Repair Cafés gegen die Kultur des Wegwerfens

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Repair Cafés gegen die Kultur des Wegwerfens
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Repair Cafés gegen die Kultur des Wegwerfens

Kulturen des Reparierens: Dinge – Wissen – Praktiken

Sie wollen die Konsumgesellschaft verändern: Das ist eines der Ziele der Aktiven in Repair Cafés. Sigrid Kannengießer zeigt an drei Fallbeispielen, warum Hilfesuchende ihre Alltagsgegenstände in die Repair Cafés bringen und wie dort geholfen wird. Aber kann man schon von einer „Reparaturbewegung“ sprechen?

In Repair Cafés kommen Menschen zusammen, um defekte Alltagsgegenstände gemeinsam zu reparieren. Während einige TeilnehmerInnen ehrenamtlich ihre Hilfe bei diesen Veranstaltungen anbieten, suchen andere Unterstützung beim Reparieren und bringen kaputte Fahrräder, Textilien oder Elektrogeräte, insbesondere Medien- sowie Küchengeräte, mit. Die Reparatur dieser unterschiedlichen Gegenstände wird räumlich oftmals an verschiedenen „Stationen“ durchgeführt: Schilder über oder auf Tischen kündigen an, welche Alltagsgegenstände die jeweiligen, an den Tischen sitzenden HelferInnen reparieren können.

Die Reparaturveranstaltungen sind kostenlos: Weder werden Eintrittsgebühren erhoben noch muss für die Reparaturhilfe bezahlt werden. Neben der Reparaturhilfe werden während der Veranstaltungen auch Kaffee und Kuchen oder andere Speisen angeboten, oftmals auf Spendenbasis.

Sigrid Kannengießer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung der Universität Bremen. Sie studierte Medienkultur und Politische Wissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Hamburg. Ihren Beitrag „Repair Cafés – Orte gemeinschaftlich-konsumkritischen Handelns“ veröffentlichte sie im Buch "Kulturen des Reparierens. Dinge – Wissen – Praktiken", herausgegeben von Stefan Krebs, Gabriele Schabacher und Heike Weber. Verlag transcript, ISBN: 978-3-8376-3860-8.

Die gekürzte Fassung des Buchbeitrags erscheint hier mit freundlicher Genehmigung durch die Autorin und durch den transcript-Verlag (2018).

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Die niederländische Stiftung Stichting Repair Café, gegründet von der Niederländerin Martine Postma, beansprucht für sich, das Konzept der Repair Cafés 2009 entwickelt zu haben. Ob dies tatsächlich der Ursprung ist, lässt sich kaum nachvollziehen, zu beobachten ist allerdings, dass sich das Veranstaltungsformat der Repair Cafés in den vergangenen Jahren verbreitet hat, vor allem in west- und nordeuropäischen Ländern sowie in Nordamerika.

Auch in Deutschland gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Repair Cafés, die von ganz unterschiedlichen AkteurInnen organisiert werden. Die Stiftung Anstiftung & Ertomis hat sich zum Ziel gesetzt, durch die Unterstützung von Reparaturinitiativen und die Bildung eines Netzwerks in Deutschland das Reparieren sichtbarer zu machen und zu etablieren. Reparaturinitiativen in Deutschland können sich auf der von der Anstiftung & Ertomis betreuten Onlineplattform (reparatur-initiativen.de) eintragen. Ein Kalender auf der Webseite und eine geographische Karte zeigen, wann und wo in Deutschland öffentlich repariert wird. Bislang sind 660 Initiativen registriert (Stand: Oktober 2018).

Wer aber sind die AkteurInnen, die an den Repair Cafés beteiligt sind, und welche Ziele verfolgen sie tatsächlich durch die Organisation bzw. die Teilnahme an den Reparaturveranstaltungen?

Welche Bedeutungen hat das Reparieren für die Beteiligten und welche gesellschaftliche Relevanz schreiben sie dem Reparieren bzw. den Repair Cafés zu?

Welche Gemeinsamkeiten u. Unterschiede sind zwischen verschiedenen Reparaturveranstaltungen und in Hinblick auf die Ziele der Beteiligten zu finden?

Und kann von einer „Reparaturbewegung“ gesprochen werden, also einer politischen Bewegung, die Gesellschaft verändern möchte?

Diesen Fragen wurde in einer qualitativen Studie nachgegangen, um zu untersuchen, ob die Repair Cafés tatsächlich ein Zeichen gegen die Konsumgesellschaft setzen können und wollen. In diesem Beitrag sollen einige Ergebnisse dieser Studie präsentiert werden.

► Fallbeispiele und Methoden der Untersuchung

Als Fallbeispiele für die qualitative Studie wurden drei Repair Cafés in Deutschland ausgesucht. Für das Sampling war es wichtig, Repair Cafés auszuwählen, die sich im Setting und in Hinblick auf den Hintergrund der OrganisatorInnen unterscheiden: Ein Repair Café wird von WissenschaftlerInnen der Universität Oldenburg zunächst in der Kneipe Polyester, dann während einer Kooperation mit dem Oldenburgischen Staatstheater in einem Gebäude in der Fußgängerzone Oldenburgs organisiert, ein zweites von einer Künstlerin in ihrem Atelier im Stadtteil Kreuzberg in Berlin und ein drittes von einer pensionierten Lehrerin in einem Stadtteilzentrum in der Kleinstadt Garbsen in der Nähe Hannovers.

Diese drei Fallstudien wurden auch gewählt, um untersuchen zu können, inwiefern die unterschiedlichen Orte und Räumlichkeiten sowie die verschiedenen Hintergründe der OrganisatorInnen Einfluss auf die Art und Durchführung der Veranstaltungen haben. Dazu wurden vor allem qualitative, leitfadengestützte Interviews in den Jahren 2013 bis 2016 mit OrganisatorInnen der Repair Cafés und HelferInnen sowie Hilfesuchenden und MitarbeiterInnen der Anstiftung & Ertomis durchgeführt. Die Interviews erlauben, die Perspektive der AkteurInnen zu rekonstruieren. Insgesamt wurden vierzig Interviews erhoben: 25 Männer und 15 Frauen im Alter zwischen 20 und 76 Jahren.

► AkteurInnen in Repair Cafés

Die an den Repair Cafés beteiligten AkteurInnen erfüllen verschiedene Rollen: Neben den OrganisatorInnen der Veranstaltungen bieten HelferInnen Unterstützung im Reparaturprozess an; Hilfesuchende suchen Expertise und Hilfe beim Reparieren der mitgebrachten, defekten Alltagsgegenstände, weitere BesucherInnen der Veranstaltungen beobachten das Geschehen und nehmen das Café-Angebot wahr. Die jeweiligen Akteursgruppen sind sehr heterogen: Menschen verschiedener Altersgruppen mit unterschiedlichen (Aus)Bildungshintergründen, aus verschiedenen sozialen Klassen und unterschiedlichen Geschlechts sind an den Reparaturveranstaltungen beteiligt. Auffällig ist jedoch – und diese Beobachtung teile ich mit Daniela Rosner –, dass die HelferInnen eher traditionelle Geschlechterrollen in Hinblick auf ihre Reparaturkompetenz einnehmen: Während ich bei den besuchten Veranstaltungen ausschließlich Männer gesehen habe, die Hilfe bei der Instandsetzung elektrischer oder elektronischer Geräte anbieten, waren es ausschließlich Frauen, die beim Flicken und Nähen kaputter Textilien halfen.

Die Gruppe der OrganisatorInnen der Reparaturveranstaltungen ist sehr heterogen: Frauen und Männer, Junge und Alte, Personen mit verschiedenen (Aus)Bildungshintergründen organisieren die Repair Cafés. So lässt sich kein homogenes Bild der Veranstaltenden zeichnen – Repair Cafés werden von ganz verschiedenen Personen an sehr unterschiedlichen Orten organisiert.

► Orte der Repair Cafés

Die Wahl der Veranstaltungsräume hängt von den Hintergründen der jeweiligen OrganisatorInnen und auch von ihren Zielen ab. Manchmal erfolgt diese Wahl pragmatisch, wie im Falle der Künstlerin in Berlin, die ein Repair Café in ihrem Atelier in Kreuzberg anbietet, sodass kein weiterer Ort gesucht, finanziert oder umgebaut werden muss.

Oftmals ist die Entscheidung für Veranstaltungsräume und Orte aber auch politisch motiviert. So organisiert die Rentnerin in Garbsen die Reparaturveranstaltungen in Kooperation mit der Freiwilligenagentur der Stadt im Stadtteilzentrum eines Viertels, in dem viele Menschen mit Migrationshintergrund leben. Die Organisatorin des Repair Cafés erklärt die Wahl dieses Standortes für die Reparaturveranstaltungen:

Den haben wir extra gewählt, weil die Begegnungsstätte "Auf der Horst" sozusagen ein sozial schwieriges Umfeld ist, auf der einen Seite, und auf der anderen Seite ein sehr kommunikatives Umfeld, […] einfach um zu sagen: Wir sind Teil einer Stadt und ihr seid Teil einer Stadt und wir gehören alle dazu, egal woher wir [her-]kommen und deswegen haben wir gesagt: mittenrein.

Die Organisatorin differenziert hier zwischen „uns“ und „ihnen“ und konstruiert damit zwei Gruppen: einmal die der OrganisatorInnen und Helfenden des Repair Cafés, die sie nicht zu diesem „sozial schwierigen Umfeld“ zuordnet, und den Menschen, die sie zu diesem zählt. Sie beschreibt, dass z. B. viele türkische Jugendliche oder Kinder mit ihren Fahrrädern kämen und findet das gut, „weil die dann hier so eine Anbindung haben“. Die Organisatorin verbindet also mit der Reparaturveranstaltung u. a. die Idee der Integration. Meine Untersuchung zeigte jedoch, dass an der Reparaturveranstaltung relativ wenige Menschen mit Migrationshintergrund teilnehmen – auch im Repair Café in Garbsen.

Auch die OrganisatorInnen des Oldenburger Repair Cafés haben den Ort ihrer Veranstaltung mit Bedacht gewählt. Zwar sind alle MitarbeiterInnen der Universität Oldenburg, haben aber gleichwohl außeruniversitäre Räume gewählt: Während das Repair Café nach der Gründung 2013 in der Kneipe Polyester in der Innenstadt Oldenburgs stattfand, wurde es aufgrund einer Kooperation mit dem Oldenburgischen Staatstheater in den Spielzeiten 2014 bis 2016 in einem vom Theater genutzten Ladenlokal in der Fußgängerzone Oldenburgs durchgeführt.

Die Kooperation der Oldenburger Reparaturinitiative mit dem Oldenburgischen Staatstheater hat auch zu einer Erweiterung des Angebotes der Reparaturveranstaltungen geführt. Der Reparaturbegriff wurde in diesem Rahmen breiter ausgelegt: So regten die OrganisatorInnen an, auch kollektives Wissen zu „reparieren“, indem „alte“ Fertigkeiten wie etwa das Spinnen von Wolle unterrichtet wurden; aber auch soziale Beziehungen sollten durch eine Vermittlungsshow „repariert“ werden.

Der Raumwechsel war einerseits Ergebnis der Kooperation mit dem Oldenburgischen Staatstheater, andererseits aber auch nötig, weil das Polyester für die wachsende Zahl der an den Reparaturveranstaltungen Teilnehmenden zu klein geworden war. Bewusst wählten die OrganisatorInnen als neuen Ort keine Räume im Theater, sondern ein Gebäude in der Fußgängerzone: Eine der OrganisatorInnen erklärt im Interview, dass das vom Theater genutzte Gebäude in der Fußgängerzone „niedrigschwelliger“ sei als die Theaterräume selbst. Des Weiteren verknüpft sie mit diesem Standort eine politische Aussage:

Um uns rum passiert der Konsumwahn vom Feinsten und wir sind der Antikonsum. […] Im Prinzip ist es so, dass die Leute, die sich mit neuen Sachen eindecken um uns rum, hier vielleicht durch Zufall in die Baumgartenstraße kommen und sehen: „Ah Reparaturcafé, ach ja, eigentlich hätte ich mir vielleicht keinen neuen Mixer kaufen müssen, sondern den alten reparieren lassen“, und vielleicht dann umdenken. Und die kommen nächste Woche mit einem kaputten Toaster und kaufen dann lieber eine Packung Toastbrot und keinen neuen Toaster.

► Die Bedeutung von Kommunikation in Repair Cafés

Eine Organisatorin der Oldenburger Reparaturinitiative sieht das Repair Café als einen Ort der Entschleunigung, in dem Menschen zur Ruhe kommen können. Gleichzeitig beschreibt sie das Repair Café als einen Raum der Kommunikation, der im Kontrast zu der angrenzenden, anonymen Fußgängerzone steht: „Man kommt in jedem Fall irgendwie in Kontakt mit Menschen, und das hat man beim Shoppen-Gehen draußen nicht so viel.

Kommunikation ist neben dem Reparieren eine der zentralen Handlungen in den Repair Cafés, so erklärt eine andere Organisatorin des Oldenburger Repair Cafés:

Das Besondere ist zum einen das Café, das Zusammensein, Kaffee trinken, Geselligkeit, sich austauschen über den Alltag, erzählen, unabhängig jetzt von seinem kaputten Teil, einfach ins Gespräch kommen, dass Menschen wieder miteinander kommunizieren […] und so einfach ins Gespräch zu kommen und den Alltag miteinander zu teilen. Das finde ich das Wichtigste da dran.

Auch der Prozess des Reparierens ist in den Repair Cafés oftmals ein kommunikativer: Die Hilfesuchenden und Helfenden kommen über die defekten Alltagsgegenstände miteinander ins Gespräch. Die Hilfesuchenden beschreiben, welche Probleme sie mit den kaputten Dingen haben, und die Helfenden erläutern die von ihnen identifizierten Defekte. Im Prozess des Reparierens erklären die Helfenden dann, was sie tun, und geben ihr Reparaturwissen weiter. Sie versuchen oftmals auch, die Hilfesuchenden einzubinden, und leiten die Reparatur an.

Diese Einbindung hat jedoch vor allem bei elektrischen Geräten ihre Grenzen, da diese meist so kompliziert sind, dass die Reparatur ein Grundwissen über die Apparate erfordert, über welches die Hilfesuchenden zumeist nicht verfügen. So zeigen die Beobachtungen in den ausgewählten Fallbeispielen, dass die Helfenden häufig für die Hilfesuchenden die gesamte Reparatur durchführen. Der Anspruch der OrganisatorInnen, mit den Repair Cafés Reparaturwissen zu verbreiten sowie die Hilfesuchenden in Hinblick auf ihre Alltagsgegenstände zu ermächtigen, wird damit oftmals nicht erfüllt.

► Ziele und Motive der Reparierenden und Organisierenden

Durch die qualitative Studie konnten acht Ziele und Motive der an Repair Cafés beteiligten Personen herausgearbeitet werden: Die OrganisatorInnen, Helfenden und Hilfesuchenden wollen durch das Reparieren

die Nutzungsdauer existierender Geräte verlängern (1),

um Ressourcen zu schonen (2) und

die Müllproduktion zu verringern (3).

Diese Ziele können als konsumkritisch bezeichnet werden, da in diesem Zusammenhang oft der Neukauf von Alltagsgegenständen kritisiert und das Reparieren als ein Beitrag für eine nachhaltige Gesellschaft beschrieben wird. Viele der Beteiligten haben

Freude am Reparieren (4) und

schreiben ihren Dingen einen Wert zu (5),

manche – vor allem Studierende, Erwerbslose und RentnerInnen – reparieren aus finanzieller Notwendigkeit (6), da sie sich keine neuen Dinge leisten können.

Helfende wollen ihr Reparaturwissen weitergeben (7),

Hilfesuchende wollen das Reparieren lernen und sich ihrer Gegenstände ermächtigen (8).

► Müllvermeidung und Ressourcenschonung

Die dominant durch die an den Repair Cafés beteiligten Personen geäußerten Ziele sind konsumkritisch: Sie wollen mit dem Reparieren die Lebensdauer ihrer defekten Alltagsgegenstände verlängern, um Ressourcen zu schonen und Müll zu vermeiden. So erklärt eine Teilnehmerin des Oldenburger Repair Cafés, die ihr altes Mobilfunkgerät im Repair Café reparieren möchte: „Ich möchte nicht, dass wir unsere Welt vermüllen mit lauter Sachen, die zwar in Ordnung sind, aber wo eine Schraube locker ist.“ Ein 42-jähriger Elektriker, der seine Reparaturhilfe im Berliner Repair Café anbietet, meint etwas zynisch:

Wegschmeißen ist nicht so sinnvoll, finde ich, und es sind in der Elektronik ja oft unglaublich wertvolle Rohstoffe verbaut, wie Coltan und Kupfer, Gold usw. und jeder Deutsche schmeißt davon im Schnitt jedes Jahr fünfzehn Kilo weg. Und die landen dann in Afrika und werden dann am Strand verbrannt. Das ist nicht so richtig nett für die Umwelt und die Mitwelt und die Ressourcen. Insofern ist das [Reparieren] wenigstens ein kleiner Schritt.

Der 70-jährige Hauptschullehrer in Oldenburg, der Hilfe beim Reparieren elektrischer Geräte anbietet, sieht Reparieren als gesellschaftliche Notwendigkeit an: „Die verschiedenen Metalle und Materialien, die man speziell für die neuen elektronischen Handys und so weiter braucht, die sind inzwischen ziemlich knapp und werden immer teurer und man muss reparieren.“

► „Freude und Wertschätzung der Alltagsgegenstände“

Neben diesen konsumkritischen Zielen finden sich aber auch eine Reihe weiterer Ziele, die zum einen eine politische Konnotation haben, zum anderen aber auch nicht. So haben viele der Helfenden große Freude am Reparieren und beschreiben es als ihr Hobby, wie an diesem Zitat eines 69-jährigen Helfers in Berlin exemplarisch gezeigt werden kann: „Ich bastel gerne und liebe alles zu reparieren. Es ist mein Hobby.

Viele der Beteiligten schätzen den Wert der Dinge, die sie besitzen oder reparieren. So erklärt z. B. ein 57-jähriger Teilnehmer in Berlin:

Es steckt ja auch eine Menge Arbeit […] in so einem Gerät […]. Da haben Leute dran gearbeitet, haben sich das ausgedacht, haben die Pläne gezeichnet, haben das Design entworfen und dann haben Leute in der Fabrik dran gesessen und haben das montiert. […] Und ich finde einfach, es ist auch eine Wertschätzung von menschlicher Arbeit, wenn man versucht, ein Produkt nachher wieder zu reparieren, wenn es nicht mehr funktioniert.

Viele Hilfesuchende bringen Alltagsgegenstände mit, die schon sehr lange in ihrem Besitz sind und zu denen sie eine persönliche Beziehung aufgebaut haben, wie z. B. ein Teilnehmer, der sein Smartphone in das Repair Café in Berlin mitgebracht hat: „Eigentlich hat man sich ja mit dem Smartphone so angefreundet, dass man das ja auch nicht jedes Mal wechseln will.

Einige Teilnehmende bringen Dinge mit, die sie geerbt haben, z. B. mehrere Dekaden alte Radios, an denen Erinnerungen hängen und deren Nutzungsdauer sie daher verlängern wollen. Eine Wertschätzung der Alltagsgegenstände ergibt sich also nicht nur, wenn diese älter oder Erbstücke sind, sondern es wird auch die in der Materialität der Gegenstände eingeschriebene Arbeit honoriert und versucht, die Rohstoffe an sich zu bewahren.

Die Wertschätzung der Alltagsdinge ergibt sich für manche aber auch aus einer finanziellen Notwendigkeit: Einige wenige Teilnehmende äußerten in den Interviews, dass sie sich keine neuen Exemplare ihrer defekten Gegenstände leisten können. Dies wird vor allem von Studierenden, Erwerbslosen oder RentnerInnen geäußert.

► Wissensvermittlung und Lernen

Vielen der Helfenden ist es ein Anliegen, ihr Reparaturwissen weiterzugeben und viele der Teilnehmenden möchten das Reparieren lernen. Doch haben die Prozesse der Wissensvermittlung und des Lernens auch Grenzen. Viele der Teilnehmenden haben Berührungsängste vor allem mit elektronischen Geräten und trauen sich das Reparieren nicht selber zu – und dies gilt sowohl für Männer als auch für Frauen. So sagt ein 31-jähriger Musiker in Oldenburg, der den defekten Verstärker seiner Musikanlage mitgebracht hat:

Ich würde es wahnsinnig gerne selber können, aber ich habe leider sowas völlig Unnötiges gelernt wie Musiker, und ich bewundere das wahnsinnig, wie man sich hinsetzen kann, die Technik verstehen kann und sagen kann: Na ja, das und das müssen wir ersetzen und dann geht das Ding wieder. […] Ich würde mich nie trauen, das selber jetzt aufzumachen.

Auch die Helfenden nehmen diese Grenzen der Wissensvermittlung wahr. So erklärt der 70-jährige pensionierte Hauptschullehrer, der in Oldenburg bei der Reparatur elektrischer Geräte hilft: „Hier einem totalen Laien zu erklären, was man an den technischen Geräten macht, das führt natürlich zu weit. Also, das geht sicher bei einigen Sachen, aber bei so Elektronik sicher nicht.“ Die Beobachtungen zeigen tatsächlich, dass z. B. mehr Hilfesuchende in den Reparaturprozess von Textilien oder Fahrrädern eingebunden werden als in den elektronischer Geräte. Die Art der defekten Dinge beeinflusst also, inwiefern das Reparieren ein gemeinsamer Akt ist und sein kann und inwiefern das Reparieren erklärt bzw. erlernt werden kann.

Für Personen, die im Alltag bereits reparieren und Technikwissen und -kompetenz mitbringen, ist das Repair Café ein Ort, der zu Hause nicht vorhandene Werkzeuge, Ressourcen und Unterstützung zur Verfügung stellt. So erklärt ein Helfer im Oldenburger Repair Café: „Also viele kommen hier auch her, die haben eine technische Vorbildung und kennen sich ein bisschen mit solchen Dingen aus, denen fehlt eben nur das Werkzeug und brauchen hier und da mal einen Tipp. […] Wir sehen uns zu allererst als Unterstützer.“ Die Unterstützung findet also nicht nur im Reparaturprozess durch die Helfenden statt, sondern auch durch die Bereitstellung von Ressourcen und einer Infrastruktur während der Reparaturveranstaltungen.

Es zeigt sich also, dass durch das Reparieren und die Reparaturveranstaltungen nicht das eine (politische) Ziel verfolgt wird. Zwar überwiegen in den Interviews die als konsumkritisch definierten Ziele der Nutzungsdauerverlängerung, der Müllvermeidung und Ressourcenschonung, doch lassen sich auch weitere, weniger politisch motivierte Ziele ausmachen wie die Freude am Reparieren oder die finanzielle Notwendigkeit.

► Eine Reparaturbewegung für kulturellen Wandel

Die Konsumgesellschaft zu verändern, ist eines der Ziele der an den Repair Cafés Beteiligten. Sie verfolgen durch das Reparieren einen Wandel der Kulturen, Werte und Praktiken des Konsumierens; sie wollen, dass sich das Reparieren gegenüber dem Wegwerfen gesellschaftlich etabliert, und hoffen, so eine nachhaltige Gesellschaft zu erreichen. Ihnen ist bewusst, dass das Reparieren einen Bruch mit etablierten Routinen darstellt. So konstatiert ein 57-jähriger Teilnehmer in Berlin, der sein Radio repariert: „Wir [müssen] von dieser Konsummentalität wegkommen.

Der Initiator des Oldenburger Repair Cafés beschreibt dieses als subversiv; er meint, dass hier eine Pioniergruppe zusammenkomme, die möglicherweise eine gesellschaftliche Entwicklung vorwegnehme: „Das sind im Prinzip die frühen Adopter, […] die innovativen Nutzer oder eben Pioniernutzer, die schon eine Bewegung vorwegnehmen, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit und Begründung eintreten könnte, nicht muss.

Und auch der Betreiber des Polyester, in dem das Oldenburger Reparaturcafé gegründet wurde, ist stolz darauf, bei den Anfängen einer „Reparaturkultur“, die sich seiner Meinung nach durchsetzen wird, dabei zu sein: „Da bin ich ganz stolz, dass es [das Repair Café] hier bei mir ist, weil ich denke, dass das schon eine Kultur ist, die sich hier jetzt deutschlandweit etablieren wird, und dann kann man immer sagen, […] in den Anfängen waren wir schon dabei.

Die Stiftung Anstiftung & Ertomis will durch die Unterstützung der Organisation von Reparaturveranstaltungen und der Vernetzung deutscher Reparaturinitiativen dazu beitragen, dass sich eine Reparaturkultur etabliert. Das Ziel der Vernetzung sei, den einzelnen AkteurInnen zu zeigen, dass sie Teil einer größeren Bewegung seien, erklärt ein Mitarbeiter der Anstiftung & Ertomis:

Das wollen wir für die Reparatur-Initiativen erreichen, dass die feststellen: ‚Moment mal, es gibt viele‘ und merken, dass das, was hier passiert, nicht ein punktuelles Ereignis ist, sondern das ist eine gesellschaftliche Welle, die da gerade durchs Land geht. An allen Ecken und Enden sind Menschen, die nicht mehr hinnehmen wollen, dass der Konsument auf eine bestimmte Art zu handeln und zu konsumieren festgelegt ist. Das erreicht man dadurch, in dem man eben andere sichtbar macht und sich untereinander bekannt macht.

Ist diese „gesellschaftliche Welle“ als Reparaturbewegung zu bezeichnen, als eine politische Bewegung des Reparierens und für das Reparieren?

Die Bewegungsforschung benennt mindestens vier Merkmale sozialer Bewegungen: geteilte Ziele und ein Zugehörigkeitsgefühl der AkteurInnen, das Merkmal des Protests und den Netzwerkcharakter. Diese Merkmale sind auch für die Reparaturbewegung auszumachen: Wie gezeigt, verfolgen die an Repair Cafés beteiligten AkteurInnen ähnliche Ziele. Auch wenn diese divers sind, so dominieren doch die konsumkritischen Ziele der Müllvermeidung und der Ressourcenschonung durch eine verlängerte Nutzungsdauer der Gegenstände. Und auch ein Gefühl der Zugehörigkeit ist bei vielen Beteiligten zu finden.

Auch das für soziale Bewegungen signifikante Merkmal des Protests ist auszumachen: Die Reparaturveranstaltungen können als Protestveranstaltungen beschrieben werden, durch die AkteurInnen Kritik an der Konsumgesellschaft üben. Doch sie gehen auch über den bloßen Protest hinaus und bieten mit dem Reparieren eine Alternative für das von ihnen kritisierte Handeln an. So kann das Reparieren selbst als Protesthandlung gegen die Konsumgesellschaft beschrieben werden.

Das vierte Merkmal sozialer Bewegungen, nämlich der Netzwerkcharakter, ist bei Reparaturinitiativen ebenfalls zu finden. So versuchen die OrganisatorInnen von Reparaturveranstaltungen zum einen, ein Netzwerk zwischen Personen, die Reparieren können und bei Reparaturen unterstützen wollen, und solchen, die Hilfe suchen, zu bilden; zum anderen werden auch Netzwerke zwischen den Repair Cafés und professionellen DienstleisterInnen etabliert. Und auch Netzwerke zwischen verschiedenen konsumkritischen Initiativen finden mit und in Repair Cafés statt: Das Repair Café in Oldenburg fungiert als ein Anlaufpunkt für verschiedene konsumkritische Projekte, wie eine der Organisatorinnen erklärt:

Also wir sehen das irgendwie auch ein bisschen so als quasi Nabelpunkt dieses kulturellen Wandels hier in Oldenburg. Das hat sich irgendwie so rauskristallisiert, dass wir so ein Ort sind, an dem man scheinbar zusammenkommt.

Auch wenn die vier genannten Merkmale auf eine Reparaturbewegung schließen lassen, so ist diese mitnichten homogen. Die in diesem Rahmen diskutierte Studie zeigt, dass sowohl die Orte als auch AkteurInnen und die Ziele der Reparaturbewegung durchaus heterogen sind. Spricht man von einer Reparaturbewegung, so muss ihre Heterogenität also berücksichtigt werden.

Es zeigt sich, dass nicht nur die Ziele der an den Repair Cafés Beteiligten Grenzen haben, z. B. in Hinblick auf Wissensaustausch und Lernprozesse, sondern auch, dass die Repair Cafés nur einen kleinen Akzent gegen die dominierende Konsumkultur in Deutschland setzen können. Es bleibt fraglich, ob die Reparaturveranstaltungen eine kulturelle Revolution auslösen können; einen kleinen Beitrag im Umdenken und in der Etablierung des Reparierens leisten sie allemal.

Sigrid Kannengießer

repaircafe.org/de/

reparatur-initiativen.de/ .


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Dr. Sigrid Kannengießer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI) - (Eigene Stelle, gefördert von der Zentralen Forschungsförderung der Universität Bremen). Zuvor war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin (Postdoc) im Fachgebiet Kommunikations- und Medienwissenschaft mit dem Schwerpunkt Medienkultur und Kommunikationstheorie (2012 – 2015). In ihrem Habilitationsprojekt arbeitet sie zu Nachhaltigkeit und Medienaneignung.

Ihre Dissertation „Translokale Ermächtigungskommunikation. Medien, Globalisierung, Frauenorganisationen.“ (2014 im Verlag Springer VS erschienen) wurde mit dem Bremer Studienpreis ausgezeichnet und von der Friedrich-Ebert-Stiftung gefördert (2009-2012). Sie studierte Medienkultur und Politische Wissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Hamburg und war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medien und Kommunikation der Universität Hamburg (2007-2009). 2008 absolvierte sie das Qualifikationsstudium „Virtuelle Interkulturelle Gender Studien. Qualifikation Gleichstellung" an der FernUniversität Hagen.

Dr. Sigrid Kannengießer ist Sprecherin der DGPuK-Fachgruppe Soziologie der Medienkommunikation (von 2015-2017 stellvertretende Sprecherin) und Vertrauendozentin der Friedrich-Ebert-Stiftung >> weiterlesen.

netzpolitik.org ist eine Plattform für digitale Freiheitsrechte. Die Betreiber und deren Autoren thematisieren die wichtigen Fragestellungen rund um Internet, Gesellschaft und Politik und zeigen Wege auf, wie man sich auch selbst mithilfe des Netzes für digitale Freiheiten und Offenheit engagieren kann. Mit netzpolitik.org beschreiben sie, wie die Politik das Internet durch Regulation verändert. Und wie das Netz Politik, Öffentlichkeiten und alles andere verändert. Sie verstehen sich als journalistisches Angebot, sind jedoch nicht neutral. Ihr Haltung ist: Engagement für digitale Freiheitsrechte und ihre politische Umsetzung.

   



► Quelle: Erstveröffentlicht am 03. November 2018 auf NETZPOLITIK.org >> Artikel. Lizenz: Die von NETZPOLITIK verfassten Inhalte stehen, soweit nicht anders vermerkt, unter der Lizenz Creative Commons (Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-NC-SA 4.0). Die Fotos und Grafiken sind NICHT Bestandteil des Artikels und wurde von KN-ADMIN Helmut Schnug eingefügt.

► Bild- und Grafikquellen:

1. We Can Repair It! Grafik: club125.greenbelt. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung 2.0 Generic (CC BY 2.0).

2. Buchcover: »Kulturen des Reparierens. Dinge – Wissen – Praktiken«, von Stefan Krebs / Gabriele Schabacher / Heike Weber (Hg.). transcript-verlag 2018, 410 Seiten, Print-ISBN: 978-3-8376-3860-8. Printausgabe 39,99 €.

PDF-ISBN 978-3-8394-3860-2. Dieses Werk ist lizenziert unter der Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivs 4.0 Lizenz (CC BY-NC-ND 4.0). Diese Lizenz erlaubt die private Nutzung, gestattet aber keine Bearbeitung und keine kommerzielle Nutzung.  

Reparieren und Instandhalten sind ökonomisch wie kulturell zentrale Praktiken im »Leben« technischer Dinge und Infrastrukturen.

Der Band rückt diese bislang wenig untersuchten Tätigkeiten in den Vordergrund und fragt nach den Wissensformen der unterschiedlichen Kulturen des Reparierens. Die Expertisen und politischen Ambitionen menschlicher Akteure finden dabei ebenso Berücksichtigung wie die Eigendynamik der Dinge. Die Beiträge untersuchen Praktiken wie die Uhr- oder Computerreparatur sowie Räume wie die Wohnung und das Krankenhaus, das Repair Café und die Stadt des Globalen Südens. Nicht zuletzt geht es um die Frage, inwiefern Reparieren und reparaturfreundliches Design zu mehr Nachhaltigkeit beitragen können. (Klappentext)

Inhalt

Kulturen des Reparierens und die Lebensdauer der Dinge
Stefan Krebs, Gabriele Schabacher und Heike Weber . . . . . . . . . 9

Dringlichkeit des Reparieres

Made to Break?

Lebensdauer, Reparierbarkeit und Obsoleszenz in der Geschichte des Massenkonsums von Technik
Heike Weber . . . . . . . . . 49

Elektroschrott und die Abwertung von Reparaturpraktiken

Eine soziologische Erkundung des Recyclings von Elektronikgeräten in Indien und Deutschland
Stefan Laser . . . . . . . . . 85

Das ›zweite Leben‹ von Mobiltelefonen und Fahrrädern

Temporalität und Nutzungsweisen technischer Objekte in Westafrika
Hans Peter Hahn . . . . . . . . . 105

Zwischen Überfluss und Mangel

Infrastrukturen am Beispiel der Wasserversorgung in Daressalam
Pia Piroschka Otte . . . . . . . . . 121

Technische Kulturen des Uhrenreparierens

Wissen, Produktion und Materialität (1700-1850)
Gianenrico Bernasconi . . . . . . . . . 141

Reparaturwissen und Akteure

Von Mühlenärzten, Turbinenwärtern und Eiswachen

Instandhaltungen am Technikensemble Wasserkraftanlage um 1900
Christian Zumbrägel . . . . . . . . . 165

Zwischen Kunst, Low-Budget und Nachhaltigkeit

Kleidungsreparatur in Zeiten von Fast Fashion
Heike Derwanz . . . . . . . . . 197

Reparaturwissen und Paratextualität
Jens Schröter . . . . . . . . . 225

Wissens-Appa/Repa/raturen

Ein epistemologisch-archäologischer Werkstattbericht von der Reparatur eines frühen Mikrocomputers
Stefan Höltgen und Marius Groth . . . . . . . . . 239

Bühnen der Alternativ-Industrie

Reparaturkollektive und das Vermächtnis der amerikanischen Gegenkultur der 1960er Jahre
Daniela K. Rosner und Fred Turner . . . . . . . . . 265

Praktiken des Reparierens

Repair Cafés

Orte gemeinschaftlich-konsumkritischen Handelns
Sigrid Kannengießer . . . . . . . . . 283

»Tansanier mögen keine unversehrten Sachen«

Reparaturen und ihre Spuren an alten Schuhen in Daressalam, Tansania
Alexis Malefakis . . . . . . . . . 303

Medizinische Reparaturkulturen

Zum Umgang mit (nicht) funktionierender Technik im laufenden Betrieb
Cornelius Schubert . . . . . . . . . 327

»Dann müssen wir es so lassen«

Reparatur ist (immer) mehr als die Wiederherstellung des Normalzustandes
Ignaz Strebel und Alain Bovet . . . . . . . . . 347

Reparieren nach der Revolution

Kulturtechniken der Un/Ordnung auf den Pariser Straßen des 19. Jahrhunderts
Tom Ullrich . . . . . . . . . 373

Autorinnen und Autoren . . . . . . . . . 401

3. Das Repair Café ist ein freundlicher Ort, an dem sich ehrenamtliche Spezialisten mit Besuchern treffen, die ihre Gegenstände mitbringen, um sie zusammen zu reparieren. Foto: Isabelle Verdickt / Repair Café Brussels. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 2.0 Generic (CC BY-NC-ND 2.0).

4. Reparatur-Café: Das Besondere ist zum einen das Café, das Zusammensein, Kaffee trinken, Geselligkeit, sich austauschen über den Alltag, erzählen, unabhängig jetzt von seinem kaputten Teil, einfach ins Gespräch kommen, dass Menschen wieder miteinander kommunizieren. Urheber: Ilvy Njiokiktjien / Stichting Repair Café. Quelle: Wikimedia Commons. Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“ lizenziert.

5. Repair Café Brussels. Ein Repair-Café (weitere gebräuchliche Namen: Reparatur-Café, Reparier-Bar, Elektroniksprechstunde, Reparatur-Treff, Elektronikhospital oder Café Kaputt u. ä.) ist ein Veranstaltungsformat mit temporär eingerichteter Selbsthilfewerkstatt zur Reparatur defekter Alltags- und Gebrauchsgegenstände und kleinem Verpflegungsangebot, meist in Form von Kaffee und Kuchen. Foto: Repair Café Brussels. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 2.0 Generic (CC BY-NC-ND 2.0).

6. Elektrosprechstunde mit Reparaturanleitung in einem Repair-Café. Foto: Renaud Sterpin / Repair Café Brussels. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 2.0 Generic (CC BY-NC-ND 2.0).

7. Elektroschrott? Das Reparieren von alten elektrischen Küchengeräten ist ein kleiner Schritt in Richtung Nutzungsdauerverlängerung und damit zur Ressourcenschonung. Foto: Karen Blakeman. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz CC0 1.0 Universell (CC0 1.0) Public Domain Dedication - Kein Urheberrechtsschutz.

8. Reparatur eines defekten Plattenspielers in einem Repair-Café. Foto: Renaud Sterpin / Repair Café Brussels. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 2.0 Generic (CC BY-NC-ND 2.0).

9. Kleidung und Textilien werden in Repair Cafés genäht, mit neuen Reißverschlüssen versehen oder umgearbeitet. Foto: Floris Van Cauwelaert. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 2.0 Generic (CC BY-NC-ND 2.0).

10. Kaputter Staubsauger - wer kennt das nicht? Oft funktionieren elekt. Geräte nicht mehr weil sie kaputt gehen sollen. (Obsoleszenz) Geplante-, oder auch künstliche Obsoleszenz, ist eine Strategie, in der die Obsoleszenz eines Produkts vom Hersteller geplant und konzeptionell vorgesehen ist. Hierbei spielen auch erschwerte Reparaturmöglichkeiten durch Konstruktion], durch mangelnde Verfügbarkeit von Informationen oder durch Preisgestaltung eine Rolle.. Oft kann in einem Repair-Café geholfen werden. Foto: Renaud Sterpin / Repair Café Brussels. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 2.0 Generic (CC BY-NC-ND 2.0).

11. Wandgraffito: "Wir machen Jobs die wir hassen und kaufen dann Scheisse, die wir nicht brauchen." Foto: Flickr-user redhope. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung-Nicht kommerziell 2.0 Generic (CC BY-NC 2.0).

12. + 13. Buchcover: »Kulturen des Reparierens. Dinge – Wissen – Praktiken«, von Stefan Krebs / Gabriele Schabacher / Heike Weber (Hg.). transcript-verlag 2018, 410 Seiten, Print-ISBN: 978-3-8376-3860-8. Printausgabe 39,99 €.