Mit der US-Wirtschaft geht´s weiter bergab

2 Beiträge / 0 neu
Letzter Beitrag
Bild des Benutzers Helmut S. - ADMIN
Helmut S. - ADMIN
Online
Beigetreten: 21.09.2010 - 20:20
Mit der US-Wirtschaft geht´s weiter bergab
DruckversionPDF version

Mit der US-Wirtschaft geht´s weiter bergab


von Paul Craig Roberts


Können Sie sich noch an die Zeit erinnern, in der es richtige Reporter gab? Das war, bevor das Clintonregime die Medien in wenigen Händen konzentrierte und aus den Medien ein Propagandaministerium machte, ein Werkzeug des Großen Bruders. Die falsche Realität, in der die Amerikaner leben, reicht bis in das Wirtschaftsleben. Der Arbeitsmarktbericht (http://www.bls.gov/) vom letzten Freitag war eine Fortsetzung der schlechten Nachrichten, die zu guten Nachrichten verdreht worden sind. Die Medien wiederholen zwei Zahlen, als wenn diese etwas bedeuteten – die monatlichen neuen Arbeitsplätze und die Arbeitslosenquote – und ignorieren die Zahlen, die auf den über Jahre hinweg anhaltenden Niedergang auf dem Arbeitsmarkt hinweisen, während die Wirtschaft sich angeblich erholt.
 

 

Die sogenannte Erholung beruht auf dem Maßstab U.3 der Arbeitslosenquote. Hierin sind keine arbeitslosen Personen enthalten, die durch die Aussichtslosigkeit, einen Job zu finden, entmutigt sind und vier Wochen lang keine Arbeit gesucht haben. Der Maßstab U.3 der Arbeitslosigkeit bezieht nur die immer noch hoffnungsvollen mit ein, die glauben, dass sie einen Job finden werden.

Die Regierung hat noch einen zweiten offiziellen Maßstab für die Arbeitslosigkeit, nämlich U.6. Dieser Maßstab, über den selten berichtet wird, schließt diejenigen unter die Arbeitslosen mit ein, die weniger als ein Jahr lang aufgegeben haben. Dieses offizielle Maß macht das Doppelte der 5,3% laut der Messung nach U.3 aus. Was bedeutet das, wenn die Arbeitslosigkeitsrate nach sechs Jahren der angeblichen wirtschaftlichen Erholung auf über 10 Prozent liegt?

1994 hörte das Clintonregime auf, langfristig entmutigte Arbeiter als arbeitslos zu zählen. Clinton wollte, dass seine Wirtschaft besser aussieht als die Reagans, daher hörte er auf, die langfristig entmutigten Arbeitslosen zu erfassen, die unter Reagan Teil der Arbeitslosenquote waren. John Williams (shadowstats.com) erfasst weiterhin die langfristig Entmutigten mit der damaligen offiziellen Methode, und wenn diese Arbeitslosen miteingerechnet werden, beträgt die Arbeitslosenquote der USA im Juli 2015 23%, ein Mehrfaches von derjenigen in der Rezession, mit der Fed-Vorstand Paul Volcker die Präsidentschaft Reagans begrüßt hat.

Eine Arbeitslosenquote von 23% gibt der wirtschaftlichen Erholung eine neue Bedeutung. 85 Jahre sind es her seit der Großen Depression, und die Wirtschaft der Vereinigten Staaten von Amerika befindet sich in einer wirtschaftlichen Erholung mit einer Arbeitslosenquote, die ähnlich hoch ist wie die in der Großen Depression.
 

 

Die Erwerbsquote ist während der „Erholung” gesunken, die angeblich im Juni 2009 begann und bis heute anhält. Das ist höchst unüblich. Normalerweise kommen die Jobs wieder auf die Füße, wenn sich die Wirtschaft erholt, und die Menschen strömen in die Erwerbsarbeit. Auf der Grundlage dessen, was ihm von seinen Wirtschaftsberatern gesagt wurde, schrieb Präsident Obama den Abfall in der Erwerbsquote den Baby Boomers zu, die in den Ruhestand gegangen sind. Tatsächlich haben im Verlauf der sogenannten Erholung die Jobs bei den 55-Jährigen und Älteren zugenommen. Die Amerikaner im Arbeitsalter von 25 – 45 haben im Juli 131.000 Jobs verloren.

Im Lauf des vergangenen Jahres (Juli 2014 – Juli 2015) gewannen die in der Altersgruppe 55 und drüber 1.554.000 Jobs dazu. Junge Menschen im Alter von 16 – 18 und 20 – 24 verloren 887.000 bzw. 489.000 Arbeitsplätze.

Heute gibt es für Amerikaner im Alter von 25 – 54 Jahren 4.000.000 Jobs weniger als im Dezember 2007. Von 2009 bis 2013 gingen die Arbeitsplätze für Amerikaner in dieser Gruppe um 6.000.000 herunter. Diese Jahre der angeblichen wirtschaftlichen Erholung gingen anscheinend an den Amerikanern im Haupterwerbsalter vorbei.

Im Juli 2015 gibt es in den Vereinigten Staaten von Amerika 27.265.000 Menschen mit Teilzeitjobs, von denen 6.300.000 oder 23% teilzeitbeschäftigt sind, weil sie keine Ganztagsjobs finden können. Es gibt 7.124.000 Amerikaner, die mehrere Teilzeitjobs haben, um ein ausreichendes Einkommen zu erzielen, ein Zuwachs von 337.000 gegenüber vor einem Jahr.
 

 

Die Jungen können keine Haushalte auf der Basis von Teilzeitjobs gründen, aber Menschen im Ruhestand nehmen diese Jobs, um das Einkommen zu erzielen, das ihre Ersparnisse aufgrund der Nullzins-Politik der Federal Reserve nicht abwerfen, die auf die Unterstützung der Bilanzen einer Handvoll riesiger Banken ausgerichtet ist, deren Vorstände das US-Finanzministerium und die Federal Reserve kontrollieren. Nachdem so viele Arbeitsplätze in der Produktion und Facharbeiterjobs wie Softwareentwicklung nach China und Indien ausgelagert worden sind, sind professionelle Karrieren in den USA am Verschwinden.

Zu den lukrativsten Jobs in Amerika gehören Wall Street-Betrügerereien, Lobbying für private Interessentengruppen, wobei ehemalige Mitglieder des Kongresses und der Regierung bevorzugt beschäftigt werden, und die Entwicklung von Bereicherungsstrategien für die Sponsoren von Denkfabriken, die als öffentliches Interesse maskiert zu Gesetzen gemacht werden können.  
 

 

Die behaupteten Angestelltenjobs im Juli finden sich in den üblichen Kategorien, die uns bekannt sind, Monat für Monat und Jahr für Jahr. Es sind inländische Dienstleistungsjobs – Kellnerinnen und Barmänner, Verkäufer, Transport, Lager, Geldbereich und Versicherung, Gesundheitswesen und soziale Hilfsdienste. Nichts für den Export, um für die massiven Importe zu bezahlen. Angesichts des ungenügenden Wachstums bei den mittleren Familieneinkommen, wobei die Ersparnisse ausgehen und die Kredite ausgereizt sind, wird sogar der Wirtschaftsbereich der Verkäufe ins Straucheln geraten.

Das ist eindeutig keine Wirtschaft, die eine Zukunft hat.

Aber das würden Sie nie erfahren, wenn Sie auf die Finanzmedien hören oder den Wirtschaftsteil der New York Times oder das Wall Street Journal lesen. Als ich Redakteur beim Wall Street Journal war, hätte der klägliche Zustand der US-Wirtschaft einen Aufmacher für die Titelseite abgegeben.

UPDATE: Artikel bei WALL STREET ON PARADE > weiter

Paul Craig Roberts


 


    
Quelle:  erschienen am 10. August 2015 auf Paul Craig Roberts Website > Artikel

Die Weiterverbreitung dieses Textes ist durchaus erwünscht. In diesem Fall bitte die Angabe der Webadresse www.antikrieg.com nicht zu vergessen! Die deutsche Übersetzung wurde dort freundlicherweise von Klaus Madersbacher / A zur Verfügung gestellt.

Dr. Paul Craig Roberts wurde am 3. April 1939 in Atlanta, Georgia geboren. Er hat an der Georgia Tech, der University of Virginia, der University of California in Berkeley und der Oxford University studiert, wo er Mitglied des Merton College war. Er wurde von Präsident Ronald Reagan zum Assistant Secretary of the US Treasury for Economic Policy berufen.

Er war Mitarbeiter des US-Kongresses, Mitherausgeber und Kolumnist des Wall Street Journal, Kolumnist bei Business Week, Scripps Howard News Service und Creators Syndicate sowie Senior Research Fellow der Hoover Institution und der Stanford University. Zudem hatte er den William E. Simon Chair in Political Economy am Center for Strategic and International Studies der Georgetown University inne.

Er ist Vorsitzender des Institute for Political Economy und Autor oder Koautor von zehn Büchern sowie zahlloser Artikel in wissenschaftlichen Journalen. Er hat vor dem US-Kongress in Kommissionen zu mehr als 30 Anlässen ausgesagt.

Dr. Roberts wurde mit dem Meritorious Service Award des US-Finanzministeriums für seine „herausragenden Beiträge zur Formulierung der Wirtschaftspolitik der USA“ und in Frankreich mit dem Legion of Honor als „Handwerker einer Erneuerung der Wirtschaftswissenschaften und der Wirtschaftspolititk nach einem halben Jahrhundert Staatsinterventionismus“ ausgezeichnet.


Bild- und Grafikquellen:


1. Strassenprotest gegen die US-Regierung und die Arbeitsmarktsituation. Die ungeschönte Arbeitslosenquote der USA beträgt im Juli 2015 23%, Foto: Paul Bailey. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Generic (CC BY-SA 2.0)

2. WASHINGTON - DISTRICT OF CORRUPTON. Foto: David / dbking. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung 2.0 Generic (CC BY 2.0).

3. Obamanomics: Obamas völlig verfehlte Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Finanzpolitik. Obama wird während seiner 8-jährigen Amtszeit mehr Staatsschulden machen als ALLE PRÄSIDENTEN VOR IHM ZUSAMMEN! Fotobearbeitung: Flickr-user SS&SS. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung-Nicht kommerziell 2.0 Generic (CC BY-NC 2.0)

4. Strassenprotest die Arbeitsmarktsituation. Nachdem so viele Arbeitsplätze in der Produktion und Facharbeiterjobs wie Softwareentwicklung nach China und Indien ausgelagert worden sind, sind professionelle Karrieren in den USA am Verschwinden. Die ungeschönte Arbeitslosenquote der USA beträgt im Juli 2015 23%, Foto: Paul Bailey. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Generic (CC BY-SA 2.0).

 

Bild des Benutzers Marie-Luise Volk
Marie-Luise Volk
Offline
Beigetreten: 28.10.2010 - 13:29
Obamanomics: Die vornehmste Aufgabe von Obama


"Tax the rich who send work to China" - aber das ist doch genau das, warum Obama von der Finanzmafia als Präsident gekürt wurde: Konzerne besteuern oder beschränken verboten!  Das darf einfach nicht passieren. Es darf auch nicht passieren, dass die Vermögenden, also z.B. Bill Gates, Warren Buffett, Charles und David Koch, die Waltons (Wal-Mart), Michael Bloomberg, Mark Zuckerberg, Sheldon Adelson, Georg Soros, Rockefellers & Co. etwas von ihrem Vermögen verlieren. In den USA gibt es laut FORBES derzeit 536 Milliardäre (Stand 2015), weltweit sind es 1.826.

Im Gegenteil: Das Vermögen muss ständig wachsen. Dafür zu sorgen, das ist die vornehmste Aufgabe von Obama. Obama wird spuren, weil er mit der Muttermilch der Finanzindustrie gepäppelt wurde und weil er befürchten muss, dass sonst seine Tage als lebender Mensch gezählt wären. Obamanomics ist kein Desaster für die 85 reichsten Menschen der Welt, die die Hälfte des gesamten Weltvermögens unter sich aufteilen.

Nur für diejenigen, die dafür sorgen müssen, dass dieser Zustand beibehalten werden muss. Arbeitslose hin oder her.


Marie-Luise Volk

Gesundheitsberaterin (GGB) und Sprecherin der Bürgerinitiative "Bürger/innen sagen NEIN zur Agro-Gentechnik" im Landkreis Cochem-Zell  http://esgehtanders.de/

Zum Verfassen von Kommentaren bitte Anmelden oder Registrieren.