Fallpauschalensystem: Private Gewinne auf Kosten unserer Gesundheit

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Fallpauschalensystem: Private Gewinne auf Kosten unserer Gesundheit
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Fallpauschalensystem: Private Gewinne auf Kosten unserer Gesundheit

Ökonomisierung & Privatisierung im Gesundheitswesen

Krankenhaus im Ausverkauf

Von Ralf Wurzbacher | NachDenkSeiten

Nach der Lektüre dieses Buch will man um deutsche Hospitäler einen großen Bogen machen. Thomas Strohschneider beschreibt in „Krankenhaus im Ausverkauf“ ein Gesundheitswesen als Tummelplatz von Profitjägern, Kostendrückern und Pleitegeiern, auf dem Profit über alles geht und das Patienteninteresse an einer bestmöglichen Versorgung nachrangig ist. Im Interview mit den NachDenkSeiten berichtet der ehemalige Chefarzt eines Privatklinikums über Multimorbide, die sich nicht rechnen, Hüft-OPs als Kassenschlager, ausgepumpte Pflegerinnen und Abnutzungsschlachten im Zeichen eines kranken Fallpauschalensystems. Mit ihm sprach Ralf Wurzbacher.

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Thomas Strohschneider, Jahrgang 1955, ist Facharzt für Allgemein- und Gefäßchirurgie. Er studierte Chemie und Humanmedizin an den Universitäten Tübingen und Montpellier, war in der Katastrophenhilfe in verschiedenen Ländern Afrikas aktiv und arbeitete acht Jahre als Chefarzt für Gefäßchirurgie an einer privatwirtschaftlich geführten Klinik in Baden-Württemberg. Von ihm erschien im Frühjahr im WESTEND VerlagKrankenhaus im Ausverkauf. Private Gewinne auf Kosten unserer Gesundheit“.

Ralf Wurzbacher: Herr Strohschneider, um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen: Warum darf man Krankenhäuser nicht den freien Marktkräften überlassen?

Thomas Strohschneider: Weil dann die Gesetze einer freien Marktwirtschaft gelten: maximale Gewinnorientierung, Kommerzialisierung und Konkurrenzkampf. Das bedeutet, der Profit wird zur obersten Maxime. Um in diesem Konkurrenzkampf überleben zu können, steht für die Krankenhäuser dann nicht mehr das Ringen um eine bestmögliche Therapie des Patienten im Vordergrund, sondern der größtmögliche Erlös. Krankenhäuser müssen aber in erster Linie der Daseinsfürsorge der Bevölkerung dienen und dürfe nicht als Spekulationsobjekte international agierender privater Klinikkonzerne missbraucht werden.

Ralf Wurzbacher: Die Verfechter der Ökonomisierung und Privatisierung im Gesundheitswesen sagen dagegen, mehr Wettbewerb garantiere mehr Effizienz, bessere Qualität und geringere Kosten. Wer hat denn nun recht?

Fuer-den-Profit-gehen-sie-ueber-Leichen-Kritisches-NetzwerkThomas Strohschneider: Wettbewerb führt aber auch dazu, dass man Krankenhäuser immer mehr in For-Profit- und Non-Profit-Kliniken aufteilt. Insbesondere private Klinikkonzerne überlegen sich schon beim Kauf einer Klinik sehr genau, ob diese sich zukünftig gewinnbringend betreiben lässt. Sie sind in erster Linie an medizinischen Sparten interessiert, die Profite versprechen wie etwa an orthopädischen oder herzchirurgischen Abteilungen.

Alle Bereiche, in denen man elektiv planen, die Patienten gut vorauswählen und eine getaktete Medizin anbieten kann, sind im Fokus. Andere Abteilungen wiederum streicht man besser aus dem Portfolio und schließt diese sogenannten Kostenfresser. Man überlässt diese lieber den öffentlich-rechtlichen Kliniken.

Ralf Wurzbacher: Was bedeutet all das für diejenigen, um die es eigentlich gehen sollte: die Patienten?

Thomas Strohschneider: Verlierer sind in erster Linie multimorbide, alte, alleinstehende Patienten, Kinder, Schwangere und Patienten mit aufwendigen, seltenen Erkrankungen. Diese verursachen im jetzigen Abrechnungssystem der Fallpauschalen hohe Defizite. Auch öffentlich-rechtliche oder kirchlich-karitative Träger versorgen diese Patienten zunehmend ungern. Die Versorgungsqualität für die letztgenannte Patientengruppe sinkt. Die Konkurrenz der privaten Klinikbetreiber mit ihrer Konzentration auf die gewinnbringenden Medizinbereiche schwächt die öffentlich-rechtlichen Kliniken, die dadurch noch größere Defizite erwirtschaften. Sie sind die Verlierer. Es drohen ihnen noch größere Verluste und letztendlich auch Klinikschließungen.

Abrissbirne-Abbruchbirne-Abrisskugel-radikale-Flurbereinigung-Kritisches-Netzwerk-Profitmaximierung-Krankenhausvernichtung-Krankenhausschwund-Krankenhaussterben

Ralf Wurzbacher: Was macht Krankenhäuser so lukrativ? Sonst hört man immer nur, das ganze Gesundheitssystem wäre geldmäßig ein Fass ohne Boden.

Thomas Strohschneider: Offensichtlich kann man, wenn man es geschickt anstellt und vor allem den lukrativen Marktbereich bedient, gute Gewinne erzielen. Warum sonst interessieren sich wohl große Pharmakonzerne für das Krankenhauswesen, gründen Tochtergesellschaften und erwerben Kliniken, zunehmend auch in ganz Europa und darüber hinaus? Sicher nicht, weil sie unser Gesundheitswesen sanieren oder retten möchten!

Nach Abzug von Steuern erzielen einige Konzerne Gewinne im dreistelligen Millionenbereich und zahlen zwischen zehn und 15 Prozent Renditen an ihre Shareholder. Das gelingt unter anderem auch dadurch, dass sich diese Konzerne skrupelloser marktwirtschaftlicher Mechanismen wie Personalreduzierungen, Outsourcing und Abteilungsstreichungen bedienen.

neoliberalismus-endstation-dead-end-marktradikalismus-sozialdarwinismus-ausbeutung-kritisches-netzwerk-Butterwegge-verteilungsfrage-verteilungsgerechtigkeit-sackgasse.jpg[Alles soweit richtig. An dieser Stelle wäre es noch wichtig und zielführend gewesen, die perverse Ideologie des menschenverachtenden, asozialen und destruktiven Neoliberalismus als Ursache zu benennen. Die neoliberale Agenda hat das Wirtschaftsleben durchseucht, ist längst zur politischen Zivilreligion geworden und hat die öffentliche Meinungsführerschaft erobert. Ergänzt Helmut Schnug]

Ralf Wurzbacher: Sie beschreiben in Ihrem Buch „Krankenhaus im Ausverkauf“ sehr eindrücklich, wie der gewachsene Druck auf Mediziner und Pflegekräfte, möglichst kostenschonend und gewinnbringend zu arbeiten, mit der medizinischen Ethik kollidiert. Wie viele künstliche Hüftgelenke werden heute verbaut, obwohl es die gar nicht bräuchte?

Thomas Strohschneider: Man kann das schlecht an konkreten Zahlen festmachen. Tatsache ist, dass in kaum einem Land so viele Hüft- und Kniegelenke implantiert, so viele Herzkatheteruntersuchungen, Kniegelenksspiegelungen und Wirbelsäulenoperationen pro Einwohnerzahl durchgeführt werden wie in Deutschland. Da sind wir tatsächlich mehrfache Weltmeister! Und dies kann man nicht damit begründen, dass wir etwa kränker sind oder diese Eingriffe nötiger hätten als zum Beispiel unsere französischen Nachbarn, die trotz einem Drittel weniger Herzkatheteruntersuchungen die gleiche Lebenserwartung haben. Viele Eingriffe und Untersuchungen sind überflüssig und in in manchen Bereichen besteht definitiv eine Übertherapie, die unnötige Kosten verursacht.

Andererseits muss man der großen Mehrheit der Ärztinnen und Ärzte in unserem Land zugestehen, dass sie ihre Entscheidungen zu Eingriffen und Operationen ausschließlich nach medizinischen Kriterien treffen wollen. Jedoch ist die sublime, häufig schon nicht mehr als solche realisierte „Umprogrammierung“ des ärztlichen Denkens und Handelns gefährlich und ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung. Wenn der ökonomische Druck schon bei der stationären Aufnahme des Patienten beginnt, wenn bei Nichterreichen von Gewinnerwartungen und Operationszahlen Stellenstreichungen oder Abteilungsschließungen drohen, dann droht nicht nur die ärztliche Profession in Gefahr zu geraten, sondern auch das Vertrauen der Menschen in unsere Medizin verloren zu gehen.

Krankenhaus_Operationen_Fallpauschalen_multimorbide_Patienten_Privatkliniken_Uebertherapie_Versorgungsqualitaet_Diagnosis_Related_Patientenwohl_Groups_Kritisches-Netzwerk

Ralf Wurzbacher: Sie selbst haben acht Jahre lang als Chefarzt in einer Stuttgarter Klinik gearbeitet, die einem privaten Klinikkonzern gehört. Sollten Sie kein schlechtes Gewissen haben?

Thomas Strohschneider: Ich habe in diesen Jahren viele, fast tägliche Kämpfe und Diskussionen mit der Klinikverwaltung und den kaufmännisch Verantwortlichen geführt und ja: Mehrmals stand die Überlegung im Raum, die Klinik zu verlassen. Das haben andere Kolleginnen und Kollegen vielleicht konsequenter gehandhabt. Es kam sogar einmal dazu, dass die komplette Abteilung der Kardiologie gemeinsam gekündigt hat. Als Chefarzt hat man jedoch auch eine Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitern, für die ich immer gekämpft und mich eingesetzt habe.

Ralf Wurzbacher: Sie sind also nicht aus freien Stücken bei diesem privaten Klinikträger ausgeschieden?

Thomas_Strohschneider_Krankenhaus_im_Ausverkauf_Private_Gewinne_auf_Kosten_unserer_Gesundheit_Krankenhaussterben_Spekulationsobjekt_Klinikkonzerne_Kritisches-Netzwerk Thomas Strohschneider: Im Zuge eines Klinikzukaufs durch den Klinikträger wurden sogenannte Umstrukturierungsmaßnahmen durchgeführt und eine „Neuorientierung“ beschlossen. Das führte zu Kündigungen und zur Schließung von mehreren Abteilungen. Dazu zählte auch meine Abteilung, die Gefäßchirurgie. Eine solche Abteilung ist allein schon wegen der sehr heterogenen und multimorbiden Patienten keine „cash cow“, aus der man Gewinne herausmelken kann und deshalb natürlich für den Konzern nicht attraktiv. Gleichzeitig wurde übrigens, obwohl der Markt da schon gut bedient ist, eine neue Wirbelsäulenchirurgie eröffnet. Damit lassen sich deutlich bessere Erlöse erzielen.

Ralf Wurzbacher: Ziemlich am Anfang Ihres Buches schildern Sie den Fall eines Obdachlosen, der halbtot und multimorbid bei Ihnen eingeliefert wurde und für dessen Behandlung sie etliche Kämpfe mit der Geschäftsleitung ausfechten mussten. Die wollte den „Kostentreiber“ lieber loswerden. Sie haben sich am Ende durchgesetzt und dem Mann sogar in privater Eigeninitiative zurück ins Leben geholfen. Wie viel Menschlichkeit kann man sich im Berufsalltag noch leisten?

Thomas Strohschneider: Tatsächlich ist das geschilderte Drama kein Einzelfall. Es hat System. Solche Patienten sind letztendlich unerwünscht. Man möchte sie am liebsten an der Krankenhauspforte abweisen. Dazu zählen solche Patienten, bei denen man schon bei Aufnahme nicht abschätzen kann, wie lange sie stationär behandelt werden müssen, welche Ressourcen sie verbrauchen und ob sie problemlos nach ihrer Behandlung wieder in die häusliche Umgebung entlassen werden können.

Konkret: Alleinstehende, Patienten mit Vielfacherkrankungen oder seltenen Erkrankungen, die hohe Behandlungskosten generieren, oder Erkrankte, deren Versicherungsstatus nicht klar ist. Hier wird durchaus manchmal direkt oder indirekt von der kaufmännischen Seite Druck auf Ärzte und Pflegepersonal ausgeübt. Widersetzt man sich den Vorgaben, weil es menschlich und medizinisch nicht anders möglich ist, riskiert man, wie in unserem Fall, Sanktionsmaßnahmen bis hin zur Abteilungsschließung.

Ralf Wurzbacher: Sie schreiben, dass Deutschland das von den Australiern abgekupferte Fallpauschalensystem nach dem Prinzip der Diagnosis Related Groups, DRG, auf ein im Weltmaßstab unerreichtes Level an Perfektion, man könnte auch sagen Perversion, getrieben hat. Was macht das Regelwerk so tückisch?

Thomas Strohschneider: Das 2003 in Deutschland scharfgeschaltete DRG-System ist gnadenlos. Es lässt nur Raum für eine Medizin mit dem Preisschild. Ursprünglich als ein Patientendiagnose-Klassifizierungssystem erdacht, wurde es umfunktioniert und wird heute als ein reines Abrechnungssystem missbraucht. Medizinische Softwareprogramme entscheiden, ob eine Diagnose erlösrelevant ist oder ihre Behandlung nur die Kosten für die Klinik erhöht. Im deutschen System sind rund 25.000 Diagnosen und 13.000 Prozeduren hinterlegt, abgerechnet wird im Wesentlichen ein Pauschalbetrag für die Hauptdiagnose. Nebendiagnosen können den Erlös etwas steigern, finden aber, wenn sie nicht erlösrelevant sind, bei der Behandlung des Patienten kaum eine ausreichende Berücksichtigung.

Ralf Wurzbacher: Das klingt nach vorsätzlicher Unterlassung?

Thomas Strohschneider: Das Versäumte lässt sich ja nachholen. Für die Klinik ist es ökonomisch betrachtet weitaus besser, einen Patienten vorwiegend wegen seiner Hauptdiagnose zu behandeln, beispielsweise wegen seiner erlittenen Gallenkolik. Sobald dieses Problem ausreichend behandelt ist, wird er schnellstmöglich entlassen. Wegen seines entgleisten Zuckers oder seiner Herzschwäche nimmt man ihn dann Tage oder Wochen später erneut stationär auf.

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Nun kann das Spiel von vorne losgehen. Man bezeichnet dies auch als „Drehtüreffekt“. Die ursprüngliche Absicht bei Einführung des DRG-Systems, nämlich die Zahl der stationären Behandlungen deutlich zu reduzieren und damit Krankenhauskosten zu sparen, wurde ins glatte Gegenteil verkehrt. Die Zahl stationärer Behandlungen und damit auch die Kosten sind seit Einführung dieses Abrechnungssystems massiv und kontinuierlich angestiegen.

Ralf Wurzbacher: Das, was Sie schildern, wirkt nicht gerade vertrauensbildend. Oder anders: Allzu krank sollte man besser nicht im Krankenhaus antanzen …

Thomas Strohschneider: Tatsächlich ist es für den Erlös wichtig, dass der Patient bei der Diagnoseverschlüsselung auf dem Papier möglichst schwer krank gemacht wird. Denn das bringt dann den Gewinn. Natürlich sollte der Patient nicht wirklich so schwer erkrankt sein, dass man seine Behandlungskosten und Behandlungsdauer nicht abschätzen kann. Da gibt es durchaus Kniffe und Tricks, das zu bewerkstelligen, teilweise geht das schon in Richtung Abrechnungsbetrug.

Bei tatsächlich schwer kranken, multimorbiden Patienten sind die öffentlich-rechtlichen Kliniken gegenüber privaten Klinikträgern klar im Nachteil. Sie müssen diese Patienten behandeln und dürfen wegen ihres Versorgungsauftrags kostenintensive Abteilungen nicht einfach schließen. Mit der Behandlung dieser Patienten machen sie Verluste, weil es für sie kein faires, leistungsgerechtes Abrechnungssystem gibt. Es droht dann die Insolvenz, sogar die Klinikschließung.

Ralf Wurzbacher: Warum ist man nicht wenigstens in staatlichen und kirchlichen Kliniken vor Kostendrückern und Profitgeiern sicher?

Thomas Strohschneider: Leider hat sich der Konkurrenzkampf zwischen den verschiedenen Klinikträgern so zugespitzt, dass auch die öffentlich-rechtlichen sowie die kirchlich-karitativen Träger sich zunehmend ähnlicher Methoden bedienen wie die privaten Klinikkonzerne, verbunden mit der Hoffnung, damit im Überlebenskampf bestehen zu können. Insbesondere der in den letzten beiden Jahrzehnten aus Einsparungsgründen erfolgte erhebliche Abbau von Stellen in der Pflege hat die qualitative Versorgungssituation der Patienten deutlich verschlechtert.

Daseinsfuersorge_Krankenpflege_Krankenhausaufenthalt_Patienteninteresse_Patientenversorgung_Versorgungsauftrag_Versorgungsqualitaet_Kritisches-Netzwerk

Ralf Wurzbacher: Apropos Personalnot: Sie beschreiben das DRG-System auch als eine Art von Arbeitsverhinderungsprogramm. Würden Sie das bitte erläutern?

Thomas Strohschneider: Das Abrechnungssystem ist so komplex geworden, dass man sogar den Beruf eines Codierassistenten eingeführt hat. Auf der einen Seite steht der Medizinische Dienst, der von den Krankenkassen beauftragt wird, die Abrechnungen der Kliniken zu prüfen, um möglichst den Krankenkassen Gelder einzusparen. Um in diesem Abrechnungskampf überhaupt mithalten zu können, haben wiederum die Kliniken mittlerweile viele Ärzte in ihrem Controlling beschäftigt, die nichts anderes versuchen, als die optimalen Rechnungserlöse für ihre Arbeitgeber herauszuholen.

Bundesweit sind auf beiden Seiten mehrere Tausend approbierte Ärztinnen und Ärzte mit diesem Bürokratiemonster beschäftigt und bekämpfen sich wie zwei sich immer weiter aufrüstende Armeen. Wenn man bedenkt, dass einerseits ein Ärztemangel in verschiedenen Bereichen in Deutschland besteht, andererseits allein beim Medizinischen Dienst fast 2.500 Mediziner beschäftigt sind, dann wird klar, wie hier einst gut ausgebildete Mediziner ihrer eigentlichen Aufgabe entzogen werden. Und ein Ende dieser Entwicklung ist derzeit nicht absehbar.

Ralf Wurzbacher: Was muss sich ändern, damit Krankenhäuser wieder zu ihren Ursprüngen zurückfinden?

Krankenhausschliessungen-Krankenhaussterben-Klinikabwicklungen-Klinikbettenabbau-Klinikrettung-Klinikkahlschlag-Kritisches-Netzwerk-Bettenbestand-BettenschwundThomas Strohschneider: In erster Linie muss verhindert werden, dass sich die Seuche der Profitgier, der maximalen Gewinnorientierung und der Kommerzialisierung unseres Gesundheitswesens unbegrenzt ausbreitet. Der Ausverkauf der Krankenhäuser im Zuge von Privatisierungen, die Schließung von Kliniken nach fast ausschließlich wirtschaftlichen und nicht nach Kriterien einer Daseinsfürsorge müssen gestoppt werden. Krankenhäuser eignen sich absolut nicht als Spekulationsobjekte für international agierende Klinikkonzerne.

Es braucht auch ein gerechtes, leistungsorientiertes Abrechnungs- und Finanzierungssystem. Das derzeitige DRG-System kann komplett aufgegeben werden. Es gibt genügend gut durchdachte Alternativen und Vorschläge zahlreicher Gruppen und Organisationen, die aber leider von der Politik und bestimmten Interessenverbänden ignoriert werden. In jedem Fall sollten Bund und Länder ihrer gesetzlichen Verpflichtung zu einer dualen Finanzierung von Krankenhäusern wieder nachkommen. Und letztendlich muss man an der Qualität der Krankenhausversorgung nicht nur mit mehr oder weniger gut durchdachten Qualitätssicherungsmaßnahmen arbeiten, sondern in erster Linie durch einen deutlich verbesserten Personalschlüssel, insbesondere bei der in den letzten Jahrzehnten stark vernachlässigten Pflege.

Ralf Wurzbacher: Ihr Buch ist auch deshalb so lesenswert, weil Sie als Insider sehr spannend, anschaulich und mithin erschütternd aus unmittelbarer persönlicher Erfahrung berichten. Machen Sie in Ihrer neuen Tätigkeit schönere Erfahrungen?

Thomas Strohschneider: Ich bin noch in Teilzeit in einer großen Praxis tätig. Das macht mir tatsächlich wieder richtig Spaß. Die enge Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen, die auf gleicher Wellenlänge denken, ist für die Arbeitsmoral und damit auch unmittelbar für die Patienten fruchtbar.

Thomas_Strohschneider_Krankenhaus_im_Ausverkauf_Private_Gewinne_auf_Kosten_unserer_Gesundheit_Krankenhaussterben_Spekulationsobjekt_Klinikkonzerne_Kritisches-NetzwerkIch kann mir selbst die Taktung vorgeben, mir viel mehr Zeit bei der Beratung und Untersuchung von Patienten nehmen und bin nicht zu sehr an ein ökonomisches Diktat gebunden. Natürlich muss man auch hier auf Wirtschaftlichkeit achten. Wirtschaftlichkeit ist aber etwas ganz anderes als Kommerzialisierung.

Ralf Wurzbacher
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Ralf Wurzbacher, geboren 1973, ist freischaffender Journalist und Diplom-Medienberater. Den Titel trägt er zur Staffage, denn schlecht beraten sind die Medien schon genug. Lieber rät er von ihrem Konsum ab, sofern sich diese – wie die meisten – der Antiaufklärung und Verblödung widmen. Ein Schwerpunkt seiner journalistischen Arbeit ist die Bildungs- und Hochschulpolitik.

»Krankenhaus im Ausverkauf. Private Gewinne auf Kosten unserer Gesundheit« von Dr. med. Thomas Strohschneider. Klappenbroschur, 240 Seiten, ISBN: 978-3-86489-371-1, Westend Verlag GmbH, Frankfurt/Main - März 2022. Preis 18,00 €. Das Buch ist auch als eBook (EPUB) erhältlich, ISBN 978-3-86489-870-9, Preis 14,99 €

»Stoppt das Krankenhaussterben! Krankenhäuser in Deutschland und Europa sind längst zum Spekulationsobjekt international agierender, privater Klinikkonzerne geworden. Die Folge: Die Konzerne erzielen Renditen aus dem solidarischen System unseres Gesundheitswesens. Thomas Strohschneider war selbst jahrelang als Chefarzt in einer privatwirtschaftlich geführten Klinik tätig. In seinem Buch zeigt er aus eigener Erfahrung und an zahlreichen Beispielen, welche erschreckenden Auswirkungen dieser Prozess auf Patienten, Ärzte und alle in Krankenhäusern Tätigen hat, wie diese Entwicklung die Medizin als Heilkunst abschafft und die ärztliche Profession bedroht.« (Klappentext!).

Vorwort . . . . . . . . 7
1 Krankenhaus-Monopoly . . . . . . . .  15
2 Wohnsitzlos . . . . . . . .  19
3 Ärzte-Manager . . . . . . . .  31
4 Case Mix . . . . . . . .  43
5 Krankenhaussterben . . . . . . . .  57
6 Klinikkonzerne . . . . . . . .  69
7 Privatisierungsstrategien . . . . . . . .  81
8 Ethik oder Monetik . . . . . . . .  91
9 Leihschwester . . . . . . . .  95
10 Beinamputation . . . . . . . .  107
11 Controlling . . . . . . . .  121
12 Arzt oder Betriebswirt . . . . . . . .  127
13 Marketing . . . . . . . .  135
14 Outsourcing . . . . . . . .  145
15 Indikation . . . . . . . .  155
16 Grenzverweildauer . . . . . . . .  165
17 Ärzteausbildung . . . . . . . .  171
18 Führungskräfte . . . . . . . .  181
19 Kostenexplosion . . . . . . . .  191
20 Zeitmanagement . . . . . . . .  197
21 Schönreden . . . . . . . .  203
22 Killerkeime . . . . . . . .  209
23 Waisenmedizin . . . . . . . .  215
24 Dystopie oder Utopie? . . . . . . . .  221
Dank . . . . . . . .  227
Anmerkungen . . . . . . . . 229

Bernd_Hontschik_Heile_und_herrsche_Eine_gesundheitspolitische_Tragoedie_Krankenhaeuser_Privatisierung_Klinikkonzerne_Profitmaximierung_Pharmaindustrie_Kritisches-Netzwerk »Heile und herrsche! Eine gesundheitspolitische Tragödie« von Dr. med. Bernd Hontschik, Klappenbroschur, 144 Seiten, ISBN 978-3-86489-358-2, Westend Verlag GmbH, Frankfurt/Main - 2. Mai 2022. Preis 18,00 €. Das Buch ist auch als eBook (EPUB) erhältlich, ISBN 978-386489-854-9, Preis 14,99 € .

Klappentext: »Was wir in Deutschland derzeit erleben, ist eine Zeitenwende: Krankenhäuser werden aus öffentlichem Besitz an Klinikkonzerne verschleudert. Der Patient wird der Digitalisierung geopfert. Das Gesundheitswesen wird zu einem profitablen System umgebaut, in dem Ökonomen und Politiker das Sagen haben. Bernd Hontschik fordert eine medizinische Versorgung frei vom ökonomischen Diktat. Dafür stellt er die entscheidenden Fragen:

Brauchen wir hundert Krankenkassen?

Kann man die ungezügelt agierende Pharmaindustrie bändigen?

Muss man Patientendaten in zentralen Servern speichern?

Wie lassen sich Arbeitshetze und miserable Bezahlung im Pflegebereich beenden?

Bernd Hontschik legt den Finger in die Wunde und klärt auf.« (Klappentext!)

1 Worum es geht . . . . . . . . . 9

2 Geld . . . . . . . . . 15

Von Hammurabi I. zu Friedrich II. . . . . . . . . . 16
Neuzeit . . . . . . . . . 20
Bezahlsysteme . . . . . . . . . 21
Pay for Performance . . . . . . . . . 23

3 Krankenkassen . . . . . . . . . 33

Das Solidaritätsprinzip . . . . . . . . . 34
Die Frage der Schuld . . . . . . . . . 37
Das »duale« System . . . . . . . . . 40
Andere Länder  . . . . . . . . . 42
Sozial ist vorteilhaft . . . . . . . . . 49
Fonds und Kassen . . . . . . . . . 51

4 Krankenhäuser . . . . . . . . . 57

Der erste Schritt: Das Krankenhausfinanzierungsgesetz . . . . . . . . . 57
Der zweite Schritt: Das Selbstkostendeckungsprinzip . . . . . . . . . 60
Der dritte Schritt: DRG und CMI . . . . . . . . . 61
Verzweiflungsverkäufe . . . . . . . . . 66
Sozialsystem oder Wirtschaftszweig . . . . . . . . . 69
Medizinische Versorgungszentren . . . . . . . . . 70
Alles in einer Hand . . . . . . . . . 72

5 Gier . . . . . . . . . 73

Contergan . . . . . . . . . 75
Bayer – Glyphosat und Aliqopa . . . . . . . . . 76
Die Babypuder-Insolvenz . . . . . . . . . 77
Purdue und Oxycodon . . . . . . . . . 79
Lucentis und Avastin . . . . . . . . . 80
Goldman sucks . . . . . . . . . 82
Corona hat alles verändert . . . . . . . . . 84
Die Impfgewinnler . . . . . . . . . 86
Positivliste . . . . . . . . . 90

6 Digitales . . . . . . . . . 93

Smart . . . . . . . . . 97
Abwasser . . . . . . . . . 101
Vorbild China  . . . . . . . . . 104
Datenschutz: nur für Gesunde . . . . . . . . . 107
Blockchain . . . . . . . . . 110

7 Medizin als Herrschaftsinstrument . . . . . . . . . 115

Märchen . . . . . . . . . 116
Medizin, neu gelernt . . . . . . . . . 117
Körper und Seelen . . . . . . . . . 118
Oxymoron . . . . . . . . . 121
Missbrauch . . . . . . . . . 123
Infektionsschutzgesetze . . . . . . . . . 125
Wissenschaft . . . . . . . . . 126
Gesundheitsherrschaft . . . . . . . . . 129

8 Wie könnte das Gesundheitswesen der Zukunft aussehen? . . . . . . . . . 133

9 Wo kann ich mitmachen? . . . . . . . . . 136
Anmerkungen . . . . . . . . . 138

»Unser Gesundheitswesen ist ein Krankheitswesen! Von skandalösen Fehlanreizen und pathologischem Profit. Ist das noch Medizin für die Menschen?

Bleiben Sie gesund! Nein, dieser Satz ist nicht als „Corona-Gruß“ gedacht, er ist ein Ratschlag: Denn krank zu sein, können Sie sich nicht leisten — nicht jetzt und noch weniger in Zukunft. Dass die Versorgung im Krankenhaus sich am Profit orientiert und nicht am Patientenwohl, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Als sei dies nicht bereits schlimm genug, verwandelt sich diese „Gesundheitswirtschaft“ — wie in Pandemiezeiten immer deutlicher wurde — zudem immer mehr in eine „Gesundheitsherrschaft“.« von Roberto J. De Lapuente, im KN am 21. Mai 2022 >> weiter.

»Klinik-Kahlschlag eine Frage der Patientensicherheit? Im zweiten Pandemie-Jahr wurden wieder etliche Kliniken dicht gemacht. Einfach nur pervers! Prof. Dr. Karl Lauterbach meinte einmal, dass „eigentlich jede zweite Klinik“ in Deutschland schließen sollte. Das war vor seiner Zeit als „Bundesgesundheitsminister“, als der er jetzt über einen Apparat befehligt, der seit Jahren die Axt an die Versorgungsstrukturen legt.

Rücksichten auf Corona? Pustekuchen. Nach 20 (zwanzig!) Spitälern 2020 sind in diesem Jahr neun weitere von der Bildfläche verschwunden. Und noch einmal Dutzende stehen auf der Abschussliste. Das Geld fürs Abwickeln liefert der Bund frei Haus und fürs Neusprech sorgen die Bertelsmänner. Für sie ist Kahlschlag eine „Frage der Patientensicherheit“.« von Ralf Wurzbacher | Verantw.: Red. NachDenkSeiten, im KN am 23. Dezember 2021 >> weiter.


Neoliberalismus-Wiki-Meinungshegemonie-Milton-Friedman-Friedrich-August-von-Hayek-Timm-Herbst-Kritisches-Netzwerk-Marktradikalismus-Reaganomics-ThatcherismusNEOLIBERALISMUS WiKi: Warum sollte sich jeder über das Thema Neoliberalismus informieren, welches die allermeisten noch nie wahrgenommen haben und selbst diejenigen, die diesen Begriff schon mal realisierten, sich dessen Problematik nicht bewußt sind? Weil Neoliberalismus bzw. dessen Auswirkungen alle betrifft - angefangen vom Kind bis hin zum Rentner und zwar klar negativ - es ließe sich sogar zurecht sagen: in Gesellschafts-zerstörender Weise.

Neoliberalismus ist DAS Problem unserer Zeit!

Nach der Lektüre des NEOLIBERALISMUS-WiKi wird der geneigte Leser diese Sichtweise hoffentlich nachvollziehen können. Wer wissen möchte, warum so vieles in Sachen Wirtschafts- und Sozialpolitik in Deutschland und den EU-Ländern (wie auch den USA) schief läuft und wer sich fragt, worin die Ursachen liegen, der dürfte hier fündig werden. Diese Analyse dürfte für Kapitalisten wie auch Kapitalismus-Kritiker gleichermaßen erhellend sein. Sie ist eine Einführung und Einstieg für diejenigen, die mit dem Begriff "Neoliberalismus" wenig bis nichts anfangen können.

Neoliberalismus - die Wurzel allen Uebels?

Wenn schon nicht der Kapitalismus - ist dann der Neoliberalismus die Wurzel allen Übels? Nein! Ganz abgesehen davon, dass nichts die Wurzels allen Übels ist, aus den gleichen Gründen, wie beim Kapitalismus: alle Aspekte, welcher der Neoliberalismus besonders negativ ausprägt, gab es früher schon: Macht-, Geld- und Hab-Gier, Verantwortungslosigkeit, Egoismus und Ausbeutung. Also weder „Wurzel“ noch „allen Übels“ - aber viele Übel treibt erst der Neoliberalismus zum vollen Exzess - und zwar systemisch.

Mehrere -eben multiple- Ursachen führen zu den aktuellen, immer schlimmer werdenden Verwerfungen. Dass es jenseits des Neoliberalismus, der ja “nur” eine Ideologie ist, noch größere und wirkmächtigere Strukturen gibt, thematisiert Fabian Scheidler mit seinem Buch “Das Ende der Megamaschine. Geschichte einer scheiternden Zivilisation”. Erschienen im PROMEDIA VERLAG WIEN, März 2015, ISBN 978-3-85371-384-6, br., 272 Seiten, bebildert, 19,90 Euro. Auch als eBook erhältlich. (T.H. aka LOGOS).

>> https://neoliberalismus.fandom.com/de/wiki/Neoliberalismus <<

♦ ♦ ♦ ♦

«Der Neoliberalismus ist nicht zuletzt deshalb so schwer zu erfassen, weil die prominente Rolle von Einzelintellektuellen zugunsten eines modernen Kollektivs pluralistisch-gleichgesinnter zurückgedrängt wurde. War der Keynesianismus noch mit dem Namen eines großen Ökonomen verbunden, so erscheint der organisierte Rechtsliberalismus als intellektueller Fürst (intellektuelle Partei) höherer Ordnung.» (-Antonio Gramsci, 1991)


► Quelle: Dieser Text erschien als Erstveröffentlichung am 17. Oktober 2022 auf den „NachDenkSeiten – die kritische Website“ >> Artikel. Die Formulierungen der Übernahmebedingung für Artikel der NachDenkSeiten änderte sich 2017, 2018 und 2020 mehrfach. Aktuell ist zu lesen:

"Sie können die NachDenkSeiten auch unterstützen, indem Sie unsere Inhalte weiterverbreiten – über ihren E-Mail Verteiler oder ausgedruckt und weitergereicht. Wenn Sie selbst eine Internetseite betreiben, können Sie auch gerne unsere Texte unter deutlich sichtbarer Nennung der Quelle übernehmen, am besten gleich nach Anfang des Textes. Schreiben Sie uns einfach kurz an redaktion(at)nachdenkseiten.de und wir geben Ihnen gemäß unserer Copyrightbestimmungen eine Erlaubnis."

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KN-ADMIN Helmut Schnug suchte zur Rechtssicherheit ein Gespräch mit Albrecht Müller, Herausgeber von www.Nachdenkseiten.de und Vorsitzender der Initiative zur Verbesserung der Qualität politischer Meinungsbildung (IQM) e. V. Herr Müller erteilte in einem Telefonat und nochmal via Mail am 06. November 2017 die ausdrückliche Genehmigung. NDS-Artikel sind im KN für nichtkommerzielle Zwecke übernehmbar, wenn die Quelle genannt wird. Herzlichen Dank dafür.

ACHTUNG: Die Bilder und Grafiken sind nicht Bestandteil der Originalveröffentlichung und wurden von KN-ADMIN Helmut Schnug eingefügt. Für sie gelten ggf. folgende Kriterien oder Lizenzen, s.u.. Die Grünfärbung von Zitaten im Artikel und einige zusätzliche Verlinkungen wurden von H.S. als Anreicherung gesetzt, ggf. auch Unterstreichungen zur besseren Wahrnehmung einzelner Aussagen und die Komposition der Haupt- und Unterüberschrift(en) geändert.


Bild- und Grafikquellen:

1. Stethoskop und Euroscheine: Krankenhäuser werden immer mehr in For-Profit- und Non-Profit-Kliniken aufteilt. Insbesondere private Klinikkonzerne überlegen sich schon beim Kauf einer Klinik sehr genau, ob diese sich zukünftig gewinnbringend betreiben lässt. Sie sind in erster Linie an medizinischen Sparten interessiert, die Profite versprechen wie etwa an orthopädischen oder herzchirurgischen Abteilungen. Alle Bereiche, in denen man elektiv planen, die Patienten gut vorauswählen und eine getaktete Medizin anbieten kann, sind im Fokus. Andere Abteilungen wiederum streicht man besser aus dem Portfolio und schließt diese sogenannten Kostenfresser. Man überlässt diese lieber den öffentlich-rechtlichen Kliniken. Foto: jc_cards / Marek Studzinski, Ellerau/DE. Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Foto: (nicht mehr verlinkbar)

2. Texttafel: "FÜR DEN PROFIT DER REICHEN GEHEN SIE ÜBER LEICHEN." Grafik: Die Textgrafik besteht nur aus einfachen geometrischen Formen und Text. Sie erreichen keine Schöpfungshöhe, die für urheberrechtlichen Schutz nötig ist, und sind daher gemeinfrei. Dieses Bild einer einfachen Geometrie ist nicht urheberrechtsfähig und daher gemeinfrei, da es ausschließlich aus Informationen besteht, die Allgemeingut sind und keine originäre Urheberschaft enthalten. > This image of simple geometry is ineligible for copyright and therefore in the public domain, because it consists entirely of information that is common property and contains no original authorship.

3. Kahlschlag von Staats wegen: Deutschlands Krankenhäuser werden auch weiterhin radikal reduziert, der Bettenbestand und Arbeitsplätze dem Rotstift geopfert. Bedankt Euch bei Abrissbirnen namens Jens Spahn, Karl Lauterbach, Josef Hecken und allen Vertretern einer perversen, neoliberalen Ideologie. Foto OHNE Text: bradleypjohnson. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung 2.0 Generic (CC BY 2.0). Der Text wurde von Helmut Schnug eingesetzt.

4. ENDSTATION NEOLIBERALISMUS. Foto: nick, New Haven (CT). Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 2.0 Generic (CC BY-NC-ND 2.0).

5. Chirurgen bei einer OP, Patient am Beatmungsgerät. In kaum einem Land werden pro Einwohnerzahl so viele Hüft- und Kniegelenke implantiert, so viele Herzkatheteruntersuchungen, Kniegelenksspiegelungen und Wirbelsäulenoperationen durchgeführt, wie in Deutschland. Da sind wir tatsächlich mehrfache Weltmeister! Und dies kann man nicht damit begründen, dass wir etwa kränker sind oder diese Eingriffe nötiger hätten als zum Beispiel unsere französischen Nachbarn, die trotz einem Drittel weniger Herzkatheteruntersuchungen die gleiche Lebenserwartung haben. Viele Eingriffe und Untersuchungen sind überflüssig und in in manchen Bereichen besteht definitiv eine Übertherapie, die unnötige Kosten verursacht.

Illustration: belozerovkids / Sergei Belozerov, Voronezh/Russia - Illustrator  für Kinderbüchern und Magazinen. Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Illustration.

6. »Krankenhaus im Ausverkauf. Private Gewinne auf Kosten unserer Gesundheit« von Dr. med. Thomas Strohschneider. Klappenbroschur, 240 Seiten, ISBN: 978-3-86489-371-1, Westend Verlag GmbH, Frankfurt/Main - März 2022. Preis 18,00 €. Das Buch ist auch als eBook (EPUB) erhältlich, ISBN 978-3-86489-870-9, Preis 14,99 €

Stoppt das Krankenhaussterben! Krankenhäuser in Deutschland und Europa sind längst zum Spekulationsobjekt international agierender, privater Klinikkonzerne geworden. Die Folge: Die Konzerne erzielen Renditen aus dem solidarischen System unseres Gesundheitswesens. Thomas Strohschneider war selbst jahrelang als Chefarzt in einer privatwirtschaftlich geführten Klinik tätig. In seinem Buch zeigt er aus eigener Erfahrung und an zahlreichen Beispielen, welche erschreckenden Auswirkungen dieser Prozess auf Patienten, Ärzte und alle in Krankenhäusern Tätigen hat, wie diese Entwicklung die Medizin als Heilkunst abschafft und die ärztliche Profession bedroht. (Klappentext!).

7. Älterer Patient in einem Krankenhausbett. Alleinstehende, Patienten mit Vielfacherkrankungen oder seltenen Erkrankungen, die hohe Behandlungskosten generieren, oder Erkrankte, deren Versicherungsstatus nicht klar ist, möchten private Klinikträger am liebsten an der Krankenhauspforte abweisen. Foto: DCStudio. Quelle: freepik >> https://de.freepik.com/ . Freepik-Lizenz: Die Lizenz erlaubt es Ihnen, die als kostenlos markierten Inhalte für persönliche Projekte und auch den kommerziellen Gebrauch in digitalen oder gedruckten Medien zu nutzen. Erlaubt ist eine unbegrenzte Zahl von Nutzungen, unbefristet von überall auf der Welt. Modifizierungen und abgeleitete Werke sind erlaubt. Eine Namensnennung des Urhebers (DCStudio) und der Quelle (Freepik.com) ist erforderlich. >> Foto.

8. Pflegerin kümmert sich um einen älteren Patient. In Zeiten "getakteter Medizin", rigorosem Abbau von Pflegepersonal und zunehmenden Kostendruck geraten Patientenwohl und Versorgungsqualität immer mehr ins Hintertreffen. "Profit over people" ist das Motto neoliberaler, auf Profitmaximierung ausgerichtete Wirtschaftsweise. Foto: freepik (detaillierter Urhebername nicht benannt!). Quelle: freepik >> https://de.freepik.com/ . Freepik-Lizenz: Die Lizenz erlaubt es Ihnen, die als kostenlos markierten Inhalte für persönliche Projekte und auch den kommerziellen Gebrauch in digitalen oder gedruckten Medien zu nutzen. Erlaubt ist eine unbegrenzte Zahl von Nutzungen, unbefristet von überall auf der Welt. Modifizierungen und abgeleitete Werke sind erlaubt. Eine Namensnennung des Urhebers (freepik) und der Quelle (Freepik.com) ist erforderlich. >> Foto.

9. Textgrafik: Krankenhausschließungen gefährden Ihre Gesundheit. Quelle: Verein „Gemeingut in BürgerInnenhand“ (GiB). Die Textgrafik besteht nur aus einfachen geometrischen Formen und Text. Sie erreichen keine Schöpfungshöhe, die für urheberrechtlichen Schutz nötig ist, und sind daher gemeinfrei. Dieses Bild einer einfachen Geometrie ist nicht urheberrechtsfähig und daher gemeinfrei, da es ausschließlich aus Informationen besteht, die Allgemeingut sind und keine originäre Urheberschaft enthalten. > This image of simple geometry is ineligible for copyright and therefore in the public domain, because it consists entirely of information that is common property and contains no original authorship.

10. »Krankenhaus im Ausverkauf. Private Gewinne auf Kosten unserer Gesundheit« von Dr. med. Thomas Strohschneider. Klappenbroschur, 240 Seiten, ISBN: 978-3-86489-371-1, Westend Verlag GmbH, Frankfurt/Main - März 2022. Preis 18,00 €. Das Buch ist auch als eBook (EPUB) erhältlich, ISBN 978-3-86489-870-9, Preis 14,99 €

Stoppt das Krankenhaussterben! Krankenhäuser in Deutschland und Europa sind längst zum Spekulationsobjekt international agierender, privater Klinikkonzerne geworden. Die Folge: Die Konzerne erzielen Renditen aus dem solidarischen System unseres Gesundheitswesens. Thomas Strohschneider war selbst jahrelang als Chefarzt in einer privatwirtschaftlich geführten Klinik tätig. In seinem Buch zeigt er aus eigener Erfahrung und an zahlreichen Beispielen, welche erschreckenden Auswirkungen dieser Prozess auf Patienten, Ärzte und alle in Krankenhäusern Tätigen hat, wie diese Entwicklung die Medizin als Heilkunst abschafft und die ärztliche Profession bedroht. (Klappentext!).

11. »Heile und herrsche! Eine gesundheitspolitische Tragödie« von Dr. med. Bernd Hontschik, Klappenbroschur, 144 Seiten, ISBN 978-3-86489-358-2, Westend Verlag GmbH, Frankfurt/Main - 2. Mai 2022. Preis 18,00 €. Das Buch ist auch als eBook (EPUB) erhältlich, ISBN 978-386489-854-9, Preis 14,99 € .

Was wir in Deutschland derzeit erleben, ist eine Zeitenwende: Krankenhäuser werden aus öffentlichem Besitz an Klinikkonzerne verschleudert. Der Patient wird der Digitalisierung geopfert. Das Gesundheitswesen wird zu einem profitablen System umgebaut, in dem Ökonomen und Politiker das Sagen haben. Bernd Hontschik fordert eine medizinische Versorgung frei vom ökonomischen Diktat. Dafür stellt er die entscheidenden Fragen: Brauchen wir hundert Krankenkassen? Kann man die ungezügelt agierende Pharmaindustrie bändigen? Muss man Patientendaten in zentralen Servern speichern? Wie lassen sich Arbeitshetze und miserable Bezahlung im Pflegebereich beenden? Bernd Hontschik legt den Finger in die Wunde und klärt auf. (Klappentext!)

12. Neoliberalismus - perverse Ideologie. Grafik: Wilfried Kahrs (WiKa). Die Textgrafik besteht nur aus einfachen geometrischen Formen und Text. Sie erreichen keine Schöpfungshöhe, die für urheberrechtlichen Schutz nötig ist, und sind daher gemeinfrei. Dieses Bild einer einfachen Geometrie ist nicht urheberrechtsfähig und daher gemeinfrei, da es ausschließlich aus Informationen besteht, die Allgemeingut sind und keine originäre Urheberschaft enthalten. > This image of simple geometry is ineligible for copyright and therefore in the public domain, because it consists entirely of information that is common property and contains no original authorship.