Narrenstreich: NATO verspricht weitere 4 Jahre Krieg in Afghanistan

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Narrenstreich: NATO verspricht weitere 4 Jahre Krieg in Afghanistan
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Narrenstreich: NATO verspricht weitere 4 Jahre Krieg in Afghanistan

von Ron Paul

Der längste Krieg in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika ist gerade noch länger geworden. Auf dem Warschauer Gipfel der NATO 2016 stimmte die Organisation zu, die afghanischen Sicherheitskräfte bis zum Jahr 2020 zu finanzieren. Hand in Hand mit dem Geld gehen natürlich US-Truppen und der NATO, und Tausende von Kontraktoren, Ausbildern und so weiter.

Präsident Obama sagte letzte Woche, dass die USA 3.000 Soldaten mehr als geplant in Afghanistan behalten müssen. Der wahre Grund liegt auf der Hand: der Einsatz ist gescheitert, und Washington kann das nicht zugeben. Obama sagte das allerdings so nicht. Er sagte: „Es liegt im Interesse unserer nationalen Sicherheit, besonders nach all dem Blut und Geld, das wir die Jahre hindurch investiert haben, dass wir unseren Partnern in Afghanistan die beste Chance bieten, zum Erfolg zu kommen.
 

So irrational ist die Logik Washingtons. Wo sonst außer in einer Regierung würde man das Argument hören, dass man nicht aufhören kann, Geld für ein Projekt auszugeben, weil man schon so viel nutzlos ausgegeben hat? In der realen Welt tun Menschen, die ihr eigenes schwer verdientes Geld in ein gescheitertes Unternehmen gesteckt haben etwas, was „die eigenen Verluste begrenzen“ heißt. Die Regierung tut das nie.

Reichen 15 Jahre „Blut und Geld” der USA nicht für eine „beste Chance“, um zum Erfolg zu kommen?

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg kündigte auf dem Gipfel an, dass dank einer weiteren Milliarde Dollar aus Zuwendungen der NATO-Länder die Organisation fast die $5 Milliarden pro Jahr zusammenbekommen hat, die sie der afghanischen Regierung versprochen hat. Sie können raten, wer den Löwenanteil dieser $5 Millarden bezahlt. Ja richtig, wir. Wir überweisen $3,45 jährlich an das laut Transparency International drittkorrupteste Land der Welt, während Amerikaner mit Arbeitslosigkeit, stagnierenden Einkommen und Inflation kämpfen. Deswegen sage ich immer, dass Auslandshilfe Geld ist, das von armen Leuten in den USA gestohlen und an reiche Leute im Ausland geschickt wird.
 

NATO-Vorstand Stoltenberg sagte: „Unsere Botschaft ist klar: Afghanistan steht nicht allein. Wir sind auf lange Sicht verpflichtet.“ Wie nett von dem norwegischen Politiker, die Amerikaner zur Finanzierung des Kriegs in Afghanistan „auf lange Sicht“ zu verpflichten.

Als ich neulich in einem Interview darauf hinwies, dass die einzige vernünftige Politik der USA in Afghanistan ist, alle Soldaten nachhause zu holen, fragte der Interviewer, ob ich mir Sorgen mache, dass die Taliban dann das Vakuum füllen würden. Das ist schon geschehen, sagte ich. Die Taliban sind in Afghanistan stärker denn je. Sie kontrollieren mehr Territorium als zu irgendeinem Zeitpunkt seit dem Einmarsch der USA 2001. Trotz 15 Jahren US-Interventionismus, fast 2.500 toten amerikanischen Soldaten und gut einer Billion Dollars ist Afghanistan keinen Schritt weiter in Richtung einer Modelldemokratie gekommen, als es vor 9/11 war. Es ist eine gescheiterte Politik. Es ist ein zweckloser Krieg. Es ist ein gescheitertes Programm.
 

Die Neokonservativen sagen, dass Irak, Libyen und andere Interventionen der USA in die Binsen gegangen sind, weil die USA nicht lange genug geblieben sind. Wie üblich liegen sie daneben. Sie sind gescheitert und werden weiterhin scheitern, weil sie keinen Erfolg haben können. Man kann nicht in ein Land einmarschieren, seine Regierung stürzen und von Grund auf ein neues Land errichten. Das ist ein Narrenstreich, und Washington hat die meisten Amerikaner zu Narren gemacht. Es ist Zeit, dieses Spiel zu beenden und zurückzukehren zu der weisen Außenpolitik der Gründer: keine Einmischung in die Angelegenheiten anderer.
    
Ron Paul   


     
Quelle:  erschienen am 11. Juli 2016 auf der Website des Ron Paul Institute for Peace and Prosperity > Artikel.

Die Weiterverbreitung der Texte auf dieser Website ist durchaus erwünscht. In diesem Fall bitte die Angabe der Webadresse www.antikrieg.com nicht zu vergessen! Die deutsche Übersetzung wurde dort freundlicherweise von Klaus Madersbacher / A zur Verfügung gestellt.


Bilder- und Grafikquellen:

1. Summit Meetings of NATO Heads of State and Government in Warsaw, Poland - 8-9 July 2016. US Secretary of Defense, Ash Carter, US President Barack Obama, President of Afghanistan Mohammad Ashraf Ghani and NATO Secretary General Jens Stoltenberg. Foto / photo credit: NATO. Quelle: www.nato.int/. Richtlinien für die externe Verwendung offizieller NATO-Fotos / Requirements for the external use of NATO content: weiter. Umfangreiche NATO-Eventseite - weiter.

2. Whisper America: Whisper America because it's no longer united, whisper America for it makes profits with fighting, whisper America the citizens are divided, whisper America it's desensitized with violence, whisper America poverty is ignored and blinded, whisper America drugs run rapid in society, whisper America mental health takes over and help is not provided, whisper America leaders lead the future with crimes and defiance, whisper America for there is nothing left but muck and grime the mighty have ruined many of our lives. Originalbild: Flickr-user drazz, New York. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Generic (CC BY-SA 2.0). Textinlet-Idee: Helmut Schnug, techn. Umsetzung: Wilfried Kahrs (WiKa), QPress.de .

3. "Seht den da! Der will seine Interessen mit Gewalt durchsetzen! Pfui!" Der Kriegsrabauke der Welt, der Völkermörder und Superschlächter, Massen-Totmacher und Foltermeister, Spitzenspitzel und Drohnenmörder USA beschwert sich: “Seht den da!”, ruft er aus, als er auf Russland und die Krim deutet, “der will seine Interessen mit Gewalt durchsetzen! Pfui!” In seiner Hand eine Sense “Kein Jahr ohne Krieg seit 1776”, dem unseligen Gründungsjahr dieser grausamen Militär-Nation, die sich “E pluribus unum” als Motto gesetzt hat.

Aus vielem Lebendigen ein großes Totes. Der blauweißrote US-Bomben-Zombie und All-Obama watet in einem Meer von Blut aus unzähligen Schlächtereien im Dienste des Dollarzeichens, worin sein gehorsames Hündchen A. Merkel ihm Beifall kläfft: “Genau! Genau!” Wer, wenn nicht die Machtspitze der USA, wäre moralisch befugt, Rußland für seinen Militäreinsatz auf der Krim zu kritisieren?

Karikatur: © Götz Wiedenroth, Flensburg. Herzlichen Dank für die Freigabe zur Veröffentlichung im Kritischen Netzwerk. ⇒ zur Webseite von Herrn Wiedenroth: www.wiedenroth-karikatur.de/.