Im Täuschungs-Labyrinth: Selbsttäuschung der katholischen Laien

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Im Täuschungs-Labyrinth: Selbsttäuschung der katholischen Laien
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Selbsttäuschung der katholischen Laien

- und ein Täuschungsmanöver der Kirchen-Obristen

von Helmut Ortner | PRESSENZA

Religion because thinking is hardDer Theologe Norbert Lüdecke rechnet in einem neuen Buch »Die Täuschung. Haben Katholiken die Kirche, die sie verdienen?« mit der Kirche ab. Auch mit dem sogenannten »Synodalen Weg«. Der ist nichts anderes als eine große Selbsttäuschung der katholischen Laien – und ein Täuschungsmanöver der Kirchen-Obristen. Bleibt die Frage: warum machen die Gläubigen das eigentlich mit?

► Das katholische Bodenpersonal ist Männersache.

Etwa 1,2 Milliarden Menschen unterstehen einem rein männlichen Kleriker-Kartell, der gerade einmal 0,4 Prozent der Katholiken ausmacht. Das Epizentrum der Macht ist an Papst, Kardinäle und Bischöfe gebunden: ganze 0,00041 Prozent. Sie allein deuten und verkünden die verbindlichen Lehrgrundlagen, setzen sie um in kirchliche Dogmen und Gesetzgebung.

Die Mehrheit der Gläubigen schulden ihnen Folgsamkeit und Gehorsam – umgekehrt sind die Kirchenmänner ihren gläubigen Laien in keiner Weise rechenschaftspflichtig. Ein klares Machtgefüge: Laien dürfen beten und hoffen, Kleriker bestimmen und entscheiden. Von Demokratie mag man hier nicht unbedingt sprechen. Die katholische Kirche ist eine weltabgewandte, grundrecht-verletzende Männer-Domäne: starr, autoritär, machtbewusst. Doch die Gläubigen wollen glauben und sie tun das gerne gemeinsam – trotz allem. Das »Haus Kirche« als sinnstiftende Heimstatt im Hier & Jetzt mit allen Versprechungen ins Jenseits.

zum Kopf einer Sardelle beten, Glauben,

► Doch es rumort im Katholen-Kosmos.

Kirchlich gebundene und organisierte Gläubigkeit schwindet, das belegen jedenfalls rückläufige Mitgliederzahlen. Das hat mit aktuellen Skandalen zu tun (Missbrauchsdkandale, Finanzskandale), auch mit einem Gesellschafts- und Menschenbild, das an Bindekraft verliert. Allein im vergangenen Jahr haben mehr als 440 000 Menschen die beiden großen Kirchen verlassen. Bei den Katholiken kehrten 221.000 Menschen der Kirche den Rücken, bei den Protestanten waren es rund 220.000 Menschen. Nun fällt nicht jeder, der das »Haus Kirche« verlässt, gleich von Gott und Glauben ab. Eines aber wird deutlich: das Vertrauen in das göttliche Bodenpersonal bröckelt rasant.

Kirchenaustritte in Deutschland 1990-2020

Jahr     Katholische Kirche   Evangel. Kirche Gesamtaustritte
       
1990 143 530 144 143 287 673
1991 167 933 237 874 405 807
1992 192 766 361 256 554 022
1993 153 753 284 699 438 452
1994 155 797 290 302 446 099
1995 168 244 296 782 465 026
1996 133 275 225 602 358 877
1997 123 813 196 602 320 415
1998 119 265 182 730 301 995
1999 129 013 192 880 321 893
2000 129 496 188 557 318 053
2001 113 724 171 789 285 513
2002 119 405 174 227 293 632
2003 129 598 177 162 306 760
2004 101 252 141 567 242 819
2005 89 565 119 561 209 126
2006 84 389 121 598 205 987
2007 93 667 131 000 224 667
2008 121 155 168 901 290 056
2009 123 681 148 450 272 131
2010 181 193 145 250 326 443
2011 126 488 141 497 267 985
2012 118 335 138 195 256 530
2013 178 805 176 551 355 356
2014 217 716 270 003 487 719
2015 181 925 211 264 393 189
2016 162 093 190 284 352 377
2017 167 504 197 207 364 711
2018 216 078 221 338 437 416
2019 272 771 266 738 539 509
2020 221 390 220 000 441 390

 

Austritte aus den Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und aus den Bistümern der römisch-katholischen Kirche in Deutschland. Quellen: Kirchenamt der EKD, Deutsche Bischofskonferenz (DBK). Kirchenaustritte Evangelische Kirche 2020 vorläufige Zahlen.

Siehe weitere Statistiken wie Anteil der Christen an der Gesamtbevölkerung, Bistümer, Landeskirchen, Kirchensteueraufkommen etc. >>  weiter.

Kirchenaustritt-Konfessionsfreie-Konfessionslosigkeit-Selbstbestimmungsrecht-Weltanschauung-Weltanschauungsfreiheit-Zwangskonfessionalisierung

Die Vertrauenskrise dürfte sich vor wegen der stockenden Aufarbeitung von Missbrauchsskandalen weiter fortsetzen. Im Erzbistum Köln etwa führte der Umgang mit den Missbrauchsfälle zu einer Welle von Kirchenaustritten. Wochenlang gab es wegen Überlastung der Ämter Anfang dieses Jahres keine Termine mehr. Zweifelnde Mitglieder wenden sich ab, denken über einen Austritt nach. Engagierte klerikale Laien wollen endlich Änderungen, Mitsprache und Transparenz. Sie wollen sich nicht mehr mit den üblichen »Dialog«-Inszenierungen befrieden lassen, wo in »gemeinsamen Beschlüssen« Partizipation simulieren wird, ihnen aber in Wahrheit nur eine unverbindliche Meinungsäußerung eingeräumt wird: ein Stimmrechts-Placebo.

Kirchenkritik-anti-religion-Religionskritik-Religionskritiker-Kritisches-Netzwerk-Konfessionslose-Atheisten-Katholische-Kirche-Christentum-Kirchenkriminalitaet-christliche-Werte-ReligionswahnMittlerweile hat die klerikale Machtzentrale in Rom die Aufmüpfigkeit ihrer engagierten Schäfchen wahrgenommen. Papst Franziskus hat verlauten lassen, er wolle die Kirche für mehr Mitsprache von Laien öffnen und dazu einen »synodalen Prozess« anstoßen. »Die Kirche Gottes ist zu einer Synode zusammengerufen«, heißt es in einem im Vatikan vorgestellten Dokument in Vorbereitung auf die Weltbischofssynode 2023. Alle Gläubigen seien dazu aufgerufen, an der Weiterentwicklung der Kirche mitzuarbeiten. Von »Synodalität« ist die Rede. Darunter wird verstanden, dass auf möglichst breiter Basis unter Einbeziehung von Nicht-Klerikern über die Zukunft der Kirche beraten wird.

Das »Zentralkomitee der deutschen Katholiken« (ZdK) applaudierte pflichtbewusst.

► Seit Jahren übt sich das Laien-Forum im braven Gehorsam.

Ein pflegeleichtes Laien-Forum, finanziell und personell abhängig von den Bistümern, das in der Vergangenheit vor allem die Interessen des Klerus vor allzu vehementen Zugriffen der Gläubigen schützte. Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, sprach denn auch von einem »Meilenstein«. Eine fromme Lüge. Es geht schlichtweg darum, den aktuellen Kritik-Hochdruck durch allerlei Gesprächs-Inszenierungen zu kanalisieren, indem sich Laien weiterhin beteiligt fühlen sollen, ohne entscheiden zu können.

Die Ausrufung von Offenheit und Teilhabe als klerikale Marketing-Strategie. Der Claim: »Synodaler Weg«. Dabei bringt es inhaltlich nicht Neues, verfestigt das Vorhandene:

die Position der Frau, [kath. Kirche betreibt Misogynie (Frauenfeindlichkeit) aufgrund hierarchisierendem Geschlechtshabitus; H.S.]

die kirchliche Sexualmoral,

den Umgang mit Macht,

die priesterliche Ehelosigkeit,

Missbrauch

und Korruption.

Norbert Lüdecke Die Täuschung Haben Katholiken die KircheAlle Themen werden seit Jahren diskutiert – ohne nennenswerte Änderungen.

Es braucht ein solides Resilienz-Polster, viel Verdrängungskunst und große Demütigungsbereitschaft, um sich in dieser machtbewussten Männer-Diktatur heimisch zu fühlen. Für einen Außenstehenden, gar Ungläubigen, ist nicht zu übersehen, dass hier eine autoritär-hierarchische Struktur als »Gemeinde« und »Christengemeinschaft« rhetorisch vernebelt wird. Trotz allem: das Kirchenvolk bleibt mehrheitlich noch hoffnungsfroh, gehorsam und duldsam. Auch die engagierten klerikalen Laien.

Darüber hat der Theologe Norbert Lüdecke nun ein erhellendes Buch mit dem Titel »Die Täuschung. Haben Katholiken die Kirche, die sie verdienen?« geschrieben, das Struktur und Systematik der kirchlichen Placebo-Debatte eindrucksvoll seziert.

Der sogenannte »Synodale Weg« – so urteilt der Autor – ist nichts anderes als eine große (Selbst)-Täuschung der katholischen Laien – und ein Täuschungsmanöver der Kirchen-Männer, kompromisslos inszeniert, um innerkirchlichen Protest und Reformgedanken zu neutralisieren. Bleibt die Frage: warum machen das die engagierten Laien und die hoffnungsfrohen Gläubigen eigentlich mit?

Lüdecke, Professor für Kirchenrecht an der Universität Bonn, spannt einen weiten Bogen: von der »hierarchischen Einhegung« des Laien-Engagements etwa mit der Gründung des »Zentralkomitees der Deutschen Katholiken« (ZdK) in den frühen Fünfzigerjahren, über die 'Würzburger Synode' in den Siebziger Jahren, als westdeutsche Bistümer die Laien zum Dialog einluden, wo es dann viele Beschlüsse und Abstimmungen gab, aber nicht jede Stimme gleiches Gewicht besaß, bis zum heutigen »Synodalen Weg«.

Dort – so Lüdecke beinahe ketzerisch – lassen sich „engagierte Laien auf ein betreutes Diskutieren ein, bei dem sich in den ohnehin überschaubaren Debattenphasen noch von liturgischen Feiern und sogenannten »EinHalten« unterbrechen lassen.“

► Lüdecke ist ein scharfsinniger Autor.

Kirchenkriminalitaet-Kindesmissbrauch-Unzucht-mit-Minderjaehrigen-Kinderschutz-Engelamt-sexueller-Missbrauch-Kritisches-Netzwerk-Kirchenkritik-Kinderficker-Kinderrechte Schon 2018 veröffentlichte er einen Aufsatz über den Umgang der Kirche mit ihren Missbrauchs-Verbrechen, der weithin Beachtung fand. Darin führte er auch eine Mängelliste auf, die das skandalöse Beharren der Kirche auf Bestimmungen und Strukturen belegt, die sexuellen Missbrauch nicht nur nicht verhindern helfen, sondern ihn begünstigen oder gar fördern.

Er nannte das Katholische Kirchenrecht, das den sexuellen Missbrauch Minderjährigen immer noch als „vergleichsweise leichten Verstoß gegen die Zölibatspflicht“ wertet und die kanonische Strafe weitgehend dem Ermessen eines kirchlichen Richters überlässt.

An die Kleriker, aber auch an alle Katholiken, appellierte er eindringlich:

Sie müssen sich entscheiden, was für Sie mehr zählt … Wenn Sie sich effektive Mittel scheuen, etwas an dem zu ändern, über das Sie sich empören, dann sollten sie aufhören und sich mit der »Übergriffigkeit des Systems« abfinden.

Es gäbe innerkirchlich keine Kultur politischer Verantwortung, kritisierte er:

Die derzeitigen deutschen Diözesanbischöfe haben ihr Amt mehrheitlich nach 2010 angetreten. Fast alle waren sie vorher in anderen diözesanen Ämtern verantwortlich tätig, überwiegend mit Zuständigkeiten für Personal- und insbesondere Kleriker-Angelegenheiten. Und dennoch will keiner so viel gewusst haben, dass er sich verantwortlich zu fühlen hätte?

Kirchenkriminalitaet-Sexualstraftaeter-katholische-Kirche-Kindesmissbrauch-Unzucht-Kinderschutz-sexueller-Missbrauch-Kritisches-Netzwerk-Kinderficker-Kinderrechte Daran hat sich bis heute wenig geändert. Ein klerikales Täter-Kartell hat ein System aus Verschweigen, und Vertuschen etabliert. Und die Mehrzahl der katholischen Gläubigen hat es hingenommen.

In seinem neuen Buch fragt Lüdecke: Warum machen die Gläubigen bei dieser aktuellen Partizipations-Simulation, die diesmal unter dem Claim »Synodaler Weg« firmiert, erneut mit?

Gibt es Faktoren, die Katholiken den Blick auf die kirchliche Realität verstellen, oder vielleicht eine spezifisch katholische Disponierung, diese Realität gar nicht sehen zu wollen? [..] Ist ihre Angst, sich von einer reformunfähigen Kirche distanzieren zu müssen, größer als ihr Leiden an der real existierenden Kirche?“

Beinahe lakonisch konstatiert er, dass das Kirchenvolk auf diese Weise weiterhin gut betreut durch ein „potemkin´sches Sydonaldorf« schreitet, „[..] in dem vor allem eines praktiziert wird: die alte katholische Unterwerfungshaltung gegenüber den Kirchenherren.“ Kurzum: es wird alles bleiben, wie es ist. Die Kirche ist unreformierbar. „Sie reden über die Glückseligkeit im Jenseits, wollen aber die Macht im Diesseits”, sagt der Autor, Journalist und Literaturkritiker Christopher Hitchens. Es könnte als Motto für die angekündigte »Synodalität« des Vatikans stehen.

► Haben Katholiken die Kirche, die sich verdienen?

Im Untertitel des Buches wird gefragt: Haben Katholiken die Kirche, die sich verdienen? Ja!, möchte man da antworten. Niemand muss freiwillig an der Kirche leiden. Die Seelenpein kann ein Ende finden – durch Kirchenaustritt. „Wer diesen Weg aus der selbst gewählten Unmündigkeit heraus scheut, der sollte mit Klagen aufhören und sich dem Systems abfinden“, schreibt Lüdecke. Allen katholischen Gläubigen, die auf das warme All-inclusive-Sinnstiftungsangebot ihrer Kirche nicht verzichten wollen, verweist er auf die Ärztin und Schriftstellerin Esther Vilar, die schon vor vielen Jahren von katholischen Frauen verlangt hatte: „Werdet erwachsen und seid religiöse Selbstsorger und Sinnfinder“.

Kirchenaustritt-Konfessionsfreie-Konfessionslosigkeit-Selbstbestimmungsrecht-Weltanschauung-Weltanschauungsfreiheit-Zwangskonfessionalisierung

Norbert Lüdecke ist ein kluges, kenntnisreiches und argumentstarkes Buch gelungen. Es beschreibt schonungslos die Schieflage der Kirche. Das ist aufklärender Lesestoff im besten Sinne und erhellende Lektüre für alle, die an der Kirche zweifeln und verzweifeln. Wer freilich eine Anleitung für das Verlassen aus diesem Unterdrückungs- und Täuschung-Labyrinth erwartet, der wird enttäuscht. Das Drama seiner Selbsttäuschung muss er selbst beenden.

Das Buch kann dabei von großem Nutzen sein.

Helmut Ortner            bitte ab hier weiter runterscrollen und 2 Buchempfehlungen beachten!
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Helmut Ortner, Jahrgang 1950, hat bislang mehr als zwanzig Bücher, überwiegend politische Sachbücher und Biografien veröffentlicht. Bekannt wurde er durch seine Arbeiten zum Dritten Reich und zu dessen juristischer und gesellschaftlicher Aufarbeitung.

"Der einsame Attentäter - Georg Elser, der Mann der Hitler töten wollte" und "Der Hinrichter - Roland Freisler, Mörder im Dienste Hitlers" sowie "Hitlers Schatten - Deutsche Reportagen", die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. Es folgte der Essayband "Der Zorn - Eine Hommage" (2012) sowie "Das Buch vom Töten - Über die Todesstrafe", (2013).

Am 31. Mai 2021 erschien von Helmut Ortner: "WIDERSTREIT – Über Macht, Wahn und Widerstand". 248 Seiten, 20 Euro im Nomen Verlag Frankfurt. ISBN: 978-3-939816-80-5. Das Buch ist auch als Digitales E-Book (EPUB) erhältlich, ISBN 978-3-939816-81-2.

Seine Bücher wurden bislang in 14 Sprachen übersetzt. Für seine Tätigkeit als Medienentwickler erhielt er mehr als 40 Auszeichnungen (u.a.  European Newspaper Award, Hall of Fame, CP Award Gold). Helmut Ortner wohnt in Darmstadt und arbeitet in Frankfurt-Sachsenhausen. Er ist Mitglied bei Amnesty International und im Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung. Mehr über den Autor bei Wikipedia.

       

»Unter "Religiotie" verstehe ich eine spezielle Form der geistigen Behinderung,
die durch intensive Glaubens-Indoktrination vornehmlich im Kindesalter ausgelöst wird
und die zu deutlich unterdurchschnittlichen kognitiven Leistungen
sowie spezifischen Einschränkungen des affektiven Verhaltens führt,
sobald es um glaubens­relevante Sachverhalte geht -
etwa um das Anerkennen der empirischen Belege der Evolutionsbiologie.«

(- Dr. phil. Michael Schmidt-Salomon)

    

»Im Unterschied zu anderen Formen der Intelligenzminderung
muss sich Religiotie keineswegs in einem generell reduzierten Intelligenzquotienten niederschlagen.
So wie wir - beispielsweise beim autistischen Syndrom - "Inselbegabungen" feststellen können,
gibt es allem Anschein nach auch "Inselverarmungen".
Religiotie sollte deshalb vornehmlich als "partielle Entwicklungsstörung" verstanden werden
- ein Begriff, den der Entwicklungspsychologe
Franz Buggle schon vor einigen Jahren vorgeschlagen hat,
um die spezifischen Denkhemmungen religiöser Fundamentalisten zu fassen.«

(- Dr. phil. Michael Schmidt-Salomon)


► Quelle: Der Artikel wurde am 12. September 2021 erstveröffentlicht bei Pressenza, eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat >> Artikel. Der gesamte, von Pressenza produzierte Inhalt, steht unter der Lizenz Creative Commons 4.0. kostenlos zur Verfügung (CC BY 4.0). Das Material wird per Email und RSS an die Abonnentinnen und Abonnenten verschickt und ist dauerhaft auf der Webseite www.pressenza.com abrufbar.

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In diesem Sinne verbreitet Pressenza Studien, Analysen und Aktionen, die zum Weltfrieden und zur Überwindung der Gewalt beitragen. Dabei legt sie ihren Schwerpunkt auf die Abrüstung nuklearer und konventioneller Waffen, auf die friedliche Lösung von Konflikten, auf Prävention und den Rückzug aus den besetzten Gebieten.

Pressenza verurteilt ebenfalls alle Handlungen und Situationen, die in der Bevölkerung Schmerz und Leiden bewirken. Hier versucht sie die Ursachen zu entdecken und sie zu verändern und spielt dabei eine Rolle, die über das bloße Zuschauen hinausgeht. Die Agentur bildet auch aus und nimmt Volontäre auf, die diese Überzeugungen teilen. Mehr Infos über Pressenza >> weiter.


ACHTUNG: Die Bilder und Grafiken im Artikel sind nicht Bestandteil des Originalartikels und wurden von KN-ADMIN Helmut Schnug eingefügt. Für sie gelten ggf. andere Lizenzen, siehe weiter unten. Grünfärbung von Zitaten im Artikel und einige Verlinkungen wurden ebenfalls von H.S. als Anreicherung gesetzt.

► Bild- und Grafikquellen:

1. RELIGION - BECAUSE THINKING IS HARD. Public Domain - Gemeinfreiheit!

2.  Japanisches Sprichwort: "MAN KANN AUCH ZUM KOPF EINER SARDELLE BETEN, ES KOMMT NUR AUF DEN GLAUBEN AN." Die Sardellen (Engraulidae) sind eine Familie der Heringsartigen. Die kleinen Fische leben als planktonfressende Schwarmfische in den Ozeanen gemäßigter und tropischer Breiten. Die meisten Arten kommen vor allem in der Nähe der Küsten vor, einige auch im Süßwasser, die meisten davon in Südamerika. Urheber: Massimiliano Marcelli / Alessandro Duci. Quelle: Wikimedia Commons. Der Urheberrechtsinhaber dieses Werkes, veröffentliche es als gemeinfrei. Dies gilt weltweit. Bildbearbeitung (Inschrift): Wilfried Kahrs / QPress - Grafik ebenfalls gemeinfrei.

3. Kirchenaustritt.de - Informationen zum Kirchenaustritt >> kirchenaustritt.de

4. Was war der religiöse oder ökonomische Treiber in Kirchen und Religionen im Mittelalter? Diese Frage stellte sich der Mensch nicht, weil er stets an das glaubte, was einem die Welterklärer vorgaben. Heutzutage sind insb. jüngere Menschen kritischer, vor allem die römisch-katholische Kirche verliert insgesamt an Einfluss. Grafik/Quelle: pngguru.com (free Clipart).

Norbert Lüdecke Die Täuschung Haben Katholiken die Kirche5. Buchcover: »Die Täuschung. Haben Katholiken die Kirche, die sie verdienen?« von Norbert Lüdecke, ersch. im Juli 2021 im Verlag wbg Theiss. 304 S. Print: ISBN 978-3-8062-4353-6, Preis 20.00€. Auch erhältlich als EPUB eBook, ISBN 978-3-8062-4412-0, Preis 15,99€ und als PDF eBook ISBN 978-3-8062-4411-3.

Schluss mit der (Selbst)-Täuschung der katholischen Laien!

Wie kann es sein, dass die katholische Kirche in einer Zeit von Missbrauchsskandalen und massenhaften Kirchenaustritten so wenig Reformwillen zeigt? Der Kirchenrechtler und Theologe Norbert Lüdecke deckt mit seiner scharfen Analyse auf, dass die deutschen Bischöfe ihre ganz eigene Art der Krisenbewältigung perfektioniert haben. Ihr Ziel ist es offensichtlich, echte Kirchenreformen zu verhindern. Doch warum lassen sich die Katholiken darauf ein?

    Gesprächsangebote als Beruhigungspille: Warum runde Tische nichts bewirken
    Der Synodale Weg: Warum Laien mitreden, aber nicht mitentscheiden dürfen
    Die Folgen der Würzburger Synode und der Reformstau der Kirche
    Kirchenhierarchie als Reform-Verhinderer: Was sich jetzt ändern muss
    Die Macht der Basis? Warum es immer noch zu wenig Gegenwind gibt

Was muss jetzt geschehen, damit die katholische Kirche eine Zukunft hat?

Priesterzölibat, Frauenrechte, und Geschiedene, die wieder heiraten möchten: Nicht erst seit der Aufdeckung der Missbrauchsskandale wenden die deutschen Bischöfe eine Hinhaltetaktik an. Wenn es zu bedrohlichen Situationen kommt, wecken sie mit Gesprächsangeboten Hoffnung. Das Laienengagement des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und der Synodale Weg sind zwei Beispiele dafür.

Der zeitgeschichtlich und kirchenrechtlich informierte Blick des profilierten Bonner Professors Norbert Lüdecke zeigt, dass das zwar Druck aus dem innerkirchlichen Kessel nimmt. Aber es verändert nichts an den hierarchischen Strukturen, die dringend benötigte Kirchenreformen blockieren statt befördern. (Text: Buchbeschreibung Verlag wbg Theiss!)

Inhaltsverzeichnis zu „Die Täuschung“

Und täglich grüßt der "Dialog" . . . . . . . 7

1952 Hierarchische Einhegung des Laienengagements: die Gründung des "Zentralkomitees der deutschen Katholiken"  . . . . . . . 15

1972-1975 Druckablass und Beruhigung: die Würzburger Synode  . . . . . . . 27

2011-2015 Schön, darüber gesprochen zu haben: der Gesprächsprozess der deutschen Bischöfe  . . . . . . . 75

Seit 2020 Lasst sie doch (wieder) reden ...: der Synodale Weg . . . . . . . 151

Warum? Sehschwäche und Regression - Geduld und Komplizenschaft  . . . . . . . 209

Schluss? Letzte Ausfahrt "Trotzdem!"  . . . . . . . 247

Anhang . . . . . . . 251

Abkürzungsverzeichnis  . . . . . . . 251

Anmerkungen  . . . . . . . 255

Quellen  . . . . . . . 283

Literatur  . . . . . . . 287

6. Verbrechen an Schutzbefohlenen durch schwere Körperverletzung in Serie, Stockschläge, sexuelle Ausbeutung, Freiheitsberaubung, Nötigungen, Beleidigungen und Erniedrigungen. Auch den Regensburger Domspatzen vieler Jahrgänge hat es lang genug weh getan, physisch wie psychisch. Manche von ihnen sind von ihrer dunklen Internatszeit bis heute noch traumatisiert, teils körperlich beeinträchtigt. Sie leiden noch immer an den Spätfolgen ihrer verlorenen Kindheit. Den früh Geschundenen und Geschlagenen blieb jahrelang nur Verdrängung. Ohne Gerechtigkeit gibt es keinen Frieden. Bildidee: Helmut Schnug. Bildbearbeitung: Wilfried Kahrs (WiKa). Bei Verwendung dieser Bildgrafik bitte unbedingt Hinweis auf www.Kritisches-Netzwerk.de.

7. KIRCHENZONE. Grafik: Wilfried Kahrs (WiKa). Bei Verwendung bitte unbedingt Hinweis auf www.Kritisches-Netzwerk.de

8. Kirchenaustritt.de - Demokratie beginnt mit der Trennung von Staat und Kirche >> kirchenaustritt.de

9. Buchcover siehe # 5

Helmut-Ortner-EXIT-neu-Warum-wir-weniger-Religion-brauchen-Abrechnung-Kritisches-Netzwerk-Religionskritik-Kirchenrepublik-Staatsdoktrin-Kirchenprivilegien-Kirchenstaat10. Buchcover: "EXIT: Warum wir weniger Religion brauchen - Eine Abrechnung", Herausgeber Helmut Ortner, Nomen Verlag, in 2. Auflage erschienen am 02. März 2020, ISBN 978-3-939-81669-0. Softcover mit Klappen, 18,00 € mit neuen Cover.

2019 feiert Deutschland 100 Jahre Weimarer Verfassung und 70 Jahre Grundgesetz – und damit indirekt auch 100 bzw. 70 Jahre Verfassungsbruch (Missachtung der von der Verfassung geforderten weltanschaulichen Neutralität des Staates / Trennung von Staat und Religion seit 1919 bzw. 1949). Der Band versteht sich als Streitschrift gegen diesen konstanten Verfassungsbruch.

Welche Rolle soll Religion heute spielen? So wenig wie möglich – wenn es nach den Autorinnen und Autoren dieses Sammelbandes geht. Noch immer ist ihr Einfluss auf Politik und Gesellschaft stark und unheilvoll. Ob als autoritäre Staatsdoktrin oder gesellschaftliches Sinnstiftungsangebot – es braucht keine Religion für einen furchtlosen Ausblick in die Zukunft.

"Exit: Warum wir weniger Religion brauchen - Eine Abrechnung": Mit Essays u.a. von Hamed Abdel-Samad, Michael Schmidt-Salomon, Carsten Frerk, Corinna Gekler, Phillip Möller, Michael Herl, Constanze Kleis, Daniela Wakonigg, Klaus Ungerer, Gunnar Schedel, Andreas Altmann sowie einem Exklusiv-Interview mit Richard Dawkins.

Helmut Ortner hat bislang mehr als zwanzig Bücher, überwiegend politische Sachbücher und Biografien veröffentlicht, u.a. "Der Hinrichter – Roland Freisler", "Mörder im Dienste Hitlers", "Der einsame Attentäter – Georg Elser", "Fremde Feinde – Der Justizfall Sacco & Vanzetti", "Gnadenlos deutsch". Zuletzt erschienen "Wenn der Staat tötet – Eine Geschichte der Todesstrafe" (2017) sowie "Dumme Wut – Kluger Zorn" (2018). Seine Bücher wurden bislang in 14 Sprachen übersetzt. Für seine Tätigkeit als Medienentwickler erhielt er mehr als 40 Auszeichnungen (u.a.  European Newspaper Award, Hall of Fame, CP Award Gold). Helmut Ortner arbeitet und lebt in Frankfurt und Darmstadt. Er ist Mitglied bei Amnesty International und im Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung. Mehr über den Autor: http://ortner-concept.de .

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