Gemeinsame Demonstration in Bad Hersfeld. Amazon / Post - ein Kampf!

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Gemeinsame Demonstration in Bad Hersfeld. Amazon / Post - ein Kampf!
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Gemeinsame Demonstration in Bad Hersfeld

Amazon / Post - ein Kampf!

Gegenwehr! Betriebs- und Gewerkschaftsinfo der Gruppe Arbeitermacht

Ob wir bei Amazon, bei der Post AG oder anderen „Dienstleistern“ beschäftigt sind - seit Jahren haben wir im Grunde ähnliche Probleme. Wir alle sind betroffen von:

  • enormer Leistungsverdichtung, Arbeitsintensivierung, Arbeitszeitverlängerung;
  • stagnierenden oder fallenden Reallöhnen im letzten Jahrzehnt;
  • Billiglohn und befristeten Arbeitsverhältnissen;
  • Privatisierung, Umstrukturierung und Ausgliederung;
  • Druck auf die gewerkschaftlichen Kampf- und Handlungsmöglichkeiten.

Die Deutsche Post strebt genau die Art der Beschäftigungsverhältnisse an, die die KollegInnen bei Amazon unbedingt weghaben wollen, weil sie krank und arm machen. Alle - ob Post, Amazon oder ihre Konkurrenten - vermehren ihre Gewinne einzig und allein auf Kosten unserer Löhne und unserer Gesundheit. Ihr Profit kann für sie offenkundig nie genug sein, um neue Marktanteile zu erobern, um die Renditen nach oben zu treiben, um die Interessen der Eigentümer und Aktionäre zu sichern.
 

Doch während die Unternehmer trotz ihrer Konkurrenz gegen uns gemeinsam vorgehen, sich allenfalls mit noch schlechteren Löhnen und Arbeitsbedingungen unterbieten, führen wir unsere Kämpfe allzu oft getrennt voneinander.

Damit muss Schluss sein! Unsere einzige Stärke gegen die Milliardenunternehmen liegt in unserer Zahl und Organisiertheit. Wenn wir uns wie heute hier zusammenschließen, wenn wir mehr und mehr Kolleginnen und Kollegen über Betriebs- und letztlich Branchengrenzen hinaus in den Kampf einbeziehen können, werden wir wirklich zu einer Macht. Dann können wir auch die Angriffe und Zumutungen der Konzerne abwehren und unsere Ziele durchsetzen:

  • ein Einzelhandelstarifvertrag bei Amazon,
  • die Verhinderung der Delivery GmbH, des geplanten Niedriglohnsektors der Post,
  • dazu eine Arbeitszeitverkürzung auf 36-Stunden ohne Lohn- und Personalverlust und eine Lohnerhöhung von 5,5 Prozent.


Streik: die einzige Sprache, die sie verstehen

Amazon und Post AG verfolgen einen knallharten Kurs für ihre Interessen. Amazon bekämpft den Streik und GewerkschafterInnen mit allen Mitteln. Die Post AG galt bisher bei der Profitjagd als „sozialpartnerschaftlich“. Jetzt heuert sie StreikbrecherInnen sogar für ungenehmigte Sonntagsarbeit an, setzt alle Befristeten massiv existenziell unter Druck, setzt Beamte für Streikbruch ein.

Auf diese Unternehmenspolitik gibt nur eine ebensolche Antwort: Knallhart sein! Den Poststreik zu einem Vollstreik machen, das Maximum an KollegInnen für den Amazonstreik mobilisieren. Die ersten Anfänge der Verbindung von Streiks und Aktionen bei Post und Amazon sind gemacht.

Das müssen wir ausweiten, regelmäßige Treffen, gemeinsame Versammlungen abhalten, streikende KollegInnen und UnterstützerInnen organisieren, Streikbruch verhindern und die Kampfmoral der Streikenden festigen. Das nützt uns allen, das stärkt den Kampf!

Ver.di organisiert die Beschäftigten bei Post und Amazon. Wir fordern von unserer Gewerkschaft, jetzt aktiv die Verbindung diese Tarifkämpfe zu organisieren. Warum nicht auch mit jenen der ErzieherInnen, der GebäudereinigerInnen, der Berliner Charité und im Einzelhandel? Was und wer hindern uns daran ...?!

Wenn wir die Tarifrunden nutzen, um die Streiktaktik abzusprechen, um klar zu machen, dass kampfstärkere Bereiche andere unterstützen, dass wir die Zustimmung zu einem Tarifergebnis auch von der Zustimmung der anderen Branche abhängig machen, dann kann die Kampfkraft vervielfacht werden. Die Macht liegt auf unsere Seite. Es wäre schändlich, sie nicht zu nutzen!


Streik von unten!

Wir wissen, dass die Gewerkschaftsführung sowie die bürokratische Struktur das schwer machen. Auch deshalb ist es notwendig, dass es nicht nur Absprachen von Streikleitungen und Funktionären gibt, sondern v.a. an der Basis, unter den Beschäftigten selbst in Form gemeinsamer Streik- und Aktionsversammlungen.

Das wäre auch ein Schritt dazu, mehr Mitglieder aktiv einzubinden und den Arbeitskampf unter Kontrolle der Basis, der Gewerkschaftsmitglieder zu stellen.

Nur so kann sichergestellt werden, dass auch das Ergebnis den Vorstellungen der Mitglieder entspricht. Die Belegschaft muss aktiviert werden. Regelmäßige Vollversammlungen der Basis, die Wahl- und Abwählbarkeit der Streikleitungen und Verhandlungskomitees durch die Mitglieder sind unbedingt nötig.

Das ist auch das beste Mittel, um in Zusammenarbeit mit UnterstützerInnen anderer Gewerkschaften oder von Menschen, die sich mit den Tarifkämpfen solidarisieren, Unterstützungskomitees aufzubauen. Dies müssen helfen, die Bevölkerung aufzuklären, gegen die unvermeidlich kommende Medienhetze und Desinformation vorzugehen, aber auch, um gegen den von den Konzernen organisierten Streikbruch mobil zu machen.

Gegenwehr! Betriebs- und Gewerkschaftsinfo der Gruppe Arbeitermacht, Infomail 627, 26. Juli 2015



Quelle: Gruppe Arbeitermacht - deutsche Sektion der Liga für die 5. Internationale > zum Artikel

Interne Artikel zum Thema Streik:

23.06.2015:  Poststreik: Ausweitung des Kampfes ist das Gebot der Stunde - weiter

13.06.2015:  Unbefristeter Streik bei der Post! 36 Std.-Woche und 5,5% mehr Lohn! - weiter

26. Mai 2015:  Post-Tarifrunde: Urabstimmung und Vollstreik JETZT! - weiter

30. April 2015:  Streik der ErzieherInnen: Bloßer Tarifkampf? - weiter


Bild- und Grafikquellen:

1. DIE EINZIGE KUNST IM KAPITALISMUS IST DER AUFSTAND GEGEN ALLE AUTORITÄTEN! Foto: Christian Mayrhofer. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 2.0 Generic (CC BY-NC-ND 2.0)

2. "Tu was! Zeig´ Zivilcourage!" Quelle: zeig-courage.de/‎

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Verfügung gegen unzulässigen Beamteneinsatz


Antrag auf einstweilige Verfügung gegen unzulässigen Beamteneinsatz


von Jan Jurczyk / ver.di-Bundesvorstand


Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat vor dem Arbeitsgericht Bonn erneut einen Antrag auf einstweilige Verfügung gegen die Deutsche Post AG wegen des unzulässigen Einsatzes von Beamten gestellt. „Das Urteil des Arbeitsgerichtes vom 26. Mai 2015 hat für Rechtsklarheit gesorgt. Die Deutsche Post AG allerdings ignoriert die entsprechenden Vorgaben und setzt Beamte, die einem Einsatz widersprechen, auf bestreikten Arbeitsplätzen ein“, sagte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Andrea Kocsis. Mit dem Antrag auf einstweilige Verfügung möchte die Gewerkschaft erreichen, dass das Unternehmen diese unzulässige Praxis beendet. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes aus dem Jahr 1993 ist der Einsatz von Beamten auf bestreikten Arbeitsplätzen unzulässig.

ver.di hatte bereits im Mai vor dem Arbeitsgericht Bonn einen Antrag auf einstweilige Verfügung gegen den unzulässigen Beamteneinsatz gestellt. Damals hatte die Deutsche Post AG einen Vergleich abgelehnt, wonach sich das Unternehmen verpflichtet hätte, von den Beamten vor deren Einsatz eine schriftliche Einverständniserklärung einzuholen. In Anwendung des anschließend ergangenen Urteils hat ver.di dem Gericht nun eidesstattliche Erklärungen von Beamten, die der Übernahme von Tätigkeiten streikender Arbeitnehmer widersprochen haben, vorgelegt.

Unterdessen setzt ver.di den unbefristeten Ausstand fort. Am heutigen Mittwoch seien bundesweit rund 32.000 Tarifkräfte der Deutschen Post AG im Streik. Neben der Paket-, Brief- und Verbundzustellung sowie den Brief- und Paketzentren wurden auch die Beschäftigten der Internationalen Post in Frankfurt/Main in den Ausstand einbezogen. Die Internationale Seepost in Hamburg befindet sich bereits seit Freitag (19. Juni) im Ausstand.

ver.di fordert für die rund 140.000 Tarifbeschäftigten eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich, um den von der Deutschen Post AG mit der Gründung der 49 Regionalgesellschaften begangenen Vertragsbruch zu kompensieren. Überdies fordert die Gewerkschaft in der laufenden Entgeltrunde für die Tarifkräfte und Auszubildenden 5,5 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Pressekontakt:


Jan Jurczyk
ver.di-Bundesvorstand

Paula-Thiede-Ufer 10 10179 Berlin

Tel.: 030/6956-1011 bzw. -1012
Fax: 030/6956-3001

E-Mail: pressestelle@verdi.de

https://www.verdi.de/

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