5 Affen, die Banane und die Regierungspolitik

1 Beitrag / 0 neu
Bild des Benutzers Helmut S. - ADMIN
Helmut S. - ADMIN
Offline
Beigetreten: 21.09.2010 - 20:20
5 Affen, die Banane und die Regierungspolitik
DruckversionPDF version

5 Affen, die Banane und die Regierungspolitik

Alle gehorchen den gleichen Regeln, keiner weiß warum!

Beginnen Sie mit einem Käfig mit fünf Affen. Hängen Sie eine Banane an eine Schnur und stellen Sie eine Treppe darunter. Schon bald wird ein Affe versuchen, die Treppe hochzusteigen, um sich die Banane zu holen.

Sobald der Affe die Treppe berührt, bespritzen Sie alle Affen mit kaltem Wasser. Nach einer Weile versucht ein anderer Affe, auf die Treppe hochzusteigen mit dem gleichen Ergebnis: Alle Affen bekommen eine kalte Dusche. Kurze Zeit später wird keiner der Affen mehr versuchen, die Treppe hochzusteigen.

Stellen Sie das kalte Wasser nun ab. Nehmen Sie einen Affen aus dem Käfig und ersetzen Sie ihn durch einen neuen. Der neue Affe sieht die Banane und will die Treppe hochklettern. Zu seiner Überraschung und zu seinem Entsetzen greifen ihn alle anderen Affen an. Er versucht es noch einmal und stellt fest, dass er jedes Mal verprügelt wird, wenn er versucht, die Treppe hochzusteigen.

Als nächstes nehmen sie einen weiteren der ursprünglichen Affen aus dem Käfig und ersetzen auch ihn durch einen neuen. Der Neue geht zur Treppe und wird angegriffen. Der vor ihm neu angekommene Affe macht bei dieser Bestrafung begeistert mit.

Ersetzen Sie nun auch den dritten ursprünglichen Affen durch einen neuen, dann den vierten und den fünften. Jedes Mal, wenn der jeweils Neue versucht, die Treppe hochzusteigen, wird er verprügelt. Am Ende weiß keiner, warum es nicht erlaubt ist, die Treppe hochzusteigen und warum sie an den Prügelaktionen für die Neuankömmlinge teilnehmen.

Nachdem alle ursprünglichen Affen durch neue ersetzt sind, gibt es keinen Affen mehr, der jemals mit kaltem Wasser bespritzt wurde. Trotzdem wird keiner der Affen jemals wieder versuchen, die Treppe hochzusteigen, um sich die Banane zu holen. Warum nicht? Weil, soweit bekannt ist, das hier schon immer so gemacht wurde. Und genau das ist der Grund, warum die Regierungspolitik so bleibt wie sie ist.  

Alles bleibt, wie sie ist.

(bitte unbedingt die 2 Lesetipps und 3 kurzen Videos weiter unten beachten; H.S.)


Gleichmacherei-Evolution-Systemkonformismus-Kadavergehorsam-Sozialismus-Regression-Kritisches-Netzwerk-Obrigkeitshoerigkeit-Buergerkriech-Unterwerfung-Anpassung
 


Quelle:  freiwilligfrei.de/ (Seite existiert nicht mehr, nur deren YouTube-Kanal >> weiter.

ACHTUNG: Die Bilder, Grafiken und Illustrationen sind nicht Bestandteil der Originalveröffentlichung und wurden von KN-ADMIN Helmut Schnug eingefügt. Für sie gelten ggf. folgende Kriterien oder Lizenzen, s.u.. Grünfärbung von Zitaten im Artikel und einige zusätzliche Verlinkungen wurden ebenfalls von H.S. als Anreicherung gesetzt.

Lesetipps und Videos: (zusammengestellt von Helmut Schnug)

Die im Artikel und dem Video erzählte Story stammt aus dem Buch "Competing for the Future" (1996) der Managementprofessoren Gary Hamel und C. K. Prahalad, allerdings veröffentlichten die beiden keine Quellenangabe. Es gab zahlreiche Experimente zur Weitergabe kulturellen Lernens mit Affen unterschiedlicher Spezies, eines mit dieser exakten Spezifikation ist aber nirgends dokumentiert.

Lernen durch Problemlösung nach dem Gestaltpsychologen Wolfgang Köhler:

»Das von Wolfgang Köhler (* 1887; † 1967) und Max Wertheimer (* 1880; † 1943) entwickelte Lernen durch Problemlösung besagt, dass man lernt, indem man ein Problem löst. Ein Problem benötigt einen SOLL- und einen IST-Zustand: Ich weiß, wo ich hin will (Ziel=SOLL) und weiß, wo ich stehe (IST). Auf dem Weg zwischen IST und SOLL gibt ein Hindernis: Das Problem.

Probleme können gelöst werden, indem Menschen eine Problemlösung vornehmen. So können beispielsweise scheinbar zusammenhangslose Elemente einer Situation plötzlich einen Sinn ergeben, wenn sie in eine neue, sinnvolle Beziehung zueinander gebracht werden.

Lernen durch Einsicht stellt sich im Gegensatz zum Lernen durch Versuch und Irrtum (nach Edward Lee Thorndike) plötzlich ein: Der Lernende testet nicht, welches Verhalten den gewünschten Erfolg bringt: Die Lösung stellt sich scheinbar durch Nachdenken ein. Wurde einmal eine Lösung entdeckt, so kann der Lernende sie nach Belieben wieder anwenden. In Thorndikes Versuchen waren mehrere Durchgänge nötig, damit die Lösung eines Problems sofort wieder angewendet werden konnte.

Die Theorie von Wolfgang Köhler beruht auf seinen Untersuchungen mit Menschenaffen (Schimpansen und Orang-Utans), die er auf Teneriffa vornahm.« Quelle: lern-psychologie.de >> weiter.

Kohler Chimpanzees (Dauer 5:46 Min.)

Die im Ausgangsartikel erwähnten Affen, die hochklettern, um eine hochgehängte Banane zu erreichen, klingt sehr nach den Ergebnissen des Psychologen Wolfgang Köhler, doch trotz recht identischer Optik haben wir KEINE Übereinstimmung. Somit bleibt zu sagen, dass es sich hier wohl um ein urbanes Märchen handelt, das in etwa auf realen Experimenten basiert, diese Kombiniert, jedoch so vermutlich nie stattgefunden hat.

5 Affen - und die Konditionierung von Menschen (Dauer 2:17 Min.)

Der Mann im Licht (2017) - Über die Suche an falschen Plätzen. (Dauer 3:41 Min., >Infos)

»Untertanengeist: Die deutsche Obrigkeitshörigkeit und ihr Ursprung« von Herbert Ludwig / FASSADENKRATZER, 22. Nov. 2019 >> weiter.


Der Hamburger Autor Franz Witsch, geb. 1952, lebt in Hamburg und ist Lehrer für Politik, Geografie und Philosophie, hat einiges zum Thema "Unmissverständliche Sprache" und andere Probleme der durch Konformitätsdruck und "öffentliche Meinung" mehrheitlich angepassten BürgerInnen in seinen Büchern geschrieben, welche hier im Kritischen Netzwerk bereits ausführlich vorgestellt wurden und über den Autor direkt bezogen werden können - weiter. >> ffwitsch AT googlemail.com . Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung:

 

► Die Politisierung des Bürgers, 1. Teil: Zum Begriff der Teilhabe

'Die Politisierung des Bürgers' ist bemüht, dem Paradoxon einer Entpolitisierung bei um sich greifender Armut auf die Spur zu kommen, indem sie einmal mehr das Subjekt, resp. den einzelnen Bürger ins Zentrum des Interesses rückt, ohne ihn - wie traditionell üblich - auf einen Sockel zu heben. Dort ist er nicht als ein der Analyse zugänglicher sozialer Sachverhalt begreifbar. An einer zureichenden Analyse ist die herrschende Politik freilich nicht interessiert, gedeiht diese doch als Geschäft am besten auf dem Rücken eines entpolitisierten Bürgers.

Verlag: Books On Demand (Februar 2015, überarbeitete Neuauflage) - ISBN 978-3-8370-4369-3

► Die Politisierung des Bürgers, 2. Teil: Mehrwert und Moral

Der zweite Teil führt den ersten weiter im Bemühen, das Verhältnis von Moral und Ökonomie zu entziffern - zumal im Kontext einer Theorie der Gefühle, ist jenes Verhältnis doch hochgradig emotional besetzt. Indes liegt es im Kapitalismus im Mehrwertzwang verborgen; dieser treibt das Subjekt in die Atomisierung, der es mit Gefühlen auf Gegenstände der Verheißung zu entrinnen sucht. Dieser einer Analyse zugängliche Sachverhalt findet in der veröffentlichten Meinung wie in der Sozialtheorie keine zureichende Würdigung. Sie wäre aber die wesentliche Voraussetzung einer wirksamen antikapitalistischen Politik, die auf die Abschaffung des Kapitalismus zielen muss und nicht, wie von Keynesianern und der PDL betrieben, auf seine Fortführung im veränderten Gewand; was die Zerstörung überlebenswichtiger sozialer wie ökonomischer Strukturen zusätzlich beschleunigt.

Verlag: Books On Demand (Mai 2017, zweite korrigierte Auflage) - ISBN-13: 978-3-8482-5273-2

► Die Politisierung des Bürgers, 3. Teil: Vom Gefühl zur Moral

Die beschleunigte Zerstörung ökonomischer wie sozialer Strukturen liegt, wie im zweiten Teil untersucht, in der wachsenden Unfähigkeit des Subjekts, Mehrwert zu erzeugen, begründet, die wiederum seine emotionalen und moralischen Fähigkeiten begrenzt. Der dritte Teil bemüht sich um die Folgen: die emotional-moralischen Modalitäten der Zerstörung. In diesen ist das Subjekt gehalten, Zerstörungen aktiv zu begleiten, mehr noch, zu exekutieren in Anlehnung eines sozialen Sachverhalts, den Hannah Arendt die Banalität des Bösen genannt hat: Das Subjekt fühlt sich unbeteiligt, gar unschuldig, zurecht, denn es gibt einen Weg vom Gefühl zur Moral, den zu beschreiten das Gefühl nicht umhinkommt. Allerdings ist die moralische Verantwortung des Subjekts in dem Maße rekonstruierbar wie es im Kontext seiner (Re-)Sozialisierung gelingt, die Moral der heutigen Gesellschaft im Innenleben als krank freizulegen.

Verlag: Books On Demand (Mai 2017, zweite korrigierte Auflage) - ISBN-13: 978-3-8482-5231-2

► Die Politisierung des Bürgers, 4. Teil: Theorie der Gefühle

Nachdem es im dritten Teil um die emotional-moralischen Modalitäten der Zerstörung sozialer Strukturen sowie um die psychosozialen Bedingungen einer Rekonstruktion der moralischen Verantwortung des Subjekts ging, ist der vierte Teil bemüht zu zeigen, dass und auf welche Weise Gefühle eine tragende Rolle im Hinblick auf eine sozialverträgliche Ausbildung sozialer wie ökonomischer Strukturen spielen; sie spielen genau dann eine tragende Rolle, wenn es dem Subjekt (1.) gelingt, Gefühle als Ressourcen der Verständigung zu begreifen, wenn (2.) die Externalisierung des Gefühls nicht nachhaltig scheitert: der externe Objektbezug des Gefühls gewahrt bleibt, wenn (3.) negative Gefühle nicht ausgegrenzt werden aus Verständigungsbemühungen, und wenn (4.) - bezugnehmend auf den zweiten Teil - die Mehrwertfähigkeit des Subjekts nicht mehr als das entscheidende Kriterium seiner sozialen Existenz gilt.

Verlag: Books On Demand (August 2015, zweite korrigierte Auflage) - ISBN-13: 978-3-7322-4461-4

     


Bild- und Grafikquellen:

1. Graffito "KEEP IT REAL - BLEIB DIR TREU." Foto: Michael (Mike) Pickard. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 2.0 Generic (CC BY-NC-ND 2.0).

2. "March of Evolution - March of Progress". Foto: Carla Nspg. Quelle: Flickr. Verbreitung mit CC-Lizenz Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Generic (CC BY-NC-SA 2.0).