Derjenige ist im Vorteil, der weiß was morgen ist
»Den Anspruch leben und den Laden am Laufen halten!«
Von Dr. Gerhard Mersmann | Forum-M7.com
Ein Slogan hat, bereits lange bevor er mir bewusst war, mein Leben in erheblicher Weise bestimmt. Selbst in Phasen meines Berufslebens, wenn es um gravierende Veränderungsprozesse ging – und um die ging es fasst immer, denn ein Konsolidierer war ich nie – stand er in großen Lettern auf meiner mentalen Leinwand: den Anspruch leben und den Laden am Laufen halten!
Das hört sich einfach an, und, ehrlich gesagt, mir fiel es aber nicht sonderlich schwer. Teilt man den Slogan auf und lässt die einzelnen Teile isoliert für sich stehen, dann fällt sehr schnell auf, dass die Sätze für sich das eigentliche Lebenselixier der meisten Menschen sind.
Die einen entscheiden sich dafür, den Laden am Laufen zu halten, d.h. dem Tagesgeschäft mit seinen eigenen Gravitationskräften nachzugehen und die Ordnung, die sich daraus ergibt, zu konservieren. Diese Fraktion erwehrt sich auch mit dem Argument, dass die Geschäfte weiterlaufen müssen, gegen jedes Ansinnen auf Veränderung. Die andere Seite orientiert sich vollends auf das Mantra, den Anspruch leben zu wollen und blendet dabei die Notwendigkeit einer alltäglich Ordnung aus. Oft werden die Tagesgeschäfte sogar beargwöhnt und als überflüssig bezeichnet, solange nicht der Anspruch zur gelebten Wirklichkeit wird.
So stehen sich, in der real existierenden Welt, zumeist zwei Fraktionen gegenüber, die sich gegenseitig befehden und denunzieren. Die einen werden als Verhinderer beschrieben, während die anderen mit dem Attribut der Phantasten leben müssen. Das Gefährliche dabei ist, dass tatsächlich nicht wenige Prototypen für beide Seiten existieren. Das Resultat ist in der Regel Stillstand und Verwerfung.

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»Rechthaber
Seine Meinung ist die rechte,
wenn er spricht, müßt ihr verstummen,
sonst erklärt er euch für Schlechte
oder nennt euch gar die Dummen.
Leider sind dergleichen Strolche
keine seltene Erscheinung.
Wer nicht taub ist, meidet solche
Ritter von der eignen Meinung!«
Wilhelm Busch (* 14. April 1832; † 9. Januar 1908), deutscher Zeichner, Maler und Schriftsteller
Quelle: Busch, W., Gedichte. Schein und Sein, 1909.
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Es war immer mein Bemühen, den Widerspruch dieser beiden Welten durch Symbiose zu verbinden. Nur, wenn ich glaubte, in der Lage zu sein, die Tagesgeschäfte, egal welchen Charakters, zu führen, erlaubte ich mir, einen Anspruch, der futuristischen Charakter hatte, zu formulieren und das Tagesgeschäft auf diese Zielrichtung auszurichten. Alles, was du heute tust, muss auch morgen, unter veränderten Bedingungen, Bestand haben können.
Es ist keine Überraschung, dass die Überlegungen zu Strategie und Taktik mit dieser Lebensauffassung sehr eng verwandt sind. Die Taktik widmet sich den konkreten Bedingungen des JETZT und die Strategie formuliert den gewünschten Zustand im Morgen.

Ich war immer der Auffassung, dass das Attribut des Strategen oder Visionärs nur dann einen Wert hat, wenn es einher geht mit dem Wissen, auch das Tagesgeschäft gut zu beherrschen. Und ich liebe die Formulierung, dass der im Vorteil ist, der weiß, was morgen ist.
Dr. Gerhard Mersmann
Gerhard Mersmann, Dr. phil., (Jahrgang 1956), gebürtiger Westfale, ist studierter Politologe und Literaturwissenschaftler. Er arbeitete in leitender Funktion über Jahrzehnte in der Personal- und Organisationsentwicklung. In Indonesien beriet er die Regierung nach dem Sturz Soehartos bei ihrem Projekt der Dezentralisierung. In Deutschland versuchte er nach dem PISA-Schock die Schulen autonomer und administrativ selbständiger zu machen. Er leitete ein umfangreiches Change-Projekt in einer großstädtischen Kommunalverwaltung und lernte dabei das gesamte Spektrum politischer Widerstände bei Veränderungsprozessen kennen.
Die jahrzehntelange Wahrnehmung von Direktionsrechten hielt ihn nicht davon ab, die geübte Perspektive von unten beizubehalten. Publizistische Aktivitäten durchziehen seine gesamte Biographie. Seine Erkenntnisse gibt er in Form von universitären Lehraufträgen weiter. Sein Blick auf aktuelle gesellschaftliche, kulturelle wie politische Ereignisse sind auf seinem persönlichen Blog M7 regelmäßig nachzulesen. >> https://form-7.com/ .
► Quelle: Dieser Beitrag wurde am 29. Juli 2026 erstveröffentlicht auf https://form-7.com/ >> Artikel. Eigentümer, Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich ist Gerhard Mersmann.
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1. Gerhard Mersmann, Dr. phil., (Jahrgang 1956), gebürtiger Westfale, ist studierter Politologe und Literaturwissenschaftler. Er arbeitete in leitender Funktion über Jahrzehnte in der Personal- und Organisationsentwicklung. In Indonesien beriet er die Regierung nach dem Sturz Soehartos bei ihrem Projekt der Dezentralisierung. In Deutschland versuchte er nach dem PISA-Schock die Schulen autonomer und administrativ selbständiger zu machen. Er leitete ein umfangreiches Change-Projekt in einer großstädtischen Kommunalverwaltung und lernte dabei das gesamte Spektrum politischer Widerstände bei Veränderungsprozessen kennen.
Die jahrzehntelange Wahrnehmung von Direktionsrechten hielt ihn nicht davon ab, die geübte Perspektive von unten beizubehalten. Publizistische Aktivitäten durchziehen seine gesamte Biographie. Seine Erkenntnisse gibt er in Form von universitären Lehraufträgen weiter. Sein Blick auf aktuelle gesellschaftliche, kulturelle wie politische Ereignisse sind auf seinem persönlichen Blog M7 regelmäßig nachzulesen. >> https://form-7.com/ . Foto: Privat! Copyright ©️ Dr. Gerhard Mersmann.
2. »Ich finde Niemanden, der so häufig recht hätte, wie ich!« – Die Umsiedler (EA 1953) von Arno Otto Schmidt, *1914 - †1979, Schriftsteller, Misanthrop). In der Vergangenheit, etwa um das Jahr 2000, war es möglich, über Politik zu diskutieren, ohne sich dauerhaft zu zerstreiten. Selbst wenn man sich nicht einig werden konnte, war alles ein paar Tage später wieder vergessen. Heute hingegen stehen sich die politischen Pole unversöhnlich gegenüber, ein Dialog ist nicht mehr möglich.
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3. JETZT! Ratsam ist im JETZT zu bleiben und sich umzublicken und im JETZT zu agieren. Zu erkennen, in welche Pforte wir hineingestoßen werden, zu erkennen, dass die größere Idee hinter dem von der Herrschaft im Namen des Virus ausgeführten Gefängnisalltags für jeden Einzelnen die Konditionierung ist. Foto: Michael_Luenen / Michael Bußmann, NRW. Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Auch eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Foto.