Gauck als Pressesprecher der Kapitaleigner

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Peter Weber
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Beigetreten: 23.09.2010 - 20:09
Gauck als Pressesprecher der Kapitaleigner
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Bundespräsident Joachim Gauck hält sich ein Jahr die Treue als treuer Verfechter des Kapitalismus
 
„Gauck persönlich – Ein Jahr Präsident“ – so lautete der Titel der Dokumentation der ARD von gestern Abend über Joachim Gauck. Wer mich kennt, der weiß, daß ich ein vehementer Kritiker des salbungsvollen Pastors bin. Innerhalb der Sendung kam Albrecht Müller von den NDS kurz zu Wort, wobei der Kommentator Müller als „einen der wenigen bekannten Kritiker Gaucks“ bezeichnete. Da gehöre ich wohl zu den wenigen weniger bekannten!
 
 
 
Ich möchte heute keine ausführlichen Lamentationen zu Gauck abgeben und mit diesem Kommentar nur ein kurzes Schlaglicht des Tages auf seine Ideologie und Denkweise richten. Deshalb beschränke mich auf ein paar prägnante aktuelle Zitate aus der Sendung, mit denen sich Gauck auf ein eindeutiges politisches Credo als Scheuklappenmodell festlegt. Noch sein Vorgänger Horst Köhler bezeichnete die Finanzmärkte als „Monster“ und wagte es z. B., Bundeswehreinsätze nicht nur als humanitäre Maßnahmen sondern auch als bewaffnete Manöver zur Absicherung der wirtschaftlicher Interessen zu bezeichnen. Von solchen Aussagen ist Joachim Gauck weit entfernt. Albrecht Müller wirft im hauptsächlich vor, daß er die reale Situation in Deutschland beschönigt und die Machtposition der Finanzwirtschaft nicht sieht. Aber mit seiner rosaroten Brille trifft Gauck in Deutschland in der Öffentlichkeit – glaubt man Umfragen – auf eine Zustimmungsquote von 80 %.
 
Die folgenden aktuellen Zitate zeigen genau das auf, was Gauck regelmäßig im Brustton der Überzeugung äußert:
  • „Die Zukunftslinien werden innerhalb des bestehenden kapitalistischen Systems gesteckt.“
  • „Das kapitalistische System ist zukunftsfähig“
  • „Bei der Organisation von Wirtschaft und Politik in Deutschland und der EU handelt  es sich um eine lernfähige Struktur.“
  • Und last but least sein Kernspruch und die Krönung seiner vorbildlichen Heile-Weltanschauung „Einen Systemwechsel fordern nur einige Verwirrte.“
Was soll ich dazu noch sagen? Angesichts eines solchen treuherzigen – geradezu religiösen – Glaubensbekenntnis, das mit überzeugender markanter Rhetorik vorgetragen wird, kapituliert der Normalbürger und läßt sich manipulieren.
 
Unsere Argumentationen seitens der Macher des KN, daß keine der ausufernden Krisen nur annähernd einer Lösung entgegen geht, daß das System keine tauglichen Ansätze dafür bietet (nicht bieten kann und will) und nur ein radikaler Umbruch die Rettung verspricht, sind hinlänglich bekannt. Deshalb werde ich an dieser Stelle auch nicht nochmals näher darauf eingehen. Es ist allerdings ein Trauerspiel, daß sich unserer oberster Repräsentant, der Bundespräsident, als Sprachrohr und Werkzeug der kapitalistischen Drahtzieher hergibt und ausnutzen läßt.
 
 
Peter A. Weber