NATO-Terror tötet Zivilisten: Mehr Truppen, mehr Mord, mehr Trump-Strategie

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Ulrich Gellermann
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Beigetreten: 22.03.2013 - 15:43
NATO-Terror tötet Zivilisten: Mehr Truppen, mehr Mord, mehr Trump-Strategie
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NATO-Terror tötet Zivilisten

Mehr Truppen, mehr Mord, mehr Trump-Strategie

Blutüberströmte Menschen winden sich auf dem Boden. Kinder wimmern. Frauen klagen. Männern suchen nach Gliedmaßen. Das ist blanker Terror. Und doch sind keine Fotos, keine Videos, keine Nahaufnahmen über die üblichen Kanäle zu bekommen. Alles, was eigentlich unbedingt zur medienwirksamen Bebilderung des Terrors gehört, fehlt. Denn es ist der Falsche. Die Opfer von US-Luftangriffe auf Zivilisten in der Nähe von Kundus, von denen die Provinzbehörden berichten, gehören offenbar nicht zu den kostbaren westlichen Opfern. Falsche Opfer, falsche Täter, Zero News.

Ein klein wenig Nachrichten gibt es immerhin in Vorbereitung eines Treffens der NATO-Verteidigungsminister am kommenden Mittwoch: Wo bisher 12.400 Soldaten in Afghanistan auf der Menschenjagd waren, sollen es bald 16.000 sein. Und wer die rechtfertigende Begründung für die Aufstockung liest, der kann nur Kotzen: „Die Wiedererstarkung der Taliban in Afghanistan“. Als habe der bisherige vereinte Terror der willigen US-Follower zur Schwächung der Taliban beigetragen. Jeder Angriff fremder Militärs auf Afghanen, jedes weitere zivile Opfer bringt den Taliban Zulauf. Macht nichts, sagt die Rüstungsindustrie, dann dauert der Krieg noch länger, dann können wir noch mehr Waffen verkaufen. SUPER!

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Präsident Trump, wann immer möglich in deutschen Medien als "Idiot" verkauft, gilt immer noch als prima Bündnispartner, wenn es um den terroristischen Kampf gegen die Afghanen geht. Selbst Florian Rötzer, Chefredakteur des Online-Magazins TELEPOLIS, dem man zuweilen Verstand attestieren konnte, quetscht sich diesen Satz aus den Mundwinkeln: “US-Präsident Trump will nach 16 Jahren Krieg die Schmach eines Scheiterns der US-Intervention nicht auf sich sitzen lassen und hat härteres Vorgehen, einige tausende zusätzliche Soldaten, vermehrte Bombardierung und die Befreiung von vermehrten CIA-Killerkommandos von ihren Zügeln angekündigt, um rücksichtsloser zuschlagen zu können.“ ( tp-Artikel v. 2.11.2017)

Wer diesen Krieg immer noch als „Intervention“ bezeichnet, sollte umgehend als Kriegsberichterstatter ohne Helm nach Kundus geschickt werden. Jeder, der es wagt, die verschlissene Metapher von den „befreiten Zügeln“ zu verwenden, die man der CIA angelegt habe, sollte auf dem Weg nach Afghanistan unbedingt die Sporen in den Weichen fühlen: Schneller Rötzer, schneller!

pin_green.gif Afghanistankrieg: Gesamtopferzahl der Koalition (USA, GB, D und Andere) nach Jahr und Monat: 3.543 Soldaten.

Year Jan Feb Mar Apr May Jun Jul Aug Sep Oct Nov Dec Total
2001 0 0 0 0 0 0 0 0 0 3 5 4 12
2002 10 13 15 10 1 3 0 3 1 5 1 8 70
2003 4 7 12 2 3 7 2 4 2 6 8 1 58
2004 11 2 3 3 9 5 2 4 4 8 7 2 60
2005 2 3 6 19 4 29 2 33 12 10 7 4 131
2006 1 17 13 5 17 22 19 29 38 17 9 4 191
2007 2 18 10 20 25 24 29 34 24 15 22 9 232
2008 14 7 20 14 23 46 30 46 37 19 12 27 295
2009 25 25 28 14 27 38 76 77 70 74 32 35 521
2010 43 53 39 34 51 103 88 79 57 65 58 41 711
2011 32 38 39 51 56 66 53 82 53 42 27 27 566
2012 35 24 39 40 45 39 46 52 27 24 17 14 402
2013 8 1 16 16 26 27 14 13 13 10 4 13 161
2014 7 10 3 9 4 12 9 5 6 3 3 4 75
2015 0 1 0 1 1 2 0 3 3 10 0 6 27
2016 3 0 0 0 2 1 0 2 0 3 4 1 16
2017 0 0 1 3 0 3 1 3 2 1 1 ? 15

Quelle: http://icasualties.org/

Beim Einsatz in Afghanistan sind bisher 56 deutsche Soldaten zu Tode gekommen. Durch Fremdeinwirkung gefallen: 35, durch sonstige Umstände gestorben: 21

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Hat schon jemand aus den Koalitionsverhandlungen in Berlin das Wort Afghanistan gehört? Nein, sagt Horst Seehofer (CSU), wir arbeiten tapfer daran, die Zahl der Flüchtlinge über die Obergrenze zu treiben. Nein, sagt Cem Özdemir, wir Grünen sind eine Partei des Friedens, über Krieg reden wir einfach nicht. Und wer wird von der Hindukusch-Sicherheitspartei SPD schon ein Wort zum Terror erwarten? Zu jenem Terror, des Westens gegen islamische Länder, dessen Echo längst auf den Straßen und Plätzen der EU und der USA zu erleben ist.

Es bedarf keiner Fantasie, die nächsten Anschläge zu erahnen. Es bedarf Mut und Verstand, die Namen der Schuldigen laut und deutlich auszusprechen: Von den diversen US-Präsidenten über Kanzler Schröder bis zu Kanzlerin Merkel.

Ulrich Gellermann, Berlin

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Lesetipps:

Todesfälle in der Bundeswehr - Berlin, 03.04.2018 - Seit Gründung der Bundeswehr im Jahr 1955 haben rund 3.200 militärische und zivile Angehörige der Bundeswehr infolge der Ausübung ihrer Dienstpflichten ihr Leben verloren. >> Bundeswehr.de >> Zahlen und Statistiken. (aktualisiert am 30.04.2018, H.S.)

Todesfälle im Auslandseinsatz - Berlin, 31.07.2017 - Von den seit 1992 in die Auslandseinsätze entsandten Bundeswehrangehörigen starben 109 – 37 Soldaten fielen durch Fremdeinwirkung, 72 kamen durch sonstige Umstände ums Leben. >> Bundeswehr.de >> Zahlen und Statistiken.

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Quelle: erstveröffentlicht bei RATIONALGALERIE >> Artikel vom 6. November. 2017

Bild- und Grafikquellen:

1. CAMP MIKE SPANN, Afghanistan – An Afghan National Army led convoy supported by members of the German Operational Mentor & Liaison Team delivers supplies to Forward Operating Base Kunduz. Foto-Courtesy Photo of the German OMLT / NATO Training Mission-Afghanistan. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Generic (CC BY-SA 2.0).

2. Marktstrasse in einer afghanischen Stadt. Urheber: Staff Sgt. Russell Lee Klika, US Army National Guard. Quelle: Wikimedia Commons. Diese Datei ist ein Werk eines Angestellten der Nationalgarde der Vereinigten Staaten, das im Verlauf seiner offiziellen Arbeit erstellt wurde. Als ein Werk der Regierung der Vereinigten Staaten ist diese Datei gemeinfrei.  

3. Bundeswehrsoldaten des 3. Zugs der FmKp in Mazar-E Sharif, Dez. 2012. Foto: Bundeswehr /  Wir. Dienen. Deutschland. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung-Keine Bearbeitung 2.0 Generic (CC BY-ND 2.0).

4. Texttafel HÄNDLER DES TODES - Rüstungsexporteure und Waffenlieferanten: DIEHL, EADS, HECKLER & KOCH, KRAUSS MAFFEI-WEGMANN, MAN, RHEINMETALL, SIEMENS, THYSSEN KRUPP. Grafik: Wolfgang Blaschka (WOB), München.