Kriege und Medien fördern den Hurra-Militarismus

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Kriege und Medien fördern den Hurra-Militarismus
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Kriege + Medien fördern den Hurra-Militarismus

Gefühle wie Altruismus und Solidarität werden ausgenutzt.

Stimmen der Friedfertigkeit bleiben auf der Strecke.

von Helmut Scheben, Zürich | für die Online-Zeitung INFOsperber

zeppelin_sz_sueddeutsche_zeitung_bomben_russland_hetzblatt_propaganda_russophobie_kritisches_netzwerk_daniel_broessler_nato_russia_stefan_kornelius_kriegstreiber Im April 2022 sagte der ukrainische Fotograf Alexey Furman, der den Krieg in der Ukraine seit vielen Jahren dokumentierte: «Der Krieg hat nicht am 24. Februar angefangen, sondern vor acht Jahren.»

Oder hat der Krieg wie andere Kriege nicht viel früher in unseren Köpfen angefangen?

Aufschlussreich ist ein Artikel, der zwischen dem 27. und 29. Juli 2022 von der 'Süddeutschen Zeitung' bis zum 'Zürcher Tages-Anzeiger', der 'Basler Zeitung', der 'Berner Zeitung' und 'Der Bund' verbreitet wurde. Er trug den Titel «Verdammt zum Nichtstun». Da beklagen sich Ukrainer, dass sie nicht kämpfen dürfen. Denn das ukrainische Verteidigungsministerium rekrutiert derzeit vor allem Männer, die seit 2014 im Donbass Erfahrungen im Kampf gegen Separatisten gesammelt haben, welche von Russland unterstützt werden.

«Millionen würden sofort an die Front gehen», heisst es da, aber ihr Land brauche sie gerade nicht. Viele fühlen sich diskriminiert und deprimiert. Als Feiglinge und Versager verachtet: «Ein Leben im Schatten». Kein Leben im strahlenden Licht der Uniformen und der Waffen.

Da kommt eine Mentalität zum Vorschein, die mehr will als ein gewöhnliches Leben im Frieden.

Der deutsche Schriftsteller Heinrich Böll, der im Zweiten Weltkrieg als einfacher Soldat mehrmals verwundet wurde, war wohl der erste deutsche Intellektuelle, der nach dem Krieg einem französischen Journalisten Rede und Antwort stand. Böll sagt dort Sätze, die für viele junge Kriegsfreiwillige schockierend klingen mögen:

«Der Krieg hat mich gelehrt, wie lächerlich die Männlichkeit ist. Hätte es keinen Krieg gegeben, dann hätte ich wahrscheinlich diese Lächerlichkeit in irgendeinem Beruf entdeckt. Sagen wir, ich wäre Lehrer oder Angestellter in einem Betrieb; meine Kollegen, fast alle lächerlich in ihrer Männlichkeit, in ihrer Wichtigtuerei und ihrem Gerede. Das klingt jetzt sehr böse, weil ja Männer im Krieg auch einiges mitmachen, sie sterben, sie werden verwundet. Und trotzdem hat mich der Krieg in seiner Lächerlichkeit, in seiner absurden Lächerlichkeit, zum Verächter des Mannes gemacht.»

Der Schriftsteller aus einer katholischen Familie des Rheinlandes erklärt in diesem langen Interview (Heinrich Böll: Eine deutsche Erinnerung), ausführlich, wie er zu seiner Haltung gekommen ist. Seine Erfahrungen erinnern an ähnliche Beobachtungen im Ersten Weltkrieg.

Der britische Mathematiker und Philosoph Bertrand Russell [Foto unten, rechts neben H. Böll] schreibt in seinen Memoiren über den Sommer 1914, es habe ihn mit Grauen erfüllt zu sehen, dass etwa neunzig Prozent der Bevölkerung eine Art Vorfreude auf den Krieg fühlten: «Ich musste meine Ansichten über die menschliche Natur revidieren.»  

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Sigmund Freud schrieb an Albert Einstein, dass eine mit dem Selbsterhaltungstrieb verbundene menschliche Aggressionsfähigkeit vorhanden sei, die nutzbar gemacht werden könne, um Menschen für den Krieg zu begeistern. Die übergroße Mehrheit der Leute bedürfe außerdem einer

«Autorität, welche für sie die Entscheidungen fällt, denen sie sich meist bedingungslos unterwerfen.» Er schloss seinen Brief mit den Worten: «Wie lange müssen wir nun warten, bis auch die anderen Pazifisten werden? (…) Vielleicht ist es keine utopische Hoffnung, dass der Einfluss der beiden Momente, der kulturellen Einstellung und der berechtigten Angst vor den Wirkungen eines Zukunftskrieges, dem Führen von Kriegen in absehbarer Zeit ein Ende setzen wird.»

Der israelische Historiker Shlomo Sand verwendet für die soziale Konditionierung den Begriff «implantiertes Gedächtnis» und erklärt:

«Wir alle werden in ein Universum von Diskursfeldern hineingeboren, das die ideologischen Machtkämpfe früherer Generationen geformt haben. Noch ehe sich der Geschichtswissenschafter das Rüstzeug zu einer kritischen Hinterfragung aneignen kann, formen all die Geschichts- Politik- und Bibelstunden in der Schule, die Nationalfeiertage, Gedenktage, öffentlichen Zeremonien, Straßennamen, Mahnmale, Fernsehserien, und sonstigen Erinnerungssphären seine Vorstellungswelt. In seinem Kopf liegt ein riesiger Brocken ‹Wahrheit›, den er nicht einfach umgehen kann.» (Shlomo Sand: Die Erfindung des jüdischen Volkes).

Konditionierung-Manipulation-Beeinflussung-Gehirnwaesche-NutzmenschhaltungDieser riesige Brocken 'Wahrheit' ist es, der unseren Blick auf die komplexen Ursachen des Krieges verstellt. Wir nehmen nicht wahr, dass Menschen für den Krieg dressiert werden. Sie lernen, Krieg zu befürworten.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Akzeptanz des Krieges oder zumindest die affirmative Haltung gegenüber dem Krieg in uns allen als soziale Lektionen tief verankert sind.

In den achtziger Jahren habe ich für die linksrevolutionäre FMLN-Guerilla im Bürgerkrieg in El Salvador gearbeitet und beobachten können, wie stark junge Männer und Frauen von Waffen und Krieg fasziniert sind. Es ging vordergründig immer um die Legende vom 'Kampf für die gerechte Sache'.

Die meisten legten sich kaum Rechenschaft ab über ihre fundamentaleren Motive:

die Mutproben als Stärkung des Selbstwertgefühls,

die Flucht vor privaten Problemen oder einer Sinnleere des Alltags,

die Erwartung von sozialem Ansehen und Geborgenheit in stabilen militärischen Strukturen,

der Respekt vor Autoritäten

und die romantische Hoffnung auf die Erfahrung der vielbeschworenen Kameradschaft im Kampf.

erich_fromm_1_psychoanalytiker_sozialpsychologe_gesellschaftskritiker_gesellschaftscharakter_sozialcharakter_kritisches_netzwerkViele von ihnen merkten zu spät, dass zwischen dem eigenverantwortlichen, freien Denken und dem militärischen Prinzip von Befehl und Gehorsam ein Widerspruch besteht.

Der Philosoph und Sozialpsychologe Erich Fromm kommt in seinem Versuch, Ursachen der beiden Weltkriege zu ergründen, zu dem Schluss, dass der Krieg auf pervertierte Art als soziale Wohltat empfunden werden kann:

«Der Krieg bewirkt bis zu einem gewissen Grad eine Umwertung aller Werte. Er bewirkt, dass tiefeingewurzelte menschliche Impulse wie Altruismus und Solidaritätsgefühl zum Ausdruck kommen – Impulse, die durch den Egoismus und den Konkurrenzkampf des modernen Menschen in Friedenszeiten unterdrückt werden. Klassenunterschiede verschwinden ganz oder doch in beträchtlichem Mass. Im Krieg ist der Mensch wieder Mensch und er hat die Chance, sich auszuzeichnen […] Dass der Krieg diese positiven Züge aufweist, ist ein trauriger Kommentar zu unserer Zivilisation.»

(Erich Fromm: Anatomie der menschlichen Destruktivität (S. 241) - Buch und Video 1 - Fragen an Fromm 1974 und Video 2 - Über die Ursprünge der Aggression).

► Propagandafotos vom 'Volk in Waffen'

Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine zeigten Medien Zivilpersonen, die mit einer Kalaschnikow vor der Kamera posierten.

Wollt-ihr-den-totalen-Krieg-Kriegsoffensive-Kriegsreden-Kriegsrhetorik-Kriegstreiber-Kriegstrommler-Kritisches-Netzwerk-Volksverhetzung-Aggressionspolitik-Agitprop-Feindbild«Bevölkerung bewaffnet sich: ‹Wir werden die Russen besiegen›» titelte die Pendlerzeitung '20minuten' am 26. Februar nach dem russischen Angriff. In Deutschland konnte 'Die Zeit' nicht der Versuchung historischer Zitate widerstehen: «Zu den Waffen» titelte das Blatt am 7. März, und man hörte unwillkürlich die Marseillaise: «Aux armes citoyens, formez vos bataillons» (An die Waffen Bürger, formiert eure Truppen).

Zu Beginn des Krieges wurde an die Zivilisten appelliert, zu den Waffen zu greifen:

Die Vorstellung vom einfachen Volk, das sich in Waffen gegen die Tyrannei erhebt, ist Teil unserer Kulturgeschichte und unserer sozialrevolutionären Mythen. Vom Sturm auf die Bastille bis hin zum Sturm der Bolschewiki auf den Winterpalast ist der Aufstand der Massen ein ideologisches Versatzstück, das linke und rechte Revolutionäre bis heute kultivieren. Oft übersehen sie dabei, dass bei derlei historischen Revolutionen viele andere politische Faktoren mehr Gewicht hatten als die reine Effizienz der Waffen an einem Tag in der Geschichte. Die Oktoberrevolution wurde zum größten Teil vom deutschen Kaiserreich finanziert.

Mit der fortschreitender Entwicklung der Waffentechnik vom Kriegshandwerk zu einer industrialisierten Massenvernichtung im 20. Jahrhundert (Gas und Artillerie) verlor das Konzept der 'spontanen Volksbewaffnung' zwar – wie man jetzt wieder sieht – nichts von seiner Symbolmacht, wurde aber bei dem Versuch der praktischen Umsetzung zu einem Experiment mit unsicherem Ausgang.  

Denn der Gebrauch moderner Schnellfeuerwaffen der Infanterie ist eine schwierige Sache, die eine sorgfältige Ausbildung erfordert. Das wird in der Schweiz jedem Rekruten beigebracht. Die Vorstellung, man könne einer Universitätsstudentin oder einem Bäckerlehrling ein Sturmgewehr in die Hand drücken und sie dergestalt bewaffnet an die Barrikaden schicken, ist für jeden Waffen-Instruktor ein Albtraum.

Sicher ist nur, dass die Chirurgen in dem Fall viel Arbeit bekommen durch versehentliche Bauchschüsse aus ungesicherter Waffe, vorzeitig explodierte Handgranaten und anderes mehr.

NO_WAR_Krieg_Zerstoerung_Kriegstrommelei_Kriegsrhetorik_Kriegstreiber_Kriegsgewinnler_Kriegshetze_Kriegsprofiteur_Kriegspropaganda_Eskalation_NATO_Kritisches-Netzwerk

Die richtige Seite?

Gegen den Krieg!

Egal von welcher Seite!

Die fotografische Darstellung rund um den 'Volkswiderstand' in der Ukraine hat Elemente von Tragödie und von Groteske. Man kann einerseits keinem Menschen den Respekt versagen, der den Mut hat, seine Heimat unter Lebensgefahr zu verteidigen, selbst wenn seine Argumente sich mehr auf Emotionen als auf Fakten stützen. Andererseits sollten Vernunft und Realitätswahrnehmung oberstes Gebot sein, wo es um Leben oder Tod geht. Elite-Einheiten der Infanterie lernen den Häuserkampf mit seinen komplexen taktischen Problemen in einer langen Ausbildung. Es wäre daher kalter Zynismus, militärisch unerfahrene Menschen zu bewaffnen und in eine Gefechtssituation zu schicken, in der sie kaum Chancen auf Effizienz oder Überleben haben.

Porträtfotos von Zivilisten mit Sturmgewehren gehören zur Propaganda der Regierung in Kiew [Nazigrad; H.S.]. Da wurden Leute als Symbol des Widerstandswillens fotografiert, denen man nicht sagt, dass sie das Material sind, das für einen Betrug gebraucht wird. Sie werden im Wohnzimmer als Heldinnen und Helden fotografiert, draußen auf der Strasse sind sie billiges Kanonenfutter.

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Solche Bilder sind aber nur Teil einer weitaus tieferliegenden ideologischen Grundströmung, oder bildlich gesagt: einer kulturellen Grundwasserverseuchung auf dem gesamten Terrain dieses Konfliktes. Da ist unter der Oberfläche der zivilisatorischen Wertegemeinschaft ein Hurra-Militarismus zum Vorschein gekommen, den man lange überwunden glaubte. Der Verleger und Verwaltungsratspräsident  von CH-Media schreibt, die NATO sei «letztlich feige, weil sie die Ukraine in ihrem Freiheitskampf im Stich lässt». Man dürfe nicht in die Knie gehen: Denn «wenn man Angst vor einer atomaren Drohung äussert, hat man schon verloren». Da soll also einmal wieder gekämpft werden bis zum letzten Blutstropfen. Kleinere Masseinheiten sind unbekannt.

Viele Medien sind Echokammern von Rüstungsexperten. Man überbietet sich gegenseitig mit Ratschlägen, welche schweren Waffen der Ukraine zu liefern seien, um den russischen Aggressor zu stoppen. Die Grünen im deutschen Bundestag zum Beispiel, von denen wohl kaum jemand eine militärische Ausbildung absolvierte, mutieren im Handumdrehen zu Spezialisten für den Einsatz von Luftabwehrsystemen, Panzerhaubitzen und so weiter.

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Die Fixierung auf die Frage 'Kampfpanzer ja oder nein' und andere strategische Denkschablonen begraben eine rationale Perspektive auf die komplexe Sachlage. Wer zum Beispiel die nüchterne Frage stellen würde, warum Deutschland verpflichtet sein soll, einer der Kriegsparteien Waffen zu liefern, der würde als Vaterlandsverräter oder «nützlicher Idiot des Kremls» gelten.

Arthur_Ponsonby_Luegen_in_Kriegszeiten_Kriegspropaganda_Propaganda_Bellizismus_Kriegshetze_Kriegsluesternheit_Kriegsverherrlichung_Angstnarrativ_Hass_Kritisches-NetzwerkArthur Ponsonby, britischer Staatsbeamter, Politiker und Pazifist, publizierte 1928 sein Buch 'Falsehood in War-Time' (dt. Titel: 'Lügen in Kriegszeiten. Kritische Betrachtungen' Westend Verlag 2022), wo er festhält, von 1914 bis 1918 müsse es «mehr Lügen in der Welt gegeben haben als in irgendeiner anderen Periode der Weltgeschichte».

Die belgische Historikerin Anne Morelli hat die Studie von Ponsonby analysiert und «zehn Prinzipien der Kriegspropaganda» herausgearbeitet. Zur Nummer vier in dieser Reihe gehört der Propaganda-Lehrsatz: «Wir kämpfen für eine gute Sache und nicht für eigennützige Ziele». (>> 10 Prinzipien)

Die Textbausteine der EU-Politiker seit dem 24. Februar veranschaulichen dieses Propaganda-Narrativ. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell redet, als befände sich die EU im Krieg mit Russland. Er appelliert an die allgemeine Moral:

«Die Welt kann es sich nicht leisten, dass ein starkes Land ein schwaches Land unterdrückt (…) Das ist eine wesentliche Bedrohung für die EU und wir tun alles, um das aufzuhalten.»

Mit diesem moralischen Imperativ wären viele Kleinstaaten rund um den Erdball sofort mit schweren Waffen zu versorgen.

Hehre Moralprinzipien werden verkündet: Solidarität mit den Schwachen, mit einem kleinen unterdrückten Land. Über den weiteren Kontext wird weniger informiert.

Kaum ein Wort darüber, dass die USA seit Jahrzehnten die Strategie verfolgen, einen funktionierenden Wirtschaftsraum Russland-EU zu verhindern.

Kaum ein Wort zu den bekannten US-Strategiepapieren zur Destabilisierung Russlands.

Kaum ein Wort über die Verteidigung des Dollars als Weltwährung und über den erklärten Willen der USA, ihre Rolle als Weltordnungsmacht zu sichern.

Kaum ein Wort über die Interessen der gigantischen westlichen Rüstungsindustrien und ihrer Shareholder.

Der deutsche Dramatiker, Moralist und Mahner Rolf Hochhuth hat versucht, die Vorgänge, die unausweichlich in den ersten Weltkrieg führten, in einem Theaterstück darzustellen: «Sommer 1914. Ein Totentanz». Als Prolog steht dort ein Zitat aus den Memoiren des britischen Außenministers Lord Grey:

«Es mag manche Wahrheit über die Kriegsursachen gesagt werden, aber die Behauptung, die am meisten Wahrheit in sich hat, ist die, dass der Militarismus und die unzertrennbar damit verbundenen Rüstungen den Krieg unvermeidbar gemacht haben. Die Rechtfertigung, die man zur Verteidigung der Rüstung vorzubringen pflegte, lautete, sie geschähe in der Absicht, den Nationen ein Gefühl der Sicherheit zu geben. In Wirklichkeit hat sie bei allen nur Angst erregt. Angst aber gebiert Misstrauen und Hass.»

Totentanz: Rolf Hochhuth über provozierten Krieg am Beispiel vom Sommer 1914 >> bitte anhören (Dauer 45:05 Min.)

Alexander und Margarete Mitscherlich schrieben 1967, der Widerspruch zwischen den Geboten «Du sollst nicht töten» (im Zivilleben) und «Du sollst töten» (im Krieg) sei nicht auflösbar. Er werde akzeptabel gemacht durch moralische Normen, die als Herrschaftsinstrument funktionierten:

«Wer Moral durchsetzt, übt erst einmal Macht aus. Dem Sittengesetz ist Gehorsam zu leisten. Am Lebensanfang verlangt das eine äußere Autorität, schliesslich das Gewissen in uns. Kritische Einwände gegen moralische Gebote können uns mit den uns nächsten Menschen entzweien. Angst hält uns häufig genug stärker dazu an, die Gebote zu befolgen. Denn zum Erwerb einer Überzeugung – was sich in einem unbefangenen Abwägen der Alternativen abspielen müsste – ist meist kein Spielraum gelassen.»  (Mitscherlich: Die Unfähigkeit zu trauern. Grundlagen kollektiven Verhaltens, S. 166).

Die genannten Widersprüche versucht unsere Gesellschaft – wie so viele andere Widersprüche – mit Medikamenten zu lindern. Aus dem Krieg heimkehrende Soldaten müssen immer öfter therapiert werden. Man hat auch schon einen Namen für die Komplikation gefunden: Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS).

Helmut Scheben, Zürich

Buchtipp: (bitte ab hier unbedingt weiterlesen)

»Lügen in Kriegszeiten. Kritische Betrachtungen.« von Arthur Ponsonby, übersetzt von Lena Gundrum und Charlyne Huckins. Es handelt sich hierbei um eine aktuelle Neuausgabe des Klassikers zur Kriegspropaganda. Westend Verlag - Bücher für die Wirklichkeit. Erscheinungstermin: 27. Juni 2022, Seitenzahl: 176, broschur, ISBN 978-3-86489-387-2, Preis 24,00€. Das Buch ist auch als eBook (EPUB) erhältlich, ISBN 978-3-86489-872-3, Preis 18,99€.

Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit Arthur Ponsonby beschreibt in seinem Buch Lügen, die im ersten Weltkrieg erfunden und verbreitet wurden. Ziel dieser Propaganda war es, Angst und Hass in den jeweiligen Bevölkerungen zu schüren, um die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger für den Krieg zu entfachen oder hochzuhalten. Junge Männer sollten für den Kriegsdienst begeistert werden. Arthur Ponsonby analysiert hierfür nicht nur Lügen aus Großbritannien, sondern auch aus den Vereinigten Staaten, Frankreich, Italien und Deutschland. Ein Buch mit erschreckender Aktualität. (Klappentext)

Inhalt:

Die zehn Prinzipien der Kriegspropaganda . . . . . . 9

Einleitung . . . . . . 11

1. Das Bündnis mit Frankreich     . . . . . . 26

2. Serbien und die Ermordung des Erzherzogs . . . . . . 37

3. Der Einmarsch in Belgien als Ursache des Ersten Weltkriegs . . . . . . 43

4. Deutschlands Alleinschuld am Krieg . . . . . . 50

5. Der Durchmarsch russischer Truppen durch Großbritannien . . . . . . 55

6. Die verstümmelte Krankenschwester . . . . . . 58

7. Der verbrecherische Kaiser . . . . . . 61

8.  Der belgische Säugling ohne Hände . . . . . . 67

9. Das Altarbild aus Löwen . . . . . . 72

10. Die verächtliche kleine Armee . . . . . . 73

11. Deutschland über alles . . . . . . 77

12. Das Baby von Courbeck Loo . . . . . . 79

13. Der gekreuzigte Kanadier . . . . . . 80

14. Die Erschießung des Französlings . . . . . . 83

15. Die Briefmarkensammlung vom kleinen Alf . . . . . . 86

16. Der tätowierte Mann . . . . . . 87

17. Die Leichenfabrik . . . . . . 90

18. Der Brief des Bischofs von Sansibar . . . . . . 101

19. Der deutsche U-Boot-Skandal . . . . . . 103

20. Konstantinopel . . . . . . 106

21. Die »Lusitania« . . . . . . 108

22. Bericht über ein abgebrochenes Treffen . . . . . . 113

23. Gräuelgeschichten . . . . . . 115

24. Fake-Fotos . . . . . . 122

25. Die Fälschung von amtlichen Dokumenten . . . . . . 127

26. Heuchlerische Empörung . . . . . . 132

27. Andere Lügen . . . . . . 138

28. Die Produktion von Nachrichten . . . . . . 147

29. Kriegsziele . . . . . . 148

30. Ausländische Lügen . . . . . . 153

(a) Deutschland . . . . . . 153

(b) Frankreich . . . . . . 161

(c) Die Vereinigten Staaten . . . . . . 164

(d) Italien . . . . . . 170

Nachbemerkung . . . . . . 175


Die zehn Prinzipien der Kriegspropaganda

Die Historikerin Anne Morelli hat die im Folgenden dargestellten Propagandatechniken analysiert und in zehn Punkten zusammengefasst. (Siehe: Anne Morelli: Die Prinzipien der Kriegspropaganda, 2004)

1. Wir wollen keinen Krieg

2. Das feindliche Lager trägt die alleinige Schuld am Krieg

3. Der Feind hat dämonische Züge

4. Wir kämpfen für eine gute Sache und nicht für eigennützige Ziele

5. Der Feind begeht mit Absicht Grausamkeiten. Wenn uns Fehler unterlaufen, dann nur versehentlich.

6. Der Feind verwendet unerlaubte Waffen

7. Unsere Verluste sind gering, die des Gegners aber enorm

8. Unsere Sache wird von Künstlern und Intellektuellen unterstützt

9. Unsere Mission ist heilig

10. Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, ist ein Verräter


Leseprobe (einige Auszüge aus der Einleitung):

Arthur_Ponsonby_Luegen_in_Kriegszeiten_Kriegspropaganda_Propaganda_Bellizismus_Kriegshetze_Kriegsluesternheit_Kriegsverherrlichung_Angstnarrativ_Hass_Kritisches-NetzwerkDas Ziel dieses Bandes ist es weder, neue Vorwürfe gegen Behörden oder Einzelperson zu erheben, noch eine Nation mehr als eine andere der Täuschung zu bezichtigen.

Unwahrheiten sind eine anerkannte und extrem nützliche Waffe bei der Kriegsführung und jedes Land setzt sie bewusst ein, um die eigene Bevölkerung zu täuschen, Neutrale anzuziehen und den Feind in die Irre zu führen. Die unwissenden und unschuldigen Massen in jedem Land sind sich zu der Zeit nicht bewusst, dass sie getäuscht werden, und wenn alles vorbei ist, werden die Unwahrheiten nur vereinzelt erkannt und aufgedeckt. Da alles in der Vergangenheit liegt und die Geschichten und Stellungnahmen den gewünschten Effekt bereits erzielt haben, macht sich niemand die Mühe, die Fakten zu untersuchen und die Wahrheit offenzulegen.

Wie wir alle wissen, wird nicht nur in Kriegszeiten gelogen. Der Mensch, so wurde gesagt, ist kein »wahrheitsliebendes Tier«, doch ist seine Gewohnheit zu lügen nicht annähernd so außergewöhnlich wie seine erstaunliche Bereitschaft zu glauben. Tatsächlich ist es die menschliche Leichtgläubigkeit, die Lügen aufblühen lässt. Doch in Kriegszeiten wird die maßgebliche Organisation der Lüge nicht ausrei- chend anerkannt. Die Täuschung ganzer Völker ist keine Angelegen- heit, die auf die leichte Schulter genommen werden kann.

Daher kann im Zeitraum des sogenannten Friedens eine Warnung, die die Menschen in aller Ruhe prüfen können, nützlich sein, dass die Behörden jedes Landes zu dieser Methode greifen, sogar greifen müssen, um sich erstens selbst zu rechtfertigen, indem sie den Feind als reinen Verbrecher darstellen, und um zweitens die Leidenschaft des Volkes hinlänglich zu entfachen, um Rekruten für die Fortsetzung des Kampfes zu gewinnen. Sie können es sich nicht leisten, die Wahrheit zu sagen. In manchen Fällen muss sogar zugegeben werden, dass sie zu dem Zeitpunkt nicht einmal wissen, was die Wahrheit ist.

Der psychologische Faktor im Krieg ist genauso wichtig wie der militärische Faktor. Die Moral der Zivilisten muss, genau wie die der Soldaten, aufrechterhalten werden. Die Kriegsämter, Marine- und Luftfahrtministerien kümmern sich um die militärische Seite. Für die psychologische Seite müssen Abteilungen gebildet werden. Die Menschen dürfen unter keinen Umständen ihren Mut verlieren; daher müssen Siege überhöht und Niederlagen, falls nicht vertuscht, um jeden Preis heruntergespielt werden, und Empörung, Entsetzen und Hass müssen durch »Propaganda« gewissenhaft und fortlaufend in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gebracht werden. [..]

[..] Der Einsatz der Waffe der Unwahrheiten ist  in  einem  Land, in dem die Wehrpflicht nicht im Gesetz verankert ist, notwendiger als in Ländern, in denen alle Männer der Nation automatisch in die Armee, die Marine oder die Luftwaffe eingezogen werden. Die Öffentlichkeit kann durch trügerische Scheinideale emotional aufgewühlt werden. Eine Art kollektive Hysterie verbreitet und steigert sich, bis sie schließlich die Überhand über nüchterne Menschen und seriöse Zeitungen gewinnt. [..]

[..] Da Krieg eine anerkannte Maßnahme ist, auf die zurückgegriffen wird, wenn Regierungen miteinander in Konflikt geraten, sind die Menschen mehr oder weniger darauf vorbereitet. Sie machen sich bereitwillig etwas vor, um ihre eigenen Handlungen zu rechtfertigen. Sie sind begierig darauf, eine Ausrede zu finden, um ihren Patriotismus zur Schau zu stellen, oder bereit, die Gelegenheit für die Aufregung und ein neues Leben voller Abenteuer zu ergreifen, die der Krieg ihnen bietet. Es gibt also eine Art der nationalen Übereinstimmung, jeder rückt vor und der Einzelne nimmt seinerseits das Lügen als patriotische Pflicht auf.

Bei der niedrigen Moral, die in Kriegszeiten herrscht, wirkt eine solche Praxis fast unschuldig. Seine Bemühungen sind manchmal ein wenig grob, aber er gibt sein Bestes, um dem ge gebenen Vorbild zu folgen. Vertreter werden von den Obrigkeiten eingesetzt und zur Propagandaarbeit animiert. Der Typus, der auf Rekrutierungsversammlungen bei der Verbreitung von Unwahrheiten in den Vordergrund trat, ist inzwischen gut bekannt. Das Schicksal, das zumindest einen der berühmtesten von ihnen in diesem Land ereilte, ist beispielhaft dafür, wie tief die öffentliche Meinung in einer Atmosphäre des Krieges sinken kann. [..].

Leseprobe-Ende.

(©) Die Rechte am Text verbleiben selbstverständlich bei den Rechteinhabern. Bitte kauft Euch dieses lohnenswerte Buch! H.S.) 

»Lügen in Kriegszeiten. Kritische Betrachtungen.« von Arthur Ponsonby, übersetzt von Lena Gundrum und Charlyne Huckins. Es handelt sich hierbei um eine aktuelle Neuausgabe des Klassikers zur Kriegspropaganda. Westend Verlag - Bücher für die Wirklichkeit. Erscheinungstermin: 27. Juni 2022, Seitenzahl: 176, broschur, ISBN 978-3-86489-387-2, Preis 24,00€. Das Buch ist auch als eBook (EPUB) erhältlich, ISBN 978-3-86489-872-3, Preis 18,99€.


► Quelle: Der Artikel von Helmut Scheben wurde am 01. August 2022 unter dem Titel »Kriege fördern einen Hurra-Militarismus – auch in Medien.« erstveröffentlicht auf INFOsperber >> Artikel.

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► Bild- und Grafikquellen:

1. Russophobes Kriegstreiber-Hetzblatt Süddeutsche Zeitung (SZ). Die Flagge der Russländischen Föderation als Karte. Autor: Aivazovsky. Quelle: Wikimedia Commons. Der Urheberrechtsinhaber der Originalflagge veröffentlicht es als gemeinfrei. Dies gilt weltweit. Der Urheber des Luftschiff-Fotos mit der Aufschrift "Süddeutsche Zeitung" ist FelixRo. Quelle: Wikimedia Commons. Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung 3.0 nicht portiert“ lizenziert. Die technische Umgestaltung- und Bearbeitung ist eine Ko-Produktion von Wilfried Kahrs / QPress.de und Helmut Schnug. Das neu entstandene Werk darf bei Nennung aller zuvor genannten Details unter CC BY 3.0 weiterverbreitet werden.

2. Heinrich Theodor Böll (* 21. Dezember 1917 in Köln; † 16. Juli 1985 in Kreuzau-Langenbroich) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Nachkriegszeit. Er gilt als herausragender Erzähler der Trümmerliteratur. In seinen Kurzgeschichten, welche sich an Ernest Hemingway orientieren, stellte er die Zerstörung der Stadt, Hunger und Not der Überlebenden wie die Heimkehr und Desillusionierung der Kriegsteilnehmer dar.

Bölls erste Kurzgeschichten erschienen 1947 in Zeitschriften. Sie können als Nachkriegsliteratur bzw. als Kriegs-, Trümmer- und Heimkehrerliteratur bezeichnet werden. Zentrale Themen sind die Erfahrung des Krieges und gesellschaftliche Fehlentwicklungen der Nachkriegszeit in Deutschland. Foto: Marcel Antonisse / Anefo -  Collectie / Archief: Fotocollectie Anefo. Quelle: Wikimedia Commons. Dieses Bild wurde Wikimedia Commons vom Nationaal Archief, dem Hauptarchiv der Niederlande, im Zuge eines Kooperationsprojektes zur Verfügung gestellt. Diese Datei wird unter der Creative-Commons-Lizenz „CC0 1.0 Verzicht auf das Copyright“ zur Verfügung gestellt.

3. Bertrand Russell mit Pfeife, aufgenommen am 17. Juni 1957 Foto: John Drysdale.

4. Konditionierung der Bürger: Die Eliten beeinflussen über die willfährigen Medienhuren (insbesondere der 'Öffentlich Rechtlichen' und der Konzernmedien), die Grundannahmen unserer Gesellschaft in ihrem Sinne auf perfide zu beeinflussen. Schon immer hat politische Propaganda versucht, das weltanschauliche Paradigma einer Epoche in ihrem Sinne zu beeinflussen. Ist auf diese Weise der Boden bereitet, lassen sich dem „Souverän“ auch harte politische Maßnahmen leichter verkaufen, werden Menschen dazu verführt, ihrer eigenen Entrechtung widerstandslos zuzustimmen. Grafikquelle: Bildschirmfoto eines inzwischen gelöschten Musikvideos mit dem Songtitel Medien-Huren. Band: Uncore United (aus Weimar). Album: Eure Wahrheit ist gelogen (2015). Diese Grafik findet sich auch in animierter Version im YT-Video Dark Piano - OCD.

5. Erich Fromm 1974. Photograph: Müller-May. © Deutsche Verlags-Anstalt. Das Foto wurde freundlicherweise von Dr. Rainer Funk, Erich Fromms Mitarbeiter und Nachlassverwalter aus Tübingen, zur redaktionellen Verwendung im Kritischen-Netzwerk zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür, Herr Funk.

6. Wollt ihr den totalen Krieg?" Wenn man sich die von Kriegsrhetorik geprägten Reden von Kriegstrommlern und Scharfmachern wie beispielsweise Frank-Walter Steinmeier, Annalena Baerbock, Christine Lambrecht, Wolfgang Ischinger, Norbert Röttgen, Ursula von der Leyen, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Emmanuel Macron, Jens Stoltenberg und die unzähligen untragbaren Politikdarsteller inkl. der Leitmedien (zuvorderst die Öffentlich Rechtlichen + die Konzernmedien) und Artikelschreiber (Herfried Münkler, Christof Münger u.v.m.) anhört, muß man wohl davon ausgehen, daß sie den "totalen Krieg" herbeireden, diesen aber zumindest billigend in Kauf nehmen.

Urheber: Herbert Johannes Marxen (* 27. Januar 1900 in Flensburg; † 28. Juli 1954 ebenda). Quelle: Ulrich-Schulte-Wülwer, Herbert Marxen - Ein Flensburger Karikaturist aus den letzten Jahren der Weimarer Republik, 1982, no ISBN. Ebenso Wikimedia Commons. Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“ lizenziert (CC BY-SA 3.0).

7. NO WAR. Die richtige Seite? Gegen den Krieg! Illustration: JuliusH / Julius H., Niedersachsen. Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Illustration.

8. Karikatur: Schändliches US-Imperium: Russland durch kriegsverlängernde Waffenlieferungen domestizieren, koste es europäische Menschenleben, was es wolle. Die armen Ukrainer, sagen Sie? Keine Sorge - Sie als Deutsche werden sich nach dem Willen Washingtons auch noch in diese Reihe stellen dürfen!

Karikatur: © Götz Wiedenroth. Zur Person: Götz Wiedenroth wird 1965 in Bremen geboren, beginnt seine berufliche Laufbahn als Industrie- und Diplomkaufmann. Kaufmännische Ausbildung bei der Daimler-Benz AG, Niederlassung Hamburg. Studium der Wirtschaftswissenschaften/ Betriebswirtschaftslehre an der Nordischen Universität Flensburg und der Universität Kiel, Abschluß dortselbst 1995. Beschäftigt sich während des Studiums als Kleinunternehmer mit der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Kunst, organisiert Seminare, Ausstellungen und Kongresse zum Thema Kulturmanagement auf Schloß Glücksburg in Glücksburg. Arbeitet in Flensburg seit 1995 als freier Karikaturist, Cartoonist, Illustrator und Zeichner.

Seine ersten Karikaturveröffentlichungen erscheinen 1989 in der Flensburger Tagespresse. Von 1995 bis 2001 zeichnet er täglich für den Karikaturendienst von news aktuell, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Hamburg. Von 1996 bis 2016 erscheinen landes- und lokalpolitische Karikaturen aus seiner Feder in den Tageszeitungen des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags, Flensburg.

Der von Kindheit an passionierte Zeichner erhält 1997, 2001 und 2008 Auszeichnungsurkunden des "Deutschen Preises für die politische Karikatur", verliehen durch die Akademie für Kommunikation in Baden-Württemberg, Stuttgart. >> weiterlesen. Herzlichen Dank für die Freigabe zur Veröffentlichung Ihrer Arbeiten im Kritischen Netzwerk. Quelle: Flickr und HIER.

zur Webseite von Herrn Wiedenroth: wiedenroth-karikatur.de/.

9. Die toxische Selbstgerechtigkeit der GRÜNEN: Die heutigen GRÜNEN haben mit der Partei, die 1983 in den Bundestag einzog, nur noch den Namen gemeinsam. Statt GEGEN die neue Aufrüstungsspirale zu kämpfen, werben sie FÜR ‚atomare Teilhabe‘ und sonnen sich in ihrer pseudo-moralischen Überlegenheit. Annalena Baerbock: „Wir müssen erst über eine strategische Neuaufstellung sprechen, dann über die Ausgaben. Es muss auch um die Fähigkeiten der NATO und die konkrete Lastenverteilung gehen. Ein theoretisches Zwei-Prozent-Ziel hilft da nicht wirklich weiter.Foto OHNE Text und Logo: Pixabay-user 41330 - Inactive account – ID 41330. Quelle: Pixabay. Alle Pixabay-Inhalte dürfen kostenlos für kommerzielle und nicht-kommerzielle Anwendungen, genutzt werden - gedruckt und digital. Eine Genehmigung muß weder vom Bildautor noch von Pixabay eingeholt werden. Auch eine Quellenangabe ist nicht erforderlich. Pixabay-Inhalte dürfen verändert werden. Pixabay Lizenz. >> Foto. Dazu zwei interessante Artikel HIER und HIER.

10.+11. Buchcover: »Lügen in Kriegszeiten. Kritische Betrachtungen.« von Arthur Ponsonby, übersetzt von Lena Gundrum und Charlyne Huckins. Es handelt sich hierbei um eine aktuelle Neuausgabe des Klassikers zur Kriegspropaganda. Westend Verlag - Bücher für die Wirklichkeit. Erscheinungstermin: 27. Juni 2022, Seitenzahl: 176, broschur, ISBN 978-3-86489-387-2, Preis 24,00€. Das Buch ist auch als eBook (EPUB) erhältlich, ISBN 978-3-86489-872-3, Preis 18,99€.

12. Texttafel "NEIN zur Eskalations-Politik von BRD/NATO . . . ". Grafik: Wolfgang Blaschka (WOB), München. Die Textgrafik besteht nur aus einfachen geometrischen Formen und Text. Sie erreichen keine Schöpfungshöhe, die für urheberrechtlichen Schutz nötig ist, und sind daher gemeinfrei.