Die Bedrohungen der NATO: Ein Rüpel auf dem Parkett der Völkergemeinschaft fühlt sich bedroht

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Peter Frey
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Die Bedrohungen der NATO: Ein Rüpel auf dem Parkett der Völkergemeinschaft fühlt sich bedroht
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Die Bedrohungen der NATO

Ein Rüpel auf dem Parkett der Völkergemeinschaft fühlt sich bedroht

Verkehrte Welt.

von Peter Frey /  Peds Ansichten

bundeswehr_skulls_totenschaedel_todesfall_todesfaelle_soldaten_stahlhelme_bundeswehrsoldaten_kritisches_netzwerk_soldatentod_dienstpflicht_wehrdienst_wehrpflicht_wehrpflichtige.jpg Man kann das Kriegsgetrommel des westlichen Militärbündnisses beim besten Willen nicht überhören. Die immer aufs Neue fabulierten Bedrohungen, mit denen Politiker, Medien, „Experten“ und hohe Militärs das Dasein dieser Organisation als existenzielle Notwendigkeit zum Schutze der westlichen Wertegemeinschaft begründen, lassen sich ja aus leidvoller Geschichte begründen. So oft, wie NATO-Mitgliedsstaaten seit ihrer Gründung angegriffen wurden. Erinnern Sie sich, wie oft?

Vorsicht, Satire!

Arbeiten wir also die Liste jener NATO-Staaten auf, die Aggressionen ausgesetzt waren, was zur Ausrufung des Bündnisfalles führte.

Der NATO-Staat Bosnien-Herzegowina wurde von Serbien angegriffen, weshalb das arme unschuldige und schutzlose Bosnien-Herzegowina, eine Demokratie vor dem Herren und auch absolut souverän und demokratisch entstanden, gegen den Aggressor Serbien verteidigt werden musste. Daher nahm die neue deutsche Wehrmacht, genannt Bundeswehr, auch bereitwillig Verantwortung wahr und erfüllte in den warmen Gewässern der Adria Aufgaben im Rahmen eines Embargos gegen Jugoslawien.

Das nach neuer Weltgeltung strebende erweiterte Deutschland schwang sich damals zudem in seine zukünftige und zum Standardwerkzeug geformte Sanktionspolitik gegenüber Opponenten alternativloser Politik der westlichen Wertegemeinschaft ein [1]. Auch der Segen einer Flugverbotszone durfte mit Zutun des NATO-Mitgliedes Deutschland in Jugoslawien geprobt werden [2].

Wieso runzeln Sie die Stirn bei Embargo und Sanktionen? Ja, das war doch wegen der vielen Waffen, verstehen Sie? Damit die nicht in das Bürgerkriegsland geraten und die vielen unschuldigen Zivilisten massakriert werden.

Sie meinen, dass trotz des Embargos massenhaft Waffen zu den Separatisten gelangten und so der Krieg erst richtig angefeuert wurde? So wie Jahre später in Syrien, bei der man die Leute mit der gleichen Nummer beglückte? Dass dort zehntausende – unter ihnen viele tausend ausländische – islamistische Kämpfer die Funktion der „Aufständischen“, der „Rebellen“ übernahmen – auch wie Jahre später in Syrien? Sie argumentieren außerdem, Bosnien-Herzegowina war „eigentlich“ eine jugoslawische Teilrepublik und die Abspaltung von Jugoslawien keinesfalls demokratisch?

Seien Sie nicht so kleinlich.

Sie meinen letztendlich auch noch, dass Bosnien-Herzegowina gar nicht dem NATO-Pakt angehörte? Äh, ja, das ist allerdings richtig. Dann müssen wir es wohl als humanitäre Intervention des Westens begreifen, als R2P, als „Verpflichtung zu schützen“ oder „Schutzverantwortung“ – und zwar um jeden Preis (nämlich an Menschenopfern).

Das Verteidigungsbündnis NATO verteidigte sich in und um Bosnien-Herzegowina und Kroatien gegen den Aggressor Serbien, wobei alle drei Bundesstaaten einer Republik Jugoslawien, allerdings nicht der NATO angehörten. Das ist völlig nachvollziehbar – sicher.

Auch der NATO-Staat Kosovo wurde von Jugoslawien angegriffen und musste deshalb gegen den Aggressor verteidigt werden. Das Ausrufen des Bündnisfalles war unumgänglich.

Wie jetzt? Sie sagen, der Kosovo war auch gar kein NATO-Staat u. außerdem ebenfalls völkerrechtlicher Bestandteil der Bundesrepublik Jugoslawien? Wollen Sie jetzt auch noch behaupten, das westliche VERTEIDIGUNGS-Bündnis hat sich gar der Zerschlagung eines souveränen Staates verdient gemacht? Na, na!

Was ist denn mit der humanitären Katastrophe, welche im Kosovo drohte? Mit der Vertreibung und Vernichtung ethnischer Minderheiten? Haben Sie das bereits vergessen?

Ach, das stimmte alles gar nicht und stattdessen wurden die „Rebellen“ im Kosovo auch noch von der westlichen Wertegemeinschaft ausgebildet und bewaffnet? Wie sich auch die Gräuelgeschichten eines „Hufeisenplanes“ als glatte Lüge erwiesen?

Der Sozialdemokrat Rudolf Scharping, der damals mit großer emotionaler Attitüde nach dem Krieg rief, blendet das heute aus seiner Vergangenheit einfach aus, damit er sich auch weiterhin vor dem Spiegel gelegentlich einer gründlichen Nassrasur unterziehen kann. Damals übte er sich als Propagandist, was seine Wortwahl unschwer erkennen lässt:

Es ist abscheulich. Diese Lumpen und Verbrecher bringen wahllos Menschen um, rauben ihre Opfer aus, vertreiben sie oder vergewaltigen die Frauen. Umso unverantwortlicher, dass einige öffentlich immer wieder einen Stopp oder eine Pause der Luftangriffe fordern.“ (3)

Der Verleumder Scharping – der sich als „Guter“ natürlich nicht als „Lump und Verbrecher“ sieht, allerdings als ein solcher handelte – hat sich für den Krieg damals niemals verantworten müssen, behaupten Sie? Sie sagen außerdem schon wieder, es war eine militärische Intervention, äh hust, natürlich eine humanitäre Intervention. Eine, die – bei humanitären Interventionen von Anfang an so üblich – durch keinerlei Völkerrecht gedeckt war?

Jetzt hören Sie doch auf! Slobodan Milošević war ein durchtriebener Diktator und Schlächter. Das wurde zwar nie bewiesen, aber immer wieder behauptet – und zwar von uns.

Verstehen Sie doch: Geschichte entsteht durch Erzählung, die dann aufgeschrieben wird. Realitäten, die nicht bekannt werden, werden auch nie zur Geschichte gehören. Scharpings Lügen sind Geschichte und die Realität vergessen. Solche (unsererseits so betrachtet) „negativen“ Realitäten nicht in das Geschichtsbewusstsein diffundieren zu lassen, darum kümmern wir uns.

Wir sind das Verteidigungsbündnis und wir haben unsere Bündnisverpflichtungen gegenüber dem Kosovo erfüllt. Vergessen Sie nicht, dass es auch das Konzept der Vorneverteidigung gibt, auch das der Präventivverteidigung und das abschreckender Verteidigung aufgrund konstruierter Annahmen. Sollte die NATO so lange warten, bis der serbische Hitler ganz Europa überrennt? Deswegen hat die deutsche Luftwaffe auf dem Balkan ja auch rumbomben müssen, verstehen Sie [4]?

Lassen Sie mich kurz überlegen. Adolf hat sich doch auch nur verteidigt – im Ausland, in Jugoslawien zum Beispiel …

inside_job_conspiracy_theories_9_11_september_counterfeiting_evidence_islamic_terrorist_osama_bin_laden_kritisches_netzwerk_pentagon_world_trade_center_wtc7_nine-eleven.jpgAber das hier, das ist eindeutig:

Da wurde nämlich ganz doll wirklich ein NATO-Mitgliedsstaat, nämlich die USA, angegriffen. Diese Teppichmesser-Saudis waren außerordentlich talentiert. Befähigt durch eine professionelle, fundierte und über Jahre erfolgte Flugausbildung mit großen Passagiermaschinen, haben sie mit diesen überdimensionalen Aluminiumbüchsen chirurgische Schnitte in zwei extrem stabilen Hochhäusern mittels Jet-Einflug fabriziert. So unfassbar präzise, dass sogar drei – beachten Sie: drei, nicht zwei – Hochhäuser auf gleiche Weise im freien Fall zusammenfielen. Das nenne ich Magie.

Noch einmal: Zwei Passagier-Jets fliegen in je einen Wolkenkratzer, an jeweils verschiedenen Stellen und unterschiedlichen Winkeln. In Folge stürzen beide Hochhäuser senkrecht im freien Fall in sich zusammen. Etwas, dass es so nach Hochhaus-Katastrophen – Bränden oder Einschlägen, Bombardierungen, Explosionen, was auch immer –  nie jemals zuvor gegeben hatte; und auch danach niemals wieder. Außer acht Stunden später, als ein Gebäude ganz in der Nähe der Twin Towers auf diese Weise kollabierte.

Sie meinen jetzt, das eine Hochhaus (Gebäude 7) hätte eine ganz andere Konstruktion als die beiden Türme des WTC gehabt und es wäre schon sehr erstaunlich, dass auch dieses noch – gleich den Twin Towers – wie bei einer kontrollierten Sprengung in Sekundenbruchteilen, de facto im freien Fall, in sich zusammenfiel? Sie behaupten, dass so etwas schon nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit schwer zu glauben ist?

Ach kommen Sie. Es gibt immer ein erstes und ein letztes Mal – und das war eben nun mal am 11. September 2001. Da sehen Sie mal, wie gerissen der internationale Terrorismus vorgeht, seit er das Subjekt der Bedrohung von den Sowjets übernommen hat. Die hebeln sogar die Physik aus – so ein Dreckspack aber auch.

Gegen diesen Angriff von saudischen Hijackern musste sich die freie NATO-Welt selbstverständlich verteidigen dürfen. Sie wissen ja, dass die Saudis in Afghanistan wohnen. Ja, ja, deshalb heißt das Land auch so. Und weil Afghanistan für seine saudischen Bewohner verantwortlich ist, hatte es auch die Folgen seines aggressiven Verhaltens zu tragen.

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Normalerweise schließen für den Fall der Auslieferung von fremden Staatsbürgern Staaten miteinander Rechtshilfeabkommen ab. Für die westliche Wertegemeinschaft und ihren Dorfpolizisten USA gelten allerdings Sonderrechte, dort tritt der NATO-Bündnisfall ein. Nach dem wertewestlichen Völkerrecht ist nämlich jeder Staat verpflichtet, Bürger an die Vereinigten Staaten von Amerika auszuliefern, wenn die das „wünschen“.

Ach, nun werfen Sie ein, dass die Taliban – die übrigens keine Saudis sind – in Afghanistan offen sagten, nichts damit zu tun zu haben?

Ja schon, aber erstens haben die Frauen unterdrückt (und auch den Drogenanbau, diese Ganoven) und außerdem haben die ja den Oberbösen, den Bin Laden eben nicht rausgerückt. Bin Laden war der Oberböse zwischen Milosevic und Hussein. Es gibt komischerweise immer einen Bösen, der uns bedroht; irgendwie hört das nie auf, auch sehr erstaunlich.

Wiederholen wir, dass es sonnenklar wird: Wenn ein Land auf seine Souveränität pocht und selbst die Entscheidung trifft, ob es einen im Land weilenden saudischen Bauunternehmer rausrückt, dann ist damit eindeutig der NATO-Bündnisfall gegeben. Er ist sogar dann gegeben, wenn der Aufenthaltsort des Gesuchten nicht ermittelbar ist.

Verstehen Sie? Saudi-Arabien, die mit ihrer extremen Ideologie und ihren Öl-Dollars seit Jahrzehnten Dutzende von Staaten destabilisierten, die sind kein Aggressor. Die sind Bündnispartner und verkloppen ganz doll alle Terroristen, die ihnen zwischen die Finger kommen; tolle Jungs. In Saudi-Arabien leben zudem die Afghanis, wie sie ja nun annehmen dürfen.

Inzwischen ist das befreite Afghanistan praktisch ein NATO-Mitgliedsstaat geworden und die Partner aus dem Wertewesten sorgen für eine friedliche, freiheitliche Entwicklung der Zivilgesellschaft, was sich mittels Betrachtung deren selbstlosen, humanitären Einsatzes, über nun 17 Jahre hinweg, ohne Weiteres nachweisen lässt. Bloß gut, dass es die NATO gibt. Die Erfolgsberichte erfahren Sie doch allenthalben in den Qualitätsmedien, oder etwa nicht?!

Dort gibt es inzwischen Brunnen ohne Ende, wirklich!

Bescheuerte Logik? Werden Sie nicht ausfallend!

Schließlich bezweifeln das alles weder unsere musterdemokratischen Politiker noch unsere Wertewesten-Medien, die absolut unabhängig und vorurteilsfrei jeder Sauerei mit großem Mut hinterherstiefeln, um Sie und mich aufzuklären und zum freien, reflektierenden Denken anzuregen.

Der Bündnisfall greift in Afghanistan bis heute und Saudi-Arabien wird in seinem (für andere) opferreichen Kampf gegen den internationalen Terrorismus von der einzigartigen wertewestlichen Demokratiewelt tatkräftig unterstützt.

Jeder Staat außerhalb unserer Wertewesten-Hemisphäre darf zur Diktatur ausgerufen werden. Einzige Ausnahme ist unsere Festung der Demokratie auf der arabischen Halbinsel: Saudi-Arabien. Das ist keine Diktatur, sondern ein Königreich – da wächst doch gleich Vertrauen.

Gern schütteln deshalb hochrangige deutsche Politiker, die Dollar-verheißenden Hände der wahhabitischen Repräsentanten. Und seien Sie bitte nicht so pingelig, nur weil die hin und wieder mal ein paar Köpfe oder Extremitäten abhacken. Seien Sie beruhigt, die blitzenden Klingen verheißen saubere Schnitte und die meisten Scharia-Brecher werden auch nur ausgepeitscht. Saudi-Arabien ist ein Rechtsstaat und die Delinquenten genossen zuvor ein saudi-rechtsstaatliches Verfahren.

Die Welt ist schon verrückt, nicht wahr? Unsere Hirne aber auch, wenn ich so darüber nachdenke, was man da für einen absurden Müll reinprügeln kann. Wer solche Begründungen für einen Bündnisfall, wie im Falle des Krieges in Afghanistan aber als das benennt, was es ist – nämlich Schwachsinn – wird von der Meinungsführerschaft in die Klappsmühle eingewiesen.

Jetzt grüble ich weiter. Wie war das nochmal mit Verschwörungen? Sie verheimlichen den wahren Inhalt und diffamieren, also verleumden ihre Gegner. Gegner sind alle, welche das Gelingen der Verschwörung in Gefahr bringen. Ganz gefährlich sind Jene, welche das feuchte Weißbrot, was in die Köpfe gestopft wird, als Unwahrheit zu bezeichnen erlauben. Deren verschwörungstheoretischen Betrachtungen müssen mit allen Mitteln lächerlich gemacht, verteufelt, aber mindestens verschwiegen werden (a1).

Aber es muss doch ein klitzekleines Beispiel geben, bei dem ein NATO-Staat angegriffen wurde.

nato_is_killing_libyan_civilians_everyday_libyen_kritisches_netzwerk_angriffskriege_imperialismus_destabilisierung_voelkerrecht_menschenrechte_hegemonie_muammar_al-gaddafi.jpg Richtig, Libyen hat ja Frankreich und Großbritannien angegriffen. Muammar al-Gaddafi, dieser fiese Schlächter hat ihn ja geradezu herausgefordert, den Bündnisfall. Erinnern Sie sich noch, wie die libysche Luftwaffe – unter der fadenscheinigen Begründung, die Zivilbevölkerung schützen zu müssen – Frankreich bombardiert hat?

Unerhört, aber was will man schon von so einem Tyrannen anderes erwarten. Ein robustes Mandat und der fleißige Einsatz vieler NATO-Mitglieder half, dem blutrünstigen Machthaber in Tripolis Einhalt zu gebieten. Man gab alles.

Dänemark hatte zum Schluss keine Bomben mehr zum schmeißen – sie hatten sich, im wahrsten Sinne des Wortes, völlig verausgabt. Das kleine Dänemark hatte schon im Kosovo-Krieg 1999 fleißig mitgebombt, interessantes Völkchen, da im Norden [5].

Munter bombardierte auch die neue Schweiz des Nahen Ostens, Katar, mit bei der „Befreiung der Libyer“ – Befreiung sicherlich mit massiven Todesfolgen, aber immerhin Befreiung [6]. Jenes Katar, was von jeher eine diplomatische Vertretung der Taliban sein eigen nennt, wegen denen wiederum Afghanistan befreit werden musste. Alles ganz logisch, klar doch.

Ach, Sie meinen, das mit Libyen war alles eine einzige Lüge und dessen Despot hat nicht einmal seine Bevölkerung bombardiert?

Jetzt hören Sie doch auf, die Zeitungen waren voll davon, dass er es gemacht haben soll. Also hätte es ja vielleicht auch wahr sein können, oder? Präventive Verteidigung, verstehen Sie? Die Gegner sind zu gerissen, da dürfen wir uns nicht unentschlossen zeigen.

tom_burgis_der_fluch_des_reichtums_warlords_konzerne_schmuggler_pluenderung_afrikas_michael_schiffmann_kritisches_netzwerk_afrika_kapitalismus_freibeuter_korruption_rohstoffvorkommen.jpg Vielleicht kennen Sie ja auch die somalischen Terroristen, gegen die wir den Bündnisfall leider, leider auch ausrufen mussten. Diese gelernten Fischer haben nicht begriffen, dass wir die Ressourcen ihres Landes nach Lust und Laune rauben dürfen, was aber im Gegenzug für den zunehmend glücklosen Wassermann und schlussfolgernd zur Profession des Seewegezolls wechselnden Piraten keinesfalls legitim ist.

Freihandel, das haben diese ungebildeten Eingeborenen einfach noch nicht begriffen, läuft immer nur in einer Richtung frei – und die definieren wir. Also ist der Nordatlantikpakt inzwischen gezwungen, den Bündnisfall an den Gestaden Ostafrikas und in Sichtweite des vom Partner Saudi-Arabien humanitär befriedeten Jemens mit Leben zu erfüllen.

Aber auch im Mittelmeer ist es erste NATO-Pflicht, gegen den Terrorismus – in diesem Fall eben einfach nur Terrorismus – Flagge zu zeigen. Nun, man kann ihn nicht fassen, sehen, orten aber als Schreckgespenst lebendig halten und dabei gleich ein wenig Präsenz zeigen und Bündnistreue realisieren – das geht schon [7].

Wir mussten leider das Mittelmeer besetzen, denn unsere bärtigen Oppositionellen, Rebellen und Aufständischen in Libyen und Syrien bedürfen unserer Unterstützung. Sie haben – angesichts ihrer prekären Lage in Syrien – wohl bei der NATO deren Bündnisverpflichtungen angemahnt und dafür hat der Pakt ein offenes Öhrchen [8].

Wenn dann irgendwann jedes Nachbarland Russlands in das NATO-„Verteidigungsbündnis“ aufgenommen wurde, lässt sich auch jeder klein und hässlich provozierte Grenzkonflikt zum Bündnisfall gegen die aggressiven Russen deklarieren. Da glänzen schon heute die Augen der Kriegsbewegten …

Selbstverständlich ist die NATO ein Verteidigungsbündnis. Deren Bündnisfall tritt immer dann ein, wenn die Interessen eines ihrer stillen Teilhaber verletzt sind, zum Beispiel die hier:

Raytheon,

oder Northrop Grumman,

oder General Atomics,

oder Lockheed Martin,

oder Thales,

oder Leonardo S.p.A.,

und IBM und SNC

Als die schwülstig mit »Joint Air Power Competence Center« (JAPCC) auftretende NATO-Denkfabrik ihr diesjähriges Arbeitstreffen im deutschen Essen durchführte, genoss sie die freundliche Unterstützung von (b1):

Wenn es um die Erarbeitung neuer Konzepte gegen die nicht enden wollenden Bedrohungen der NATO-Mitgliedsstaaten ging, standen prominente Rüstungskonzerne schon immer gern mit Rat und Tat zur Seite – wie selbstlos aber auch! Das Millionenheer der opportunistischen Mitmacher in Industrie, Politik, Handel und Transport kann sich natürlich schön hinter den Institutionen des Todes verstecken. Hilft aber am Ende auch nicht, denn die Mitläufer laufen auch in den Krieg.

nato_fck_fuck_north_atlantic_treaty_terror_organization_war_alliance_crime_crimes_criminals_kriegsverbrecher_kritisches_netzwerk_sipri_kriegstreiber_rheinmetall_ruestungswahn.jpg Ach ja, und so lange das die Bevölkerung nicht umtreibt, wird es auch so bleiben.

Bleiben Sie bitte schön aufmerksam.

Peter Frey / Peds Ansichten

Anmerkung

(a1) „Verschwörungstheoretisch“ ist in diesem Kontext weder als Kampfbegriff noch ironisch zu verstehen, sondern als Teil der theoretischen Betrachtung grundsätzlicher Merkmale von Verschwörungen.

(b1) 15.10.2018; Bildschirmausschnitt, NATO-Konferenz in Essen vom 9. bis 11.10.2018; Sponsoren; Quelle: https://www.japcc.org/conference-thesis/

Peter Frey, Jahrgang 1960, ist seit 1965 Dresdner, gelernter Autoschlosser, war LKW-Fahrer, Taxifahrer, selbständig in der IT-Beratung. Nach der Insolvenz war er Sozialhilfeempfänger, Hartz-IV-Empfänger, und studierte schließlich ab 2004 Informationstechnik und ist seit Jahren in Dresden in der Friedensbewegung aktiv. Er will Menschen aufwecken und so zu aktivem, selbst bestimmten, dem kleinen wie dem großen Frieden gewidmeten Handeln bewegen. Seit einigen Jahren ist er hauptberuflich als Administrator tätig und betreibt nebenher den Blog Peds Ansichten. >> bitte weiterlesen.



► Quelle: Dieser Artikel wurde am 21. Oktober 2018 veröffentlicht auf peds-ansichten.de/ >> Artikel.

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1.  Skulls: Todesfälle bei der Bundeswehr in Ausübung ihrer Dienstpflichten [sic!]. Grafik: thommas68 - Iván Tamás, Budapest/Magyarország. Quelle: Pixabay. Alle bereitgestellten Bilder und Videos auf Pixabay sind gemeinfrei (Public Domain) entsprechend der Verzichtserklärung Creative Commons CC0. Das Bild unterliegt damit keinem Kopierrecht und kann - verändert oder unverändert - kostenlos für kommerzielle und nicht kommerzielle Anwendungen in digitaler oder gedruckter Form ohne Bildnachweis oder Quellenangabe verwendet werden. >> Bild.

2. AIR STRIKES - LUFTANGRIFFE: Die NATO hat bereits mehrere Angriffskriege geführt (Jugoslawien, Afghanistan, Libyen, Syrien). Angriffskriege sind nicht nur Verletzungen des allgemeinen Völkerrechts und der UN-Charta, (siehe auch Volltext der Charta) sondern auch eigenständige kriminelle Straftatbestände gemäß internationalem Strafrecht. Angriffskrieg ist neben Völkermord das schlimmste Verbrechen gegen die Menschlichkeit. In dieser Hinsicht soll NATO als eine "kriminelle Vereinigung" bezeichnet werden. Reale Friedenspolitik, gemeinsam handeln - Raus aus der NATO!

3. Rudolf Albert Scharping (* 2. Dezember 1947 in Niederelbert, Westerwald) ist ein deutscher Politiker (SPD) und Sportfunktionär. Der Verleumder Scharping – der sich als „Guter“ natürlich nicht als „Lump und Verbrecher“ sieht, allerdings als ein solcher handelte – hat sich für den Krieg damals niemals verantworten müssen, wie auch nicht Gerhard Schröder (SPD), Joschka Fischer (Grüne) und viele andere deutsche PolitikerInnen. Seit 2005 ist er Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer. Foto: Wiki-User Nicola. Quelle: Wikimedia Commons. Diese Datei ist lizenziert unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international“.

4. Truth movement Graffito "WHO DID IT?" Seen in Ljubljana. Foto: Mark Ahsmann. Quelle: Wikimdia Commons. Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“ lizenziert.

terrorismus_kapitalismus_terrorism_capitalism_saudi_arabia_katar_kuwait_waffenexporte_ruestungsindustrie_fluchtursachen_geopolitik_geostrategie_imperialismus_nato_refugees_islamic_state.jpg5. TRUTH - NO COVER UP! Grafik: kcw1913. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung-Keine Bearbeitung 2.0 Generic (CC BY-ND 2.0).

6. Osama Fu*ked. Finally! Dreimal tot hält besser. Bin Laden war der Oberböse zwischen Milosevic und Hussein. Es gibt komischerweise immer einen Bösen, der uns bedroht; irgendwie hört das nie auf, auch sehr erstaunlich. Foto: tharealMrGreen. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung-Keine Bearbeitung 2.0 Generic (CC BY-ND 2.0).

7. LASER GUIDED DEMOCRACY. Grafik: Ludovic Bertron, graphic designer from Laval, France. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung 2.0 Generic (CC BY 2.0).

8. Schild: "NATO is Killing Libyan Civilians Everyday". Foto: FaceMePLS. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung 2.0 Generic (CC BY 2.0).

9. Buchcover: "Der Fluch des Reichtums - Warlords, Konzerne, Schmuggler und die Plünderung Afrikas." von Tom Burgis; übersetzt von Michael Schiffmann; WESTEND Verlag, Frankfurt -  www.westendverlag.de; Hardcover mit 352 Seiten; ISBN 978-3-86489-148-9; Preis 24,00 €. Auch als EPUB für 17,99 € erhältlich.

In mancher Hinsicht ist Afrika der wohl reichste Kontinent der Welt: Ein Drittel der weltweiten Rohstoffvorkommen liegt hier unter der Erdoberfläche. Für die Mehrheit der Bevölkerung bedeutet dieser Reichtum allerdings weit mehr Fluch als Segen. Ein kriminelles Netzwerk aus zwielichtigen Händlern, internationalen Großkonzernen und kapitalistischen Freibeutern hat sich den Zugang zu den Ressourcen gesichert und greift die Gewinne systematisch ab. Die direkten Folgen sind ausufernde Korruption, Gewalt und Unterdrückung. Auslandsreporter Tom Burgis wirft ein vollkommen neues Licht auf die Schattenseiten unseres globalen Wirtschaftssystems und beschreibt die rücksichtslose Plünderung eines ganzen Kontinents. (Verlagstext).

10. Bildschirmausschnitt, 15.10.2018; NATO-Konferenz in Essen vom 9. bis 11.10.2018; Sponsoren; Quelle: https://www.japcc.org/conference-thesis/

11. FCK NATO. Kilez More FCK NATO Shirt. Die NATO ist ein christliches offensives Militär- und Angriffsbündnis. Osterweiterung, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gehören zum Repertoire. Grafik: Kilez More. Das FCK NATO Shirt gibt´s hier. Kilez More (bürgerlich Kevin Mohr; * 19. März 1988 in Wien) im Interview. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung 2.0 Generic (CC BY 2.0).

12.  Die NATO ist ein christliches, offensiv-aggressives und menschenrechtsverachtendes Militär- und Angriffsbündnis. Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Destabilisierung, Diffamierung, Osterweiterung und Verletzung der Souveränität ausgesuchter Staaten zwecks Regime-Change gehören zum blutigen Repertoire. Die meisten Mitgliedsstaaten sind selbst Kriegstreiber, Schurkenstaaten oder zumindest willfährige Unterstützer.

The NATO is a christian, offensive-aggressive and inhuman military and offensive alliance. War crimes, crimes against humanity, destabilization, defamation, eastward expansion and violation of the sovereignty of selected states for the purpose of regime change belong to its bloody repertoire. Most NATO member states are themselves warmongers, rogue states or at least compliant supporters.

Textidee: Helmut Schnug. Grafik: Wilfried Kahrs (WiKa). Bei Verwendung dieser Grafik ist die Namensnennung und Verlinkung auf Kritisches-Netzwerk.de erbeten.

13. Antimilitaristin mit 2 Schildern. "DU SOLLST NICHT TÖTEN" Foto: © Günther Gerstenberg, IMGA0295. Vermittlung des Fotos durch WOB.

14. STOP THE MONEY! IT´S ABOUT POWER, NOT RELIGION. END TERRORISM! The best way to stop IS and other terrorists is to cut their money supply which allows them to continue. And, as Charles P. Pierce states in Esquire, let our governments focus on where the money is coming from to fund these terrorists: the Gulf States. Pressure Saudi Arabia, Qatar, and Kuwait to stop the funding of IS.

And, yes, American dollars are supporting these governments with arms and other military support. But to what end? Does the West have the "cajones" to do this? We are no longer beholden to them for oil. It's time to stop the flow of cash to terrorists! Plakat-Foto: outtacontext - Jeff Gates. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 2.0 Generic (CC BY-NC-ND 2.0).   

15. Zitat von Noam Chomsky: "Everyone´s worried about stopping terrorism. Well, there´s really an easy way: Stop participating in it." Grafik: Flickr-user See Li, London / UK. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung 2.0 Generic (CC BY 2.0).

16. Buchcover "Schattenkriege des Imperiums. Der Krieg gegen den Iran" von Jochen Mitschka. NIBE Verlag, 52477 Alsdorf. ISBN 978-3-947002-03-0. Softcover 284 Seiten. Preis (D) 19,95 EUR. Erscheinungstermin: 29.08.2018.

Nach Afghanistan, dem Irak, Libyen und Syrien steht der Iran in der Reihe der Länder, die durch einen Krieg unterworfen werden sollen, wie General Wesley Clark, der ehemalige NATO-Befehlshaber in Europa, schon 2007 der Welt offen gelegt hatte. „Wir werden mit dem Irak beginnen und dann nehmen wir uns Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, den Sudan und den Iran vor, sieben Länder in fünf Jahren“. Es hatte etwas länger gedauert, aber nun ist der Iran an der Reihe.

Der Autor beschreibt in dem Buch zunächst die geschichtlichen Hintergründe, die dazu führen, dass der Iran alle guten Gründe hat, um den USA und deren Verbündeten zu misstrauen. Er beschreibt dann die verfassungsmäßige Ordnung, stellt Vergleiche mit westlichen Systemen an. Dann untersucht er die immer wieder auftretenden Behauptungen von gefälschten Wahlen, hinterfragt die Ansicht, dass die Führung des Irans radikalfundamentalistisch ist, und geht auch auf die dunkle Seite der Vergangenheit ein, die zahlreiche Opfer gefordert hatte. Die Rolle der Frauen im Iran wird beleuchtet, und geprüft, inwieweit die Behauptung stimmt, der Iran wäre „aggressiv“. Schließlich untersucht der Autor die Anstrengungen und Chancen eines Regime-Changes, wie er ganz offiziell von den USA angestrebt wird. Dabei spielt die Beschreibung der Unruhen von Anfang 2018 und eine danach erfolgte Umfrage in der Bevölkerung durch eine westliche Organisation eine große Rolle.

Auf Grund der durch die USA und Israel sowie Saudi-Arabien immer stärker forcierten Eskalation, die Mitte 2018 zu einem unbeschränkten Wirtschaftskrieg der USA gegen das Land führte, droht nun nach dem Stellvertreterkrieg, den der Irak gegen den revolutionären Iran mit Hilfe der USA führte, ein erneuter heißer Krieg gegen den Iran. Die Szenarien dazu werden beschrieben, darunter auch ein amerikanischen Manöverergebnis, das von einer Eskalation des Krieges bis zu einem Atomkrieg ausgeht. (Klappentext)