Kleidung eines Arztes in Seuchenzeiten

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Kleidung eines Arztes in Seuchenzeiten
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Kleidung eines Arztes in Seuchenzeiten

Die Weltkarriere einer Perchtenfigur

von Dr. med. Gerd und Dr. phil. Renate Reuther | tkp.at – Der Blog für Science & Politik

Pestarzt_Pestdoktor_Doktor_Schnabel_Schnabeldoktor_Pestanzug_Pestarztmaske_plague_doctor_Spechtmaske_Vogelgestalt_Vogelmensch_Kritisches-NetzwerkVorbemerkung von Helmut Schnug: die von mir in den Artikel eingearbeiteten Bilder und Illustrationen entsprechen NICHT exakt den jeweiligen Textstellen, sondern dienen zur visuellen Veranschaulichung!

tkp: Ein Kostüm mit Vogelschnabelmaske und gewachstem Mantel ist wohl das häufigste Motiv der Medizingeschichte. Selbst in Kreisen der Fachhistoriker gilt der bedrohlich wirkende „Schnabeldoktor“ als gesicherte Schutzkleidung von Ärzten in Zeiten der Pest.

Aber warum datiert die früheste Abbildung aus dem Jahr 1661 als Seuchenereignisse im Vergleich zu den vorhergehenden Jahrhunderten stark rückläufig waren und die letzten großen Pestereignisse kurz bevorstanden?

Wieso fehlen bis dahin nicht nur Bilder, sondern auch die Erwähnung eines solchen Outfits in Dokumenten über die Pest?

Wieso hätten sich Ärzte überhaupt einen derartigen Mummenschanz zugemutet, wenn sie mehrheitlich eine Krankheitsübertragung von Mensch zu Mensch damals gar nicht für möglich hielten?

Das erstmalige Auftauchen einer derartigen Zeichnung in der 1661 erschienenen Sammlung anatomischer und medizinischer Merkwürdigkeiten des dänischen Arztes Thomas Bartholin (* 20. Oktober 1616 in Kopenhagen; † 4. Dezember 1680 ebenda) lässt erkennen, dass die Bekleidung als Kuriosität wahrgenommen wurde. Bartholin kannte sie nicht aus eigener Anschauung, sondern lediglich von einer Abbildung, die er aus Rom zugesandt bekam. Die Zuordnung als „Kleidung eines Arztes in Seuchenzeiten“ stammt nicht vom Urheber des Blattes in Italien, sondern von ihm. Ein Bezug zu einer Pest von 1656 in Rom ist spekulativ. Dass der Vogelschnabel als Vorsatz für Duftstoffe gedient hätte, um bei Krankenbesuchen beide Hände frei zu behalten, erscheint äußerst fraglich.

Auch die Darstellung eines ähnlichen Kostüms in einer Monographie des Genfer Arztes Jean-Jacques Manget (* 19. Juni 1652 in Genf/Republik Genf; † 15. August 1742 ebenda) von 1721 beruht ebenfalls lediglich auf Literaturstudien und Annahmen des Autors, nicht aber auf dessen persönlicher Erfahrung. Manget war sicher für jede angsteinflößende Vorspiegelung anfällig, da er sich in seiner Schrift über die Pest als Abriegelungsfanatiker erweist, der jeden Lockdown-Brecher am Galgen sehen wollte.

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Der von Charles de L’Orme (* 1584 in Moulins; † 24 Juni 1678 ebenda), „Erster Arzt“ am Hofe Ludwigs XIII., zur Reinigung der Atemluft konstruierte Nasenvorsatz soll jedenfalls anders ausgesehen haben. Für den alleinigen Schutz vor üblen Gerüchen am Krankenbett hätte es eine kleinere Pappnase getan und diese wäre dann auch nicht auf Seuchenzeiten beschränkt geblieben.

In medizinischen Traktaten der Renaissance wird jedenfalls keine spezielle Vermummung für Pestärzte erwähnt. Nirgends gehen Empfehlungen über eng anliegende Kleidung mit möglichst dichten und Flüssigkeiten abweisenden Stoffen hinaus. Ärztliche Schutzkleidung kam erst mit der Akzeptanz bakteriologischer Erkenntnisse im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts auf. Handschuhe und Gesichtsmasken für Operateure waren selbst um 1900 noch nicht überall obligat.

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Die gesamte Verkleidung des „Pestdoktors“ mit fehlenden Atemlöchern, einem zu großen Abstand zwischen den seitlich am Kopf befindlichen Glasaugen und Vogelschnabel erscheint praxisuntauglich. In medizinhistorischen Museen in Ingolstadt und Berlin verwahrte Exemplare sind weder klar datierbar, noch weisen sie Gebrauchsspuren auf.

Die detaillierte Betrachtung und die Kenntnis naturreligiöser Bräuche legt eine andere Verwendung nahe. Mit krallenförmig ausgezogenen Fingern der Handschuhe, an den Schuhspitzen montierten Vogelfüßen und einer Rute in der Hand spricht alles für das Kostüm eines Vogelmenschen, der jahrhundertelang unter den mythischen Umzugsfiguren in den Rauhnächten seinen festen Platz hatte.[1]

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Die Harlekinsfigur des Papageno in Mozarts Zauberflöte ist die künstlerische Überhöhung dieses Topos. Das Berliner Maskenexemplar stammt aus Österreich, wo das Perchtenlaufen bis heute Tradition hat. Deren „Schnabel“ imponiert eher als Horn und entspricht der typischen Vermischung von Mensch- und Tiereigenschaften dortiger Umzugskostüme als personifizierte Dämonen. Dargestellt werden die Ängste der Menschen. Dazu gehört auch der Tod. Man nahm an, dass die Seelen Verstorbener als Vögel in der dunklen Winterzeit wiederkehren.

Pestarzt_Pestheiler_Schnabeldoktor_Schnabelmaske_Schnabelnasenmaske_creepy_plague_doctor_Pest_Medicus_Spitztuetenhut_Vogelschnabelmaske_Kritisches-NetzwerkVermummte Gestalten ziehen noch immer segnend und strafend mit ihrer Rute durch die Dörfer. Das Schlagen mit der Rute gilt als segenspende Geste, die deshalb als „Gesundschlagen“ bezeichnet wird.

Vielfach belegt sind Umzugsfiguren mit Schnabelmaske wie die Lucia oder die Habergeiß im Alpenraum.[2] In Schnett (Thüringen) liefen sogenannte „Hullefrauen“ bis in die 1960er Jahre mit Schnabelmaske, einem weißen, wadenlangen Mantel und einem Spitztütenhut durch die Straßen.[3] Die Rute der Figuren wurde später als Räucherstab verfremdet oder als Zeichen der Amtsgewalt eines Pestarztes uminterpretiert, um ein ärztliches Werkzeug zu suggerieren.

Die Ähnlichkeit der Gesichtsmaske mit einem Specht ist gewollt, da „Specht“ und „Percht“ nicht nur phonetisch verwandt sind. Der Name „Sperechta“, verballhornt zu „Specht“, ist seit dem 12. Jahrhundert schriftlich belegt. Die Figur trat in Vogelgestalt auf. Speiseopfer sollten sie günstig stimmen. Man nannte dies „den Specht füttern“.[4] Das Füttern von Vögeln in Hausnähe ist nicht nur Nahrungsangebot, sondern das letzte Residuum dieser Vorstellung.

Bei den Ärzte im Schnabelkostüm darstellenden Einblattdrucken, die in den Jahrzehnten um 1700 verbreitet wurden, handelt es sich gemäß ihrer deutschen Bildunterschriften um Karikaturen italienischer und südfranzösischer Ärzte, die als „Todesvögel“ während Seuchenzeiten diffamiert wurden.

Offenbar scheint es so, dass sich deutsche Handelsstädte gegenüber der Gesundheitsverwaltung südeuropäischer Städte abgrenzen wollten. Die Blätter stammten überwiegend aus Druckereien in Nürnberg und Augsburg. Das dortige Fehlen solcher Schnabeldoktoren wurde als Qualitätsausweis für die Pestfreiheit verkauft. Die Botschaft war: wo keine Pest droht, können bedenkenlos Geschäfte gemacht werden.

In das kollektive Gedächtnis des europäischen Pesterlebens wurde der vermeintliche Schnabeldoktor erst ab den 1820er Jahren eingeschrieben. Aus dem Jahr 1826 datiert eine Abbildung, die der Bildlegende zufolge einen „Chirurgien“ der Quarantänestation von Marseille zeigen soll. Die letzte Pest lag dort mittlerweile bereits ein Jahrhundert zurück. Es ist kein Zufall, dass die Wiedererweckung eines angsteinflößenden Pestarztes in etwa zeitgleich mit der Einführung des Begriffs „Schwarzer Tod“ für die Pest geschah. Mit dem Aufbegehren der Menschen in den Polizeistaaten der Metternich-Zeit wurden Seuchen als Bevölkerungskontrolle gebraucht.

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Der „Schnabeldoktor“ ist eine Fehlinterpretation kultischer naturreligiöser Umzugsfiguren. In der Medizingeschichte hat diese Maskerade nichts verloren. Sein Platz ist in Volkskunde- oder Fasnachtsmuseen. Jetzt zu den Rauhnächten oder in der alemannischen Fasnacht wird das Kostüm wieder irgendwo mitlaufen…

Dr. med. Gerd und Dr. phil. Renate Reuther
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Univ.-Doz.(Wien) Dr. med. Gerd Reuther ist Facharzt für Radiologie, Medizinaufklärer und Medizinhistoriker. 2005 erhielt er für seine Leistungen den Eugenie-und-Felix-Wachsmann-Preis der Deutschen Röntgengesellschaft. Er veröffentlichte rund 100 Beiträge in nationalen und internationalen Fachzeitschriften und -büchern sowie fünf eigene Bücher, die sich kritisch mit der Medizin in Geschichte und Gegenwart auseinandersetzen.

Er benannte von Anfang an „Covid-19“ als das, was es war: ein großer Bluff. In inzwischen sechs Büchern setzt er sich kritisch mit der Medizin in Geschichte und Gegenwart auseinander. Ganz aktuell erschien „Hauptsache krank. Ein Blick auf die Medizin in Europa?“ im Engelsdorfer Verlag; Leipzig 2023. Taschenbuch, 163 Seiten, ISBN 978-3-96940-699-1. Preis: 13,20€. >> Leseprobe. (PDF).

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Produktbeschreibung: Könnte es Kalkül sein, dass bis heute die wenigsten Behandlungen heilen? Schließlich ist im westlichen medizinischen System Krankheit ein besseres Geschäft als Gesundheit. Behandlungen bekämpfen seit jeher die Selbstheilung. Die Vorgänge bei Covid-19 waren kein Betriebsunfall, sondern folgen einer langen Tradition. Keinesfalls zu schaden, gehört nicht zur DNA akademischer Ärzte.

Unter dem Deckmantel internationaler Gesundheitsvorschriften droht jetzt angesichts vermeintlicher pandemischer Gesundheitsgefahren eine Enteignung unserer Gesundheit. 2023 erschütterte er die Seuchennarrative mit „Hauptsache PanikEin neuer Blick auf Pandemien in Europa“. Erschienen im  Engelsdorfer Verlag; Leipzig 2023. Taschenbuch, 152 Seiten, ISBN 978-3-96940-485-0. Preis: 14,80€. >> Leseprobe. (PDF).

»Der betrogene Patient - Ein Arzt deckt auf, warum Ihr Leben in Gefahr ist, wenn Sie sich medizinisch behandeln lassen.«, Verlag: riva Verlag, 3. überarbeitete und aktualisierte Ausgabe, 414 Seiten, Erscheinungstermin: 19. Juni 2019, ISBN-13: 978-3-7423-1034-7, Preis 19,99€. Auch als eBook (ePUB) erhältlich, ISBN: 978-3-7453-0783-2 für 15,99€. Hörbuch-Version ISBN: 978-3-7453-0103-8 für 15,99€. - Eine ausführliche Buchvorstellung mit Inhaltsverzeichnis etc. von Herbert Ludwig kann man hier nachlesen.

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Dr. phil. Renate Reuther ist Historikerin und Anglistin. Sie verfasst zahlreiche Bücher und Artikel zur Kulturgeschichte. Zuletzt erschien: „Feste feiern – dann aber richtig!“ im Engelsdorfer Verlag Leipzig. Taschenbuch, 138 Seiten, ISBN 978-3-96940-655-7. Preis 10,00€. >> Leseprobe (PDF).

Referenzen/Fussnoten:

Renate Reuther: „Enthüllungen über Holle, Percht und Christkind. Eine kleine Kulturgeschichte des Weihnachtsfestes.“ Engelsdorfer Verlag; Leipzig 2017. Paperback/Softcover, 260 Seiten, ISBN 978-3-96940-680-9. Preis 14,80€. >> Leseprobe (PDF).

[1] S. 66; - [2] S. 130; - [3] S. 49; - [4] S. 66.

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► Dr. Gerd Reuther: Hauptsache Panik! (Dauer 21:29 Min.)

Der bekannte Medizin-Historiker, Röntgenarzt und Buchautor Dr. med. Gerd Reuther am Tag 1 des zweitägigen 2. Corona-Symposium der AfD-Fraktion des Deutschen Bundestages vom 11.-12.11.2023 mit einer gewohnten tiefgründigen Klartext-Analyse:

"Es gab zu keiner Zeit irgendwo ein Massensterben durch Seuchen"
“Die Spanische Grippe war die erste weltweite Seuchenerfindung, die man losgetreten hat!”
“Pandemien kommen, wenn sie gebraucht werden. Pandemien hören auf, wenn sie nicht mehr geglaubt werden.”


► Quelle: Dieser Beitrag von Dr. med. Gerd und Dr. phil. Renate Reuther wurde am 02. Januar 2024 veröffentlicht auf TKP.at >> Artikel. Eigentümer und Herausgeber ist Dr. Peter F. Mayer, 1215 Wien/A. (E-Mail: home@tkp.at). Das Urheberrecht der Inhalte von tkp.at liegt, wenn nicht anders gekennzeichnet, bei den jeweiligen Autoren, die auch für den Inhalt verantwortlich sind. Die Autoren dieses Artikels, Dr. med. Gerd und Dr. phil. Renate Reuther, erteilten Helmut Schnug in einer Email die Genehmigung zur Übernahme. Herzlichen Dank Dr. med. Gerd und Dr. phil. Renate Reuther. ♥

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ACHTUNG: Die Bilder, Grafiken, Illustrationen und Karikaturen sind nicht Bestandteil der Originalveröffentlichung und wurden von KN-ADMIN Helmut Schnug eingefügt. Die in den Artikel eingearbeiteten Bilder/Illustrationen entsprechen NICHT exakt den jeweiligen Textstellen! Für sie gelten folgende Kriterien oder Lizenzen, siehe weiter unten. Grünfärbung von Zitaten im Artikel und einige zusätzliche Verlinkungen wurden ebenfalls von H.S. als Anreicherung gesetzt, ebenso die Komposition der Haupt- und Unterüberschrift(en) geändert.

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► Bild- und Grafikquellen:

1. Kupferstich von Doktor Schnabel [d.h. Dr. Beak], einem Pestarzt im Rom des siebzehnten Jahrhunderts, mit einem satirischen makaronischen Gedicht ('Vos Creditis, als eine Fabel, / quod scribitur vom Doctor Schnabel') in achtsilbigen Reimpaaren. Urheber: I. Columbina, ad vivum delineavit. Paulus Fürst Excud〈i〉t. I. Columbina ist - soweit bekannt - nicht identifiziert worden. Paul Fürst (1608-1666) war der Verleger und vielleicht auch der Kupferstecher. Wer das Bild koloriert hat und wann, ist anscheinend nicht bekannt, aber es muss natürlich nach der Erstellung der ursprünglichen Schwarz-Weiß-Fassung geschehen sein. Quelle: Flickr. Dieses Werk ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

2. Wandzeichnung von Pestärzten mit Schnabelnasen in Vogelgestalt. Foto: csamhaber / Chris S, Linz/Austria (user_id:2385181). Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Auch eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Foto.

3. Der Pestarzt (Seuchenkalle Karl Lauterbach??) auf dem Weg zur Arbeit. Foto: Rhonda Lee Johnson, Kenosha, United States. Quelle: Flickr. Die Datei ist mit der CC-Lizenz Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 2.0 Generic (CC BY-NC-ND 2.0 Deed) lizenziert.

4. Darstellung eines Pestdoktors mit riesigem Hut: In medizinischen Traktaten der Renaissance wird jedenfalls keine spezielle Vermummung für Pestärzte erwähnt. Nirgends gehen Empfehlungen über eng anliegende Kleidung mit möglichst dichten und Flüssigkeiten abweisenden Stoffen hinaus. Ärztliche Schutzkleidung kam erst mit der Akzeptanz bakteriologischer Erkenntnisse im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts auf. Handschuhe und Gesichtsmasken für Operateure waren selbst um 1900 noch nicht überall obligat. Die gesamte Verkleidung des „Pestdoktors“ mit fehlenden Atemlöchern, einem zu großen Abstand zwischen den seitlich am Kopf befindlichen Glasaugen und Vogelschnabel erscheint praxisuntauglich.

Illustration: CharmianGaffneyArt / Charmian Gaffney, United Kingdom (user_id:12529605). Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Auch eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Illustration.

5. Ein gruseliger Pestarzt wandert nachts durch ein mittelalterliches Dorf, die Schnabelmaske glitzert im Mondlicht, unheilvoll zwischen den vernagelten Häusern - A creepy plague doctor wanders through a medieval village at night, beaked mask glinting in the moonlight, ominous among boarded-up houses.

Illustration: Unreal, San Francisco, CA, USA. Quelle: pixexid.com. Diese Illustration ist unter der CC-Lizenz Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0 Deed) lizenziert. Über pixexid: Suchen, erforschen und genießen Sie kostenlose AI-Kunstbilder und kreative Anregungen: Tauchen Sie ein in eine Welt einzigartig gestalteter KI-generierter Bilder, Hintergrundbilder und Hintergründe, die jeweils mit einer eigenen kreativen Aufforderung verbunden sind und die Kluft zwischen Konzept und fertiger Kunst überbrücken. >> https://pixexid.com/ .

6. Die Uniform der Mediziner während der Großen Pest um 1600. Das seltsame Aussehen ist auf den Irrglauben zurückzuführen, dass die Pest durch "verdorbene Luft" verursacht wurde. Um dem entgegenzuwirken, wurde der "Schnabel" der Maske mit Kräutern und Gewürzen gefüllt, die die Luft wie eine frühe Gasmaske "filtern" sollten. Dies erschwerte jedoch die Kommunikation, so dass der Pestarzt mit einem "Stab" oder einer Stange Anweisungen erteilte. Er verschrieb auch oft seltsame Medikamente, wie Spinnen und Kröten (deren Haut Luft und Wasser absorbiert) und sogar ein Urinbad.

In Wirklichkeit wird die Beulenpest durch Flohbisse verursacht, die sich von den vielen Ratten in den Städten dieser Zeit ernähren. Ironischerweise waren die Pestärzte zwar durch ihre Uniformen geschützt, aber nicht aus den Gründen, die sie dachten. Zur Maske gehörten ein dicker Ledermantel und Handschuhe, die den Träger bis zu einem gewissen Grad vor Flohbissen schützten.

Foto: Rhonda Lee Johnson, Kenosha, United States. Quelle: Flickr. Die Datei ist mit der CC-Lizenz Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 2.0 Generic (CC BY-NC-ND 2.0 Deed) lizenziert.

7.- 9. Buchcover.

10. Finstere Gestalt mit Foto: Maddin_1983 / Martin Bauschke, Grevenbroich. (user_id:15977351). Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Auch eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Foto.

11. Pestmaske, auch Schnabelmaske genannt (engl. beak shaped nose). Schnabelmasken sind zum Merkmal des Pestdoktors geworden. Das die weltweit vertriebenen FPP2-Masken nichts taugen und bei zahlreichen Tests durchfallen, ist offensichtlich bei der tumben (oder sonst wie blöde) Masse noch immer nicht angekommen. Foto: Gittev / Brigitte Vanlerberghe, Izegem/België. Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Auch eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Foto. Der Bildausschnitt wurde durch H.S. verändert.

12. Moderne Pestmaske, auch Schnabelmaske genannt, kommen bei Veranstaltungen wieder in Mode. Foto: © marctollas / Marc Tollas, Berlin >> www.fotomodelle-berlin.info. Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Auch eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Foto.