Unterschiede zwischen authentischem und synthetischem Terrorismus?

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Unterschiede zwischen authentischem und synthetischem Terrorismus?
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Unterschiede zwischen authentischem und synthetischem Terrorismus?

Testbeispiele: Die Anschläge in Paris v. 07.01.2015 und Tunis v. 18.03.2015

Immer wenn die Gewalt plötzlich und wahllos gegen Zivilisten ausgeübt wird und die Identität der Täter sich nicht eindeutig feststellen lässt, sollte man fragen, ob es eine authentische oder synthetische Terroroperation gewesen war. Die folgenden acht Fragen gestatten eine vorläufige und vernünftige Einschätzung der Ereignisse.

Frage 1: Hat sich eine reelle Organisation zur Tat bekannt?

Kommentar: Eine reelle Organisation ist eine, deren leitende Personen zugänglich sind, welche sich auf Mitglieder stützt und die sich für erklärten Ziele einsetzt. Der Freidenkerverband ist z. B. eine reelle Organisation. Das Rote Kreuz eine andere. Die kurdische PKK ein dritte. Es gibt reelle Organisationen, die gelegentlich terroristische Anschläge ausführen, z. B. die palästinensische Organisation Hamas. Es ist zwar theoretisch möglich, dass man Fälle finden kann, wo authentische Terroristen ihre Signatur nicht hinterlassen wollen, aber da der Sinn terroristischer Handlungen ist, eine Botschaft zu vermitteln – z. B. eine Forderung – würde eine solche Geheimhaltung den Zweck der Gewalttat widersprechen.

Im Fazit: Wenn eine Gewalttat, die dem äußerlichen Anschein politisch motiviert ist, von keiner reellen Organisation beansprucht wird, ist die Vermutung berechtigt, dass sie durch Geheimdienste bzw. das Militär eines Staates inszeniert wurde, um einer dritten Partei in die Schuhen zu schieben.

Frage 2: War die gewaltsame Handlung von einer politischen Forderung begleitet worden?

Kommentar: Eine authentische terroristische Handlung wird in der Regel durch eine ausdrückliche, bzw. implizite Forderung begleitet, die von einer breiten Volksbewegung unterstützt wird und mit den erklärten Zielen der Organisation stimmt. Wenn keine Forderung gestellt wird, bzw. wenn diese Forderung weder mit den erklärten Zielen der Organisation übereinstimmt noch von einer breiten Masse getragen ist, ist die Vermutung berechtigt, dass die Handlung durch Geheimdienste bzw. das Militär eines Staates inszeniert wurde.

Frage 3: Falls die Täter gestorben oder erfasst wurden, wurden sie von einer breiten Volksbewegung als Helden oder Märtyrer zelebriert?

Kommentar: Personen, die erfolgreich authentische terroristische Handlungen führen, werden in der Regel von ihrem Volk oder von Mitglieder ihrer Bewegung, und sogar von ihren Familien, als Helden oder Märtyrer verehrt. Wo solche Verehrung völlig fehlt, deutet die Handlung auf eine inszenierte Terroroperation.

Frage 4: Falls die Täter überlebt haben, und zum Gericht gestellt wurden, haben sie die moralische Legitimität ihrer Angriffe öffentlich verteidigt?

Kommentar: Man darf wohl annehmen, dass Teilnehmer einer authentischen terroristischen Handlung in der Gerechtigkeit ihrer Aktion glauben. Man darf daher erwarten, dass sie ein offenes Gerichtsverfahren dafür nützen, um für ihre Sache zu werben und ihre Tat zu berechtigen. Wenn aber mutmaßliche Täter ihre Teilnahme in der Operation bestreiten, bzw. sich von der Tat distanzieren, kann davon ausgegangen werden, dass sie entweder zu dieser Teilnahme durch Täuschung angeworben oder sie zu Unrecht beschuldigt wurden.

Wenn aber die mutmaßlichen Täter als tot gelten, können sie nicht vor ein Gericht gestellt werden. Der Tod mutmaßlicher Terroristen ist für Staaten nützlich, denn dann braucht der Staat ihre Schuld nicht gerichtlich nachzuweisen: Polizeiliche Behauptungen genügen. Der Tod mutmaßlicher Terroristen, aus welchen Gründen es sein mag, ist ein erhebliches Merkmal inszenierter Terroroperationen.


Frage 5: Erfüllte die Ermittlung, bzw. die Untersuchung der terroristischen Handlung, die Forderungen der Unparteilichkeit, der Unabhängigkeit von Ermittlern, der Gründlichkeit, und der Transparenz?


Kommentar: Staatsbehörden sind laut Menschenrechtsnormen verpflichtet, Mordtaten, insbesondere politische Mordtaten, angemessen zu ermitteln. Wenn eine solche Untersuchung diese vier Merkmale einer angemessener Ermittlung nicht erfüllt, liegt die Vermutung nahe, der Staat wolle die Tat nicht aufklären. Eine unzureichende Untersuchung kann man durch Obstruktion, Inkompetenz, erhebliche Lücken, Unterdrückung von Beweismitteln und Betrug nachvollziehen. In solchen Fällen muss der Staat als Hauptverdächtiger betrachtet werden.

Frage 6: Besaßen die Behörden eine Vorkenntnis des Anschlages oder haben sie die mutmaßlichen Täter schon früher überwacht?

Kommentar: Wo mutmaßliche Terroristen durch staatliche Stellen im Vorfeld überwacht worden sind liegt es nahe, dass die Behörden die Anschläge hätten verhindern können. Wenn die Operation durchgeführt wurde, ergibt sich die Vermutung, dass die Behörden sie bewusst zugelassen hatten, oder dass die überwachten Personen als Sündenböcke in einer inszenierter Operation bereitgestellt wurden.

Frage 7: Gab es während der Anschläge oder kurz vor den Anschlägen eine Anti-Terror-Übung seitens der Polizei oder des Militärs?

Kommentar: Wenn eine Anti-Terror-Übung gleichzeitig oder unmittelbar vor einer terroristischen Handlung stattfindet gilt dies als erhebliches Merkmal für eine inszenierte Terror-Operation. Eine groß angelegte Militärübung fand z. B. am Morgen des 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten statt. In dieser Übung wurden Flugzeugentführungen simuliert. Wegen dieser Übung wurden Fluglotsen völlig verwirrt, da sie nicht zwischen wahren Flugzeugen und simulierten Flugzeugen auf ihren Radarsichtgeräten unterscheiden konnten. Im Schatten dieser Übung wurden die Anschläge durchgeführt.
 

Auch während der Londoner Bombenanschläge des 7. Juli 2005 gab es eine Antiterrorübung, die das gleiche Szenario der wahren Anschläge als Grundlage der Simulation benutzte; vor den Madrider Bombenanschlägen des 11. März 2004 führte die NATO in Spanien Anti-Terrorübungen, über die wenig Information vorhanden ist; und am Nachmittag der Terroranschläge des 22. Juli 2011 in Oslo und Utøya (Norwegen) haben norwegische Spezialkräfte eine Antiterrorübung ausgeführt. Diese Spezialisten standen daher für die Bekämpfung der eigentlichen Mörder nicht zur Verfügung.

Frage 8: Wer profitierte von der terroristischen Handlung?

Kommentar: Wer von einer Straftat profitiert gilt normalerweise als Verdächtiger. Der Gewinn muss nicht unmittelbar finanziell sein. Erhebliche politische Gewinne gehören selbstverständlich zu solchen Taten. Im Umkehrschluss kann man davon ausgehen, dass je aufwendiger die Planung und Durchführung einer terroristischen Handlung ist, je wahrscheinlicher die Planer der Operation die voraussichtlichen Folgen der Tat miteinbezogen hatten. Man darf wohl annehmen, dass eine Organisation keine Operationen plant, die ihren Interessen eindeutig widerspricht.

Die Benutzung der acht Kriterien zur Bewertung von Nachrichten über Anschläge:

Wenn eine terroristische Operation mehr als drei der Kriterien erfüllt stellt sich die Frage, ob es eine inszenierte Operation war. Wenn mehr als vier Kriterien erfüllt sind liegt die Vermutung nahe, dass es eine inszenierte Operation war. Wenn mehr als fünf Kriterien erfüllt sind, so muss man davon ausgehen, dass es eine inszenierte Operation war, sei es dass das Gegenteil eindeutig nachgewiesen wird.

 



Testbeispiel: Die Anschläge in Paris am 07.01.2015

Frage 1: Hat sich eine reelle Organisation zur Tat bekannt?

Kommentar: Nein. Al-Qaida ist keine „reelle Organisation“, da man sie weder anschreiben oder telefonieren kann, noch hat sie eine erkannte Struktur. Was hinter dem Namen al-Qaida steckt ist nicht geklärt.

Frage 2: War die gewaltsame Handlung von einer politischen Forderung begleitet worden?

Kommentar: Nein. Die Behauptung, die Handlung sei eine Rache gegenüber der Veröffentlichung von Mohamed-Karikaturen ist bloß eine Mutmaßung, und sogar eine dürftige Mutmaßung. Die mutmaßlichen Täter haben keine Forderung gestellt, sind tot und können ihre mutmaßlichen Forderungen und Motive nicht bestätigen.

Frage 3: Falls die Täter gestorben oder erfasst wurden, wurden sie von einer breiten Volksbewegung als Helden oder Märtyrer zelebriert?

Kommentar: Nein. Die gesamte Welt hat diese Anschläge verurteilt. Die Identität von Islamisten, die angeblich die Anschläge auf dem Internet zelebriert hatten, ist nicht bekannt. Solche unnachweisbaren Behauptungen der Massenmedien müssen als Propaganda abgetan werden.

Frage 4: Falls die Täter überlebt haben, und zum Gericht gestellt wurden, haben sie die moralische Legitimität ihrer Angriffe öffentlich verteidigt?

Kommentar: Die mutmaßlichen Täter sind nicht nur tot, sondern wurden von der Polizei hingerichtet. Diese Umstände befreien den französischen Staat von der Pflicht, die Schuld der ermordeten Personen nachzuweisen. Wenn sich der französische Staat dem Verdacht der Hinrichtung befreien will, muss er hinreichende Beweise vorlegen, dass die Polizei die Verdächtigen im Selbstschutz erschossen hatten. Solange diese Beweise nicht vorliegen, und unabhängig bewertet werden können, besteht der Verdacht der Hinrichtung und damit der Verdacht einer staatlichen Vertuschung.

Frage 5: Erfüllte die Ermittlung bzw. die Untersuchung der terroristischen Handlung die Forderungen der Unparteilichkeit, der Unabhängigkeit von Ermittlern, der Gründlichkeit und der Transparenz?

Kommentar: Bis jetzt wurde die terroristische Handlung nicht ermittelt. Die französischen Behörden und Massenmedien haben schon nach einigen Stunden drei Menschen als Massenmörder bezeichnet und ihnen Motive zugeschrieben. Dieses Verhalten ist mit den Grundsätzen des Rechtsstaates nicht vereinbar. Keine unabhängige Untersuchung der Tatbestände ist vorgesehen. Damit verletzte der französische Staat seine internationale Verpflichtung, eine unparteiliche, unabhängige, gründliche und transparente Untersuchung durchzuführen, und machte sich selbst verdächtig.

Frage 6: Besaßen die Behörden eine Vorkenntnis des Anschlages oder haben sie die mutmaßlichen Täter schon früher überwacht?

Kommentar: Die französische Polizei und die US-amerikanischen Behörden hatten schon die mutmaßlichen Täter Jahre lang im Visier. Sie behaupten – ohne Nachweise, – dass die mutmaßlichen Täter ihre Anschläge so geheim gehalten hatten, dass etliche Überwachung nicht nützte. Über die genauen Beziehungen zwischen der Polizei, der Geheimdienste und den mutmaßlichen Tätern, gibt es keine verlässlichen Informationen. Die überwachten Personen sind tot und können darüber nichts mehr aussagen.

Frage 7: Gab es während der Anschläge oder kurz vor den Anschlägen eine Anti-Terror-Übung seitens der Polizei oder des Militärs?

Kommentar: Darüber ist nichts bekannt.

Frage 8: Wer profitierte von der terroristischen Handlung?

Kommentar: Die französische Regierung hat einen enormen Zuspruch durch diese Anschläge erhalten, im Inneren wie international. François Hollande ist plötzlich ein geschätzter Staatsmann geworden. Die französischen Behörden konnten unmittelbar neue Gesetze durchsetzen, die sie ohne die Anschläge nicht hätte durchsetzen können. Die französische Gesellschaft ist durch diese Anschläge zur Einheit für eine offensive Außenpolitik umgeschaltet worden. Durch den Angriff auf Journalisten wurde die Kritik an den heutigen Medien geschwächt: Man wolle doch nicht den Hass gegen Journalisten schüren. Durch die Wahl einer links-orientierten Zeitschrift wurden erhebliche Teile der Linken zum antiterroristischen Kampf einvernommen. Durch diese Anschläge ergaben sich Möglichkeiten, die muslimische Minderheit einzuschüchtern.

Der Staat Israel profitierte von den Anschlägen in zweierlei Formen:

  • Erstens erschwerten die Anschläge eine eindeutige Verurteilung der israelischen Staatsverbrechen bzw. die Unterstützung der Palästinenser;
  • und zweitens führten die Anschläge zu einer Hysterie unter französischen Juden, die nun zur Auswanderung nach Israel reflektieren: Israel hat sich immer gewünscht, als Befestigung des jüdischen Staates mehr Juden immigriert zu bekommen.

Die USA ihrerseits profitierten von den Anschlägen in dem Maße, dass Frankreich sich nicht von der USA-dominierten Politik abweicht.

Auf der anderen Seite profitierten weder islamischen Staaten, noch die Palästinenser, noch die Muslime im Westen von den Anschläge. Im Gegenteil, sie waren alle Verlierer dieser Anschläge und wurden beinah gezwungen, sich von den Anschlägen zu distanzieren, obwohl kein Nachweis existierte, dass die Anschläge mit Islam etwas zu tun hatten. Die Anschläge boten den nicht-muslimischen Staaten Möglichkeiten, islamische Staaten und Organisationen zu erpressen.

Die Bewertung der Pariser Anschläge auf Grund der hier angeführten Merkmale zeigt, dass 7 der 8 Merkmale erfüllt sind. Nur das 7. Merkmal fehlt, nämlich simultane Antiterrorübungen. Damit ergibt sich, dass diese Anschläge als eine staatlich inszenierte Operation bewertet werden sollen, solange das Gegenteil nicht eindeutig nachgewiesen ist.

Sechs Anschläge im Licht der 8 Kriterien:

Criteria

9/11

Madrid

London

Djerba

Istanbul

Amman

Claimed by bona fide organisation?

No

No

No

No

No

No

Political demand?

No

No

No

No

No

No

Were perpetrators celebrated?

No

No

No

No

No

No

Did the perpetrators justify their acts?

No

No

No

No

No

No

Adequate investigation?

No

No

No

No

No

No

Some foreknowledge?

Yes

Yes

Yes

(Yes)

?

Yes

Terror drill in parallel to event?

Yes

(Yes)

Yes

?

?

?

Who benefited?

Govt.

?

Govt.

?

Govt.

Govt.

Sum

8

6-7

8

5.5

5-6

7

 

Auf Grund der Kriterien, darf (muß) man 'davon ausgehen', dass die Anschläge am 9/11, in Madrid, London und Amman, staatlich verdeckte Operationen waren, während die Anschläge in Istanbul und Dscherba 'wahrscheinlich' solche Operationen waren.



Testbeispiel: Die Anschläge in Tunis am 08.03.2015

Die Anschläge in Tunis waren höchstwahrscheinlich eine staatlich verdeckte Operation.

Bei einem Angriff auf das Nationalmuseum in Tunis gestern, 18. März 2015, sind mindestens 25 Menschen getötet worden und mehr als 45 Menschen wurden verletzt. Die Täter erschossen Besucher des Museums außerhalb und innerhalb des Museums, hauptsächlich Touristen, mit Maschinengewehre. Beide mutmaßlichen Attentäter wurden von Spezialkräfte der Polizei getötet. Das Nationalmuseum befindet sich um die Ecke beim Nationalparlament.

Nach offiziellen Angaben wurden neun Verdächtige festgenommen. Vier von ihnen stünden laut der Regierung in direkter Verbindung mit dem Attentat vom Vortag, fünf weitere würden verdächtigt, mit der verantwortlichen Zelle in Verbindung zu sein, erklärte die Präsidentschaft.  

 Frage 1: Hat sich eine reelle Organisation zur Tat bekannt?

Kommentar: Nein.  

Frage 2: War die gewaltsame Handlung von einer politischen Forderung begleitet worden?

Kommentar: Nein.


Frage 3: Falls die Täter gestorben oder erfasst wurden, wurden sie von einer breiten Volksbewegung als Helden oder Märtyrer zelebriert?

Kommentar: Nein.

Frage 4: Falls die Täter überlebt haben, und zum Gericht gestellt wurden, haben sie die moralische Legitimität ihrer Angriffe öffentlich verteidigt?

Kommentar: Die Täter wurden getötet, können daher nicht zum Gericht gestellt werden.

Frage 5: Erfüllte die Ermittlung, bzw. die Untersuchung der terroristischen Handlung, die Forderungen der Unparteilichkeit, der Unabhängigkeit von Ermittlern, der Gründlichkeit, und der Transparenz?

Kommentar: Eine unabhängige Untersuchung wurde weder angekündigt noch von irgendeine Regierung gewünscht.

Frage 6: Besaßen die Behörden eine Vorkenntnis des Anschlages oder haben sie die mutmaßlichen Täter schon früher überwacht?

Kommentar: Laut Le Figaro vom 19. März 2015, soll zumindest einer der angeblichen Täter in Visier der Polizei gestanden haben.  

Frage 7: Gab es während der Anschläge oder kurz vor den Anschlägen eine Anti-Terror-Übung seitens der Polizei oder des Militärs?

Kommentar: Davon ist nichts bekannt.

Frage 8: Wer profitierte von der terroristischen Handlung?

Kommentar: Aus islamistischer Sicht, oder sogar aus der Sicht des so genannten Islamischen Staates (IS), erfüllte der Anschlag keinen rationalen Zweck, im Gegenteil. Dagegen war der Anschlag für Regierungen, die den “Krieg gegen dem Terror” brauchen, sehr gelegen, um ihre interne und externe Politik zu rechtfertigen, insbesondere Frankreich und die USA.   

Fazit:

Auf Grund der acht Kriterien zur Bewertung eines Anschlages (siehe Beginn dieses Artikels) muss man davon ausgehen, dass der Anschlag in Tunis eine staatlich inszenierte Operation war, sei es dass das Gegenteil eindeutig nachgewiesen wird. Dasselbe gilt übrigens für die Anschläge in Paris auf Charlie Hebdo und für die Anschläge in Kopenhagen.

 



Beweisbürde

Es ist wichtig zu betonen, dass wo Straftaten begangen werden, es dem Staat obliegt, die Schuld der Täter eindeutig nachzuweisen. Auch wenn der Verdacht besteht, der Staat betrüge seine Bevölkerung, obliegt es NICHT der Bevölkerung, einen eindeutigen Gegenbeweis vorzulegen, weil typischerweise der Bevölkerung Zugang zu den wichtigen Daten verweigert wird. Da staatliche Behörden selbst entscheiden dürfen, wann und gegen wen ermittelt wird, kann man nicht von staatlichen Behörden erwarten, Verbrechen ihrer Vorgesetzten zu ermitteln.

Wo ein begründeter Verdacht einer staatlich inszenierten Terroroperation besteht, muss die Bevölkerung aus Gründen des Selbstschutzes politische Schlüsse ziehen. Jene Personen und Instanzen die zur Vertuschung der staatlichen Operation beitragen sollen als verdächtige Kriminelle bezeichnet und behandelt werden. Dies gilt für alle Beteiligten, darunter Politiker, Beamte, Journalisten, Richter, und Akademiker, die sich der Aufklärung der terroristischen Handlung widersetzen bzw. ihre Vertuschung dulden.


Inszenierter Terrorismus und staatliche Legitimität

Im politischen Bereich spielt die Frage der Legitimität eine zentrale Rolle. Machthaber wünschen sich immer, eine moralische Legitimität zu verschaffen, d. h. im Augen der Bevölkerung als berechtigte Machthaber zumindest geduldet zu werden. Das ist insbesondere der Fall in bürgerlichen Demokratien, wo Wahlen stattfinden.

Das Streben nach Legitimität erklärt auch, warum politische Betrüge ein Merkmal der bürgerlichen Demokratie ist, im Gegenteil zu Diktaturen, wo die Macht durch unmittelbare Einschüchterung der Bevölkerung versichert wird. Wo aber der bürgerliche Staat seine Legitimität verliert, wankt seine Macht. Da die kapitalistische und imperialistische Gesellschaftsordnung ohne Betrug nicht auskommt, und daher keine moralische Legitimation besitzt, gebietet sich, diese Achillesferse der imperialen Gesellschaftsordnung auszunutzen. Die Aufklärung von inszeniertem Terrorismus ist eine erstklassige Strategie, um dem imperialen Staat seine Legitimation zu entziehen.

Elias Davidsson



Quelle:  Diese Zusammenstellung habe ich vormals auf meiner Webseite aldeilis.net veröffentlicht.

Bild- und Grafikquellen:


1. Auge. Fotobearbeitung: @Doug88888. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Generic (CC BY-NC-SA 2.0). Änderung des Bildauschnitts: KN-Admin.

2. Schild: "Violence is the Problem, NOT the Solution". Grafik: Robert F. W. Whitlock. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung-Nicht kommerziell 2.0 Generic (CC BY-NC 2.0).

3. François Gérard Georges Nicolas Hollande (* 12. August 1954 in Rouen, Seine-Maritime) ist ein französischer Politiker der Sozialistischen Partei (PS) und seit dem 15. Mai 2012 der 24. Staatspräsident der Französischen Republik. Im Januar 2013 befahl Hollande die Militärintervention Opération Serval in Mali auf Anfrage der dortigen Regierung und unter Billigung der Vereinten Nationen. Im September 2013 befürwortete Hollande im Bürgerkrieg in Syrien einen Militärschlag gegen den syrischen Machthaber Baschar al-Assad
Urheber der François Hollande - Caricature: DonkeyHotey. The source image for this caricature of François Hollande is a Creative Commons licensed photo available via Wikimedia.. Quelle: Flickr.

4. US-Waffen zur Unterstützung der kurdischen Rebellen in Syrien gelangten schlussendlich in die Hände von ISIS. Der IS (Islamische Staat) ist - wie schon Al-Quaida - ein Produkt der USA. Dies ist KEINE Verschwörungstheorie, Hillary Clinton gibt dies ja voller Stolz in Inteviews zu!

Karikatur von Carlos Latuff, einem "Politischen Karikaturist", geboren November 1968 in Rio de Janeiro, Brazil. Carlos Latuff (eigentlich Carlos Henrique Latuff de Souza) gewährt jedem das bedingungslose Recht, dieses Werk für jedweden Zweck zu nutzen, inklusive uneingeschränkter Weiterveröffentlichung, kommerziellem Gebrauch und Modifizierung, zu nutzen, es sei denn, Bedingungen sind gesetzlich erforderlich. Quelle: Sein Blog > latuffcartoons.wordpress.com > zur Karikatur. Dieses Werk wurde von seinem Urheber Carlos Latuff als gemeinfrei veröffentlicht. Dies gilt weltweit.
 

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Elias Davidsson
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Terrorismus - Motive, Handlungen und Funktionsweisen

Terrorismus - Motive, Handlungen und Funktionsweisen

Hier eine Rückmeldung eines befreundeten Journalisten auf meiner Seite bezüglich der von mir aufgestellten 8 Kriterien, und dazu meine Einwände.


Journalist: Lieber Elias, Du hast in Zusammenhang mit einem Artikel der Jungen Welt gerade wieder einmal an die von Dir formulierten "acht Hauptkriterien einer staatlich verdeckten Operation“ erinnert.

Der Versuch, solche Kriterien oder Anhaltspunkte zusammenzustellen, mag grundsätzlich nützlich sein. Dein Katalog geht aber von Axiomen aus, die nicht das Ergebnis nachvollziehbarer empirischer Erkenntnisse sind, sondern Deinen persönlichen Vorstellungen über Motive, Handlungen und Funktionsweisen terroristischer Organisationen und Netzwerke entsprungen sind. Darunter an erster Stelle Dein Irrtum, dass Terroristen nach Deinen Vorstellungen von politischer Logik handeln müssten. Wenn sie das täten, wären sie jedoch keine Terroristen.


Elias Davidsson: Ich gehe davon aus dass jede Person, geschweige Gruppen oder Vereinigungen, rational handeln, oder besser gesagt, aus ihrer Sicht rational handeln, also nicht absichtlich sich selbst schädigen, sondern etwas erreichen wollen. Das betrifft ganz besonders lang geplante Operationen, wobei man davon ausgehen darf, dass die Planer einen eigenen Kosten/Nutz- Kalkül machen. Die Planer des 9/11 konnten sehr leicht erkennen, dass sie mit dieser Operation das amerikanische Volk zum Krieg gegen Muslime schüren werden und die ganze Welt sich mit den USA solidarisieren wird.

Du unterstellst solchen Planern Verrücktheit. Dafür hast Du keine Belege. Da Verrücktheit eine Ausnahme ist, liegt die Beweisbürde bei Dir es zu belegen. Rationalität erklärt z.B. warum auch fanatische Muslime im Westen keine Anschläge ausführen, obwohl sie die Politik des Westens hassen. Es lohnt sich einfach nicht. Sie sehen kein Gewinn dabei. Schon ein Vergleich zwischen den großen Worten eines Osama bin Laden, die Muslime seien verpflichtet, Juden und Amerikaner zu töten, und die aktuellen Taten von “Al Qaeda” zeigen eine enorme Diskrepanz: Die große Mehrheit der Opfern des “Al Qaeda” sind selbst Muslime. Angriffe auf Juden sind höchst selten, auf Israelis überhaupt nicht. Sogar beim Angriff auf die Synagoge in Dscherba (Tunesien) haben die Planer einen Donnerstag gewählt, wo kein Jude am Ort war, nur deutsche und französische Touristen. Und Israel ist mit den Ergebnissen von ISIS höchst zufrieden.


Journalist: Um beim ersten Punkt zu beginnen: Terroristische Organisationen und Netzwerke sind naturgemäß und zwangsläufig keine „reellen“ Organisationen in dem von Dir beanspruchten Sinn. Gruppen, die notwendigerweise klandestin existieren, weil jedes ihrer Mitglieder unter Tötungsdrohung steht, mit legalen Zusammenschlüssen wie dem Freidenkerverband oder dem Roten Kreuz zu vergleichen, ist gedankenlos oder zynisch.

Für deine Forderung, dass die „leitenden Personen“ solcher Organisationen „zugänglich“ - möglichst mit polizeilich gemeldeter Adresse für Drohnenangriffe?! - sein müssten, gilt das Gleiche. Klandestine Organisationen - das brauchen, abhängig von den jeweiligen Verhältnissen in einzelnen Ländern nicht einmal Zusammenschlüsse zu sein, die sich terroristischer Methoden bedienen - haben in der Regel keine öffentlich durchschaubaren Strukturen, keine zentral gelagerten oder im Computer gespeicherten Mitgliederkarteien, keine registrierten Mitglieder mit Ausweisen; sie führen keine öffentlichen Parteitage mit Delegierten und Pressevertretern durch, haben kein Impressum, usw. Wer jeweils zu Erklärungen legitimiert ist oder wie Beschlüsse zustande kommen, ist oft nicht von außen nachvollziehbar. In dem von Dir formulierten Sinn ist eine „reelle“ terroristische Organisation entweder unmöglich oder irgendetwas ist faul an der Sache.


Elias Davidsson: Der Versandshaus für “Al Qaeda” und “IS” liegt bei der Israelin Rita Katz, Leiterin derSITE Intelligence Group "    in Washington .   (⇒  zur Webseite)  Sie hat sehr enge Beziehungen zu den Verlagshäusern dieser “geheimen” Terrororganisationen. Aber sie sagt kein Wort über diese Beziehungen, da sie damit ihre Geschäftsgrundlage schädigen könnte. Es kommt vor, dass sie die Videos von den Verlegern der “Terrorgruppen" noch früher bekommt als Al Jazeera.  Es ist bemerkenswert, dass AQ und ISIS eine Israelin damit beauftragen, als Verbreiter ihrer Videos zu fungieren und ihre Website auf Server in Texas zu stellen. Ein bestimmter Bruce Hoffman, “Terrorexperte” von Gottesgnade, arbeitet mit Rita zusammen. Ich habe ihn schon auf Amazon bemerkt. Aber wer weiss? Vielleicht sind Rita und Bruce bloß getarnte Islamisten ohne Kopftuch und Bart...

Mich wird niemand überzeugen, dass die USA nicht genau die Orte kennt, an denen “Al Qaeda-” und “IS-" Militante trainieren, und angeblich auch nicht die genauen Personalien aller jener, die dorthin reisen, kennen würde.  Mich wird auch niemand überzeugen, dass niemand in Führungspolitionen des Westens weiss, wie man Führer des IS treffen kann. Vor dem 9/11 konnte eine ganze Reihe von Journalisten den Clown Osama bin Laden treffen. Sogar ein CIA Mann hat ihn besucht. Meine Vermutung ist viel mehr, dass diese Gestalten von US- und UK-Militärs kommandiert sind. Nur das Kanonenfutter weiss es nicht. Für Kanonenfutter sorgen die Schulen und die Imame, die die Saudis finanzieren.

Sicherlich arbeiten Organisationen wie Hamas und PKK konspirativ. Diese sind aber authentische Kampforganisationen, dessen Mitglieder sich ganz offen zeigen.
 


Journalist: Du schreibst: "Wenn eine Gewalttat, die dem äußerlichen Anschein politisch motiviert ist, von keiner reellen Organisation beansprucht wird, ist das ein Merkmal einer inszenierten staatlichen Operation.“

In Wirklichkeit ist es jedoch umgekehrt: Staatliche oder semi-staatliche Dienststellen, die eine False-Flag-Operation durchführen, haben ein natürliches Interesse, sie als Tat terroristischer Kreise erscheinen zu lassen. Am wirkungsvollsten geht das über irgendeine Art von öffentlicher „Bekennererklärung“. Solche Erklärungen zu fingieren, gehört zu den leichtesten Sachen der Welt. Das Internet macht es noch viel leichter als es früher, sagen wir mal vor 30 Jahren, schon war.

Ich beobachte und kommentiere die öffentliche Widerspiegelung terroristischer oder angeblich terroristischer Anschläge seit fast 45 Jahren und konstatiere: Nur selten werden bekannt gewordene „Bekennererklärungen“ anschließend von der Organisationen, in deren Namen sie abgegeben wurden, ausdrücklich dementiert. Schlussfolgerung: Entweder sind die meisten „Bekennererklärungen“ echt, oder die Organisationen, in deren Namen sie abgegeben wurden, halten es nicht für zweckmäßig und notwendig, ihnen zu widersprechen.

Der Hauptgrund für Letzteres ist, dass es Terroristen oft schmeichelt, wenn ihnen möglichst viele Taten zugeschrieben werden, selbst wenn sie diese gar nicht wirklich begangen haben. Zudem haben Terrororganisationen oft sehr niedrige ethische Standards. Es stört sie beispielsweise nicht, wenn ihnen scheußlichste Verbrechen gegen Zivilpersonen zugeschrieben werden. Manche prahlen sogar damit. Ein weiterer Grund ist, dass Terrororganisationen und -netzwerke meist keine streng zentralisierten Strukturen haben. Die meisten verfügen nicht über Büros, die sich sicher sein können, dass eine Tat, für die irgendjemand in ihrem Namen eine „Bekennererklärung“ abgegeben hat, nicht vielleicht wirklich von einer Filiale begangen wurde, die von ihnen nicht hundertprozentig kontrolliert wird.


Elias Davidsson: Richtig. Geheimdienste können leicht Bekennerbriefe herstellen und das tun sie reichlich. Wenn man aber die Vorgänge einer Hamas oder einer PKK mit jenen der mythisierten AQ und IS vergleicht, sieht man diese Unterschiede. Hamas und PKK bekennen sich typischerweise zu ihren Anschläge, hinter denen offenkundige Forderungen stehen, die jeder Israeli bzw. Türke kennt. Dagegen sind jene, die AQ und IS in den Schuhe geschoben werden, so abstrus und weltfremd, dass man sich über den Sinn dieser Absurdität fragen muss. Im Beispiel Mumbai, dass mich gegenwärtig beschäftigt, wurden ein halbes Dutzend Forderungen von angeblichen Täter geäußert, die sich weder ergänzten noch Sinn machten. Dagegen machten sie Sinn für die westliche Propaganda.

Terrororganisationen allerdings gibt es nicht, auch wenn die durch die NATO als eine Terrororganisation einstuft werden. Hamas und PKK sind keine “Terrororganisationen”, sondern Massenbewegungen, die von Zeit zur Zeit terroristische Anschläge ausführ(t)en. Im dritten Kriterium gehe ich allerdings davon aus, dass authentische Terroristen eine angemessene Forderung stellen würden, damit der Sinn ihrer Tat auch verstanden wird. 

Was soll ein Anschlag ohne Forderung? In obigen Absatz bietest Du reine Mythologie über die Struktur von sog. Terrororganisationen, die eigentlich keine sind und keine zentrale Stelle haben. Wenn diese Gestalten keine “streng zentralisierten Strukturen” haben, wie können diese “Organisationen” überhaupt Bekennerbriefe von sich senden, Verlagshäuser besitzen und die Logistik beherrschen?  9/11, Bali (siehe Anschlag 2002),
Mumbai (. . bis 1996 offiziell Bombay, siehe  Anschläge zw. 1993 und 2008 ), London, Madrid waren professionelle Operationen, die von einem zentralen Kommando gesteuert wurden. War die Zentrale etwa in einer Höhle in Afghanistan oder bei einer Madrassa in Karachi?


Journalist: Also: Eine staatliche oder semi-staatliche False-Flag-Operation mit einer „Bekennererklärung“ zu verbinden, ist eine logische Handlungsweise. Das Risiko eines öffentlichen Dementis terroristischer Organisationen ist gering. Selbst in den seltenen Fällen, wo veröffentlichte „Bekennererklärungen“ anschließend bestritten werden, stellen die Mainstream-Medien das in der Regel entweder als Heuchelei oder als Beweis für die innere Zerstrittenheit der jeweils genannten Terrororganisation hin. Mit anderen Worten: Das Fehlen einer „Bekennererklärung“ ist ein starkes Indiz, dass keine False-Flag-Operation vorliegt.

Herzlich,  XXX

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