Vorspiel einer Philosophie der Zukunft

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Vorspiel einer Philosophie der Zukunft
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Vorspiel einer Philosophie der Zukunft 

„Jenseits von Gut und Böse“

Eine Kritik überkommener Moralvorstellungen

Jede moralische, bewertende Einstellung 
unterliegt einer konkreten Historizität !

Von Gerhard Mersmann | Forum-M7.com

Friedrich_Wilhelm_Nietzsche_Moral_Herrenmoral_Sklaven_Moralitaet_Moralkodex_Gehorsam_Sklavenmoral_Herrentypen_Stephen_Hicks_Selbsthass_Unterdrueckung_Versklavung_Kritisches-NetzwerkFriedrich Wilhelm Nietzsche (* 15. Oktober 1844 in Röcken; † 25. August 1900 in Weimar) war ein deutscher Klassischer Philologe und Philosoph. Nietzsche sprengte sowohl mit seinem Denken als auch mit seinem Stil bis dahin gängige Muster und ließ sich zunächst keiner klassischen Disziplin zuordnen. Heute gilt er als einer der Vorläufer einer neuen philosophischen Schule, der Lebensphilosophie. [ergä. H.S.]

Der Name einer von Nietzsche im Jahr 1886 auf eigene Kosten veröffentlichten Schrift hat es nicht mit dem vom Autor intendierten Sinn in den heutigen Sprachgebrauch gebracht. Der Grund dafür ist vielseitig. Der wohl gewichtigste liegt darin, dass der ab dem 45. Lebensjahr nicht mehr mit der Außenwelt kommunikationsfähige Gelehrte und Philosoph von seiner mit einem Antisemiten verheirateten Schwester Elisabeth Alexandra Nietzsche (* 10. Juli 1846 in Röcken; † 8. November 1935 in Weimar) verunstaltet wurde und Bruchstücke aus seinem Werk zum Missbrauch durch den aufkommenden Nationalsozialismus von ihr freigegeben wurden 

Zwei Zitate haben es aus dieser Zweckentfremdung bis ins Heute geschafft. Das eine ist „der Wille zur Macht“ und das andere, „wenn du zum Weibe gehst, vergiss die Peitsche nicht“. Ersteres ist grandios zweckentfremdet, weil Nietzsches Idee dahin ging, dass das Subjekt, welches sich befreien will, dazu auch das entsprechende Vermögen, sprich Macht braucht. Und das zweite zeigt das Veritable an der These, bei der es in der Schrift „Jenseits von Gut und Böse“ ging. (Komplettes Werk als PDF)

Heute bezeichnet man mit dem Titel der Schrift im allgemeinen Sprachgebrauch Zustände oder Personen, die sich jenseits der Zurechnungsfähigkeit befinden. Nietzsche ging es hingegen darum, zu reflektieren, dass jede moralische, bewertende Einstellung einer konkreten Historizität unterliegt. Das heißt, jede Ethik und Moral eines Kulturkreises hängt von den konkreten gesellschaftlichen Bedingungen und zeitgemäßen Vorstellungen der von ihnen erfassten Menschen ab. Was, quasi als Indiz für die eigene These, sein aus heutiger Sicht absonderliches Frauenbild bestens dokumentiert.  

Nietzsches Appell beabsichtigt, die Kommunikation zwischen Vertretern unterschiedlicher Wertvorstellungen durch ein Ablegen der Moral und Werte zu promoten. Wenn die Bewertung entfällt, und eine Instanz wie Vernunft, Verstand oder das jeweilige Interesse im Mittelpunkt steht, dann ist es möglich, zu anderen Resultaten als der gegenseitigen Verurteilung zu kommen.

Dieser Aspekt ist es, der ein gutes Argument dafür ist, das „Jenseits von Gut und Böse“ in seinem eigentlichen, vom Autor beabsichtigten Sinne in der aktuellen Zeit noch einmal zu fassen. In einer vor allem in den Relikten der alten westlichen Hegemonie befindlichen Verabsolutierung der eigenen Werte liegt unter anderem, neben den nackten, imperialen Interessen, auch der Zündstoff für Unfrieden und Krieg

Krieg_Frieden_Unfrieden_Gut_Boese_Kriegsenthusiasmus_Kriegsertuechtigung_Kriegsfaehigkeit_Kriegsgeheul_Kriegsgeilheit_Kriegsluesternheit_Kriegspolitik_Kriegstrommler_Kriegstuechtigkeit_Kritisches-Netzwerk

Wer von der Meinung gefangen ist, er müsse Menschen und Kulturkreise zu seinen eigenen Vorstellungen bekehren, ist nicht frei, sondern befindet sich im Trakt des eigenen Gut und Böse eingehegt. 

Friedrich_Wilhelm_Nietzsche_Moralvorstellungen_Moralphilosophie_Jenseits_von_Gut_Boese_Hass_Lebensphilosophie_Immoralitaet_Nietzsche_Herren_Sklaven_Kritisches-NetzwerkDas Denken „Jenseits von Gut und Böse“ könnte dazu beitragen, die längst verschlossenen Türen der Diplomatie wieder zu öffnen. Die hohe Schule dieser Disziplin befand sich nämlich immer außerhalb der restringierten Vorstellungswelt der eigenen Weltanschauung.

Und es ist eine sehr gute Übung, sich die handelnden Politiker weltweit unter diesem Aspekt einmal vor Augen zu führen! Es entsteht ein sehr die Erkenntnis beförderndes Bild darüber, wer die Dimension der Notwendigkeiten internationaler Interaktion erkannt hat und wer nicht.

Es lohnt sich immer, auf bereits formulierte Gedanken zurückzugreifen, auch wenn sie vom eigenen Zeitgeist als Tabu stigmatisiert werden. Das widerstrebt allerdings der zeitgenössischen Inquisition. Bei den Schriften von Friedrich Nietzsche ist das der Fall. Zu vieles, auch aus der Schrift „Jenseits von Gut und Böse“, besitzt eine praktische Relevanz in Bezug auf unsere heutigen Zustände. 

Ein Zitat aus besagtem Traktat möge das noch illustrieren: „Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.“   

Gerhard Mersmann

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"Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein." Dieses berühmte Zitat stammt von Friedrich Nietzsche aus seinem Werk „Jenseits von Gut und Böse“ (Aphorismus 146). Es warnt davor, dass man beim intensiven Auseinandersetzen mit dem Bösen, Dunklen oder Destruktiven Gefahr läuft, selbst von diesen Eigenschaften eingenommen zu werden oder ihnen zu gleichen. (Komplettes Werk als PDF)   

► Bedeutung und Kontext:

• Der vollständige Satz: „Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein“.

• Warnung vor Anpassung: Es ist eine Mahnung zur Vorsicht, wenn man sich mit negativen Aspekten (dem „Abgrund“) befasst – sei es moralisch, psychologisch oder politisch. Wer zu lange in die Finsternis starrt, verliert seine eigene Perspektive und nimmt die Finsternis in sich auf.

• Wahrnehmung von Schattenseiten: Der Abgrund spiegelt das eigene Innere wider, indem er verdrängte Ängste und Schattenseiten ans Licht bringt. 

Es wird oft interpretiert als: Sei vorsichtig, dass du nicht das wirst, was du bekämpfst.

Friedrich_Wilhelm_Nietzsche_Lebensphilosophie_Moralphilosophie_moralischer_intellektueller_Schaden_Konformitaet_Meinungsverschiedenheit_Andersdenkende_Korruption_Kritisches-Netzwerk

„Der sicherste Weg, einen Jugendlichen zu verderben, 
besteht darin, ihn zu lehren, diejenigen, die ähnlich denken, 
höher zu schätzen als diejenigen, die anders denken.“ 

(Friedrich Wilhelm Nietzsche)

Nietzsches Aussage zielt auf den moralischen und intellektuellen Schaden ab, der entsteht, wenn Konformität Vorrang vor echter Meinungsverschiedenheit hat. Er ist kompakt, aber vielschichtig; entschlüsselt warnt er vor sozialen Kräften, die Homogenität belohnen und abweichende Meinungen bestrafen. Wichtige Interpretationen und Implikationen:

► Was Nietzsche kritisiert:

• Gruppendenken als Korruption: Die Überhöhung der Gleichheit führt zu oberflächlicher Übereinstimmung, hemmt kritisches Hinterfragen und Innovation. Jugendliche, die darauf trainiert werden, Gleichheit zu bevorzugen, werden intellektuell selbstgefällig.

• Moralische Gewöhnung: Wenn Wertschätzung an Konformität geknüpft ist, verkümmert das moralische Urteilsvermögen; Menschen übernehmen Gruppenwerte eher durch Nachahmung als durch Bewertung, wodurch Missstände unangefochten fortbestehen können.

• Sozialisierung von Loyalität gegenüber der Wahrheit: Das soziale Belohnungssystem (Lob, Status, Zugehörigkeit) konditioniert junge Menschen dazu, den Konsens innerhalb der Gruppe zu schützen, selbst wenn dieser falsch oder ungerecht ist.

• Formationsphase: Junge Menschen sind leicht zu beeinflussen – Denkgewohnheiten, Geschmack und moralische Orientierung lassen sich leichter festigen. Eine Korrumpierung in dieser Phase hat langfristige soziale Folgen.

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• Weitergabe von Kultur: Sobald konformistische Muster verinnerlicht sind, verbreiten sie sich über Institutionen (Bildung, Religion, Politik) und machen Gesellschaften weniger widerstandsfähig gegenüber Fehlern oder Veränderungen.

• Anti-Herdenmentalität: Im Einklang mit seiner Kritik an der „Herde“ setzt sich Nietzsche für Individualität, höhere Typen (unabhängige Denker) und den Mut ein, Werte zu schaffen, anstatt sie unreflektiert zu übernehmen.

• Intellektuelle Aristokratie statt Geburtselitismus: Er bewundert diejenigen, die unabhängig und rigoros denken, nicht nur die soziale Elite. „Höhere Wertschätzung“ sollte kritischer Originalität gelten, nicht dem beruhigenden Konsens.

► Praktische Erkenntnisse und Anwendungen:

• Bildung: Lehrpläne und Unterrichtskulturen sollten kritisches Hinterfragen, Debatten und die Auseinandersetzung mit abweichenden Meinungen fördern, anstatt das Auswendiglernen akzeptierter Doktrinen.

• Politik und bürgerliches Leben: Demokratien brauchen institutionelle Schutzmaßnahmen für Minderheitenmeinungen, Pressefreiheit und Zivilcourage, um eine Vereinnahmung durch die Mehrheit oder bestimmte Parteien zu verhindern.

• Elternschaft und Mentoring: Ermutigen Sie Kinder, Argumente abzuwägen, Unbehagen aufgrund abweichender Meinungen zu tolerieren und intellektuelle Integrität über Popularität zu stellen.

• Unternehmen und Wissenschaft: Fördern Sie psychologische Sicherheit für abweichende Meinungen, um strategische Fehler, Betrug oder unterdrückte Innovationen zu vermeiden.

► Aktuelle Resonanz:

• Soziale Medien und Echokammern: Algorithmen und soziale Dynamiken, die Übereinstimmung priorisieren, verstärken Nietzsches Warnung – Jugendliche, die in Filterblasen leben, sind anfällig für ideologische Verknöcherung.

• Radikalisierung und Polarisierung: Wenn Wertschätzung in erster Linie der Konformität innerhalb der Gruppe gilt, werden Rekrutierung und Radikalisierung einfacher; Andersdenkende werden ausgegrenzt, anstatt einbezogen zu werden.

► Prägnante konzeptionelle Schlussfolgerung:

Nietzsche behauptet, dass die Bevorzugung von Ähnlichkeit gegenüber Unterschieden soziale Belohnung an die Stelle von vernünftigem Urteilsvermögen setzt und dadurch die moralische und intellektuelle Entwicklung beeinträchtigt. Das Gegenmittel sind Institutionen und Praktiken, die unabhängiges Denken, kritische Meinungsverschiedenheiten und die Disziplin, Überzeugungen anhand von Gegensätzen zu überprüfen, wertschätzen.

Friedrich Wilhelm Nietzsche, Gemälde von Curt Stoeving, 1884

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 Friedrich Nietzsche: Jenseits von Gut und Böse. 1. Hauptstück: Von den Vorurtheilen der Philosophen

Jenseits von Gut und Böse ist das erste Buch aus Nietzsches Spätwerk. Er kritisiert darin überkommene Moralvorstellungen. Aufgeteilt in 9 Hauptstücke beschäftigen sich die ersten drei mit Philosophie und Religion, das vierte ist ein "Zwischenspiel" und die letzten 5 mit Philophie und Politik. (Komplettes Werk als PDF)

Zur Genealogie der Moral. Eine Streitschrift ist ein philosophisches Werk von Friedrich Nietzsche aus dem Jahr 1887. Das Werk, das aus einer Vorrede und drei „Abhandlungen“ besteht, gehört zu den einflussreichsten Schriften Nietzsches. Er legte hier keine Aphorismen vor wie in den meisten anderen seiner Werke, sondern längere, systematische Texte mit durchaus wissenschaftlichem Anspruch: Er stellt darin soziologische, historische und psychologische Thesen auf. Nietzsche wollte anders als klassische Moralphilosophen keine Moral herleiten oder begründen, sondern die geschichtliche Entwicklung und die psychischen Voraussetzungen bestimmter moralischer Wertvorstellungen nachvollziehen. Er fragt also nicht, wie die Menschen handeln sollten, sondern warum Menschen (Einzelne oder Gruppen) glauben, sie sollten auf bestimmte Weise handeln, oder andere dazu bringen wollen, so oder so zu handeln. >> Wikipedia.

Zur Genealogie der Moral >> Nietzsche Source, Colli / Montinari-Ausgabe >> Vollständiger Text.

Friedrich Nietzsche: Zur Genealogie der Moral. Erste Abhandlung: „Gut und Böse“, „Gut und Schlecht“ (Dauer 1:51:15 Std.)

Nietzsche: Zur Genealogie der Moral. Zweite Abhandlung: "Schuld", "schlechtes Gewissen", Verwandtes (Dauer 2:01:08 Std.)

Friedrich Nietzsche: Zur Genealogie der Moral. Dritte Abhandlung: Was bedeuten asketische Ideale? (Dauer 3:18:48 Std.)

Der Antichrist. Fluch auf das Christentum ist eines der Spätwerke Friedrich Nietzsches. Er schrieb die polemische Abrechnung mit dem Christentum im Spätsommer und Herbst 1888. Da Nietzsche sich bis zu seinem geistigen Zusammenbruch wenige Monate später nicht konkret um eine Publikation bemüht hatte, wurde das Manuskript zunächst zurückgehalten und erst 1894 vom Nietzsche-Archiv herausgegeben, allerdings mit mehreren Mängeln. Streitigkeiten um eine korrekte Edition des Werks zogen sich – wie bei allen Spätwerken Nietzsches – bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hin. >> Wikipedia.

 Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum >> Nietzsche Source, Colli / Montinari-Ausgabe >> Vollständiger Text.

Friedrich Nietzsche: Der Antichrist. Fluch auf das Christenthum. (Dauer 3:08.00 Std.)


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Gerhard Mersmann, Dr. phil., (Jahrgang 1956), gebürtiger Westfale, ist studierter Politologe und Literaturwissenschaftler. Er arbeitete in leitender Funktion über Jahrzehnte in der Personal- und Organisationsentwicklung. In Indonesien beriet er die Regierung nach dem Sturz Soehartos bei ihrem Projekt der Dezentralisierung. In Deutschland versuchte er nach dem PISA-Schock die Schulen autonomer und administrativ selbständiger zu machen. Er leitete ein umfangreiches Change-Projekt in einer großstädtischen Kommunalverwaltung und lernte dabei das gesamte Spektrum politischer Widerstände bei Veränderungsprozessen kennen.

Die jahrzehntelange Wahrnehmung von Direktionsrechten hielt ihn nicht davon ab, die geübte Perspektive von unten beizubehalten. Publizistische Aktivitäten durchziehen seine gesamte Biographie. Seine Erkenntnisse gibt er in Form von universitären Lehraufträgen weiter. Sein Blick auf aktuelle gesellschaftliche, kulturelle wie politische Ereignisse sind auf seinem persönlichen Blog M7 regelmäßig nachzulesen. >> https://form-7.com/ .


► Quelle: Dieser Beitrag wurde am 06. März 2026 erstveröffentlicht auf https://form-7.com/ >> Artikel. Eigentümer, Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich ist Gerhard Mersmann.

ACHTUNG: Die Bilder, Grafiken, Illustrationen und Karikaturen sind nicht Bestandteil der Originalveröffentlichung und wurden von KN-ADMIN Helmut Schnug eingefügt. Für sie gelten folgende Kriterien oder Lizenzen, siehe weiter unten. Grünfärbung von Zitaten im Artikel und einige zusätzliche Verlinkungen wurden ebenfalls von H.S. als Anreicherung gesetzt, ebenso die Komposition der Haupt- und Unterüberschrift(en) geändert.

► Bild- und Grafikquellen:

Friedrich_Wilhelm_Nietzsche_Moral_Herrenmoral_Sklaven_Moralitaet_Moralkodex_Gehorsam_Sklavenmoral_Herrentypen_Stephen_Hicks_Selbsthass_Unterdrueckung_Versklavung_Kritisches-Netzwerk1. Friedrich Wilhelm Nietzsche: Jenseits von Gut und Böse. Vorspiel einer Philosophie der Zukunft ist ein Werk Friedrich Nietzsches, das im Jahr 1886 erschien und auf eine Kritik überkommener Moralvorstellungen zielt. Das Werk bildet den Übergang von Nietzsches mittlerer, eher dichterisch, positiv geprägten Schaffensperiode zu seinem von philosophischem Denken dominierten späteren Werk. Dies kommt auch im Untertitel des Werks „Vorspiel einer Philosophie der Zukunft“ zum Ausdruck.

Jenseits von Gut und Böse war das Denken in der prähistorischen Zeit, in der Handlungen nach ihrer Wirkung beurteilt wurden. Die Moral kam erst, als man Handlungen nach ihrer Absicht beurteilte. Nietzsches Forderung war, wieder zu der Perspektive der vormoralischen Zeit zurückzukehren. Er suchte eine Moral jenseits bestehender Normen und Werte, die nicht an die historische, von der Religion beeinflusste Tradition gebunden ist.

Sein Gegenentwurf ist eine neuartige Philosophie der „Immoralität“, die an die jeweiligen Perspektiven des Menschen gebunden ist. (JGB 32) Diese verband er mit dem Konzept des Willens zur Macht, der für den Menschen und die ganze Natur das bestimmende Prinzip sei. Zugleich übte Nietzsche eine grundlegende Kritik an der Gesellschaft seiner Zeit, aus der heraus er eine Umwertung aller Werte forderte, die sich am Willen zur Macht und einem vornehmen Leben orientiert. [..]

Friedrich Nietzsche zweifelt an der Existenz einer Moralbegründung und schlägt stattdessen eine Rangordnung vor: „Die einmal angenommene Rangordnung der Güter, je nachdem ein niedriger, höherer, höchster Egoismus das eine oder das andere will, entscheidet jetzt über das Moralisch-sein oder Unmoralisch-sein“. >> weiter.

Porträt von Nietzsche, datiert 1882, gemalt von Gustav Adolf Schultze. Quelle: Wikimedia Commons. Diese Datei ist lizenziert unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international“ (CC BY-SA 4.0).

Friedrich Wilhelm Nietzsche (* 15. Oktober 1844 in Röcken; † 25. August 1900 in Weimar) war ein deutscher klassischer Philologe und Philosoph. Nietzsche sprengte sowohl mit seinem Denken als auch mit seinem Stil bis dahin gängige Muster und ließ sich zunächst keiner klassischen Disziplin zuordnen. Heute gilt er manchen als Begründer einer neuen philosophischen Schule, der Lebensphilosophie.

2. Symbolbild: KRIEG und FRIEDENÜber Nietzsches Werk „Jenseits von Gut und Böse“ in seinem eigentlichen, vom Autor beabsichtigten Sinne, sollte man in der aktuellen Zeit noch einmal gründlich nachdenken. In einer vor allem in den Relikten der alten westlichen Hegemonie befindlichen Verabsolutierung der eigenen Werte liegt unter anderem, neben den nackten, imperialen Interessen, auch der Zündstoff für Unfrieden und Krieg. 

Foto/Illustration: KELLEPICS / Stefan Keller (user_id:4893063). Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Auch eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Foto (Illustration).

3. Foto von Friedrich Nietzsche mit transparentem Hintergrund, freigestellt von User:S. Perquin. >> Originalfoto >> Quelle: Wikimedia Commons. Diese Datei ist lizenziert unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international“ (CC BY-SA 4.0).

4. "Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein." Dieses berühmte Zitat stammt von Friedrich Nietzsche aus seinem Werk „Jenseits von Gut und Böse“ (Aphorismus 146). Es warnt davor, dass man beim intensiven Auseinandersetzen mit dem Bösen, Dunklen oder Destruktiven Gefahr läuft, selbst von diesen Eigenschaften eingenommen zu werden oder ihnen zu gleichen.

Illustration OHNE Textinlet: Camera-man / Sergio Cerrato - Italia (user_id:16096197). Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Auch eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Illustration. Der Text wurde von Helmut Schnug in das Bild eingearbeitet.

5. Zitat von Friedrich Nietzsche: "The surest way to corrupt a youth is to instruct him to hold in higher esteem those who think alike than those who think differently". – „Der sicherste Weg, einen Jugendlichen zu verderben, besteht darin, ihn zu lehren, diejenigen, die ähnlich denken, höher zu schätzen als diejenigen, die anders denken.“ (Friedrich Wilhelm Nietzsche). Illustration: David Sanabria. Quelle: Flickr. Die Bilddatei ist mit der CC-Lizenz Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 (CC BY-SA 2.0) lizenziert. Das Originalbild wurde von Helmut Schnug deutlich vergrößert und zugleich qualitativ optimiert.

6. »Denkgewohnheiten müssen nicht für immer sein. Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Psychologie in den letzten zwanzig Jahren ist, dass der Einzelne die Art und Weise, wie er denkt, wählen kann.« (Martin Seligman). - »Habits of thinking need not be forever. One of the most significant findings in psychology in the last twenty years is that individuals can choose the way they think.« (Martin Seligman).

»Wohlbefinden ist in seiner Struktur ähnlich wie "Wetter" und "Freiheit": Kein einziges Maß definiert es erschöpfend, aber mehrere Dinge tragen dazu bei; dies sind die Elemente des Wohlbefindens, und jedes der Elemente ist eine messbare Sache.« ("Gedeihen" von Martin Seligman) - »Well-being is just like "weather" and "freedom" in its structure: no single measure defines it exhaustively, but several things contribute to it; these are the elements of well-being, and each of the elements is a measurable thing.« (- "Flourish" by Martin Seligman).

Foto OHNE Textinlet: freepik (detaillierter Urhebername nicht benannt!). Quelle: freepik >> https://de.freepik.com/ . Freepik-Lizenz: Die Lizenz erlaubt es Ihnen, die als kostenlos markierten Inhalte für persönliche Projekte und auch den kommerziellen Gebrauch in digitalen oder gedruckten Medien zu nutzen. Erlaubt ist eine unbegrenzte Zahl von Nutzungen, unbefristet von überall auf der Welt. Modifizierungen und abgeleitete Werke sind erlaubt. Eine Namensnennung des Urhebers (Freepik) und der Quelle (Freepik.com) ist erforderlich. >> Foto. Das Textinlet wurde von Helmut Schnug in das Bild eingearbeitet, zuvor die Hintergrundfarbe mit dem freepik-eigenen-Tool geändert und der linke Bildrand etwas eingekürzt.

7. Friedrich Wilhelm Nietzsche, Gemälde von Curt Stoeving, 1884 - Museum Neues Weimar, Weimar. Urheber der Fotografie: Dguendel. Quelle: Wikimedia Commons. Diese Datei ist lizenziert unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung 4.0 international“ (CC BY 4.0). Maler: Curt Stoeving (* 6. März 1863 in Leipzig; † 6. Dezember 1939 in Berlin) war ein deutscher Maler, Zeichner, Architekt, Bildhauer, Medailleur und Kunstgewerbler. 

8. siehe #1