons. Man findet Treppenhäuser aus Holz mit Messingbeschlägen und Türen im Original Art-déco-Stil. Friedrichhain war zu DDR-Zeiten ein Arbeiterbezirk.

Doch nach der Wende sind viele Häuser von Wessis übernommen worden. Die Mieten stiegen und ein großer Teil der Arbeiter und Arbeiterinnen, der Rentner und Rentnerinnen zog in billigere Bezirke. Studenten und Leute aus der Mittelschicht zogen zu.« Artikel von Ulrich Heyden, im KN am 17. November 2019 >> weiter.

Det war Zille sein Milljöh - ein Künstlerportrait (Dauer 42:01 Min.)

Der Film zeigt ein Künstlerporträt von dem Zeichner, Illustrator, Photograph und Milieu-Chronist Heinrich Zille und ist, wie könnte es anders sein bei einer Arbeit über den "Pinsel-Heinrich", zugleich eine Dokumentation über das Berlin der Jahrhundertwende und das Berlin des proletarischen Nordens und Ostens.

Zilles Bildwelt, das sind die Arbeiter, vor allem jedoch die Arbeitslosen, Obdachlosen, die sogenannten Asozialen. Ihre Lebensbedingungen finden sich auf seinem Skizzenblock und in seinen Zeichnungen, sie werden im Film gedanklich verbunden mit Dokumentarfotografien (vom Amateurfotografen Zille) sowie zeitgenössischen Filmausschnitten (u.a. aus "Die Verrufene" und "Mutter Krausens Fahrt ins Glück") und erklären authentisch des Zeichners Anliegen und Engagement. Heinrich Zille wurde am 10.01.1858 in Radeberg bei Dresden geboren und verstarb am 9.8.1929 in Berlin. (Regie: Irmgard von zur Mühlen Produktion: Chronos Media)

Berlin zur Kaiserzeit - Glanz und Schatten einer Epoche (ganzer Film in HD), (Dauer 1:23:51 Std.)

Ein Film von Irmgard von zur Mühlen

Glanz, das galt für die Bewohner der feinen Gegenden. In der Stadtmitte bedeutete Gesellschaft Tiergarten, Unter den Linden, Paraden, Theater, elegante Geschäfte. Schatten lag über den Mietskasernen in den Arbeiterbezirken im Norden und Osten der Stadt. Es bedeutete harte Arbeit, schlechte Wohnverhältnisse, Hunger, aber auch bescheidene Vergnügungen am Sonntag: Biergarten, Wannsee, Rummel. Der Film endet mit der Ausrufung der Republik.


Quelle: Der Artikel wurde am 15. Juni 2021 erstveröffentlicht auf Egon W. Kreutzers Webseite egon-w-kreutzer.de >> Artikel. Autor Egon Wolfgang Kreutzer, Jahrgang 1949, ist ein selbstdenkender, kritischer und zuweil bissiger Unruheständler aus dem niederbayrischen Elsendorf.

Egon-Wolfgang-Kreutzer-Kritisches-Netzwerk-Bundeslockdown-Grundrechte-naechtliches-Ausgangsverbot-Ausgangssperre-Meinungsfreiheit Kreutzer greift bewusst regierungs- und systemkonformes Denken und Verhalten an und durchbricht auch mal Tabus. Dabei bedient er sich der Stilmittel der Ironie (harmlos), des beißenden Sarkasmuses (härter) und des verhöhnenden Spotts, welche auch mal in Polemik münden.

Kreutzer wird gelegentlich als zynisch empfunden, allerdings sollte zwischen der 'Äußerung' und der 'Absicht' unterschieden werden. Tatsächlich prangert er - ohne sich hinter einem Pseudo zu verstecken - empfundene Missstände offen und in seiner ureigenen Weise an, was bei Lesern zu unterschiedlichen Reaktionen führt - von Lob, Übereinstimmung, Begeisterung bis hin zu Irritation, Aufregung und Ablehnung.

ACHTUNG: Die Bilder, Grafiken und Illustrationen sind nicht Bestandteil der Originalveröffentlichung und wurden von KN-ADMIN Helmut Schnug eingefügt. Für sie gelten ggf. folgende Kriterien oder Lizenzen, s.u.. Grünfärbung von Zitaten im Artikel und einige zusätzliche Verlinkungen wurden ebenfalls von H.S. als Anreicherung gesetzt. Einige längere Schachtelsätze wurde zur besseren Lesbarkeit und damit zum besseren Verständnis entschachtelt, natürlich ohne die Aussagen selbst zu verändern!

► Bild- und Grafikquellen:

1. ART DECO Aquarell: Frau in den Zwanziger Jahren. Der Ausdruck 'Goldene Zwanziger' bzw. 'Goldene Zwanziger Jahre' bezeichnet für Deutschland etwa den Zeitabschnitt zwischen 1924 und 1929. Der Begriff veranschaulicht den Wirtschaftsaufschwung in den 20er Jahren in vielen Industrieländern und steht auch für eine Blütezeit der deutschen Kunst, Kultur und Wissenschaft.

Die „Goldenen Zwanziger“ endeten, als die Weltwirtschaftskrise auch in Deutschland Auswirkungen hatte. Auch in anderen Sprachen gibt es Begriffe für diese Zeit, z. B. 'Roaring Twenties' (englisch), 'Anni ruggenti' (italienisch), 'années folles' (etwa: verrückte Jahre; französisch). Illustration: ArtsyBee / Oberholster Venita, Brits/South Africa. Quelle: pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Illustration.

2. Die CO²-Steuer schützt uns vor dem Klimawandel, wie die Tabaksteuer vor dem Lungenkrebs. Grafik: Kein Urheberschutz. Die Textgrafik besteht nur aus einfachen geometrischen Formen und Text. Sie erreichen keine Schöpfungshöhe, die für urheberrechtlichen Schutz nötig ist, und sind daher gemeinfrei.

3. Bus stop "S+U Zoologischer Garten", Berlin Bahnhof Zoo, Solaris GN 07, Urbino 18, BVG 4286. Foto: Stefan Schopohl > https://schopohl.photography/. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Generic (CC BY-NC-SA 2.0).

4. Der Boxhagener Platz in Berlin-Friedrichshain befindet sich zwischen der Grünberger Straße, der Krossener Straße, der Gärtnerstraße und der Gabriel-Max-Straße. Seinen Namen bekam er 1900 von dem Vorwerk Boxhagen, auf das die einen Häuserblock nördlich parallel zum Platz verlaufende Boxhagener Straße zulief. Seit 1905 findet jeden Samstag ein Wochenmarkt statt, auf dem neben frischem Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch und Backwaren auch Spezialitäten aus dem Ausland und der Region angeboten werden. Foto: Andrzej Otrębski. Quelle: Wikimedia Commons. Diese Datei ist lizenziert unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international“ (CC BY-SA 4.0).

5. Gray Line / City Circle Sightseeing-Bus: Mit einer Stadtrundfahrt im Bus sieht man Top Attraktionen für einen günstigen Preis. Tägliche Hop on Hop off Sightseeing Touren inklusive Kopfhörer. Das Ticket ist 24 Stunden gültig. Man kann damit nach Belieben ein und aussteigen und mehrere Runden fahren. Foto: scholty1970 / Achim Scholty, Berlin. Quelle: pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Foto.

6. Schriftzug Berlin. Grafik: Wibke. Quelle: pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Grafik.

7. Abteil mit Passagieren. Foto: Pexels. Quelle: pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Foto.

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