Der nackte Affe (DESMOND MORRIS)

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Der nackte Affe (DESMOND MORRIS)
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Der nackte Affe


Autor: Desmond Morris


Verlag: Droemersche Verlagsanstalt München (1968)

ISBN: 3-426-00224-8, gebunden, Leineneinband, 391 Seiten

oder als Taschenbuch / broschiert bei Droemer / Knaur, ISBN: 3-426-03224-4


Der nackte Affe (engl. The Naked Ape. A Zoologist's Study of the Human Animal.) ist ein 1967 erschienenes Buch des britischen Zoologen Desmond Morris. Morris beschreibt darin wissenschaftliche Erkenntnisse über die Entwicklungsgeschichte und das Wesen von Menschen laienverständlich. Es wurde in 23 Sprachen übersetzt und ist längst zu einem Klassiker geworden.

In der Einleitung vergleicht Morris den Menschen mit den 192 bekannten Primatenarten und stellt fest, dass dessen nächste Verwandten die grossen Menschenaffen sein müssen. Nach dem Vergleich der auffälligsten äusserlichen Unterschiede konstatiert der Zoologe weiter, dass der Mensch im Vergleich zu anderen Primaten fast vollständig nackt sei, mit Ausnahme nur einiger weniger auffallender Stellen, wie Kopf, Achselhöhlen und dem Genitalbereich. Nach dieser bewusst nüchtern gehaltenen Bestandsaufnahme beschreibt Morris in acht Kapiteln den Menschen mit den Augen eines Zoologen.


Inhaltsverzeichnis - jedes der Kapitel entspricht einem elementaren Bereich:

  • Dank des Autors ..…6
  • Warum dieses Buch geschrieben wurde …..8
  1.  Herkunft ..…14
  2.  Sex …67
  3.  Aufzucht …..135
  4.  Neugier …..168
  5.  Kämpfen …..190
  6.  Nahrungsaufnahme ..…251
  7.  Körperpflege ..…268
  8.  Beziehungen zu Tieren ..…292
  • Literaturnachweis …..330
  • Bibliographie …..335
  • Über den Autor …..343

 
Im Schlusskapitel zeigt Morris überdies noch das Verhalten des „nackten Affen“ auf, das dieser gegenüber anderen Tierarten an den Tag legt. An Beispielen demonstriert der Wissenschaftler, dass sich trotz der langen Evolution viele Verhaltensweisen des Menschen von entsprechenden Verhaltensmustern seiner tierischen Vorfahren ableiten lassen.

Die Erkenntnisse in diesem Buch sind erstaunlich, oft geradezu verblüffend naheliegend und führen immer zu einer erweiterten Sicht auf die Dinge. Es mag nicht alles der Weisheit letzter Schluss sein, auch im Hinblick auf das Alter dieses Werks, aber das Konzept an sich ist faszinierend und es ist erstaunlich, wie sehr dieses Werk auch noch heute den Leser verblüffen kann, selbst wenn er sich selbst für aufgeklärt hält.

Dieses Buch ist auch meiner Meinung nach ein Muss für jeden, der sich dafür interessiert, woher der Mensch kommt und warum er wurde wie heute ist. Auch der Leser, der den Überlegungen Morris' nicht folgen mag, wird dennoch etwas mitnehmen. Eine etwas andere Sicht auf die nackten Affen um uns herum - und letztlich auch auf sich selbst.


Rezension von Klemens Taplan (Ahaus):

Wenn ein Mensch aus dem Blickwinkel eines Zoologen und Verhaltensforschers beobachtet wird, sind amüsante Antworten zu erwarten. Aus zoologischer Sicht ist der Mensch die einzige von 193 Affenarten, die nackt ist. Aber das ist nicht die einzige Besonderheit. Neben diesem ins Auge stechenden Detail gibt es Gemeinsamkeiten mit den Primaten, die verblüffend sind.

Desmond Morris untersucht in seinem Buch "Der nackte Affe" die Herkunft und die Verhaltensweisen der Gattung Mensch. Er schlägt Brücken zur Tierwelt, wo sie aus dem Blickwinkel der Evolution geboten sind. So vergleicht er die Menschen mit seinen nächsten Verwandten, den Menschenaffen. Bei den Untersuchungen wird deutlich: Die gleichen biologischen Grundlagen führen zu ähnlichen Verhaltensweisen.

Autor Morris ist seiner Zeit weit voraus, so schreckte er 1967 nicht davor zurück, die menschliche Sexualität aus zoologischer Sicht emotionslos zu analysieren. Nicht nur, aber auch durch diesen Tabubruch wurde das Buch bekannt. Es ist längst zu einem Klassiker geworden. Morris' Einsichten führen auch bei aufgeklärten Menschen unweigerlich zu einer anderen Wahrnehmung.

Ernüchternd auch die Erkenntnis, wie die Religionen aus evolutionärer Sicht entstanden sind. Als Folge des Übergangs von einer absoluten Autokratie eines Führers einer Gruppe (Affenhorde) hin zu einer beschränkten Herrschaft, musste Ersatz geschaffen werden. Diese Lebensweise lässt eine Lücke offen, die durch die Erfindung eines Überwesens geschlossen wurde. Die Religion wurde geboren und zu einer wertvollen Hilfe für den sozialen Zusammenhalt einer Gruppe.

Desmond Morris bringt auf den Punkt, was den Menschen ausmacht. Ich habe noch in keinem anderen Buch eine solche sachliche aber auch unterhaltsame Analyse über die Verhaltensweisen des Menschen aus dem Blickwinkel der Evolution gelesen. Morris muss nicht mit allem was er schreibt recht haben, aber er ist ein guter Beobachter und es Bedarf starker Hypothesen, ihn zu widerlegen. "Der nackte Affe" ist auch heute noch unbedingt zu empfehlen. (K.T.)

eine Informationsseite von Desmond Morris: (engl.) – klick hier


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