Friedrich Merz – übernimmt die Wall Street jetzt Berlin?

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Friedrich Merz – übernimmt die Wall Street jetzt Berlin?
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Friedrich Merz – übernimmt die Wall Street jetzt Berlin?

von Conrad Schuhler / Leiter der Redaktion des Instituts für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung e.V.

Dass die CDU der politische Wurmfortsatz des großen Kapitals ist, ist nichts Neues. Ur-Kanzler Adenauer hatte im Bundestag einen einzigen Duzfreund, Robert Pferdmenges. Sein „Finanzberater“, der im Privatberuf Teilhaber beim Bankhaus Sal. Oppenheim jr. & Cie. in Köln. Von 1948 bis 1951 leitete Pferdmenges gemeinsam mit dem zweiten Finanzberater Adenauers, Hermann Josef Abs, treuhänderisch den Flick-Konzern, dessen Eigentümer sich wegen krimineller Kooperation mit dem Nazi-Staat vor dem Nürnberger Militärgericht zu verantworten hatte. Abs, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, wurde nur deshalb nicht BRD-Außenminister, weil er lieber den „Welt-Bankier“ machte.

Friedrich Merz tritt also in ausgelatschte Spuren. Aber sein Zugriff auf den CDU-Vorsitz hat doch den Zauber des Neuen. Merz ist nämlich nicht nur unter anderem Aufsichtsratsmitglied des AXA-Versicherungskonzerns, Verwaltungsratsvorsitzender der Privatbank HSBC Trinkaus & Burkhardt (HSBC) und Senior-Partner der internationalen Anwaltsfirma Mayer Brown, die auf Fusionen und Übernahmen spezialisiert ist, sondern er ist auch Aufsichtsratsvorsitzender der deutschen Tochtergesellschaft von BlackRock, dem größten Vermögensverwalter der Welt.

Die Wall Street-Firma verwaltet Vermögen in Höhe von 6,3 Billionen Dollar, dem Doppelten der deutschen Wirtschaftsleistung in einem Jahr. War Abs mit seinen 30 Aufsichtsratsmandaten – in 20 führte er dort den Vorsitz – der Chef der Deutschland AG, so ist Merz der deutsche Statthalter der Nr. 1 unter den Akteuren des globalen Kapitals.

heike_buchter_black_rock_eine_heimliche_weltmacht_greift_nach_unserem_geld_kritisches_netzwerk_finanzkrake_krake_fondsgesellschaft_schattenbank_larry_fink_vermoegensverwalter.jpgBlackRock ist nicht nur der größte Einzelaktionär bei den 500 Standard & Poors-Werten in den USA, sondern auch bei den 30 DAX-Firmen in Deutschland. Ein Zwanzigstel aller DAX-Werte gehören BlackRock. Bei der Post, der Allianz und Bayer sind es mehr als sieben Prozent. Die genaue Sicht der Märkte und ihrer Hauptakteure, das Hineinwirken in die Entscheidungen der Unternehmen machen BlackRock zu einer einzigartigen Instanz, gerade auch was Prognosen und Spekulationen anlangt. Wenn man kapitalistische Ökonomie und Regierungspolitik optimal verzahnen will, sollte Merz CDU-Vorsitzender und nächster Bundeskanzler werden.

Merz ist dafür bestens gerüstet. Er ist Vorsitzender der Atlantik-Brücke, die 1952 gegründet wurde vom damaligen Hohen Kommissar der USA in der Bundesrepublik, John Jay McCloy, vom Banker Eric Wartburg und der Zeit-Herausgeberin Marion Gräfin Dönhoff. Hauptziel: die Verzahnung der Politik der USA mit der Deutschlands. Derzeit gibt es rund 500 Mitglieder, darunter Vertreter der CDU, SPD, FDP, der Grünen und auch der Linken (Stefan Liebich) – ebenso wie Säulenheilige der Medien wie Claus Kleber vom ZDF oder Stefan Kornelius von der Süddeutschen Zeitung. Merz ist auch Mitglied der Trilateralen Kommission, wo die Elite aus den USA, aus Europa und Asien sich zusammenfindet. Eine Gründung des US-Milliardärs David Rockefeller.

Der Favorit für die Merkel-Nachfolge im Parteiamt meldet sich ständig im Sinn seiner Auftraggeber zu Wort. Nur die USA könnten „dank deren militärischer Stärke die Freiheit verteidigen und für die Weltordnung sorgen“. Neben dem islamischen Terrorismus [islamistischen; H.S.], dessen „Ursachenbekämpfung fast nicht möglich“ sei, sind als größte Gefahren das „zunehmend aggressive China“ und „Russland mit seinen immer dreister werdenden Angriffen auf Datennetze“ einzuschätzen.

Merz mag in der CDU-Abfolge eine konsequente Wahl sein. Für alle übrigen, urbi et orbi, wäre es eine Katastrophe.

Conrad Schuhler

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pin_green.gifBlackRock - Die Schattenregierung der USA // DOKU (Dauer 43:22 Min.)


► Quelle: Erstveröffentlicht am 06. November 2018 bei isw-München >> Artikel. Die Bilder und Grafiken sind nicht Bestandteil des Originalartikels und wurden von KN-ADMIN Helmut Schnug eingefügt. Für sie gelten ggf. andere Lizenzen, s.u..

Mehr Informationen und Fragen zur isw:

isw – Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung e.V.

Johann-von-Werth-Straße 3, 80639 München

Fon 089 – 13 00 41
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► Bild- und Grafikquellen:

1. Friedrich Merz (* 11. November 1955 in Brilon im Sauerland) ist ein deutscher Rechtsanwalt, Manager, Lobbyist und Politiker der CDU. Hier am 1. Februar 2017 im internationalen Münchner Presseclub. Am 30. Oktober 2018 gab er bekannt, im Dezember 2018 beim Bundesparteitag der CDU für das Amt des Parteivorsitzenden zu kandidieren. Grafik: Wilfried Kahrs (WiKa)-

krake_finanzkrake_black_rock_heimliche_weltmacht_finanzgigant_kritisches_netzwerk_fondsgesellschaft_schattenbank_larry_fink_vermoegensverwalter_vermoegensverwaltung_wall_street.png2. Buchcover: "BlackRock. Eine heimliche Weltmacht greift nach unserem Geld" v. Heike Buchter. Campus Verlag Frankfurt / New York. Ersch. 2015, Hardcover gebunden, 24,99 €, ISBN (Print) 978-3-593-50458-2. Auch als PDF und EPUB erhältlich.

Geld. Macht. BlackRock (Verlagstext!)

Mächtig wie kein anderes Unternehmen, doch viel zu vielen unbekannt. Noch nie hat es ein Imperium wie BlackRock gegeben. Mehr als vier Billionen Dollar verwaltet der amerikanische Vermögensverwalter. Keine Bank, kein Fonds hat annähernd so viel Einfluss. BlackRock investiert, analysiert und berät Großinvestoren, Finanzministerien, Notenbanken. Längst hält die "Schattenbank", die unterhalb des Radars nationaler und internationaler Bankenaufsichtsbehörden agiert, relevante Anteile der wichtigsten Unternehmen wie Allianz, BASF, Adidas oder der Deutschen Bank.

Gründer und Chef von BlackRock, Larry Fink, spinnt unsichtbare Fäden in der globalen Wirtschaft, aber auch hier, direkt vor unserer Haustür. Eine falsche Bewegung, und die Finanzwelt könnte ins Wanken geraten. Es ist höchste Zeit, BlackRock ins Visier zu nehmen.

Autorin Heike Buchter, New York Korrespondentin für Die ZEIT:

- hat das erste Buch über den mächtigsten Finanzgiganten der Welt geschrieben.
- zeigt, welche Gefahren und Bedrohungen von BlackRock ausgehen.
- macht klar, dass uns die Entscheidungen von BlackRock direkt betreffen, jeden Tag.
- Unverzichtbar für alle, die sich mit der Finanzwelt auseinandersetzen. Und natürlich für alle, die wissen wollen, wer im Hintergrund die Fäden zieht. (Campus Verlag)

3. Finanzkrake BlackRock gewinnt unaufhaltsam politischen Einfluss und muss daher als heimliche Weltmacht gesehen werden. Grafik: ArtsyBee / Oberholster Venita  •  Brits/South Africa.  Quelle: Pixabay. Alle bereitgestellten Bilder und Videos auf Pixabay sind gemeinfrei (Public Domain) entsprechend der Verzichtserklärung Creative Commons CC0. Das Bild unterliegt damit keinem Kopierrecht und kann - verändert oder unverändert - kostenlos für kommerzielle und nicht kommerzielle Anwendungen in digitaler oder gedruckter Form ohne Bildnachweis oder Quellenangabe verwendet werden. >> Grafik.

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Beigetreten: 11.12.2017 - 07:51
Friedrich Merz - Herrenmenschen

Friedrich Merz und seine „tollen Geschäftsverbindungen“ scheinen für mich insgesamt wohl ein ziemlich „rotes Tuch“ zu bilden, denn - dank ihm und dem ganzen Konstrukt um ihn herum - ist nun auch noch folgendes Gedicht daraus geworden:

 

Über die „Herrenmenschen“

Sie verstehen sich als „die wahren Herren der Welt“

und sind umgeben von einer großen Zahl von Speichelleckern,

die einander das Futter - zumeist auch bald schon - neiden,

leben allesamt vom Nimbus der Unantastbarkeit,

saßen einst gern - hoch zu Roß und thronten so „äußerst beeindruckend“ über dem „gemeinen Volk“,

sitzen heute aber in ihren schwarzen Panzerlimousinen,

lenken und ordnen ihre Imperien aber auch gern von ihren inzwischen ozeandampfergroßen Jachten aus;

halten längst auch schon Firmenanteile in aller Welt

und verknüpfen ihre kunstvoll verschachtelten Imperien „wenn es denn sein muß“ auch miteinander.

 

Durchaus wohlhabende, ja reiche Mittelständler sehen - wie Zwerge - neben ihnen aus,

eifern ihnen aber doch - vielfach, aber zum Glück nicht immer – nach,

wohingegen Du und ich als - „Kreti und Pleti“

Kretin und Plebejer oder schlichtweg einfaches Fußvolk

diese „Herrenmenschen“ für gewöhnlich nicht einmal

zum einem geringschätzigen Lächeln oder zum Abwinken veranlassen können.

 

Auch „eindrucksvolle Männer“ wie Friedrich Merz,

der sich auch so gerne zu den „Herrenmenschen“ zählen würde,

sind nichts anderes als Lakaien für sie,

deren sie sich (freilich gern) immer wieder bedienen

(und ihnen dann auch - „etwas Achtung erweisen“),

um sich von ihnen ihre „großartigen“ Geschäfte besorgen zu lassen

und damit auch gesetzlich jene Wege freizuschalten,

die ihnen bislang immer wieder ihre nun längst auch weltweit „so tollen Geschäfte“ ermöglichen.

 

Unantastbar und unnahbar geben sie sich zumeist,

manchmal aber HÖRT UND RIECHT man sie

(frei nach Konstantin Wecker derben,

aber völlig wahren Worten in einem seiner früheren Lieder)

„auf einem Airportscheißhaus sitzend,

geradezu erbärmlich und unüberriechbar stöhnen sie dann,

genauso wie einer der vielen „erbärmlichen Neger“

die sie dann so gerne - zum Arschabwischen kommandieren wollen“.

 

Wann endlich kommt der Tag,

an dem sich die Menschheit nicht länger

von all diesen „Herrschaften“ und ihren vielen kurzsichtig-dummen Lakaien

an der Nase herumführen, ausbeuten, schikanieren

und dann auch noch immer wieder in alle möglichen verheerenden Kriege schicken läßt;

steht er nun womöglich endlich - endlich doch einmal - kurz bevor?

 

Imago, geb. 1954: Ergründet als Bildhauer & Autor interdisziplinär Achtgeben & Achtsamkeit/unsere Wahrnehmung & unser Handeln & die vielfachen daraus entstehenden Konsequenzen.

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