Der Akt der Verbannung wäre auch heute wünschenswert
Das Scherbengericht
Gegen die Anziehungskraft der Tyrannei!
Von Dr. Gerhard Mersmann | Forum-M7.com
Obwohl der Ausdruck in unserem Sprachgebrauch durchaus präsent ist, wird zumeist nicht deutlich, worum es sich tatsächlich historisch handelte. Die Rede ist vom Scherbengericht. In der griechischen Antike, genau gesprochen in dem Zeitraum zwischen 488 und 415 vor Christus, existierte diese Inszenierung in Athen und anderen griechischen Städten. Zu einem bestimmten Anlass konnten die Bürger einen Namen auf Tonscherben schreiben, dessen Träger sie aufgrund von schädlichem Verhalten aus der Stadt verbannt haben wollten.

Sprach sich die Mehrheit der Versammelten für eine bestimmte Person aus, so musste diese die Stadt innerhalb von zehn Tagen für zehn Jahre verlassen. Kehrte sie vorzeitig zurück, so drohte ihr allerdings die Todesstrafe. Ihr blieb sowohl der persönliche Besitz als auch alle Rechte. Die große Anzahl der bisher gefunden beschrifteten Scherben zeugen davon, dass das Scherbengericht in dem genannten Zeitraum eine verbreitete und häufige Institution war.

Manchmal, vor allem bei der immer wiederkehrenden Debatte über die Demokratie, ihre Stärken und ihre Krisen, ist es sinnvoll, sich alle Formen der Entwicklung vor Augen zu führen. Die Sanktion, die auf das Scherbengericht folgte, klingt nur auf den ersten Blick archaisch. Vergegenwärtigt man sich das, was sich in unseren Zeiten Bürger gegen die Gesellschaft erlauben, dann wäre eine solche Sanktion in heutigen Tagen sogar maßvoll und in hohem Maße zivilisatorisch.
Bei dem Ausmaß an Steuervergehen, an Rechtsmanipulation, an ego-gesteuertem Lobbyismus, an Waffenexport, an Wirtschaftsspionage und an der Verlagerung von Umweltzerstörung wäre ein Akt der Verbannung eine ausgesprochen wirkungsvolle Maßnahme.

Stellen wir uns vor, dass in Formen der direkten Demokratie die Bürgerinnen und Bürger in ihren Städten die Möglichkeit hätten, Zeitgenossen für zehn Jahre zu verbannen, die es einfach mit ihrer Gemeinschaftslosigkeit zu weit getrieben haben. In der Kommune, dem Nukleus der Demokratie, sind sie bekannt. Diejenigen, die ihr Spiel lachend spielen, soweit sie in der Lage sind, heute auch global die Lücken zu finden, die sie brauchen, um ungehindert das zu betreiben, was die Mühen und die Werte derer, unter denen sie leben, verhöhnt und hintertreibt.
Und obwohl ein Rechtssystem existiert und obwohl der Grad der betriebenen Willkür bekannt ist, können sie ihre Strategie weiter verfolgen.

Die Bürgerinnen und Bürger, hätten sie die Möglichkeit, wüssten allerdings sehr gut, um wen es sich handelt. Sie hätten mit dem Mittel des Scherbengerichts, das heute ein IT-gestütztes Votum wäre, die Möglichkeit, das Treiben gegen die Gemeinschaft zu ächten und sie aus dem nächsten Umfeld zu verbannen. Das änderte an deren Treiben zunächst wahrscheinlich gar nichts, es würde diesem Treiben jedoch ein Signet verleihen, das öffentlich wirksam wäre.
Überall in der Welt, wo diese Verbannten aufträten, wären die Kommunen vorgewarnt. Sie wüssten, da handelt es sich um Personen, die in ihrer eigenen, heimatlichen Kommune zu unerwünschten Personen erklärt worden sind. Da wäre bekannt, welches Vergehen dazu geführt hat, sie in diesem ursprünglichen Kreis nicht mehr zu wollen. Das wäre weder Lynch- noch Rachejustiz, sondern ein Akt der Abscheu und ein starkes Votum der Autonomie der demokratischen Kommune.
Das ist alles nur ein Gedankenspiel. Jedoch verlangen neue Verhältnisse auch neue, oder diesmal alte Wege, um sich wirksam mit einem Phänomen auseinanderzusetzen, das zunehmend um sich greift und, auch das ist festzustellen, sich zu einer Massenerscheinung ausgewachsen hat. Denken sie einmal darüber nach, was Ihnen in ihrer eigenen Kommune dazu einfällt.
Allein diese Übung ist die Überlegung wert!
Dr. Gerhard Mersmann
Das Ostrakon | Geschichte schreiben | ARTE (Dauer 17:22 Min.)
Wie lassen sich politische Eliten kontrollieren? In Athen fand man im 5. Jahrhundert vor Christus eine interessante und demokratische Lösung für diese Frage – das Scherbengericht. Historiker Paulin Ismard über eine in Ton geritzte politische Verbannung.
Der französische Historiker Paulin Ismard, Spezialist für politische Anthropologie, geht einem antiken Ritual auf den Grund: dem Scherbengericht. Dieses Abstimmungsverfahren bildete das Fundament der Attischen Demokratie. Durch Scherbengerichte wurden Magistraten, die die Demokratie gefährdeten, vorübergehend ihre bürgerlichen Rechte entzogen und sie wurden aus der Stadt ausgeschlossen. Hierfür wurde auf einer Tonscherbe (Ostrakon) der Name desjenigen eingraviert, der in die Verbannung geschickt werden sollte.
Die Scherben stammten von bemalten Vasen oder gewöhnlicher Keramik. Sie waren klein genug, um in eine Hand zu passen, aber groß genug zum Einritzen des Namens eines Individuums. 1930 wurden in Athen erstmals Überreste eines antiken Scherbengerichts entdeckt, eine aus archäologischer Sicht beachtliche Ausbeute von 13.000 Fragmenten. Die beschrifteten Tonscherben sind heute wertvolle Zeugen, die aus erster Hand von den Anfängen der Demokratie erzählen.
Gerhard Mersmann, Dr. phil., (Jahrgang 1956), gebürtiger Westfale, ist studierter Politologe und Literaturwissenschaftler. Er arbeitete in leitender Funktion über Jahrzehnte in der Personal- und Organisationsentwicklung. In Indonesien beriet er die Regierung nach dem Sturz Soehartos bei ihrem Projekt der Dezentralisierung. In Deutschland versuchte er nach dem PISA-Schock die Schulen autonomer und administrativ selbständiger zu machen. Er leitete ein umfangreiches Change-Projekt in einer großstädtischen Kommunalverwaltung und lernte dabei das gesamte Spektrum politischer Widerstände bei Veränderungsprozessen kennen.
Die jahrzehntelange Wahrnehmung von Direktionsrechten hielt ihn nicht davon ab, die geübte Perspektive von unten beizubehalten. Publizistische Aktivitäten durchziehen seine gesamte Biographie. Seine Erkenntnisse gibt er in Form von universitären Lehraufträgen weiter. Sein Blick auf aktuelle gesellschaftliche, kulturelle wie politische Ereignisse sind auf seinem persönlichen Blog M7 regelmäßig nachzulesen. >> https://form-7.com/ .
► Quelle: Dieser Beitrag wurde am 08. April 2026 erstveröffentlicht auf https://form-7.com/ >> Artikel. Eigentümer, Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich ist Gerhard Mersmann.
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1. Tonscherben (Ostraka), die als Stimmzettel dienten. Der Nominierte ist Megakles, Sohn des Hippokrates, der 486 v. Chr. verbannt (ostrakisiert) wurde. Museum für kykladische Kunst, Athen, Griechenland.
Das Scherbengericht (Ostrakismos; früher überwiegend latinisiert Ostrazismus) war in der griechischen Antike ein vor allem aus Athen bekanntes politisches Verfahren, um missliebige oder zu mächtige Bürger aus dem politischen Leben der Stadt zu entfernen. Der Begriff ist abgeleitet von Ostrakon, Tonscherbe, da Bruchstücke von Tongefäßen als „Stimmzettel“ verwendet wurden. Die Teilnehmer ritzten in die Scherben Namen von zu exilierenden Personen ein; nach erfolgter Abstimmung und Auszählung wurde der Meistgenannte für zehn Jahre verbannt. Seinen Besitz behielt der Ausgewiesene; und wenn er später zurückkehrte, konnte er sein Bürgerrecht auch in Ämtern wieder ausüben. (Text: Wikipedia-Artikel).
Foto: Tilemahos Efthimiadis from Athens, Greece. Quelle1: Wikimedia Commons. Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung 2.0 generisch“ (US-amerikanisch) (CC BY 2.0) lizenziert. Quelle2: Flickr.
2. Antike griechische Keramikscherben (pottery shards) im Museum für kykladische Kunst, Athen. Ostraka gegen Megakles, Sohn des Hippokrates, der 486 v. Chr. ins Exil geschickt wurde.
Im modernen Sprachgebrauch hat sich Scherbengericht zu einem geflügelten Wort entwickelt, mit dem beispielsweise politisch motivierte Aktionen und Methoden bezeichnet werden, um vermeintliches oder tatsächliches persönliches Fehlverhalten zu sanktionieren.
Anders als in vielen anderen Bereichen der Alten Geschichte liegen für das Scherbengericht Originalquellen in Form von ausgegrabenen beschrifteten Scherben in großer Anzahl vor. Bis 1965 waren 1658 Scherben bekannt. Dann aber wurden innerhalb von vier Jahren um die 8500 Stück im Altarm des Eridanos im Kerameikos ausgegraben.
Unterdessen sind über 11.000 solcher Scherben gefunden worden. Die weitgehend einheitliche Fundsituation lässt es zu, Fragmente zusammenzufügen und sogar die Handschriften von einzelnen Schreibern zu unterscheiden, was oftmals eine Datierung ermöglicht, die sonst nicht möglich gewesen wäre. Die Verbesserung der Quellenlage hatte erhebliche Rückwirkungen auf die Beurteilung des Ostrakismos in der modernen Forschung. (Quelle: Wikipedia-Artikel).
Foto: Francesco Bini / Sailko. Quelle: Wikimedia Commons. Diese Datei ist lizenziert unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international“ (CC BY-SA 4.0).
3. Einfach zum Kotzen: Die Politik der letzten 30 Jahre richtet sich zunehmend GEGEN das eigene Volk.
»Früher hatten wir mal in Deutschland Würde und Stolz. Heute: Fritze Merz (Lügenkanzler), Lars Antifa Klingbeil, Johann Wadephul (Whatafool, what a fool), Alexander Dobrindt, Kriegsminister Boris Pistorius (Pistolius), Katharina Reiche, Dorothee Bär, Bärbel Bas (Bullshit), Nina Warken, Masken-Spahn und all die übrigen erbärmlichen Brandmauerschergen im Buntkaputtland.« (-Helmut Schnug).
Martin Sonneborn, fraktionsloser EU-Abgeordneter am 23. März 2024 (!!): Sonneborns ironische Feststellung in einer Parlamentsrede:
„Natürlich bin ich für ein Verbot der dämlichen AfD. Aber aus Gründen der Demokratiepflege sollten wir anschließend auch die Grünen verbieten, die CDU, CSU, FDP und auch die letztmalig an Wahlen teilnehmende SPD. Ich habe in der Rede übrigens auch die Remigration von Ursula von der Leyen gefordert.“
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4. Ratten verlassen das zerstörte, sinkende Schiff names Buntkaputtland Deutschland. Es gibt international viele Pöstchen, die mit hoch dotierten Abwrackprämien solche Politschergen locken. – Verbrechen zahlen sich offenbar doch aus. Die Redewendung rührt von dem alten Glauben der Seeleute her, dass Ratten den Untergang eines Schiffes als Erste kommen sehen und sich davonmachen. Dass Ratten als erste ein sinkendes Schiff verlassen, lässt sich dadurch erklären, dass unter Deck in der Bilge, dem untersten Bereich des Schiffes wo sie ihr Zuhause finden, Wasser eindringt. Ratten bekamen bei einem Leck das eindringende Wasser zu spüren und spätestens wenn ihre Nester überspült wurden, traten sie daher die Flucht nach oben an. Man tat also gut daran, sich nach den Rettungsbooten umzusehen, wenn Ratten an Deck kamen.
In der Metapher wird der nackte tierische Überlebenswille auf menschliche Verhaltensweisen übertragen. Die Redewendung steht auch als Symbol für instinktiven Überlebenswillen und Selbsterhaltung karriere- und machtgeiler Opportunisten. Ihre Flucht von der Politik in die Wirtschaft (z.B. wie Deutsche Bahn, Rüstungsfirmen, BIG Pharma etc.) oder Organisationen (z.B. NGOs, EZB, NATO, UNO, WHO, WEF, Stiftungen etc.), symbolisiert die Fähigkeit, eigene Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und sich so den Hals zu retten.
Wie viele Ratten es allein in Deutschland gibt, weiß niemand so genau. Oft wird von einer Ratte pro Mensch gesprochen, glaubwürdigere Schätzungen zufolge sind es wohl ein Tier auf vier Menschen. Auch die durchschnittliche Entfernung zur nächsten Ratte kann man nicht seriös berechnen, da sie sich nicht nach dem Gießkannenprinzip in Stadt und Land verteilen, sondern sich punktuell häufen, bspw. in Regierungsgebäuden, in Medienanstalten und anderen Orten. Manchmal weisen Politiker – und selbstverständlich auch Politikerinnen – Charakter- und Wesenszüge von Ratten auf, et vice versa zeigen Ratten ein geradzu freundliches, emphatisches und der Gruppe gegenüber soziales und verantwortungsbewußtes Verhalten. Und das OHNE Amtseid, Grundgesetz, Judaslohn oder die 10 Gebote.
Wenn "Ratten" nur punktuell entfernt werden, z.B. aus politischen Ämtern, wird ein Rudel aus der selben oder einer anderen Partei den Platz übernehmen (systemisch bedingte Klüngelei & Postengeschacher), da das Futterangebot (Abgeordnetendiäten inkl. Amtsausstattung) zulasten der Steuerzahler eine ordentliche "Entschädigung" – zuweilen auch als Judaslohn zu verstehen – darstellt, wobei Bildung, Fachkompetenz, Berufserfahrung und Sprachbeherrschung nicht mehr zwingend erforderlich sind oder eingefordert werden. Solange "Ratten" genügend "Seitenarme" in der "Kanalisation" finden, werden wir sie auch nicht los.
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5. Rattenmann mit Brille. "Wenn ich als MdB nicht mehr tauge, gehe ich einfach zur UNO oder WHO". Ki-generierte Illustration (OHNE Textinlet): ApahArt / Megan Judge, Sydney/Australia (user_id:42895634). Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Auch eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Illustration. Der Text wurde von Helmut Schnug in die Illustration eingearbeitet, zuvor das Bildformat geändert.