NDS-Interview mit Michael Lüders zur Geostrategie

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NDS-Interview mit Michael Lüders zur Geostrategie
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Michael Lüders zur Geostrategie:

Einem moralischen Diskurs wird alles Weitere untergeordnet

Marcus Klöckner / NDS im Interview mit Michael Lüders

Wir haben es mit einer Feindbildbetrachtung zu tun, die „politisch verstärkt“ wird. Das sagt der Nahost-Experte Michael Lüders im NachDenkSeiten-Interview zum Krieg in Syrien. Menschen tendierten generell dazu, die Welt in “Gut” und “Böse” zu unterteilen, aber sowohl Politik als auch Medien reduzierten den Konflikt ebenfalls auf ein einfaches Feindbildschema. Eigene machtpolitische Interessen, die auch in der westlichen Politik zu finden seien, würden einer moralischen Erzählung untergeordnet, nach der alles, was der Westen tue, sich lediglich an hohen moralischen Maßstäben orientiere.

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Der Bestseller-Autor verweist auf einen Vorfall, der im Januar bekannt wurde, wonach der Nationale Sicherheitsberater der USA einen Angriff unter falscher Flagge auf die US-Botschaft in Bagdad vorschlug, um so einen Vorwand für einen Krieg gegen den Iran zu schaffen – ein Vorschlag, dem die Militärs aber nicht folgten.

Marcus Klöckner: Herr Lüders, gleich zu Beginn Ihres Buches haben Sie ein Zitat von Willy Brandt angeführt:Frieden ist nicht alles. Aber ohne Frieden ist alles nichts.” Diese Einsicht Willy Brandts gerät in der heutigen Politik zunehmend in Vergessenheit. Was führt Sie zu dieser Beobachtung?

Michael-Lueders-Armageddon-im-Orient-Saudi-Connection-Iran-ins-Visier-Kritisches-Netzwerk-Teheran-Schurkenstaat-Hegemonie-Vorherrschaft-Syrien-Riad-Tel-Aviv-Teheran-JemenMichael Lüders: Mein Eindruck ist, dass vor allem die Supermächte nicht mehr auf Augenhöhe miteinander reden, sondern jede Partei versucht, der jeweils anderen den eigenen Willen aufzuzwingen.

Marcus Klöckner: Haben Sie ein Beispiel?

Michael Lüders: Da gibt es viele. Wir können das gerade sehr schön beobachten bei den Verhandlungen zwischen den USA und China um Importzölle. Oder denken Sie an die internationalen Konflikte.

Marcus Klöckner: Sie sprechen von Syrien?

Michael Lüders: Im Syrienkonflikt, der im Wesentlichen ein Stellvertreterkrieg ist…

Marcus Klöckner: …zwischen wem?

Michael Lüders: Den USA und Russland. In diesem Konflikt geht es längst nicht mehr darum, Interessen zu benennen und einen Interessensausgleich zwischen den Parteien herbeizuführen, sondern die Supermächte versuchen, ihren eigenen Willen der anderen Seite aufzuzwingen. Und das ist gefährlich, weil es an der Bereitschaft fehlt, sich auch einmal in die Perspektive des anderen zu versetzen und nach Kompromissen zu suchen. Die Devise ist eher “The winner takes it all”, und nicht so sehr die Suche nach dem Kompromiss.

Marcus Klöckner: Was meinen Sie, woher kommt denn diese Einstellung, diese Grundhaltung? Wir haben über das Zitat von Willy Brandt gesprochen, Stichwort: Ostpolitik. Damals hatte man eine ganz andere Grundhaltung. Politiker haben versucht, sich in ihr Gegenüber hineinzuversetzen und haben an Kompromissen gefeilt. Diese neue Grundhaltung, die jetzt offensichtlich die Weltpolitik dominiert, woher kommt die denn, was sind da die Antriebe? Was ist Ihre Einschätzung?

Michael Lüders: Die Welt hat sich natürlich sehr verändert, verglichen mit der Zeit der Ostpolitik, der Zeit des kalten Krieges. Im Jahr 1989 ist bekanntlich die Berliner Mauer gefallen und danach wurden die USA für lange Zeit die einzige global dominierende Weltmacht. Die USA konnten ihre politischen Vorstellungen nahezu ungestört weltweit durchsetzen. Denn Russland war geschwächt nach dem Zerfall der Sowjetunion. Und China noch nicht so weit, um die Politik des US-Regiments herauszufordern.

Diese internationale Konstellation hat sich insoweit verändert, als in den 2000er Jahren Russland wie auch China immer selbstbewusster angefangen haben, ihre eigenen Interessen wahrzunehmen. Gleichzeitig haben die USA den wirtschaftlichen und politischen Niedergang zu verzeichnen, der ausgelöst wurde sowohl durch die enormen Kosten des Irak-Krieges 2003 wie auch durch die Finanz- und Bankenkrise 2008. Und die USA sind dann, aus der Vogelperspektive betrachtet, eine Weltmacht, die heute eben nicht mehr allein in der Lage ist, ihre Interessen weltweit durchzusetzen, sondern sie muss ihre Interessen abgleichen mit denen Russlands und Chinas.

Marcus Klöckner: Wie beschreiben Sie das Agieren der USA?

Michael Lüders: Anstatt den Kompromiss zu suchen oder nach Verhandlungen zu streben, betreiben die USA eher eine Politik der imperativen, ultimativen Ansage. Sie wollen den anderen Akteuren auf dem politischen Feld sagen, was sie zu tun und zu lassen haben.

Marcus Klöckner: Womit wir wieder bei den Importzöllen wären?

Michael Lüders: Absolut, aber man kann das auch sehen mit Blick auf die Art und Weise, wie man Russland Interventionen in der Ukraine und Syrien vorwirft. Die eigenen militärischen Interventionen, die ja vor allem die USA seit 2001 in verschiedenen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens durchgeführt haben, werden natürlich überhaupt nicht thematisiert, geschweige denn selbstkritisch betrachtet.

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Marcus Klöckner: Russland und China waren bisher aber eher defensiv, oder?

Michael Lüders: Und genau das macht mir Sorgen. Hier liegt eine Gefahr, der sich viele Menschen vielleicht gar nicht so bewusst sind.

Marcus Klöckner: Warum das?

Michael Lüders: Was ist, wenn sich diese Haltung ändert, wenn die Russen, wenn die Chinesen anfangen, mit demselben Selbstbewusstsein, mit derselben fast schon aggressiv anmutenden Selbstbehauptung ihre politischen Interessen durchzusetzen wie die USA? Ich denke daran, dass die Chinesen im Südchinesischen Meer, wo sie ganz klar ihre Duftmarken setzen und nicht akzeptieren, dass andere Mächte ebenfalls dort an Kraft, an Einfluss gewinnen.

Kurzum, die Welt ist unübersichtlicher geworden, weil wir mehrere miteinander rivalisierende Machtzentren haben. Das können Staaten sein, aber auch supranationale wirtschaftliche Akteure, transnationale Unternehmungen, wie zum Beispiel Google oder Amazon, die mehr Umsatz erzielen als das Bruttosozialprodukt so mancher europäischer Mittelmacht beträgt.

Marcus Klöckner: Der Begriff “Machtpolitik” kommt in Ihrem Buch fast ein Dutzend Mal vor. In den Medien scheint mir diese Ebene der Machtpolitik ganz oft ausgeblendet oder zumindest sehr einseitig dargestellt – wenn sie überhaupt thematisiert wird. Wie sehen Sie das: Beleuchten Medien in ihrer Berichterstattung diese Macht-Ebenen nicht intensiv genug?

Laser-guided-democracy-Kritisches-Netzwerk-regime-change-Syrien-Syria-christliche-Werte-Geostrategie-war-crimes-NATO-KriegsverbrechenMichael Lüders: In der Politik wie auch in den Medien gibt es die Neigung, weniger über Interessen und über machtpolitische Konstellationen zu reden als vielmehr zu betonen, dass das eigene Handeln werteorientiert sei, dass insbesondere westliche Politik in erster Linie bestrebt sei, weltweit Demokratie, Freiheit und Menschenrechte durchzusetzen. Es ist also ein moralisch hoch angesetzter Anspruch, ein hoher moralischer Maßstab, den man an sich selbst anlegt. Einem moralischen Diskurs wird eigentlich alles Weitere untergeordnet.

Marcus Klöckner: Was heißt das? Wenn man selbst zu den „Guten“ gehört, muss man nicht über Macht reden?

Michael Lüders: So kann man es sagen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Konflikt in der Ukraine, aber auch in Syrien.

Marcus Klöckner: Sie sprachen bereits von Stellvertreterkriegen.

Michael Lüders: Die Europäische Union ist hier eher in der Rolle des Juniorpartners der USA unterwegs. Im Falle Syriens haben wir eine sehr schlechte Erzählung gehabt mit Blick auf den dortigen Krieg: böse ist das Assad-Regime, böse sind alle, die das Assad-Regime unterstützen, insbesondere Russland und der Iran. Gut hingegen sind diejenigen, die dem Freiheitsbegehren der syrischen Bevölkerung zum Ausdruck verhelfen – das sind die westlichen Staaten, die gewissermaßen der Zivilgesellschaft zum Durchbruch zu verhelfen suchen und bemüht sind, demokratische Verhältnisse dort zu schaffen.

Marcus Klöckner: Das klingt doch gut.

Michael Lüders: Ja, das hört sich sehr edelmütig an, hat aber mit der Realität doch sehr wenig zu tun. Die Kriegsakteure in Syrien wurden und werden sehr stark von außen gelenkt. Die meisten Aufständischen oder „Rebellen“ sind dschihadistischen Gruppen zuzuordnen, allen voran Al-Qaida und dem „Islamischen Staat“, die zunächst vom Irak aus den Krieg nach Syrien hineingetragen haben – mit Wissen, Billigung und aktiver militärischer wie finanzieller Unterstützung des Westens, der Golfstaaten und der Türkei.

Marcus Klöckner: Und der Stellvertreterkrieg …

Michael Lüders: …hat stattgefunden zwischen verschiedenen Staaten, also den USA und Russland, aber auch Israel und Iran, Saudi-Arabien und Iran. Und diese Konstellationen wurden in der Regel von den Medien nicht benannt. Man hat mit Blick auf das Assad-Regime betont, dass es Unterstützung aus Russland und dem Iran erhält, aber dass zum Beispiel die aufständischen Dschihadisten Waffen und Geld aus den genannten Ländern beziehen, das war nur am Rande ein Thema.

Marcus Klöckner: Es geht doch schon in der Sprache los. Man spricht von „Rebellen“, von einer „Opposition“, von einer „freien syrischen Armee“. Hier wird schon Realität geformt, die nicht unbedingt der realen Wirklichkeit entspricht.

Michael Lüders: Wirklichkeit ist natürlich immer ein komplexes Gebilde. Und natürlich neigen Menschen dazu, Komplexitäten vereinfachen zu wollen. Man ist geneigt als Mensch, die Welt in Gut und Böse zu unterteilen oder Konflikte zu personalisieren, um sich Figuren zu schaffen, mit denen man sich entweder identifiziert oder die man grundsätzlich ablehnt. Das ist Teil der menschlichen Natur, aber diese Feindbildbetrachtung wird natürlich zusätzlich politisch verstärkt. Das Problem ist, dass dieses nicht dazu beiträgt, analytische Zusammenhänge herzustellen, sondern eher auf einer emotionalen Ebene das Gefühl zu vermitteln: “Wir stehen auf dieser richtigen Seite der Guten”.

Marcus Klöckner: Welche Gefahren ergeben sich Ihrer Meinung nach aus der Situation, die sich gerade im Nahen Osten darstellt?

iran_geopolitik_geostrategie_nuclear_agreement_atomabkommen_atomdeal_israel_teheran_tehran_benjamin_netanjahu_netanyahu_binyamin_kritisches_netzwerk_cia_mossad_donald_trump.gifMichael Lüders: Wir haben eine ganz klar antiiranische Front in der Weltpolitik: Die USA, Israel und Saudi-Arabien wollen einen Sturz des Regimes im Iran herbeiführen. Die Frage ist: Wie kann man dieses Ziel erreichen? Im Augenblick setzen die Amerikaner darauf, dass man das Regime destabilisieren kann mithilfe von Wirtschaftssanktionen und mithilfe von Aufstandsförderung, indem Anschläge durchgeführt werden vor allem in Gebieten, in denen religiöse Minderheiten stark sind.

So hatten wir unlängst einen Anschlag auf iranische Revolutionsgardisten mit 24 Toten. Das war das Ergebnis einer Infiltration von sunnitischen Extremisten aus Pakistan, die diesen Anschlag im Osten Irans durchgeführt haben. Und die Iraner werfen den USA und insbesondere den Saudis vor, dass sie von Pakistan aus Anschläge vorbereiten. Die Gefahr besteht darin, dass diese Konfrontationspolitik irgendwann einmal dazu führen könnte, dass es zu einer militärischen Auseinandersetzung mit dem Iran kommt.

Der scheidende israelische Generalstabchef Gadi Eizenkot sagte in einem Interview, dass die Israelis in den letzten Jahren tausende Angriffe – wohlgemerkt tausende! – geführt hätten auf iranische Stellung in Syrien. Nun stellen Sie sich einmal vor, die Iraner hätten jedes Mal zurückgeschossen. Dann hätten wir längst ein massives militärisches Engagement, eine Kriegssituation in der Region.

Bislang haben sich die Iraner zurückgehalten, aber die iranische Führung hat klar gesagt: “Wir schießen künftig zurück”.

Marcus Klöckner: Sie sprachen gerade von „Aufstandsförderung“ und von Anschlägen.

Michael Lüders: Ende Januar berichtete das „Wall Street Journal“, dass der nationale Sicherheitsberater John R. Bolton im September vorigen Jahres das Pentagon beauftragt habe, einen Vorwand zu schaffen für einen Angriff auf den Iran. Er schlug vor, einen Granatenbeschuss der US-Botschaft in Bagdad im vorigen September, deren Urheber unbekannt sind, zum Vorwand zu nehmen für einen Angriff auf den Iran.

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Marcus Klöckner: Eine altbekannte Taktik: False flag bzw. ein Angriff unter falscher Flagge.

Michael Lüders: Diese Anschläge wären dem Iran zugeschrieben worden, obwohl die Hintergründe des Beschusses, der keinen Schaden angerichtet hat, unbekannt sind. Doch das Pentagon hat sich diesem Ansinnen verweigert. Die Militärs sind erstaunlicherweise häufig viel rationaler und besser informiert. Und sie wissen, dass ein Krieg mit dem Iran kein Honigschlecken wäre und die gesamte Region in Brand setzten würde, und sie haben also sich dieser Weisung nicht gebeugt.

Marcus Klöckner: Das Fabrizieren von Kriegsgründen scheint zum Standardrepertoire einer, um etwas Neusprech zu gebrauchen, „robusteren Außenpolitik“ zu gehören.

Michael Lüders: So jedenfalls hat es John Bolton versucht und es ist auch bezeichnend, dass ihm dies nicht die Karriere gekostet hat. Nach wie vor ist er in Amt und Würden und hochangesehen. Aber auch wenn der Vorschlag nicht umgesetzt wurde, noch immer betreiben die USA die Politik des Regime Change in Sachen Iran – mit allen Folgen, die sich daraus ergeben.

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Marcus Klöckner: Welche Folgen sind das?

Michael Lüders: Die Wirtschaftssanktionen führen zu einer Verarmung der iranischen Bevölkerung und vor allem zu einer Zerstörung der Mittelschicht, des sozialen Trägers gesellschaftlichen Wandels. Die Schicht, die ohnehin am meisten westlich orientiert ist und einen Wandel weg von der Islamischen Revolution wünscht – ausgerechnet sie wird ins Visier genommen und geschwächt. Das stärkt perspektivisch nicht die Pragmatiker.

Marcus Klöckner: Was müsste von deutscher Seite getan werden? Wie ordnen Sie denn das Verhalten von politischer Seite in Deutschland ein?

Michael Lüders: Berlin, Paris, London sowie die EU wollen das Abkommen beibehalten. Dazu ist es aber erforderlich, dass die Handelsbeziehungen mit dem Iran beibehalten werden – auch gegen die scharfe Kritik der USA. Nun haben sich Deutschland, Frankreich und Großbritannien darauf verständigt, eine Institution einzurichten, mit Sitz in Paris, die den Handel mit dem Iran abwickeln soll. Aber es ist ausdrücklich festgehalten worden, dass es dabei um humanitäre Maßnahmen geht. Es sollen also Produkte aus dem humanitären Bereich, insbesondere Lebensmittel und medizinische Versorgung weiterhin gewährt werden.

Darüber hinaus ist nicht die Rede davon, den Handel mit dem Iran zu intensivieren oder etwa Exportbürgschaften zu geben. Es ist ein Beispiel dafür, dass die Europäer große Schwierigkeiten damit haben, sich von den USA abzugrenzen und selbst dort, wo ureigene Interessen betroffen sind, sie aufgrund der anmaßenden Haltung der USA nicht bereit sind, klar zu sagen: „Das ist die rote Linie, bis hierher und nicht weiter!“ Man passt sich letztlich an und folgt nach wie vor den Regieanweisungen aus Washington.

Marcus Klöckner / NDS im Interview mit Michael Lüders

NachDenkSeiten_Kritisches_Netzwerk_Helmut Schnug_Illerich

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pin_green.gifLesetipp:

Michael-Lueders-Armageddon-im-Orient-Saudi-Connection-Iran-ins-Visier-Kritisches-Netzwerk-Teheran-Schurkenstaat-Hegemonie-Vorherrschaft-Syrien-Riad-Tel-Aviv-Teheran-Jemen»Armageddon im Orient: Wie die Saudi-Connection den Iran ins Visier nimmt.«, von Michael Lüders. Verlag: C.H. Beck oHG, München, 265 Seiten mit 1 Karte, ISBN 978-3-406-72791-7, erschienen am 28. August 2018, Klappenbroschur, 14,95 Euro. Das Buch ist auch verfügbar als eBook, € 11,99

Das Atomabkommen mit dem Iran ist Geschichte: Die Zeichen stehen auf Sturm. Warum aber haben die USA es aufgekündigt, gegen den erklärten Willen der Europäer? Obwohl sich Teheran an alle Verpflichtungen hält? Worum geht es in diesem Konflikt? Um die Eindämmung eines «Schurkenstaats» oder aber die Vorherrschaft in der Region? Gewohnt anschaulich erklärt Michael Lüders die Hintergründe und macht deutlich: Ein Angriff auf den Iran hätte kein westlich orientiertes Regime in Teheran zur Folge, sondern Armageddon im Orient – mit katastrophalen Folgen auch für uns in Europa.

Der Orient kommt nicht zur Ruhe. Während die Kämpfe vor allem in Syrien andauern, nehmen Präsident Trump und seine Verbündeten den Iran ins Visier. Dahinter steht auch ein Machtkampf zwischen Riad, Tel Aviv und Teheran, der in die ganze Region ausstrahlt und sich der gewohnten Einteilung in «Gut» und «Böse» entzieht. Denn Saudi-Arabien führt im Jemen einen brutalen Bombenkrieg mit entsetzlichen Folgen für die Zivilbevölkerung. Michael Lüders beleuchtet die Hintergründe und macht deutlich, warum Washington einseitig Partei ergreift. Ein Blick hinter die Kulissen, der enthüllt, was leider nur allzu selten in der Zeitung steht. (Klappentext)

► Inhalt

Vorwort

1. Treibsand: Unter Gläubigen

Nicht Religion trennt Sunniten und Schiiten, sondern Machtpolitik

2. Saudi-Arabien: Weinende Manner und ihre "Bruder"

Vom Schwerttanz zur Erdöl-Monarchie

3. Israel hofiert Khomeini: Nichts ist, wie es scheint

Über Intrigen in Zeiten, als der Iran noch kein "Schurkenstaat" war

4. Saudi goes America: Waffen gegen Öl

Wie Saudi-Arabien (fast) ein Bundesstaat der USA wurde

5. Im Bann des Bösen: Regimewechsel in Teheran?

Warum ein Friedensangebot Washington empörte

6. Werte, Werte, Werte: Ein Blick hinter die Kulissen

Amerika hat Verständnis für saudische Terroristen,aber nicht für iranische Atome

7. House of Cards: Unterwegs mit Jared Kushner

Trumps Schwiegersohn verwechselt den Nahen Osten mit seiner Luxusimmobilie

8. House of Cards, Staffel zwei: Unterwegs mit Mohammed Bin Salman

Der saudische Kronprinz und wie er die Welt sieht

9. Hungerspiele im Jemen: Das nächste Land wird zerstört

Showtime bei den Vereinten Nationen

10. Damaskus am Pranger: Wer schießt eigentlich auf wen?

Über den Wahnsinn als politische Methode

11. Jesus und der dunkle Prinz: Syrien und das Ende des Atomabkommens

Wie die Regierung Trump zur Jagd auf die Ajatollahs bläst

12. Was tun? Ein Ausblick

Anmerkungen

Karte


► Quelle: Dieser Text erschien als Erstveröffentlichung am 08. März 2019 auf den „NachDenkSeiten – die kritische Website“ >> Artikel. Die Formulierungen der Übernahmebedingung für Artikel der NachDenkSeiten änderte sich 2017 und 2018 mehrfach. Aktuell ist zu lesen:

"Sie können die NachDenkSeiten auch unterstützen, indem Sie unsere Inhalte weiterverbreiten – über ihren E-Mail Verteiler oder ausgedruckt und weitergereicht. Wenn Sie selbst eine Internetseite betreiben, können Sie auch gerne unsere Texte unter Nennung der Quelle übernehmen. Schreiben Sie uns einfach kurz an redaktion(at)nachdenkseiten.de und wir geben Ihnen gemäß unserer Copyrightbestimmungen eine Erlaubnis."

iran-aschhad-meschhed_masched-ali-al-ridha-dom-islamische-republik-imam-reza-schrein-schia-islam-muslims-kritisches-netzwerk-razavi-khorasan-chorasan-province-hassan-rouhan KN-ADMIN Helmut Schnug suchte zur Rechtssicherheit ein Gespräch mit Albrecht Müller, Herausgeber von www.Nachdenkseiten.de und Vorsitzender der Initiative zur Verbesserung der Qualität politischer Meinungsbildung (IQM) e. V. Herr Müller erteilte in einem Telefonat und nochmal via Mail am 06. November 2017 die ausdrückliche Genehmigung. NDS-Artikel sind im KN für nichtkommerzielle Zwecke übernehmbar, wenn die Quelle genannt wird. Herzlichen Dank dafür.

ACHTUNG: Die Bilder und Grafiken sind nicht Bestandteil der Originalveröffentlichung und wurden von KN-ADMIN Helmut Schnug eingefügt. Für sie gelten ggf. folgende Kriterien oder Lizenzen, s.u.. Grünfärbung von Zitaten im Artikel und einige zusätzliche Verlinkungen wurden ebenfalls von H.S. als Anreicherung gesetzt.

Bild- und Grafikquellen:

1.  Michael Lüders (* 1959 in Bremen) ist ein deutscher Politik- und Islamwissenschaftler, der als Publizist sowie Politik- und Wirtschaftsberater tätig ist. Seit 2015 ist Lüders Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft (DAG). Außerdem ist er Beiratsmitglied des Nah- und Mittelost-Vereins (NuMOV) und stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Orient-Stiftung (DOS). Foto: Amrei-Marie, München. Quelle: Wikimedia Commons. Diese Datei ist lizenziert unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international“ (CC BY-SA 4.0).

2. Buchcover »Armageddon im Orient: Wie die Saudi-Connection den Iran ins Visier nimmt.«, von Michael Lüders. Verlag: C.H. Beck oHG, München, 265 Seiten mit 1 Karte, ISBN 978-3-406-72791-7, erschienen am 28. August 2018, Klappenbroschur, 14,95 Euro. Das Buch ist auch verfügbar als eBook, € 11,99.

3. Textgrafik: Die Blutspur der NATO: Vietnam, Jugoslawien, Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, Mali und Jemen. Grafik: Wilfried Kahrs (WiKa) / QPress.de .

4. LASER GUIDED DEMOCRACY. Grafik: Ludovic Bertron, graphic designer from Laval, France. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung 2.0 Generic (CC BY 2.0).

Iran-Teheran-Tehran-Hassan-Rohani-Rouhani-Atomabkommen-Handelsembargo-Khamenei-Urananreicherung-Kritisches-Netzwerk-Islamisierung-Embargo-Sanktionen-Maschhad-Isfahan5. The message of the Orb: Benjamin Netanyahu, Salman ibn Abd al-Aziz and Donald Trump take aim at Iran. Urheber: Carlos Latuff (s.o.). Diese Karikatur wurde veröffentlicht von Latuff selbst auf mondoweiss.net/ und Latuffs Twitter-Account.

6. John Robert Bolton (* 20. November 1948 in Baltimore, Maryland) ist ein US-amerikanischer Politiker und Diplomat. Er war vom 1. August 2005 bis Dezember 2006 Botschafter der USA bei den Vereinten Nationen. Bolton wurde am 9. April 2018 Nationaler Sicherheitsberater für Präsident Donald Trump. Bolton wird oft als ein Neokonservativer beschrieben, obwohl er diese Bezeichnung ablehnt. Die Neue Zürcher Zeitung urteilte, Boltons „rigider Nationalismus“ passe genau zu Trumps Politik des AMERICA FIRST. Karikatur: DonkeyHotey. This caricature of John Bolton was adapted from a Creative Commons licensed image from Gage Skidmore flickr photostream. The backround is adapted from a photo in the public domain by R. Clucas available via Wikimedia. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Generic (CC BY-SA 2.0).

7. Teheran ist die Hauptstadt des Iran und der gleichnamigen Provinz. Im administrativen Stadtgebiet leben etwa 8,69 Millionen Menschen, in der Metropolregion werden rund 15 Millionen Einwohner geschätzt. Industrie- und Handelsstadt mit Universitäten, Hochschulen, Bibliotheken und Museen ist Teheran ein bedeutendes Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturzentrum sowie ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt des Landes.

Foto: Mohammad F. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Generic (CC BY-NC-SA 2.0).

8. Buchcover »Armageddon im Orient: Wie die Saudi-Connection den Iran ins Visier nimmt.«, von Michael Lüders. Verlag: C.H. Beck oHG, München, 265 Seiten mit 1 Karte, ISBN 978-3-406-72791-7, erschienen am 28. August 2018, Klappenbroschur, 14,95 Euro. Das Buch ist auch verfügbar als eBook, € 11,99.

9. Der Imam-Reza-Schrein in Maschhad. Maschhad ist ein politisches und religiöses Zentrum, das jährlich von mehr als 20 Millionen Touristen und Pilgern besucht wird. Die Stadt gilt als eine der sieben heiligen Stätten des schiitischen Islams, denn dort befindet sich der heilige Schrein des achten schiitischen Imams Reza als einzige Grabstätte eines schiitischen Imams auf iranischem Boden. Urheber: Sonia Sevilla. Quelle: Wikimedia Commons. Diese Datei wird unter der Creative-Commons-Lizenz „CC0 1.0 Verzicht auf das Copyright“ zur Verfügung gestellt.

10. Der Iran (vollständig Islamische Republik Iran), veraltet auch als Persien bezeichnet, ist ein Staat in Vorderasien (Westasien). Mit derzeit rund 81,6 Millionen Einwohnern [2018 geschätzt, H.S.] und einer Fläche von 1.648.195 Quadratkilometern zählt er zu den 20 bevölkerungsreichsten und größten Staaten der Erde. Das Land war bis 1979 eine konstitutionelle Monarchie, seit der Islamischen Revolution im selben Jahr bezeichnet es sich als Islamische Republik. Foto: harrystaab. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung 2.0 Generic (CC BY 2.0).