BILD übernimmt APO-Oppositionsrolle

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Peter Weber
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BILD übernimmt APO-Oppositionsrolle
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BILD übernimmt APO-Oppositionsrolle


BILD hetzt gegen Griechenland, Zuwanderung und Hartz IV-Gewährung

 


Die Bild-Zeitung wird endgültig größenwahnsinnig. Sie fühlt sich nun dazu berufen, die Rolle der APO zu übernehmen, wie Chefredakteur Kai Diekmann am 17.12.2013 in seinem Revolverblättchen erklärte. Aber Bild hat ja bereits seit langem die Funktion eines inoffiziellen Regierungsblattes übernommen, denn die Mitglieder unserer volksnahen Regierung vertrauen sich regelmäßig in staatsentscheidenden Vorhaben zuerst der Bild-Zeitung an, bevor amtliche Bekanntmachungen zu Hilfe gezogen werden. Ein größeres Armutszeugnis können sie sich gar nicht ausstellen. Sie beweisen damit, daß ihre Politik nur unter populistischen Ansätzen betrieben wird.

 
 
1. Thema: APO
 
Kai Diekmann, seines Zeichens Chefredakteur der Bild-Zeitung schwingt sich zum APO-Oppositionsführer auf und posaunt lauthals:
 
 „Seit fast 50 Jahren war keine Regierung im Bundestag und Bundesrat mit so viel Macht und mit solch erdrückender Mehrheit ausgestattet wie diese Große Koalition. Noch nie gab es einen Bundestag, in dem die Opposition ganz ohne bürgerliche Stimmen auskommen musste. Dieses Parlament ist zu schwach. Seine Opposition zu klein. Und zu links. Auf die Regierungserklärung von Angela Merkel wird künftig Oppositionsführer Gregor Gysi antworten. Der Mann, der die alten SED-Kader salonfähig machte.“
 
Das ist nicht gut für Deutschland!“
 
Und dann als Zusammenfassung dieses Ergusses:
 
„504 von 631 Sitzen haben Union und SPD im Bundestag – die Große Koalition ist so mächtig wie keine deutsche Regierung in den letzten 40 Jahren! Weil die Opposition damit zu schwach ist und mit dem Ausscheiden der FDP die bürgerliche Stimme fehlt, ist BILD in die Außerparlamentarische Opposition gegangen – in die APO!“ 
 
Kai Diekmann und die Bild-Zeitung sind diejenigen, die sich seit Jahren als einführwilliges Zäpfchen von Angela Merkel ausgezeichnen und als Hofberichterstatter geglänzt haben. Diese Wichtigtuer outen sich nun als kompetentere Opposition als die Grünen und die Linken. Sie, die Vertreter ihrer zu Naivität neigenden Leser, werfen sich als die angeblichen Vertreter der bürgerlichen Mitte in die Brust! Wenn sie der Ansicht sind, daß die Regierung über zu viel Macht verfügt, dann wäre es doch logisch gewesen, wenn sie sich bereits während des Wahlkampfes gegen die demokratieerstickende Merkelclique gewandt hätten. 
 
Aber haltet Euch fest – jetzt kommt die Lachnummer des Jahrzehnts von Kai Diekmann: 
 
„Das Versprechen: Wir schauen der Regierung ganz genau auf die Finger – und hauen notfalls kräftig drauf.“
 
Ich bedauere die Kabarettisten, denn einen besseren Gag hätte denen auch nicht einfallen können. Die Springer-Medien mit Friede Springer an der Spitze als größte Anteilseignerin des Springer-Konzern und Busenfreundin von Angela Merkel verfolgen eine effiziente Medienpolitik, wobei sie die bereitwilligen Parteien als Mittel zum Zweck einspannen, um die Vorherrschaft des Kapitals zu stärken und auszubauen sowie die Ideologie der Marktwirtschaft zu propagieren. Dabei scheuen sie sich nicht vor abgrundtiefer Heuchelei, wenn sie mit den beiden antagonistischen Speerspitzen DIE WELT und BILD agieren, um damit zu kaschieren, daß beide letztlich doch unter einer Decke stecken und die gleichen Ziele verfolgen. Der Unterschied ist lediglich der, daß die angesprochenen Leser aus einer anderen Schicht entstammen.
 
 
2. Thema: Griechenland
 
Bild tituliert am 9.2.2014 „Weniger Steuern, mehr Rente und ImmobilienGriechen reicher als wir! Amtlich: Haushalts-Vermögen doppelt so hoch wie in Deutschland +++ Aber Regierung plant neue Milliarden-Hilfe“.
 
Der in Hamburg lebende griechische Journalist Michalis Pantelouris entlarvt die Bild-Zeitung mit seiner Gegenrede „Lügen wollen.“ in allen Punkten, die das Stammtisch-Organ als Schein-Anklagepunkte gesammelt hat:
  • Griechen reicher als wir!
  • [Die Griechen] zahlen weniger Steuern!
  • Sie besitzen mehr Immobilien!
  • Sie kassieren mehr Rente!
  • Sie tricksen die Finanzämter aus!
Die ehrlichen und zumindest glaubwürdigeren Antworten zu dieser infamen Verleumdungskampagne findet Ihr unter dem o. a. Link auf der Webseite von Michalis Pantelouris, weshalb ich sämtliche Details nicht zu wiederholen brauche. Als typisches Beispiel jedoch erwähne ich das Bild-Jägerlatein der Griechen als Immobilien-Großgrundbesitzer. Hier das passende Zitat von Michalis Pantelouris dazu: 
 
 „Was ein ähnlicher Quatschfakt ist. In den meisten Ländern der Welt ist der Anteil der Immobilienbesitzer höher als in Deutschland. Der funktionierende deutsche Mietmarkt ist eher die Ausnahme als die Regel. In jedem afrikanischen Buschdorf ist der Anteil der Immobilienbesitzer höher als in Deutschland [Nachtrag: dämlicher Scheißsatz von mir].“
 
Für die Bemerkung mit dem „afrikanischen Buschdorf“ hätte ich mich nicht entschuldigt. Denn gerade der benutzte Vergleich führt die dreiste Bild-Unterstellung wie keine andere ad adsurdum. Sein treffender Schlußsatz zum Bild-Kesseltreiben lautet folgendermaßen:
 
„Das ist falsch, schlecht, ekelhaft und böse. Und unnötig. Vielleicht ist es das, was mich am meisten ärgert: Man müsste nicht böse und rassistisch sein, um Zeitungen zu verkaufen. Die Geschichte der 13-jährigen Sara und so viele andere wären dafür genauso geeignet. Aber dafür müsste man sich hinab begeben in die Realität.“
 
Der Bild-Artikel beweist wieder einmal deutlich, daß die Statistik als Rechtfertigungs- und Beweismedium für alle möglichen Schwindeleien und hinterhältige Strategien mißbraucht werden kann. Jeder weiß, daß das Ergebnis einer Statistik von den subjektiven eingeflossenen Zahlen und Angaben abhängt sowie vom Verfasser und Geldgeber der Untersuchung bestimmt wird.  Als zusätzliches Argument kommt dazu, daß statistische Aussagen oft in ihr Gegenteil verkehrt werden, wenn unzulässige Vergleiche angestellt werden – also Äpfel mit Birnen verglichen werden. Im Fall der Bild-Auslegung hinsichtlich des griechischen Reichtums wurden mediane Daten zugrunde gelegt. Nimmt man das arithmetische Mittel oder gar absolute Zahlen zu Hilfe, dann wendet sich das Blatt ganz erheblich. 
 
Insofern erweist sich die diskriminierende Bild-Taktik als sehr durchsichtig. Sie ist nur Teil einer umfassenden Hetzkampagne zur Gewinnung der Stammtisch-Hoheit gegen Ausländer und zum Aufbau eines neuen deutschen Nationalismus. In diesem bösen Spiel spielen die Bild-Leser nur die Rolle des ausgenutzten Deppen, der nicht merkt, daß er selbst das Opfer eines Manövers darstellt und sich instrumentalisieren läßt.
 
 
3. Thema: Zuwanderung und Hartz IV
 
Bei diesem Sujet handelt es sich um ein spezielles Haßobjekt der Bild-Zeitung unter den  Stichworten „Feindbild“ und „Ablenkung“. Die sogenannten Wirtschaftsflüchtlinge, die Sozialbetrüger und die faulen Arbeitslosen eigenen sich hervorragend, um von den elementaren Themen und wirklichen Ursachen von Miseren abzulenken. Bild ist meisterlich in der Vertuschung von wahren Absichten, der Entschuldigung von Verantwortungsübernahme und dem Verbergen der tatsächlich Schuldigen. Hier habe ich eine Reihe von Beiträgen aus der Bild-Zeitung gefunden, die alle auf dem Schwarzen Peter herumhacken und diskriminieren:
  • Bild verkündet: „Neue Zahlen – die Wahrheit über Ausländer und Hartz IV“
Dies sind nur aktuelle Artikel – Bild betreibt schon seit Beginn eine derartige systematische Hetzjagd oder noch besser ausgedrückt Volksverhetzung. Es werden Behauptungen in den Raum gestellt, die an den Haaren herbeigezogen sind, in denen hilflose Statistiken einfach nach Belieben umgedeutet werden, die Individuen und ganze Volksgruppen diffamieren und die ganz schlicht gelogen und erdichtet sind. Es werden in der Regel keine oder zuverlässige Quellenangaben genannt – und schließlich sind die Autoren meistens zu feige, diese Pamphlete mit ihrem Namen zu versehen.
 
Die BILD und mit ihr der gesamte SPRINGER-Konzern spielen ein intrigantes Spiel mit uns. Insbesondere durch die breite Streuung der Publikationen in Kultur, seriöse Informationsvermittlung, Mainstream und Regenbogenpresse ist Springer in der Lage, fast das gesamte Spektrum der Bevölkerung zu erfassen und damit zu manipulieren.
 
 
MfG Peter A. Weber