Psychologie der Massen (GUSTAVE LE BON)

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Helmut S. - ADMIN
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Psychologie der Massen (GUSTAVE LE BON)
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Psychologie der Massen


Autor:  Gustave Le Bon mit einer Einführung von Peter R. Hofstätter. Übersetzt von Rudolf Eisler

Verlag:  Alfred Kröner Verlag, Stuttgart – zur Verlagsseite

ISBN:  978-3-520-09915-0 , Leinen gebunden, 15. Auflage 1982, 198 Seiten, Preis: € 10.90 EUR

oder im gleichen Verlag als Großdruck (1. Auflage 2008), 253 Seiten, € 11.90 EUR - ISBN: 978-3-520-71001-7

In alle Weltsprachen übersetzt, hat sich das berühmte Buch über die Seele der Massen und die Gesetze ihrer Beeinflussung und Führung über Jahrzehnte hinweg und bis in die Gegenwart hinein als eine der stärksten Anregungen für Psychologie und Soziologie erwiesen – trotz oder auch gerade wegen manch provozierender These.

Informationen über Gustave Le Bonklick hier

Inhaltsverzeichnis und Text siehe im Anhang unter den Coverfotos

Rezension: (...von Diplom Politologe Alexander Schminke, Berlin)

Die Massenpsychologie, als deren Begründer Gustave Le Bon gilt, insistiert auf die Spaltung zwischen sozialer Masse und Elite, indem sie die Masse mythologisiert, ihr Attribute zuspricht, die mit der Wirklichkeit selbst nichts zu tun haben aber dennoch, weil der Mythos eine große Wirkmächtigkeit besitzt, geglaubt werden. Sie betrachtet die Masse als bloße Substanz (An-sich), der jegliche Rationalität fehlt.

Demnach sind „verschiedene besondere Eigenschaften der Masse, wie Triebhaftigkeit..., Reizbarkeit..., Unfähigkeit zum logischen Denken, Mangel an Urteil und kritischem Geist, Überschwang der Gefühle...und noch andere bei Wesen einer niedrigen Entwicklungsstufe, wie beim Wilden und beim Kinde, ebenfalls zu beobachten“.

Die Folgen sind blinde Zerstörungswut und Chaos. „Die Massen haben nur Kraft zur Zerstörung. Ihre Herrschaft bedeutet stets eine Stufe der Auflösung. Eine Kultur setzt feste Regeln, Zucht, den Übergang des Triebhaften zum Vernünftigen, die Vorausberechnung der Zukunft, überhaupt einen hohen Bildungsstand voraus - Bedingungen, für welche die sich selbst überlassenen Massen völlig unzugänglich sind.

Da nun „das Zeitalter der Massen“ begonnen hat, droht Le Bons Kultur von ihnen verschlungen zu werden. Denn die Ziele der Massen „laufen auf nichts Geringeres hinaus als auf den gänzlichen Umsturz der gegenwärtigen Gesellschaft“, die bisher „von einer kleinen, intellektuellen Aristokratie geschaffen und geleitet“ wurden. Le Bon lehnt deshalb eine parlamentarische Demokratie oder eine Diktatur des Proletariat ab, weil sie seiner Meinung nach als Kräfte der Nivellierung und Stagnation dem individuellen und gesellschaftlichen Bewusstsein den Sinn für die gestalterische Macht der Konflikte nehmen.[…]
Quelle: A. Schminke – bruchlinien.de/massenpsychologie

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