Russische Maus bedroht US-Elefant

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Helmut S. - ADMIN
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Beigetreten: 21.09.2010 - 20:20
Russische Maus bedroht US-Elefant
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Russische Maus bedroht US-Elefant

von Eric S. Margolis

„Die Russen kommen! Die Russen kommen!“ Dieser Schrei hallte diese Woche aus dem Pentagon, den US-Medien und den republikanischen Kandidaten um das Amt des Präsidenten.

Wie dämlich. Es scheint, dass die Russen sechs Panzer nach Syrien geschickt haben, einiges an Artillerie und einen Haufen von Militärtechnikern in zwei Militärstützpunkte an der Küste Syriens in der Nähe von Latakia. Laut den republikanischen Kriegstreibern greifen die verflixten Sowjets ... ups, ´tschuldigung, Russen ... militärisch in den fünf Jahre alten Krieg in Syrien ein und planen neue Militärbasen in dem strategisch wichtigen Land am Mittelmeer.
 

Das ist wie der Esel, der den Hasen Langohr schimpft. Die Vereinigten Staaten besitzen um die 800 militärischen Einrichtungen rund um die Erde. Russland betreibt nur eine Handvoll kleiner Basen in der Nähe seiner Grenzen. Die Ausnahme bildet Syrien, wo Russland seit fast 50 Jahren eine kleine Nachschub-/Reparaturanlage in Tartus und eine elektronische Abhöranlage betreibt. Seit langer Zeit ist Russland Syriens wichtigster ausländischer Verbündeter und Waffenlieferant. Während die USA nahezu den gesamten Mittleren Osten beherrschten – ich bezeichne das als American Raj [Imperator / Herrscher] – wurde Syrien als eine beschränkte sowjetische/russische Einflusssphäre betrachtet. Das ist alles.

Washington entzündete den Bürgerkrieg in Syrien, indem es Anti-Regierungskräfte aus dem Libanon und aus Jordanien ins Land einschleuste. Im Lauf der letzten fünf Jahre haben die USA gemeinsam mit Israel, Frankreich, Großbritannien und Saudiarabien die syrischen Anti-Assad-Rebellen bewaffnet, finanziert und geleitet. Die Saudis hetzten ihre geheime Waffe gegen Damaskus, die syrisch-irakische Bewegung des Islamischen Staates (IS).
 

Das Ziel des Westens in Syrien war der Sturz der Regierung, weil diese so eng verbündet ist mit den Iran, der Hezbollah des Libanon und Russland. Präsident Baschar al-Assads säkulare Regierung in Damaskus schafft es garade, die Rebellen und Mobs fanatischer Jihadisten abzuhalten, die von den Saudis und Washington geschickt werden – welches vorgibt, den Islamischen Staat zu bekämpfen. In Wirklichkeit ist der Islamische Staat, oder IS, ein geheimer Alliierter Amerikas.

Erstaunlicherweise sieht es so aus, als ob wenige der Machtzentren in Washington damit gerechnet hätten, dass die Machinationen der USA in Syrien letztendlich eine russische Reaktion provozieren würden. Republikanische Kandidaten wie Marco Rubio, Ted Cruz und Carly Fiorina schienen ganz kribbelig auf einen Krieg gegen Russland zu sein. Das sind Geschöpfe von Amerikas wichtigstem Neokonservativen, dem Kasinomogul Sheldon Adelson. Die meisten Nichtamerikaner müssen erschrocken gewesen sein, diese Kriegstreiberei und Begünstigung von Israels ganz weit rechts stehenden Rechten mitzuverfolgen.

Man fragt sich, ob dies Amateurstrategen mehr als eine syrische Stadt beim Namen nennen können. Oder ob sie begreifen dass Syrien so nahe bei Russland liegt wie Columbus, Ohio bei New York? Erinnert sich jemand, dass im 19. Jahrhundert Russland behauptete, der Beschützer der Christen im Mittleren Osten zu sein? Diese Woche erneuerte Präsident Wladimir Putin dieses Versprechen, indem er sagte, er wolle die 2 Millionen Christen der Levante beschützen, die jetzt ernstlich durch den IS bedroht sind.

Warum dürfen die USA Militärbasen an Orten wie Djibouti, Okinawa, Diego Garcia, Uganda, Somalia, Katar, Afghanistan, Südkorea, Bulgarien, Japan, Italien, Rumänien, Pakistan, Irak und Spanien betreiben, um nur einige wenige zu nennen, während es für Russland ein großes Nein setzt, wenn es wagt, eine ganz kleine Basis in Syrien zu betreiben?

Weil das Imperium nein sagt.

Russlands Militärbudget beträgt ein Zehntel dessen der Vereinigten Staaten. Zusammen mit ihren reichen Allierten wie Europa und Japan entfallen auf die USA 70% der weltweiten Militärausgaben. Die einzige reale Gefahr, die Russland für die Sicherheit der USA, wird sich einstellen, wenn Washingons ungeschicktes Murksen in Syrien, im Irak und in der Ukraine einen direkten Zusammenstoß mit Russlands militärischen Kräften provoziert. Der Westen kann von Glück reden, dass er den vorsichtigen nüchternen Wladimir Putin im Kreml hat. Dieser hat bereits einen USA-Russland-Krieg in Syrien abgewendet und fordert wieder direkte Verhandlungen zwischen den USA und Russland über die ansteigende Krise.  

Aber hat wirklich jemand gedacht, dass der äußerst zähe Putin nichts tun würde, während die USA und deren Alliierte Syrien in Stücke reißen?

Wie dumm und arrogant wäre das. Imperiale Überheblichkeit gepaart mit dreister Ignoranz.

Eric S. Margolis


    
Quelle:  erstveröffentlicht am 18. September 2015 auf > www.ericmargolis.com > Artikel.

Die Weiterverbreitung der Texte auf dieser Website ist durchaus erwünscht. In diesem Fall bitte die Angabe der Webadresse www.antikrieg.com nicht zu vergessen! Die deutsche Übersetzung wurde dort freundlicherweise von Klaus Madersbacher / A zur Verfügung gestellt.

► Informationen über den Autor Eric S. Margolis - weiterlesen (engl.)

Bild- und Grafikquellen:

1. RUSSIAN MOUSE THEATENS US ELEPHANT. Russische Maus bedroht US-Elefant. Graphische Umsetzung: Wilfried Kahrs (WiKa) / QPress.de

2. The Trojan Horse called IS. US-Waffen zur Unterstützung der kurdischen Rebellen in Syrien gelangten schlussendlich in die Hände der Terrormiliz IS. Der IS (Islamische Staat) ist - wie schon Al-Quaida - ein Produkt der USA. Dies ist KEINE Verschwörungstheorie, Hillary Clinton gibt dies ja voller Stolz in Inteviews zu!

Karikatur von Carlos Latuff, einem "Politischen Karikaturist", geboren November 1968 in Rio de Janeiro, Brazil. Carlos Latuff (eigentlich Carlos Henrique Latuff de Souza) gewährt jedem das bedingungslose Recht, dieses Werk für jedweden Zweck zu nutzen, inklusive uneingeschränkter Weiterveröffentlichung, kommerziellem Gebrauch und Modifizierung, zu nutzen, es sei denn, Bedingungen sind gesetzlich erforderlich. Quelle: Sein Blog > latuffcartoons.wordpress.com > zur Karikatur. Dieses Werk wurde von seinem Urheber Carlos Latuff als gemeinfrei veröffentlicht. Dies gilt weltweit.